Kaliumbromid DESITIN® 850 mg Tabletten
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Kaliumbromid 850 mg
Primär und sekundär generalisierte tonisch-klonische Anfälle bei frühkindlicher Grandmal-Epilepsie und schwere myoklonische Syndrome im Kindesalter (z.B. Dravet-Syndrom). Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten ist insbesondere dann indiziert, wenn andere Antiepileptika nicht oder alleine nicht ausreichend wirksam sind.
Hinweis: Wegen der engen therapeutischen Breite wird empfohlen, Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten nur unter Kontrolle eines in der Epilepsie-Behandlung und der Bromtherapie erfahrenen Facharztes einzusetzen.
Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten ist nicht wirksam bei Absencen, myoklonischen oder tonischen Anfällen; eine Anfallsprovokation ist in diesen Fällen möglich.
Für den Einsatz als Monotherapeutikum liegen keine ausreichenden Erkenntnisse über die klinische Wirksamkeit vor.
Dosierung
Die Behandlung mit Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten kann bereits zu Anfang mit einer durchschnittlichen Erhaltungsdosis begonnen werden. Je nach Art und Schwere des Krankheitsbildes und der Verträglichkeit erfolgt die weitere Dosiseinstellung individuell.
Diese weitere Festlegung der therapeutischen Dosis sollte, insbesondere bei Kombinationstherapie, über die Bestimmung der Serumspiegel kontrolliert werden. Der therapeutische Bromidspiegel liegt erfahrungsgemäß zwischen 18,75 bis 31,25 mmol/L (1,5 bis 2,5 mg/ml), jedoch nicht über 37,5
mmol/L (3,0 mg/ml) [röntgenfluoreszenzanalytisch], bzw. zwischen 12,5 bis 21,75 mmol/L (1,0 bis 1,75 mg/ml), jedoch nicht über 25 mmol/L (2,0 mg/ml) [photometrisch].
Im Einzelfall kann die erforderliche Dosis erheblich von der angegebenen Anfangs- bzw. Erhaltungs-dosis abweichen (z.B. wegen Beschleunigung oder Verlangsamung der Ausscheidung durch Verände-rungen des Kochsalzhaushaltes).
Die Behandlung ist von einem in der Epilepsiebehandlung und Bromidtherapie erfahrenen Facharzt zu überwachen.
Bei Umstellung auf die Behandlung mit Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten ist die Dosis des abzusetzenden Antiepileptikums schrittweise herabzusetzen, möglichst unter Krankenhausbedingun-gen.
Folgendes allgemeines Dosierschema wird zur Behandlung von generalisierten tonisch-klonischen Anfällen empfohlen:
| Gewicht in kg | Erhaltungsdosis täglichin mg/kg in mg* | Anzahl Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten, auf 2-3 Einzelgaben zu verteilen** | |
| KG | |||
| Kinder[½ - 3 Jahre] | 7 - 15 | 50 - 70 350 - 1050 | ½ bis 1½ |
| [4 - 8 Jahre] | 16 - 28 | 40 - 60 640 - 1680 | 1 bis 2 |
| [9 - 15 Jahre] | 29 - 58 | 40 - 60 1160 - 3500 | 1½ bis 4 |
| Erwachsene*** | 30 - 50 bis 4000 | bis 4½ |
*Die mg-Werte der Tagesdosis dienen nur der groben Orientierung.
**Die Einnahmemenge ist ggf. durch alternierende Gabe von halben Tabletten an die errechnete indi-viduelle Dosis anzupassen.
***Soweit das Anfallsleiden bis ins Erwachsenenalter fortbesteht, kann die Anwendung von Kalium-bromid DESITIN 850 mg Tabletten auch bei Erwachsenen fortgeführt werden.
Hinweise: Kinder erhalten während eines Infektes die Hälfte der sonst verordneten Dosis, um einer Kumulation und den damit verbundenen Nebenwirkungen vorzubeugen.
Eine Gesamttagesdosis von 4000 mg darf nicht überschritten werden, da in höheren Dosen vermehrt Nebenwirkungen auftreten.
Art der Anwendung
Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten wird mit reichlich Flüssigkeit (ca. 100 – 150 ml) nach den Mahlzeiten in 2 - 3 über den Tag verteilten Einzelgaben eingenommen. Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten sind teilbar. Es ist möglich, die Tabletten in lauwarmem Wasser oder Tee unter leichtem Rühren zerfallen zu lassen.
Die antiepileptische Therapie ist grundsätzlich eine Langzeittherapie. Über die Einstellung, Behand-lungsdauer und das Absetzen von Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten sollte im Einzelfall ein in der Epilepsiebehandlung und Bromidtherapie erfahrener Facharzt entscheiden. Im Allgemeinen ist eine Dosisreduktion und ein Absetzen der Medikation frühestens nach zwei- bis dreijähriger Anfalls-freiheit zu erwägen. Das Absetzen muss in schrittweiser Dosisreduktion erfolgen; Kinder können der Dosis pro kg Körpergewicht entwachsen. Insofern ist die Dosis ggf. dem Körpergewicht anzupassen anstelle altersgemäßer Dosisanpassung, wobei sich der EEG-Befund nicht verschlechtern sollte.
Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten darf nicht gegeben werden bei
-
Überempfindlichkeit gegen Kaliumbromid oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
-
bekannter Bromidunverträglichkeit
-
Niereninsuffizienz.
Die Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.6
„Schwangerschaft und Stillzeit“).
Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten sollte nicht gegeben werden bei
-
Asthma bronchiale
-
Unterernährung oder Ernährungsstörungen.
Bei Personen mit einer kaliumarmen Diät ist bei Anwendung dieses Arzneimittels Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.2 „Dosierung, Art und Dauer der Anwendung“). Aufgrund des Gehaltes an Kaliumbromid besteht die Gefahr einer Hyperkaliämie mit Magenbeschwerden und Durchfall (Diarrhoe).
Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter, placebo-kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos bei der Einnahme von Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten nicht aus.
Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden. Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden medizinische Hilfe einzuholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.
Vor der erstmaligen Anwendung von Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten sind die üblichen Nierenfunktionsparameter zu bestimmen und Elektrolytstörungen auszuschließen.
Während der Therapie mit Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten ist auf eine durchschnittliche Kochsalz- und ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zu achten. Bei starkem Erbrechen, Durchfallerkrankungen oder starkem Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen können verstärkt unerwünschte Wirkungen durch Kaliumbromid auftreten. Unter Umständen ist eine Dosisanpassung durch den behandelnden Arzt vorzunehmen.
Während der Therapie mit Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten sind regelmäßig Serumkonzentrationsbestimmungen für Bromid erforderlich: in den ersten 3 Monaten wenigstens alle 4 Wochen, danach alle 3 Monate. Dabei ist zu beachten, dass unterschiedliche Bestimmungsmethoden zu verschiedenen Resultaten führen: die Bromidspiegel bei photometrischer Bestimmung liegen ungefähr um 1/3 unter den Ergebnissen der Röntgenfluoreszenzanalyse.
Die Einnahme von Kaliumbromid kann zu falsch-hohen Werten bei der labordiagnostischen Bestimmung der Chloridkonzentration im Serum führen (Pseudohyperchlorämie).
Eine Tablette enthält 7,13 mmol (278,6 mg) Kalium. Dies ist zu berücksichtigen bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sowie Personen unter kontrollierter Kalium-Diät.
Pharmakologische Interaktionen mit anderen Antiepileptika treten nicht auf. Die Kombination mit weiteren sedierenden Medikamenten kann zu einer verstärkten zerebralen Beeinträchtigung führen.
Alle Veränderungen des Kochsalzhaushaltes wirken sich auf den Bromidspiegel aus, da das Konzent-rationsprodukt von Chlorid und Bromid durch die Nieren konstant gehalten wird. Kochsalzzufuhr und Diuretika verkürzen die Halbwertszeit von Bromid. Dabei hängt die Diuretika-induzierte Bromidaus-scheidung von dem Ausmaß der renalen Chloridelimination ab. Osmotische Diuretika vermindern z.B. die Halbwertszeit auf etwa 37 Stunden, die gleichzeitige Gabe von Etacrynsäure kann eine weitere Abnahme der Bromidhalbwertszeit auf etwa 1,7 Stunden bewirken.
Die Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit ist kontraindiziert, da Kaliumbromid die Placenta passiert und über die Muttermilch ausgeschieden wird. Beim ungeborenen Kind sowie beim Neugeborenen und Säugling sind schädigende Wirkungen nicht auszuschließen. Daher sind Patientinnen nach der Menarche über einen notwendigen Konzeptionsschutz aufzuklären.
Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten kann je nach individueller Empfindlichkeit und Serum-spiegel auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: Sehr häufig (> 1/10)
Häufig (> 1/100, <1/10) Gelegentlich (> 1/1 000, <1/100) Selten (> 1/10 000, <1/1 000)
Sehr selten (<1/10 000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Erkrankungen des Nervensystems
Die erwünschten und unerwünschten Wirkungen von Kaliumbromid führen zu einer Verlangsamung zerebraler Vorgänge, wobei große Unterschiede in der individuellen Bromidempfindlichkeit bestehen.
-
Niedrige Bromidspiegel (unter 1,0 mg/ml, photometrisch): selten Müdigkeit, verlängerte Reak-tionszeiten, weniger Spontansprache, Kopfschmerzen.
-
Mittlere Bromidspiegel (1,0 - 1,5 mg/ml, photometrisch): Zunehmende Verlangsamungshin-weise in Bezug auf Reaktionszeit, Konzentration, Feinmotorik, Sprache und Denken. Häufiger Müdigkeit, erhöhtes Schlafbedürfnis, Kopfschmerzen.
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Hohe Bromidspiegel (bis 2,25 mg/ml, photometrisch): Müdigkeit, Konzentrationsstörung, Ver-langsamung und Sprachstörung. Evtl. hartnäckige Kopfschmerzen. Intoxikationszeichen (Bro-mismus) möglich.
-
Bromidspiegel über 2,25 - 2,5 mg/ml (photometrisch): Bromintoxikation, Bromismus (siehe Abschnitt 4.9 „Überdosierung“).
Hinweis: Auch bei guter Dosiseinstellung besteht eine Kumulationsneigung und die Möglichkeit des Auftretens von Zeichen einer relativen chronischen Überdosierung (Bromismus), wenn interkurrente Erkrankungen mit Flüssigkeitsverlust auftreten.
Augenerkrankungen Konjunktivitis mit Tränenfluss
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Kaliumbromid steigert die Sekretion seröser und muköser Drüsen: seröse Rhinitis (Bromschnupfen), Verschleimung, Bronchitis, Sinusitis und die Exazerbation eines Asthma bronchiale können auftreten. Dies gilt insbesondere bei vorbestehender allergischer Diathese.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Bei hoher Einzeldosis Völlegefühl, Magenschmerzen und Erbrechen durch hohe Osmolarität und Kali-umgehalt des Präparates. Diese Erscheinungen sind in der Regel durch die Einnahme mit viel Flüssig-keit nach den Mahlzeiten und die Gabe von 2 - 3 über den Tag verteilten Einzeldosen zu beherrschen.
Selten: Belegte Zunge, Mundgeruch, Aphthen, Obstipation oder Durchfall
Sehr selten: Magenschleimhautentzündungen, Ulcera (bis zur Perforation); Pankreatitis
Hinweis: Appetitstörung bei mittleren und hohen Bromidspiegeln kann eine schleichende Bromintoxi-kation durch reduzierte Kochsalzzufuhr verursachen.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Sehr häufig: Papulo-pustulöse Hautveränderungen (Bromakne) bei ca. 25% der behandelten Pa-tienten (partiell dosisunabhängig). Schwerer Verlauf kann zum Therapieabbruch zwingen.
Selten: Bromoderma tuberosum (granulierende, tumorartige Hautveränderung) oder Halo-genpannikulitis (nekrotisierende Entzündung des subkutanen Fettgewebes, initial ggf. Bild eines Erythema nodosum; evtl. im Rahmen einer systemischen Bromi-dunverträglichkeit mit Fieber, erhöhten Entzündungsparametern, Durchfall) als ku-tane, wahrscheinlich bromallergische Phänomene. Absetzen von Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten führt zu rascher Abheilung, evtl. mit Narbenbildung (Bromoderma tuberosum). Reexposition führt zu Wiederauftreten dieser Erschei-nungen der Bromidunverträglichkeit.
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen Sehr selten: brominduzierte Arthritis
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Gewichtsverlust, Polydipsie
In einem Fall wurde über das Auftreten einer brominduzierten Hypothyreose berichtet.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. An-gehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Symptome einer Überdosierung
Bei Überdosierung mit Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten können die unter den Nebenwir-kungen genannten Symptome verstärkt in Erscheinung treten.
Bei akuter Überdosierung kommt es regelhaft zu Übelkeit und Erbrechen. In einem Fall wurde über das Auftreten einer epidermalen Nekrolyse berichtet.
Bromidspiegel über 2,0-2,5 mg/ml können zum Bild des Bromismus führen mit Vigilanzstörungen von Somnolenz bis Koma, Kachexie und Exsikkose sowie vielfältigen neurologischen Störungen wie aufgehobene oder pathologische Reflexe, Kloni, Tremor, Ataxie, Sensibilitätsstörungen, Paresen, Pu-pillenanomalien, verwaschene Sprache, Hirnödem mit Stauungspapille und hohem Liquordruck, Delir-zustände, Aggressivität oder Psychosen.
Therapiemaßnahmen bei Überdosierung
Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Daher zielen die Therapiemaßnahmen bei Überdosierung auf eine beschleunigte Ausscheidung von Bromid:
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Leichte Intoxikationen (orale Nahrungsaufnahme möglich, Vitalparameter unbeeinträchtigt): Therapie mit Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten aussetzen, kochsalzreiche Nahrung, viel Flüssigkeit oral.
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Mittelschwere Intoxikationen (orale Ernährung nicht möglich, Vitalparameter beeinträchtigt): Therapie mit Kaliumbromid DESITIN 850 mg Tabletten aussetzen, isotone Kochsalzlösung i.v., enterale Ernährung über Sonde, Überwachung.
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Schwere Intoxikationen (Komazustand, Psychose): Forcierte Diurese unter Intensivbedingun-gen, in besonderen Fällen Hämodialyse.
Pharmakologische Eigenschaften - Kaliumbromid 850 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptikum aus der Gruppe der Bromsalze ATC-Code: N03AX31
Kaliumbromid ist ein gut wasserlösliches, bitter schmeckendes Salz. Nur der Bromidanteil ist für die pharmakologische Wirkung verantwortlich. Im Tierversuch steigt die Krampfschwelle mit zunehmen-dem Bromidspiegel an, wobei in hohen Dosisbereichen keine epileptischen Anfälle mehr durch elekt-rische Stimulation provoziert werden können.
Der genaue antiepileptische Wirkmechanismus von Bromid ist nicht bekannt. Neuere Untersuchungs-ergebnisse weisen darauf hin, dass Bromid eine dosisabhängige stabilisierende Wirkung auf die Ner-venzellmembran ausübt. Aufgrund der kleineren Hydrathülle wird das im Vergleich zu Chlorid lipo-philere Bromid bevorzugt durch die Chloridkanäle der Nervenzellmembran aufgenommen und hemmt über die konsekutive Hyperpolarisation die Ausbreitung epileptischer Potentiale. In diesem Zusam-menhang soll Bromid die postsynaptische Inhibition verstärken, indem es den GABA-A-rezeptorvermittelten Anionenstrom in das Neuron steigert. In einem weiteren In-vitro-Versuch mit kultivierten Rattenneuronen konnte Bromid die durch niedrige Magnesiumspiegel induzierten, späten rekurrierenden Entladungen als Modell der bislang pharmakoresistenten Epilepsie wirksam unterdrü-cken.
Kaliumbromid wird im oberen Gastrointestinaltrakt rasch und komplett resorbiert und erreicht nach ca. 3 Stunden maximale Serumkonzentrationen. Analog dem verwandten Halogen Chlorid verteilt sich Bromid im Extrazellularraum des Körpers. Das Konzentrationsprodukt aus Chlorid und Bromid wird durch die Nieren konstant gehalten. Zufuhr des einen Faktors senkt die Konzentration des zweiten.
Die absolute Bioverfügbarkeit von Bromionen nach oraler Applikation des in dieser Hinsicht vergleichbaren Natriumsalzes (30 mg Bromid / kg KG) betrug bei einer Untersuchung an 7 Probanden im Durchschnitt 96% (Bereich 75% bis 118%).
Bromide unterliegen keiner Metabolisierung und werden unverändert ausgeschieden. Sie gehen weder Protein- noch Fettverbindungen ein. Die Elimination geht fast vollständig renal vor sich. Geringe Mengen werden mit dem Schweiß, der Tränenflüssigkeit und anderen Körperflüssigkeiten ausgeschie-den. Die tägliche Exkretionsrate beträgt ca. 5% des Gesamtkörperanteils bei einer Gesamtkör-perclearance von 26±1,7 ml / kg x Tag. Aufgrund der langsamen Elimination und raschen und kom-pletten Resorption besteht eine Bromidkumulationsneigung. Die Eliminationshalbwertszeit beim Men-schen liegt bei ca. 12 Tagen nach oraler Administration. Ein steady state der Serumkonzentration für Bromid wird bei Erwachsenen nach durchschnittlich 30 - 40 Tagen erreicht, bei Kindern liegt ein labi-ler steady state nach ca. 3 bis 4 Wochen vor.
Bei einer täglichen Bromidzufuhr von 5 g werden 0,25 bis 1 mmol/L in der Muttermilch gemessen.
Pharmazeutische Angaben - Kaliumbromid 850 mg
Crospovidon, mikrokristalline Cellulose, Povidon K 25, Stearinsäure (Ph.Eur.), hochdisperses Silici-umdioxid
3 Jahre
Nach Ablauf des Verfalldatums soll das Präparat nicht mehr angewendet werden.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
Originalpackung mit 30 und 60 Tabletten in Blisterstreifen aus PVC/PVDC-Aluminium. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.