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Präparate

Vizilatan 0,05 mg/ml Augentropfen, Lösung

Wechselwirkungen-Liste
Beschränkungen

Verschreibungsinformationen

Versicherungsliste

Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Vizilatan 0,05 mg/ml Augentropfen, Lösung

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Augentropfen, Lösung

Hersteller

Dr. Gerhard Mann, Chem.-pharm. Fabrik GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.12.2025
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Fachinfo - Vizilatan 0,05 mg/ml

Anwendungsgebiete

Zur Senkung des erhöhten Augeninnendrucks (IOD) bei Patienten mit Offenwinkelglaukom und bei okulärer Hypertension bei Erwachsenen (einschließlich älterer Menschen).

Zur Senkung des erhöhten IOD bei Kindern mit erhöhtem IOD und kindlichem Glaukom.

Dosierung

Dosierung

Anwendung bei Erwachsenen (einschließlich älteren Patienten)

Die empfohlene Dosis beträgt 1 Tropfen täglich in das zu behandelnde Auge. Eine optimale Wirkung wird erzielt, wenn die Anwendung von Vizilatan am Abend erfolgt.

Vizilatan sollte nur einmal täglich angewendet werden, da eine häufigere Anwendung die IOD-senkende Wirkung vermindert.

Falls eine Dosis vergessen wurde, ist die Behandlung planmäßig mit der nächsten Dosis fortzusetzen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Vizilatan Augentropfen, Lösung können bei Kindern gleichermaßen dosiert werden wie bei Erwachsenen. Für Frühgeborene (Gestationsalter < 36 Wochen) liegen über die Sicherheit und

Wirksamkeit von Vizilatan keine Daten vor. Für die Altersgruppe < 1 Jahr sind nur sehr begrenzt Daten verfügbar (siehe Abschnitt 5.1).

Art der Anwendung

Zur Anwendung am Auge.

Um eine mögliche systemische Resorption zu minimieren, wird empfohlen, wie bei allen anderen Augentropfen auch, den Tränensack am inneren Augenwinkel für eine Minute zu komprimieren (nasolakrimaler Verschluss). Dies soll unmittelbar nach jeder Instillation erfolgen.

Kontaktlinsen sollen vor der Instillation der Augentropfen entfernt und erst nach 15 Minuten wieder eingesetzt werden.

Wird mehr als ein topisches Augenarzneimittel appliziert, müssen die Anwendungen der einzelnen Ophthalmika mindestens 5 Minuten auseinanderliegen.

Für Hinweise zur Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

Vizilatan Augentropfen, Lösung ist eine sterile Lösung, die keine Konservierungsmittel enthält.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Warnhinweise

Vizilatan kann durch Zunahme des braunen Pigmentanteils der Iris die Augenfarbe langsam verändern. Vor Therapiebeginn sind Patienten auf eine möglicherweise dauerhafte Verfärbung ihrer Augenfarbe hinzuweisen. Eine unilaterale Behandlung kann eine bleibende Heterochromie zur Folge haben.

Die Veränderung der Augenfarbe wurde vorwiegend bei Patienten mit gemischtfarbigen Iriden, d. h. blau-braun, grau-braun, gelb-braun oder grün-braun, beobachtet. In Studien zu Latanoprost setzte die Veränderung in der Regel innerhalb der ersten 8 Behandlungsmonate ein, selten wurde sie im 2. oder

3. Jahr beobachtet und überhaupt nicht nach dem 4. Behandlungsjahr. Die Progressionsrate einer Irispigmentierung verringert sich im Laufe der Zeit und ist bis zum 5. Jahr stabil. Die Auswirkungen einer erhöhten Pigmentierung über das 5. Jahr hinaus wurden nicht untersucht. In einer offenen Sicherheitsstudie zu Latanoprost über einen Zeitraum von 5 Jahren entwickelten 33 % der Patienten eine Irispigmentierung (siehe Abschnitt 4.8). Die Veränderung der Irisfarbe ist in der Mehrzahl der Fälle geringfügig und klinisch oft nicht wahrnehmbar. Die Inzidenz bei Patienten mit gemischtfarbigen Iriden lag zwischen 7 und 85 %, wobei die größte Häufigkeit bei gelb-brauner Iris beobachtet wurde. Bei Patienten mit homogen blauen Augen ergab sich keine Veränderung; bei Patienten mit homogen grauen, grünen oder braunen Augen kam es nur in seltenen Fällen zu einer verstärkten Irispigmentierung.

In einer pädiatrischen Langzeitbeobachtungsstudie, in der Hyperpigmentierungsveränderungen am Auge bei Patienten mit pädiatrischem Glaukom untersucht wurden, wurden eine Verdunkelung der Irisfarbe und eine lokale Pigmentierung der Iris bei Patienten, die Latanoprost ausgesetzt waren, in etwas stärkerem Maße beobachtet als bei der nichtexponierten Gruppe (siehe Abschnitt 5.1).

Die Veränderung der Augenfarbe wird durch einen erhöhten Melaningehalt in den stromalen Melanozyten der Iris verursacht – die Anzahl der Melanozyten selbst nimmt nicht zu.

Typischerweise breitet sich die braune Pigmentierung vom Bereich um die Pupille konzentrisch gegen die Peripherie des betroffenen Auges aus; es können aber auch die ganze Iris oder Teile davon bräunlicher werden. Nach Absetzen der Behandlung ist keine fortgesetzte Braunpigmentierung der Iris

beobachtet worden. Bisher war sie in klinischen Studien weder von anderen Symptomen noch von pathologischen Veränderungen begleitet.

Nävi oder Epheliden der Iris veränderten sich durch die Behandlung nicht. In klinischen Studien wurde bisher keine Pigmentansammlung im Trabekelwerk oder an anderer Stelle in der Vorderkammer des Auges beobachtet. Fünf Jahre klinischer Erfahrung haben gezeigt, dass die verstärkte Irispigmentierung keine negativen klinischen Folgen hat und die Behandlung mit Latanoprost auch nach Auftreten einer Irispigmentierung fortgesetzt werden kann. Die Patienten müssen jedoch regelmäßig untersucht werden. Wenn es die klinische Situation erfordert, kann die Behandlung mit Vizilatan abgebrochen werden.

Bei chronischem Winkelblockglaukom, bei pseudophaken Patienten mit Offenwinkelglaukom und beim Pigmentglaukom sind die Erfahrungen mit Vizilatan begrenzt. Bei entzündlich bedingtem Glaukom, beim Neovaskularisationsglaukom oder bei entzündlichen Prozessen am Auge liegen keine Erfahrungen vor. Vizilatan hat keine oder nur geringe Wirkung auf die Pupille. Erfahrungen über den Einsatz von Latanoprost bei akutem Winkelblockglaukom fehlen. Vizilatan sollte daher bei diesen Erkrankungen bis zum Vorliegen weiterer Untersuchungsergebnisse nur mit Vorsicht angewendet werden.

Zum perioperativen Einsatz von Latanoprost in der Kataraktchirurgie liegen nur begrenzte Daten vor. Vizilatan ist bei diesen Patienten mit Vorsicht anzuwenden.

Vizilatan ist bei Patienten mit anamnestischer Keratitis herpetica mit Vorsicht anzuwenden. Bei Fällen von aktiver Herpes-simplex-Keratitis und bei Patienten mit anamnestisch rezidivierender Keratitis herpetica, insbesondere wenn sie im Zusammenhang mit Prostaglandinanaloga steht, ist die Anwendung zu vermeiden.

Berichte über Makulaödeme (siehe Abschnitt 4.8) betreffen überwiegend aphake Patienten, pseudophake Patienten mit Hinterkapselriss oder mit Vorderkammerlinse oder Patienten mit bekannter Prädisposition für das Auftreten eines zystoiden Makulaödems (wie diabetische Retinopathie oder Netzhautvenenthrombosen). Daher ist Vizilatan bei aphaken Patienten, pseudophaken Patienten mit Hinterkapselriss oder mit Vorderkammerlinse oder bei Patienten mit bekannten Risikofaktoren für das Auftreten eines zystoiden Makulaödems mit Vorsicht anzuwenden.

Bei Patienten mit bekannter Prädisposition für das Auftreten einer Iritis/Uveitis muss Vizilatan mit Vorsicht angewendet werden.

Erfahrungen bei Patienten mit Asthma liegen nur begrenzt vor, jedoch wurde nach Markteinführung in einigen Fällen über eine Verstärkung von bestehendem Asthma und/oder Dyspnoe berichtet. Daher müssen Asthma-Patienten mit Vorsicht behandelt werden, bis ausreichende Erfahrungen vorliegen (siehe auch Abschnitt 4.8).

Es wurden periorbitale Hautverfärbungen, vorwiegend bei Patienten japanischer Herkunft, beobachtet. Die bislang vorliegenden Erkenntnisse zeigen, dass periorbitale Verfärbungen der Haut nicht dauerhaft sind und in einigen Fällen auch unter Fortführung der Behandlung mit Latanoprost reversibel waren.

Unter Vizilatan können sich Wimpern und Flaumhaare am behandelten Auge und in dessen Umgebung allmählich verändern. Diese Veränderungen umfassen eine Zunahme der Länge, der Dicke, der Pigmentierung und/oder der Anzahl der Wimpern oder Haare; zudem kann das Wachstum der Wimpern fehlgerichtet sein. Derartige Veränderungen an den Wimpern sind nach Absetzen der Behandlung reversibel.

Kinder und Jugendliche

Für die Altersgruppe < 1 Jahr liegen nur sehr begrenzt Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit vor (siehe Abschnitt 5.1). Für Frühgeborene (Gestationsalter < 36 Wochen) liegen keine Daten vor.

Für Kinder im Alter von 0 bis < 3 Jahre, die überwiegend an primär kongenitalem Glaukom (PCG) leiden, stellt die chirurgische Therapie (z. B. Trabekulotomie/ Goniotomie) nach wie vor die Therapie der ersten Wahl dar.

Sonstige Bestandteile

Vizilatan enthält Macrogolglycerolhydroxystearat, was Hautreizungen hervorrufen kann. Dieses Arzneimittel enthält 0,19 mg Phosphat in jedem Tropfen, was 6,79 mg/ml entspricht.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen-Liste
Zu Wechselwirkungen hinzufügen

Es wurden keine abschließenden Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.

Jedoch liegen Berichte vor über paradoxe Erhöhungen des IOD bei gleichzeitiger ophthalmischer Anwendung von zwei Prostaglandinanaloga. Daher wird die Anwendung von zwei oder mehreren Prostaglandinen, Prostaglandin-Analoga oder Prostaglandin-Derivaten nicht empfohlen.

Kinder und Jugendliche

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Die Sicherheit von Latanoprost für die Anwendung während der Schwangerschaft ist nicht erwiesen. Die pharmakologischen Wirkungen des Arzneimittels stellen eine potentielle Gefahr für den Verlauf der Schwangerschaft, das ungeborene Kind oder das Neugeborene dar.

Vizilatan darf daher während der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Stillzeit

Latanoprost und dessen Metaboliten können in die Muttermilch übergehen. Deshalb darf Vizilatan bei stillenden Frauen nicht angewendet werden oder es ist abzustillen.

Fertilität

Tierexperimentelle Studien mit Latanoprost ergaben keine Auswirkungen auf die Fertilität der männlichen oder weiblichen Tiere (siehe Abschnitt 5.3).

Fahrtüchtigkeit

Vizilatan hat geringe Auswirkungen auf die Verkehrsfähigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Wie bei anderen Ophthalmika kann die Instillation von Augentropfen vorübergehend zu verschwommenem Sehen führen. Bis sich dies wieder normalisiert hat, dürfen Patienten kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen treten im Bereich des Auges auf. In einer offenen Sicherheitsstudie zu Latanoprost über einen Zeitraum von 5 Jahren entwickelten 33 % der Patienten eine Irispigmentierung (siehe Abschnitt 4.4). Weitere Nebenwirkungen am Auge sind in der Regel von vorübergehender Dauer und treten unmittelbar bei der Dosisapplikation auf.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen sind nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgelistet. Bei der Bewertung von

Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Systemorgan-klasse Sehr häufig≥ 1/10 Häufig≥ 1/100 bis < 1/10 Gelegentlich≥ 1/1.000bis< 1/100 Selten≥ 1/10.000bis< 1/1.000 Sehr selten< 1/10.000 Nicht bekannt (Häufig-keit aufgrund der verfüg-baren Daten nicht abschätz-bar)
Infektionen und parasitäre Erkrankungen Keratitis herpetica* Naso-pharyngitis, Infektion der oberenAtemwege
Erkrankungen des Nerven-systems Kopf-schmerzen*;Schwindel*
Augen-erkrankungen Hyperpig-mentierung der Iris; Hyperämie der Bindehaut, Augen-reizung (sandiges Gefühl, Brennen, Jucken, Stechen und Fremdkör-pergefühl), Verände-rungen der Wimpern und Flaumhaare am Augenlid (Zunahme der Länge, Dicke, Pigmen-tierung und Anzahl derWimpern) meist asympto-matische punktför-mige Keratitis, Blephari-tis, Schmerz-gefühl im Auge, Photo-phobie, Konjunkt-ivitis * Augenlid-ödem, trockenes Auge, Keratitis*, verschwom-menes Sehen, Makula-ödem, einschließ-lich zystoides Makula-ödem*, Uveitis* Iritis*, Hornhaut-ödem*, Hornhaut-erosion, periorbitales Ödem, Trichiasis*, Distichiasis, Iriszyste*, Augenlidpig mentierung, okuläres Pemphigoid* Vertie-fung des Oberlid-sulkus Erythem des Augen-lids*, Reizung des Augen-lids*, Verkrus-tung am Augenlid-rand*, Verstärkte Tränen-sekretion*
Herzer-krankungen Angina pectoris, Palpitatio-nen* Instabile Angina pectoris
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums undMediastinums Asthma*; Dyspnoe* Verstärkung von bestehendem Asthma
Erkrankungen des Gastro-intestinaltrakts Übelkeit, Erbrechen
Erkrankungen der Haut und des Unterhaut-zellgewebes Hautaus-schlag Pruritus, lokal begrenzte Hautreak-tionen auf demAugenlid
Skelettmusku-latur-, Bindegewebs-und Knochener-krankungen Myalgie*, Arthralgie*
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabrei-chungsort Brustschmer-zen*

* Nebenwirkungen nach dem Inverkehrbringen

Sehr selten wurden bei einigen Patienten mit stark geschädigter Hornhaut im Zusammenhang mit der Anwendung von phosphathaltigen Augentropfen Fälle von Kalkablagerungen in der Hornhaut berichtet.

Kinder und Jugendliche

In zwei klinischen Kurzzeitstudien (≤ 12 Wochen) bei 93 Kindern (25 bzw. 68 Kinder) war das Sicherheitsprofil ähnlich dem von Erwachsenen. Es wurden keine neuen Nebenwirkungen festgestellt. In den einzelnen pädiatrischen Untergruppen waren die Kurzzeit-Sicherheitsprofile ebenfalls vergleichbar (siehe Abschnitt 5.1). Bei den Nebenwirkungen, die bei Kindern häufiger als bei Erwachsenen beobachtet wurden, handelte es sich um Nasopharyngitis und Pyrexie.

In einer pädiatrischen Langzeitbeobachtungsstudie mit 115 Patienten stimmte das Sicherheitsprofil mit dem in früheren pädiatrischen Studien berichteten überein und es wurden keine neuen Nebenwirkungen festgestellt (siehe Abschnitt 5.1).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

Überdosierung

Symptome

Bei Überdosierung von Vizilatan können okuläre Reizungen und Hyperämien der Bindehaut auftreten. Darüber hinaus sind keine weiteren Nebenwirkungen am Auge bekannt.

Behandlung

Eine intravenöse Infusion von 3 Mikrogramm/kg bei gesunden Probanden induzierte keinerlei Symptome. Eine Dosis von 5,5 bis 10 Mikrogramm/kg hingegen verursachte Übelkeit, Abdominalschmerz, Schwindel, Müdigkeit, Hitzegefühl und Schwitzen. Bei Affen wurde Latanoprost intravenös in Dosen bis zu 500 Mikrogramm/kg infundiert, ohne dass deutliche Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System beobachtet wurden.

Die intravenöse Anwendung von Latanoprost wurde bei Affen von einer vorübergehenden Verengung der Bronchien begleitet. Dagegen verursachte das 7-fache der klinisch empfohlenen Dosis Vizilatan nach topischer Applikation am Auge keine Bronchokonstriktion bei Patienten mit mittelschwerem Bronchialasthma.

Eine Überdosierung von Vizilatan sollte symptomatisch therapiert werden.

Sollte Vizilatan unbeabsichtigt verschluckt werden, können folgende Informationen von Nutzen sein: Eine Flasche enthält 125 Mikrogramm Latanoprost. Mehr als 90 % werden während der ersten Leberpassage metabolisiert.

Pharmakologische Eigenschaften - Vizilatan 0,05 mg/ml

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Ophthalmika, Glaukommittel und Miotika, Prostaglandinanaloga, ATC-Code: S01EE01

Wirkmechanismus

Der Wirkstoff Latanoprost, ein Prostaglandin-F2α-Analogon, ist ein selektiver prostanoider FP-Rezeptor-Agonist, der den IOD durch Verbesserung des Kammerwasserabflusses senkt.

Die Senkung des IOD tritt beim Menschen etwa 3 bis 4 Stunden nach der Verabreichung ein und erreicht die maximale Wirkung nach 8 bis 12 Stunden. Die Drucksenkung hält mindestens 24 Stunden an.

Tierexperimentelle und klinische Studien weisen darauf hin, dass der Hauptwirkmechanismus in einem verstärkten uveoskleralen Abfluss begründet liegt. Beim Menschen wurde eine gewisse

Verbesserung des Kammerwasserabflusses auch durch einen verminderten trabekulären Abflusswiderstand beschrieben.

Pharmakodynamische Wirkungen

Zulassungsrelevante Studien zeigen die Wirksamkeit von Latanoprost als Monotherapie. Darüber hinaus wurden klinische Studien zur Kombinationstherapie durchgeführt, darunter solche, die die Wirksamkeit von Latanoprost in Kombination mit ß-adrenergen Antagonisten (Timolol) nachweisen. Kurzzeitstudien (1 bis 2 Wochen) deuten darauf hin, dass Latanoprost in Kombination mit adrenergen Agonisten (Dipivalylepinephrin) oder oralen Carboanhydrasehemmern (Acetazolamid) additiv und mit cholinergen Agonisten (Pilocarpin) zumindest teilweise additiv wirkt.

Klinische Studien ergaben, dass Latanoprost die Kammerwasserproduktion nicht signifikant beeinflusst und keine Wirkung auf die Blut-Kammerwasser-Schranke hat.

In tierexperimentellen Studien bei Affen hatte Latanoprost in klinischer Dosierung keine oder nur eine unerhebliche Wirkung auf die intraokuläre Blutzirkulation. Jedoch kann bei topischer Anwendung eine leichte bis mäßig ausgeprägte Hyperämie der Bindehaut oder Episklera auftreten.

Mittels Fluoreszenzangiographie konnte gezeigt werden, dass eine chronische Behandlung mit Latanoprost am Affenauge, bei dem eine extrakapsuläre Linsenextraktion vorgenommen worden war, keinen Einfluss auf die Blutgefäße der Retina hatte.

Während einer Kurzzeitbehandlung verursachte Latanoprost beim Menschen keinen Fluoreszein-Austritt in den Hinterabschnitt des pseudophaken Auges.

In klinischer Dosierung zeigte Latanoprost keine signifikante Wirkung auf das kardiovaskuläre oder respiratorische System.

Kinder und Jugendliche

Die Wirksamkeit von Latanoprost bei pädiatrischen Patienten bis einschließlich 18 Jahre wurde in einer 12-wöchigen klinischen Doppelblindstudie mit Latanoprost im Vergleich zu Timolol bei 107 Patienten mit okulärer Hypertension und kindlichem Glaukom nachgewiesen. Frühgeborene mussten hierbei ein Gestationsalter von mindestens 36 Wochen aufweisen. Die Patienten erhielten

entweder einmal täglich Latanoprost 50 Mikrogramm/ml oder zweimal täglich Timolol 0,5 % (bzw. optional 0,25 % bei Kindern < 3 Jahren). Die durchschnittliche Senkung des IOD in Woche 12 der Studie gegenüber dem Ausgangswert galt als primärer Wirksamkeitsendpunkt. Die durchschnittliche IOD-Senkung war in der Latanoprost- und der Timolol-Gruppe nahezu gleich. In allen untersuchten Altersgruppen (0 bis < 3 Jahre, 3 bis < 12 Jahre und 12 bis 18 Jahre) war die durchschnittliche IOD-Senkung in Woche 12 in der Latanoprost-Gruppe ähnlich der in der Timolol-Gruppe. Die Wirksamkeitsdaten in der Altersgruppe von 0 bis <3 Jahre basieren lediglich auf 13 Latanoprost-Patienten. Zudem war die Wirksamkeit bei den 4 Patienten, die in der klinischen Studie bei pädiatrischen Patienten die Altersgruppe von 0 bis < 1 Jahr repräsentierten, unerheblich. Für Frühgeborene mit einem Gestationsalter < 36 Wochen wurden keine Daten erhoben.

In der Untergruppe mit PCG war die IOD-Senkung in der Latanoprost-Gruppe ähnlich wie die in der Timolol-Gruppe. In der Nicht-PCG-Untergruppe (z. B. mit juvenilem Offenwinkelglaukom, Aphakieglaukom) zeigten sich ähnliche Ergebnisse wie in der Untergruppe mit PCG.

Die Auswirkungen auf den IOD zeigten sich nach der 1. Behandlungswoche (siehe Tabelle) und hielten, wie bei den Erwachsenen auch, über den 12-wöchigen Studienzeitraum an.

Tabelle: IOD-Senkung (mmHg) in Woche 12 nach Therapiegruppe und Eingangsdiagnose
Latanoprostn=53 Timololn=54
Durchschnittlicher Ausgangwert (SE) 27,3 (0,75) 27,8 (0,84)
Veränderung gegenüber demdurchschnittlichen Ausgangwert in Woche 12† (SE) -7,18 (0,81) -5,72 (0,81)
p-Wert vs. Timolol 0,2056
PCGn=28 Nicht-PCGn=25 PCGn=26 Nicht-PCGn=28
Durchschnittlicher Ausgangwert (SE) 26,5 (0,72) 28,2 (1,37) 26,3 (0,95) 29,1 (1,33)
Veränderung gegenüber demdurchschnittlichem Ausgangwert in Woche 12† (SE) -5,90 (0,98) -8,66 (1,25) -5.34 (1,02) -6,02 (1,18)
p-Wert vs. Timolol 0,6957 0,1317

SE: Standardfehler

†: Adjustierte Schätzung auf Basis des Kovarianzanalyse-Modells (ANCOVA).

Zwei nicht-interventionelle (NI) Langzeitstudien zur Unbedenklichkeit nach Zulassungserteilung (PASS) wurden durchgeführt, um die Inzidenzrate von Hyperpigmentierungsveränderungen des Auges über einen Nachbeobachtungszeitraum von insgesamt 10 Jahren zu beschreiben. Dazu wurden Daten aus dem 3-Jahres-Zeitraum der Studie und der erweiterten 7-Jahres-Nachbeobachtungsstudie bei pädiatrischen Patienten mit Glaukom oder erhöhtem IOD kombiniert. Insgesamt 115 Patienten wurden aus der Hauptstudie übernommen und waren Teil des Full Analysis Set (FAS). Die für die Studie in Frage kommenden Patienten (< 18 Jahre) wurden in 3 Gruppen eingeteilt: 76 Patienten in der Latanoprost-Gruppe (kontinuierliche Behandlung mit Latanoprost über ≥ 1 Monat), 1 Patient in der Gruppe der Prostaglandin-Analoga (PGA) ohne Latanoprost (kontinuierliche Behandlung mit PGA ohne Latanoprost über ≥ 1 Monat) und 38 Patienten in der Gruppe ohne PGA (keine kontinuierliche Behandlung mit einem PGA über ≥ 1 Monat). Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass Hyperpigmentierungsveränderungen am Auge nur bei einer kleinen Anzahl von Patienten in beiden Behandlungsgruppen beobachtet wurden, wobei die Häufigkeit in der Latanoprost-exponierten Gruppe höher war als in der PGA-nichtexponierten Gruppe. Die Raten der Wimpernhyperpigmentierung betrugen 4,5% gegenüber 0% und die Raten der Irishyperpigmentierung 6,0% gegenüber 3,0% in der Latanoprost-exponierten Gruppe bzw. in der PGA-nichtexponierten Gruppe. Die Inzidenzraten (pro 100 Patientenjahre) von Hyperpigmentierungsveränderungen am Auge waren niedrig und in beiden Behandlungsgruppen vergleichbar: Wimpernverlängerung 2,53 gegenüber 3,35,

Irishyperpigmentierung 0,92 gegenüber 0,42 und Wimpernhyperpigmentierung 0,69 gegenüber keiner.

Es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse (SAEs) im Zusammenhang mit der Studienbehandlung festgestellt. Die Mehrzahl der gemeldeten behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse (TEAEs) gehörte zur Systemorganklasse der Augenerkrankungen, die meist leicht waren und in der Latanoprost-exponierten Gruppe häufiger gemeldet wurden als in der PGA-nichtexponierten Gruppe. Es wurden keine klinisch bedeutsamen Sicherheitsprobleme oder neue Sicherheitsprobleme/unterschiedliche Häufigkeiten von unerwünschten Ereignissen (AEs) im Vergleich zum bestehenden Sicherheitsprofil festgestellt. Insgesamt sind die in dieser Studie beobachteten Raten von Sicherheitsendpunkten vergleichbar mit den in früheren pädiatrischen Studien berichteten AE-Raten.

Pharmakokinetik

Resorption

Latanoprost (Molekulargewicht 432,58) ist ein Isopropylester-Prodrug und selbst inaktiv. Nach der Hydrolyse zur Säure wird Latanoprost biologisch aktiv.

Das Prodrug wird gut über die Kornea resorbiert. Der gesamte ins Kammerwasser gelangende Wirkstoff wird während der Passage durch die Kornea hydrolysiert und damit aktiviert.

Verteilung

Studien beim Menschen weisen darauf hin, dass die maximale Konzentration im Kammerwasser etwa 2 Stunden nach der topischen Verabreichung erreicht wird. Bei Affen wird Latanoprost nach einer topischen Applikation am Auge primär im vorderen Augenabschnitt, in der Bindehaut und im Gewebe der Augenlider verteilt. Nur sehr geringe Mengen des Arzneimittels erreichen den hinteren Augenabschnitt.

Das Verteilungsvolumen beim Menschen nach intravenöser Verabreichung der mit Benzalkoniumchlorid konservierten Latanoprost 50 μg/ml Augentropfen beträgt 0,16 ± 0,02 l/kg und 0,36 l/kg nach okulärer Verabreichung.

Biotransformation und Elimination

Die Säure von Latanoprost wird im Auge praktisch nicht metabolisiert. Der Hauptmetabolismus findet in der Leber statt. Die Halbwertszeit im Plasma beträgt beim Menschen 17 Minuten. In tierexperimentellen Studien zeigen die Hauptmetaboliten, 1,2-Dinor- und 1,2,3,4-Tetranor-Metaboliten, keine oder nur eine schwache biologische Aktivität und werden primär über den Urin ausgeschieden.

Kinder und Jugendliche

Bei 22 erwachsenen und 25 pädiatrischen Patienten (0 bis < 18 Jahre) mit okulärer Hypertension und Glaukom wurde eine offene Pharmakokinetik-Studie zur Untersuchung der Plasmakonzentration von Latanoprostsäure durchgeführt. Alle Altersgruppen wurden über mindestens 2 Wochen mit 1 Tropfen Latanoprost 50 Mikrogramm/ml täglich in jedes Auge behandelt. Im Vergleich mit den Erwachsenen war die systemische Exposition mit Latanoprostsäure bei den 3 bis < 12 Jahre alten Kindern um ca. das 2-fache höher und bei den Kindern < 3 Jahren etwa 6-mal so hoch. Der breite Sicherheitsbereich für systemische Nebenwirkungen blieb jedoch erhalten (siehe Abschnitt 4.9). Über alle Altersgruppen hinweg betrug die Zeit bis zum Erreichen des maximalen Plasmaspiegels im Durchschnitt 5 Minuten nach der Applikation. Die mediane Plasmahalbwertzeit war kurz (< 20 Minuten) und bei pädiatrischen und erwachsenen Patienten ähnlich. Sie führte im Steady-state zu keiner Akkumulation von Latanoprostsäure im systemischen Kreislauf.

Pharmazeutische Angaben - Vizilatan 0,05 mg/ml

Liste der sonstigen Bestandteile

Macrogolglycerolhydroxystearat 40 (Ph. Eur.) Natriumchlorid (Ph. Eur.)

Natriumedetat (Ph. Eur.) Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat Dinatriumhydrogenphosphat

Salzsäure und/oder Natriumhydroxid-Lösung (zur pH-Wert-Einstellung) Wasser für Injektionszwecke

Inkompatibilitäten

In-vitro-Studien haben gezeigt, dass beim Mischen von Thiomersal-haltigen Augentropfen mit Latanoprost eine Ausfällung stattfindet. Wenn solche Arzneimittel in Kombination mit Latanoprost angewendet werden, sind die Augentropfen im Abstand von mindestens 5 Minuten anzuwenden.

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

Nach Anbruch 4 Wochen. Es sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Ungeöffnete Flaschen: Nicht über 25 °C lagern.

Informationen zu den Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

Art und Inhalt des Behältnisses

Vizilatan wird ausgeliefert als eine 2,5 ml klare, farblose Lösung (entsprechend etwa 80 Tropfen) in einem weißen 5 ml-Mehrdosisbehältnis (HDPE) mit Dosierpumpe (PP, HDPE, LDPE) und orangefarbenem Druckzylinder sowie HDPE-Verschlusskappe im Umkarton.

Packungsgrößen: Umkarton mit 1, 3 oder 4 Flaschen à 2,5 ml Lösung.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

und sonstige Hinweise zur Handhabung

Hinweise zur Anwendung

1a1b
2
3
  • Nehmen Sie die Flasche aus dem Umkarton heraus (Abbildung 1a) und schreiben Sie das Öffnungsdatum in das dafür vorgesehene Feld auf dem Etikett der Flasche und auf dem Umkarton.

  • Nehmen Sie die Tropfflasche und legen Sie einen Spiegel bereit.

  • Waschen Sie Ihre Hände.

  • Schrauben Sie die Verschlusskappe ab (Abbildung 1b).

  • Halten Sie die Flasche mit der Spitze nach unten zwischen dem Daumen am oberen Rand und den anderen Fingern am Boden der Flasche. Drücken Sie vor der ersten Anwendung wiederholt 15-mal auf die Dosierpumpe (Abbildung 2). Ein mögliches weißliches Aussehen der Tropfen sollte keinen Anlass zur Sorge geben.

  • Legen Sie Ihren Kopf oder den Kopf Ihres Kindes in den Nacken. Ziehen Sie das Unterlid vorsichtig mit einem sauberen Finger nach unten, bis sich ein Spalt zwischen Lid und Auge bildet. Tropfen Sie hier ein (Abbildung 3).

  • Führen Sie dazu die Tropferspitze möglichst nah an das Auge heran. Verwenden Sie den Spiegel, wenn dies das Eintropfen erleichtert.

4 Vorgang erneut.
5 Augenwinkel neben der Nase (Abbildung 5). Auf diese Weise wird die Aufnahme des Arzneimittels in den übrigen Körper vermindert.
Augentropfen entsorgen und eine neue Flasche verwenden, um Infektionen zu vermeiden.
  • Berühren Sie weder das Auge, das Augenlid noch die Augenumgebung oder andere Oberflächen mit der Tropferspitze, um eine Verunreinigung der Lösung zu vermeiden.

  • Drücken Sie vorsichtig auf den Boden der Flasche, bis sich ein Tropfen des Arzneimittels löst (Abbildung 4).

  • Wenn ein Tropfen Ihr Auge verfehlt, wiederholen Sie den

  • Drücken Sie nach der Anwendung des Arzneimittels 1 Minute lang mit dem Finger leicht auf den inneren

  • Wenn Sie die Tropfen für beide Augen anwenden, wiederholen Sie die gleichen Schritte am anderen Auge.

  • Schrauben Sie die Verschlusskappe sofort nach Gebrauch wieder fest auf die Flasche.

  • Verwenden Sie jeweils nur eine Flasche zur selben Zeit. Öffnen Sie die Verschlusskappe erst unmittelbar vor dem Gebrauch.

  • Vier Wochen nach Anbruch der Flasche müssen Sie die

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

Weblinks

Packungen und Preis

Vizilatan 0,05mg/ml Augentr. 1x2,5ml N1
Preis
19,68 €
Zuzahlung
5,45 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.
Vizilatan 0,05mg/ml Augentr 3x2,5ml N2
Preis
31,06 €
Zuzahlung
6,44 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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