Hydromorphon Ethypharm Kalceks 10 mg/ml Injektions-/Infusionslösung, 1 ml
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Hydromorphon 10 mg/ml
Fi.r die Behandlung von starken Schmerzen bei Erwachsenen und Jugendlichen i.ber 12 Jahren.
Dosierung
Die Dosierung von Hydromorphon Kalceks sollte der Starke der Schmerzen und dem individuellen Ansprechen des Patienten angepasst werden.
Die Dosis sollte bis zur optimalen analgetischen Wirkung titriert werden.
Grundsatzlich sollte eine ausreichend hohe Dosis gegeben werden, wobei die im Einzelfall kleinste analgetisch wirksame Dosis angestrebt werden sollte.
Hydromorphon Kalceks 10 mg, 20 mg und 50 mg eignen sich nicht fi.r die initiale
Opioid-Therapie. Diese hohere Darreichungsformen di.rfen nur zur individuellen Dosierung bei Patienten angewendet werden, die auf niedrigere Starken von Hydromorphon-Zubereitungen (Hydromorphon Kalceks 2 mg) oder vergleichbar starke Analgetika im Rahmen der chronischen Schmerztherapie nicht mehr ausreichend angesprochen haben. Das Reservoir einer Schmerzpumpe kann mit individuellen Dosen von 10 mg, 20 mg oder 50 mg aufgefi.llt werden, da die Kalibrierung der Schmerzpumpe die Kontrolle der Dosierung gewahrleistet.
Hydromorphon darf nicht langer als unbedingt notwendig angewendet werden. Wenn eine Langzeitbehandlung erforderlich ist, sollte durch eine sorgfaltige und regelmaBige -Oberwachung kontrolliert werden, ob und in welchem Umfang eine Weiterbehandlung notwendig ist. Wenn ein Patient keine weitere Behandlung mit Hydromorphon mehr benotigt, kann es ratsam sein, die Tagesdosis allmahlich zu reduzieren, um das Auftreten von Entzugssymptomen zu vermeiden.
| Alter | Bolus | Infusion |
| Erwachsene und Jugendliche (> 12 Jahre) | ||
| subkutane (s.c.) Anwendung | 1-2 mg s.c. alle 3-4 Stunden | 0,15-0,45 mg/Stunde0,004 mg/kg Korpergewicht/Stunde |
| intravenose (i.v.) Anwendung | 1-1.5 mg i.v. alle 3-4 Stunden langsam i.ber mindestens2-3 Minuten injiziert | 0,15-0,45 mg/Stunde0,004 mg/kg Korpergewicht/Stunde |
| PСA* (s.c. und i.v.) | 0,2 mg Bolus bei einem Sperrintervall von 5-10 Minuten | |
| Kinder(< 12 Jahre) | Nicht empfohlen | |
*PСA = patientenkontrollierte Analgesie
Umstellung von Patienten von oraler Einnahme auf parenterale Anwendung von Hydromorphon: Die Dosis soll gemaB folgendem Verhaltnis berechnet werden: 3 mg Hydromorphon oral entsprechen 1 mg Hydromorphon, intravenos angewendet. Es muss betont werden, dass es sich dabei um einen Richtwert zur Dosiseinstellung handelt. Unterschiedliches Ansprechen der Patienten erfordert eine sorgfaltige und individuelle Dosistitration bei jedem einzelnen Patienten.
Wechsel von anderen Opioiden zu Hydromorphon:
Studien, bei denen gesunden Probanden und Patienten Hydromorphon sowohl intravenos als auch subkutan gegeben wurde, zeigen, dass Hydromorphon (auf Milligramm-Basis) 5-10-mal starker wirksam war als parenteral angewendetes Morphin. Bei Wechsel von einem anderen Opioid sollte die Behandlung mit einer Hydromorphon-Dosis begonnen werden, die ungefahr 1/10 der entsprechenden parenteralen Morphin-Dosis entspricht.
Diese Dosis sollte unter Beri.cksichtigung der Patientensicherheit individuell bis zum Erreichen einer optimalen Schmerzlinderung titriert werden.
Kinder und Jugendliche
Die Anwendung von Hydromorphon Kalceks bei Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit vorliegen.
.ltere Patienten
Bei alteren Patienten (im Regelfall i.ber 75 Jahre) kann eventuell eine geringere Dosis als bei anderen Erwachsenen erforderlich sein, um eine ausreichende Analgesie zu erzielen.
Patienten mit eingeschrankter Nieren- oder Leberfunktion
Bei diesen Patienten kann zur adaquaten Schmerzlinderung eine geringere Dosis als bei anderen Patientengruppen erforderlich sein. Die Dosiseinstellung bis zur klinischen Wirksamkeit sollte vorsichtig erfolgen (siehe Abschnitt 5.2).
Art der Anwendung
Intravenose Injektion oder Infusion und subkutane Injektion oder Infusion. Hydromorphon Kalceks ist nur zur einmaligen Anwendung vorgesehen.
Das Arzneimittel sollte immer vor der Anwendung visuell kontrolliert werden. Es di.rfen nur klare Losungen ohne Partikel verwendet werden.
Hinweise zur Verdi.nnung des Arzneimittels vor der Anwendung siehe Abschnitt 6.6.
Behandlungsziele und Abbruch
Vor Einleitung der Behandlung mit Hydromorphon Kalceks sollten eine Behandlungsstrategie, einschlieBlich Behandlungsdauer und Behandlungszielen, sowie ein Plan fi.r das Behandlungsende gemeinsam mit dem Patienten und in -Obereinstimmung mit den Leitlinien zur Schmerzbehandlung vereinbart werden. Wahrend der Behandlung sollte ein haufiger Kontakt zwischen Arzt und Patient stattfinden, um die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung zu beurteilen, die Beendigung der Behandlung in Erwagung zu ziehen und die Dosis bei Bedarf anzupassen. Wenn ein Patient die Hydromorphon-Therapie nicht mehr benotigt, kann es ratsam sein, die Dosis schrittweise zu reduzieren, um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Bei fehlender adaquater Schmerzkontrolle sollte die Moglichkeit einer Hyperalgesie, einer Gewohnung (Toleranz) und einer Progression der zugrundeliegenden Erkrankung in Erwagung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Behandlungsdauer
Hydromorphon sollte nicht langer als notwendig angewendet werden.
-
-Oberempfindlichkeit gegen Hydromorphon oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
-
Bedeutende Atemdepression mit Hypoxie oder erhohter Kohlendioxid-Konzentration im Blut
-
Schwere chronisch obstruktive Atemwegserkrankung
-
Сor pulmonale
-
Koma
-
Akutes Abdomen
-
Paralytischer Ileus
-
Gleichzeitige Gabe von Monoaminooxidase-Hemmern oder innerhalb von 2 Wochen nach deren Absetzung
Das Hauptrisiko bei einer Opioid--Oberdosierung ist eine Atemdepression. Hydromorphon sollte bei
opiatabhangigen Patienten, bei Patienten mit Kopfverletzungen (wegen des Risikos eines erhohten Hirndrucks), konvulsiven Erkrankungen, Alkoholismus, Delirium tremens, toxischer Psychose, Hypotonie bei Hypovolamie, Bewusstseinsstorungen, Erkrankungen der Gallenwege, Gallen- oder Harnleiterkoliken, Pankreatitis, obstruktiven oder entzi.ndlichen Darmerkrankungen, Prostatahypertrophie, Nebennierenrindeninsuffizienz (z. B. Morbus Addison), Hypothyreose, chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung, verminderter Atemreserve, bei geschwachten, alteren oder gebrechlichen Patienten und bei Patienten mit schwerer Beeintrachtigung der Nieren- oder Leberfunktion (siehe Abschnitt 4.2) mit Vorsicht angewendet werden. Bei allen diesen Patienten kann eine niedrigere Dosierung ratsam sein.
Opioidgebrauchsstorung (Missbrauch und Abhangigkeit)
Bei wiederholter Anwendung von Opioiden wie Hydromorphon konnen sich eine Toleranz sowie eine physische und/oder psychische Abhangigkeit entwickeln.
Die wiederholte Anwendung von Hydromorphon Kalceks kann zu einer Opioidgebrauchsstorung fi.hren. Eine hohere Dosis und langere Dauer der Opioidbehandlung konnen das Risiko erhohen, eine Opioidgebrauchsstorung zu entwickeln. Durch Missbrauch oder absichtliche Falschanwendung von Hydromorphon Kalceks kann es zu einer -Oberdosierung und/oder zum Tod kommen. Das Risiko, eine Opioidgebrauchsstorung zu entwickeln, ist bei Patienten mit einer Substanzgebrauchsstorung (einschlieBlich Alkoholgebrauchsstorung) in der personlichen oder familiaren Vorgeschichte (Eltern oder Geschwister), bei Rauchern oder bei Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen in der personlichen Vorgeschichte (z. B. Major Depression, Angststorungen und Personlichkeitsstorungen) erhoht.
Vor Beginn der Behandlung mit Hydromorphon Kalceks und wahrend der Behandlung sollten die Behandlungsziele und ein Plan fi.r die Beendigung der Behandlung mit dem Patienten vereinbart werden (siehe Abschnitt 4.2). Vor und wahrend der Behandlung sollte der Patient auBerdem i.ber die Risiken und Anzeichen einer Opioidgebrauchsstorung aufgeklart werden. Den Patienten sollte geraten werden, sich bei Auftreten dieser Anzeichen mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen.
Eine Hyperalgesie, die auf eine weitere Dosiserhohung von Hydromorphon Kalceks nicht anspricht, kann sehr selten, insbesondere bei hoher Dosierung, auftreten.
Eine Dosisreduktion von Hydromorphon oder der Wechsel zu einem anderen Opioid kann erforderlich werden.
Hydromorphon darf nicht angewendet werden, wenn die Moglichkeit des Auftretens eines paralytischen Ileus besteht. Bei Verdacht auf oder Auftreten eines paralytischen Ileus wahrend der Behandlung muss die Behandlung mit Hydromorphon sofort abgebrochen werden.
Hydromorphon ist pra- und intraoperativ sowie in den ersten 24 Stunden postoperativ nur mit Vorsicht anzuwenden.
Patienten, die eine zusatzliche Schmerztherapie (z. B. Operation, Plexusblockade) erhalten, sollten 4 Stunden vor dem Eingriff kein Hydromorphon erhalten. Falls eine Weiterbehandlung mit Hydromorphon indiziert ist, sollte die Dosis nach dem Eingriff an den postoperativen Bedarf angepasst werden.
Es ist zu beachten, dass Patienten nach erfolgter Einstellung (Titration) auf eine wirksame Dosis eines bestimmten Opioids nicht ohne klinische Beurteilung und sorgfaltige bedarfsorientierte Neueinstellung auf ein anderes Opioid umgestellt werden di.rfen. Andernfalls ist eine kontinuierliche analgetische Wirkung nicht gewahrleistet.
Die Anwendung des Arzneimittels Hydromorphon kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen fi.hren.
Risiken bei einer gleichzeitigen Anwendung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel: Die gleichzeitige Anwendung von Hydromorphon Kalceks und sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepine oder verwandten Arzneimitteln kann zu Sedierung,
Atemdepression, Koma und Tod fi.hren. Aufgrund dieser Risiken ist die gleichzeitige Verschreibung mit diesen sedierenden Arzneimitteln nur bei den Patienten angebracht, fi.r die es keine alternativen Behandlungsmoglichkeiten gibt. Wenn dennoch eine gleichzeitige Verschreibung von Hydromorphon Kalceks zusammen mit Sedativa fi.r notwendig erachtet wird, sollte die niedrigste wirksame Dosis angewendet werden und die Behandlungsdauer sollte so kurz wie moglich sein. Die Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung i.berwacht werden.
In diesem Zusammenhang wird dringend empfohlen, Patienten und ihre Bezugspersonen i.ber diese Symptome zu informieren (siehe Abschnitt 4.5).
Schlafbezogene Atemstorungen
Opioide konnen schlafbezogene Atemstorungen, einschlieBlich zentraler Schlafapnoe und schlafbezogener Hypoxamie, verursachen. Die Anwendung von Opioiden geht mit einer dosisabhangigen Erhohung des Risikos fi.r eine zentrale Schafapnoe einher (siehe Abschnitt 4.8). Bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe sollte eine Verringerung der Opioidgesamtdosis in Betracht gezogen werden.
Die Anwendung des Arzneimittels Hydromorphon Kalceks kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen fi.hren.
Dieses Arzneimittel enthalt weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro ml, d. h. es ist nahezu
„natriumfrei“.
Zentralnervensystem (ZNS)
Zentralwirksame Arzneimittel wie Tranquilizer, Anasthetika (wie z. B. Barbiturate), Hypnotika und Sedativa, Neuroleptika, Antidepressiva, Antiemetika, Antihistaminika und andere Opioide oder Alkohol konnen die ZNS-dampfenden Wirkungen beider Arzneimittel verstarken.
Sedativa wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel: Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden zusammen mit sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln erhoht das Risiko von Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod aufgrund einer additiven ZNS-dampfenden Wirkung. Dosis und Dauer der gleichzeitigen Anwendung sollten begrenzt werden (siehe Abschnitt 4.4).
Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden und Gabapentinoiden (Gabapentin und Pregabalin) erhoht das Risiko fi.r Opioid--Oberdosierung, Atemdepression und Tod.
Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung (z. B. Psychopharmaka, Antiemetika, Antihistaminika oder Antiparkinsonmittel) konnen anticholinerge Nebenwirkungen von Opioiden verstarken (z. B. Obstipation, Mundtrockenheit oder Harnverhalt).
Die gleichzeitige Anwendung von Hydromorphon und Monoaminoxidase-Hemmern oder die Gabe innerhalb von 2 Wochen nach deren Absetzen ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgefi.hrt.
Schwangerschaft
Opioide passieren die Plazenta. Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung von
Hydromorphon bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizitat gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko fi.r den Menschen ist nicht bekannt. Hydromorphon sollte wahrend der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.
Die Anwendung von Hydromorphon wahrend der Schwangerschaft und wahrend der Geburt wird aufgrund verminderter Uteruskontraktilitat und der Gefahr einer Atemdepression beim Neugeborenen nicht empfohlen.
Langerer Gebrauch von Hydromorphon wahrend der Schwangerschaft kann zu einem Entzugssyndrom beim Neugeborenen fi.hren.
Stillzeit
Hydromorphon wird in geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden. Hydromorphon Kalceks sollte daher wahrend der Stillzeit nicht eingenommen werden.
Fertilitat
Es liegen keine Daten zu moglichen Auswirkungen von Hydromorphon auf die Fertilitat beim Menschen vor. In tierexperimentellen Studien (siehe Abschnitt 5.3) wurden keine Auswirkungen auf die mannliche oder weibliche Fertilitat beobachtet.
Hydromorphon kann die Fahigkeit zum Bedienen von Fahrzeugen und Maschinen beeintrachtigen. Die Wahrscheinlichkeit dafi.r ist besonders zu Beginn einer Therapie mit Hydromorphon gegeben oder nach einer Dosiserhohung oder einem Praparatwechsel sowie bei Kombination von Hydromorphon mit Alkohol oder anderen ZNS-dampfenden Substanzen. Bei Patienten, die auf eine bestimmte Dosis stabil eingestellt sind, sind Beschrankungen nicht zwangslaufig erforderlich.
Deshalb sollten Patienten mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob sie ein Fahrzeug fi.hren oder Maschinen bedienen di.rfen.
Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
| Sehr haufig | ≥ 1/10 |
| Haufig | ≥ 1/100, < 1/10 |
| Gelegentlich | ≥ 1/1.000, < 1/100 |
| Selten | ≥ 1/10.000, < 1/1.000 |
| Sehr selten | < 1/10.000 |
| Nicht bekannt | Haufigkeit auf Grundlage der verfi.gbaren Daten nicht abschatzbar |
Erkrankungen des Immunsystems:
Sehr selten: -Oberempfindlichkeitsreaktionen (einschlieBlich Schwellungen im Bereich des Oropharynx)
Nicht bekannt: Anaphylaktische Reaktionen
Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen Haufig: Anorexie (Appetitlosigkeit)
Psychiatrische Erkrankungen:
Haufig: Angstzustande, Verwirrtheit, Schlaflosigkeit, Halluzinationen Gelegentlich: Depressionen, Dysphorie, Euphorie, Alptraume
Selten: Abhangigkeit, Agitiertheit
Sehr selten: Aggression
Erkrankungen des Nervensystems:
Sehr haufig: Schwindel, Somnolenz
Gelegentlich: Kopfschmerzen, Tremor, Myoklonus, Parasthesien Selten: Krampfanfalle, Sedierung
Sehr selten: Hyperalgesie (siehe Abschnitt 4.4) Nicht bekannt: Zentrales Schlafapnoe-Syndrom
Augenerkrankungen:
Gelegentlich: Miosis, Verschwommensehen
Herzerkrankungen:
Gelegentlich: Tachykardie
Selten: Bradykardie, Palpitationen
GefaBerkrankungen:
Haufig: Hypotonie
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums:
Gelegentlich: Dyspnoe
Selten: Atemdepression, Bronchospasmus
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:
Sehr haufig: Obstipation, -Obelkeit, Erbrechen Haufig: Bauchschmerzen, Mundtrockenheit
Gelegentlich: Dyspepsie, Diarrho, Geschmacksstorungen Sehr selten: Paralytischer Ileus
Leber- und Gallenerkrankungen:
Gelegentlich: Erhohte Leberenzyme
Selten: Gallenkolik, erhohte Pankreasenzyme
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:
Sehr haufig: Pruritus
Haufig: Hautausschlag, Schwitzen
Gelegentlich: Urtikaria
Selten: Gesichtsrotung
Erkrankungen der Nieren und Harnwege:
Haufig: Harnverhalt, verstarkter Harndrang
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdri.se:
Gelegentlich: Verminderte Libido, erektile Dysfunktion
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort: Sehr haufig: Asthenie
Haufig: Reaktionen an der Injektionsstelle
Gelegentlich: Arzneimitteltoleranz, Arzneimittelentzugssyndrom*, Unwohlsein und Ermi.dung
Sehr selten: Periphere Odeme, Verhartungen an der Injektionsstelle (insbesondere nach wiederholter s.c. Gabe), Reizung der Injektionsstelle
Nicht bekannt: Hitzewallungen, Entzugssyndrom beim Neugeborenen
* Ein Entzugssyndrom kann auftreten und sich in Symptomen wie Agitiertheit, Angstzustanden, Nervositat, Schlaflosigkeit, Hyperkinesie, Tremor und gastrointestinalen Symptomen auBern
Arzneimittelabhangigkeit
Die wiederholte Anwendung von Hydromorphon Kalceks kann, auch in therapeutischer Dosierung, zu einer Arzneimittelabhangigkeit fi.hren. Das Risiko fi.r eine Arzneimittelabhangigkeit kann je nach individuellen Risikofaktoren des Patienten, Dosierung und Dauer der Opioidbehandlung variieren (siehe Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf NeЬenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von groBer Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche -Oberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels.
Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fi.r Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz,
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.
Symptome einer Hydromorphon-Intoxikation und -Oberdosierung sind Miosis, Bradykardie, Atemdepression, Hypotonie, fortschreitende Somnolenz bis hin zu Stupor und Koma. Es kann eine Aspirationspneumonie auftreten. In schwereren Fallen konnen Kreislaufversagen und vertieftes Koma unter Umstanden mit letalem Ausgang auftreten.
Bei bewusstlosen Patienten mit Atemstillstand sind Intubation und ki.nstliche Beatmung erforderlich. Es muss ein Opioidantagonist (z. B. 0,4 mg Naloxon; bei Kindern 0,01 mg Naloxon/kg Korpergewicht) intravenos verabreicht werden. Die Einzelgabe des Antagonisten ist in Abstanden von 2-3 Minuten solange wie notwendig zu wiederholen.
Es ist eine engmaschige -Oberwachung (i.ber mindestens 24 Stunden) erforderlich, da die Wirkung des Opioidantagonisten ki.rzer ist als die des Hydromorphons, sodass mit einem erneuten Auftreten der -Oberdosierungssymptome, wie z. B. Ateminsuffizienz, gerechnet werden muss.
PНARMAKOLOGISCНE EIGENSCНAFTEN
Pharmakologische Eigenschaften - Hydromorphon 10 mg/ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika; Opioide; nati.rliche Opium-Alkaloide, ATС-Сode: N02AA03
Hydromorphon ist ein μ-selektiver, reiner Opioidagonist. Hydromorphon und verwandte Opioide wirken hauptsachlich auf das zentrale Nervensystem und den Darm.
Die Wirkungen sind vorwiegend analgetisch, anxiolytisch, antitussiv und sedativ. Dari.ber hinaus konnen Stimmungsschwankungen, Atemdepression, verminderte gastrointestinale Motilitat,
-Obelkeit, Erbrechen und Veranderungen des endokrinen Systems und des autonomen Nervensystems auftreten.
Opioide konnen die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren- oder –Gonaden-Achsen beeinflussen. Zu den berichteten Veranderungen zahlen ein Anstieg des Prolaktins im Serum und eine Abnahme von Kortisol und Testosteron im Plasma. Eine Manifestation klinischer Symptome aufgrund dieser hormonellen Veranderungen kann moglich sein.
Praklinische Studien zeigen unterschiedliche Effekte von Opioiden auf die Komponenten des Immunsystems. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist nicht bekannt.
Resorption
Der Wirkungseintritt erfolgt nach intravenoser Injektion meist innerhalb von 5 Minuten, nach subkutaner Injektion innerhalb von 5-10 Minuten. Die Wirkungsdauer nach intravenoser und subkutaner Injektion betragt 3-4 Stunden. Bei epiduraler Anwendung von 1 mg Hydromorphonhydrochlorid wurde eine Latenzzeit von 22,5 ± 6 Minuten bis zur vollstandigen analgetischen Wirkung beobachtet. Die Wirkung hielt 9,8 ± 5,5 Stunden an (N = 84 Patienten im Alter von 22-84 Jahren).
Verteilung
Hydromorphonhydrochlorid passiert die Plazentaschranke. GemaB veroffentlichter Daten wird Hydromorphon in geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden.
Die Plasmaproteinbindung von Hydromorphon ist gering (< 10 %). Dieser Prozentsatz von 2,46 ng/ml bleibt bis zu sehr hohen Plasmaspiegeln von 81,99 ng/ml, die nur bei sehr hohen Hydromorphon-Dosen erreicht werden, konstant.
Hydromorphonhydrochlorid weist ein relativ hohes Verteilungsvolumen von 1,22 ± 0,23 l/kg (KI: 90 %: 0,97-1,60 l/kg) (N = 6 mannliche Probanden) auf. Dies weist auf eine deutliche Gewebeaufnahme hin.
Aus dem Verlauf der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurven nach einmaliger Gabe von Hydromorphonhydrochlorid 2 mg i.v. oder 4 mg oral an 6 gesunde Probanden im randomisierten cross-over-Versuch ergab sich eine relative kurze Eliminationshalbwertszeit von 2,64 ± 0,88 Stunden (1,68-3,87 Stunden).
Biotransformation
Hydromorphon wird durch direkte Konjugation oder durch Reduktion der Ketogruppe mit nachfolgender Konjugation metabolisiert. Nach Resorption wird Hydromorphon hauptsachlich zu Hydromorphon-3-Glukuronid, Hydromorphon-3-Glukosid und
Dihydroisomorphin-6-Glukuronid metabolisiert. Zu einem kleineren Anteil wurden auch die Metaboliten Dihydroisomorphin-6-Glukosid, Dihydromorphin und Dihydroisomorphin beobachtet. Hydromorphon wird i.ber die Leber metabolisiert und ein geringer Teil wird unverandert i.ber die Nieren ausgeschieden.
Hydromorphon-Metaboliten wurden im Plasma, Urin und in humanen
Hepatozyten-Test-Systemen festgestellt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Hydromorphon in vivo durch das Сytochrom-P450-Enzymsystem metabolisiert wird. ln vitro hemmt Hydromorphon mit einer IС50 > 50 μM nur geringfi.gig die rekombinanten СYP-Isoformen einschlieBlich СYP1A2, 2A6, 2С8, 2D6 und 3A4. Es ist deshalb nicht zu erwarten, dass Hydromorphon den Metabolismus anderer Arzneistoffe, die durch diese СYP-Isoformen metabolisiert werden, hemmt.
Pharmazeutische Angaben - Hydromorphon 10 mg/ml
Сitronensaure Natriumcitrat (Ph. Eur.) Natriumchlorid
Natriumhydroxid-Losung (4 %) (zur pH-Einstellung) Salzsaure 3,6 % (zur pH-Einstellung)
Wasser fi.r Injektionszwecke
InkompatiЬilitaten
Das Arzneimittel darf, auBer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgefi.hrten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Dauer der НaltЬarkeit
Ungeoffnete Ampulle: 5 Jahre.
Haltbarkeit nach Anbruch: Nach Anbruch der Ampulle ist das Arzneimittel sofort zu verwenden.
Haltbarkeit nach Verdi.nnung:
Die chemische und physikalische Stabilitat der gebrauchsfertigen Zubereitung wurde fi.r 7 Tage bei 25 °С und 2–8 °С nachgewiesen (siehe Abschnitt 6.6).
Aus mikrobiologischer Sicht muss die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort eingesetzt wird, ist der Anwender fi.r die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Verdi.nnung der gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht langer als 24 Stunden bei 2–8 °С aufzubewahren.
Besondere Vorsichtsma6nahmen fiir die AufЬewahrung
Fi.r dieses Arzneimittel sind bezi.glich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich. Die Ampullen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schi.tzen. Nicht einfrieren.
Aufbewahrungsbedingungen nach Verdi.nnung oder Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
Ampullen aus Braunglas (Typ I) mit 1 ml oder 10 ml. Ampullen sind mit einem spezifischen Farbringcode fi.r die jeweilige Starke und das jeweilige Volumen gekennzeichnet.
PackungsgroBe:
5 Ampullen zu 1 ml
10 Ampullen zu 1 ml
5 Ampullen zu 10 ml (nur fi.r 10 mg/ml)
10 Ampullen zu 10 ml (nur fi.r 10 mg/ml)
Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.
Besondere Vorsichtsma6nahmen fiir die Beseitigung und sonstige Нinweise zur НandhaЬung
Hydromorphon Kalceks – unverdi.nnt oder verdi.nnt mit Natriumchlorid-Infusionslosung 9 mg/ml, Glucoselosung 50 mg/ml zur Infusion oder Wasser fi.r Injektionszwecke – ist physikalisch und chemisch stabil, wenn es mit gebrauchlichen Handelsmarken von Polypropylenspritzen, Polyethylen- oder PVС-Schlauchen und PVС- oder EVA-Infusionsbeuteln in Kontakt kommt.
Hydromorphon Kalceks ist auBerdem mit folgenden Arzneimitteln kompatibel: Butylscopolaminiumbromid, Scopolaminhydrobromid, Dexamethason-Natriumphosphat, Haloperidol, Midazolamhydrochlorid, Metoclopramidhydrochlorid, Levomepromazinhydrochlorid, Glycopyrroniumbromid, Ketaminhydrochlorid.
Das Arzneimittel sollte immer vor der Anwendung visuell kontrolliert werden. Es di.rfen nur klare Losungen ohne Partikel verwendet werden. Nur zur Einmalanwendung.
UnsachgemaBe Handhabung der unverdi.nnten Losung nach dem Offnen der Originalampulle oder
der verdi.nnten Losungen kann die Sterilitat des Produkts beeintrachtigen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
INНABER DER ZULASSUNG
AS "Kalceks"
Beiname: JSС "Kalceks" Krustpils iela 71E
1057 Riga Lettland
Mitvertrieb:
Grindeks Kalceks Deutschland GmbH ThaerstraBe 4a
47533 Kleve Deutschland
ETHYPHARM GmbH
Mittelstr. 5/5a 12529 Schonefeld Deutschland