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Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

evaluna 30 Dragees, 30 Mikrogramm/150 Mikrogramm überzogene Tabletten

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Ja

Darreichungsform

Tbl., überzog.

Hersteller

Exeltis Germany GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.1.2025
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Fachinfo - evaluna 30 Mikrogramm/150 Mikrogramm

Anwendungsgebiete

Orale Kontrazeption

Bei der Entscheidung, evaluna 30 zu verschreiben, sollten die aktuellen, individuellen Risikofaktoren der einzelnen Frauen, insbesondere im Hinblick auf venöse Thrombo-embolien (VTE), berücksichtigt werden. Auch sollte das Risiko für eine VTE bei An-wendung von evaluna 30 mit dem anderer kombinierter hormonaler Kontrazeptiva (KHK) verglichen werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Dosierung

Bei bekannter oder vermuteter Schwangerschaft darf die Einnahme von evaluna 30 nicht begonnen oder fortgesetzt werden.

Art der Anwendung Zum Einnehmen

Dosierung

Die Tabletten müssen jeden Tag etwa zur gleichen Zeit, falls erforderlich mit etwas Flüssigkeit, eingenommen werden. Über 21 aufeinanderfolgende Tage muss jeweils 1 Tablette täglich eingenommen werden.

Mit der Einnahme der Tabletten aus der nächsten Packung wird nach einer 7-tägigen Einnahmepause begonnen. In der Regel kommt es 2 bis 3 Tage nach Einnahme der letz-

ten Tablette zu einer Abbruchblutung. Diese kann noch andauern, wenn mit der Ein-nahme aus der nächsten Packung begonnen wird.

Beginn der Einnahme von evaluna 30

  • Keine vorherige Verwendung hormonaler Kontrazeptiva im letzten Monat

    Mit der Tabletteneinnahme ist am 1. Tag des natürlichen Zyklus (d. h. am 1. Tag der Menstruationsblutung) zu beginnen. Wenn die Einnahme zwischen Tag 2 und 5 be-gonnen wird, wird während der ersten 7 Tage der Tabletteneinnahme eine zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahme empfohlen.

  • Wechsel von einem anderen kombinierten hormonalen Kontrazeptivum (kombinierte orale Kontrazeptiva (KOK), Vaginalring, transdermales Pflaster)

    Mit der Einnahme von evaluna 30 soll bevorzugt am Tag nach der Einnahme der letzten wirkstoffhaltigen Tablette des zuvor eingenommenen Kombinationspräparates (oder nach der Entfernung des Rings oder des Pflasters) begonnen werden, spätestens aber am Tag nach dem üblichen tablettenfreien (ringfreien, pflasterfreien) Intervall bzw. am Tag nach der Einnahme der letzten wirkstofffreien Tablette des zuvor einge-nommenen Kombinationspräparates.

  • Wechsel von einem Gestagenmonopräparat (Minipille, Injektionspräparat, Implantat, Intrauterinsystem [IUS])

    Bei vorheriger Einnahme der Minipille kann an jedem beliebigen Tag gewechselt werden (die Umstellung von einem Implantat oder IUS muss am Tag der Entfernung erfolgen, die von einem Injektionspräparat zu dem Zeitpunkt, an dem die nächste In-jektion fällig wäre). Jedoch ist in allen Fällen während der ersten 7 Tage der Tablet-teneinnahme von evaluna 30 eine zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahme er-forderlich.

  • Nach einem Abort im ersten Trimenon

    Es kann sofort mit der Einnahme von evaluna 30 begonnen werden. In diesem Fall sind keine zusätzlichen empfängnisverhütenden Maßnahmen erforderlich.

  • Nach einer Geburt oder einem Abort im zweiten Trimenon

    Anwendung in der Stillzeit siehe Abschnitt 4.6

    Da in dem unmittelbar auf eine Entbindung folgenden Zeitraum das Risiko thrombo-embolischer Ereignisse erhöht ist, sollte die Einnahme oraler Kontrazeptiva 21 bis 28 Tage nach einer Geburt bei nicht stillenden Frauen oder nach einem Abort im zweiten Trimenon begonnen werden. Während der ersten 7 Einnahmetage soll zusätzlich eine nicht-hormonale Verhütungsmethode angewendet werden. Wenn jedoch bereits Ge-schlechtsverkehr stattgefunden hat, muss vor Beginn der Einnahme eine Schwanger-schaft ausgeschlossen oder die erste Monatsblutung abgewartet werden.

    Dauer der Anwendung

    evaluna 30 kann solange angewendet werden, wie eine hormonale Methode der Kont-razeption gewünscht wird und die Vorteile einer hormonalen Kontrazeption die gesund-heitlichen Risiken überwiegen (zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen siehe Ab-schnitt 4.4).

    Vorgehen bei vergessener Tabletteneinnahme

    evaluna 30 enthält eine niedrige Dosierung der beiden Hormone und demzufolge ist die Spanne der kontrazeptiven Wirksamkeit eng, wenn eine Tablette vergessen wurde.

    Wird die Tablette innerhalb von 12 Stunden nach dem üblichen Einnahmezeitpunkt eingenommen, ist der Konzeptionsschutz nicht eingeschränkt. Die Einnahme der ver-gessenen Tablette soll in diesem Fall sofort nachgeholt werden. Alle darauf folgenden Tabletten sind dann wieder zur gewohnten Zeit einzunehmen.

    Wenn der Einnahmezeitpunkt um mehr als 12 Stunden überschritten wird, ist der Konzeptionsschutz nicht mehr voll gewährleistet.

    Wenn die auf die vergessene Einnahme folgende übliche Entzugsblutung ausbleibt, muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden, bevor mit einer neuen Blisterpa-ckung begonnen wird.

    Bei vergessenen Tabletteneinnahmen sind grundsätzlich 2 Punkte zu beachten:

    1. Die Einnahme der Tabletten darf nie länger als 7 Tage unterbrochen werden.

    2. Um eine ausreichende Suppression des Hypothalamus-Hypophysen-Ovarialsystems zu erreichen, ist eine ununterbrochene Einnahme der Tabletten über 7 Tage erforderlich.

    Entsprechend können für die tägliche Praxis folgende Empfehlungen gegeben werden:

    1. Woche

      Die Anwenderin sollte die letzte vergessene Tablette einnehmen, sobald sie merkt, dass sie diese vergessen hat, selbst wenn dies bedeutet, dass sie 2 Tabletten zur gleichen Zeit einnimmt. Die weitere Tabletteneinnahme erfolgt dann zur gewohnten Zeit. In den nächsten 7 Tagen soll jedoch zusätzlich eine nicht-hormonale Verhütungsmethode, z. B. ein Kondom, angewendet werden. Wenn in den vorausgegangenen 7 Tagen Ge-schlechtsverkehr stattgefunden hat, sollte die Möglichkeit einer Schwangerschaft in Be-tracht gezogen werden. Das Risiko einer Schwangerschaft ist umso höher, je mehr Tab-letten vergessen wurden und je näher dies zeitlich am regulären einnahmefreien Inter-vall liegt.

    2. Woche

      Die Anwenderin sollte die letzte vergessene Tablette einnehmen, sobald sie bemerkt, dass sie diese vergessen hat, auch wenn dies bedeutet, dass 2 Tabletten zur gleichen Zeit einzunehmen sind. Die weitere Einnahme der Tabletten erfolgt dann zur üblichen Zeit. Vorausgesetzt, dass die Einnahme der Tabletten an den 7 Tagen vor der ersten verges-senen Tablette korrekt erfolgt ist, besteht keine Notwendigkeit, zusätzliche Maßnahmen zur Empfängnisverhütung anzuwenden. War dies nicht der Fall oder wurde mehr als 1 Tablette vergessen, soll die Anwendung zusätzlicher kontrazeptiver Maßnahmen über 7 Tage empfohlen werden.

    3. Woche

      Aufgrund des bevorstehenden 7-tägigen einnahmefreien Intervalls ist ein voller Kon-zeptionsschutz nicht mehr gewährleistet. Jedoch lässt sich eine Herabsetzung der emp-fängnisverhütenden Wirkung durch eine Anpassung des Einnahmeschemas verhindern. Bei Einhalten einer der beiden folgenden Vorgehensweisen besteht daher keine Not-wendigkeit zusätzlicher kontrazeptiver Maßnahmen, vorausgesetzt, die Tablettenein-nahme an den 7 Tagen vor der ersten vergessenen Tablette erfolgte korrekt. Wenn dies nicht der Fall ist, soll die Anwenderin wie unter Punkt 1 beschrieben vorgehen und au-ßerdem in den nächsten 7 Tagen zusätzliche nicht-hormonale Maßnahmen zur Emp-fängnisverhütung anwenden.

      1. Die Anwenderin soll die Einnahme der letzten vergessenen Tablette so schnell wie möglich nachholen, auch wenn dies bedeutet, dass 2 Tabletten zur gleichen Zeit eingenommen werden. Die Einnahme der restlichen Tabletten erfolgt dann

        wieder zur üblichen Zeit. Mit der Einnahme der Tabletten aus der nächsten Blisterpackung wird direkt nach Aufbrauchen der Tabletten der aktuellen Blis-terpackung begonnen, d. h., zwischen den beiden Packungen liegt kein einnah-mefreies Intervall. Es ist dabei unwahrscheinlich, dass es bei der Anwendung der zweiten Packung zur üblichen Entzugsblutung kommt, allerdings können noch während der Einnahme Schmier- oder Durchbruchblutungen auftreten.

      2. Es ist auch möglich, die Einnahme weiterer Tabletten aus der angebrochenen Blisterpackung abzubrechen und die Einnahmepause vorzuziehen. Nach einer Pause von bis zu 7 Tagen (einschließlich jener Tage, an denen die Einnahme vergessen wurde), wird die Einnahme der Tabletten aus der nächsten Packung fortgesetzt.

Wenn die Anwenderin mehrere Tabletten vergessen hat und danach in der ersten nor-malen Einnahmepause keine Entzugsblutung eingetreten ist, muss die Möglichkeit einer Schwangerschaft in Betracht gezogen werden.

Verhalten bei gastrointestinalen Störungen

Bei schweren gastrointestinalen Störungen werden die Wirkstoffe möglicher-weise nicht vollständig aufgenommen und es sollten zusätzliche empfängnisver-hütende Maßnahmen angewendet werden. Falls es innerhalb der ersten 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme von evaluna 30 zu Erbrechen oder schwerem Durchfall kommt, gelten dieselben Anwendungshinweise wie bei vergessener Tabletteneinnahme (siehe auch Abschnitt 4.4). Wenn das gewohnte Einnah-meschema beibehalten werden soll, muss die zusätzlich einzunehmende Tablette aus einer anderen Blisterpackung eingenommen werden. Die neue Tablette muss innerhalb von 12 Stunden nach der üblichen Einnahmezeit eingenommen werden. Wenn mehr als 12 Stunden vergehen, gelten die Empfehlungen wie unter “Vorgehen bei vergessener Tabletteneinnahme” angegeben. Wenn die Frau ihren gewohnten Einnahmezyklus nicht ändern möchte, dann muss die zusätzliche einzunehmen-de Tablette aus einer anderen Blisterpackung entnommen werden. Bei anhalten-den oder wiederkehrenden gastrointestinalen Störungen sollten zusätzlich nichthormo-nale Kontrazeptionsmethoden angewendet und der Arzt informiert werden.

Verschieben des Termins der Periode und Veränderung des Wochentags des Perioden-beginns

Um die Menstruation hinauszuschieben, sollte die Anwenderin direkt ohne Einnahme-pause mit der Tabletteneinnahme aus der nächsten Packung evaluna 30 fortfahren. Die Entzugsblutung kann so lange hinausgeschoben werden wie gewünscht, maximal bis die zweite Blisterpackung aufgebraucht ist. Während dieser Zeit kann es gehäuft zu Durchbruch- oder Schmierblutungen kommen. Nach der darauf folgenden regulären 7-tägigen Einnahmepause kann die Einnahme von evaluna 30 wie üblich fortgesetzt werden.

Um den Beginn der Menstruation auf einen anderen Wochentag zu verschieben, kann die Einnahmepause um die gewünschte Zahl von Tagen verkürzt werden. Je kürzer die Einnahmepause der Tabletten ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Ab-bruchblutung ausbleibt und während der Einnahme aus der folgenden Blisterpackung Durchbruch- bzw. Schmierblutungen auftreten (genau wie beim Hinauszögern der Menstruation).

Gegenanzeigen

Kombinierte orale Kontrazeptiva (KOK) dürfen bei Vorliegen einer der folgenden Er-krankungen nicht angewendet werden. Wenn eine dieser Erkrankungen während der

Anwendung des KOK zum ersten Mal auftritt, muss das Arzneimittel sofort abgesetzt werden.

  • Vorliegen einer oder Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE)

    • Venöse Thromboembolie – bestehende VTE (auch unter Therapie mit Antiko-agulanzien) oder VTE in der Vorgeschichte (z. B. tiefe Venenthrombose [TVT] oder Lungenembolie [LE])

    • Bekannte erbliche oder erworbene Prädisposition für eine venöse Thrombo-embolie, wie z. B. APC-Resistenz (einschließlich Faktor-V-Leiden), Anti-thrombin-III-Mangel, Protein-C-Mangel oder Protein-S-Mangel

    • Größere Operationen mit längerer Immobilisierung (siehe Abschnitt 4.4)

    • Hohes Risiko für eine venöse Thromboembolie aufgrund mehrerer Risikofak-toren (siehe Abschnitt 4.4)

  • Vorliegen einer oder Risiko für eine arterielle Thromboembolie (ATE)

    • Arterielle Thromboembolie – bestehende ATE, ATE in der Vorgeschichte (z. B. Myokardinfarkt) oder Erkrankung im Prodromalstadium (z. B. Angina pectoris)

    • Zerebrovaskuläre Erkrankung – bestehender Schlaganfall, Schlaganfall oder prodromale Erkrankung (z. B. transitorische ischämische Attacke [TIA]) in der Vorgeschichte

    • Bekannte erbliche oder erworbene Prädisposition für eine arterielle Thrombo-embolie, wie z. B. Hyperhomocysteinämie und Antiphospholipid-Antikörper (Anticardiolipin-Antikörper, Lupusantikoagulans)

    • Migräne mit fokalen neurologischen Symptomen in der Vorgeschichte

    • Hohes Risiko für eine arterielle Thromboembolie aufgrund mehrerer Risiko-faktoren (siehe Abschnitt 4.4) oder eines schwerwiegenden Risikofaktors wie:

      • Diabetes mellitus mit Gefäßschädigung

      • Schwere Hypertonie

      • Schwere Dyslipoproteinämie

  • bestehende oder vorausgegangene Pankreatitis, wenn diese mit schwerer Hyper-triglyzeridämie einhergeht

  • bestehende oder vorausgegangene Lebererkrankungen, solange sich die Leber-funktionswerte nicht normalisiert haben (auch Dubin-Johnson und Rotor-Syndrom)

  • bestehende oder vorausgegangene Lebertumoren (gutartig oder bösartig)

  • bekannte oder vermutete sexualhormonabhängige, maligne Tumoren (z. B. Der Mamma oder des Endometriums)

  • diagnostisch nicht abgeklärte vaginale Blutungen

  • Amenorrhoe unbekannter Ursache

  • Evaluna 30 ist kontraindiziert für die gleichzeitige Anwendung mit Arzneimit-teln, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir enthalten, mit Arznei-mitteln, die Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir enthalten (siehe Abschnitt 4.5)

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe Levonorgestrel und Ethinylestradiol oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Warnhinweise

Gründe für die sofortige Beendigung der Einnahme von evaluna 30 (siehe Abschnitt 4.3):

  • eingetretene Schwangerschaft oder Verdacht darauf

  • erste Anzeichen von Venenentzündungen bzw. Anzeichen für eine mögliche Thrombose (auch Netzhautthrombose), Embolie oder Myokardinfarkt (siehe

    „Warnhinweise“ weiter unten)

  • ständig erhöhter Blutdruck auf Werte über 140/90 mmHg. Die neuerliche Einnahme von KOK kann erwogen werden, sobald sich die Blutdruckwerte unter antihyperten-siver Behandlung normalisiert haben.

  • geplante Operation (mindestens 4 Wochen vorher) und/ oder längere Immobilisation (z. B. nach Unfällen). Die Einnahme sollte frühestens 2 Wochen nach vollständiger Remobilisierung wieder aufgenommen werden.

  • erstmaliges Auftreten oder Verschlechterung einer Migräne

  • wenn Kopfschmerzen ungewohnt häufig, anhaltend oder stark auftreten bzw. sich plötzlich fokale neurologische Symptome entwickeln (mögliche erste Anzeichen ei-nes Schlaganfalls)

  • starke Oberbauchschmerzen, Lebervergrößerung oder Anzeichen einer intraabdomi-nellen Blutung (mögliche Hinweise auf einen Lebertumor)

  • Auftreten von Ikterus, Hepatitis, generalisiertem Pruritus, Cholestase sowie auffälli-gen Leberfunktionswerten. Bei eingeschränkter Leberfunktion werden Steroidhor-mone vermindert metabolisiert.

  • akute Entgleisung eines Diabetes mellitus

  • Neu- oder Wiederauftreten einer Porphyrie

    Erkrankungen/ Risikofaktoren, die eine besondere ärztliche Überwachung erfordern:

  • Rauchen

  • Frauen ab 35 Jahre (siehe „Warnhinweise“ weiter unten)

  • Adipositas

  • Herz- und Nierenerkrankungen, da der Wirkstoff Ethinylestradiol zu einer Flüssig-keitsretention führen kann

  • oberflächliche Phlebitiden, stark ausgeprägte Neigung zu Varikosis, periphere Durchblutungsstörungen, da diese mit dem Auftreten von Thrombosen vergesell-schaftet sein können

  • Blutdruckanstieg (auf über 140/90 mmHg)

  • Migräne

  • Depressionen

  • Epilepsie. Bei einer Zunahme epileptischer Anfälle unter evaluna 30 sollte die An-wendung anderer kontrazeptiver Methoden in Betracht gezogen werden.

  • verminderte Glucosetoleranz/Diabetes mellitus. Da KOK die periphere Insulinresis-tenz und die Glucosetoleranz beeinflussen können, ändert sich möglicherweise die erforderliche Dosis von Insulin oder anderen Antidiabetika.

  • Fettstoffwechselstörungen. Levonorgestrel, der Gestagenanteil in evaluna 30, kann zu einer Erhöhung der Lipoproteine mit geringer Dichte (LDL) führen. Die Dosie-rung einer bestehenden lipidsenkenden Therapie ist ggf. zu ändern. Bei Anwende-rinnen mit Fettstoffwechselstörungen kann Ethinylestradiol, der Estrogenanteil, zu starken Erhöhungen der Plasmatriglyceride und nachfolgend zu Pankreatitis und an-deren Komplikationen führen (siehe Abschnitt 4.3). Bei Frauen mit unkontrollierter Dyslipidämie sollten alternative Verhütungsmethoden in Betracht gezogen werden.

  • Sichelzellenanämie

  • Chorea minor (Sydenham)

  • vorausgegangene Lebererkrankungen

  • Gallenblasenerkrankungen

  • Uterus myomatosus

  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)

  • Otosklerose

  • Lupus erythematodes

  • hämolytisch-urämisches Syndrom

  • längere Immobilisierung (siehe auch unter „Gründe für die sofortige Beendigung der Einnahme“)

Warnhinweise

Die Eignung von evaluna 30 sollte mit der Frau besprochen werden, falls eine der im Folgenden aufgeführten Erkrankungen oder Risikofaktoren vorliegt.

Bei einer Verschlechterung oder dem ersten Auftreten einer dieser Erkrankungen oder Risikofaktoren ist der Anwenderin anzuraten, sich an ihren Arzt zu wenden, um zu ent-scheiden, ob die Anwendung von evaluna 30 beendet werden sollte.

Thromboembolische Erkrankungen und andere Gefäßerkrankungen

Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE)

Die Anwendung jedes kombinierten hormonalen Kontrazeptivums (KHK) erhöht das Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE) im Vergleich zur Nichtanwendung. Präparate, die Levonorgestrel (evaluna 30), Norgestimat oder Norethisteron ent-halten, sind mit dem geringsten VTE-Risiko verbunden. Die Entscheidung, evalu-na 30 anzuwenden, sollte nur nach einem Gespräch mit der Frau getroffen wer-den, bei dem sicherzustellen ist, dass sie Folgendes versteht: das Risiko für eine VTE bei Anwendung von evaluna 30, wie ihre vorliegenden individuellen Risiko-faktoren dieses Risiko beeinflussen und dass ihr Risiko für VTE in ihrem allerers-ten Anwendungsjahr am höchsten ist. Es gibt zudem Hinweise, dass das Risiko er-höht ist, wenn die Anwendung eines KHK nach einer Unterbrechung von 4 oder mehr Wochen wieder aufgenommen wird.

Ungefähr 2 von 10.000 Frauen, die kein KHK anwenden und nicht schwanger sind, er-leiden im Verlauf eines Jahres eine VTE. Bei einer einzelnen Frau kann das Risiko je-doch in Abhängigkeit von ihren zugrunde liegenden Risikofaktoren bedeutend höher sein (siehe unten).

Epidemiologische Studien mit Frauen, die niedrig dosierte kombinierte orale Kontra-zeptiva (<50 µg Ethinylestradiol) anwenden, ergaben, dass im Verlauf eines Jahres bei ca. 6 bis 12 von 10.000 Frauen eine VTE auftritt; dieses Risiko variiert jedoch abhängig vom Gestagen.

Ungefähr 61 von 10.000 Frauen, die ein Levonorgestrel haltiges KHK anwenden, erlei-den im Verlauf eines Jahres eine VTE.

Die Anzahl an VTE pro Jahr unter niedrig dosierten KHK ist geringer als die erwartete Anzahl während der Schwangerschaft oder in der Zeit nach der Geburt. VTE können in 1 bis 2 % der Fälle tödlich verlaufen.

Jährliche Anzahl an VTE-Ereignissen pro 10.000 Frauen

1 Mittelwert der Spannweite 5-7 pro 10.000 Frauenjahre, auf der Grundlage eines relativen Risikos für Levonorgestrel-haltige KHK versus Nichtanwendung von ungefähr 2,3 bis 3,6.

Äußerst selten wurde bei Anwenderinnen von KHK über eine Thrombose in anderen Blutgefäßen berichtet, wie z. B. in Venen und Arterien von Leber, Mesenterium, Nieren oder Retina.

Risikofaktoren für VTE

Das Risiko für venöse thromboembolische Komplikationen bei Anwenderinnen von KHK kann deutlich ansteigen, wenn bei der Anwenderin zusätzliche Risikofaktoren be-stehen, insbesondere wenn mehrere Risikofaktoren vorliegen (siehe Tabelle).

evaluna 30 ist kontraindiziert, wenn bei einer Frau mehrere Risikofaktoren gleichzeitig bestehen, die sie insgesamt einem hohen Risiko für eine Venenthrombose aussetzen (siehe Abschnitt 4.3). Weist eine Frau mehr als einen Risikofaktor auf, ist es möglich, dass der Anstieg des Risikos das Risiko der Summe der einzelnen Faktoren übersteigt – in diesem Fall muss ihr Gesamtrisiko für eine VTE in Betracht gezogen werden. Wenn das Nutzen/Risiko Verhältnis als ungünstig erachtet wird, darf ein KHK nicht ver-schrieben werden (siehe Abschnitt 4.3).

Tabelle: Risikofaktoren für VTE

Risikofaktor Anmerkung
Adipositas (Body-Mass-Index über 30 kg/m²) Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu.Besonders wichtig, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen.
Längere Immobilisierung, größere Operationen, jede Operation an Bei-nen oder Hüfte, neurochirurgische Operation oder schweres TraumaHinweis: Eine vorübergehende Im-mobilisierung einschließlich einer Flugreise von > 4 Stunden Dauer In diesen Fällen ist es ratsam, die Anwendung des Pflasters/der Tablette/des Rings (bei einer geplanten Operation mindestens vier Wochen vorher) zu un-terbrechen und erst zwei Wochen nach der komplet-ten Mobilisierung wieder aufzunehmen. Es ist eine andere nicht-hormonale Verhütungsmethode anzu-wenden, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.Eine antithrombotische Therapie muss erwogen werden, wenn evaluna 30 nicht vorab abgesetzt wurde.
kann ebenfalls einen Risikofaktor für eine VTE darstellen, insbesondere bei Frauen mit weiteren Risikofakto-ren.
Familiäre Vorbelastung (jede venöse Thromboembolie bei einem Ge-schwister oder Elternteil, insbesonde-re in relativ jungen Jahren, z. B. jün-ger als 50 Jahre). Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die Frau zur Beratung an einen Spezialisten zu überweisen, bevor eine Entscheidung über die An-wendung eines KHKs getroffen wird.
Andere Erkrankungen, die mit einer VTE verknüpft sind. Krebs, systemischer Lupus erythematodes, hämoly-tisch urämisches Syndrom, chronisch entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn oder Colitis ulce-rosa) und Sichelzellkrankheit
Zunehmendes Alter Insbesondere älter als 35 Jahre

Es besteht kein Konsens über die mögliche Rolle von Varizen und oberflächlicher Thrombophlebitis bezüglich des Beginns oder Fortschreitens einer Venenthrombose.

Das erhöhte Risiko einer Thromboembolie in der Schwangerschaft und insbesondere während der 6 wöchigen Dauer des Wochenbetts muss berücksichtigt werden (Informa-tionen zur „Schwangerschaft und Stillzeit“ siehe Abschnitt 4.6).

Symptome einer VTE (tiefe Beinvenenthrombose und Lungenembolie)

Beim Auftreten von Symptomen ist den Anwenderinnen anzuraten, unverzüglich ärztli-che Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal darüber zu infor-mieren, dass sie ein KHK anwenden.

Bei einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT) können folgende Symptome auftreten:

  • unilaterale Schwellung des Beins und/oder Fußes oder entlang einer Beinvene;

  • Schmerz oder Druckschmerz im Bein, der möglicherweise nur beim Stehen oder Gehen bemerkt wird,

  • Erwärmung des betroffenen Beins; gerötete oder entfärbte Haut am Bein.

    Bei einer Lungenembolie (LE) können folgende Symptome auftreten:

  • plötzliches Auftreten unerklärlicher Kurzatmigkeit oder schnellen Atmens;

  • plötzlich auftretender Husten möglicherweise in Verbindung mit Hämoptyse;

  • stechender Brustschmerz;

  • starke Benommenheit oder Schwindelgefühl;

  • schneller oder unregelmäßiger Herzschlag.

    Einige dieser Symptome (z. B. „Kurzatmigkeit“, „Husten“) sind unspezifisch und kön-nen als häufiger vorkommende und weniger schwerwiegende Ereignisse fehlinterpre-tiert werden (z. B. als Atemwegsinfektionen).

    Andere Anzeichen für einen Gefäßverschluss können plötzlicher Schmerz sowie Schwellung und leicht bläuliche Verfärbung einer Extremität sein.

    Tritt der Gefäßverschluss im Auge auf, können die Symptome von einem schmerzlosen verschwommenen Sehen bis zu einem Verlust des Sehvermögens reichen. In manchen Fällen tritt der Verlust des Sehvermögens sehr plötzlich auf.

    Risiko für eine arterielle Thromboembolie (ATE)

    Epidemiologische Studien haben die Anwendung von KHK mit einem erhöhten Risiko für arterielle Thromboembolie (Myokardinfarkt) oder apoplektischen Insult (z. B. tran-sitorische ischämische Attacke, Schlaganfall) in Verbindung gebracht. Arterielle throm-boembolische Ereignisse können tödlich verlaufen.

    Risikofaktoren für ATE

    Das Risiko für arterielle thromboembolische Komplikationen oder einen apoplektischen Insult bei Anwenderinnen von KHK erhöht sich bei Frauen, die Risikofaktoren aufwei-sen (siehe Tabelle). evaluna 30 ist kontraindiziert bei Frauen, die einen schwerwiegen-den oder mehrere Risikofaktoren für eine ATE haben, die sie einem hohen Risiko für eine Arterienthrombose aussetzen (siehe Abschnitt 4.3). Weist eine Frau mehr als einen Risikofaktor auf, ist es möglich, dass der Anstieg des Risikos das Risiko der Summe der einzelnen Faktoren übersteigt – in diesem Fall muss ihr Gesamtrisiko betrachtet werden. Bei Vorliegen eines ungünstigen Nutzen/Risiko Verhältnis darf ein KHK nicht ver-schrieben werden (siehe Abschnitt 4.3).

    Tabelle: Risikofaktoren für ATE

    Risikofaktor Anmerkung
    Zunehmendes Alter Insbesondere älter als 35 Jahre
    Rauchen Frauen ist anzuraten, nicht zu rauchen, wenn Sie ein KHK anwenden möchten. Frauen über 35 Jahren, die weiterhin rauchen, ist dringend zu empfehlen, eineandere Verhütungsmethode anzuwenden.
    Hypertonie
    Adipositas (Body-Mass-Index über 30 kg/m²) Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu. Besonders wichtig bei Frauen mit zusätzlichen Risiko-faktoren.
    Familiäre Vorbelastung (jede arterielle Thromboembolie bei einem Ge-schwister oder Elternteil, insbesondere in relativ jungen Jahren, d. h. jüngerals 50 Jahre). Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die Frau zur Beratung an einen Spezialisten zu überwei-sen, bevor eine Entscheidung über die Anwendung eines KHKs getroffen wird.
    Migräne Ein Anstieg der Häufigkeit oder des Schweregrads der Migräne während der Anwendung von KHK (die ei-nem zerebrovaskulären Ereignis vorausgehen kann)kann ein Grund für ein sofortiges Absetzen sein.
    Andere Erkrankungen, die mit uner-wünschten Gefäßereignissen ver-knüpft sind. Diabetes mellitus, Hyperhomocysteinämie, Erkran-kung der Herzklappen und Vorhofflimmern, Dysli-poproteinämie und systemischer Lupus erythematodes.

    Symptome einer ATE

    Beim Auftreten von Symptomen ist den Frauen anzuraten, unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal darüber zu informieren, dass sie ein KHK anwenden.

    Bei einem apoplektischen Insult können folgende Symptome auftreten:

  • plötzliches Taubheitsgefühl oder Schwäche in Gesicht, Arm oder Bein, besonders auf einer Köperseite;

  • plötzliche Gehschwierigkeiten, Schwindelgefühl, Gleichgewichtsverlust oder Ko-ordinationsstörungen;

  • plötzliche Verwirrtheit, Sprech- oder Verständnisschwierigkeiten;

  • plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen;

  • plötzliche, schwere oder länger anhaltende Kopfschmerzen unbekannter Ursache;

  • Verlust des Bewusstseins oder Ohnmacht mit oder ohne Krampfanfall.

    Vorübergehende Symptome deuten auf eine transitorische ischämische Attacke (TIA) hin.

    Bei einem Myokardinfarkt (MI) können folgende Symptome auftreten:

  • Schmerz, Unbehagen, Druck, Schweregefühl, Enge- oder Völlegefühl in Brust, Arm oder unterhalb des Sternums;

  • in den Rücken, Kiefer, Hals, Arm, Magen ausstrahlende Beschwerden;

  • Völlegefühl, Indigestion oder Erstickungsgefühl;

  • Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindelgefühl;

  • extreme Schwäche, Angst oder Kurzatmigkeit;

  • schnelle oder unregelmäßige Herzschläge.

Tumore

Zervix

Einige epidemiologische Studien weisen darauf hin, dass die langfristige Anwendung von KOK mit einem erhöhten Risiko für Gebärmutterhalskrebs verbunden ist. Es be-steht aber noch immer Unstimmigkeit darüber, in welchem Ausmaß dieser Befund auch auf das Sexualverhalten und auf andere Faktoren, wie z. B. das humane Papillomavirus (HPV), zurückzuführen ist.

Mamma

Eine Metaanalyse, basierend auf 54 epidemiologischen Studien, ergab, dass Frauen, die derzeit KOK einnehmen, ein geringfügig erhöhtes Brustkrebs-Risiko (RR = 1,24) auf-weisen. Dieses erhöhte Risiko geht innerhalb von 10 Jahren nach Absetzen der KOK allmählich zurück. Da Brustkrebs bei Frauen unter 40 Jahren relativ selten auftritt, ist die Anzahl zusätzlicher Brustkrebserkrankungen bei ehemaligen oder momentanen Anwenderinnen oraler Kontrazeptiva klein im Vergleich zum Gesamtrisiko für Brust-krebs. Diese Studien liefern keinen Nachweis der Ursachen.

Das beobachtete erhöhte Risiko ist möglicherweise auf eine frühzeitigere Diagnose des Brustkrebses bei Anwenderinnen, die biologischen Wirkungen der KOK oder auch auf eine Kombination von beiden zurückzuführen. Die bei Anwenderinnen diagnostizierten Tumore scheinen in einem früheren klinischen Stadium zu sein als die bei Nicht-Anwenderinnen diagnostizierten Tumore.

Leber

In seltenen Fällen sind bei Anwenderinnen von KOK gutartige und noch seltener bösar-tige Lebertumoren beobachtet worden. In Einzelfällen führten diese Tumoren zu le-bensbedrohlichen intraabdominellen Blutungen. Wenn starke Oberbauchbeschwerden, eine Lebervergrößerung oder Anzeichen einer intraabdominellen Blutung bei Anwende-rinnen oraler Kontrazeptiva auftreten, soll ein Lebertumor in die differentialdiagnosti-schen Überlegungen einbezogen werden.

Sonstige Erkrankungen

Hypertriglyceridämie

Frauen mit einer Hypertriglyzeridämie oder einer diesbezüglich positiven Familienan-amnese können ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Pankreatitis unter der Einnahme von KOK haben.

Bluthochdruck

Obwohl bei vielen Frauen, die KOK anwenden, ein geringer Blutdruckanstieg berichtet wurde, sind klinisch relevante Blutdruckerhöhungen selten. Nur in diesen seltenen Fäl-len ist der sofortige Abbruch der KOK-Einnahme gerechtfertigt. Bisher konnte kein sys-temischer Zusammenhang zwischen der Einnahme von KOKs und einer klinischen Hy-pertonie begründet werden. Wenn es bei einer bereits existierenden Hypertonie und der gleichzeitigen Einnahme eines oralen Kontrazeptivums zu ständig erhöhten Blutdruck-werten oder einer signifikanten Erhöhung des Blutdrucks kommt, und in diesen Fällen eine antihypertensive Therapie keine Wirkung zeigt, muss das KOK abgesetzt werden. Wenn es angemessen erscheint, kann die Anwendung des KOK wieder begonnen wer-den, sobald sich die Blutdruckwerte unter der antihypertensiven Therapie normalisiert haben.

Depressionen

Depressive Verstimmung und Depression stellen bei der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva allgemein bekannte Nebenwirkungen dar (siehe Abschnitt 4.8). Depres-sionen können schwerwiegend sein und sind ein allgemein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und Suizid. Frauen sollte geraten werden, sich im Falle von Stim-mungsschwankungen und depressiven Symptomen – auch wenn diese kurz nach Einlei-tung der Behandlung auftreten – mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen.

Angioödem

Exogen verabreichte Estrogene können Symptome eines hereditären und erworbenen Angioödems auslösen oder verschlimmern.

Leberfunktionsstörungen

Akute oder chronische Leberfunktionsstörungen können eine Unterbrechung der KOK-Einnahme erforderlich machen, bis sich die Leberfunktionswerte wieder normalisiert haben. Auch ein Rezidiv eines in einer vorausgegangenen Schwangerschaft oder wäh-rend einer früheren Anwendung steroidaler Geschlechtshormone aufgetretenen cho-lestatischen Ikterus und/ oder eines Cholestase-bedingten Pruritus macht das Absetzen des KOK erforderlich.

Cholestase

Bei Frauen mit durch kombinierte orale Kontrazeptiva bedingter Cholestase in der Vor-geschichte oder bei Frauen mit Cholestase während einer früheren Schwangerschaft ist eher damit zu rechnen, dass unter der Einnahme von kombinierten oralen Kontrazeptiva diese Erkrankung auftritt. Wenn diese Patientinnen ein kombiniertes orales Kontrazep-tivum erhalten, müssen sie sorgfältig überwacht werden und, wenn die Erkrankung wieder auftritt, muss die Anwendung des oralen Kontrazeptivums beendet werden.

Chloasma

Insbesondere bei Frauen mit anamnestisch bekanntem Chloasma gravidarum kann es zu einem Chloasma kommen. Bei Chloasma-Neigung sind daher unter der Anwendung von KOK Sonnenlicht und UV-Strahlung zu meiden.

Augenerkrankungen

Bei der Anwendung von KOK wurde über Fälle von Thrombosen der Retinagefäße be-richtet, die zu einem teilweisen oder auch vollständigen Verlust des Sehvermögens füh-ren können. Bei entsprechenden Anzeichen oder Symptomen wie z. B. Veränderungen des Sehvermögens, Hervortreten des Bulbus, Doppeltsehen, Papillenödemen oder Ge-fäßveränderungen der Retina sind kombinierte orale Kontrazeptiva abzusetzen und die Ursache unverzüglich zu ermitteln.

Sonstige Hinweise

Obwohl KOK einen Einfluss auf die periphere Insulinresistenz und Glukosetoleranz ha-ben können, liegen keinerlei Hinweise auf die Notwendigkeit einer Änderung des The-rapieregimes bei Diabetikerinnen vor, die niedrig dosierte KOK (< 50 Mikrogramm Ethinylestradiol) anwenden. Diabetikerinnen müssen jedoch sorgfältig überwacht wer-den, insbesondere in der ersten Zeit der Anwendung eines KOK.

Bei Anwendung von KOK wurde über eine Verschlechterung endogener Depressionen, von Epilepsie, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa berichtet.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von evaluna 30

evaluna 30 enthält Lactose und Sucrose. Patientinnen mit der seltenen hereditären Ga-lactose- oder Fructose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten evaluna 30 nicht einnehmen.

Ärztliche Untersuchung/Beratung

Vor der Einleitung oder Wiederaufnahme der Behandlung mit evaluna 30 muss eine vollständige Anamnese (inklusive Familienanamnese) erhoben und eine Schwanger-schaft ausgeschlossen werden. Der Blutdruck sollte gemessen und eine körperliche Un-tersuchung durchgeführt werden, die sich an den Gegenanzeigen (siehe Abschnitt 4.3) und Warnhinweisen (siehe Abschnitt 4.4) orientiert. Es ist wichtig, die Frau auf die In-formationen zu venösen und arteriellen Thrombosen hinzuweisen, einschließlich des Risikos von evaluna 30 im Vergleich zu anderen KHK, die Symptome einer VTE und ATE, die bekannten Risikofaktoren und darauf, was im Falle einer vermuteten Throm-bose zu tun ist.

Die Anwenderin ist zudem anzuweisen, die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen und die darin gegebenen Ratschläge zu befolgen. Die Häufigkeit und Art der Untersuchungen sollte den gängigen Untersuchungsleitlinien entsprechen und individuell auf die Frau abgestimmt werden.

Die Anwenderinnen sollten darüber informiert werden, dass dieses Präparat nicht vor HIV-Infektionen (AIDS) und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützt.

Verminderte Wirksamkeit

Die kontrazeptive Wirksamkeit von evaluna 30 kann beeinträchtigt sein,

  • wenn Tabletten vergessen werden,

  • bei Erbrechen oder Durchfall (siehe Abschnitt 4.2),

  • wenn gleichzeitig bestimmte andere Arzneimittel eingenommen werden (siehe Ab-schnitt 4.5).

Wenn KOK und Johanniskraut gleichzeitig eingenommen werden, wird eine zusätzliche nichthormonale Verhütungsmethode empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Unregelmäßige Blutungen

Bei allen KOK kann es, insbesondere in den ersten Monaten der Anwendung, zu unre-gelmäßigen Blutungen (Schmier- oder Durchbruchblutungen) kommen. Eine Beurtei-lung dieser Zwischenblutungen ist deshalb erst nach einer Umstellungsphase von unge-fähr 3 Zyklen sinnvoll. Bei mehr als 50 % der Anwenderinnen von Levonorgestrel-

/Ethinylestradiol-haltigen oralen Kontrazeptiva wurden während der ersten sechs Ein-nahmezyklen Blutungen (Schmier- oder Durchbruchblutungen) beobachtet.

Wenn diese unregelmäßigen Blutungen bestehen bleiben oder nach vormals regelmäßi-gen Zyklen auftreten, sollten nicht-hormonelle Ursachen in Betracht gezogen werden und angemessene diagnostische Maßnahmen zum Ausschluss von Malignität oder Schwangerschaft eingeleitet werden. Eine Ausschabung kann notwendig sein. Wenn beides ausgeschlossen wurde, kann evaluna 30 weiter eingenommen oder zu einem an-

deren Präparat gewechselt werden. Wenn das KOK nicht regelmäßig eingenommen wurde, oder in Kombination mit bestimmten anderen Arzneimitteln, können Zwischen-blutungen auftreten, die Hinweis auf eine reduzierte kontrazeptive Wirksamkeit sein können (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5).

Es ist möglich, dass es bei einigen Anwenderinnen während der Einnahmepause zu kei-ner Abbruchblutung kommt. Wenn das KOK wie in Abschnitt 4.2 beschrieben einge-nommen wurde, ist eine Schwangerschaft unwahrscheinlich. Wenn die Einnahme je-doch vor der ersten ausgebliebenen Abbruchblutung nicht vorschriftsmäßig erfolgt ist oder bereits zum zweiten Mal die Abbruchblutung ausbleibt, muss eine Schwanger-schaft mit Sicherheit ausgeschlossen werden, bevor die Anwendung des KOK fortge-setzt wird.

Nach dem Absetzen von hormonalen Kontrazeptiva kann es längere Zeit dauern, bis wieder ein normaler Zyklus abläuft. Bei einigen Frauen kann es zu Amenorrhö (mög-licherweise mit Anovulation) oder Oligomenorrhö kommen, insbesondere wenn diese Zyklusstörungen früher schon aufgetreten waren.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen-Liste
87
81
74
243
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Hinweis: Die Fachinformationen der jeweils gleichzeitig verordneten Arzneimittel soll-ten auf mögliche Wechselwirkungen hin überprüft werden.

Einfluss anderer Arzneimittel auf evaluna 30

Wechselwirkungen können mit Arzneimitteln vorkommen, die mikrosomale Enzyme induzieren. Dies kann eine erhöhte Clearance von Sexualhormonen zur Folge haben und zu Durchbruchblutungen und/oder kontrazeptivem Versagen führen.

Frauen, die mit einem dieser Arzneimittel behandelt werden, sollten vorübergehend eine Barrieremethode oder eine andere nicht-hormonale Verhütungsmethode zusätzlich zu dem KOK anwenden. Die Barrieremethode muss während der gesamten Dauer der gleichzeitigen Anwendung der Arzneimittel und bis zu 28 Tage nach Absetzen der Be-handlung verwendet werden. Wenn eines dieser Arzneimittel auch dann noch weiter eingenommen werden muss, wenn eine Blisterpackung des KOK aufgebraucht ist, sollte direkt ohne das übliche einnahmefreie Intervall mit der Einnahme aus der nächsten Blis-terpackung des KOK begonnen werden.

Ist eine Langzeittherapie mit diesen Wirkstoffen erforderlich, sollte vorzugsweise ganz auf nicht-hormonale Verhütungsmethoden zurückgegriffen werden.

Reduzierte Absorption:

Arzneimittel, die die gastrointestinale Motilität erhöhen, wie z. B. Metoclopramid, kön-nen die Absorption von Hormonen verringern.

Substanzen, die die Clearance von KOK erhöhen (verminderte Wirksamkeit von KOK durch Enzyminduktion) wie z. B.:

Rifampicin, Rifabutin, Barbiturate, Antiepileptika (wie Barbexaclon, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Oxcarbazepin, Topiramat und Felbamat), Griseofulvin, Modafinil und einige Proteaseinhibitoren (z. B. Ritonavir). Pflanzliche Präparate, die Johannis-kraut (Hypericum perforatum) enthalten, sollen nicht gleichzeitig mit evaluna 30 ver-wendet werden, da sie die kontrazeptive Wirksamkeit von evaluna 30 reduzieren kön-nen. Über Durchbruchblutungen und unbeabsichtigte Schwangerschaften wurde berich-tet. Der enzyminduzierende Effekt kann bis zu 2 Wochen nach Beendigung der Behand-lung mit Johanniskraut anhalten.

Substanzen mit unterschiedlicher Wirkung auf die Clearance von KOK, wie z. B.: Ri-tonavir, Nevirapin

Viele HIV/HCV-Proteaseinhibitoren (z. B. Indinavir) und nicht-nukleosidale Reverse-Transkriptase-Hemmer können bei gleichzeitiger Verabreichung mit KOK die Plasma-konzentrationen von Gestagenen und Estrogenen erhöhen oder senken. Diese Verände-rungen können in einigen Fällen klinisch relevant sein.

Folgende Wirkstoffe können die Serumkonzentration der in evaluna 30 enthaltenen Se-xualsteroide erhöhen (Enzyminhibitoren):

  • Wirkstoffe, die die Sulfatierungen von Ethinylestradiol in der Magen-Darm-Wand hemmen, z. B. Ascorbinsäure oder Paracetamol

  • Atorvastatin (Erhöhung der AUC von Ethinylestradiol um 20 %)

  • Wirkstoffe, die die mikrosomalen Enzyme in der Leber hemmen (starke und mode-rate CYP 3A4-Inhibitoren), wie Imidazol-Antimykotika (z. B. Itraconazol, Vorico-nazol, Fluconazol), Verapamil, Makrolide (z. B. Clarithromycin, Erythromycin, Troleandomycin), Diltiazem und Grapefruitsaft können die Plasmakonzentrationen von Estrogen und Gestagen oder beiden erhöhen.

    Für Etoricoxib in Dosierungen von 60 bis 120 mg/Tag wurde gezeigt, dass es die Plas-makonzentrationen von Ethinylestradiol 1,4- oder 1,6-fach erhöht, wenn gleichzeitig KOK genommen werden, die 35 Mikrogramm Ethinylestradiol enthalten.

    Einfluss von KOKs auf andere Arzneimittel

    Troleandomycin kann bei gleichzeitiger Gabe mit KOKs das Risiko einer intrahepati-schen Cholestase erhöhen.

    Levonorgestrel/Ethinylestradiol kann die Metabolisierung anderer Wirkstoffe beeinflus-sen

  • über die Hemmung hepatisch-mikrosomaler Enzyme mit der Folge erhöhter Serum-konzentrationen von Wirkstoffen wie z. B. Diazepam (und einigen anderen Ben-zodiazepinen), Ciclosporin, Theophyllin, Melatonin, Tizanidin und Glukokortikoide

  • über die Induktion der hepatischen Glukuronidierung mit der Folge erniedrigter Se-rumkonzentrationen z. B. von Clofibrat, Morphin, Lorazepam (sowie einigen ande-ren Benzodiazepinen) und Lamotrigin

In vitro ist Ethinylestradiol ein reversibler Inhibitor von CYP 2C19, CYP 1A1 und CYP 1A2 sowie ein Mechanismus basierter Inhibitor von CYP 3A4/5, CYP 2C8 und CYP 2J2. In klinischen Studien führte die Anwendung eines hormonalen Kontrazeptivums, das Ethinylestradiol enthält, nicht zu einem erhöhten oder nur zu einem schwachen An-stieg der Plasmakonzentrationen von CYP 3A4-Substraten (z. B. Midazolam), während die Plasmakonzentrationen von CYP 1A2-Substraten schwach (z. B. Theophyllin) oder mäßig (z. B. Melatonin und Tizanidin) erhöht sein konnten.

Der Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika kann infolge einer Beeinflussung der Glukosetoleranz verändert sein.

Andere Formen von Wechselwirkungen

Labortests

Unter Anwendung von KOK können die Ergebnisse bestimmter Labortests verändert werden, einschließlich derer zur Bestimmung der Leber-, Nebennierenrinden-, Nieren-und Schilddrüsenfunktion, der Plasmaspiegel von Trägerproteinen (z. B. SHBG, Lip-oproteine), Parameter des Kohlenhydratstoffwechsels, der Gerinnung und der Fibrinoly-se, und die Serum-Folsäurespiegel können vermindert sein. Art und Ausmaß sind zum Teil abhängig von der Dosis der angewendeten Hormone.

Pharmakodynamische Interaktionen

Während klinischer Studien mit Patienten, deren Hepatitis-C-Virus-Infektionen (HCV) mit Arzneimitteln behandelt wurden, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir mit oder ohne Ribavirin enthielten, traten Erhöhungen der Transaminase (ALT) bis über das 5-Fache des oberen normalen Grenzwertes (Upper Limit of Normal, ULN) signifikant häufiger bei Frauen auf, die ethinylestradiolhaltige kombinierte hor-monelle Kontrazeptiva (KHK) verwendeten. Außerdem wurden ALT-Erhöhungen auch bei Frauen beobachtet, die ethinylestradiolhaltige Arzneimittel wie KHK verwendeten und mit Glecaprevir/Pibrentasvir oder mit Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir behan-delt wurden (siehe Abschnitt 4.3).

Deshalb müssen Anwenderinnen von evaluna 30 auf eine alternative Verhütungsmetho-de (z. B. Verhütungsmittel, die nur ein Gestagen enthalten oder nichthormonelle Me-thoden) wechseln, bevor sie mit der Behandlung mit diesen Arzneimittelkombinationen beginnen. Zwei Wochen nach Beendigung der Behandlung mit diesen Arzneimittel-kombinationen kann mit evaluna 30 wieder begonnen werden.

Schwangerschaft

Schwangerschaft

evaluna 30 darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Vor Beginn der Anwendung des Arzneimittels ist eine Schwangerschaft auszuschließen. Tritt unter der Anwendung eine Schwangerschaft ein, ist das Arzneimittel sofort abzu-setzen.

Daten aus einer begrenzten Anzahl exponierter Schwangerschaften zeigen für Levonor-gestrel allein keine nachteiligen Wirkungen auf den Fetus.

Tierexperimentelle Studien haben Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Unerwünschte hormonelle Wirkungen auf die Entwicklung des Urogenitaltraktes sind nicht völlig auszuschließen, jedoch haben die meisten zurzeit vorliegenden epidemiolo-gischen Studien, die hinsichtlich einer unbeabsichtigten Exposition des Fetus mit Ge-stagen/Estrogen-Kombinationen relevant sind, keine teratogenen oder fetotoxischen Wirkungen gezeigt.

Stillzeit

Das Arzneimittel sollte nicht in der Stillzeit angewendet werden, da die Milchprodukti-on reduziert sein kann und geringe Wirkstoffmengen in die Milch übergehen. Bei ge-stillten Kindern wurden Nebenwirkungen wie Gelbsucht und Brustvergrößerung berich-tet. Wenn möglich, sollten bis zum vollständigen Abstillen des Kindes nicht-hormonale Kontrazeptionsmethoden angewendet werden.

Das erhöhte VTE-Risiko in der Zeit nach der Geburt sollte vor der erneuten Anwen-dung nach einer Anwendungspause bedacht werden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Fahrtüchtigkeit

evaluna 30 hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Be-dienen von Maschinen.

Nebenwirkungen

Die Einnahme von kombinierten oralen Kontrazeptiva ist verbunden mit einem erhöh-ten Risiko für:

  • arterielle und venöse thromboembolische Erkrankungen (z. B. Venöse Thrombo-sen, Lungenembolien, zerebrovaskuläre Ereignisse [ischämischer und hämorrag-hischer Schlaganfall, transitorische ischämische Attacke], Herzinfarkt)

  • gutartige Lebertumoren (z. B. fokale noduläre Hyperplasie, hepatische Adenome)

  • intraepitheliale zervikale Neoplasien und Zervixkarzinom

  • Mammakarzinom

Nähere Angaben siehe Abschnitt 4.4.

Die häufigsten (≥ 1/10) mit der Anwendung von Levonorgestrel/Ethinylestradiol ver-bundenen Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen (einschließlich Migräne), Schmier-und Zwischenblutungen.

Weiterhin wurden die folgenden Nebenwirkungen unter Anwendung von Levonorge-strel-/Ethinylestradiol-haltigen kombinierten oralen Kontrazeptiva beobachtet.

Organsystem Sehr häufig(≥ 1/10) Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Gelegentlich(≥ 1/1.000 bis< 1/100) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Sehr selten(< 1/10.0 00)
Infektionen und parasitäre Erkrankungen Vaginitis, ein-schließlich Candidiasis
Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zys-ten und Poly-pen) hepato-zelluläre Karzino-me
Erkrankungen des Immun-systems Allergische Reaktio-nen, Angioödem, schwere anaphylak-ti-sche/anaphylaktoide Reaktionen mit Atem und Kreis-laufsymptomen, Überempfindlichkeit
Stoffwechsel-und Ernäh-rungsstörun-gen Änderungen des Appetits (Zunahme oder Abnah-me), Glu-coseintole-ranz
Psychiatrische Erkrankungen Stimmungs-schwankungen, einschließlich Depression;Änderungen der Libido
Erkrankungen des Nerven-systems Kopfschmer-zen (inkl. Migräne) Nervosität, Be-nommenheit, Schwindel
Augenerkran-kungen Kontaktlinsenunver-träglichkeit
Gefäßerkran-kungen Venöse Thrombo-embolie (VTE),Arterielle Thrombo-embolie (ATE)
Erkrankungen Übelkeit, Erbre- Bauchkrämp-
des Gastroin-testinaltrakts chen, Bauch-schmerzen fe, Blähun-gen, Durch-fall
Leber- und Gallenerkran-kungen Cholestatischer Ikterus
Erkrankungen der Haut und des Unter-hautzellgewe-bes Akne Hautaus-schlag, Chloasma (Melasma) möglicher-weise persis-tierend, Hirsutismus,Alopezie; Urtikaria Erythema nodosum, Erythema multifor-me
Erkrankungen der Ge-schlechtsor-gane und der Brustdrüse Schmier-, Durchbruch-blutungen Brustschmerzen, Druckempfind-lichkeit der Brust, Brustdrü-sensekretion, Dysmenorrhoe, Änderungen des Menstruations-flusses, Ände-rungen der zervi-kalen Umwand-lungszone undzervikalen Sekre-tion, Amenorrhoe Brustschwel-lung
Allgemeine Erkrankungen und Be-schwerden am Verabrei-chungsort Flüssigkeitsre-tention/ Ödeme
Untersuchun-gen Gewichtsverän-derungen (Zu-nahme oder Ab-nahme) Blutdrucker-höhung, Ver-änderungen der Serumli-pidspiegel, einschließlichHypertrigly-zeridämie Abnahme der Ser-umfolsäurespiegel*

* Serumfolsäurespiegel können durch KOK-Therapie vermindert sein. Im Falle einer Schwangerschaft, die kurz nach Absetzen des oralen Kontrazeptivums eintritt, können erniedrigte Serumfolatspiegel von klinischer Relevanz sein.

Exogen verabreichte Estrogene können Symptome eines hereditären und erworbenen Angioödems auslösen oder verschlimmern.

Weiterhin wurden unter Anwendung kombinierter oraler Kontrazeptiva folgende Ne-benwirkungen berichtet (siehe auch Abschnitt 4.4). Die Häufigkeit dieser Nebenwir-kungen lässt sich aus den Berichten nicht berechnen.

  • Sehnerventzündung (kann zu teilweisem oder vollständigem Verlust des Seh-vermögens führen), Thrombose der Retinagefäße

  • Gefäßerkrankungen

  • Verschlechterung einer Varikosis

  • Pankreatitis bei gleichzeitig bestehender, schwerer Hypertriglyceridämie

  • ischämische Kolitis

  • Leberschaden (z. B. Hepatitis, Leberfunktionsstörung)

  • Gallenblasenerkrankung, einschließlich Gallensteine (KOK können zum Auf-treten einer Gallenblasenerkrankung führen oder eine vorbestehende Gallenbla-senerkrankung verschlechtern)

  • hämolytisch-urämisches Syndrom

  • Herpes gestationis

  • Otosklerose

  • Verschlechterung eines systemischen Lupus erythematodes

  • Verschlechterung einer Porphyrie

  • Verschlechterung einer Chorea minor (Sydenham)

  • Verschlechterung einer Depression

  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcero-sa)

  • Endometriose, Uterusmyom

  • Epilepsie

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Me-dizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Es gab keine Berichte über schwerwiegende Nebenwirkungen durch Überdosierung. Symptome einer Überdosierung mit oralen Kontrazeptiva bei Erwachsenen und Kindern können umfassen: Übelkeit, Erbrechen, Brustspannen, Benommenheit, Bauchschmer-zen, Schläfrigkeit/ Müdigkeit; bei Frauen und Mädchen können vaginale Blutungen auf-treten. Es gibt kein spezifisches Gegenmittel. Die Behandlung erfolgt symptomatisch.

Pharmakologische Eigenschaften - evaluna 30 Mikrogramm/150 Mikrogramm

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Gestagene und Estrogene, fixe Kombinationen ATC-Code: G03AA07

evaluna 30 ist ein Kombinationspräparat zur oralen Kontrazeption (KOK) und enthält Levonorgestrel und Ethinylestradiol (EE).

Die kontrazeptive Wirkung der KOK beruht auf der Wechselwirkung verschiedener Faktoren. Die wichtigsten dieser Faktoren sind die Hemmung der Ovulation und die Veränderungen des Zervikalschleims.

Pharmakokinetik

Levonorgestrel

Resorption

Levonorgestrel wird nach oraler Gabe rasch und vollständig absorbiert. Maximale Levonorgestrel-Serumkonzentrationen von etwa 4,9 ng/ml werden etwa 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die relative Bioverfügbarkeit im Vergleich zu einer wäss-rigen Lösung beträgt 101 %.

Verteilung

Levonorgestrel ist an Serumalbumin und sexualhormon-bindendes Globulin (SHBG) gebunden. Nur 1,1 % der Gesamtkonzentration des Arzneimittels im Serum liegen als freies Steroid vor, etwa 65 % sind an SHBG spezifisch und etwa 35 % an Albumin nicht spezifisch gebunden. Der durch Ethinylestradiol induzierte Anstieg von SHBG beeinflusst die relative Verteilung von Levonorgestrel in verschiedenen Proteinfraktio-nen. Die Induktion des bindenden Proteins verursacht einen Anstieg der SHBG-gebundenen Fraktion und eine Abnahme der albumingebundenen Fraktion. Das schein-bare Verteilungsvolumen von Levonorgestrel beträgt nach einer einmaligen Dosis 129 l.

Biotransformation

Levonorgestrel wird vornehmlich durch Reduktion an der Δ4-3-oxo-Gruppe und Hyd-roxylierung an Position 2α, 1β und 16β und anschließender Konjugation verstoffwech-selt. Die Mehrzahl der Metaboliten, die im Blut zirkulieren, sind Sulfate des 3α, 5β-Tetrahydrolevonorgestrels, während die Ausscheidung vorwiegend in Form von Glu-kuroniden erfolgt. Ein Teil des unveränderten Levonorgestrels zirkuliert auch als 17β-Sulfat. Die metabolische Clearance kann interindividuell um ein Mehrfaches variieren und dies kann teilweise die beobachteten großen Schwankungen der Levonorgestrel-Konzentrationen bei den Anwenderinnen erklären.

Elimination

Die Serumspiegel von Levonorgestrel sinken in zwei Phasen. Die terminale Phase ist durch eine Halbwertzeit von etwa 25 Stunden gekennzeichnet.

Levonorgestrel und seine Metaboliten werden hauptsächlich mit dem Urin (40 bis 68

%) und zu ca. 16 bis 48 % mit den Faeces ausgeschieden.

Steady-State

Während der kontinuierlichen Anwendung von evaluna 30 erhöht sich der Levonorge-strel-Spiegel im Serum auf etwa das Dreifache und erreicht während der zweiten Hälfte des Behandlungszyklus Steady-State-Bedingungen. Die Pharmakokinetik von Levonor-gestrel wird durch den SHBG-Spiegel im Serum beeinflusst, der während der Anwen-dung von Estradiol auf das 1,5- bis 1,6-Fache erhöht wird. Daher sind die Clearancerate aus dem Serum und das Verteilungsvolumen im Steady State leicht reduziert (0,7 ml/min/kg und ca. 100 l).

Ethinylestradiol

Resorption

Ethinylestradiol wird nach oraler Gabe rasch und vollständig absorbiert. Maximale Se-rumkonzentrationen von etwa 54,4 pg/ml werden innerhalb der ersten 2 Stunden nach Tabletteneinnahme erreicht. Während der Absorption und des First-Pass-Leberstoffwechsels wird Ethinylestradiol umfassend metabolisiert, was zu einer mittle-ren oralen Bioverfügbarkeit von etwa 40 bis 45 % führt. Die relative Bioverfügbarkeit im Vergleich zu einer wässrigen Lösung beträgt 99 %.

Verteilung

Ethinylestradiol wird ausgeprägt (etwa 98 %), aber nicht spezifisch an Serumalbumin gebunden und induziert einen Anstieg der Serumkonzentrationen von SHBG. Das scheinbare Verteilungsvolumen von Ethinylestradiol beträgt 2,8 bis 8,6 l/kg.

Biotransformation

Ethinylestradiol wird durch präsystemische Konjugation in der Schleimhaut des Dünn-darms und in der Leber abgebaut. Ethinylestradiol wird primär durch aromatische Hyd-roxylierung metabolisiert, dabei werden verschiedene hydroxylierte und methylierte Metaboliten gebildet, die als freie Metaboliten oder als Glucuronid- oder Sulfat-Konjugate im Serum nachweisbar sind. Ethinylestradiol unterliegt einem enterohepati-schen Kreislauf.

Elimination

Die Serumspiegel von Ethinylestradiol sinken in 2 Phasen, die durch Halbwertzeiten von etwa 1 Stunde bzw. 10 bis 20 Stunden gekennzeichnet sind.

Ethinylestradiol wird nicht in unveränderter Form ausgeschieden. Die Metaboliten wer-den über den Urin und die Galle in einem Verhältnis von 4:6 ausgeschieden.

Steady-State

Nach der kontinuierlichen Anwendung von evaluna 30 steigt die Ethinylestradiol- Kon-zentration im Serum etwa um das 2-Fache. Aufgrund der täglichen Anwendung und der variablen Halbwertszeit in der terminalen Phase der Serum-Clearance wird das Fließ-gleichgewicht nach etwa 1 Woche erreicht.

Pharmazeutische Angaben - evaluna 30 Mikrogramm/150 Mikrogramm

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat Maisstärke

Povidon K30 Talkum

Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

Tablettenüberzug:

Sucrose Povidon K90

Macrogol 6000 Calciumcarbonat Talkum Titandioxid (E171)

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172) Glycerol 85 %

Montanglycolwachs

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/Aluminium-Blisterpackung Packungsgrößen:

21 überzogene Tabletten

3 x 21 überzogene Tabletten

6 x 21 überzogene Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

Nicht verwendetes Arzneimittel ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu be-seitigen.

Weblinks

Packungen und Preis

evaluna 30 1x21 Dragees N1
Preis
14,27 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

BARMER | DAK-Gesundheit | HEK - Hanseatische Krankenkass (100171007, 100571001, ...) | KKH | Techniker Krankenkasse | hkk | hkk (102400510)
evaluna 30 3x21 Dragees N2
Preis
19,33 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

BARMER | DAK-Gesundheit | HEK - Hanseatische Krankenkass (100171007, 100571001, ...) | KKH | Techniker Krankenkasse | hkk | hkk (102400510)
evaluna 30 6x21 Dragees N3
Preis
29,31 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

BARMER | DAK-Gesundheit | HEK - Hanseatische Krankenkass (100171007, 100571001, ...) | KKH | Techniker Krankenkasse | hkk | hkk (102400510)

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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Schnellerer Zugriff auf Medikamenteninformationen.

Mit der Handykamera scannen.
4.9

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