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Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Kalymin® 10 N,10 mg Filmtabletten

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Ja

Darreichungsform

Filmtbl.

Hersteller

Hormosan Pharma GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.10.2023
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Fachinfo - Kalymin® 10 N

Anwendungsgebiete

Myasthenia gravis

Dosierung

Dosierung

Erwachsene

Erwachsene erhalten im Allgemeinen bei milder Symptomatik täglich 3-6 Filmtabletten Kalymin 10 N (30-60 mg Pyridostigminbromid) in 3 Einzeldosen. Bei rein okulärer Myasthenie können schon geringe Dosierungen ausreichen, 2-4 Filmtabletten Kalymin 10 N (20-40 mg Pyridostigminbromid) in 3 Einzeldosen. Die Behandlung wird einschleichend begonnen mit 1-3 Filmtabletten Kalymin 10 N (10-30 mg Pyridostigminbromid) in 3-4 Einzeldosen.

Bei weiter fortgeschrittener Erkrankung sollte die Behandlung mit Kalymin 60 N (60 mg Pyridostigminbromid/Filmtablette) fortgeführt werden. Es werden 3- bis 4-mal täglich 1-3 Filmtabletten Kalymin 60 N (180 mg bis maximal 720 mg Pyridostigminbromid/Tag) empfohlen.

Kinder

Bei Kindern wird eine Anfangsdosis von 1 mg/kg Körpergewicht Pyridostigminbromid in 4 Einzeldosen empfohlen (entsprechend 4 mg/kg Körpergewicht pro Tag; z. B. 4 x täglich 2 Filmtabletten Kalymin 10 N für ein 20 kg schweres Kind). Die Dosis wird bis zur gewünschten Wirkung täglich in kleinen Schritten gesteigert, wobei 360 mg als maximale Tagesdosis gelten.

Hinweis

Die Dosierung von Pyridostigminbromid bei Myasthenia gravis muss in Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung und dem Ansprechen auf die Behandlung streng individuell gehandhabt werden. Für diese

Indikation können die Dosierungsempfehlungen daher nur als Anhaltspunkte dienen. Im Allgemeinen sollte jedoch die maximale Tagesdosis von Pyridostigminbromid nicht überschritten werden.

Für die Gabe hoher Dosen steht die Darreichungsform Kalymin 60 N mit 60 mg Pyridostigminbromid pro Filmtablette zur Verfügung.

Patienten mit Nierenerkrankungen

Bei Patienten mit schwer eingeschränkter Nierenfunktion bzw. Niereninsuffizienz kann die Wirkdauer von Pyridostigminbromid erhöht sein, da Pyridostigminbromid zu einem großen Teil (75 %) unverändert über die Niere ausgeschieden wird. Bei einem Plasmakreatinin-Wert von z. B. 2 mg/dl sollte rechnerisch die Erhaltungsdosis halbiert bzw. das Dosierungsintervall verdoppelt werden. Die endgültige Dosis sollte jedoch auf der Grundlage des individuellen Ansprechens des Patienten auf die Therapie festgelegt werden. Bei diesen Patienten ist eine engmaschige ärztliche Überwachung der Therapie angezeigt.

Art der Anwendung Zum Einnehmen.

Die Filmtabletten werden mit etwas Flüssigkeit eingenommen.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Behandlung erfolgt in Abhängigkeit von der Indikation.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Pyridostigminbromid oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

  • bei mechanischen Verschlüssen der Verdauungs- und Harnwege.

  • bei erhöhtem Tonus der Bronchialmuskulatur (z. B. bei Asthma bronchiale, spastischer Bronchitis).

  • bei Entzündungen des Auges (Iritis).

  • in der Stillzeit (siehe 4.6).

Warnhinweise

Kalymin 10 N sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden bei:

  • Ulcus ventriculi

  • dekompensierter Herzinsuffizienz

  • Myokardinfarkt

  • Thyreotoxikose

    Kalymin 10 N sollte nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei Patienten

  • mit Bradykardie.

  • mit Diabetes mellitus.

  • mit Niereninsuffizienz (ggf. Dosisanpassung).

  • mit Parkinsonscher Erkrankung.

  • nach Magen-Darm-Operationen.

    Kalymin 10 N enthält Lactose.

    Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Kalymin 10 N nicht einnehmen.

Wechselwirkungen

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Gleichzeitige Gabe von anderen Cholinesterasehemmern oder sonstigen Parasympathomimetika kann zu Wirkungsverstärkung führen. Pyridostigminbromid kann die parasympathomimetischen Wirkungen von Morphin und dessen Derivaten verstärken. Ebenso wird die Wirkdauer von depolarisierenden Muskelrelaxanzien (wie Succinylcholin) verlängert.

Antimuskarinika (z. B. Atropin) hemmen die muskarinerge Wirkung von Pyridostigminbromid an Speicheldrüsen, Auge, Herz, Bronchialmuskulatur und Darm. Nikotinerge Wirkungen an der Skelettmuskulatur bleiben dagegen unbeeinflusst.

Methylcellulose hemmt die Resorption von Pyridostigminbromid vollständig und Kohlekompretten adsorbieren Pyridostigminbromid größtenteils.

Substanzen, die die neuromuskuläre Übertragung stören, können die Pyridostigminwirkung abschwächen und dadurch eine myasthene Symptomatik auslösen. Dazu zählen Aminoglycoside-Antibiotika (z. B. Streptomycin, Neomycin, Kanamycin, Gentamicin), Polypeptid-Antibiotika (Polymyxin, Collistin) und andere Antibiotika wie Oxytetracyclin, Clindamycin und Lincomycin, einige Antiarrhythmika (Chinidin, Procainamid, Propranolol), Penicillamin, Lithium, Tranquilizer vom Benzodiazepin-Typ und Phenothiazine (z. B. Chlorpromazin). Auch Kortikosteroide in hoher Dosierung können die Wirkung von Pyridostigminbromid beeinträchtigen.

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Pyridostigminbromid bei Schwangeren vor. In tierexperimentellen Studien zeigte Pyridostigminbromid nach oraler Gabe keine teratogenen Wirkungen. Es waren jedoch Fetotoxizität und Effekte auf die Nachkommen zu beobachten (siehe Abschnitt 5.3). Die

i. v. Anwendung von Acetylcholinesterase-Hemmern in der Schwangerschaft kann zur Auslösung von vorzeitigen Wehen führen. Die Gefahr vorzeitiger Wehen besteht dabei insbesondere bei der Anwendung zum Ende der Schwangerschaft.

Kalymin 10 N darf deshalb während der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung angewendet werden.

Stillzeit

Da Pyridostigminbromid in die Muttermilch übergeht, darf während einer Behandlung mit Kalymin 10 N nicht gestillt werden. Ist eine Kalymin 10 N-Behandlung erforderlich, muss abgestillt werden (siehe Abschnitt 4.3).

Fahrtüchtigkeit

Bei ungenügender Kompensation der Grunderkrankung oder cholinergen Effekten nach relativer Überdosierung des Arzneimittels kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein.

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10) Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000) Sehr selten (<1/10 000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Mögliche Nebenwirkungen Selten: Hautausschlag

Weitere mögliche Nebenwirkungen deren Häufigkeiten nicht bekannt sind:

Augenerkrankungen

  • Akkommodationsstörungen

    Herzerkrankungen

  • bradykarde Herzrhythmusstörungen

  • unerwünschter Blutdruckabfall (Hypotonie)

    Erkrankung der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

  • erhöhte Bronchialsekretion

    Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

  • Übelkeit

  • Erbrechen

  • Durchfall

  • Bauchkrämpfe durch gesteigerte Darmperistaltik

    Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

  • Schweißausbrüche

    Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

  • Muskelschwäche

  • Muskelzittern

  • Muskelkrämpfe

    Erkrankungen der Nieren und Harnwege

  • Verstärkter Harndrang

    Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

  • Speichel- und Tränenfluss

Diese Nebenwirkungen können Zeichen einer Überdosierung bzw. cholinergen Krise sein. Die Ursache der Erscheinungen sollte daher unbedingt abgeklärt und ggf. zur Behebung parasympathomimetischer Wirkungen Atropinsulfat subcutan, intramuskulär oder langsam intravenös verabreicht werden.

Hinweis

Überdosierung von Pyridostigminbromid kann eine cholinerge Krise verursachen, die unter anderem mit deutlicher oder zunehmender Muskelschwäche bis zur Lähmung einhergeht - Gefahr lebensbedrohlicher Atemlähmung! Als weitere Begleiterscheinungen können Blutdruckabfall bis hin zu Kreislaufkollaps, Bradykardie bis hin zu Herzstillstand oder - paradoxerweise - reflektorische Tachykardie auftreten. In einem solchen Fall sind nach sofortigem Absetzen des Mittels 1-2 mg Atropinsulfat langsam intravenös zu geben (siehe Abschnitt 4.9 b).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

  1. Symptome einer Überdosierung

    Speichel- und Tränenfluss, Hautrötung, starkes Schwitzen, Müdigkeit, Schwäche, starke Pupillenverengung, Sehstörungen, Schwindelgefühl, Übelkeit, Erbrechen, unwillkürlicher Harn- und Stuhlabgang, Koliken, Muskellähmungen (auf Grund eines neuromuskulären Blocks), Bronchospasmus, Lungenödem, Blutdruckabfall bis hin zu Kreislaufkollaps, Bradykardie bis hin zu Herzstillstand, eventuell reflektorische Tachykardie.

  2. Therapie bei Überdosierung

Als spezifisches Antidot werden 1-2 mg Atropinsulfat langsam i.v. gegeben. Die Dosierung erfolgt nach der Wirkung, gegebenenfalls kann die Anfangsdosis je nach Verhalten der Pulsfrequenz nach 2-4 Stunden wiederholt werden. Freihalten der Atemwege, falls erforderlich künstliche Beatmung. Bei Herzstillstand Herzmassage. Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich. Nach oraler Pyridostigminbromidaufnahme Magenspülung und Gabe von Aktivkohle.

Pharmakologische Eigenschaften - Kalymin® 10 N

Pharmakodynamik

Indirektes Parasympathomimetikum, ATC-Code: N07AA02

Pyridostigminbromid hemmt die Cholinesterase und wirkt als indirektes Parasympathomimetikum. Die Hemmung des Enzyms hat eine Erhöhung der Acetylcholinkonzentration an den Rezeptoren in cholinergen Synapsen zur Folge und es kommt zu einer verstärkten und verlängerten Acetylcholinwirkung.

Pyridostigminbromid zeigt vorrangig periphere Effekte. Wirkungen auf zentrale Funktionen kommen nicht vor, da es wegen seiner geringen Lipidlöslichkeit nicht die Blut-Hirn-Schranke durchdringen kann.

Pyridostigminbromid ist besonders als Antimyasthenikum geeignet.

Pharmakokinetik

Resorption

Die Bioverfügbarkeit von Pyridostigminbromid nach oraler Gabe liegt zwischen 8 und 20 %. Bei Patienten mit Myasthenia gravis kann sie auf weniger als 4 % absinken. Geschwindigkeit und Ausmaß der Resorption sind individuell sehr verschieden.

Verteilung

Nach Einnahme von Pyridostigminbromid werden innerhalb von 1,7 bis 3,2 Stunden maximale Plasmakonzentrationen erreicht. Die Einnahme von 60 mg Pyridostigminbromid führt zu Spiegeln von etwa 40-60 ng/ml. Bei Cmax sind individuelle Schwankungen um den Faktor 4-7 möglich.

In einer Untersuchung an Myasthenia-gravis-Patienten wurden maximale Blutspiegel nach 3 Stunden erreicht, die klinische und neurophysiologische Wirkung setzte jedoch bereits nach 30 Minuten ein und erreichte schon nach 120-150 Minuten den Maximalwert. Vermutlich kommt es zur schnellen Verteilung von Pyridostigminbromid an die motorische Endplatte und zur vollständigen Blockade der Cholinesterase vor Erreichen der maximalen Spiegel.

Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Dosis und Plasmakonzentration bzw. Höhe der Plasmaspiegel und Änderung der myasthenischen Symptomatik fehlt. Wirkspiegel über 100 ng/ml führen jedoch nicht zu einer weiteren Verbesserung der Wirksamkeit.

Das Verteilungsvolumen von Pyridostigminbromid beträgt etwa 0,5-1,7 l/kg Körpergewicht.

Biotransformation

Die Metabolisierung von Pyridostigminbromid erfolgt vorwiegend in der Leber. Als Hauptmetabolit wurde 3-Hydroxy-N-Methylpyridinium identifiziert.

Elimination

Die Elimination erfolgt vorwiegend renal, mit einer Eliminationshalbwertszeit von etwa 1,5 Stunden nach intravenöser Injektion. Nach oraler Einnahme ist die Elimationshalbwertszeit auf Grund der langsamen Resorption auf ca. 3 bis 3,5 Stunden verlängert.

Pyridostigminbromid passiert nicht die Blut-Hirn-Schranke.

Pharmazeutische Angaben - Kalymin® 10 N

Liste der sonstigen Bestandteile

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], Glutaminsäurehydrochlorid, hochdisperses Siliciumdioxid, Maisstärke, mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat, Polyvinylalkohol, Talkum, Macrogol 3350, Polysorbat 80

Inkompatibilitäten

Bisher nicht bekannt.

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Nach Anbruch: 6 Monate

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Keine besonderen Anforderungen.

Art und Inhalt des Behältnisses

Kalymin 10 N ist in Braunglasflaschen mit Druckkappenverschluß in Packungen zu 100 Filmtabletten erhältlich.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

Weblinks

Packungen und Preis

Kalymin® 10 N, 10mg 100 Filmtbl. N3
Preis
24,53 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

AOK Bayern | AOK Niedersachsen | AOK NordWest | AOK Sachsen-Anhalt

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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