Azur® compositum 600 mg/50 mg/40 mg Zäpfchen
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Azur® 600 mg/50 mg/40 mg
Azur compositum Zäpfchen sind indiziert für Patienten ab 14 Jahren zur Behandlung von akuten mä-ßig starken Schmerzen, für die angenommen wird, dass sie durch andere Analgetika wie z. B. Parace-tamol oder Ibuprofen (alleine) nicht gelindert werden.
Dosierung
Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahre führen jeweils 1 Zäpfchen Azur compositum ein, wenn er-forderlich, bis zu 4-mal täglich (in der Regel im Abstand von 6 bis 8 Stunden).
Paracetamol wird in Abhängigkeit von Körpergewicht und Alter dosiert (in der Regel mit 10 bis 15 mg/kg KG als Einzeldosis). Bezogen auf den Paracetamol-Anteil der fixen Kombination dürfen 60 mg/kg Köpergewicht (KG) als Tagesgesamtdosis nicht überschritten werden.
Bezogen auf den Codein-Anteil der fixen Kombination ergibt sich daraus eine maximale Tagesdosis von 160 mg Codeinphosphat-Hemihydrat (entsprechend 4 Zäpfchen).
Das jeweilige Dosierungsintervall richtet sich nach der Symptomatik und der maximalen Tagesge-samtdosis. Es sollte 6 Stunden nicht unterschreiten.
| Körpergewicht Alter | Einzeldosisin Anzahl der Zäpfchen | max. Tagesdosisin Anzahl der Zäpfchen |
| ab 43 kg Jugendliche (ab14 J.) und Erwach-sene | 1 Zäpfchen(entsprechend 600 mg Paracetamol,50 mg Coffein und 40 mg Codein-phosphat-Hemihydrat) | 4 Zäpfchen(entsprechend 2400 mg Paracetamol, 200 mgCoffein und 160 mg Codeinphosphat-Hemihyd-rat) |
Die maximale Anwendungsdauer sollte auf drei Tage begrenzt sein. Wenn keine ausreichende Schmerzlinderung erzielt wird, sollte den Patienten/ Betreuungspersonen dazu geraten werden, einen Arzt aufzusuchen.
Art der AnwendungDie Zäpfchen werden möglichst nach dem Stuhlgang tief in den After eingeführt. Zur Verbesserung der Gleitfähigkeit evtl. Zäpfchen in der Hand erwärmen oder ganz kurz in heißes Wasser tauchen.
Behandlungsziele und Beendigung der Behandlung
Vor Beginn der Behandlung mit Azur compositum sollte eine Behandlungsstrategie, einschließlich Behandlungsdauer und Behandlungszielen sowie ein Plan für das Behandlungsende gemeinsam mit dem Patienten und in Übereinstimmung mit den Leitlinien zur Schmerztherapie vereinbart werden. Während der Behandlung sollte ein häufiger Kontakt zwischen Arzt und Patient stattfinden, um die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung zu beurteilen, die Beendigung der Behandlung in Erwägung zu ziehen und die Dosis bei Bedarf anzupassen. Wenn ein Patient die Behandlung mit Codein nicht mehr benötigt, kann es ratsam sein, die Dosis schrittweise zu reduzieren, um Entzugs-erscheinungen zu vermeiden. Bei unzureichender Schmerzkontrolle sollte die Möglichkeit einer Hyperalgesie, einer Gewöhnung (Toleranz) und einer Progression der Grunderkrankung in Erwä-gung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Dauer der AnwendungDie Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein und die Patienten/Betreuer sollten angewiesen werden, einen Arzt um Rat zu fragen, wenn keine ausreichende Schmerzlinderung erreicht wird.
Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt.
Kinder im Alter von unter 12 JahrenCodein darf bei Kindern im Alter von unter 12 Jahren wegen des Risikos einer Opioidvergiftung auf Grund der variablen und unvorhersehbaren Verstoffwechselung von Codein zu Morphin nicht ange-wendet werden (siehe Abschnitte 4.3, bei Kindern unter 14 Jahren kontraindiziert, und 4.4).
Azur compositum ist kontraindiziert bei:
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Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile;
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schwerer hepatozellulärer Insuffizienz (Child-Pugh > 9);
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schwerer Ateminsuffizienz;
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Pneumonie;
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akutem Asthmaanfall;
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nahender Geburt;
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drohender Frühgeburt;
-
Kindern unter 14 Jahren;
-
bei allen Kindern und Jugendlichen (0-18 Jahre), die sich einer Tonsillektomie und/oder Adenoto-mie zur Behandlung eines obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms unterziehen müssen, auf Grund eines erhöhten Risikos zur Ausbildung von schwerwiegenden und lebensbedrohlichen Nebenwir-kungen (siehe Abschnitt 4.4);
-
Frauen während der Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6);
-
Patienten, für die bekannt ist, dass sie vom CYP2D6-Phänotyp ultraschnelle Metabolisierer sind.
Um das Risiko einer Überdosierung zu vermeiden, sollte sichergestellt werden, dass gleichzeitig ein-genommene Medikamente kein Paracetamol oder Codein enthalten.
Azur compositum sollte nur unter strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses angewendet werden bei:
-
Abhängigkeit von Opioiden;
-
Bewusstseinsstörungen;
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Zuständen mit erhöhtem Hirndruck;
-
gleichzeitiger Anwendung von MAO-Hemmern;
-
chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung;
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Hyperthyreose (Gefahr der Coffein-Nebenwirkungen);
-
Arrhythmien (Gefahr der Verstärkung von Tachykardien und Extrasystolen);
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Angstsyndromen (Gefahr der Verstärkung).
Dosisreduktion oder Verlängerung des Dosierungsintervalls sind erforderlich bei:
-
Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh < 9);
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chronischem Alkoholmissbrauch;
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Gilbert-Syndrom (Meulengracht-Krankheit);
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schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min)und Dialysepatienten.
Risiken einer gleichzeitigen Anwendung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln
Die gleichzeitige Anwendung von Azur compositum und sedierenden Arzneimitteln, wie Benzodiaze-pinen oder verwandten Arzneimitteln kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen.
Aufgrund dieser Risiken ist die gleichzeitige Verschreibung mit diesen sedierenden Arzneimitteln nur bei den Patienten angebracht, für die es keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Wenn den-noch eine gleichzeitige Verschreibung von Azur compositum zusammen mit Sedativa für notwendig erachtet wird, sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden und die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein.
Die Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung überwacht werden. In diesem Zusammenhang wird dringend empfohlen, Patienten und ihre Bezugs-personen über diese Symptome zu informieren (siehe Abschnitt 4.5).
CYP2D6-Metabolismus
Codein wird durch das Leberenzym CYP2D6 zu Morphin, seinem aktiven Metaboliten, umgewandelt. Wenn bei einem Patienten ein Mangel an diesem Enzym besteht oder er dieses gar nicht besitzt, wird eine adäquate analgetische Wirkung nicht erreicht werden. Es wird geschätzt, dass bis zu 7 % der kau-kasischen Bevölkerung diesen Mangel aufweisen. Wenn der Patient jedoch ein extensiver oder ultra-schneller Metabolisierer ist, besteht ein erhöhtes Risiko, dass er selbst bei üblicherweise verschriebe-nen Dosen die Nebenwirkungen einer Opioidvergiftung entwickelt. Diese Patienten wandeln Codein sehr rasch zu Morphin um, was höhere als die zu erwartenden Morphin-Plasmaspiegel zur Folge hat. Allgemeine Symptome einer Opioidvergiftung umfassen Verwirrtheit, Somnolenz, flache Atmung, enge Pupillen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Appetitlosigkeit. In schweren Fällen kann dies auch die Symptome einer Kreislauf- und Atemdepression beinhalten, was lebensbedrohlich und in sehr seltenen Fällen tödlich sein kann.
Schätzungen für die Prävalenz von ultraschnellen Metabolisierern in unterschiedlichen Bevölkerungs-gruppen sind im Folgenden zusammengefasst:
Bevölkerungsgruppe Prävalenz % Afrikaner/Äthiopier 29 % Afroamerikaner 3,4 % bis 6,5 % Asiaten 1,2 % bis 2 % Kaukasier 3,6 % bis 6,5 % Griechen 6,0 % Ungarn 1,9 % Nordeuropäer 1 % bis 2 % Daher sollte zu Beginn der Behandlung die individuelle Reaktion des Patienten auf das Medikament kontrolliert werden, um eventuelle relative Überdosierungen schnell erkennen zu können. Dies gilt insbesondere für ältere Patienten, bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei Atemfunktionsstörun-gen.
Fälle von metabolischer Azidose mit vergrößerter Anionenlücke (HAGMA) aufgrund von Pyroglu-taminsäure-(5-Oxoprolin-)Azidose wurden bei Patienten mit schweren Erkrankungen, wie schwe-rer Nierenfunktionsstörung und Sepsis, oder bei Patienten mit Mangelernährung oder anderen Ur-sachen für Glutathionmangel (z. B. chronischer Alkoholismus) berichtet, die mit einer therapeuti-schen Dosis von Paracetamol über einen längeren Zeitraum oder mit einer Kombination von Para-cetamol und Flucloxacillin behandelt wurden. Bei Verdacht auf HAGMA aufgrund einer Pyroglu-taminsäure-Azidose wird ein sofortiges Absetzen von Paracetamol und eine engmaschige Überwa-chung empfohlen. Die Messung von Pyroglutaminsäure (5-Oxoprolin) im Urin kann nützlich sein, um Pyroglutaminsäure-Azidose als zugrunde liegende Ursache von HAGMA bei Patienten mit mehreren Risikofaktoren zu erkennen.
Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock) werden sehr selten beobachtet. Bei ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion nach Anwendung von Azur compositum muss die Therapie abgebrochen werden. Der Symptomatik entsprechende, medizinisch erforderliche Maßnahmen müssen durch fachkundige Personen eingeleitet
werden.
Ein Überschreiten der empfohlenen Dosis kann zu schweren Leberschäden führen.
Bei längerem hoch dosiertem, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch von Paracetamol können Kopf-schmerzen auftreten, die nicht durch erhöhte Dosen des Arzneimittels behandelt werden dürfen. In sol-chen Fällen darf ohne eine ärztliche Beratung keine weitere Einnahme des Schmerzmittels erfolgen.
Ganz allgemein kann die langfristige Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere bei Kombination mit Schmerzmitteln vom Typ der Antiphlogistika/Antipyretika, zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen.
Bei abruptem Absetzen nach längerem hoch dosiertem, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch von Analgetika können Kopfschmerzen sowie Müdigkeit, Muskelschmerzen, Nervosität und vegetative Symptome auftreten. Diese Absetzungssymptomatik klingt innerhalb weniger Tage ab. Bis dahin soll die Wiedereinnahme von Schmerzmitteln unterbleiben und die erneute Einnahme nicht ohne ärztli-chen Rat erfolgen.
Bei Hypotension und gleichzeitig bestehender Hypovolämie sollte dieses Arzneimittel nicht in höhe-ren Dosen eingesetzt werden.
Toleranz und Opioidgebrauchsstörung (Missbrauch und Abhängigkeit)
Bei wiederholter Anwendung von Opioiden wie Azur compositum können sich eine Toleranz, eine physische und psychische Abhängigkeit und eine Opioidgebrauchsstörung entwickeln. Die wieder-holte Anwendung von Azur compositum kann zu einer Opioidgebrauchsstörung führen. Eine hö-here Dosis und längere Dauer der Opioidbehandlung können das Risiko erhöhen, eine Opioidge-brauchsstörung zu entwickeln. Durch Missbrauch oder absichtliche Falschanwendung von Azur compositum kann es zu einer Überdosierung und/oder zum Tod kommen. Das Risiko, eine Opioid-gebrauchsstörung zu entwickeln, ist bei Patienten mit einer Substanzgebrauchsstörung (einschließ-lich Alkoholgebrauchsstörung) in der persönlichen oder familiären Vorgeschichte (Eltern oder Ge-schwister), bei Rauchern oder bei Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen in der persönli-chen Vorgeschichte (z. B. Major Depression, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen) er-höht.
Vor Beginn der Behandlung mit Azur compositum und während der Behandlung sollten die Be-handlungsziele und ein Plan für die Beendigung der Behandlung mit dem Patienten vereinbart wer-den (siehe Abschnitt 4.2). Vor und während der Behandlung sollte der Patient außerdem über die Risiken und Anzeichen einer Opioidgebrauchsstörung aufgeklärt werden. Den Patienten sollte ge-raten werden, sich bei Auftreten dieser Anzeichen mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen.
Die Patienten müssen auf Anzeichen für ein Suchtverhalten (drug-seeking behaviour) überwacht wer-den (z. B. zu frühe Anfrage nach Folgerezepten). Hierzu gehört auch die Überprüfung der gleichzeiti-
gen Anwendung von Opioiden und Psychopharmaka (wie Benzodiazepinen). Bei Patienten mit Anzei-chen und Symptomen einer Opioidgebrauchsstörung sollte die Konsultation eines Suchtspezialisten in Betracht gezogen werden.
Wie bei anderen Opioiden sollte im Falle einer unzureichenden Schmerzkontrolle nach Erhöhung der Codeindosis die Möglichkeit einer opioidinduzierten Hyperalgesie in Betracht gezogen werden. Eine Dosisreduktion oder Überprüfung der Behandlung kann erforderlich sein.
Codein-haltige Arzneimittel dürfen nur nach ärztlicher Verschreibung und unter ständiger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Eine Weitergabe der für den persönlichen Gebrauch verschriebenen Arzneimittel an Dritte ist nicht zu verantworten.
Leber- und Gallenerkrankungen
Codein kann eine Funktionsstörung und einen Spasmus des Sphincter Oddi verursachen, wodurch das Risiko für biliäre Störungen und Pankreatitis steigt. Daher muss Azur compositum bei Patienten mit Pankreatitis und Erkrankungen der Gallenwege mit Vorsicht angewendet werden.
Schlafbezogene Atmungsstörungen
Opioide können schlafbezogene Atemstörungen, einschließlich zentraler Schlafapnoe und schlafbezo-gener Hypoxämie, verursachen. Die Anwendung von Opioiden geht mit einer dosisabhängigen Erhö-hung des Risikos für eine zentrale Schafapnoe einher. Bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe sollte eine Reduzierung der Opioidgesamtdosis in Betracht gezogen werden.
Postoperative Anwendung bei Kindern
Es gibt Berichte in der veröffentlichten Literatur, dass Codein, das postoperativ bei Kindern nach einer Tonsillektomie und/oder Adenotomie zur Behandlung von obstruktiver Schlafapnoe angewendet wurde, zu seltenen, aber lebensbedrohlichen Nebenwirkungen, einschließlich Todesfällen, geführt hat (siehe auch Abschnitt 4.3). Alle Kinder erhielten Dosen von Codein, die innerhalb des angemessenen Dosie-rungsbereichs lagen; es gibt jedoch Hinweise darauf, dass diese Kinder entweder ultraschnelle oder ex-tensive Metabolisierer bezüglich ihrer Fähigkeit zur Metabolisierung von Codein zu Morphin waren.
Kinder mit eingeschränkter Atemfunktion
Codein wird nicht empfohlen zur Anwendung bei Kindern, deren Atemfunktion möglicherweise be-einträchtigt ist, einschließlich durch neuromuskuläre Störungen, schwere Herz- oder Atemwegserkran-kungen, Infektionen der oberen Atemwege oder Lungeninfektionen, Polytraumen oder umfangreiche operative Eingriffe. Diese Faktoren können die Symptome einer Morphinvergiftung verschlimmern.
Paracetamol:
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Die Einnahme von Probenecid hemmt die Bindung von Paracetamol an Glucuronsäure und führt dadurch zu einer Reduzierung der Paracetamol-Clearance um ungefähr den Faktor 2. Bei gleich-zeitiger Einnahme von Probenecid sollte die Paracetamoldosis verringert werden.
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Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die zur Enzyminduktion in der Leber führen, wie z. B. bestimmte Schlafmittel und Antiepileptika (u. a. Phenobarbital, Phenytoin, Carbamaze-pin) sowie Rifampicin, können auch durch sonst unschädliche Dosen von Paracetamol Leberschä-den hervorgerufen werden.
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Gleiches gilt für potentiell hepatotoxische Substanzen, wie z. B. Imatinib, sowie für Alkoholmiss-brauch.
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Bei gleichzeitiger Anwendung von Paracetamol und Zidovudin (AZT oder Retrovir) wird die Neigung zur Ausbildung einer Neutropenie verstärkt. Dieses Arzneimittel soll daher nur nach ärztlichem Anraten gleichzeitig mit Zidovudin angewendet werden.
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Vorsicht ist geboten, wenn Paracetamol gleichzeitig mit Flucloxacillin angewendet wird, da die gleichzeitige Anwendung mit einer metabolischen Azidose mit vergrößerter Anionenlücke aufgrund einer Pyroglutaminsäure-(5-Oxoprolin-)Azidose in Zusammenhang gebracht wurde, insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren (siehe Abschnitt 4.4).
Auswirkungen auf Laborwerte:
Die Einnahme von Paracetamol kann die Harnsäurebestimmung mittels Phosphorwolframsäure sowie die Blutzuckerbestimmung mittels Glucose-Oxydase-Peroxydase beeinflussen.
Codein:
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Bei gleichzeitiger Anwendung anderer zentral dämpfender Arzneimittel wie Sedativa, Hypnotika oder Psychopharmaka (Phenothiazine, wie z. B. Chlorpromazin, Thioridazin, Perphenazin), sowie Antihistaminika (wie z. B. Promethazin, Meclozin), Antihypertonika, aber auch anderer Analge-tika sowie Alkohol kann die sedierende und atemdepressive Wirkung verstärkt werden.
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Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden zusammen mit sedierenden Arzneimitteln wie Ben-zodiazepine oder verwandte Arzneimittel, Gabapentinoiden (Gabapentin und Pregabalin) erhöht das Risiko von starker Sedierung, Atemdepression, Hypotonie, Koma und Tod aufgrund einer ad-ditiven ZNS-dämpfenden Wirkung. Die Dosis und Dauer der gleichzeitigen Anwendung sollten begrenzt werden (siehe Abschnitt 4.4).
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Alkohol ist bei der Behandlung mit diesem Arzneimittel zu meiden, da sich die psychomotorische Leistungsfähigkeit wesentlich vermindert (additive Wirkung der Einzelkomponenten).
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Unter trizyklischen Antidepressiva (Imipramin, Amitriptylin) sowie Opipramol kann eine codein-bedingte Atemdepression verstärkt werden.
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Bei gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern, wie z. B. Tranylcypromin, kann es zu einer Verstärkung der zentralnervösen Wirkung und zu anderen Nebenwirkungen in nicht vorhersehba-rem Ausmaß kommen. Dieses Arzneimittel darf daher erst zwei Wochen nach dem Ende einer Therapie mit MAO-Hemmern angewendet werden.
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Die Wirkung von Schmerzmitteln wird verstärkt. Bei gleichzeitiger Anwendung mit partiellen Opioid-agonisten/- antagonisten wie z. B. Buprenorphin, Pentazocin ist eine Wirkungsabschwä-chung des Arzneimittels möglich.
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Cimetidin und andere Arzneimittel, die den Leberstoffwechsel beeinflussen, können die Wirkung von Azur compositum verstärken. Unter Morphinbehandlung wurde eine Hemmung des Mor-phinabbaus mit konsekutiv erhöhten Plasmakonzentrationen beobachtet. Für Codein ist eine sol-che Wechselwirkung nicht auszuschließen.
Coffein:
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wirkt antagonistisch gegenüber den sedativen Wirkungen von Substanzen wie Barbituraten, Anthistaminika etc;
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wirkt synergistisch gegenüber den tachykarden Wirkungen von Sympathikomimetika, Thyroxin etc.;
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kann die analgetische Potenz von Paracetamol und einigen nichtsteroidalen Antiphlogistika stei-gern;
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setzt die Ausscheidung von Theophyllin herab;
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erhöht das Abhängigkeitspotential von Substanzen des Typs Ephedrin;
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Orale Kontrazeptiva, Cimetidin und Disulfiram vermindern den Coffein-Abbau in der Leber, Bar-biturate und Rauchen beschleunigen ihn.
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Gyrasehemmer des Chinoloncarbonsäure-Typs können die Elimination von Coffein und seinem Abbauprodukt Paraxanthin verzögern.
Schwangerschaft
Paracetamol
Eine große Datenmenge zu Schwangeren weist weder auf eine Fehlbildungen verursachende noch auf fetale/neonatale Toxizität hin. Epidemiologische Studien zur Neuroentwicklung von Kindern, die im Uterus Paracetamol ausgesetzt waren, weisen keine eindeutigen Ergebnisse auf. Falls klinisch erfor-derlich, kann Paracetamol während der Schwangerschaft angewendet werden. Es sollte jedoch mit der
geringsten wirksamen Dosis für den kürzest möglichen Zeitraum und mit der geringstmöglichen Häu-figkeit angewendet werden.
Codein
Beim Menschen wurde eine Assoziation zwischen Missbildung des Respirationstraktes und der An-wendung von Codein in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft festgestellt. Hinweise auf an-dere Missbildungen liegen auch aus epidemiologischen Studien mit Narkoanalgetika, einschließlich Codein vor.
Azur compositum darf daher während der Schwangerschaft, insbesondere während der ersten drei Mo-nate nur nach strenger Indikationsstellung und sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.
Bei nahender Geburt oder drohender Frühgeburt ist eine Anwendung von Azur compositum kontrain-diziert, da Codein die Plazentaschranke passiert und beim Neugeborenen zu Atemdepression führen kann.
Bei längerfristiger Einnahme von Codein kann sich eine Opioid-Abhängigkeit des Feten entwickeln. Berichte über Entzugssymptome bei Neugeborenen nach wiederholter Anwendung von Codein im letzten Trimenon der Schwangerschaft liegen vor.
Stillzeit
Paracetamol und Coffein werden in die Muttermilch ausgeschieden.
Codein darf während der Stillzeit nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).
Bei normalen therapeutischen Dosen können Codein und sein aktiver Metabolit in der Muttermilch in sehr geringen Konzentrationen vorhanden sein und es ist unwahrscheinlich, dass der gestillte Säugling nachteilig beeinflusst wird. Dennoch können bei Frauen, die vom CYP2D6 Phänotyp ultraschnelle Metabolisierer sind, höhere Konzentrationen des aktiven Metaboliten Morphin in der Muttermilch vor-kommen und in sehr seltenen Fällen kann dies zu Symptomen einer Opioidvergiftung beim Säugling bis hin zum Tod führen.
Das im Arzneimittel enthaltene Codein kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reakti-onsvermögen verändern, so dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen sowie das Ausüben gefahrvoller Tätigkeiten, beeinträchtigt wird.
Zu Beginn der Therapie kann es sehr häufig zu Reaktionen wie Übelkeit und Erbrechen kommen, die im Verlauf der Behandlung abklingen.
Ebenfalls sehr häufig können Obstipation, Müdigkeit und leichte Kopfschmerzen auftreten.
Nebenwirkungen wie Agranulozytose, Panzytopenie sowie schwere allergische Reaktionen bis hin zum Schock treten sehr selten auf. Schwere allergische Reaktionen der Haut einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom sowie allergische Thrombozytopenie und Leukozytopenie treten selten auf.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
| Sehr häufig(≥1/10) | Häufig(≥1/100 bis<1/10) | Gelegentlich(≥1/1.000 bis<1/100) | Selten(≥1/10.000 bis<1/1.000) | Sehr selten(<1/10.000) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbarenDaten nicht ab-schätzbar) |
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems | |||||
| allergische Thrombozyto-penie, Leuko-zytopenie | Agranulozy-tose, Panzyto-penie | ||||
| Erkrankungen des Immunsystems | |||||
| Überempfind-lichkeitsreakti-onen wie Quincke-Ödem, Atem-not, Schweiß-ausbruch, Übelkeit, Blut-druckabfall bis hin zumSchock | |||||
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen | |||||
| metabolische Azidose mit vergrößerterAnionenlücke | |||||
| Erkrankungen des Nervensystems | |||||
| Müdigkeit,leichte Kopf-schmerzen | Leichte Schläf-rigkeit | Schlafstörun-gen, innere Un-ruhe | Schwindelge-fühl | ||
| Erkrankungen des Ohres und des Labyrinths: | |||||
| Tinnitus | |||||
| Gefäßerkrankungen | |||||
| Bei der Ein-nahme hoher Dosen kommt es häufig zu Blutdruckab-fall, Synkopen | Tachykardie | ||||
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | |||||
| Kurzatmigkeit | Bronchospas-men (Analge-tika-Asthma) | ||||
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | |||||
| Übelkeit, Erb-rechen (initial),Obstipation | Mundtrocken-heit | Abdominal-schmerz, Pan-kreatitis | |||
| Leber- und Gallenerkrankungen | |||||
| Anstieg der le-berspezifischen Laborwerte(Anstieg der | Funktionsstö-rung des Sphinkter Oddi | ||||
| Sehr häufig(≥1/10) | Häufig(≥1/100 bis<1/10) | Gelegentlich(≥1/1.000 bis<1/100) | Selten(≥1/10.000 bis<1/1.000) | Sehr selten(<1/10.000) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbarenDaten nicht ab-schätzbar) |
| Lebertransa-minasen) | |||||
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | |||||
| Pruritus, Hautrötungen, allergische Exantheme, Urtikaria | schwere aller-gische Reaktio-nen einschließ-lich Stevens-Johnson-Syn-drom | ||||
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | |||||
| Gewichtszu-nahme | |||||
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Arzneimittelabhängigkeit
Die wiederholte Anwendung von Azur compositum kann, auch in therapeutischer Dosierung, zu einer Arzneimittelabhängigkeit führen. Das Risiko für eine Arzneimittelabhängigkeit kann je nach individuellen Risikofaktoren des Patienten, Dosierung und Dauer der Opioidbehandlung variieren (siehe Abschnitt 4.4).
Metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke
Bei Patienten mit Risikofaktoren, die Paracetamol einnahmen, wurden Fälle von metabolischer Azidose mit vergrößerter Anionenlücke aufgrund von Pyroglutaminsäure-(5 Oxoprolin-)Azidose beobachtet (siehe Abschnitt 4.4). Eine Pyroglutaminsäure-Azidose kann bei diesen Patienten in-folge eines niedrigen Glutathionspiegels auftreten.
Sehr selten gibt es Berichte über Rektalstenosen im Zusammenhang mit der chronischen und hochdo-sierten Anwendung von Paracetamol- bzw. Codein-haltigen Suppositorien.
Bei hohen Dosen, insbesondere bei vorher bestehenden Lungenfunktionsstörungen, kann sich ein Lun-genödem entwickeln.
Bei höheren Dosen oder besonders empfindlichen Patienten können dosisabhängig die visuomotori-sche Koordination und die Sehleistung verschlechtert sein. Ebenfalls können Atemdepression und Eu-phorie auftreten.
Hinweis:
Der Patient ist anzuhalten, bei ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion das Arzneimittel abzusetzen und sofort Kontakt mit einem Arzt aufzunehmen.
Es liegen keine Erkenntnisse vor, dass bei bestimmungsgemäßem Gebrauch durch die fixe Kombina-tion Umfang und Art der Nebenwirkungen der Einzelsubstanzen verstärkt oder im Spektrum erweitert werden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. An-gehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über
dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kie-singer-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.
Ein Intoxikationsrisiko besteht insbesondere bei älteren Menschen, kleinen Kindern, Personen mit Le-bererkrankungen, chronischem Alkoholmissbrauch, chronischer Fehlernährung und bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die zu einer Enzyminduktion führen oder die selbst hepatotoxisch sind, wie z. B. Imatinib. In diesen Fällen kann eine Überdosierung zum Tod führen.
Symptomatologie
Die Symptome einer Überdosierung von Azur compositum setzen sich aus den Symptomen der Intoxi-kationen mit den Einzelstoffen zusammen.
Paracetamol:
In der Regel treten Symptome innerhalb von 24 Stunden auf: Übelkeit, Erbrechen, Anorexie, Blässe und Unterleibsschmerzen. Danach kann es zu einer Besserung des subjektiven Befindens kommen, es bleiben jedoch leichte Leibschmerzen als Hinweis auf eine Leberschädigung.
Eine Überdosierung mit mehr als 6 g Paracetamol als Einzeldosis bei Erwachsenen oder mit mehr als 140 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis bei Kindern führt in der Regel zu Leberzellnekrosen, die zu einer totalen irreversiblen Nekrose und später zu hepatozellulärer Insuffizienz, metabolischer Azidose und Enzephalopathie führen können. Diese wiederum können zu Koma, auch mit tödlichem Ausgang, führen. Gleichzeitig wurden erhöhte Konzentrationen der Lebertransaminasen (AST, ALT), Laktatde-hydrogenase und des Bilirubins in Kombination mit einer erhöhten Prothrombinzeit beobachtet, die 12 bis 48 Stunden nach der Anwendung auftreten können. Klinische Symptome der Leberschäden werden in der Regel nach 2 Tagen sichtbar und erreichen nach 4 bis 6 Tagen ein Maximum.
Auch wenn keine schweren Leberschäden vorliegen, kann es zu akutem Nierenversagen mit akuter Tubulusnekrose kommen. Zu anderen, leberunabhängigen Symptomen, die nach einer Überdosierung mit Paracetamol beobachtet wurden, zählen Myokardanomalien und Pankreatitis.
Codein:
Das Charakteristische einer Überdosierung mit Codein ist die Atemdepression. Weiterhin können Somnolenz bis zu Stupor und Koma sowie Erbrechen, Kopfschmerzen, Harn- und Stuhlverhalten, mit-unter auch Bradykardie und Blutdruckabfall auftreten. Gelegentlich treten, vor allem bei Kindern, Krämpfe auf.
Diese Symptome können durch die gleichzeitige Anwendung von Alkohol oder zentral dämpfenden Arzneimitteln verstärkt werden.
Codein kann, insbesondere bei Einzeldosen über 60 mg, den Muskeltonus der glatten Muskulatur er-höhen.
Eigene Intoxikationssymptome durch die Coffein-Komponente kommen aufgrund des limitierenden Faktors Codein nicht zum Tragen.
Therapie von Intoxikationen
Bereits bei Verdacht auf Intoxikation mit Paracetamol ist in den ersten 10 Stunden die intravenöse Gabe von SH-Gruppen-Donatoren wie z. B. N-Acetyl-Cystein sinnvoll. N-Acetylcystein kann aber auch nach 10 und bis zu 48 Stunden noch einen gewissen Schutz bieten. In diesem Fall erfolgt eine längerfristige Einnahme.
Durch Hämodialyse kann die Plasmakonzentration von Paracetamol gesenkt werden.
Eine Aufhebung der Codein-Wirkung bei manifester Atemdepression ist durch Opiat-Antagonisten, wie z. B. Naloxon, möglich.
Pharmakologische Eigenschaften - Azur® 600 mg/50 mg/40 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe:
Paracetamol ist ein Anilinderivat-Analgetikum/Antipyretikum, Coffein ist ein Xanthinderivat-Analep-tikum, Codein ist ein Opioid-Analgetikum.
ATC-Code: N02AA59
Paracetamol ist eine analgetisch und antipyretisch, jedoch sehr schwach antiphlogistisch wirkende Substanz. Der Wirkungsmechanismus ist nicht eindeutig geklärt.
Nachgewiesen ist, dass durch Paracetamol eine deutlich stärkere Hemmung der zentralen als der peri-pheren Prostaglandinsynthese bewirkt wird. Ferner kommt es zu einer Hemmung des Effektes endoge-ner Pyrogene auf das hypothalamische Temperaturregulationszentrum als wahrscheinliches Korrelat zur antipyretischen Wirkung.
Codein ist ein zentral wirksames schwaches Analgetikum. Codein entfaltet seine Wirkung über μ-Opi-oidrezeptoren, obwohl Codein eine schwache Affinität zu diesen Rezeptoren aufweist, und seine anal-getische Wirkung beruht auf der Umwandlung zu Morphin. Codein hat sich, insbesondere in Kombi-nation mit anderen Analgetika wie z. B. Paracetamol, bei akuten nozizeptiven Schmerzen als wir-kungsvoll erwiesen.
Die Kombination von Paracetamol und Codein ist in klinischen Studien mit unterschiedlichen Analge-tika und Placebo verglichen worden. Die fixe Kombination war Placebo in allen Fällen statistisch sig-nifikant überlegen. Einige Studien geben Hinweise darauf, dass die analgetische Wirksamkeit der Kombination auch bei einer Steigerung der Dosis der einzelnen Arzneistoffe der analgetischen Wirk-samkeit der Einzelstoffe unter der Voraussetzung vertretbarer Risiken überlegen ist.
Coffein hebt beim Menschen kurzfristige Ermüdungserscheinungen auf und fördert die psychische Leistungsbereitschaft und -fähigkeit.
Coffein wirkt nach Gabe therapeutischer Dosen vorwiegend als Antagonist an Adenosinrezeptoren. Dadurch wird die hemmende Wirkung von Adenosin auf das ZNS vermindert.
Paracetamol:
Resorption
Paracetamol wird nach rektaler Gabe geringer und langsamer resorbiert als nach oraler Gabe (65-80 % relative Bioverfügbarkeit, 2-3 Stunden bis zum Erreichen maximaler Serumkonzentration). Die Plas-maeiweißbindung ist gering, kann bei Überdosierung aber ansteigen, kaum jedoch über 50 %.
Biotransformation
Die Metabolisierung erfolgt überwiegend in der Leber durch direkte Konjugation mit Glucuronsäure oder Schwefelsäure. Ein geringer Teil der Metabolisierung erfolgt über das Cytochrom P 450-System (hauptsächlich CYP2E1) mit Bildung des toxischen Metaboliten N-Acetyl-p-benzochinonimin, der normalerweise gebunden und ausgeschieden wird, dessen Konzentration jedoch im Falle einer massi-ven Intoxikation stark erhöht ist.
Elimination
Die Ausscheidung erfolgt renal. 90 % der aufgenommenen Menge werden innerhalb von 24 Stunden vorwiegend als Glucuronide (60 bis 80 %) und Sulfatkonjugate (20 bis 30 %) über die Nieren ausge-schieden. Weniger als 5 % werden in unveränderter Form ausgeschieden. Die Eliminationshalbwerts-zeit beträgt in etwa zwei Stunden. Bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen, nach Überdosierung so-wie bei Neugeborenen ist die Halbwertszeit verlängert. Das Maximum der Wirkung und die durch-schnittliche Wirkdauer (4 bis 6 Stunden) korrelieren in etwa mit der Plasmakonzentration.
Niereninsuffizienz
Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatin-Clearance < 10 ml/min) ist die Ausscheidung von Paraceta-mol und seinen Metaboliten verzögert.
Codein:
Resorption
Nach rektaler Gabe wird Codein rasch resorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt etwa 60 %, die relative Bioverfügbarkeit ca. 90 % (Suppositorien gegenüber Tabletten). Nach der Resorption un-terliegt Codein einem ausgeprägten first-pass-Effekt (5-20 %). Maximale Plasmakonzentrationen (ca. 131 ng/ml) wurden nach etwa 1 Stunde erreicht (rektale Gabe, 80 mg Codeinphosphat-Hemihydrat). Die Plasmaeiweißbindung liegt unter 10 %.
Biotransformation
Die Metabolisierung erfolgt in der Leber (große interindividuelle Unterschiede). Hauptmetaboliten sind Morphin, Norcodein sowie Morphin- und Codeinkonjugate, wobei die Konjugatkonzentrationen wesentlich höher als die der Ausgangssubstanzen liegen.
Elimination
Die Eliminationshalbwertszeit von 3- 5 Stunden verlängert sich bei Niereninsuffizienz auf 9-18 Stun-den und ist auch im Alter verlängert. Die Ausscheidung erfolgt vorwiegend renal, etwa 10 % Codein werden unverändert ausgeschieden.
Codein durchdringt die Plazentaschranke und geht in den fetalen Kreislauf über. In der Muttermilch werden nach hohen Codeindosen pharmakologisch relevante Konzentrationen erreicht.
Paracetamol und Codein zeigen vergleichbare Resorptionsgeschwindigkeiten und Zeitpunkte maxima-ler Plasmakonzentrationen, etwa gleiche Wirkdauer, sich nicht behindernde Biotransformationsschritte und keine gegenseitige Behinderung bei der renalen Elimination.
Coffein:
Resorption
Bioverfügbarkeitsangaben bei rektaler Applikation von Coffein allein oder in Kombination liegen nicht vor.
Elimination
Coffein und seine Metabolite werden überwiegend renal eliminiert. Im Harn, gesammelt über 48 Stun-den, fanden sich bis zu 86 % der applizierten Dosis, wo von nur maximal 1,8 % unverändertes Coffein war. 1-Methylharnsäure (12-38 %), 1-Methylxanthin (8-19 %) und 5-Acetylamino-6-amino-3-methyl-uracil (15 %) sind die Hauptmetabolite. Die Faeces enthielten nur 2-5 % der Dosis. Als Hauptmetabo-lit wurde 1,7-Dimethylharnsäure identifiziert, die 44 % der Gesamtmenge ausmachte.
Pharmazeutische Angaben - Azur® 600 mg/50 mg/40 mg
Originalpackungen mit 10 Suppositorien Azur compositum und Anstaltspackungen. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.