Molnex 20 mg/ml Injektionslösung, 5 ml
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Molnex 20 mg/ml
Starke und sehr starke Schmerzen, die nur mit Opioidanalgetika angemessen behandelt werden konnen.
Molnex ist bei Erwachsenen und Kindern angezeigt.
Dosierung
Die Dosierung von Molnex muss der Starke der Schmerzen und der individuellen Empfindlichkeit des Patienten angepasst werden. Die Dosis und das Dosierungsintervall milssen abhangig vom Ansprechen des Patienten titriert werden, bis eine Analgesie erreicht ist.
Der empfohlene Bereich der Einzeldosen filr Erwachsene und Kinder ist als Anhalt filr die individuell vorzunehmende Dosierung zu verstehen.
lntramuskuliir oder subkutan
Erwachsene: 5-20 mg Morphinhydrochlorid 3 Н2O bis zu einmal alle 4 Stunden.
Kinder: 0,05-0,2 mg Morphinhydrochlorid 3 Н2O/kg Korpergewicht bis zu einmal alle 4 Stunden; die Einzeldosis sollte 15 mg nicht ilberschreiten.
lntravenos
Nur wenn ein besonders rascher Wirkungseintritt erforderlich ist.
Erwachsene: 5-10 mg Morphinhydrochlorid 3 Н2O langsam injizieren (10 mg pro Minute, ggf. Verdilnnung mit 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchloridlosung).
Kinder: 0,05-0,1 mg Morphinhydrochlorid 3 Н2O/kg Korpergewicht sehr langsam injizieren (eine Verdilnnung mit 9 mg/ml (0.9 %) Natriumchloridlosung ist zu empfehlen).
Neugeborene: Bei der Behandlung von Neugeborenen, die jilnger als 10 Tage sind, ist Vorsicht geboten und eine Reduzierung der intravenosen Dosis um 50 % in Betracht zu ziehen.
Epidural
Erwachsene: Die ilbliche Anfangsdosis betragt 2-5 mg, meist verdilnnt mit 6-10 ml 9 mg/ml
(0,9 %) Natriumchloridlosung. Sobald die schmerzlindernde Wirkung nachlasst, in der Regel nach 6 bis 24 Stunden, kann bei Bedarf eine weitere Dosis von 2-4 mg verabreicht werden.
Kinder: 0,05-0,1 mg Morphinhydrochlorid 3 Н2O/kg Korpergewicht (eine Verdilnnung mit 9 mg/ml (0.9 %) Natriumchloridlosung ist zu empfehlen).
lntrathekal
Erwachsene: 0,5-1 mg Morphinhydrochlorid 3 Н2O (Verdilnnung mit 1-4 ml 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchloridlosung oder 50-100 mg/ml (5-10 %) Glucose-Losung).
Kinder: 0,02 mg Morphinhydrochlorid 3 Н2O/kg Korpergewicht (Verdilnnung mit 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid oder 50-100 mg/ml (5-10 %) Glucose-Losung).
Wegen der langeren Wirkdauer bei epiduraler und insbesondere bei intrathekaler Anwendung entspricht die Tagesdosis bei diesen Applikationsformen haufig den Einzeldosisangaben. Im Allgemeinen sollten epidurale und intrathekale Dosen alle 12 bis 24 Stunden verabreicht werden.
Leberfunktionsstдrungen
Die Нalbwertszeit ist bei Patienten mit Leberfunktionsstorungen verlangert. Die Anfangsdosis sollte reduziert werden und die Dosierungshaufigkeit kann moglicherweise verlangert werden.
Nierenfunktionsstдrungen
Die Dosierung bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen sollte individuell bewertet und reduziert werden.
.ltere Рatienten
Patienten im hoheren Lebensalter (im Regelfall ab 75 Jahren) und Patienten mit schlechtem korperlichem Allgemeinzustand konnen empfindlicher auf Morphin reagieren. Daher ist darauf zu achten, dass die Dosiseinstellung vorsichtiger erfolgt und/oder langere Dosisintervalle zu wahlen sind.
Besondere Нinweise zur Dosiseinstellung
Grundsatzlich sollte eine ausreichend hohe Dosis gegeben werden und gleichzeitig die im Einzelfall kleinste schmerzlindernd wirksame Dosis angestrebt werden.
Bei der Behandlung chronischer Schmerzen durch intermittierende Injektionen ist der Dosierung nach einem festen Zeitplan der Vorzug zu geben.
Bei Patienten, die einer anderen zusatzlichen Schmerztherapie (z. B. Operation, Plexusblockade) unterzogen werden, ist nach dem Eingriff die Dosis neu einzustellen.
Art der Anwendung
Molnex wird intramuskular oder subkutan injiziert sowie intravenos, epidural oder intrathekal injiziert oder infundiert.
Vor der Gabe von Dosen, die sehr kleine Volumina erfordern, sollte Molnex verdilnnt werden, um Dosierungsfehler zu vermeiden (siehe Abschnitt 6.6).
Vor der epiduralen und intrathekalen Injektion sollte die Losung gefiltert werden, um eine Kontamination durch Partikel nach dem Offnen der Glasampulle zu vermeiden.
Filr andere Arten der Anwendung sollten die ortlichen Empfehlungen und klinischen Richtlinien zur Filtration befolgt werden.
Нinweise zur Verdilnnung des Arzneimittels vor der Anwendung und kompatible Losungen, siehe Abschnitt 6.6.
Behandlungsziele und Absetzen der Behandlung
Vor Beginn der Behandlung mit Molnex sollte eine Behandlungsstrategie, einschlieBlich Behandlungsdauer und Behandlungszielen sowie ein Plan filr das Behandlungsende gemeinsam mit dem Patienten und in -Obereinstimmung mit den Leitlinien zum Schmerzmanagement vereinbart werden. Wahrend der Behandlung sollte ein haufiger Kontakt zwischen Arzt und Patient stattfinden, um die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung zu beurteilen (ggf. durch Anwendungspausen), die Beendigung der Behandlung in Erwagung zu ziehen und die Dosis bei Bedarf anzupassen. Gegebenenfalls ist auf geeignetere Darreichungsformen umzustellen. Wenn ein Patient die Behandlung mit Molnex nicht mehr benotigt, kann es ratsam sein, die Dosis schrittweise zu reduzieren, um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Bei fehlender adaquater Schmerzkontrolle sollte die Moglichkeit einer Нyperalgesie, einer Gewohnung (Toleranz) und einer Progression der zugrundeliegenden Erkrankung in Erwagung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Behandlungsdauer
Molnex sollte nicht langer als notwendig angewendet werden.
Molnex darf nicht angewendet werden bei:
-
-Oberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
-
Ileus
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Atemdepression
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Schweren chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen
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-ObermaBiger Bronchialsekretion
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Akutem Abdomen
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Akuter Lebererkrankung
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Akuten Kopfverletzungen und erhohtem intrakraniellem Druck, wenn keine kontrollierte Beatmung durchgefilhrt wird
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Unkontrollierter Epilepsie.
Eine besonders sorgfaltige -Oberwachung und ggf. Dosisreduktion ist erforderlich bei:
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Abhangigkeit von Opioiden
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Bewusstseinsstorungen
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Krankheitszustanden, bei denen eine Storung des Atemzentrums und der Atemfunktion vorliegt oder vermieden werden muss
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Cor pulmonale
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Zustanden mit erhohtem Нirndruck, wenn keine Beatmung durchgefilhrt wird
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Нypotension bei Нypovolamie
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Prostatahyperplasie mit Restharnbildung (Gefahr der Blasenruptur durch Нarnverhalten)
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Нarnwegsverengungen oder Koliken der Нarnwege
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Gallenwegserkrankungen
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Obstruktiven und entzilndlichen Darmerkrankungen
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Phaochromozytom
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Pankreatitis
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Нypothyreose
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Epileptischen Anfallsleiden oder erhohter Neigung zu Krampfanfallen
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Behandlung mit Opioidagonisten/-antagonisten (siehe Abschnitt 4.5);
-
Morbus Addison
-
Intrathekaler und epiduraler Anwendung bei gleichzeitig bestehenden Vorerkrankungen des Nervensystems und bei gleichzeitiger systemischer Gabe von Glukokortikoiden.
Eine Atemdepression ist das groBte Risiko einer Opioidilberdosierung. Opioidgebrauchsstorung (Missbrauch und Abhangigkeit)
Bei wiederholter Anwendung von Opioiden wie Molnex konnen sich eine Toleranz und eine
korperliche und/oder psychische Abhangigkeit entwickeln.
Die wiederholte Anwendung von Molnex kann zu einer Opioidgebrauchsstorung (Opioid use disorder, OUD) filhren. Eine hohere Dosis und langere Dauer der Opioidbehandlung kann das Risiko erhohen, eine Opioidgebrauchsstorung zu entwickeln.
Durch Missbrauch oder absichtliche Falschanwendung von Molnex kann es zu einer
-Oberdosierung und/oder zum Tod kommen. Das Risiko, eine Opioidgebrauchsstorung zu entwickeln, ist bei Patienten mit einer Substanzgebrauchsstorung (einschlieBlich Alkoholgebrauchsstorung) in der personlichen oder familiaren Vorgeschichte (Eltern oder Geschwister), bei Rauchern oder bei Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen in der personlichen Vorgeschichte (z. B. Major Depression, Angststorungen und Personlichkeitsstorungen) erhoht.
Vor Beginn der Behandlung mit Molnex und wahrend der Behandlung sollten die Behandlungsziele und ein Plan zum filr die Beendigung der Behandlung mit dem Patienten vereinbart werden (siehe Abschnitt 4.2). Vor und wahrend der Behandlung der Patient auBerdem ilber die Risiken und Anzeichen einer Opioidgebrauchsstorung aufgeklart werden. Den Patienten sollte geraten werden, sich bei Auftreten dieser Anzeichen mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen.
Die Patienten milssen auf Anzeichen eines Suchtverhaltens (drug-seeking behaviour) ilberwacht werden (z. B. zu frilhe Nachfrage nach Folgerezepten). Нierzu gehort auch die -Oberprilfung der gleichzeitigen Anwendung von Opioiden und psychoaktiven Arzneimitteln (wie Benzodiazepine). Bei Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer Opioidgebrauchsstorung sollte die Konsultation eines Suchtspezialisten in Betracht gezogen werden.
Bei bestimmungsgemaBer Anwendung bei chronischen Schmerzpatienten ist das Risiko psychischer Abhangigkeit deutlich reduziert bzw. differenziert zu bewerten.
Entzugssyndrom (Abstinenzsyndrom)
Das Risiko eines Entzugssyndroms steigt mit langerer Anwendungsdauer und hoherer Dosierung des Arzneimittels. Die Symptome konnen durch Anpassung der Dosis oder der Darreichungsform sowie ilber das schrittweise Absetzen von Morphin verringert werden. Einzelne Symptome, siehe Abschnitt 4.8.
Chirurgische Eingriffe
Molnex ist pra-, intra- und postoperativ wegen des gegenilber Nichtoperierten in der postoperativen Phase hoheren Risikos eines Ileus oder einer Atemdepression nur mit Vorsicht anzuwenden.
Akutes Thorax-Syndrom (ATS) bei Patienten mit Sichelzellkrankheit (SZK)
Aufgrund eines moglichen Zusammenhangs zwischen ATS und der Anwendung von Morphin bei SZK-Patienten, die wahrend einer vasookklusiven Krise mit Morphin behandelt werden, ist eine engmaschige -Oberwachung auf ATS-Symptome angezeigt.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Aufgrund der analgetischen Wirkung von Morphin konnen schwerwiegende intraabdominelle Komplikationen, wie z. B. eine Darmperforation, maskiert werden.
Opioide hemmen die Peristaltik der Langsfasern der glatten Muskulatur. Es ist daher unbedingt darauf zu achten, dass der Patient vor Beginn der Therapie nicht an einem Verschlusssyndrom, insbesondere an einem Ileus, leidet. Obstipation ist ein allgemeines Problem bei der Therapie mit Opioiden. Eine prophylaktische Therapie sollte gleichzeitig mit Morphin durchgefilhrt werden.
Schlafbezogene Atemstorungen
Opioide konnen schlafbezogene Atemstorungen, einschlieBlich zentraler Schlafapnoe und schlafbezogener Нypoxamie, verursachen. Die Anwendung von Opioiden geht mit einer dosisabhangigen Erhohung des Risikos filr eine zentrale Schafapnoe einher. Bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe sollte eine Reduzierung der Gesamtopioiddosis in Betracht gezogen werden.
Schwere arzneimittelinduzierte Нautreaktionen
In Verbindung mit Morphinbehandlung wurde ilber akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), die lebensbedrohlich oder todlich sein kann, berichtet. Die meisten dieser Reaktionen traten innerhalb der ersten 10 Behandlungstage auf. Die Patienten sollten ilber die Anzeichen und Symptome von AGEP informiert und darauf hingewiesen werden, medizinische Нilfe in Anspruch zu nehmen, falls bei ihnen solche Symptome auftreten.
Falls Anzeichen und Symptome auftreten, die auf diese Нautreaktionen hinweisen, sollte Morphin abgesetzt und eine alternative Behandlung in Betracht gezogen werden.
Leber- und Gallenerkrankungen
Morphin kann eine Funktionsstorung und einen Spasmus des Sphincter Oddi verursachen, wodurch der intrabiliare Druck zunimmt und das Risiko filr Gallenwegsymptome und Pankreatitis steigt.
Nebennierenrindeninsuffizienz
Opioid-Analgetika konnen eine reversible Nebenniereninsuffizienz verursachen, die eine
-Oberwachung und eine Ersatztherapie mit Glukokortikoiden erfordert. Symptome einer Nebenniereninsuffizienz konnen z. B. -Obelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, Erschopfung, Schwache, Schwindelgefilhl oder niedriger Blutdruck sein.
Verminderte Spiegel von Sexualhormonen und erhohte Prolaktin-Konzentrationen Die Langzeitanwendung von Opioid-Analgetika kann mit verminderten Spiegeln von
Sexualhormonen und erhohten Prolaktin-Konzentrationen einhergehen. Zu den Symptomen zahlen verminderte Libido, Impotenz oder Amenorrhoe.
Нyperalgesie
Insbesondere bei hohen Dosen kann Нyperalgesie auftreten, die nicht auf eine weitere Erhohung der Morphindosis anspricht. Eine Reduzierung der Morphindosis oder eine Umstellung des Opioids kann erforderlich sein.
Risiko durch gleichzeitige Anwendung von Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln
Die gleichzeitige Anwendung von Molnex und Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod filhren. Aufgrund dieser Risiken sollte eine gleichzeitige Verordnung mit diesen Sedativa Patienten vorbehalten sein, filr die keine alternativen Behandlungsoptionen infrage kommen. Wenn die Entscheidung getroffen wird, Molnex gleichzeitig mit Sedativa zu verordnen, sollte die niedrigste wirksame Dosis angewendet werden und die Behandlungsdauer so kurz wie moglich sein.
Die Patienten sind engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und Sedierung zu ilberwachen. Diesbezilglich wird dringend empfohlen, Patienten und ihre Betreuungspersonen anzuweisen, auf diese Symptome zu achten (siehe Abschnitt 4.5).
Thrombozytenhemmung mit oralen P2У12-Inhibitoren
Eine verminderte Wirksamkeit der P2У12-Inhibitor-Therapie wurde innerhalb des ersten Tages einer gemeinsamen Behandlung mit P2У12-Inhibitoren und Morphin festgestellt (siehe Abschnitt 4.5).
MAO-Нemmstoffe
Bei Patienten, die mit MAO-Нemmstoffen behandelt werden, besteht wahrend der Behandlung mit MAO-Нemmstoffen und 14 Tage nach deren Absetzen das Risiko schwerwiegender Wechselwirkungen (siehe Abschnitt 4.5).
Rifampicin
Die Morphin-Plasmakonzentrationen konnen durch Rifampicin reduziert werden. Die analgetische Wirkung von Morphin sollte wahrend und nach der Behandlung mit Rifampicin ilberwacht und die Dosierungen von Morphin angepasst werden (siehe Abschnitt 4.5).
Therapiekontrolle
Morphin allein sollte nicht bei Gallenkoliken oder Nierenkoliken gegeben werden, da sich die Krampfe dann verstarken konnen. In diesen Fallen sollte Morphin in Kombination mit Spasmolytika gegeben werden.
Atemdepression kann durch Naloxon rilckgangig gemacht werden.
Patienten, die sich einer intrathekalen oder epiduralen Langzeittherapie unterziehen, sollten im Rahmen der Pumpenkontrolle auf frilhe Anzeichen von Katheterspitzengranulomen (z. B. Abnahme der analgetischen Wirkung, unerwartete Schmerzzunahme, neurologische Symptome) ilberwacht werden, um das Risiko potenziell irreversibler neurologischer Komplikationen zu verringern.
Kinder und Jugendliche
Bei Kindern unter 1 Jahr ist bei der Anwendung von Molnex besondere Vorsicht geboten, da ihre Empfindlichkeit filr eine Beeintrachtigung der Atemfunktion erhoht ist (siehe Abschnitt 4.2).
Sonstige Bestandteile Molnex 10 mglml
Dieses Arzneimittel enthalt 3 mg Natrium pro ml Losung, entsprechend 0,15 % der von der WНO filr einen Erwachsenen empfohlenen maximalen taglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
Molnex 20 mglml
Dieses Arzneimittel enthalt 2,4 mg Natrium pro ml Losung, entsprechend 0,12 % der von der WНO filr einen Erwachsenen empfohlenen maximalen taglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
Folgende Wechselwirkungen dieses Arzneimittels milssen beachtet werden: ZNS-dampfende Arzneimittel
Die gleichzeitige Anwendung von Morphin und anderen zentral dampfend wirkenden Arzneimitteln wie Tranquilizer, Anasthetika, Нypnotika und Sedativa, Neuroleptika, Barbiturate, Antidepressiva, Antihistaminika/Antiemetika, Gabapentin oder Pregabalin, anderer Opioide oder Alkohol kann zu einer Verstarkung der Nebenwirkungen von Morphin bei ilblicher Dosierung filhren. Dies betrifft insbesondere die Moglichkeit einer Atemdepression, Sedierung, Нypotonie oder auch eines Komas.
Sedativa wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel
Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden mit Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln erhoht aufgrund einer additiven, das ZNS dampfenden Wirkung das Risiko filr Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod. Die Dosis und die Dauer der gleichzeitigen Anwendung sollte begrenzt sein (siehe Abschnitt 4.4).
Opioid-Agonisten/Antagonisten
Gleichzeitige Anwendung mit Opioid-Agonisten/Antagonisten (z. B. Buprenorphin, Nalbuphin, Pentazocin) vermindert die analgetische Wirkung von Morphin durch kompetitive Rezeptorblockade und erhoht dadurch das Risiko von Entzugserscheinungen.
Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung
Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung (z. B. Psychopharmaka, Antihistaminika, Antiemetika, Arzneimittel bei Morbus Parkinson) konnen anticholinerge Nebenwirkungen von Opioiden verstarken (z. B. Obstipation, Mundtrockenheit oder Storungen beim Wasserlassen).
Muskelrelaxanzien
Durch Morphin kann die Wirkung von Muskelrelaxantien verstarkt werden.
MAO-Нemmstoffe
Bei Vorbehandlung von Patienten mit bestimmten Antidepressiva (MAO-Нemmstoffen) innerhalb der letzten 14 Tage vor der Opioid-Anwendung sind lebensbedrohende Wechselwirkungen auf Zentralnervensystem, Atmungs- und Kreislauffunktion mit Pethidin beobachtet worden. Dies ist auch mit Molnex nicht auszuschlieBen.
Rifampicin
Bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin kann es zu einer Abschwachung der Morphinwirkung kommen (siehe Abschnitt 4.4). Rifampicin erhoht den Metabolismus von Morphin durch Induktion der hepatischen Cytochrom-P450-3A4-Enzyme, wodurch die Plasmakonzentration (sowohl AUC als auch Cmax) von Morphin und seinem Metaboliten Morphin-6-Glucuronid verringert wird. Die erforderliche Dosis von Morphin ist bei Kombination mit Rifampicin schatzungsweise 1,5-2 Mal hoher.
Thrombozytenhemmung mit oralen P2У12-Inhibitoren
Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom, die mit Morphin behandelt wurden, wurde eine verzogerte und verringerte Exposition gegenilber oralen P2У12-Inhibitoren zur Thrombozytenhemmung beobachtet. Diese Wechselwirkung konnte mit einer verminderten gastrointestinalen Motilitat zusammenhangen und besteht auch bei anderen Opioiden. Die klinische Relevanz ist nicht bekannt, aber Daten zeigen das Potenzial filr eine verminderte Wirksamkeit von P2У12-Inhibitoren bei Patienten, denen Morphin und ein P2У12-Inhibitor gleichzeitig verabreicht wurde (siehe Abschnitt 4.4). Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom, bei denen auf den Einsatz von Morphin nicht verzichtet werden kann und eine schnelle P2У12-Нemmung als entscheidend erachtet wird, kann der Einsatz eines parenteralen P2У12-Inhibitors erwogen werden.
Andere Opioide
Bei rilckenmarksnaher (epiduraler und intrathekaler) Anwendung sollte eine gleichzeitige systemische Gabe von anderen Opioiden – soweit es sich nicht um eine Rescue-Medikation gegen Schmerzspitzen handelt – vermieden werden.
Schwangerschaft
Es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung beim Menschen vor, die die Bewertung eines moglichen teratogenen Risikos erlauben wilrden. Morphin passiert die Plazentaschranke.
Untersuchungen an Tieren zeigten ein Schadigungspotenzial filr die Nachkommen wahrend der gesamten Dauer der Trachtigkeit (siehe Abschnitt 5.3). Morphin darf daher in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Nutzen filr die Mutter das Risiko filr das Kind klar ilberwiegt.
Neugeborene, deren Miltter wahrend der Schwangerschaft Opioid-Analgetika erhalten haben, milssen auf Anzeichen eines neonatalen Entzugssyndroms (Abstinenzsyndrom) ilberwacht werden. Die Behandlung kann ein Opioid und unterstiltzende Behandlung umfassen.
Entbindung
Morphin kann die Dauer der Wehentatigkeit verlangern oder verkilrzen. Neugeborene, deren Miltter wahrend der Entbindung Opioidanalgetika erhalten, sollten auf Anzeichen einer Atemdepression oder eines Entzugssyndroms ilberwacht und gegebenenfalls mit einem spezifischen Opioidantagonisten behandelt werden.
Bei geburtshilflichen Schmerzen darf Morphin nur lokal im Epiduralraum verabreicht werden, da eine systemische Anwendung die Geburt verzogern und eine Atemdepression beim Neugeborenen verursachen kann.
Stillzeit
Morphin wird in die Muttermilch ausgeschieden und erreicht dort hohere Konzentrationen als im miltterlichen Plasma. Da beim Saugling klinisch relevante Konzentrationen erreicht werden konnen, ist vom Stillen abzuraten.
Fertilittit
In tierexperimentellen Studien wurde gezeigt, dass Morphin die Fertilitat reduzieren kann (siehe Abschnitt 5.3).
Morphin kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermogen so weit verandern, dass die Fahigkeit zur aktiven Teilnahme am StraBenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeintrachtigt oder nicht mehr gegeben ist.
Dies ist insbesondere bei Behandlungsbeginn, Dosiserhohung und Praparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von Beruhigungsmitteln zu erwarten.
Die Beurteilung der jeweils individuellen Situation ist durch den behandelnden Arzt vorzunehmen. Bei einer stabilen Therapie ist ein generelles Fahrverbot nicht zwingend erforderlich.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Нaufigkeiten zugrunde gelegt: Sehr haufig: (≥ 1/10)
Нaufig: (≥ 1/100, < 1/10) Gelegentlich: (≥ 1/1 000, < 1/100) Selten: (≥ 1/10 000, < 1/1 000) Sehr selten: (< 1/10 000)
Nicht bekannt: (Нaufigkeit auf Grundlage der verfilgbaren Daten nicht abschatzbar)
Erkrankungen des Immunsystems
Nicht bekannt: Anaphylaktische Reaktionen, anaphylaktoide Reaktionen.
Endokrine Erkrankungen
Sehr selten: Syndrom der inadaquaten ADН-Sekretion (SIADН; Leitsymptom: Нyponatriamie).
Psychiatrische Erkrankungen
Morphin zeigt vielfaltige psychische Nebenwirkungen, die hinsichtlich Starke und Art individuell unterschiedlich (je nach Personlichkeit und Behandlungsdauer) in Erscheinung treten.
Sehr htiufig: Stimmungsveranderungen, meist Euphorie, aber auch Dysphorie.
Нtiufig: Veranderungen der Aktiviertheit (meist Dampfung, aber auch Steigerung oder Erregungszustande), Schlaflosigkeit und Veranderungen der kognitiven und sensorischen Leistungsfahigkeit (z. B. Denkstorungen, Wahrnehmungsstorungen/Нalluzinationen, Verwirrtheit). Sehr selten: Abhangigkeit1 (siehe auch Abschnitt 4.4), Verminderung der Libido oder Potenzschwache.
Erkrankungen des Nervensystems
Morphin filhrt dosisabhangig zu einer Atemdampfung und Sedierung in unterschiedlichem AusmaB von leichter Mildigkeit bis zur Benommenheit.
Нtiufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Нyperhidrose.
Gelegentlich: Erhohter intrakranieller Druck, Parasthesien.
Sehr selten: Tremor, unwillkilrliches Muskelzucken, insbesondere bei epiduraler oder intrathekaler Gabe epileptische Krampfanfalle.
Nicht bekannt: Allodynie, Нyperalgesie (siehe Abschnitt 4.4).
Bei der epiduralen und intrathekalen Morphingabe konnen auch folgende Nebenwirkungen auftreten:
Gelegentlich: Reaktivierung von Нerpes labialis-Infektionen.
Sehr selten: Schwerwiegende neurologische Symptome wie Paresen, die z. B. auf eine Granulombildung im Bereich der Katheterspitze zurilckgehen konnen (siehe auch Abschnitt 4.4).
Augenerkrankungen
Sehr selten: Verschwommenes Sehen, Doppeltsehen und Nystagmus. Pupillenverengung ist ein typischer Begleiteffekt.
Нerzerkrankungen
Gelegentlich: Klinisch bedeutsamer Abfall als auch Anstieg von Blutdruck und Нerzfrequenz. Нerzklopfen, Нerzversagen.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Нtiufig: Нypoxie.
Gelegentlich: Atemdepression, Нyperkapnie.
Selten: Bronchospasmen.
Sehr selten: Dyspnoe. Bei intensivmedizinisch behandelten Patienten sind nicht-kardiogen bedingte Lungenodeme beobachtet worden.
Nicht bekannt: Zentrales Schlafapnoe-Syndrom.
Bei der epiduralen und intrathekalen Morphingabe konnen auch folgende Nebenwirkungen auftreten:
Sehr selten: Eine verspatete Atemhemmung (bis zu 24 Stunden).
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Dosisabhangig konnen -Obelkeit und Mundtrockenheit auftreten. Bei Dauerbehandlung ist Obstipation ein typischer Begleiteffekt.
Нtiufig: Erbrechen (besonders zu Beginn der Behandlung), Appetitlosigkeit, Dyspepsie und Geschmacksveranderungen.
Selten: Erhohung der Pankreasenzyme oder Pankreatitis.
Sehr selten: Darmverschluss, Bauchschmerzen.
Nicht bekannt: Mundtrockenheit.
Leber- und Gallenerkrankungen
Selten: Gallenkoliken.
Sehr selten: Erhohung leberspezifischer Enzyme.
Nicht bekannt: Spasmus des Sphincter Oddi.
Erkrankungen der Нaut und des Unterhautgewebes
Нtiufig: -Oberempfindlichkeitsreaktionen wie Urtikaria, Pruritus.
Sehr selten: Gesichtsrotungen. Andere Нautausschlage wie Exantheme und periphere Odeme (bilden sich nach Absetzen zurilck).
Nicht bekannt: Akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP).
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Sehr selten: Muskelkrampfe, Muskelstarre.
Erkrankungen der Nieren und Нarnwege
Sehr htiufig: Нarnverhalt nach epiduraler Verabreichung.
Нtiufig: Storungen bei der Blasenentleerung.
Selten: Nierenkoliken.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Allgemeine Schwache bis hin zum Ohnmachtsanfall.
Es kann zu einer Toleranzentwicklung kommen.
Selten: Entzugserscheinungen (Abstinenzsyndrom)1.
Sehr selten: Asthenie, Unwohlsein, Schilttelfrost, Amenorrhoe. Zahnveranderungen, wobei jedoch ein ursachlicher Zusammenhang zur Morphin-Therapie nicht hergestellt werden konnte.
1 Arzneimittelabhangigkeit und Entzugserscheinungen (Abstinenzsyndrom)
Die Anwendung von Opioid-Analgetika kann mit der Entwicklung von korperlicher und/oder psychischer Abhangigkeit oder Toleranz verbunden sein. Die wiederholte Anwendung von Molnex kann, auch in therapeutischen Dosen, zu einer Arzneimittelabhangigkeit filhren. Das Risiko filr eine Arzneimittelabhangigkeit kann je nach individuellen Risikofaktoren des Patienten, Dosierung und Dauer der Opioidbehandlung variieren (siehe Abschnitt 4.4).
Wenn die Gabe von Opioiden abrupt abgesetzt wird oder eine Gabe von Opioid-Antagonisten erfolgt, kann ein Abstinenzsyndrom ausgelost werden; es kann in manchen Fallen auch zwischen den Dosen auftreten. Behandlungsempfehlungen, siehe Abschnitt 4.4.
Zu den korperlichen Entzugssymptomen gehoren: Korperschmerzen, Tremor, Restless
Legs-Syndrom, Diarrho, Bauchkolik, -Obelkeit, grippeahnliche Symptome, Tachykardie und Mydriasis. Psychische Symptome sind unter anderem dysphorische Stimmung, Angstgefilhle und Reizbarkeit.
Arzneimittelabhängigkeit geht häufig mit „Drogenhunger“ einher.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von groBer Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche -Oberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut filr Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Symptome der lntoxikation
Da die Empfindlichkeit auf Morphin individuell stark schwankt, konnen Intoxikationserscheinungen beim Erwachsenen ab Einzeldosen auftreten, die einer subkutanen und intravenosen Gabe von ca. 30 mg entsprechen. Bei Karzinompatienten werden diese Werte oft ilberschritten, ohne gravierende Nebenwirkungen hervorzurufen.
Die Opiatvergiftung auBert sich durch die Trias: Miosis, Atemdepression und Koma: Die Pupillen sind zunachst stecknadelkopfgroB. Bei starker Нypoxie dilatieren sie jedoch. Die Atmung ist stark reduziert (bis auf 2-4 Atemzilge pro Minute). Der Patient wird zyanotisch.
-Oberdosierung mit Morphin filhrt zu Benommenheit und Stupor bis hin zum Koma. Der Blutdruck bleibt zunachst normal, fallt jedoch bei fortschreitender Intoxikation rapide ab. Anhaltender Blutdruckabfall kann in einen Schockzustand ilbergehen. Tachykardie, Bradykardie und Rhabdomyolyse konnen auftreten. Die Korpertemperatur fallt ab. Die Skelettmuskulatur wird relaxiert, gelegentlich konnen, insbesondere bei Kindern, generalisierte Krampfe auftreten. Es kann zu Aspirationspneumonie kommen. Der Tod tritt meist durch Ateminsuffizienz oder durch Komplikationen wie z. B. pulmonales Odem ein.
Therapie von lntoxikationen
Bei bewusstlosen Patienten mit Atemstillstand sind Beatmung, Intubation und die intravenose Gabe eines Opiatantagonisten (z. B. 0,4 mg Naloxon i.v.) angezeigt. Bei anhaltender Ateminsuffizienz muss die Einzeldosis 1-3 Mal in dreiminiltigen Abstanden wiederholt werden, bis die Atemfrequenz normalisiert ist und der Patient auf Schmerzreize reagiert.
Strenge -Oberwachung (mindestens 24 Stunden) ist notwendig, da die Wirkung des Opiatantagonisten kilrzer ist als die des Morphins, so dass mit einem erneuten Auftreten der Ateminsuffizienz gerechnet werden muss.
Die Dosis des Opiatantagonisten betragt bei Kindern pro Einzeldosis 0,01 mg pro kg Korpergewicht.
Ferner konnen MaBnahmen zum Schutz vor Warmeverlusten und zur Volumentherapie erforderlich sein.
Pharmakologische Eigenschaften - Molnex 20 mg/ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika, Opioide, ATC-Code: N02AA01
Morphin ist ein Phenantren-Alkaloid mit opiatagonistischen Eigenschaften. Es zeigt eine ausgepragte Affinitat zu μ-Rezeptoren.
Zentrale Wirkungen
Morphin wirkt analgetisch, antitussiv, sedierend, tranquillisierend, atemdepressiv, miotisch, antidiuretisch, emetisch und antiemetisch (Spateffekt) und geringgradig Blutdruck und Нerzfrequenz senkend.
Epidural verabreichtes Morphin wirkt direkt auf die Opioidrezeptoren im Rilckenmark und hemmt selektiv die Weiterleitung von nozizeptiven Nervenimpulsen.
Periphere Wirkungen
Obstipation, Kontraktion der Sphinkteren im Bereich der Gallenwege, Steigerung des Tonus der Нarnblasenmuskulatur und des BlasenschlieBmuskels, Verzogerung der Magenentleerung durch Pyloruskonstriktion, Нautrotung, Urtikaria und Juckreiz durch Нistaminfreisetzung sowie bei Asthmatikern Bronchospasmus, Beeinflussung der hypophysar-hypothalamischen Achse und damit Beeinflussung der Нormonwirkung von Kortikoiden, Sexualhormonen, Prolactin und antidiuretischem Нormon. Eine Manifestation klinischer Symptome aufgrund dieser Нormonveranderungen kann moglich sein.
ln vitro- und Tierstudien zeigen unterschiedliche Effekte natilrlicher Opioide, wie Morphin, auf Komponenten des Immunsystems. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist nicht bekannt.
Resorption
Subkutane und intramuskulare Anwendung: Die Wirkung setzt nach 15 bis 30 Minuten ein, die maximale schmerzstillende Wirkung nach 45 bis 90 Minuten. Intravenose Anwendung: Die Wirkung setzt sofort ein, die maximale schmerzlindernde Wirkung tritt nach ca. 20 Minuten ein. Die analgetische Wirkung einer epiduralen Dosis kann etwa nach 10 Minuten beobachtet werden, und die maximale Wirkung wird 45 bis 60 Minuten nach einer Injektion erreicht. Epidural verabreichtes Morphin wird rasch in den Korperkreislauf aufgenommen.
Verteilung
Morphin wird zu ca. 20-35 % an Plasmaproteine, bevorzugt an die Albuminfraktion, gebunden. Das Verteilungsvolumen von Morphin wird mit 1,0-4,7 l/kg nach i.v. Einmalgabe von 4-10 mg angegeben. Нohe Gewebekonzentrationen findet man in der Leber, Niere, im Gastrointestinaltrakt und im Muskel. Morphin ilberwindet die Blut-Нirnschranke.
Biotransformation
Morphin wird vorwiegend in der Leber, aber auch im Darmepithel metabolisiert. Der wesentliche Schritt ist die Glucuronidierung der phenolischen Нydroxylgruppe mittels der hepatischen
UDP-Glucuronyltransferase und N-Demethylierung.
Нauptmetabolite sind vor allem Morphin-3-glucuronid und in geringerer Menge
Morphin-6-glucuronid. AuBerdem entstehen unter anderem Sulfatkonjugate sowie oxidative Stoffwechselprodukte wie Normorphin, Morphin-N-oxid und ein in 2-Stellung hydroxiliertes Morphin. Die Нalbwertszeit der Glucuronide ist erheblich langer als die des freien Morphins. Das Morphin-6-glucuronid ist biologisch wirksam. Es ist moglich, dass eine verlangerte Wirkung bei Patienten mit Niereninsuffizienz auf diesen Metaboliten zurilckzufilhren ist.
Elimination
Die Wirkdauer nach subkutaner, intramuskularer und intravenoser Applikation betragt 4-6 Stunden und nach epiduraler Applikation ca. 12 Stunden und geht bei intrathekaler Gabe noch darilber hinaus.
Im Нarn werden nach oraler oder parenteraler Applikation ca. 80 % des verabreichten Morphins wiedergefunden (10 % unverandertes Morphin, 4 % Normorphin und 65 % als Glucuronide, mit einem Verhaltnis von Morphin-3-glucuronid zu Morphin-6-glucuronid von 10 zu 1). Die Eliminationshalbwertszeit von Morphin unterliegt groBen interindividuellen Schwankungen. Sie liegt nach parenteraler Gabe durchschnittlich zwischen 1,7 und 4,5 Stunden, gelegentlich wurden auch Werte um 9 Stunden gefunden. Etwa 10 % der Morphin-Glucuronide werden ilber die Galle mit den Faeces ausgeschieden.
Pharmazeutische Angaben - Molnex 20 mg/ml
Natriumchlorid
Salzsaure 36 % (zur pН-Wert-Einstellung) Wasser filr Injektionszwecke
InkompatiЬilitaten
Das Arzneimittel darf, auBer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgefilhrten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Dauer der HaltЬarkeit
5 Jahre
Nach dem Offnen der Ampulle
Das Arzneimittel ist sofort zu anwenden.
Нaltbarkeit nach Verdilnnung
Die chemische und physikalische Stabilitat der gebrauchsfertigen Zubereitung wurde filr 28 Stunden bei 25 °C und bei 2 °C bis 8 °C nachgewiesen bei Verdilnnung mit:
-
9 mg/ml (0,9 %) Natriumchloridlosung in den Konzentrationen 0,067 mg/ml, 0,4 mg/ml oder 1 mg/ml;
-
100 mg/ml (10 %) Glucose-Losung bis zur Konzentration von 1 mg/ml.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte die verdilnnte Losung sofort verwendet werden. Wenn die verdilnnte Losung nicht sofort angewendet wird, ist der Anwender filr die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Verdilnnung der Losung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht langer als
24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C aufzubewahren.
Besondere VorsichtsmaBnahmen fiir die AufЬewahrung
Filr dieses Arzneimittel sind bezilglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Die Ampullen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schiltzen. Aufbewahrungsbedingungen nach Verdilnnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
Farblose Glasampullen mit Sollbruchstelle (One-Point-Cut).
Die Ampullen sind in einem Liner verpackt. Der Liner ist in einem Umkarton verpackt. PackungsgroBen:
Molnex 10 mglml
5 oder 10 Ampullen zu 1 ml
Molnex 20 mglml
5, 10 oder 25 Ampullen zu 1 ml
5 oder 10 Ampullen zu 5 ml
5 oder 10 Ampullen zu 10 ml
Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.
Besondere VorsichtsmaBnahmen fiir die Beseitigung
Nur zur einmaligen Anwendung.
Vor der Verwendung ist das Arzneimittel visuell zu ilberprilfen. Nur klare Losungen frei von Partikel dilrfen verwendet werden.
Kann mit 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchloridlosung oder 50-100 mg/ml (5-10 %) Glucose-Losung zur Infusion verdilnnt werden (siehe Abschnitt 4.2).
Vor der Verabreichung von Dosen, die sehr kleinen Volumina entsprechen, an Kinder sollte Molnex verdilnnt werden, um Dosierungsfehler zu vermeiden. Empfohlene Nachverdilnnungsvolumina je nach Korpergewicht und vorgesehener Dosis sind in der nachstehenden Tabelle angegeben (Tabelle 1).
Vor der Verabreichung von Dosen, die bei erwachsenen Patienten geringe Volumina erfordern,
d. h. 0,5 bis 1,0 mg auf intrathekalem Weg, sollte Molnex verdilnnt werden, um Dosierungsfehler zu vermeiden. Empfohlene Nachverdilnnungsvolumina je nach vorgesehener Dosis sind in der nachstehenden Tabelle angegeben (Tabelle 2).
Das Behaltnis sollte gut geschilttelt werden, um ein grilndliches Mischen zu gewahrleisten, bevor die entsprechende Volumenmenge in die Verabreichungsspritze aufgezogen wird.
Vollstandige Dosierungsempfehlungen sind in Abschnitt 4.2 zu finden.
TaЬelle 1 Korpergewicht, Dosis und Verdiinnungsmengen fiir kleine Morphindosen Ьei Kindern und Jugendlichen
| Patientengewicht (kg) | Entsprechendevorgesehene Dosis (mg/kg) | Zu veraЬreichende Gesamtdosis (mg) | ResultierendesDosisvolumen nach Verdiinnung (ml) |
| 1 ml Molnex 10 mglml in 49 ml Verdйnnungsmittel verdйnnen - auf ein Gesamtvolumen von 50 ml(Endkonzentration der verdйnnten Lдsung 0,2 mglml) ODER0,5 ml Мolnex 20 mg/ml in 49,5 ml Verdйnnungsmittel verdйnnen - auf ein Gesamtvolumen von 50 ml(Endkonzentration der verdйnnten Lдsung 0,2 mglml) | |||
| 2,5 | 0,02 | 0,05 | 0,25 |
| 0,05 | 0,125 | 0,63 | |
| 0,1 | 0,25 | 1,25 | |
| 0,2 | 0,50 | 2,50 | |
| 5 | 0,02 | 0,10 | 0,50 |
| 0,05 | 0,25 | 1,25 | |
| 0,1 | 0,50 | 2,50 | |
| 0,2 | 1,0 | 5,0 | |
| 1 ml Molnex 10 mglml in 14 ml Verdйnnungsmittel verdйnnen - auf ein Gesamtvolumen von 15 ml(Endkonzentration der verdйnnten Lдsung 0,67 mglml) ODER0,5 ml Мolnex 20 mg/ml in 14,5 ml Verdйnnungsmittel verdйnnen - auf ein Gesamtvolumen von 15 ml(Endkonzentration der verdйnnten Lдsung 0,67 mglml) | |||
| 10 | 0,02 | 0,20 | 0,30 |
| 0,05 | 0,50 | 0,75 | |
| 0,1 | 1,0 | 1,50 | |
| 0,2 | 2,0 | 3,0 | |
| 15 | 0,02 | 0,30 | 0,45 |
| 0,05 | 0,75 | 1,13 | |
| 0,1 | 1,50 | 2,25 | |
| 0,2 | 3,0 | 4,50 | |
| 20 | 0,02 | 0,40 | 0,60 |
| 0,05 | 1,0 | 1,50 | |
| 0,1 | 2,0 | 3,0 | |
| 0,2 | 4,0 | 6,0 | |
| 1 ml Molnex 10 mglml in 9 ml Verdйnnungsmittel verdйnnen - auf ein Gesamtvolumen von 10 ml(Endkonzentration der verdйnnten Lдsung 1,0 mglml) ODER0,5 ml Мolnex 20 mg/ml in 9,5 ml Verdйnnungsmittel verdйnnen - auf ein Gesamtvolumen von 10 ml(Endkonzentration der verdйnnten Lдsung 1,0 mglml) | |||
| 25 | 0,02 | 0,50 | 0,50 |
| 0,05 | 1,25 | 1,25 | |
| 0,1 | 2,50 | 2,50 | |
| 0,2 | 5,0 | 5,0 | |
| 30 | 0,02 | 0,60 | 0,60 |
| 0,05 | 1,50 | 1,50 | |
| 0,1 | 3,0 | 3,0 | |
| 0,2 | 6,0 | 6,0 | |
TaЬelle 2 Dosis und Verdiinnungsmengen fiir kleine Morphindosen Ьei erwachsenen Patienten
| Zu veraЬreichende Dosis (mg) | Resultierendes Dosisvolumen nach Verdiinnung (ml) |
| 1 ml Molnex 10 mglml in 14 ml Verdйnnungsmittel verdйnnen - auf ein Gesamtvolumen von 15 ml(Endkonzentration der verdйnnten Lдsung 0,67 mglml) ODER0,5 ml Мolnex 20 mg/ml in 14,5 ml Verdйnnungsmittel verdйnnen - auf ein Gesamtvolumen von 15 ml(Endkonzentration der verdйnnten Lдsung 0,67 mglml) | |
| 1,0 | 1,5 |
| 0,5 | 0,75 |
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.