Grassmuno® 900 SU/ml, 2700 SU/ml, 6000 SU/ml Injektionssuspension
- Gemeines Straußgraspollen-Allergen,
- Trespepollen-Allergen,
- Wiesenknäuelgraspollen-Allergen,
- Wiesenkammgraspollen-Allergen,
- Roggenpollen-Allergen,
- Wiesenhaferpollen-Allergen,
- Wiesenschwingelpollen-Allergen,
- Wiesenfuchsschwanzpollen-Allergen,
- Wiesenrispengraspollen-Allergen,
- Weidelgraspollen-Allergen,
- Gewöhnliches Ruchgraspollen-Allergen,
- Wiesenlieschgraspollen-Allergen,
- Wolliges Honiggraspollen-Allergen,
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Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
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Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Hersteller

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Fachinfo - Grassmuno® 900 SU/ml
Grassmuno ist eine präsaisonale subkutane Allergen-Immuntherapie (AIT) zur Behandlung von IgE-vermittelter mittelschwerer bis schwerer allergischer Rhinitis und/oder Rhinokonjunktivitis (ohne Asthma oder mit gut kontrolliertem Asthma), die durch Gräserpollen ausgelöst wird.
Grassmuno ist für die Behandlung von Erwachsenen vorgesehen.
Die Therapie soll nur von Ärzten mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung bzw. Expertise in der Anwendung von subkutanen Allergen-Immuntherapien durchgeführt werden.
Dosierung
Die Höchstdosis von 1,0 ml pro Injektion darf nicht überschritten werden.
Am Tag der Injektion sollen die Patienten bekannte Kofaktoren einer Anaphylaxie meiden, wie beispielsweise (aber nicht ausschließlich) Alkoholkonsum oder körperliche Anstrengung.
Die Stärke dieses Arzneimittels wird in Standardisierten Einheiten (SU) angegeben. Diese Einheiten sind nicht mit den Einheiten vergleichbar, die bei anderen Allergenextrakten zur Angabe der Stärke verwendet werden.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Grassmuno bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist noch nicht erwiesen.
Spezielle Patientengruppen
Ältere Personen
Es liegen derzeit keine Daten über die Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten über 65 Jahren vor. Bei der Verordnung dieses Arzneimittels bei älteren Patienten ist an die höhere Prävalenz von Kontraindikationen, wie z. B. Emphysem oder Bronchiektasie, zu denken (siehe Abschnitt 4.3). Außerdem muss die höhere Prävalenz von Erkrankungen, bei denen Vorsicht geboten ist, wie z. B. Herz-, Kreislauf- oder Lungenerkrankungen, berücksichtigt werden (siehe Abschnitt 4.4).
Hochsensibilisierte Patienten
Bei hochsensibilisierten Patienten kann die Höchstdosis gegebenenfalls angepasst oder die Dosis in kleineren Schritten gesteigert werden, um die Verträglichkeit zu verbessern.
Behandlungsschema
Grassmuno soll als Behandlungszyklus von sechs 1,0-ml-Injektionen verabreicht werden. Eine Injektion zu 900 SU, eine Injektion zu 2700 SU und vier Injektionen zu 6000 SU sind vor Beginn der Pollensaison subkutan zu verabreichen.
Die ersten drei Injektionen sollen nacheinander (Durchstechflasche 1, 2, 3; jeweils 1,0 ml) im Abstand von 6 bis 9 Tagen verabreicht werden. Die anschließenden drei Injektionen (Durchstechflaschen 3,3,3; jeweils 1,0 ml) sollen in Abständen von 21-35 Tagen verabreicht werden (siehe nachstehende Tabelle). Ein vollständiger Behandlungszyklus erstreckt sich demnach über 75 bis 123 Tage (~11 bis 18 Wochen). Wenn der Beginn der Pollensaison unmittelbar bevorsteht, können die Intervalle bis auf 7 Tage verkürzt werden.
Die Dosis darf nur erhöht werden, wenn die vorherige Injektion gut vertragen wurde und die angegebenen Injektionsintervalle nicht überschritten wurden (siehe „Abweichungen vom Behandlungsschema” weiter unten).
| Injektion Nr. | Durchstechflasche Nr. und Farbe | Empfohlene Dosis | Abstand zur nächsten Injektion (Tage) | |
| Mindestabstand | Höchstabstand | |||
| 1 | Nr. 1 (grün) | 900 SU – 1,0 ml | 6 | 9 |
| 2 | Nr. 2 (gelb) | 2700 SU – 1,0 ml | 6 | 9 |
| 3 | Nr. 3 (rot) | 6000 SU – 1,0 ml | (7*) 21 | 35 |
| 4 | Nr. 3 (rot) | (7*) 21 | 35 | |
| 5 | Nr. 3 (rot) | (7*) 21 | 35 | |
| 6 | Nr. 3 (rot) | N/Z | ||
* Wahlweise ein kürzerer Abstand, wenn die Pollensaison unmittelbar bevorsteht.
Die Patienten sollen nach jeder Injektion für einen Zeitraum von mindestens 30 Minuten unter ärztlicher Beobachtung bleiben. Die Beobachtungsdauer ist zu verlängern, wenn Symptome oder Anzeichen einer Überempfindlichkeit auftreten, und die Patienten müssen unter Beobachtung bleiben, bis diese vollständig abgeklungen sind. Eine schwere und länger andauernde Nebenwirkung kann eine Krankenhauseinweisung erforderlich machen. Alle Patienten müssen darauf hingewiesen werden, dass sie sich bei Auftreten von Nebenwirkungen unverzüglich an ihren Arzt wenden müssen.
Abweichungen vom Behandlungsschema
Überschreitung der empfohlenen Injektionsintervalle
Unter außergewöhnlichen Umständen, die eine Einhaltung des Injektionsintervalls nicht zulassen (einschließlich akuter allergischer Symptome oder fieberhafter Infektionen), können die geplanten Injektionen bis zu 7 Tage über das empfohlene Injektionszeitfenster hinaus verschoben werden.
Wenn eine oder mehrere Injektionen ausgelassen werden oder der empfohlene maximale Abstand zwischen den Injektionen um mehr als sieben Tage überschritten wird, ist die Behandlung erneut mit der niedrigsten Dosis (900 SU) zu beginnen und schrittweise zu steigern.
Dosisanpassung
Wie bei jeder Allergen-Immuntherapie müssen die Dosen an die Sensibilisierung und Toleranz des einzelnen Patienten angepasst werden. Die maximal verträgliche Dosis pro Injektion kann bei einem Patienten niedriger sein als die zulässige Höchstdosis (6000 SU bzw. 1,0 ml).
Wenn vor dem Abschluss des Injektionszyklus große lokale oder systemische Reaktionen auftreten, kann die nächste empfohlene Dosis angepasst werden, um das Potenzial für unerwünschte Reaktionen zu verringern und die Verträglichkeit der weiteren Dosen zu verbessern.
| Reaktion | Modifizierung |
| Große oder sehr große lokale Reaktion | Keine Dosissteigerung, Dosis der letzten Injektion wiederholen |
| Leichte systemische Reaktion | Dosis der letzten Injektion wiederholen |
| Mittelschwere systemische Reaktion | Dosis auf die Hälfte der letzten Injektion reduzieren |
| Schwere systemische Reaktion, Anaphylaktischer Schock | Der Arzt muss die therapeutische Indikation überprüfen und das Nutzen-Risiko-Verhältnis für den einzelnenPatienten erneut abwägen. |
Wenn die Dosisanpassung nach der Nebenwirkung gut vertragen wird, kann das empfohlene Dosissteigerungsschema wieder aufgenommen werden. Im Fall einer Dosisreduktion ist die nachfolgende Tabelle zu berücksichtigen:
| Dosis bei Reaktion | Intervall | Angepasste Dosis | Intervall | Re-eskalationsdosis |
| 900 SU (1,0-ml-Durchstechflasche 1) | 6-9 Tage | 450 SU (0,5-ml-Durchstechflasche 1) | 6-9 Tage | 900 SU(~0,35-ml-Durchstechflasche 2 / 0,15-ml-Durchstechflasche3) |
| 2700 SU (1,0-ml-Durchstechflasche 2) | 6-9 Tage | 1 350 SU (0,5-ml-Durchstechflasche 2) | 6-9 Tage | 2700 SU(0,45-ml-Durchstechflasche 3) |
| 6000 SU (1,0-ml-Durchstechflasche 3) | 21-35 Tage | 3 000 SU (0,5-ml-Durchstechflasche 3) | 6-9 Tage | 6000 SU(1,0-ml-Durchstechflasche 3) |
Nach der Re-eskalationsdosis ist das reguläre Behandlungsschema in Bezug auf die Dosen und Injektionsintervalle wieder aufzunehmen.
Behandlungsdauer
Zur Erzielung einer möglichst vollständigen und langfristigen Besserung der allergischen Symptome empfehlen die Therapieleitlinien, die Allergen-Immuntherapie über mindestens 3 und bis zu 5 aufeinanderfolgende Jahre durchzuführen. Aktuell liegen keine klinischen Daten für eine Langzeitwirksamkeit von Grassmuno vor. Sollte keine Symptomverbesserung nach dem ersten Behandlungsjahr erkennbar sein, ist eine weitere Behandlung nicht indiziert.
Art der Anwendung
Besondere Vorsichtsmaßnahmen, die vor der Injektion zu beachten sind, sind Abschnitt 4.4 zu entnehmen.
Vor der Anwendung sollte die Injektionssuspension auf Raumtemperatur gebracht werden. Sie muss anschließend kräftig geschüttelt werden, bis der gesamte Bodensatz gleichmäßig re-suspendiert ist.
Die Injektionen sollen zügig und mit gleichbleibendem Druck verabreicht werden.
Grassmuno soll als subkutane Injektion in die laterale/posteriore Seite des mittleren Drittels des Oberarms verabreicht werden. Die Injektionsstellen können zwischen den Armen abgewechselt werden, z. B. 1., 3. und 5. Injektion in den rechten Arm und 2., 4. und 6. Injektion in den linken Arm. Wiederholte Injektionen an derselben Injektionsstelle sind zu vermeiden. Mit einer Aspiration ist sicherzustellen, dass keine Blutgefäße verletzt wurden. Der Patient ist darauf hinzuweisen, dass er an der Injektionsstelle nicht reiben soll.
Intramuskuläre und intravaskuläre Injektionen sind unbedingt zu vermeiden.
-
Akute oder unbehandelte chronische Infektion oder Entzündung;
-
Sekundäre Veränderungen am betroffenen Organ (Emphysem oder Bronchiektasie, usw.);
-
Schweres oder schlecht kontrolliertes oder unkontrolliertes Asthma gemäß den Leitlinien der Global Initiative for Asthma (GINA);
-
Aktive oder schlecht kontrollierte systemische Autoimmunerkrankungen;
-
Relevante Immundefizienzen (einschließlich solcher, die auf immunsuppressive Behandlungen zurückzuführen sind, siehe Abschnitt 4.5);
-
Aktive maligne Neoplasie;
-
Hereditäres Angioödem;
-
Betablocker-Therapie (siehe Abschnitt 4.5);
-
Manifeste Lungen- oder Herzinsuffizienz;
-
Störungen des Tyrosinstoffwechsels, insbesondere Tyrosinämie und Alkaptonurie;
-
Bei einer Kontraindikation gegen die Anwendung von Adrenalin/Epinephrin;
-
Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6);
-
Schwere systemische Reaktion auf frühere AIT;
-
Überempfindlichkeit gegen einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Rückverfolgbarkeit
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.
Die Behandlung von Patienten sollte nur dort erfolgen, wo vollständige Einrichtungen zur kardiopulmonalen Reanimation sofort zur Verfügung stehen.
Epinephrin/Adrenalin muss immer sofort verfügbar sein.
Um Nebenwirkungen vorzubeugen, ist vor der Anwendung von Grassmuno die Zwischenanamnese des Patienten vollständig zu überprüfen. Besondere Aufmerksamkeit ist dabei auf die Untersuchung der Lungenfunktion, z. B. mittels Peak-Flow-Messung (FEV1), bei Asthmatikern zu richten.
Wegen des Risikos einer schweren systemischen Reaktion, müssen die Patienten nach jeder Injektion mindestens 30 Minuten unter ärztlicher Kontrolle bleiben. Diese Beobachtungszeit sollte bei Auftreten von Symptomen einer Überempfindlichkeit verlängert werden. Alle Patienten sind darauf hinzuweisen, dass sie sich beim Auftreten von Nebenwirkungen sofort an ihren Arzt wenden sollen. Eine schwere und lange anhaltende Nebenwirkung kann eine stationäre Behandlung erfordern.
Anaphylaktischer Schock
Wie bei jeder spezifischen Immuntherapie besteht das Risiko des Auftretens eines anaphylaktischen Schocks.
Warnsymptome
Kribbeln, Jucken und Brennen auf der Zunge, im Mund, im Rachen oder insbesondere an Handflächen und Fußsohlen. Auf diese Symptome kann unmittelbar ein Schock mit Zyanose, Hypotonie, Tachykardie, Bronchospasmus und Bewusstlosigkeit folgen.
Weitere klinische Zeichen sind: Angstzustände, Ruhelosigkeit, Schwindel, Larynxödem mit Dyspnoe, Übelkeit und Erbrechen, Bauchkrämpfe, Defäkation, Atem- und Herzstillstand.
Schwere und möglicherweise lebensbedrohliche Reaktionen bedürfen einer schnellen und effektiven Notfallbehandlung.
Die Behandlung von allergischen Reaktionen richtet sich nach den aktuellen medizinischen Leitlinien.
Augmentationsfaktoren
Nach einer akuten Infektion, Fieber oder einem schweren Asthmaanfall darf Grassmuno erst 48 Stunden nach der Normalisierung des Gesundheitszustandes des Patienten verabreicht werden.
Die Patienten sind darauf hinzuweisen, dass sie sich am Tag der Injektion keinen schweren körperlichen Anstrengungen (z. B. Sport, schwere körperliche Arbeit, sowie Saunabesuche) aussetzen dürfen und keinen Alkohol trinken sollen.
Ein zusätzlicher Kontakt mit (exogenen und iatrogenen) Allergenen kann die Toleranzschwelle des Patienten herabsetzen. Daher soll der Patient darüber aufgeklärt werden, dass am Tag der Injektion die betreffenden kausalen und kreuzreaktiven Allergene soweit möglich zu meiden sind.
Wenn einem Patienten zwei verschiedene Allergenextrakte verabreicht werden, ist dazwischen ein Sicherheitsabstand von mindestens 30 Minuten einzuhalten.
Begleiterkrankungen
Bei Patienten mit in Remission befindlichen systemischen Autoimmunerkrankungen oder organspezifischen Autoimmunerkrankungen müssen Risiken und Nutzen der Allergen-Immuntherapie vom Arzt sorgfältig abgewogen werden.
Bei Patienten mit Herz-, Kreislauf- oder Lungenbeeinträchtigungen ist Vorsicht geboten.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d. h. es ist nahezu
“natriumfrei”.
Nicht zur intramuskulären oder intravaskulären Anwendung.
In Anbetracht der Art des Arzneimittels und der sehr niedrigen Plasmaspiegel wurden keine Studien zu Arzneimittelwechselwirkungen durchgeführt.
Kontraindikationen für Begleitbehandlungen (siehe Abschnitt 4.3):
-
Betablocker: In einem Notfall (schwere anaphylaktische Reaktion) wird die Anwendung von Adrenalin/Epinephrin als Erstlinienbehandlung empfohlen. Bei einer Betarezeptorenblockade könnte die Wirkung von Adrenalin/Epinephrin unterbunden oder abgeschwächt werden.
-
Relevante immunsuppressive Therapien: Eine allergenspezifische Immuntherapie zielt darauf ab, das Ungleichgewicht zwischen der Th1- und der Th2-Funktionalität auszugleichen. Dies erfordert ein funktionierendes Immunsystem.
Bei folgenden Begleitbehandlungen ist Vorsicht geboten:
-
Trizyklische Antidepressiva und MAO-Hemmer: Bei Patienten, die trizyklische Antidepressiva und Monoaminoxidasehemmer (MAO-Hemmer) erhalten, ist Vorsicht geboten, da diese Arzneimittel die Wirkung von Adrenalin/Epinephrin verstärken können.
-
Symptomatische Antiallergika (z. B. Antihistaminika, Corticosteroide, Mastzellstabilisatoren) können die aktuelle Reaktionslage des Patienten verschleiern.
-
Wenn einem Patienten unterschiedliche Allergenextrakte verabreicht werden, sollen diese mit einem Sicherheitsabstand von mindestens 30 Minuten verabreicht werden.
-
Prophylaktische Impfungen sollen frühestens 1 Woche nach der Verabreichung der Immuntherapie durchgeführt werden (vorausgesetzt, alle Nebenwirkungen sind vollständig abgeklungen). Die nächste Dosis der Immuntherapie soll frühestens
2 Wochen nach der Impfung verabreicht werden, vorausgesetzt, sämtliche möglichen Nebenwirkungen sind vollständig abgeklungen. Notfallimpfungen (z.B. Tetanus) können jederzeit durchgeführt werden.
Schwangerschaft
Es liegen keine Daten über die Anwendung von Grassmuno bei Schwangeren vor. Die Behandlung darf während der Schwangerschaft nicht durchgeführt werden, da schwere systemische Reaktionen auftreten können, die für den Fetus schädlich sein können. Es gibt keine Anhaltspunkte für teratogene Wirkungen der Immuntherapie. Da sich jedoch der Sensibilisierungs- und Reaktivitätsgrad des Immunsystems während einer Schwangerschaft nicht vorhersehen lässt, darf eine spezifische Immuntherapie während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3).
Stillzeit
Es liegen keine klinischen Daten über die Anwendung von Grassmuno während der Stillzeit vor. Wirkungen auf das gestillte Kind werden nicht erwartet.
Fertilität
Es liegen keine Daten über die Wirkungen auf die Fertilität beim Menschen vor. In tierexperimentellen Studien wurde keine Wirkung auf Fertilitätsparameter beobachtet.
Grassmuno hat einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Bei Auftreten von Schwindel oder Müdigkeit ist dem Patienten davon abzuraten, Fahrzeuge zu führen oder Maschinen zu bedienen, bis diese Wirkungen abgeklungen sind.
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die bei Grassmuno zu erwartenden Nebenwirkungen sind vorwiegend leichte bis mittelschwere Reaktionen an der Injektionsstelle (z. B. Schwellung, Erythem, Juckreiz, Schmerzen), Hautreaktionen (z.B. Ausschlag, Juckreiz, Urtikaria), Reaktionen der Atemwege (z. B. Rhinorrhoe, Dyspnoe, Husten) oder typische Symptome, die durch das Wiederauftreten/die Verschlimmerung der patientenspezifischen Allergie oder durch sonstige Allergiesymptome hervorgerufen werden.
Tabellarische Übersicht über die Nebenwirkungen
Tabelle 1 unten zeigt gemeldete Nebenwirkungen und stützt sich auf Daten aus placebokontrollierten klinischen Studien, in denen Grassmuno bei Erwachsenen mit durch Gräserpollen verursachter saisonaler Rhinitis oder Rhinokonjunktivitis untersucht wurde, u.a. auch bei Patienten mit leichtem bis mittelschwerem allergischem Asthma.
Die Nebenwirkungen sind nach der MedDRA Konvention in verschiedene Gruppen unterteilt: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1 000, <1/100), selten (≥1/10 000,
<1/1 000), sehr selten (<1/10 000). Tabelle 1: Nebenwirkungen
| Systemorganklasse | Häufigkeit | Unerwünschte Arzneimittelwirkung |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | Häufig | Rhinorrhoe, Niesen, nasale Obstruktion, nasaler Pruritus, Rachenreizung, Husten |
| Gelegentlich | Allergische Rhinitis, Dyspnoe, Schmerzen im Oropharynx, Giemen, Bronchospasmus, Dysphonie, Larynxbeschwerden, verstopfte Nase, , Schwellung des Pharynx, Räuspern | |
| Augenerkrankungen | Häufig | Augenjucken, verstärkte Tränensekretion, okuläreHyperämie |
| Gelegentlich | Trockenes Auge, Augenlidödem, periorbitaleSchwellung | |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes | Häufig | Pruritus, Urtikaria |
| Gelegentlich | Allergische Dermatitis, Erythem, Ausschlag, Nachtschweiß, Angioödem, Hyperhidrose | |
| Erkrankungen des Nervensystems | Häufig | Kopfschmerz |
| Gelegentlich | Geschmacksstörung, Hypoästhesie | |
| Erkrankungen desGastrointestinaltrakts | Gelegentlich | Übelkeit, Abdominalschmerz, Diarrhoe, Erbrechen,oraler Pruritus, Hypersalivation |
| Gefäßerkrankungen | Gelegentlich | Flush, Schwindelgefühl, Hypertonie, Monozytose |
| Erkrankungen des Ohrs unddes Labyrinths | Gelegentlich | Ohrenjucken, Vertigo, Tinnitus |
| Infektionen und parasitäre Erkrankungen | Gelegentlich | Infektion an der Injektionsstelle, Rhinitis, Konjunktivitis, Nasopharyngitis, Follikulitis |
| Untersuchungen | Gelegentlich | Erhöhte Körpertemperatur, abnorme Atemgeräusche,Eosinophilie, Reduzierung FEV |
| Erkrankungen desImmunsystems | Gelegentlich | Anaphylaktische Reaktion |
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen | Gelegentlich | Muskuloskelettale Schmerzen, Schmerzen in den Extremitäten |
| Erkrankungen der Geschlechtsorgane und derBrustdrüse | Gelegentlich | Dysmenorrhoe |
| Psychiatrische Erkrankungen | Gelegentlich | Angst, Phonologische Störung |
| Erkrankungen der Nierenund Harnwege | Gelegentlich | Polyurie |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Sehr häufig | Reaktionen an der Injektionsstelle (Erythem, Schwellung, Pruritus, Schmerzen) |
| Häufig | Reaktionen an der Injektionsstelle (Urtikaria, Wärme,Knötchen, Verhärtung, , Ekchymose) | |
| Gelegentlich | Reaktionen an der Injektionsstelle (Geschwulst, Hämatom, Überempfindlichkeit, Entzündung, Bläschen, Beschwerden, Hypästhesie, Ödem, Blutung, Gelenkschmerzen, Papel), Ermüdung, Unwohlsein, Asthenie, Schüttelfrost, Hitzegefühl, generalisiertesÖdem, Fieber |
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Anaphylaktische Reaktionen/anaphylaktischer Schock
In Einzelfällen wurden schwere anaphylaktische Reaktionen oder anaphylaktischer Schock bei der Behandlung mit Grassmuno oder ähnlichen Arzneimitteln der Allergenimmuntherapie berichtet. Ein anaphylaktischer Schock kann sich innerhalb von Minuten nach der Verabreichung einer Allergen-Immuntherapie entwickeln, teilweise schon vor dem Auftreten einer lokalen Reaktion. Die typischen Warnzeichen eines anaphylaktischen Schocks sind in Abschnitt 4.4 beschrieben.
Systemische Nebenwirkungen, von denen bekannt ist, dass sie bei jeder Immuntherapie auftreten
Leicht: Wiederauftreten oder Verschlimmerung der patientenspezifischen Anzeichen und Symptome einer Allergie wie z. B. Rhinokonjunktivitis, Augenjucken, Niesen, nasale Obstruktion, Husten, generalisierte Urtikaria, generalisierter Pruritus, atopisches Ekzem und Atemnot, Ermüdung, Flush/Hitzewallung, gastrointestinale Störung, Reizung oder Engegefühl des Rachens.
Mittelschwer bis schwer: Asthma, bronchiale Obstruktion, Hypotonie, Hypertonie, Tachykardie, Quincke-Ödem.
Schwere, verzögert auftretende Reaktionen: Reaktionen, die der Serumkrankheit ähneln, mit Symptomen wie Fieber, Gelenkschmerzen, Urtikaria und Anschwellen der Lymphknoten können nach einigen Tagen auftreten.
Kinder und Jugendliche
Es liegen keine klinischen Daten über die Verträglichkeit von Grassmuno bei Kindern und Jugendlichen vor. Es wird davon ausgegangen, dass Art und Schweregrad der Nebenwirkungen die gleichen sind wie bei Erwachsenen.
Andere spezielle Patientengruppen
Bei hochsensibilisierten Patienten besteht eventuell eine höhere Anfälligkeit für Nebenwirkungen oder einen schwerwiegenderen Verlauf dieser.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen, Tel: +49 6103 77 0, Fax: +49 6103 77 1234, Website: www.pei.de anzuzeigen.
Die Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.8) kann höher sein, wenn eine Überdosis verabreicht wird. In Dosisfindungsstudien wurde keine bedeutsame Korrelation zwischen der Dosis und der Verträglichkeit festgestellt.
Pharmakologische Eigenschaften - Grassmuno® 900 SU/ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Allergenextrakte ATC Code: V01AA02
Wirkungsmechanismus
Der Wirkmechanismus der Allergen-Immuntherapie (AIT) ist mit einer Hochregulation von IgG (vor allem IgG4) verbunden und mit dem Auftreten von IgA-Antikörpern, von denen bei einigen vermutet wird, dass sie eine „Blockade“ der antiinflammatorischen Wirkung sowie eine T-Zell-Toleranz vermitteln (Th1/Th17/Treg).
Die Begründung für die AIT konzentriert sich auf das Gleichgewicht zwischen einer Immunantwort vom Th1- und Th2-Typ. Die Immuntherapie moduliert die T-Helferzellen und verursacht einen Wechsel und eine Neugewichtung von einem vorwiegend überempfindlichen Th2-artigen Zustand (IgE-Induktion) zu einem vorwiegend Th1-artigen Zustand (IgG-Induktion), was zu einer Abschwächung der allergenspezifischen IgE-Reaktion führt.
Darüber hinaus gibt es Hinweise dafür, dass IgG4-Antikörper einen Schutz bieten können, indem sie die IgE-abhängige allergeninduzierte Aktivierung von Mastzellen unterbinden und so das Allergen neutralisieren. IgG4 kann auch die Aktivierung von T-Zellen stören, und blockierende Antikörper (IgG und IgG4) können zudem die IgE-abhängige Aktivierung durch niedrigaffine IgE-Rezeptoren (FcɛRII) auf den B-Zellen hemmen.
Grassmuno beinhaltet das Adjuvans Monophosphoryl-Lipid A (MPL), einen Toll-like-Rezeptor 4 (TLR-4) Agonist. Durch dessen Wirkung kann die spezifische Immunreaktion auf ein Antigen mehr in Richtung einer Th1-Reaktion, einschließlich Th1- und Treg-Zellpopulationen verschoben werden, wodurch sich die spezifischen Wirkmechanismen der AIT verstärken.
Pharmakodynamische Wirkungen
Der wichtigste PD-Marker ist allergenspezifisches IgG, das als Indikator für eine Immunreaktion auf die AIT verwendet wird. Obwohl kein direkter Zusammenhang zwischen der Antikörperreaktion und der Wirksamkeit nachgewiesen werden konnte, ist bekannt, dass eine wirksame Immuntherapie mit einem charakteristischen Muster von IgG-Veränderungen zusammenhängt. Zu den weiteren explorativen Parametern gehören andere Immunglobuline, zelluläre Assays und Transkriptomics.
Im Rahmen des klinischen Entwicklungsprogramms wurde die Pharmakodynamik von Grassmuno in klinischen Studien untersucht. In diesen Studien wurden starke und signifikante Wirkungen auf die Induktion von grassspezifischem IgG4 nachgewiesen, während die IgE-Spiegel stabil blieben. Die exploratorischen Biomarker, einschließlich spezifisches IgA1/IgA2, nasale Immunglobuline, T-Zell-Assays, Treg-Assays und Basophilen-Aktivierungstests unterstützen die immunmodulatorische Wirkung von Grassmuno.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Es wurden fünf placebokontrollierte klinische Studien durchgeführt, in denen Grassmuno in verschiedenen Dosisstärken und Darreichungsformen in den Phasen I, II und III untersucht wurde.
Dabei erhielten 757 Patienten Grassmuno und 433 Patienten Placebo (siehe Tabelle 2 für eine Zusammenfassung der Wirksamkeitsstudien).
In einer doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Phase-II-Studie (G205) wurden 87 Teilnehmer zu einer Behandlung mit 5 100 SU, 92 Teilnehmer zu 14 400 SU, 93 Teilnehmer zu
27600 SU und 86 Teilnehmer zu 35 600 SU randomisiert. Der primäre klinische Wirksamkeitsendpunkt in einem konjunktivalen Provokationsmodell zeigte eine Dosis-Wirkungskurve mit einem Plateau bei 27 600 SU.
In einer explorativen, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-II/III-Feldstudie (G309) wurden 81 Teilnehmer mit 2 verschiedenen Injektionsschemata der 27600-SU-Dosis behandelt: 41 Teilnehmer mit dem herkömmlichen Behandlungsschema (6 wöchentliche Injektionen) und 40 Teilnehmer mit dem verlängerten Behandlungsschema (3 wöchentliche Injektionen [900, 2700 und 6000 SU], gefolgt
von 3 Injektionen im Abstand von jeweils 4 Wochen [6000, 6000 und 6000 SU]). Der primäre Endpunkt war der CSMS während der Spitzen-GPS, und der RQLQ war der wichtigste sekundäre Endpunkt. Im Vergleich zu einem MCT-haltigem Placebo betrug die Verbesserung des CSMS während der Spitzen-GPS 0.67 Punkte (39.5%) und die Verbesserung des Rhinitis-Qualitätsfragebogen (RQLQ) 0.72 Punkte.
In einer doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Phase-III-Studie (G306) wurden 278 Teilnehmer zu einer Behandlung mit PQ Grass 27600 SU und 277 zu Placebo randomisiert. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt, ein kombinierter Symptom- und Medikationsscore, während der Gräserpollensaison zeigte eine signifikante Verbesserung der CSMS um 0,27 Punkte (95 %-KI: 0,12; 0,42) (20,3 %) gegenüber Placebo. Ähnliche Ergebnisse wurden über die gesamte Gräserpollensaison festgestellt, und auch für die täglichen Medikations- und Symptomscores. Eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität in Bezug auf die Rhinokonjunktivitis (via RQLQ) von 0,49 Punkten (95 %-KI: 0,25; 0,73) gegenüber Placebo wurde in einer selektierten Patientenpopulation beobachtet, bei der der RQLQ während der Spitzen-Gräserpollensaison erhoben wurde (definiert als ein wichtiger sekundärer Wirksamkeitsendpunkt).
Während des gesamten klinischen Entwicklungsprogramms wurde Grassmuno bei Patienten mit Gräserpollen-induzierter allergischer Rhinitis oder Rhinokonjunktivitis ohne Asthma oder mit gut kontrolliertem Asthma als sicher und gut verträglich eingestuft (siehe auch Abschnitt 4.8).
Tabelle 2: Placebokontrollierte randomisierte klinische Wirksamkeitsstudien mit Grassmuno
| Klinische Studie | Phase | Teil-nehmer Placebo | Teilnehmer Grassmuno | Dosis / Dosierung | Primärer Wirksamkeitsend-punkt | Primärer Wirksamkeitsend-punkt Ergebnis (FAS) Mittelwert (95 %-KI) |
| G205 | II | 89 | 87 | 5100 SU | Veränderung des TSS in einem konjunktivalen Provokationstest-modell | -3,0 [-3,6; -2,8] |
| 92 | 14400 SU | -3,5 [-4,1; -2,9] | ||||
| 93 | 27600 SU | -3,7 [-4,3; -3,1] | ||||
| 86 | 35600 SU | -3,1 [-3,8; -2,5] | ||||
| G309 | III | 38(20 mit MCT, 18ohne MCT) | 40 | 27600 SU(wöchentl. Dosierschema) | CSMS vs.Placebo während der peak pollen season | -0,56 [-1.08; -0.05](-33,1 % [-57.3%; -8.9%])# |
| 41 | 27600 SU(erweitertes Dosierschema) | -0,67 [-1.19; -0.15](-39,5 % [-62.9%; -16.2%])# | ||||
| G306 | III | 278 | 277 | 27600 SU(erweitertes Dosierschema) | CSMS vs.Placebo während der peak pollen season | -0,27 [-0,42; -0,12](-20,3 % [-31,0 %; -9,5 %])# |
# Relativer Unterschied = absoluter Unterschied in CSMS geteilt durch Placebo-CSMS; Vergleich gegenüber Placebo mit MCT (konventionelle Placebogruppe)
FAS = Full Analysis Set (vollständiges Analyseset) TSS = Total symptom score (Gesamtsymptomscore)
CSMS = Combined Symptom and Medication Score (kombinierter Symptom- und Medikationsscore)
Pharmazeutische Angaben - Grassmuno® 900 SU/ml
L-Tyrosin
Monophosphoryl-Lipid A (MPL) Dipalmitoylphosphatidylcholin Phenol
Natriumchlorid Dinatriumphosphat-Dodecahydrat
Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat Wasser für Injektionszwecke
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
2 Jahre.
Bei einer Lagerung bei 2 ºC – 8 ºC ist die Stabilität nach Anbruch für 35 Tage nachgewiesen.
Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C). Nicht einfrieren.
Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
Grassmuno wird in 3 ml-Durchstechflaschen aus neutralem Klarglas (Typ I, Ph. Eur.) mit Gummistopfen und Aluminiumsiegel geliefert.
Grassmuno wird als Grund- und Fortsetzungsbehandlung mit sechs Durchstechflaschen für alle sechs Injektionen bereitgestellt.
| Durchstech-flasche Nummer (Etikettfarbe) | Dosis | Anzahl Durchstech-flaschen proPackung | Extrahierbares Volumen | Gesamtfüllvolumen |
| Durchstechflasche 1(grün) | 900 SU/ml | 1 | 1,5 ml | 1,9 ml |
| Durchstechflasche 2 (gelb) | 2700 SU/ml | 1 | 1,5 ml | 1,9 ml |
| Durchstechflasche 3(rot) | 6000 SU/ml | 4 | 1,5 ml | 1,9 ml |