Schneller nach Medikamenten suchen. Checker für Wechselwirkungen probieren.
Schneller nach Medikamenten suchen. Checker für Wechselwirkungen probieren.
Präparate
Präparate

DISOPRIVAN® 1 % Emulsion zur Injektion/Infusion, 50 ml Fertigspr.

Verschreibungsinformationen

Warnzeichen

Versicherungsliste

Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen
Wechselwirkungen-Liste
56
22
10
0
Zu Wechselwirkungen hinzufügen

Wechselwirkungen mit

Lebensmittel
Pflanzen
Ergänzungen
Gewohnheiten

Nutzungsbeschränkungen

Nieren
Hepatisch
Schwangerschaft
Stillen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

DISOPRIVAN® 1 % Emulsion zur Injektion/Infusion, 50 ml Fertigspr.

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Emuls. zur Inj./Inf.

Hersteller

Aspen Germany GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.5.2025
Drugs app phone

Mediately App verwenden

Schnellerer Zugriff auf Medikamenteninformationen.

Mit der Handykamera scannen.
4.9

Über 36k bewertungen

Mediately App verwenden

Schnellerer Zugriff auf Medikamenteninformationen.

4,9 Sterne, über 20k Bewertungen

Fachinfo - DISOPRIVAN® 1 %

Anwendungsgebiete

DISOPRIVAN 1 % ist ein kurz wirkendes in- travenöses Narkosemittel zur

  • Einleitung und Aufrechterhaltung einer Narkose bei Erwachsenen und Kindern ab 1 Monat,

  • Sedierung von beatmeten Patienten über 16 Jahren im Rahmen der Intensivbe- handlung,

  • Sedierung bei chirurgischen und diagnos- tischen Maßnahmen, allein oder in Kom- bination mit einer Lokal- oder Regional- anästhesie bei Erwachsenen oder Kin- dern ab 1 Monat.

Dosierung

DISOPRIVAN 1 % darf nur von anästhesio- logisch bzw. intensivmedizinisch ausgebil- deten Ärzten verabreicht werden. Die Se- dierung oder Narkose mit DISOPRIVAN 1 % und der chirurgische oder diagnostische Eingriff dürfen nicht von derselben Person vorgenommen werden.

Die Herz-Kreislauf- und die Atemfunktion sollten kontinuierlich überwacht werden (z. B. EKG, Pulsoxymetrie).

Die übliche Ausstattung für eventuelle Zwi- schenfälle bei der Narkose oder Sedierung muss jederzeit einsatzbereit sein.

Die Dosierung sollte individuell, unter Be- achtung der Prämedikation, der Reaktion des Patienten angepasst werden.

In der Regel ist die zusätzliche Gabe von Analgetika erforderlich.

Narkose bei Erwachsenen

Narkoseeinleitung

Zur Narkoseeinleitung wird DISOPRIVAN 1 %, titriert mit einer Geschwindigkeit von 20 – 40 mg Propofol alle 10 Sekunden, bis zum Eintritt der Bewusstlosigkeit verab- reicht.

Die meisten Erwachsenen unter 55 Jahren dürften in der Regel eine Gesamtdosierung von 1,5 – 2,5 mg Propofol/kg KG benötigen.

Bei Patienten der Risikogruppen ASA III und IV, insbesondere bei kardialer Vorschä- digung, und bei älteren Patienten kann eine Verringerung der Gesamtdosis von DISO-

PRIVAN 1 % auf bis zu 1 mg Propofol/kg KG erforderlich sein, wobei DISOPRIVAN 1 % mit einer langsameren Infusionsge- schwindigkeit (ungefähr 20 mg Propofol al- le 10 Sekunden) verabreicht wird.

Narkoseaufrechterhaltung

Die Anästhesie kann durch Dauerinfusion oder wiederholte Bolusinjektion von DISO- PRIVAN 1 % aufrecht erhalten werden.

Kontinuierliche Infusion

Bei der Narkoseaufrechterhaltung mittels kontinuierlicher Infusion müssen Dosierung und Infusionsgeschwindigkeit individuell angepasst werden. In der Regel liegt die Dosierung bei 4 – 12 mg Propofol/kg KG/h, um eine zufriedenstellende Anästhesie auf- rechtzuerhalten.

Bei älteren Patienten, bei Patienten in schlechtem Allgemeinzustand oder mit Hy- povolämie und bei Patienten der Risiko- gruppen ASA III und IV kann die Dosis von DISOPRIVAN 1 % auf bis zu 4 mg Propofol/kg KG/h verringert werden.

Wiederholte Bolusinjektion

Bei Narkoseaufrechterhaltung mittels wie- derholter Bolusinjektion werden im Allge- meinen 25 – 50 mg Propofol (= 2,5 – 5 ml DISOPRIVAN 1 %) nachinjiziert.

Bolusgaben per Hand mit der Fertig- spritze werden nicht empfohlen.

Narkose bei Kindern ab 1 Monat

Narkoseeinleitung

Zur Narkoseeinleitung wird DISOPRIVAN 1 % langsam titriert, bis die klinischen Zei- chen den Beginn der Narkose erkennen lassen. Die Dosis sollte dem Alter und/oder dem Körpergewicht angepasst werden. Die meisten Kinder über 8 Jahre benötigen zur Narkoseeinleitung ca. 2,5 mg Propofol/kg KG. Bei jüngeren Kindern, insbesondere im Alter von 1 Monat bis 3 Jahren, kann die benötigte Dosis höher sein (2,5 – 4 mg Pro- pofol/kg KG). Bei Patienten der Risikogrup- pe ASA III und IV werden geringere Dosen empfohlen (siehe 4.4).

Narkoseaufrechterhaltung

Die Aufrechterhaltung der benötigten An- ästhesietiefe kann durch die Gabe von DISOPRIVAN 1 % mittels Infusion oder mit- tels wiederholter Bolusgaben erfolgen. Die erforderlichen Dosierungsraten variieren beträchtlich unter den Patienten, doch mit Dosen im Bereich von 9 – 15 mg/kg KG/h wird in der Regel eine zufriedenstellende Narkose erreicht. Bei jüngeren Kindern, insbesondere im Alter von 1 Monat bis 3 Jahren, kann die benötigte Dosis höher sein.

Bei Patienten der Risikogruppe ASA III und IV werden geringere Dosen empfohlen (sie- he 4.4).

Sedierung von Patienten über 16 Jah- ren im Rahmen der Intensivbehandlung Zur Sedierung von beatmeten Patienten während der Intensivbehandlung sollte DISOPRIVAN 1 % als kontinuierliche Infu- sion verabreicht werden. Die Dosis richtet sich nach der erforderlichen Tiefe der Se- dierung. Normalerweise werden bei Dosie- rungen im Bereich von 0,3 – 4,0 mg Propo- fol/kg KG/h die gewünschten Sedierungs- tiefen erreicht (siehe 4.4).

DISOPRIVAN 1 % darf im Rahmen einer In- tensivbehandlung nicht zur Sedierung von Kindern im Alter von 16 Jahren oder jünger angewendet werden.

Die Verabreichung von DISOPRIVAN 1 % mittels TCI-System wird nicht für die Sedie- rung im Rahmen der Intensivbehandlung empfohlen.

Sedierung von Erwachsenen bei chirur- gischen und diagnostischen Maßnah- men

Während der Verabreichung von DISO- PRIVAN 1 % muss der Patient kontinuierlich auf Anzeichen von Blutdruckabfall, Atem- wegsobstruktion und Sauerstoffmangel überwacht und die übliche Notfallausstat- tung für Zwischenfälle bereitgehalten wer- den.

Zur Einleitung werden im Allgemeinen 0,5 – 1,0 mg Propofol/kg KG über 1 – 5 Minu- ten verabreicht. Bei der Aufrechterhaltung wird die Dosierung durch die gewünschte Tiefe der Sedierung bestimmt und liegt im Allgemeinen zwischen 1,5 und 4,5 mg Pro- pofol/kg KG/h.

Zusätzlich zur Infusion können 10 bis 20 mg als Bolus injiziert werden, wenn eine rasche Vertiefung der Sedierung notwendig ist.

Bei Patienten der Risikogruppen ASA III und IV können eine langsamere Verabreichung und eine niedrigere Dosierung erforderlich sein. Auch bei Patienten über 55 Jahren kann eine niedrigere Dosierung notwendig sein.

Hinweis

Bei älteren Patienten sind zur Einleitung einer Narkose mit DISOPRIVAN 1 % gerin- gere Dosen erforderlich. Dabei sollten der Allgemeinzustand und das Alter des Pa- tienten berücksichtigt werden. Die verrin- gerte Dosis sollte langsamer verabreicht und entsprechend der Reaktion titriert wer- den.

Auch bei der Anwendung von DISOPRIVAN 1 % zur Aufrechterhaltung einer Narkose und zur Sedierung sollten die Infusionsrate und die gewählte Propofolkonzentration im Blut verringert werden.

Bei Patienten der Risikogruppen ASA III und IV ist eine weitere Erniedrigung der Dosis und der Infusionsrate erforderlich. Älteren Patienten sollten keine Bolusinjektionen (ein- zeln oder mehrfach) verabreicht werden, da Kreislauf- und Atemdepression die Folge sein können.

Sedierung von Kindern ab 1 Monat bei chirurgischen und diagnostischen Maß- nahmen

Die Dosierung und die Dosierungsintervalle werden nach der gewünschten Tiefe der Sedierung und dem klinischen Ansprechen gewählt. Für die Einleitung der Sedierung ist bei den meisten pädiatrischen Patienten eine Dosis von 1 – 2 mg Propofol/kg KG er- forderlich. Die Aufrechterhaltung der Sedie- rung erfolgt durch Titration von DISO- PRIVAN 1 % per Infusion bis zur gewünsch- ten Sedierungstiefe. Bei den meisten Pa- tienten sind 1,5 – 9 mg Propofol/kg KG/h erforderlich. Die Infusion kann durch Bolusgaben von bis zu 1 mg Propofol/kg

KG ergänzt werden, wenn eine schnelle Vertiefung der Sedierung erforderlich ist.

Bei Patienten der Risikogruppen ASA III und IV können geringere Dosen erforderlich sein.

Zur Sedierung im Rahmen einer Intensiv- behandlung von Kindern im Alter von 16 Jahren oder jünger darf DISOPRIVAN 1 % nicht angewendet werden.

Art der Anwendung

Vor der Anwendung ist der Gummistopfen mit Alkoholspray oder einem mit Alkohol getränkten Tupfer zu reinigen. Der Gummi- stopfen enthält kein Latex. Angebrochene Behältnisse sind nach der Benutzung zu vernichten. DISOPRIVAN 1 % wird intrave- nös verabreicht, entweder unverdünnt aus Plastikspritzen oder Glasflaschen oder als Mischung mit 5%iger Glucoselösung in PVC-Beuteln oder Glasflaschen.

DISOPRIVAN 1 % enthält keine antimikro- biellen Konservierungsmittel, und aufgrund seiner Zusammensetzung wird das Wachs- tum von Mikroorganismen begünstigt. Die Emulsion muss unter aseptischen Bedin- gungen unmittelbar nach Aufbrechen des Siegels der Durchstechflasche in eine steri- le Spritze oder eine sterile Verabreichungs- apparatur aufgezogen werden. Mit der Ver- abreichung muss unverzüglich begonnen werden.

Sowohl für DISOPRIVAN 1 % als auch für das verwendete Infusionsbesteck ist wäh- rend der laufenden Infusion strenge Asep- sis einzuhalten. Die Zugabe von Arzneimit- teln oder Flüssigkeiten in die laufende Infu- sion von DISOPRIVAN 1 % hat in der Nähe der Kanüle zu erfolgen. Bei der Verwen- dung von DISOPRIVAN 1 % dürfen keine Bakterienfilter benutzt werden.

Der Inhalt einer gebrauchsfertigen Spritze oder einer Durchstechflasche und das je- weilige Infusionssystem sind nur zur ein- maligen Anwendung bei einem Patienten bestimmt.

Fertigspritze

DISOPRIVAN 1 % wird intravenös mittels Spritzenpumpe infundiert. Die Spritzen- pumpe muss nach den Richtlinien der Med. GV zugelassen sein und u. a. die Ver- wendung von Becton-Dickinson („B-D”) 50/60 ml Glas- oder PLASTIPAK-Spritzen vorsehen.

Hinweise zur Anwendung der Fertig- spritze:

Asepsis ist streng einzuhalten! Das Äußere der Spritze und der Kolben sind nicht steril!

1. Der gläserne Spritzenzylinder wird ent- nommen, geschüttelt und die Plastik- kappe entfernt. Den Gummistopfen mit Alkoholspray oder einem mit Alkohol getränkten Tupfer reinigen und trocknen lassen.

  1. Der Luer-Ansatz wird der Packung ent- nommen. Die Nadelschutzhaube des Luer-Ansatzes wird entfernt.

  2. Der Luer-Ansatz wird fest auf das Behält- nis gedrückt, so dass die Nadel den Gummistopfen durchdringt und der An- satz die Bördelkappe vollständig ver- deckt.

  3. Der Kolbenstempel wird im Uhrzeigersinn so fest angeschraubt, dass bei der Ver-

    abreichung keine Emulsion austreten kann.

  4. Die Schutzvorrichtung des Luer-Ansatzes wird abgeschraubt und die Gasblasen werden entfernt (dabei kann eine kleine Gasblase zurückbleiben). Die Infusionslei- tung wird angeschraubt. Die gebrauchs- fertige Spritze wird in die Spritzenpumpe eingesetzt.

  5. Die gebrauchsfertige Spritze enthält eine magnetische Kennung für DISOPRIVAN 1 % bzw. DISOPRIVAN 2 % zur Verwen- dung in Spritzenpumpen, die mit der DISOPRIFUSOR-TCI-Software ausge- stattet sind.

Infusion von unverdünntem DISOPRIVAN 1 % Bei Infusion von unverdünntem DISO- PRIVAN 1 % ist eine Spritzen- oder volu- metrische Pumpe einzusetzen.

Wie bei Fettemulsionen üblich, darf die Dauer einer Infusion von DISOPRIVAN 1 % aus einem Infusionssystem 12 Stunden nicht überschreiten. Bei Infusionsende, spätestens aber nach 12 Stunden, dürfen Reste von DISOPRIVAN 1 % und das Infusi- onssystem nicht weiter verwendet werden; gegebenenfalls muss das Infusionssystem erneuert werden.

Infusion von verdünntem DISOPRIVAN 1 % Die Infusion von verdünntem DISOPRIVAN 1 % muss über ein kontrollierbares Infusi- onssystem (Bürette oder volumetrische Pumpe) erfolgen, um die versehentliche Verabreichung größerer Mengen DISO- PRIVAN 1 % zu vermeiden.

1 Teil DISOPRIVAN 1 % darf mit maximal 4 Teilen 5%iger Glucoselösung verdünnt werden (Mindestkonzentration 2 mg Pro- pofol/ml). Die gebrauchsfertige Mischung sollte unter aseptischen Bedingungen un- mittelbar vor der Verabreichung zubereitet werden und ist innerhalb von 6 Stunden zu verwenden.

Mit anderen Injektions- und Infusionslö- sungen darf DISOPRIVAN 1 % nicht ge- mischt werden. Es kann jedoch über ein Y-Stück an der Injektionsstelle in eine lau- fende 5%ige Glucose-, 0,9%ige physiolo- gische Natriumchlorid- oder Glucose (4 %)/ Natriumchlorid (0,18 %)-Infusionslösung gegeben werden.

Zur Reduzierung des Injektionsschmerzes bei der Einleitung einer Narkose kann DISOPRIVAN 1 % unmittelbar vor Verabrei- chung mit Lidocain gemischt werden (20 Teile DISOPRIVAN 1 % mit bis zu 1 Teil Lidocain 1 %).

Die Muskelrelaxanzien Atracurium und Miva- curium sollten nicht ohne vorheriges Durch- spülen über denselben intravenösen Zugang wie DISOPRIVAN 1 % verabreicht werden.

Die gebrauchsfertige Spritze und die Durch- stechflaschen sind vor Gebrauch zu schüt- teln.

Verabreichung über das Infusionssystem DISOPRIFUSOR-TCI bei Erwachsenen Zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer Narkose beim Erwachsenen kann DISOPRIVAN 1 % auch über das Infusions- system DISOPRIFUSOR TCI (Target Con- trolled Infusion) verabreicht werden. Dies ist nur möglich mit speziellen Infusionspumpen,

die mit einer Software (DISOPRIFUSOR- TCI-Software), die die pharmakokinetischen Daten von Propofol enthält, ausgerüstet sind. Das DISOPRIFUSOR-TCI-System kann nur nach Erkennung der elektronisch ge- kennzeichneten Fertigspritzen arbeiten, die DISOPRIVAN 1 % oder 2 % Injektionslö- sung enthalten. Das DISOPRIFUSOR-TCI- System passt die Infusionsrate automatisch an, um die vom Arzt ausgewählte DISO- PRIVAN-Zielkonzentration zu erreichen.

Der Anästhesist muss mit dem Inhalt des Handbuchs der Infusionspumpe, dem Ver- fahren der DISOPRIVAN-Anwendung mit- tels DISOPRIFUSOR TCI und der korrek- ten Handhabung des Spritzenidentifikati- onssystems vertraut sein.

Die DISOPRIFUSOR-TCI-Systeme II und III ermöglichen eine kontrollierte Infusion, um eine Zielkonzentration im Blut zu erreichen. Das DISOPRIFUSOR-TCI-System III ermög- licht zusätzlich die Einstellung einer Ziel- konzentration am Wirkort (Gehirn). Die Verabreichung von DISOPRIVAN mittels DISOPRIFUSOR-TCI-System zur Einleitung und Aufrechterhaltung der Narkose ist auf erwachsene Patienten beschränkt. Das System darf nicht zur Sedierung und nicht bei Kindern angewendet werden.

Das DISOPRIFUSOR-TCI-System ermög- licht die Regulierung der gewünschten In- duktionszeit und Anästhesietiefe anhand der Eingabe und Anpassung der Zielkon- zentration. Die erzielte Blut- oder Wirkort- Konzentration von Propofol wird von dem DISOPRIFUSOR-TCI-System nach einem pharmakokinetischen Modell berechnet; das Ergebnis wird angezeigt. Bei Verwendung der Wirkort-Zielkonzentration wird eine ra- schere Induktion der Anästhesie erzielt als bei Einstellung der Blut-Zielkonzentration.

Das DISOPRIFUSOR-TCI-System basiert auf der Annahme, dass die initiale Propofol- konzentration im Blut des Patienten bezie- hungsweise am Wirkort Null ist. Es kann daher bei Patienten, die kürzlich Propofol erhalten haben, notwendig sein, bei Beginn der Infusion mit dem DISOPRIFUSOR-TCI- System eine niedrigere Anfangs-Zielkon- zentration vorzuwählen. Ebenso wird nach Abschalten der Infusionspumpe die sofor- tige Wiederaufnahme der Infusion über das DISOPRIFUSOR-TCI-Infusionssystem nicht empfohlen.

Die folgenden Abschnitte dienen als Orien- tierungshilfe für die Propofol-Zielkonzen- trationen.

Zum Erreichen der gewünschten Anästhe- sietiefe sollte die Zielkonzentration von Pro- pofol sowohl bei prämedizierten als auch bei nicht prämedizierten Patienten unter Berücksichtigung der patientenspezifischen Unterschiede hinsichtlich der Pharmakoki- netik und Pharmakodynamik gemäß dem Ansprechen des Patienten titriert werden.

Einleitung und Aufrechterhaltung der Narkose

Bei Erwachsenen unter 55 Jahren kann eine Anästhesie gewöhnlich mit Propofol-Ziel- konzentrationen im Blut im Bereich von 4 – 8 Mikrogramm/ml bzw. Propofol-Ziel- konzentrationen am Wirkort von 2,5 bis 4 Mikrogramm/ml induziert werden. Bei prä-

medizierten Patienten werden initial eine Blut-Zielkonzentration von 4 Mikrogramm/ml bzw. eine Wirkort-Zielkonzentration von 2,5 Mikrogramm/ml empfohlen, bei nicht prämedizierten Patienten dagegen eine Blut-Zielkonzentration von 6 Mikrogramm/ml bzw. eine Wirkort-Zielkonzentration von 4 Mikrogramm/ml.

Die Induktionszeit liegt bei den genannten Blut-Zielkonzentrationen in der Regel zwi- schen 60 und 120 Sekunden. Höhere Blut- Zielkonzentrationen führen zu einem rasche- ren Narkoseeintritt, können jedoch mit einer stärkeren Kreislauf- und Atemde- pression verbunden sein. Bei Verwendung des Wirkort-Modus sind höhere Werte zur Erzielung einer rascheren Induktion nicht erforderlich und werden nicht empfohlen.

Bei Patienten über 55 Jahren und bei Pa- tienten der Risikogruppen ASA III und IV sollten initial niedrigere Konzentrationen an- gewendet werden. Bei Patienten der ASA- Klasse IV wird die Anwendung des Wirkort- Modus nicht empfohlen. Im Wirkort-Modus sollte initial eine Zielkonzentration von 0,5 – 1,0 Mikrogramm/ml angewendet wer- den. Zur Erreichung eines allmählichen Nar- koseeintritts können beide Zielkonzentra- tionen in Abständen von 1 Minute um jeweils 0,5 – 1,0 Mikrogramm/ml erhöht werden.

Im Allgemeinen ist eine ergänzende Anal- gesie notwendig. Die Dosis dieser beglei- tenden Analgetika reduziert die zur Auf- rechterhaltung der Anästhesie erforderliche Zielkonzentration von DISOPRIVAN. Mit Propofol-Zielkonzentrationen im Bereich von 3 – 6 Mikrogramm/ml im Blut bzw. 2,5 bis 4 Mikrogramm/ml am Wirkort kann nor- malerweise eine zufriedenstellende Anäs- thesie durchgeführt und aufrechterhalten werden.

Siehe unten stehende Tabelle

Tabelle 1 Einstellung der Zielkonzentration von Propofol bei Erwachsenen
Einstellung 18 – 55 Jahre 18 – 55 Jahreohne Vormedikation 18 – 55 Jahremit Vormedikation Über 55 Jahre oder ASA III & IV
Blut-Zielkonzentration 4 bis 8 μg/ml 6 μg/ml 4 μg/ml Reduzierung der Zielkonzentration
Wirkort-Zielkonzentration 2,5 bis 4 μg/ml 4 μg/ml 2,5 μg/ml 0,5 bis 1,0 μg/ml und0,5 bis 1,0 μg/ml Erhöhung nach Bedarf in Abständen von 1 Minute*

Die Patienten erwachen in der Regel bei einer Propofol-Konzentration von 1,0 – 2,0 Mikrogramm/ml. Die vorausbe- rechnete Propofol-Konzentration, die vom DISOPRIFUSOR-TCI-System angezeigt wird (sowohl beim Blut- als auch beim Wirkort- Zielkonzentration Modus), erlaubt dem Arzt das Aufwachen zu prognostizieren. Der All- gemeinzustand des Patienten und die Be- gleitmedikation können die Konzentration von Propofol, bei der der Patient aufwacht, beeinflussen. Wenn die Zielkonzentrationen reduziert werden, unterbricht der DISOPRI- FUSOR vorübergehend die Infusion, damit die Propofol-Konzentration absinkt und der neue Zielwert rascher erreicht werden kann.

* nicht empfohlen bei ASA IV Patienten

Zur richtigen Handhabung des DISO- PRIFUSOR-TCI-Systems ist das techni- sche Merkblatt genau zu beachten!

Das System darf nicht zur Sedierung und nicht bei Kindern angewendet werden.

Dauer der Anwendung

DISOPRIVAN 1 % darf maximal 7 Tage lang bei einem Patienten angewendet werden.

Gegenanzeigen

DISOPRIVAN 1 % darf nicht angewendet werden

  • bei Überempfindlichkeit gegen den Wirk- stoff, Soja, Erdnuss oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Be- standteile,

  • bei Patienten im Alter von 16 Jahren oder jünger zur Sedierung im Rahmen einer Intensivbehandlung (siehe Abschnitt 4.4).

Warnhinweise

Während der Anwendung von DISOPRIVAN 1 % zur Sedierung bei chirurgischen und diagnostischen Maßnahmen muss der Pa- tient kontinuierlich auf erste Anzeichen von Blutdruckabfall, Atemwegsobstruktion und Sauerstoffmangel überwacht werden.

Wie auch bei anderen Sedativa kann es bei der Anwendung von DISOPRIVAN 1 % zur Sedierung zu Spontanbewegungen des Patienten während chirurgischer Eingriffe kommen. Bei Eingriffen, die einen unbeweg- lichen Patienten erfordern, können diese Bewegungen den Erfolg der Operation ge- fährden.

Es wurde über Missbrauch und Abhängig- keit von Propofol, vorwiegend bei medizi- nischem Fachpersonal, berichtet. Wie bei allen Arzneimitteln zur Allgemeinanästhesie darf die Anwendung nicht ohne Atemwegs- sicherung erfolgen, ansonsten besteht die Gefahr tödlicher respiratorischer Komplika- tionen.

Nach DISOPRIVAN 1 % Anwendung ist vor der Entlassung die vollständige Erholung des Patienten von der Anästhesie sicher- zustellen.

In Einzelfällen kann es im Zusammenhang mit der Anwendung von DISOPRIVAN 1 % zu einer Phase von postoperativer Be- wusstlosigkeit kommen, die mit einem er- höhten Muskeltonus einhergehen kann. Ihr Auftreten ist unabhängig davon, ob der Patient zuvor wach war oder nicht. Obwohl das Bewusstsein spontan wiedererlangt

wird, ist der bewusstlose Patient unter in- tensiver Beobachtung zu halten.

Die durch DISOPRIVAN 1 % bedingten Be- einträchtigungen sind meist nicht länger als 12 Stunden zu beobachten. Bei der Auf- klärung des Patienten über die Wirkung von DISOPRIVAN 1 % und bei den folgen- den Empfehlungen sollten die Art des Ein- griffs, die Begleitmedikation, das Alter und der Zustand des Patienten mit in Betracht gezogen werden:

  • Der Patient sollte nur in Begleitung nach Hause gehen.

  • Der Patient sollte darauf hingewiesen wer- den, wann handwerkliche oder Ge- schicklichkeit verlangende risikoreiche Tätigkeiten (z. B. das Führen eines Fahr- zeugs) wieder ausgeführt werden kön- nen.

  • Der Patient sollte darauf hingewiesen wer- den, dass die Einnahme anderer sedie- render Arzneimittel (z. B. Benzodiazepine, Opiate, Alkohol), die Beeinträchtigungen verlängern und verstärken kann.

Wie auch andere intravenöse Narkotika, sollte DISOPRIVAN 1 % bei Patienten mit Herz-, Atem-, Nieren-, Leberfunktionsstö- rungen, Hypovolämie oder bei Patienten in reduziertem Allgemeinzustand langsamer als üblich verabreicht und mit besonderer Vorsicht angewendet werden (siehe 4.2). Herz-, Kreislauf- und Ateminsuffizienz so- wie Hypovolämie sind möglichst vor der Verabreichung zu kompensieren.

Schwer kardial geschädigten Patienten muss DISOPRIVAN 1 % mit entsprechen- der Vorsicht und unter intensiver Überwa- chung verabreicht werden.

Ein ausgeprägter Blutdruckabfall kann die Gabe von Plasmaersatzmitteln, gegebenen- falls gefäßverengenden Mitteln und eine langsamere Verabreichung von DISO- PRIVAN 1 % erforderlich machen. Bei Pa- tienten mit verminderter koronarer oder zerebraler Durchblutung oder mit Hypovol- ämie sollte die Möglichkeit eines massiven Blutdruckabfalls in Betracht gezogen wer- den.

Die Propofol-Clearance ist vom Blutfluss ab- hängig. Deshalb wird bei gleichzeitiger An- wendung von Arzneimitteln, die das Herz- zeitvolumen verringern, die Propofol-Clea- rance ebenfalls reduziert.

Propofol besitzt keine vagolytische Wirkung. Die Anwendung wurde mit dem Auftreten von Bradykardien mit gelegentlich schwe- rem Verlauf (Herzstillstand) in Zusammen- hang gebracht. Deshalb sollte in Situatio-

nen, in denen ein hoher Vagotonus vor- herrscht oder DISOPRIVAN 1 % mit ande- ren Arzneimitteln verabreicht wird, die die Herzfrequenz senken können, die intrave- nöse Verabreichung eines Anticholinergi- kums vor bzw. während einer Narkose mit DISOPRIVAN 1 % erwogen werden.

Bei Anwendung von DISOPRIVAN 1 % bei Personen mit Epilepsie kann möglicherweise ein Krampfanfall ausgelöst werden.

Vor einer wiederholten oder längeren (> 3 Stunden) Anwendung von Propofol bei kleinen Kindern (< 3 Jahre) und Schwan- geren, sollten Nutzen und Risiken der ge- planten Prozedur berücksichtigt werden, da aus präklinischen Studien Berichte über Neurotoxizität vorliegen, siehe Abschnitt 5.3.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung von DISOPRIVAN 1 % bei Neugeborenen wird nicht empfohlen, da diese Patientengruppe nicht ausreichend untersucht wurde. Pharmakokinetische Da- ten (siehe 5.2) weisen darauf hin, dass die Clearance bei Neugeborenen deutlich redu- ziert ist und individuell sehr stark variiert. Bei Anwendung von für ältere Kinder empfohle- nen Dosen könnte eine Überdosierung auf- treten und zu schwerwiegender Herz-Kreis- lauf- und Atemdepression führen (siehe 4.8).

Propofol darf nicht bei Patienten im Alter von 16 Jahren oder jünger zur Sedierung im Rahmen der intensivmedizinischen Behand- lung angewendet werden, da die Sicherheit und Wirksamkeit von Propofol zur Sedie- rung bei dieser Altersgruppe nicht nachge- wiesen wurde (siehe Abschnitt 4.3).

Hinweise zur intensivmedizinischen Be- treuung

Die Anwendung von Infusionen mit Propo- fol-Emulsion zur Sedierung im Rahmen der Intensivbehandlung wird in Zusammenhang mit einer Gruppe von Stoffwechselstörun- gen und Organversagen gebracht, die zum Tode führen können.

Des Weiteren wurde auch über ein kombi- niertes Auftreten der folgenden Nebenwir- kungen berichtet: metabolische Azidose, Rhabdomyolyse, Hyperkaliämie, Hepato- megalie, Nierenversagen, Hyperlipidämie, Herzrhythmusstörung, Brugada-EKG (sat- tel- oder zeltförmige ST-Strecken-Hebun- gen der rechts präkordialen Ableitungen [V1 – V3] und eingebuchtete T-Welle) und/ oder rasch progredientem Herzversagen, das für gewöhnlich nicht durch unterstüt- zende inotropische Therapiemaßnahmen zu behandeln war.

Die Kombination dieser Ereignisse wird als Propofol-Infusionssyndrom (PRIS) bezeich- net.

Diese Ereignisse wurden am häufigsten bei Patienten mit schweren Kopfverletzungen und bei Kindern mit Atemwegsinfektionen beobachtet, die höhere Dosen erhalten hatten, als es für Erwachsene zur Sedierung bei der Intensivbehandlung vorgesehen ist.

Die folgenden Faktoren werden als wesent- liche Risikofaktoren für die Entwicklung die- ser Komplikation angenommen:

Geringe Sauerstoffsättigung im Gewebe, schwere neurologische Schädigungen und/ oder Sepsis; hohe Dosen eines oder meh-

rerer der im Folgenden aufgeführten Arznei- mittel: Vasokonstriktoren, Steroide, Inotro- pika und/oder Propofol (für gewöhnlich bei Dosierungen von > 4 mg Propofol/kg KG/h über mehr als 48 h).

Der verordnende Arzt sollte sich dieser möglichen unerwünschten Wirkungen bei Patienten mit den oben beschriebenen Ri- sikofaktoren bewusst sein und sofort die Anwendung von Propofol abbrechen, wenn Anzeichen der oben beschriebenen Symp- tome auftreten. Alle Sedativa und Arznei- mittel, die in der Intensivmedizin eingesetzt werden, sollten so titriert werden, dass die optimale Sauerstoffversorgung sicherge- stellt ist und die hämodynamischen Para- meter optimal erhalten bleiben. Bei diesen Änderungen in der Therapie sollen Patien- ten mit erhöhtem intrakraniellem Druck eine angemessene, die zerebrale Perfusion un- terstützende Behandlung erhalten. Der be- handelnde Arzt sollte darauf achten, dass die empfohlene Dosierung von 4 mg Propo- fol/kg KG/h möglichst nicht überschritten wird.

Auf Fettstoffwechselstörungen oder andere Erkrankungen, bei denen fetthaltige Emul- sionen mit Zurückhaltung angewendet wer- den sollten, ist zu achten.

Die Kontrolle der Fettstoffwechselparameter wird empfohlen, wenn DISOPRIVAN 1 % bei Patienten angewendet wird, bei denen der Verdacht auf erhöhte Blutfettwerte besteht. Die Gabe von DISOPRIVAN 1 % sollte ent- sprechend angepasst werden, wenn die Überprüfung eine Fettstoffwechselstörung anzeigt. Bei Patienten, die gleichzeitig eine parenterale Fetternährung erhalten, ist die mit DISOPRIVAN 1 % zugeführte Fettmenge zu berücksichtigen. 1,0 ml DISOPRIVAN 1 % enthält 0,1 g Fett.

Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen Patienten mit mitochondrialen Erkrankun- gen sollten mit Vorsicht behandelt werden. Diese Patienten können anfällig für eine Exazerbation ihrer Erkrankung sein, wenn bei ihnen eine Anästhesie, ein chirurgischer Eingriff oder eine intensivmedizinische Be- handlung durchgeführt wird. Es wird emp- fohlen, bei diesen Patienten eine Normo- thermie aufrechtzuerhalten, Kohlenhydrate zuzuführen und sie gut mit Flüssigkeit zu versorgen. Das frühe Erscheinungsbild der Exazerbation einer mitochondrialen Erkran- kung und des Propofol-Infusionssyndroms können ähnlich sein.

DISOPRIVAN 1 % enthält keine antimikro- biellen Konservierungsmittel, und aufgrund seiner Zusammensetzung wird das Wachs- tum von Mikroorganismen begünstigt.

Natriumedetat bildet mit Metallionen, ein- schließlich Zink, Chelatkomplexe und ver- ringert so das Wachstum von Mikroorga- nismen. Bei längerer Verabreichung von DISOPRIVAN 1 % sollte der Bedarf an zu- sätzlichem Zink berücksichtigt werden, vor allem bei Patienten mit einer Prädisposition für Zinkmangel, z. B. bei Verbrennungen, Durchfall und/oder schwerer Sepsis.

Wird DISOPRIVAN 1 % mit Lidocain zusam- men verabreicht, ist zu beachten, dass Li- docain nicht bei hereditärer akuter Porphy- rie verabreicht werden darf.

DISOPRIVAN 1 % enthält Natrium Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Durchstech- flasche bzw. Fertigspritze, d. h., es ist na- hezu „natriumfrei“.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen-Liste
56
22
10
0
Zu Wechselwirkungen hinzufügen

DISOPRIVAN 1 % ist kompatibel mit ande- ren in der Anästhesie verwendeten Mitteln (Prämedikation, Muskelrelaxanzien, Inhala- tionsanästhetika, Analgetika, Lokalanäs- thetika). Bei regionalanästhesiologischen Verfahren können geringere Dosen von DISOPRIVAN 1 % erforderlich sein. Anzei- chen für schwerwiegende Wechselwirkun- gen ergaben sich bisher nicht.

Einige der genannten Mittel können den Blutdruck senken oder die Atmung beein- trächtigen, so dass es bei der Anwendung von DISOPRIVAN 1 % zu additiven Effekten kommen kann. Bei Patienten, die mit Rifam- picin behandelt wurden, ist über einen aus- geprägten Blutdruckabfall bei einer mit Propofol induzierten Anästhesie berichtet worden. Bei einer zusätzlichen Opiatpräme- dikation kann Apnoe vermehrt und zeitlich verlängert auftreten.

Bei Patienten, die Valproat einnehmen, wurde die Notwendigkeit niedrigerer Pro- pofol-Dosen beobachtet. Bei gleichzeitiger Anwendung kann eine Reduzierung der Pro- pofol-Dosis in Betracht gezogen werden.

Es wurde beobachtet, dass Patienten, die Midazolam anwenden, eine niedrigere Pro- pofol-Dosis benötigen. Die gleichzeitige An- wendung von Midazolam mit Propofol führt wahrscheinlich zu einer verstärkten Sedie- rung und Atemdepression. Bei gleichzeiti- ger Anwendung sollte eine Dosisreduktion von Propofol in Betracht gezogen werden.

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Die Sicherheit von Propofol während der Schwangerschaft ist nicht belegt. Tierexpe- rimentelle Studien haben eine Reproduk- tionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Daher sollte DISOPRIVAN 1 % während der Schwangerschaft nur bei eindeutiger Not- wendigkeit angewendet werden.

DISOPRIVAN 1 % ist plazentagängig und kann bei Neugeborenen mit einer Depressi- on der Vitalfunktionen in Zusammenhang gebracht werden (siehe auch 5.3). Propofol kann als Narkosemittel bei einem Schwan- gerschaftsabbruch eingesetzt werden.

Hohe Dosierungen (mehr als 2,5 mg Propo- fol/kg KG für die Einleitung bzw. 6 mg Pro- pofol/kg KG/h für die Aufrechterhaltung der Anästhesie) sollten vermieden werden.

Stillzeit

Studien mit stillenden Frauen haben ge- zeigt, dass Propofol in geringen Mengen in die Muttermilch übergeht. Mütter sollten daher bis zu 24 Stunden nach der Gabe von Propofol mit dem Stillen aussetzen und die entsprechende Muttermilch verwerfen.

Fahrtüchtigkeit

Nach der Verabreichung von DISOPRIVAN 1 % sollte der Patient über einen angemes- senen Zeitraum beobachtet werden. Pa- tienten sollten darauf hingewiesen werden, dass die Fähigkeit, am Straßenverkehr teil- zunehmen und Maschinen zu bedienen, einige Zeit nach der Verabreichung von DISOPRIVAN 1 % eingeschränkt sein kann. DISOPRIVAN-bedingte Beeinträchtigungen sind meist nicht länger als 12 Stunden zu beobachten (siehe Abschnitt 4.4). Der Pa- tient darf nur in Begleitung nach Hause gehen und keinen Alkohol trinken.

Nebenwirkungen

Die Einleitung und Aufrechterhaltung von Narkosen und die Sedierung mit Propofol ist in der Regel sanft, mit nur wenigen Anzei- chen von Exzitation. Die am häufigsten be- richteten Nebenwirkungen sind pharmako- logisch vorhersehbare Effekte von Narkotika/ Sedativa, wie z. B. Hypotension und Atem- depression. Die Art, der Schweregrad und die Häufigkeit dieser Effekte, die bei Patien- ten bei Anwendung von Propofol beobach- tet wurden, sind abhängig vom Gesund- heitszustand der Patienten, der Art des Ein- griffs, sowie den ergriffenen therapeutischen Maßnahmen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwir- kungen werden folgende Kategorien zu- grunde gelegt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10 000 bis

< 1/1000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der ver- fügbaren Daten nicht abschätzbar).

Es wurden besonders die folgenden Ne- benwirkungen beobachtet:

Siehe Tabelle auf Seite 6

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir- kungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuier- liche Überwachung des Nutzen-Risiko-Ver- hältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medi- zinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt- Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Eine Überdosierung kann zu Atem- und Kreislaufdepression führen. Eine Apnoe erfordert künstliche Beatmung. Bei einer Kreislaufdepression sind die üblichen Maß- nahmen der Kopftieflagerung zu ergreifen und/oder Plasmaersatzmittel und gefäßver- engende Mittel einzusetzen.

Pharmakologische Eigenschaften - DISOPRIVAN® 1 %

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Allgemeinanästhetika

ATC-Code: N01A X10

Nach i. v.-Injektion von DISOPRIVAN 1 % tritt rasch eine hypnotische Wirkung ein. Die Einleitungszeit ist abhängig von der Injektionsgeschwindigkeit und beträgt in der Regel 30 – 40 Sekunden. Die Wirkdauer ist infolge rascher Metabolisierung und Ausscheidung kurz (4 – 6 Minuten). Der Wirkmechanismus ist wie bei allen Allge- meinanästhetika nicht vollständig bekannt. Es wird jedoch angenommen, dass Propo- fol seine sedative bzw. anästhesierende Wirkung durch eine positive Modulation der hemmenden Wirkung des Neurotransmit- ters GABA über ligandengesteuerte GA- BAA-Rezeptoren hervorruft.

Bei Beachtung der Dosierungsrichtlinien kann eine klinisch relevante Kumulation von Propofol nach mehrfach wiederholter Injek- tion oder Infusion ausgeschlossen werden.

Begrenzte Studien zur Wirkdauer einer Narkose mit Propofol bei Kindern weisen darauf hin, dass die Sicherheit und die Wirksamkeit bis zu einer Wirkdauer von 4 Stunden unverändert bleiben.

Literaturhinweise zur Anwendung von Pro- pofol bei Kindern zeigen auch bei der An- wendung von Propofol bei längeren Be- handlungen keine Veränderungen hinsicht- lich Sicherheit und Wirksamkeit.

Die meisten Patienten erwachen rasch zu klarem Bewusstsein.

Die bei der Einleitung der Narkose gele- gentlich beobachtete Bradykardie und der Blutdruckabfall sind wahrscheinlich auf einen zentralen vagotonen Effekt oder auf eine Hemmung der Sympathikusaktivität zurück- zuführen. Die Herz-Kreislauf-Situation nor- malisiert sich in der Regel bei Fortführung der Narkose.

Pharmakokinetik

Propofol ist zu 98 % an Plasmaeiweiß ge- bunden. Nach i. v.-Gabe ist der initiale Blut- spiegelverlauf (Alpha-Phase) wegen der schnellen Verteilung im Organismus durch einen starken Abfall gekennzeichnet. Die Halbwertszeit der Alpha-Phase beträgt 1,8 – 4,1 Minuten.

In der Eliminations- oder Beta-Phase er- folgt der Blutspiegelabfall langsamer. Die Halbwertszeit für diese Phase wurde mit 34 – 64 Minuten errechnet.

Über einen längeren Beobachtungszeitraum kann ein sogenanntes tiefes Kompartiment identifiziert werden. Die Halbwertszeit für diese Phase (Gamma-Phase) des Blutspie- gelverlaufs beträgt 184 – 382 Minuten.

Das initiale Verteilungsvolumen V beträgt 22 – 76 l, das gesamte Verteilungsvolumen Vdβ 387 – 1587 l.

Propofol hat ein großes Verteilungsvolumen und wird vom Körper schnell eliminiert (Ge- samtclearance: 1,5 – 2 l/min). Die Elimina- tion erfolgt durch Metabolisierung haupt- sächlich in der Leber, wo in Abhängigkeit vom Blutfluss inaktive Konjugate von Pro- pofol und dem korrespondierenden Hydro- chinon gebildet werden, die renal ausge- schieden werden.

Nach einer intravenösen Einzeldosis von 3 mg Propofol/kg stieg die Propofol-Clear-

ance pro kg Körpergewicht in Abhängigkeit vom Alter wie folgt an: Die mittlere Clea- rance war bei Neugeborenen < 1 Monat (n = 25) mit 20 ml/kg/min deutlich geringer im Vergleich zu älteren Kindern (n = 36, im Alter von 4 Monaten bis 7 Jahren). Bei den Neugeborenen wiesen die Daten darüber hinaus eine erhebliche Variabilität unterei- nander auf (3,7 – 78 ml/kg/min). Aufgrund dieser begrenzten Studienergebnisse, die auf eine große Variabilität hinweisen, kann keine Dosierungsempfehlung für diese Al- tersklasse gegeben werden.

Bei älteren Kindern betrug die mittlere Clearance von Propofol nach einer einzel- nen Bolusgabe von 3 mg Propofol/kg 37,5 ml/kg/min bei Kindern im Alter von 4 – 24 Monaten (n = 8), 38,7 ml/kg/min bei Kindern im Alter von 11 – 43 Monaten (n = 6), 48 ml/kg/min bei Kindern im Alter von 1 – 3 Jahren (n = 12) und 28,2 ml/kg/min bei Kindern im Alter von 4 – 7 Jahren (n = 10). Im Vergleich betrug die mittlere Clearance bei Erwachsenen 23,6 ml/kg/min (n = 6).

Propofol wird überwiegend in der Leber metabolisiert. Als Metabolite werden Glu- kuronide des Propofols und Glukuronide sowie Sulfatkonjugate von 2,6-Diisopro- pyl-1,4-Chinol gefunden.

40 % der verabreichten Dosis liegen in Form des Glukuronids von Propofol vor. Alle Meta- bolite sind inaktiv. Ca. 88 % des applizier- ten Propofols werden in Form von Metabo- liten im Urin ausgeschieden, ca. 0,3 % un- verändert im Stuhl.

Bioverfügbarkeit:

I. v.-Verabreichung: 100 %

Weblinks

Packungen und Preis

DISOPRIVAN® 1 % Emulsion z Inj/Inf 1 FS 50ml N1
Preis
26,35 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

Ähnliche

Drugs app phone

Mediately App verwenden

Schnellerer Zugriff auf Medikamenteninformationen.

Mit der Handykamera scannen.
4.9

Über 36k bewertungen

Mediately App verwenden

Schnellerer Zugriff auf Medikamenteninformationen.

4.9

Über 36k bewertungen

Installieren