Verapamil AbZ 120 mg Filmtabletten
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Verapamil 120 mg
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Symptomatische koronare Herzkrankheit:
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chronisch stabile Angina pectoris (Belastungsangina)
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instabile Angina pectoris (Crescendo-Angina, Ruheangina)
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vasospastische Angina pectoris (Prinzmetal-Angina, Variant-Angina)
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Angina pectoris bei Zustand nach Myokardinfarkt bei Patienten ohne Herzinsuffizienz, wenn Betarezeptorenblocker nicht angezeigt sind.
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Störungen der Herzschlagfolge bei:
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paroxysmaler supraventrikulärer Tachykardie
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Vorhofflimmern/Vorhofflattern mit schneller AV-Überleitung (außer bei WPW-Syndrom oder Lown-Ganong-Levine-Syndrom, siehe Abschnitt 4.3).
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Hypertonie
Dosierung
Verapamilhydrochlorid, der Wirkstoff von Verapamil AbZ, ist individuell, dem Schweregrad der Erkrankung angepasst, zu dosieren. Nach langjähriger klinischer Erfahrung liegt die durchschnittliche Dosis bei fast allen Indikationen zwischen 240 mg und 360 mg/Tag.
Eine Tagesdosis von 480 mg sollte als Dauertherapie nicht überschritten werden; eine kurzfristige Erhöhung ist möglich.
Soweit nicht anders verordnet gelten folgende Dosierungsrichtlinien: Erwachsene und Jugendliche über 50 kg Körpergewicht
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Koronare Herzkrankheit
Die empfohlene Dosierung liegt bei (120 mg)-240 mg-480 mg Verapamilhydrochlorid/Tag in 3 bis 4 Einzeldosen, entsprechend:
3-4-mal täglich 1 Filmtablette Verapamil AbZ 40 mg (entsprechend 120 mg-160 mg Verapamilhydrochlorid/Tag) oder
3-4-mal täglich 1 Filmtablette Verapamil AbZ 80 mg (entsprechend 240 mg-320 mg Verapamilhydrochlorid/Tag) oder
3-4-mal täglich 1 Filmtablette Verapamil AbZ 120 mg (entsprechend 360 mg-480 mg Verapamilhydrochlorid/Tag).
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Hypertonie
Die empfohlene Dosierung liegt bei (120 mg)-240 mg-360 mg Verapamilhydrochlorid/Tag in 3 Einzeldosen, entsprechend:
3-mal täglich 1 Filmtablette Verapamil AbZ 40 mg (entsprechend 120 mg Verapamilhydrochlorid/Tag) oder
3-mal täglich 1 Filmtablette Verapamil AbZ 80 mg (entsprechend 240 mg Verapamilhydrochlorid/Tag) oder
3-mal täglich 1 Filmtablette Verapamil AbZ 120 mg (entsprechend 360 mg Verapamilhydrochlorid/Tag).
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Paroxysmale, supraventrikuläre Tachykardie, Vorhofflimmern/Vorhofflattern
Die empfohlene Dosierung liegt bei (120 mg)-240 mg-480 mg Verapamilhydrochlorid/Tag in 3 bis 4 Einzeldosen, entsprechend:
3-4-mal täglich 1 Filmtablette Verapamil AbZ 40 mg (entsprechend 120 mg-160 mg Verapamilhydrochlorid/Tag) oder
3-4-mal täglich 1 Filmtablette Verapamil AbZ 80 mg (entsprechend 240 mg-320 mg Verapamilhydrochlorid/Tag) oder
3-4-mal täglich 1 Filmtablette Verapamil AbZ 120 mg (entsprechend 360 mg-480 mg Verapamilhydrochlorid/Tag).
Die Anwendung von Verapamil AbZ 40 mg Filmtabletten ist angezeigt bei Patienten, bei denen eine ausreichende Wirksamkeit bereits nach niedrigen Dosen erwartet werden kann (z. B. bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen oder älteren Patienten).
Verapamil AbZ 120 mg Filmtabletten werden angewendet, sofern mit niedrigeren Dosen (z. B. 240 mg Verapamilhydrochlorid/Tag) keine ausreichende Wirkung erzielt wurde.
Kinder (nur bei Störungen der Herzschlagfolge)
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Ältere Vorschulkinder bis 6 Jahre
Die empfohlene Dosierung liegt bei 80 mg-120 mg Verapamilhydrochlorid/Tag in 2 bis 3 Einzeldosen, entsprechend:
2-3-mal täglich 1 Filmtablette Verapamil AbZ 40 mg (entsprechend 80 mg-120 mg Verapamilhydrochlorid/Tag).
Hierfür sind nur Verapamil AbZ 40 mg Filmtabletten geeignet.
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Schulkinder 6-14 Jahre
Die empfohlene Dosierung liegt bei 80 mg-360 mg Verapamilhydrochlorid/Tag in 2 bis 4 Einzeldosen, entsprechend:
2-4-mal täglich 1-2 Filmtabletten Verapamil AbZ 40 mg (entsprechend 80-320 mg Verapamilhydrochlorid/Tag) oder
2-4-mal täglich 1 Filmtablette Verapamil AbZ 80 mg (entsprechend 160-320 mg Verapamilhydrochlorid/Tag) oder
2-3-mal täglich 1 Filmtablette Verapamil AbZ 120 mg Filmtabletten (entsprechend 240-360 mg Verapamilhydrochlorid/Tag).
Verapamil AbZ 80 mg Filmtabletten wird angewendet, sofern mit niedrigeren Dosen (z. B. 80 mg Verapamilhydrochlorid/Tag) keine ausreichende Wirkung erzielt wurde.
Verapamil AbZ 120 mg Filmtabletten wird angewendet, sofern mit niedrigeren Dosen (z. B. 80-160 mg Verapamilhydrochlorid/Tag) keine ausreichende Wirkung erzielt wurde.
Eingeschränkte Nierenfunktion
Die derzeit verfügbaren Informationen werden im Abschnitt 4.4 beschrieben. Verapamilhydrochlorid sollte bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion mit Vorsicht und unter engmaschiger Beobachtung angewendet werden.
Eingeschränkte Leberfunktion
Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wird, in Abhängigkeit vom Schweregrad, wegen eines verlangsamten Arzneimittelabbaus die Wirkung von Verapamilhydrochlorid verstärkt und verlängert. Deshalb sollte in derartigen Fällen die Dosierung mit besonderer Sorgfalt eingestellt und mit niedrigen Dosen begonnen werden (z. B. bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen zunächst 2-3-mal täglich 40 mg Verapamilhydrochlorid, entsprechend 80 mg -120 mg Verapamilhydrochlorid/Tag). Siehe auch Abschnitt 4.4.
Art und Dauer der Anwendung
Die Einnahme erfolgt ungelutscht und unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser, kein Grapefruitsaft!) am besten zu oder kurz nach den Mahlzeiten.
Verapamil AbZ nicht im Liegen einnehmen.
Verapamilhydrochlorid darf bei Patienten mit Angina pectoris nach Myokardinfarkt erst 7 Tage nach dem akuten Infarktereignis eingesetzt werden.
Die Dauer der Anwendung ist nicht begrenzt.
Nach einer längeren Therapie sollte Verapamil AbZ grundsätzlich nicht plötzlich, sondern ausschleichend abgesetzt werden.
Verapamil AbZ darf nicht eingenommen werden bei:
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Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
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Herz-Kreislauf-Schock
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ausgeprägten Reizleitungsstörungen (wie z. B. SA- bzw. AV-Block II. und III. Grades; außer bei Patienten mit Herzschrittmacher)
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Sinusknotensyndrom (außer bei Patienten mit Herzschrittmacher)
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Herzinsuffizienz mit einer reduzierten Auswurffraktion von weniger als 35 % und/oder einem Verschlussdruck von mehr als 20 mmHg (sofern nicht Folge einer supraventrikulären Tachykardie, die auf Verapamil anspricht)
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Vorhofflimmern/-flattern und gleichzeitigem Vorliegen akzessorischer Leitungsbahnen (z. B. WPW- oder Lown-Ganong-Levine-Syndrom). Bei diesen Patienten besteht bei Verapamilgabe ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Kammertachykardie, einschließlich Kammerflimmern
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gleichzeitiger Gabe von Ivabradin (siehe Abschnitt 4.5).
Die gleichzeitige intravenöse Applikation von Betarezeptorenblockern darf bei Patienten während der Behandlung mit Verapamil AbZ nicht erfolgen (Ausnahme Intensivmedizin) (siehe auch Abschnitt 4.5).
Akuter Myokardinfarkt
Bei akutem Myokardinfarkt mit Komplikationen (Bradykardie, Hypotonie, Linksherzinsuffizienz) ist Verapamil AbZ nur mit Vorsicht anzuwenden.
Erregungsleitungsstörung/AV-Block I. Grades/Bradykardie/Asystolie
Verapamil AbZ beeinflusst den AV- und den Sinus-Knoten und verzögert die AV-Überleitung. Es ist mit Vorsicht anzuwenden, da ein AV-Block II. oder III. Grades (Kontraindikation) oder ein unifaszikulärer, bifaszikulärer oder trifaszikulärer Schenkelblock das Absetzen von Verapamilhydrochlorid und, falls erforderlich, das Einleiten einer geeigneten Therapie notwendig macht.
Verapamil AbZ beeinflusst den AV- und den Sinus-Knoten und kann in seltenen Fällen einen AV-Block II. oder III. Grades, Bradykardie oder, im Extremfall, eine Asystolie hervorrufen. Dies geschieht mit einer höheren Wahrscheinlichkeit bei Patienten mit einem Sinusknotensyndrom (Sick-Sinus-Syndrom), welches häufiger bei älteren Patienten auftritt. Bei Patienten, die nicht an einem Sinusknotensyndrom leiden, ist eine Asystolie normalerweise von kurzer Dauer (ein paar Sekunden oder weniger), mit einer spontanen Rückkehr zu einem AV-Knoten- oder normalen Sinusrhythmus. Sofern dies nicht umgehend eintritt, sollte unverzüglich mit einer geeigneten Therapie begonnen werden. Siehe auch Abschnitt 4.8.
Antiarrhythmika, Betablocker und Inhalationsanästhetika
Antiarrhythmika (z. B. Flecainid, Disopyramid), Betarezeptorenblocker (z. B. Metoprolol, Propranolol) und Inhalationsanästhetika können bei gleichzeitiger Einnahme von Verapamilhydrochlorid gegenseitig die kardiovaskulären Wirkungen (höhergradige AV-Blockierung, höhergradige Senkung der Herzfrequenz, Auftreten einer Herzinsuffizienz, verstärkte Blutdrucksenkung) verstärken (siehe auch Abschnitt 4.5).
Bei einem Patienten, der gleichzeitig Augentropfen mit Timolol (einem Betablocker) erhielt und Verapamil einnahm, wurde eine asymptomatische Bradykardie (36 Schläge/Minute) mit einem wandernden atrialen Schrittmacher beobachtet.
Digoxin
Bei gleichzeitiger Anwendung mit Verapamil AbZ ist die Digoxin-Dosis zu verringern. Siehe auch Abschnitt 4.5.
Herzinsuffizienz
Herzinsuffizienz-Patienten mit einer Auswurffraktion größer als 35 % sollten vor Beginn der Behandlung mit Verapamil AbZ kompensiert und währenddessen adäquat therapiert werden.
HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren („Statine“) Siehe Abschnitt 4.5.
Erkrankungen mit beeinträchtigter neuromuskulärer Transmission
Verapamil AbZ sollte bei Vorliegen von Erkrankungen mit beeinträchtigter neuromuskulärer Übertragung (Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom, fortgeschrittene Duchenne-Muskeldystrophie) mit Vorsicht angewendet werden.
Hypotonie
Bei Hypotonie (weniger als 90 mmHg systolisch) ist eine besonders sorgfältige Überwachung erforderlich.
Besondere Patientengruppen
Eingeschränkte Nierenfunktion
Obwohl in Vergleichsstudien zuverlässig gezeigt wurde, dass die beeinträchtigte Nierenfunktion bei Patienten mit terminalem Nierenversagen keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Verapamil hat, legen einzelne Fallberichte nahe, dass Verapamil bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion nur mit Vorsicht und unter sorgfältiger Überwachung (EKG, Blutdruck) angewendet werden sollte.
Verapamil kann nicht mittels Hämodialyse entfernt werden.
Eingeschränkte Leberfunktion
Bei stark eingeschränkter Leberfunktion nur mit Vorsicht anwenden (siehe auch Hinweise zur eingeschränkten Leberfunktion im Abschnitt 4.2).
Sonstige Bestandteile
Natrium
Verapamil AbZ enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d. h. es ist nahezu
„natriumfrei“.
In-vitro-Studien haben gezeigt, dass Verapamil durch die Cytochrom-P450-Isoenzyme CYP3A4, CYP1A2, CYP2C8, CYP2C9 und CYP2C18 metabolisiert wird. Für Inhibitoren von CYP3A4, die erhöhte Plasmaspiegel von Verapamilhydrochlorid verursachten, wurden klinisch signifikante Interaktionen gemeldet; Induktoren von CYP3A4 hingegen haben die Plasmaspiegel von Verapamilhydrochlorid gesenkt. Patienten sollten daher hinsichtlich Wechselwirkungen beobachtet werden.
Verapamil hemmt CYP3A4 und P-Glycoprotein (P-gp). Die gleichzeitige Gabe von Verapamil und einem Begleitarzneimittel, dass überwiegend über CYP3A4 metabolisiert wird oder ein P-gp Substrat darstellt, kann zu einer Erhöhung der Wirkstoffkonzentration des Begleitarzneimittels führen, sodass daraus eine verstärkte oder verlängerte therapeutische Wirkung und eine Zunahme der Nebenwirkungen des Begleitarzneimittels resultieren.
Die folgende Tabelle enthält einige mögliche pharmakokinetische Interaktionen:
| Begleitmedikation | Mögliche Wirkung auf Verapamil oder die Begleitmedikation | Bemerkung |
| Alphablocker | ||
| Prazosin | cmax von Prazosin ↑ (~40 %), kein Effekt auf die Halbwertzeit | Additiver blutdrucksenkender Effekt |
| Terazosin | ↑ der AUC (~ 24 %)und cmax (~ 25 %) von Terazosin | Additiver blutdrucksenkender Effekt |
| Antiarrhythmika |
| Flecainid | Minimaler Effekt auf Plasmaclearance von Flecainid (< ~ 10 %); kein Effekt auf die Plasmaclearance vonVerapamil | Weitere Informationen siehe unter Abschnitt 4.4 - Antiarrhythmika, Betablocker und Inhalationsanästhetika. |
| Chinidin | Clearance von oralemChinidin ↓ (~ 35 %) | Hypotonie.Bei Patienten mit einer hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie kann einLungenödem auftreten. |
| Amiodaron | Erhöhung des Amiodaron-Plasmaspiegels | |
| Antiasthmatika | ||
| Theophyllin | Orale und systemische Clearance von Theophyllin ↓ um ~ 20% | Die Reduktion der Theophyllin-Clearance war bei Rauchern weniger starkausgeprägt (~ 11 %). |
| Antikonvulsiva/Antiepileptika | ||
| Carbamazepin | AUC vonCarbamazepin ↑ (~ 46%) bei Patienten mit refraktorischer partieller Epilepsie.Senkung desVerapamilhydrochlorid-Plasmaspiegels | Erhöhte Carbamazepinspiegel. Dies kann Carbamazepin-Nebenwirkungen wie Diplopie, Kopfschmerzen, Ataxie oderSchwindel/Benommenheit auslösen. |
| Phenytoin | Verapamil-Plasmakonzentrationen↓ | |
| Antidepressiva | ||
| Imipramin | AUC von Imipramin ↑(~ 15 %).Erhöhung desVerapamilhydrochlorid-Plasmaspiegels | Keine Auswirkung auf die Spiegel des aktiven Metaboliten Desipramin. |
| Antidiabetika | ||
| Glibenclamid | cmax (~ 28 %) und AUC von Glibenclamid ↑ (~ 26 %).Erhöhung des Verapamilhydrochlorid-Plasmaspiegels | |
| Metformin | Die gleichzeitige Anwendung von Verapamil und Metformin kann die Wirksamkeit von Metforminbeeinträchtigen. | |
| Antikoagulanzien |
| Dabigatran | ↑ der AUC (bis zu 150%) und cmax (bis zu 180%) von Dabigatran | Das Blutungsrisiko kann erhöht sein. Die Dabigatran-Dosis sollte reduziert werden (siehe Produktinformation des Herstellers). WeitereInformationen siehe unten. |
| Mittel gegen Gicht | ||
| Colchicin | ↑ von AUC (~ 2,0-fach) und cmax (~ 1,3-fach) von Colchicin | Reduktion der Colchicin-Dosis (die gleichzeitige Einnahme von Colchicin mit Verapamilhydrochloridwird nicht empfohlen). |
| Antiinfektiva | ||
| Clarithromycin | Möglicherweise ↑ derVerapamil-Spiegel | |
| Erythromycin | Möglicherweise ↑ derVerapamil-Spiegel | |
| Rifampicin | Bei oraler Gabe von Verapamil ↓ der AUC (~ 97 %), cmax (~ 94 %) und oralen Bioverfügbarkeit (~ 92%) von Verapamil. Keine Änderung der PK bei intravenöser Gabevon Verapamil. | Blutdrucksenkender Effekt möglicherweise verringert. |
| Telithromycin | Möglicherweise ↑ derVerapamil-Spiegel | |
| Antineoplastika | ||
| Doxorubicin | Bei oraler Gabe von Verapamil ↑ der AUC (104 %) und cmax (61%) von Doxorubicin. | Bei Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom. |
| Keine signifikanten Änderungen der PK von Doxorubicin bei intravenöser Anwendung vonVerapamil. | Bei Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren. | |
| Azol-Fungistatika | ||
| Clotrimazol | Erhöhung des Verapamilhydrochlorid-Plasmaspiegels | |
| Ketoconazol | Erhöhung desVerapamilhydrochlorid-Plasmaspiegels | |
| Itraconazol | Erhöhung desVerapamilhydrochlorid-Plasmaspiegels | |
| Barbiturate | ||
| Phenobarbital | Clearance von oralemVerapamil ↑ (~ 5-fach) |
| Benzodiazepine und andere Anxiolytika | ||
| Buspiron | AUC und cmax von Buspiron ↑ (~ 3,4-fach). Erhöhung des Verapamilhydrochlorid-Plasmaspiegels. | |
| Midazolam | AUC (~ 3-fach) und cmax (~ 2-fach) von Midazolam ↑.Erhöhung desVerapamilhydrochlorid-Plasmaspiegels. | |
| Betablocker | ||
| Metoprolol | Bei Patienten mit Angina pectoris ↑ der AUC (~ 32,5 %) undcmax (~ 41 %) von Metoprolol.Erhöhung desVerapamilhydrochlorid-Plasmaspiegels. | Siehe Abschnitt 4.4. |
| Propranolol | Bei Patienten mit Angina pectoris ↑ der AUC (~ 65 %) und cmax (~ 94 %) von Propranolol.Erhöhung des Verapamilhydrochlorid-Plasmaspiegels. | Siehe Abschnitt 4.4. |
| Herzglykoside | ||
| Digitoxin | ↓ der Gesamtclearance von Digitoxin (~ 27 %) sowie der extrarenalenClearance (~ 29 %) | |
| Digoxin | Bei Gesunden: cmax von Digoxin ↑ (~ 44 %), c12 h von Digoxin ↑ (~ 53%), cSS von Digoxin ↑(~ 44 %) und AUC vonDigoxin ↑ (~ 50 %). | Reduzieren der Digoxin-Dosis.Siehe auch Abschnitt 4.4. |
| H2-Rezeptor-Antagonisten | ||
| Cimetidin | AUC ↑ von R- (~ 25 %) und S-Verapamil (~ 40%) mit korrespondierender ↓ der Clearance von R-und S-Verapamil | Cimetidin reduziert die Verapamil-Clearance nach intravenöser Gabe von Verapamil. |
| Immunologika/Immunsuppressiva | ||
| Ciclosporin | AUC, cSS, cmax vonCiclosporin ↑ (~ 45 %) | |
| Everolimus | Everolimus-AUC ↑ (~3,5-fach), cmax ↑ (~ 2,3- | MöglicherweiseKonzentrationsbestimmung |
| fach), Verapamil: ctrough↑ (~ 2,3-fach) | und Dosisanpassung vonEverolimus erforderlich. | |
| Sirolimus | Sirolimus-AUC ↑ (~ 2,2-fach); S-Verapamil-AUC ↑ (~ 1,5-fach) | Möglicherweise Konzentrationsbestimmung und Dosisanpassung vonSirolimus erforderlich. |
| Tacrolimus | Tacrolimus-Spiegelmöglicherweise ↑ | |
| Lipidsenker/HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren | ||
| Atorvastatin | Möglicher ↑ der Atorvastatin-Spiegel. AUC von Verapamil ↑(~ 43 %) | Weitere Informationen siehe unten. |
| Lovastatin | Möglicher ↑ der Lovastatin-Spiegel. AUC (~ 63 %) und cmax (~ 32 %) von Verapamil↑ | Weitere Informationen siehe unten. |
| Simvastatin | AUC (~ 2,6-fach) und cmax (~ 4,6-fach) vonSimvastatin ↑ | Weitere Informationen siehe unten. |
| Serotoninrezeptor-Agonisten | ||
| Almotriptan | AUC (~ 20 %) und cmax (~ 24 %) von Almotriptan ↑.Erhöhung des Verapamilhydrochlorid-Plasmaspiegels | |
| Urikosurika | ||
| Sulfinpyrazon | Orale Clearance von Verapamil ↑ (~ 3-fach), Bioverfügbarkeit ↓ (~ 60 %).Keine Änderung der PK bei intravenöser Anwendung vonVerapamil. | Blutdrucksenkende Wirkung möglicherweise reduziert. |
| Andere kardiale Behandlungsmittel | ||
| Ivabradin | ↑ der AUC vonIvabradin | Die gleichzeitige Anwendung von Verapamil mit Ivabradin ist kontraindiziert aufgrund des zusätzlichen Effekts von Verapamil auf die Herzfrequenzsenkung durch Ivabradin. (SieheAbschnitt 4.3.). |
| Andere | ||
| Grapefruitsaft | ↑ der AUC von R- (~ 49%) bzw. S-Verapamil (~ 37 %) | Eliminationshalbwertzeit und renale Clearance nicht betroffen.Während der Anwendung von Verapamil sollten |
| ↑ der cmax von R- (~ 75%) bzw. S-Verapamil (~ 51 %) | grapefruithaltige Speisen und Getränke gemiedenwerden. | |
| Johanniskraut | ↓ der AUC von R- (~ 78%) bzw. S-Verapamil (~ 80 %) mit korrespondierenderSenkung der cmax |
Weitere Wechselwirkungen und zusätzliche Informationen:
Antivirale Arzneimittel gegen HIV
Aufgrund des hemmenden Potentials einiger antiviraler HIV-Arzneimittel, wie etwa Ritonavir, können sich die Plasmakonzentrationen von Verapamil erhöhen. Sie sollten daher mit Vorsicht angewendet, und die Dosis von Verapamil sollte ggf. gesenkt werden.
Ebenso kann Verapamilhydrochlorid durch eine Beeinflussung des Abbaus zu einer Erhöhung des Plasmaspiegels dieser Arzneimittel führen.
Lithium
Bei gleichzeitiger Therapie mit Verapamilhydrochlorid und Lithium wurde eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber den Lithium-Effekten (Neurotoxizität) gemeldet; die Lithiumspiegel waren dabei unverändert oder stiegen an.
Die Gabe von Verapamilhydrochlorid hat jedoch auch zur Senkung der Lithiumspiegel im Serum von Patienten, die dauerhaft oral mit Lithium behandelt wurden, geführt. Patienten, die beide Wirkstoffe erhalten, sollten daher engmaschig beobachtet werden.
Muskelrelaxantien
Sowohl klinische wie auch tierexperimentelle Daten zeigen, dass Verapamilhydrochlorid möglicherweise die Wirkungen von Muskelrelaxantien verstärken kann (Curare-Typ sowie depolarisierende). Es kann daher erforderlich werden, die Verapamildosis und/oder die Dosis des Muskelrelaxans zu verringern, wenn beide zusammen verabreicht werden.
Acetylsalicylsäure Verstärkte Blutungsneigung.
Dabigatran
Wenn orales Verapamil zusammen mit Dabigatranetexilat (150 mg), einem Substrat von P-gp, verabreicht wurde, waren Cmax und die AUC von Dabigatran erhöht, wobei aber der Umfang dieser Veränderungen vom Zeitabstand der Verabreichungen und der Formulierung des Verapamils abhing. Wenn Verapamil 120 mg in schnell freisetzender Formulierung eine Stunde vor einer Einzeldosis von Dabigatranetexilat verabreicht wurde, waren Cmax des Dabigatran um etwa 180 % und die AUC um etwa 150 % erhöht. Keine bedeutenden Wechselwirkungen wurden beobachtet, wenn Verapamil 2 Stunden nach Dabigatranetexilat verabreicht wurde (Erhöhung von Cmax um ca. 10 % und der AUC um ca. 20 %). Eine engmaschige klinische Überwachung wird empfohlen, wenn Verapamil mit Dabigatranetexilat kombiniert wird, insbesondere beim Auftreten von Blutungen, vor allem bei Patienten mit einer milden bis mäßigen Niereninsuffizienz.
Andere direkte orale Antikoagulantien (DOACs)
Inhibitoren sowohl von CYP3A4 als auch von P-gp, wie Verapamil, können die Plasmakonzentration von DOACs in einem klinisch relevanten Ausmaß erhöhen. Insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren deuten einige Daten auf eine mögliche Zunahme des Blutungsrisikos hin. Bei gleichzeitiger Gabe mit Verapamil muss ggf. die Dosis der DOACs reduziert werden (siehe Dosieranweisungen in den informativen Texten der DOACs).
Ethanol (Alkohol)
Verzögerung des Ethanolabbaus und Erhöhung der Ethanolplasmaspiegel, somit Verstärkung der Alkoholwirkung durch Verapamil.
HMG-CoA-Reduktase-Hemmer (Statine)
Bei Patienten, die Verapamil einnehmen, sollte die Behandlung mit einem HMG-CoA-Reduktase-Hemmer (z. B. Simvastatin, Atorvastatin oder Lovastatin) mit der geringsten möglichen Dosis begonnen und hochtitriert werden. Wird eine Behandlung mit Verapamil zu einer bestehenden Therapie mit HMG-CoA-Reduktase-Hemmern (z. B. Simvastatin, Atorvastatin oder Lovastatin) hinzugefügt, sollte an eine Reduktion der Statin-Dosis gedacht werden, wobei gegen die Serum-Cholesterin-Konzentration zurück zu titrieren ist.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Verapamil und Simvastatin in höheren Dosen ist das Risiko einer Myopathie/Rhabdomyolyse erhöht. Die Simvastatindosis sollte entsprechend angepasst werden (siehe Produktinformation des Herstellers; siehe auch Abschnitt 4.4).
Fluvastatin, Pravastatin und Rosuvastatin werden nicht über das Cytochrom-P450-Isoenzym 3A4 metabolisiert. Eine Wechselwirkung mit Verapamil ist weniger wahrscheinlich.
Antihypertensiva, Diuretika, Vasodilatatoren
Verstärkung des antihypertensiven Effekts mit dem Risiko eines übermäßigen Blutdruckabfalls.
Antiarrhythmika (z. B. Flecainid, Disopyramid), Betarezeptorenblocker (z. B. Metoprolol, Propranolol), Inhalationsanästhetika
Gegenseitige Verstärkung der kardiovaskulären Wirkungen (höhergradige AV-Blockierung, höhergradige Senkung der Herzfrequenz, Auftreten einer Herzinsuffizienz, verstärkte Blutdrucksenkung).
Die gleichzeitige intravenöse Applikation von Betarezeptorenblockern darf bei Patienten während der Behandlung mit intravenösen Verapamilhydrochlorid nicht erfolgen (Ausnahme Intensivmedizin; siehe auch Abschnitt 4.3). Die gleichzeitige Anwendung intravenösen Verapamilhydrochlorids und antiadrenerger Wirkstoffe kann zu einer übermäßigen Blutdrucksenkung führen. Insbesondere bei Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen wie z. B. schwerer Kardiomyopathie, kongestiver Herzinsuffizienz oder kürzlich erlittenem Herzinfarkt stieg bei gleichzeitiger Verabreichung intravenöser Betablocker oder Disopyramid zusammen mit intravenösem Verapamil das Risiko für diese Nebenwirkungen an, da beide Substanzklassen die Myokardkontraktilität und AV-Überleitung unterdrücken (siehe auch Abschnitt 4.8).
Schwangerschaft
Verapamilhydrochlorid ist plazentagängig. Die Plasmakonzentration im Nabelvenenblut beträgt 20-92 % der Plasmakonzentration des mütterlichen Blutes. Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen mit der Anwendung von Verapamilhydrochlorid während der Schwangerschaft vor. Daten über eine begrenzte Anzahl von oral behandelten Schwangeren lassen jedoch nicht auf teratogene Wirkungen von Verapamilhydrochlorid schließen. Tierexperimentelle Studien haben Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Daher soll Verapamilhydrochlorid im ersten und zweiten Trimenon der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Eine Einnahme im dritten Trimenon der Schwangerschaft darf nur bei zwingender Indikation unter Berücksichtigung des Risikos für Mutter und Kind erfolgen.
Verapamil kann jedoch eine Relaxation der Gebärmutter (tokolytischer Effekt) bewirken, was zum Geburtstermin berücksichtigt werden sollte.
Stillzeit
Verapamil geht in die Muttermilch über (Milchkonzentration ca. 23 % der mütterlichen Plasmakonzentration). Begrenzte Humandaten nach oraler Einnahme haben gezeigt, dass der
Säugling nur eine geringe Wirkstoffmenge aufnimmt (0,1 bis 1 % der mütterlichen Dosis) und daher die Einnahme von Verapamil mit dem Stillen möglicherweise vereinbar ist.
Ein Risiko für das Neugeborene/den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Wegen der Gefahr schwerwiegender Nebenwirkungen beim Säugling sollte Verapamil während der Stillzeit jedoch nur dann verwendet werden, wenn dies für das Wohlergehen der Mutter unbedingt notwendig ist.
Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass Verapamilhydrochlorid in Einzelfällen Hyperprolaktinämie und Galaktorrhoe verursachen kann.
Die Behandlung mit Verapamil AbZ bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle. Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermögen soweit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol. Verapamil kann möglicherweise den Blutspiegel von Alkohol erhöhen und seine Elimination verlangsamen, wodurch die Alkohol-Effekte verstärkt werden können.
Die Meldungen der nachfolgend genannten Nebenwirkungen von Verapamil stammen aus klinischen Studien, Erfahrungen nach Markteinführung oder klinischen Studien der Phase IV; sie werden nach Systemorganklasse sortiert.
Die Häufigkeitsangaben sind wie folgt definiert:
Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen Selten: kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen Sehr selten: kann bis zu 1 von 10000 Behandelten betreffen
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Schwindel- bzw. Benommenheitsgefühl, gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Verstopfung, abdominale Beschwerden), außerdem Bradykardie, Tachykardie, Palpitationen, Hypotonie, Flush, periphere Ödeme sowie Müdigkeit.
| MedDRA-Systemorgankl asse | häufig | gelegentlic h | selten | sehr selten | nicht bekannt |
| Erkrankungen desImmunsystems | Überempfindl ichkeit | ||||
| Erkrankungen des Nervensystems | Schwindel-bzw. Benommenheit sgefühl, Kopfschmerzen, Neurophatie | Parästhe sie, Tremor | Extrapyrami dale Symptome, Paralyse (Tetraparese)1, Krämpfe | ||
| Stoffwechsel-und | Verminder ung derGlukosetol | Hyperkaliämi e |
| Ernährungsstörungen | eranz | ||||
| PsychiatrischeErkrankungen | Nervosität | Somnolenz | |||
| Erkrankungen des Ohrsund desLabyrinths | Tinnitus | Vertigo | |||
| Herzerkrankun gen | Bradykardie, Entstehung einer Herzinsuffizie nz bzw.Verschlimmer ung einer vorbestehende n Herzinsuffizie nz, übermäßiger Blutdruckabfa llund/oder orthostatische Regulationsstörungen | Palpitatione n, Tachykardi e | AV-Block (I.,II., III.Grades), Herzinsuffizi enz, Sinusstillstan d, Sinusbradyka rdie, Asystolie | ||
| Gefäßerkranku ngen | Flush,Hypotonie | ||||
| Erkrank ungen der Atemwe ge, des Brustrau ms undMediastinums | Bronchospas mus, Dyspnoe | ||||
| Erkrankungen des Gastrointestina ltraktes | Verstopfung, Übelkeit | Abdominale Schmerzen | Erbreche n | Abdominale Beschwerden,Gingivahyper plasie, Ileus | |
| Leber- und Gallenerkrankun gen | Wahrschei nlich allergisch bedingte Hepatitis mit reversibler Erhöhung der leberspezif ischenEnzyme | ||||
| Erkrankungender Haut und | Erythromelalgie | Hyperhidrose | Photodermatitis | Angioödem, |
| des Unterhautzellge webes | Stevens-Johnson-Syndrom,Erythem a multifor me, Alopezie, Juckreiz, Pruritus, Purpura, makulop apulöse Exanthe me,Urtikaria | ||||
| Skelettmuskula tur-, Bindegewebs-und Knochenerkrank ungen | Verschlim merung einer Myasthenia gravis, eines Lambert-Eaton-Syndroms und einer fortgeschrit tenen Duchenne-Muskeldystrophie | Arthralgie, Muskelschwä che, Myalgie | |||
| Erkrankungender Niere und Harnwege | Niereninsuffi zienz | ||||
| Erkrankungen der Geschlechtsorg ane und der Brustdrüse | Erektile Dysfunkti on, Galaktorrh oe, Gynäkomastie | ||||
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| Untersuchunge n | Prolaktinwerte im Blut erhöht |
1Es gab einen einzelnen Postmarketing-Bericht über Paralyse (Tetraparese) in Verbindung mit der gemeinsamen Anwendung von Verapamil und Colchicin. Dies könnte dadurch verursacht worden sein, dass Colchicin infolge der Hemmung von CYP3A4 und P-gp durch Verapamil die Blut-Hirn-Schranke passiert hat. Siehe auch Abschnitt 4.5.
Hinweis
Bei Patienten mit Herzschrittmacher kann eine Erhöhung der Pacing- und Sensingschwelle unter Verapamilhydrochlorid nicht ausgeschlossen werden.
Bei Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen wie z. B. schwerer Kardiomyopathie, kongestiver Herzinsuffizienz oder kürzlich erlittenem Herzinfarkt stieg bei gleichzeitiger Verabreichung intravenöser Betablocker oder Disopyramid zusammen mit intravenösem Verapamil das Risiko schwerwiegende Nebenwirkungen an, da beide Substanzklassen eine kardiodepressive Wirkung haben (siehe auch Abschnitt 4.5).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.
Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Symptome einer Überdosierung
Die Intoxikationssymptome nach Vergiftungen mit Verapamilhydrochlorid verlaufen in Abhängigkeit von der zugeführten Menge, dem Zeitpunkt der Entgiftungsmaßnahmen und der kontraktilen Funktionsfähigkeit des Myokards (Altersabhängigkeit).
Folgende Symptome werden bei einer schweren Vergiftung mit Verapamil beobachtet: Akutes Atemnotsyndrom, schwerer Blutdruckabfall, Herzinsuffizienz, bradykarde oder tachykarde Herzrhythmusstörungen (z. B. junktionaler Rhythmus mit AV-Dissoziation und
höhergradigem AV-Block), die zum Herz-Kreislauf-Schock und Herzstillstand führen können. Bewusstseinstrübung bis zum Koma, Hyperglykämie, Hypokaliämie, metabolische Azidose, Hypoxie, kardiogener Schock mit Lungenödem, Beeinträchtigung der Nierenfunktion und Konvulsionen. Über Todesfälle wurde gelegentlich berichtet.
Therapiemaßnahmen bei Überdosierung
Therapeutisch stehen die Giftelimination und die Wiederherstellung stabiler Herz-Kreislauf-Verhältnisse im Vordergrund.
Die Therapiemaßnahmen richten sich nach Zeitpunkt und Art der Verabreichung sowie nach Art und Schwere der Vergiftungssymptome.
Eine Magenspülung ist nach oraler Intoxikation mit Verapamilhydrochlorid anzuraten, auch noch später als 12 Stunden nach der Einnahme, falls keine Magen-Darm-Motilität (Darmgeräusche) nachweisbar ist. Bei Verdacht auf Vergiftung mit Retardpräparaten sind umfangreiche Eliminationsmaßnahmen indiziert, wie induziertes Erbrechen, Absaugen von Magen- und Dünndarminhalt unter endoskopischer Kontrolle, Darmspülung, Abführen, hohe Einläufe.
Eine Hämodialyse ist wegen fehlender Dialysierbarkeit von Verapamilhydrochlorid nicht sinnvoll, eine Hämofiltration und evtl. eine Plasmapherese (hohe Plasmaeiweißbindung der Calcium-Antagonisten) wird jedoch empfohlen.
Übliche intensivmedizinische Wiederbelebungsmaßnahmen, wie extrathorakale Herzmassage, Beatmung, Defibrillation bzw. Schrittmachertherapie.
Spezifische Maßnahmen
Beseitigung von kardiodepressorischen Effekten, von Hypotonie und Bradykardie. Bradykarde Herzrhythmusstörungen werden symptomatisch mit Atropin und/oder Beta-Sympathomimetika (Isoprenalin, Orciprenalin) behandelt, bei bedrohlichen bradykarden Herzrhythmusstörungen ist eine temporäre Schrittmachertherapie erforderlich. Eine Asystolie sollte mit den üblichen Methoden behandelt werden, einschließlich betaadrenerger Stimulation (Isoprenalin).
Als spezifisches Antidot gilt Calcium, z. B. 10-20 ml einer 10%igen Calciumgluconatlösung intravenös (2,25-4,5 mmol), erforderlichenfalls wiederholt oder als Dauertropfinfusion (z. B. 5 mmol/Stunde).
Die Hypotonie als Folge von kardiogenem Schock und arterieller Vasodilatation wird mit Dopamin (bis 25 µg/kg Körpergewicht/Minute), Dobutamin (bis 15 µg/kg Körpergewicht/Minute), Epinephrin bzw. Norepinephrin behandelt. Die Dosierung dieser Medikamente orientiert sich allein an der erzielten Wirkung. Der Serum-Calciumspiegel sollte hochnormal bis leicht erhöht gehalten werden. In der Frühphase wird aufgrund der arteriellen Vasodilatation zusätzlich Flüssigkeit substituiert (Ringer- oder Natriumchloridlösung).
Pharmakologische Eigenschaften - Verapamil 120 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Selektive Calciumkanalblocker mit vorwiegender Herzwirkung, Phenylalkylaminderivate, ATC-Code: C08DA01
Wirkmechanismus und pharmakodynamische Wirkungen
Verapamilhydrochlorid gehört zu der Gruppe der Calcium-Antagonisten. Diese Substanzen haben eine hemmende Wirkung auf den Calciumeinstrom durch Muskelzellmembranen.
Verapamilhydrochlorid wirkt auch als Calcium-Antagonist an der glatten Muskulatur, insbesondere im Bereich der Gefäße und des Magen-Darm-Traktes. Der Effekt auf die glatte Gefäßmuskulatur äußert sich in einer Vasodilatation. Verapamilhydrochlorid hat als Calcium-Antagonist auch einen deutlichen Effekt auf das Myokard. Die Wirkung auf den AV-Knoten äußert sich in einer Verlängerung der Überleitungszeit. Im Bereich des Arbeitsmyokards kann es zu einem negativ inotropen Effekt kommen.
Beim Menschen verursacht Verapamilhydrochlorid infolge der Vasodilatation eine Abnahme des totalen peripheren Widerstandes. Es kommt zu keiner reflektorischen Zunahme des Herzminutenvolumens. Dementsprechend sinkt der Blutdruck.
Verapamilhydrochlorid ist ein Racemat aus gleichen Anteilen des R- und des S-Enantiomers. Verapamil wird weitgehend verstoffwechselt. Norverapamil ist einer von 12 Metaboliten, die im Urin detektiert werden können; es hat 10 bis 20 % der pharmakologischen Aktivität von Verapamil und macht 6 % des ausgeschiedenen Wirkstoffes aus.
Die Steady-State-Plasmakonzentrationen von Norverapamil und Verapamil sind vergleichbar. Nach mehrmals täglicher Gabe wird der Steady State nach drei bis vier Tagen erreicht.
Resorption
Nach oraler Gabe werden mehr als 90 % des Verapamils schnell aus dem Dünndarm resorbiert. Die mittlere systemische Verfügbarkeit der unveränderten Substanz nach einer Einzelgabe von nicht retardiertem Verapamil beträgt 22 %, bei retardiertem Verapamil sind es etwa 32 %; der Grund ist ein ausgeprägter hepatischer First-pass-Effekt.
Die Bioverfügbarkeit bei wiederholter Gabe ist etwa zwei Mal höher. Nach Gabe von nicht retardiertem Verapamil werden die maximalen Plasmaspiegel nach ein bis zwei Stunden erreicht, nach Gabe von retardiertem Verapamil nach vier bis fünf Stunden. Die maximalen
Plasmakonzentrationen von Norverapamil werden nach einer Stunde (nicht retardiert) bzw. nach fünf Stunden (retardiert) erreicht.
Die Einnahme mit einer Mahlzeit hat keine Auswirkungen auf die Bioverfügbarkeit von Verapamil.
Verteilung
Verapamil wird in den Körpergeweben weitgehend verteilt, das Verteilungsvolumen beträgt beim Gesunden 1,8 bis 6,8 l/kg. Verapamil wird zu 90 % an Plasmaproteine gebunden.
Biotransformation
Verapamil wird extensiv verstoffwechselt. In-vitro-Studien zeigen, dass Verapamil durch die Cytochrom-P450-Isoenzyme CYP3A4, CYP1A2, CYP2C8, CYP2C9 und CYP2C18 verstoffwechselt wird. Bei gesunden Männern wird oral aufgenommenes Verapamil weitgehend in der Leber metabolisiert; 12 Metabolite wurden identifiziert, die meisten allerdings nur in Spuren. Der größte Teil der Metabolite besteht aus verschiedenen N- und O-dealkylierten Abbauprodukten von Verapamil. Von diesen hat nur das Norverapamil eine nennenswerte pharmakologische Wirkung (etwa 20 % von derjenigen der Muttersubstanz); dies wurde in einer Studie an Hunden beobachtet.
Elimination
Nach intravenöser Infusion wird Verapamil schnell bi-exponentiell eliminiert, mit einer schnelleren frühen Distributionsphase (Halbwertzeit etwa vier Minuten) und einer langsameren terminalen Eliminationsphase (Halbwertzeit zwei bis fünf Stunden).
Nach oraler Gabe beträgt die Eliminationshalbwertzeit von Verapamil drei bis sieben Stunden. Etwa 50 % der verabreichten Dosis wird innerhalb von 24 Stunden renal eliminiert, 70 % innerhalb von fünf Tagen. Bis zu 16 % werden mit den Faeces ausgeschieden. Etwa 3 bis 4 % des renal ausgeschiedenen Wirkstoffs wird in seiner unveränderten Form ausgeschieden. Die Gesamtclearance von Verapamil ist in etwa so groß wie der hepatische Blutfluss, etwa 1 l/h/kg (Spanne: 0,7 bis 1,3 l/h/kg).
Es gibt große interindividuelle Unterschiede in der Clearance.
Besondere Patientengruppen
Pädiatrie
Für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen sind nur begrenzte Daten zur Pharmakokinetik verfügbar. Nach intravenöser Gabe betrug die mittlere Halbwertzeit 9,17 Stunden, die durchschnittliche Clearance betrug 30 l/h, während sie bei einem 70 kg schweren Erwachsenen 70 l/h beträgt. Die Plasmakonzentrationen im Steady State nach oraler Gabe scheinen bei Kindern niedriger zu sein als bei Erwachsenen.
Ältere Patienten
Bei Patienten mit Bluthochdruck kann das Alter die pharmakokinetischen Effekte möglicherweise beeinflussen. Die Eliminationshalbwertzeit kann bei älteren Patienten verlängert sein. Die blutdrucksenkende Wirkung von Verapamil ist altersunabhängig.
Eingeschränkte Nierenfunktion
Eine Einschränkung der Nierenfunktion hat keinen Effekt auf die Pharmakokinetik von Verapamil; dies wurde in Vergleichsstudien an Patienten mit Nierenversagen im Endstadium und Patienten mit gesunden Nieren gezeigt.
Durch Hämodialyse können Verapamil und Norverapamil nicht entfernt werden.
Eingeschränkte Leberfunktion
Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist die Halbwertzeit von Verapamil verlängert; der Grund ist die niedrigere Clearance der oral aufgenommenen Substanz und das erhöhte Verteilungsvolumen.
Pharmazeutische Angaben - Verapamil 120 mg
Verapamil AbZ 40/120 mg Filmtabletten Mikrokristalline Cellulose Maisquellstärke, teilverzuckert Maisstärke
Croscarmellose-Natrium Talkum
Hochdisperses Siliciumdioxid Magnesiumstearat (Ph.Eur.) Hypromellose
Glycerol 85 %
Verapamil AbZ 80 mg Filmtabletten Mikrokristalline Cellulose Maisstärke
Vorverkleisterte Stärke (Maisstärke) Croscarmellose-Natrium
Talkum
Hochdisperses Siliciumdioxid Magnesiumstearat (Ph.Eur.) Hypromellose
Glycerol 85 %
Für diese Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
PVC -Aluminium-Blisterpackungen
Packung mit 20 Filmtabletten Packung mit 50 Filmtabletten
Packung mit 100 Filmtabletten
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.