IOPIDINE® 5 mg/ml Augentropfen
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - IOPIDINE® 5 mg/ml
IOPIDINE 5 mg/ml Augentropfen1 ist als Zusatztherapeutikum zur Kurzzeitbehandlung des chronischen Glaukoms bei Patienten indiziert, deren bestehende Therapie die Höchstdosie-rung erreicht hat, die jedoch auf eine zusätzliche Senkung des Augeninnendrucks (IOD) an-gewiesen sind, um eine Laserbehandlung oder eine Glaukomoperation hinauszuzögern.
Bei den meisten Patienten lässt die von IOPIDINE erzielte Senkung des Augeninnendrucks mit der Zeit nach. Zwar ist IOPIDINE in einigen Fällen erfolgreich als Langzeittherapeuti-kum eingesetzt worden, bei den meisten Patienten ist jedoch ein Behandlungszeitraum von weniger als einem Monat sinnvoll.
Bei Patienten, die bereits zwei die Kammerwasserproduktion reduzierende Arzneimittel als Teil einer maximal verträglichen Therapie erhalten (z. B. einen Betarezeptorenblocker und einen Carboanhydrasehemmer), kann ein weiterer Nutzen durch die zusätzliche Anwen-dung von IOPIDINE nicht erwartet werden. Da auch IOPIDINE die Produktion des Kammer-wassers senkt, wird der Augeninnendruck durch ein drittes Therapeutikum mit diesem Wirk-mechanismus möglicherweise nicht signifikant verringert.
1 Im Folgenden als IOPIDINE bezeichnet
Dosierung
Dreimal täglich einen Tropfen IOPIDINE in das (die) erkrankte(n) Auge(n) eintropfen. Da IOPIDINE in Kombination mit anderen lokalen Glaukomtherapeutika angewendet wird, sollte ein Abstand von etwa fünf Minuten zwischen den jeweiligen Applikationen liegen, um ein Ausspülen des zuvor verabreichten Arzneimittels zu verhindern. Augensalben sollten immer zuletzt angewendet werden. Sollte ein Tropfen nicht oder nicht vollständig in den Bindehaut-sack gelangen, so kann ein weiterer Tropfen nachgetropft werden. Aufgrund von Wirkverlust bei wiederholter Anwendung über einen längeren Zeitraum (Tachyphylaxie) wird eine maxi-male Behandlungsdauer von einem Monat empfohlen. Jedoch kann für manche Patienten nach ärztlicher Entscheidung eine längere Behandlung mit IOPIDINE von Nutzen sein.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen bei älteren Patienten sind beim Einsatz von IOPIDINE nicht zu beachten.
Kinder und Jugendliche
Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von IOPIDINE sind nicht an Kindern untersucht worden. Es sind keine Daten verfügbar.
Art der Anwendung
Nur zur Anwendung am Auge.
Nach dem ersten Öffnen der Verschlusskappe ist der Anbruchschutzring lose und sollte vor der ersten Anwendung entfernt werden.
Verschließen des Tränenkanals oder sanftes Schließen des Augenlids nach der Anwendung werden empfohlen. Dadurch können die systemische Aufnahme von Arzneimitteln, die über die Augen verabreicht werden, verringert und systemische Nebenwirkungen gemindert wer-den.
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IOPIDINE ist kontraindiziert bei Patienten mit einer Vorgeschichte schwerer oder instabiler und therapeutisch nicht kontrollierter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einschließlich schwerer, unkontrollierter, arterieller Hypertonie.
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IOPIDINE ist kontraindiziert bei Kindern.
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IOPIDINE ist kontraindiziert bei Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile des Arzneimittels oder systemischem Clonidin sowie bei Patienten, die be-reits Monoaminooxidasehemmer, systemische Sympathomimetika oder trizyklische Antide-pressiva einnehmen.
Zwar hatte IOPIDINE in klinischen Studien an Glaukompatienten, einschließlich Patienten mit gleichzeitigen kardiovaskulären Erkrankungen bei topischer Verabreichung nur eine mini-male Auswirkung auf Herzfrequenz und Blutdruck, doch muss die Möglichkeit eines vasova-galen Anfalls in Betracht gezogen werden und Patienten mit entsprechenden Hinweisen in der Anamnese sollten mit Vorsicht behandelt werden.
IOPIDINE sollte bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Angina pectoris, schweren koro-naren Herzerkrankungen, frischem Myokardinfarkt, manifester Herzinsuffizienz, Bluthoch-
druck, Herz-Kreislauferkrankungen einschließlich Schlaganfall, zerebrovaskulären Erkran-kungen, Parkinson-Syndrom, chronischer Niereninsuffizienz, Raynaud-Syndrom oder Throm-boangiitis obliterans mit Vorsicht eingesetzt werden.
Vorsicht und strenge Überwachung sind bei depressiven Patienten angeraten, da die Verab-reichung von Apraclonidin in seltenen Fällen mit einer Depression in Verbindung gebracht wurde.
Die Behandlung sollte ausgesetzt werden, wenn es bei fortgeschrittenem Glaukom unmittel-bar nach Anwendung von IOPIDINE zu einem Sehverlust kommt.
Wie bei allen Glaukompatienten, deren medikamentöse Therapie die Höchstdosierung er-reicht hat, und die mit IOPIDINE behandelt werden, um einen chirurgischen Eingriff hinaus-zuzögern, wird auch hier eine strenge Verlaufsüberwachung empfohlen, und die Behandlung sollte bei einem signifikanten Augeninnendruckanstieg abgesetzt werden. Ein Wirkverlust stellt sich im Laufe der Zeit bei den meisten Patienten zu individuell unterschiedlichen Zeit-punkten ein. Die Patienten müssen daher streng überwacht und einer regelmäßigen Über-prüfung des Gesichtsfeldes unterzogen werden.
Zur topischen Gabe von Apraclonidin bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leber-funktion liegen keine Erfahrungen vor. Zwar ist die systemische Resorption der Substanz nach topischer Verabreichung niedrig (Plasmawerte unter 1,0 ng/ml), dennoch wird eine eng-maschige Überwachung bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion emp-fohlen. Da die systemische Form von Clonidin zum Teil in der Leber metabolisiert wird, ist bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion auch eine strenge Kontrolle der Herz-Kreis-lauf-Parameter angezeigt.
Die Anwendung von IOPIDINE kann zu okulären Unverträglichkeitsreaktionen führen, die ganz oder teilweise durch Symptome wie okuläre Hyperämie, okulären Pruritus, okuläres Un-behagen, verstärkten Tränenfluss, okuläre Missempfindungen und Lid- bzw. Bindehautödem gekennzeichnet sind (siehe Abschnitt 4.8). Sollten die beschriebenen Symptome am Auge auftreten, ist die Behandlung mit IOPIDINE abzubrechen. Darüber hinaus lassen die präklini-schen Daten erkennen, dass es bei wiederholtem Einsatz der Augentropfen zu einer Kon-taktsensibilisierung kommen kann. Okuläre Unverträglichkeiten sind häufiger bei Behand-lungszeiträumen von mehr als einem Monat zu beobachten.
Bei Therapieabbruch aufgrund steigenden Augeninnendrucks muss unmittelbar zu einer al-ternativen medikamentösen Behandlung gewechselt werden, bzw. eine operative Druckent-lastung erfolgen.
Da Apraclonidin hochwirksam den Augeninnendruck senkt, ist bei Patienten, die mit einer unverhältnismäßigen Augeninnendrucksenkung reagieren, eine strenge Überwachung erfor-derlich.
IOPIDINE enthält Benzalkoniumchlorid
Dieses Arzneimittel enthält 0,5 mg Benzalkoniumchlorid pro 5 ml, beziehungsweise 1 mg Benzalkoniumchlorid pro 10 ml Augentropfen. Dies entspricht einer Konzentration von 0,1 mg/ml.
Benzalkoniumchlorid kann von weichen Kontaktlinsen aufgenommen werden und kann zur Verfärbung der Kontaktlinsen führen. Der Kontakt mit weichen Kontaktlinsen ist daher zu ver-meiden. Kontaktlinsen sind vor der Anwendung zu entfernen und frühestens 15 Minuten nach der Anwendung wieder einzusetzen.
Benzalkoniumchlorid kann Reizungen am Auge hervorrufen, insbesondere bei trockenen Au-gen oder Erkrankungen der Hornhaut. Es wurde berichtet, dass Benzalkoniumchlorid Reizun-gen am Auge und Symptome trockener Augen verursacht und den Tränenfilm und die Horn-hautoberfläche beeinträchtigen kann. Daher sollte es bei Patienten mit trockenen Augen und bei Patienten, bei denen die Hornhaut geschädigt sein könnte, mit Vorsicht angewendet wer-den. Bei längerer Anwendung sollten die Patienten überwacht werden.
IOPIDINE ist kontraindiziert bei Patienten, die mit Monoaminooxidasehemmern, systemi-schen Sympathomimetika oder trizyklischen Antidepressiva behandelt werden (siehe Ab-schnitt 4.3).
Unter Berücksichtigung der Plasmakonzentration von okulär verabreichtem Apraclonidin er-scheint das Risiko klinisch relevanter Interaktionen gering.
Während der klinischen Studien mit IOPIDINE wurden keine Arzneimittelwechselwirkungen bei Patienten bekannt, die wegen Glaukom, anderer Augenerkrankungen oder systemischer Erkrankungen Begleitmedikationen erhielten. Trotzdem sollte die Möglichkeit eines additiven bzw. potenzierenden Effekts beim Einsatz ZNS-dämpfender Substanzen (Alkohol, Barbitu-rate, Opiate, Sedativa, Anästhetika) in Betracht gezogen werden.
Bei kombinierter Gabe von IOPIDINE und topischen Sympathomimetika ergibt sich jedoch theoretisch die Möglichkeit einer systemischen Druckveränderung; der Blutdruck sollte daher zu Beginn einer solchen Kombinationstherapie gemessen werden.
Bei Einnahme von trizyklischen Antidepressiva ist jedoch Vorsicht geboten, da sie den Stoff-wechsel und die Aufnahme von Katecholaminen beeinflussen können.
Eine additive blutdrucksenkende Wirkung ist unter Kombinationsbehandlung mit systemisch verabreichtem Clonidin und Neuroleptika beobachtet worden. Systemisch verabreichtes Clo-nidin kann die Katecholaminausschüttung bei Insulin-induzierter Hypoglykämie hemmen und die Symptome einer Hypoglykämie maskieren.
Da Apraclonidin zu Puls- und Blutdrucksenkung führen kann, ist Vorsicht beim Einsatz von Arzneimitteln wie ophthalmologischen oder systemischen Betablockern, Antihypertonika und Herzglykosiden geboten. Bei Patienten, die neben der Behandlung mit IOPIDINE Herz-Kreis-lauf-Arzneimittel einnehmen, müssen Puls und Blutdruck häufig kontrolliert werden. Vorsicht ist bei gleichzeitiger Gabe von Clonidin und anderen ähnlichen Wirksubstanzen angezeigt.
Wird mehr als ein topisches Ophthalmikum verabreicht, müssen die einzelnen Anwendungen mindestens 5 Minuten auseinander liegen. Augensalben sollten zuletzt angewendet werden.
Schwangerschaft
Kontrollierte Studien zum Einsatz von IOPIDINE bei Schwangeren liegen nicht oder nur be-grenzt vor. Die Anwendung von IOPIDINE während der Schwangerschaft wird nicht empfoh-len.
Untersuchungen an Ratten und Kaninchen ergaben keine Hinweise auf teratogene Wirkun-gen. Jedoch wurde eine Embryotoxizität bei trächtigen Kaninchen festgestellt, die während des gesamten Zeitraumes der Organogenese eine Apraclonidin-Dosierung von
> 1,25 mg/kg/Tag erhielten, die auch für die Muttertiere toxisch war. Das entspricht einer über 60-mal höheren systemischen Gabe (bezogen auf eine 50 kg schwere Person) von Apraclonidinhydrochlorid, als zur Behandlung mit IOPIDINE empfohlen wird.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Apraclonidin nach der Anwendung am Auge in die Muttermilch über-tritt. Ein Risiko für Neugeborene/Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden. Während der Behandlung mit IOPIDINE sollte nicht gestillt werden.
Fertilität
Studien zur Abschätzung der Wirkung von topisch verabreichtem IOPIDINE auf die männli-che oder weibliche Fertilität wurden nicht durchgeführt. Bei oraler Anwendung von Apracloni-din bei Ratten zeigten sich keine Auswirkungen auf die Fertilität.
IOPIDINE hat einen mäßigen Einfluss auf die Fähigkeit, Fahrzeuge zu führen und Maschinen zu bedienen.
Da Arzneimittel vom Clonidin-Typ Schwindelgefühl oder Somnolenz verursachen können, wird betroffenen Patienten geraten, keine Fahrzeuge zu führen oder Maschinen zu bedienen. Fahrer und Personen, die Maschinen bedienen, sollten auf die Risiken hingewiesen werden, die mit der Anwendung des Arzneimittels verbunden sind.
Zusammenfassung von Unbedenklichkeit und Sicherheit
In klinischen Studien waren die häufigsten Nebenwirkungen okuläre Hyperämie, Augenjucken und Konjunktivitis; diese traten bei ca. 12-23 % der Patienten auf.
Die unten aufgeführten Nebenwirkungen sind nach Organsystemen klassifiziert und werden folgendermaßen definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100), selten (≥1/10.000 bis <1/1.000), sehr selten (<1/10.000) oder nicht bekannt (kann aufgrund der vorliegenden Daten nicht abgeschätzt werden). In jeder Häufigkeitskategorie sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angeordnet.
| Systemorganklasse | MedDRA-Terminologie der Nebenwirkung (v. 19.0) |
| Infektionen undparasitäre Erkrankungen | Häufig: Rhinitis |
| Erkrankungen des Immunsys-tems | Nicht bekannt: Hypersensitivität |
| Psychiatrische Erkrankungen | Gelegentlich: Depression, Nervosität,Schlaflosigkeit |
| Erkrankungen des Nervensystems | Häufig: Kopfschmerz, GeschmacksstörungGelegentlich: Schwindelgefühl, Koordinations-störungen, Somnolenz, Parästhesie |
| Augenerkrankungen | Sehr häufig: Konjunktivitis, okulärer Pruritus, oku-läre HyperämieHäufig: Augenlidödem, trockenes Auge, Binde-hautfollikel, Fremdkörpergefühl im Auge, Au-genlidrandverkrustung, verstärkte Tränensek-retion, AugenbeschwerdenGelegentlich: Mydriasis, Keratitis, Keratopathie, Sehschärfe vermindert, Sehstörung, Photo-phobie, Verschwommensehen, Hornhautero-sion, Hornhautinfiltrate, Blepharospasmus, Blepharitis, Augenlidptosis, Augenliderythem, Augenschmerzen, Augenödem, Augenlider-krankung, Augenlidschuppen, Augenlidretrak-tion, Erkrankungen der Bindehautgefäße, Bin-dehautödem, Augenausfluss, Augenreizung |
| Herzerkrankungen | Gelegentlich: Brustkorbschmerz, periphere Ödeme, Arrhythmie |
| Erkrankungen des Gefäßsys-tems | Gelegentlich: Vasodilatation |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediasti-nums | Häufig: trockene NasenschleimhautGelegentlich: Asthma, Dyspnoe, Rhinorrhoe, Paro-smie, Rachenreizung |
| Erkrankungen des Gastroin-testinaltrakts | Häufig: MundtrockenheitGelegentlich: Übelkeit, Obstipation |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | Häufig: DermatitisGelegentlich: Kontaktdermatitis, Gesichtsödem |
| Skelettmuskulatur-, Bindege-webs- und Knochenerkrankun-gen | Gelegentlich: Myalgie |
| Allgemeine Erkrankungen undBeschwerden am Verabrei-chungsort | Häufig: AsthenieGelegentlich: Unwohlsein, Ermüdung, Reizbarkeit |
| Untersuchungen | Gelegentlich: Hornhautfärbung |
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
IOPIDINE kann okuläre Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen (siehe Abschnitt 4.4). Die Reaktionen begannen im Durchschnitt nach 44 Tagen (Spanne 1-127 Tage).
In klinischen Studien betrug die Abbruchrate bei IOPIDINE insgesamt 15 %. Die häufigsten – zu einem Abbruch führenden – Nebenwirkungen waren (in absteigender Reihenfolge): okuläre Hyperämie, okulärer Pruritus, verstärkter Tränenfluss, okuläres Unbehagen, Lidödem, Mundtrockenheit und okuläre Missempfindungen.
Es sollte berücksichtigt werden, dass die alpha-2-adrenerge agonistische Wirkung von Apraclonidin eine Bradykardie bewirken kann. Zwar liegen aus klinischen Studien keine Be-richte über Bradykardien im Zusammenhang mit IOPIDINE vor, doch sind vereinzelte Be-richte nach Markteinführung eingegangen.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtig-keit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall ei-
ner Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmako-vigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de, anzuzei-gen.
Bei lokaler Überdosierung lässt sich IOPIDINE mit lauwarmem Leitungswasser oder steriler physiologischer Kochsalzlösung aus dem Auge spülen.
Nach versehentlicher oder absichtlicher oraler Einnahme von Clonidin wurden folgende Re-aktionen beschrieben: Blutdruckabfall, vorübergehende Hypertonie, Asthenie, Erbrechen, Reizbarkeit, Reflexabschwächung oder Areflexie, Lethargie, Somnolenz, Sedierung oder Koma, Blässe, Hypothermie, Bradykardie, Erregungsleitungsstörungen, Arrhythmien, Mund-trockenheit, Miosis, Atemstillstand, Atemnot, Hypoventilation, Krampfanfall. Bei oraler Über-dosierung besteht die Behandlung aus unterstützenden und symptomatischen Maßnahmen; wichtig ist, dass die Atemwege offengehalten werden. Die Hämodialyse ist von sekundärer Bedeutung, da höchstens 5 % des Wirkstoffes aus dem Blut entfernt werden können.
Pharmakologische Eigenschaften - IOPIDINE® 5 mg/ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Ophthalmologika; Antiglaukomatosa und Miotika. ATC-Code: SO1E A03.
Bei Apraclonidin handelt es sich um einen relativ selektiven α2-adrenergen Agonisten, der keine signifikante Membranstabilisierung (Lokalanästhesie) bewirkt. Bei Anwendung am Auge senkt Apraclonidin den Augeninnendruck und beeinflusst nur minimal kardiovaskuläre Parameter. Fluorofotometrische Kammerwasseruntersuchungen am Menschen lassen da-rauf schließen, dass die apraclonidininduzierte Reduktion des Augeninnendrucks an eine re-duzierte Kammerwasserbildung gekoppelt ist. Ein Wirkbeginn lässt sich unter IOPIDINE nor-malerweise innerhalb einer Stunde feststellen, wobei eine maximale Drucksenkung drei bis fünf Stunden nach Gabe einer Einzeldosis verzeichnet wird.
Bei Neuseeland-Albinokaninchen, die topische Apraclonidin-Gaben erhalten hatten, wurden nach zwei Stunden Spitzenkonzentrationen in Kammerwasser, Iris, Ziliarkörper und Linse er-reicht. Die höchsten Konzentrationen wurden in der Hornhaut nachgewiesen, wo die Spitzen-werte auch zum frühesten Zeitpunkt verzeichnet wurden (nach 20 Minuten). In absteigender Reihenfolge (in Mikrogramm-Äquivalenten pro Gramm Gewebe) ergab sich für Apraclonidin folgende Verteilung: Hornhaut, Iris-Ziliarkörper, Kammerwasser, Linse und Glaskörper.
Apraclonidin wurde mit einer Halbwertszeit von ca. zwei Stunden aus dem Kammerwasser eliminiert.
Bei dreimal täglicher topischer Gabe von IOPIDINE an beiden Augen bei Probanden wurde Apraclonidin in Plasmakonzentrationen von unter 1,0 ng/ml bestimmt. Ein Fließgleichgewicht stellte sich nach fünftägiger Verabreichung ein. Als Halbwertszeit des Präparates wurden acht Stunden errechnet.
Pharmazeutische Angaben - IOPIDINE® 5 mg/ml
Benzalkoniumchlorid Natriumacetat-Trihydrat Natriumchlorid
Salzsäure und/oder Natriumhydroxid (zur pH-Einstellung) gereinigtes Wasser.
3 Jahre
4 Wochen nach dem erstmaligen Öffnen nicht mehr verwenden.
Besondere Vorsichtmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25 °C lagern.
Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren. Tropfflasche im Umkarton aufbewahren.
1-mal 5 ml oder 2-mal 5 ml in weißen LDPE-Tropfflaschen (DROP-TAINER®) mit einer LDPE Tropferspitze und einem weißen Polypropylen-Verschluss.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Besondere Vorsichtmaßnahmen für die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.