Infectotrimet® 100 Saft, 100 mg/5 ml Suspension zum Einnehmen
Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
Verschreibungseinschränkungen
- ausgenommen von in der Person des Patienten begründeten Ausnahmen.
Der Einsatz von Saftzubereitungen für Erwachsene ist besonders zu begründen.
Verordnungseinschränkung verschreibungspflichtiger Arzneimittel nach dieser Richtlinie. [4]
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
Hersteller
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Fachinfo - Infectotrimet® 100 mg/5 ml
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unkomplizierte Harnwegsinfekte durch Trimethoprim-empfindliche Keime
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Langzeitprophylaxe rezidivierender Harnwegsinfekte Bitte beachten Sie auch die Abschnitte 4.4 und 5.1.
Die allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Infectotrimet zu berücksichtigen.
Dosierung
Infectotrimet 50 Saft
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Unkomplizierte Harnwegsinfekte:
Kinder bis 12 Jahre nehmen – soweit nicht anders verordnet – 2 x täglich 3 mg/kg Körpergewicht Trimethoprim ein. Dies entspricht bei:
5–10 kg Körpergewicht 2 x täglich 2,5 ml 10–20 kg Körpergewicht 2 x täglich 5 ml
20–40 kg Körpergewicht 2 x täglich 10 ml
Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre nehmen – soweit nicht anders verordnet –
2 x täglich 15–20 ml Infectotrimet 50 Saft ein.
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance zwischen 25–15 ml/min/1,73 m2) nehmen 2 x täglich 20 ml für 3 Tage und anschließend 2 x täglich 10 ml, bei einer Kreatinin-Clearance von 15–10 ml/min/1,73 m2 2 x täglich 10 ml Infectotrimet 50 Saft ein.
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Langzeitprophylaxe rezidivierender Harnwegsinfekte:
Kinder bis 12 Jahre nehmen – soweit nicht anders verordnet – 1 x täglich 2 mg/kg Körpergewicht Trimethoprim ein.
Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre nehmen – soweit nicht anders verordnet –
1 x täglich 10 ml Infectotrimet 50 Saft ein.
Diese Dosierung gilt auch für Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion, sofern die Kreatinin-Clearance nicht unter 10 ml/min/1,73 m2 liegt.
Infectotrimet 100 Saft
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Unkomplizierte Harnwegsinfekte:
Kinder bis 12 Jahre nehmen – soweit nicht anders verordnet – 2 x täglich 3 mg/kg Körpergewicht Trimethoprim ein. Dies entspricht bei:
5–10 kg Körpergewicht 2 x täglich 1,25 ml 10–20 kg Körpergewicht 2 x täglich 2,5 ml 20–40 kg Körpergewicht 2 x täglich 5 ml
Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre nehmen – soweit nicht anders verordnet –
2 x täglich 7,5–10 ml Infectotrimet 100 Saft ein.
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance zwischen 25–15 ml/min/1,73 m2) nehmen 2 x täglich 10 ml für 3 Tage und anschließend 2 x täglich 5 ml, bei einer Kreatinin-Clearance von 15–10 ml/min/1,73 m2 2 x täglich 5 ml Infectotrimet 100 Saft ein.
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Langzeitprophylaxe rezidivierender Harnwegsinfekte:
Kinder bis 12 Jahre nehmen – soweit nicht anders verordnet – 1 x täglich 2 mg/kg Körpergewicht Trimethoprim ein.
Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre nehmen – soweit nicht anders verordnet –
1 x täglich 5 ml Infectotrimet 100 Saft ein.
Diese Dosierung gilt auch für Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion, sofern die Kreatinin-Clearance nicht unter 10 ml/min/1,73 m2 liegt.
Art der Anwendung Zum Einnehmen.
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Unkomplizierte Harnwegsinfekte:
Der Saft ist morgens und abends zu oder unabhängig von den Mahlzeiten einzunehmen.
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Langzeitprophylaxe rezidivierender Harnwegsinfektionen: Die Einnahme von Infectotrimet erfolgt abends.
Vor jedem Gebrauch die Flasche gut schütteln, bis der Bodensatz homogen verteilt ist.
Hinweis
Zur Erleichterung der korrekten Einnahme der Dosis ist der Packung eine Dosierspritze mit einem Fassungsvolumen von 5 ml und einer Skalierung in 0,25 ml-Schritten beigelegt. Dazu gehört ein gelochter Stopfen (Adapter), der auf die Flasche passt.
Vor der ersten Anwendung muss der gelochte Stopfen in den Flaschenhals gesetzt werden. Er verbindet die Dosierspritze mit der Flasche und verbleibt im Flaschenhals.
Entnahme der Suspension mit der Dosierspritze
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Flasche vor jeder Entnahme kräftig schütteln
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Die verordnete Menge an gebrauchsfertiger Suspension wird mit der beiliegenden Dosierspritze entnommen. Dazu wird die Spritze mit der Spitze in den Adapter gesteckt. Die Flasche wird auf den Kopf gedreht und der Kolben der Spritze langsam bis zur erforderlichen Menge herausgezogen. Wenn Blasen auftreten, wird die Suspension zurück in die Flasche gedrückt und nochmals die gewünschte Menge in die Spritze aufgezogen. Die Flasche wird wieder umgedreht und die Spritze unter vorsichtigem Hin- und Herdrehen aus dem Flaschenhals entnommen.
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Jetzt kann die erforderliche Menge Suspension mit Hilfe der Dosierspritze durch langsames Hineindrücken des Kolbens direkt in den Mund des Patienten verabreicht werden. Die Schritte 2 und 3 sind gegebenenfalls zu wiederholen, um die gewünschte Dosis zu verabreichen.
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Nach jedem Gebrauch ist die Flasche gut zu verschließen und die Dosierspritze mit nicht kochendem Leitungswasser gut zu spülen (siehe auch Abschnitt 6.6).
Der gebrauchsfertige Saft in der Flasche ist so bemessen, dass er bis zum weißen Markierungsstrich reicht.
Die alleinige Anwendung von Infectotrimet ist wegen der vereinzelt beschriebenen Möglichkeit erhöhter Resistenzentwicklung limitiert.
Dauer der Anwendung
Die Dauer der Therapie bei unkomplizierten Harnwegsinfekten beträgt in der Regel 3–7 Tage.
Die Langzeitprophylaxe rezidivierender Harnwegsinfektionen wird im Allgemeinen über 6 Wochen bis zu 6 Monaten durchgeführt.
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Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Trimethoprim, Trimethoprim-Analoga (z. B. Tetroxoprim) oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
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pathologische Blutbildveränderungen (Thrombozytopenie, Leukopenie, Granulozytopenie, Methämoglobinämie, megaloblastische Anämie)
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schwere Nierenfunktionsstörungen mit einer Kreatinin-Clearance kleiner als 10 ml/min/1,73 m2
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Früh- und Neugeborene
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fragiles X-Chromosom in Verbindung mit geistiger Retardierung bei Kindern
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Erstes Trimester der Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6)
Vorsicht bei Leber- oder Nierenfunktionsstörung und bei Folsäuremangel. Bei Langzeitbehandlung sind regelmäßige Kontrollen der Leber- und Nierenfunktion sowie Blutbildkontrollen, einschließlich des Differentialblutbildes, in vierwöchigen Abständen angezeigt.
Beim Auftreten von Halsentzündungen, Fieber oder grippeartigen Symptomen unter der Therapie mit Trimethoprim müssen sofortige Blutbildkontrollen durchgeführt werden.
Bei Anzeichen einer Knochenmarkdepression ist die tägliche intramuskuläre Gabe von 3–6 mg Calciumfolinat über 3 Tage bzw. so lange, bis die normale Hämatopoese wiederhergestellt ist, angezeigt. Bei Kindern ist die Dosierung von Calciumfolinat altersgemäß anzupassen.
Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen
Beim Auftreten von schweren Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Gesichts-, Zungen-und Kehlkopfschwellungen mit Einengung der Atemwege, Anaphylaxie) muss die Therapie mit Infectotrimet sofort abgebrochen werden und die entsprechenden Notfallmaßnahmen (z. B. Antihistaminika, Kortikosteroide, Sympathomimetika und gegebenenfalls Beatmung) müssen eingeleitet werden.
Schwere kutane Nebenwirkungen (SCARs)
Das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), die toxische epidermale Nekrolyse (TEN) und die Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), welche lebensbedrohlich oder tödlich sein können, wurden im Zusammenhang mit der Anwendung von Trimethoprim berichtet (siehe Abschnitt 4.8).
Die Patienten sollten auf die Anzeichen und Symptome hingewiesen und engmaschig auf Hautreaktionen überwacht werden.
Beim Auftreten von Anzeichen und Symptomen, die auf diese Reaktionen hindeuten, ist Trimethoprim sofort abzusetzen und eine alternative Behandlung in Erwägung zu ziehen (falls erforderlich).
Wenn der Patient bei der Anwendung von Trimethoprim eine schwerwiegende Reaktion wie SJS, TEN oder DRESS entwickelt hat, darf eine Behandlung mit Trimethoprim bei diesem Patienten zu keinem Zeitpunkt erneut begonnen werden
Pseudomembranöse Enterokolitis
Beim Auftreten von schweren anhaltenden Durchfällen während oder nach der Therapie ist an eine pseudomembranöse Enterokolitis zu denken, die sofort behandelt werden muss (z. B. Vancomycin oral, 4-mal 250 mg täglich). Peristaltikhemmende Präparate sind kontraindiziert.
Hyperkaliämie
Im Zusammenhang mit der Einnahme von Trimethoprim ist über das Auftreten einer Hyperkaliämie in Verbindung mit einer Hyponatriämie berichtet worden. Zu den Patienten, für die das Risiko einer Hyperkaliämie in Verbindung mit einer Hyponatriämie besteht, gehören neben älteren Patienten und HIV-Infizierten, Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, Diabetes mellitus, Hypoaldosteronismus oder jene, die gleichzeitig Kalium-Ergänzungsmittel oder kaliumhaltige Salzersatzstoffe anwenden. In entsprechenden Fällen sollte eine regelmäßige Kontrolle des Serum-Kaliumspiegels und des Serum-Natriumspiegels erfolgen.
Die gleichzeitige Anwendung von Trimethoprim zusammen mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen eine Hyperkaliämie verursachen, kann zu einer schweren Hyperkaliämie führen (siehe Abschnitt 4.5).
Photosensibilität
Während der Anwendung von Trimethoprim sollte eine intensive Sonnenlichteinwirkung vermieden werden.
Zahnverfärbungen, die durch die Einnahme von Infectotrimet entstehen können, sind normalerweise durch intensive Mundhygiene während der Behandlung zu vermeiden.
Kinder und Jugendliche
Trimethoprim sollte nicht bei Kindern unter 6 Wochen angewendet werden, da keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.
Hinweise zu bestimmten sonstigen Bestandteilen
Infectotrimet Saft enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosierspritze (5 ml),
d. h., es ist nahezu „natriumfrei“.
Patienten mit hereditärer Fructoseintoleranz (HFI) dürfen dieses Arzneimittel nicht einnehmen/erhalten.
Sorbitol kann Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen und kann eine leicht laxierende Wirkung haben.
Natriummethyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) und Natriumpropyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) können Überempfindlichkeitsreaktionen, auch Spätreaktionen, hervorrufen.
Trimethoprim kann die Metabolisierung von Arzneistoffen, die über das Cytochrom P450-Isoenzym CYP2C8 abgebaut werden, hemmen. Die Anwendung von Infectotrimet bei Patienten, die gleichzeitig mit Arzneimitteln behandelt werden, welche über das o. g. CYP-Isoenzym metabolisiert werden, sollte mit Vorsicht erfolgen, da eine verstärkte Wirkung und ein erhöhtes Nebenwirkungsrisiko nicht auszuschließen sind.
Trimethoprim wird durch aktive renale Sekretion mit Hilfe von organischen Kationen-Transportern (OCT) sowie der Multidrug and Toxin Extrusion Transporter (MATE) ausgeschieden. Bei Arzneimitteln, die ebenfalls durch aktive renale Sekretion über einen dieser Transporter ausgeschieden werden, besteht die Möglichkeit einer kompetitiven Hemmung, was zum Anstieg der Plasmakonzentration eines oder beider Wirkstoffe führen kann.
Zusätzlich zu diesen pharmakokinetischen Interaktionen kann Trimethoprim aufgrund seiner kaliumretinierenden Eigenschaften (vgl. Abschnitt 4.4) sowie aufgrund seiner Folsäure-antagonistischen Wirkung (vgl. Abschnitt 5.1) pharmakodynamische Wechselwirkungen hervorrufen.
Interaktionen, die klinisch beobachtet wurden
Antikoagulantien wie Warfarin
Trimethoprim kann die Wirkung von Antikoagulantien verstärken. Deshalb sind regelmäßige Blutgerinnungskontrollen angezeigt.
Arzneimittel, die Folsäuremangelzustände hervorrufen, wie Phenytoin, Primidon, Barbiturate, Methotrexat oder p-Aminosalicylsäure
Wegen der Folsäure-antagonistischen Eigenschaften von Trimethoprim kann die Substanz theoretisch die Inzidenz von Folsäuremangelzuständen (wie z. B. Blutbildungsstörungen) durch andere Pharmaka verstärken. Außerdem hemmt Trimethoprim den Metabolismus von Phenytoin in der Leber und kann dadurch eine Wirkungsverstärkung dieser Substanz hervorrufen.
ACE-Hemmer, AT-1-Rezeptor-Antagonisten (Sartane) oder kaliumsparende Diuretika (z. B. Spironolacton)
Die gleichzeitige Einnahme von Trimethoprim kann, insbesondere bei älteren Patienten, bei HIV-Infizierten oder bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, Diabetes mellitus, Hypoaldosteronismus oder jenen, die gleichzeitig Kalium-Ergänzungsmittel oder kaliumhaltige Salzersatzstoffe anwenden, zu einer klinisch relevanten Hyperkaliämie führen (siehe Abschnitt 4.4).
Rosiglitazon, Pioglitazon, Repaglinid und Metformin
Die gleichzeitige Einnahme von Trimethoprim kann den Serumspiegel dieser oralen Antidiabetika erhöhen und deren hypoglykämische Wirkung verstärken.
Ciclosporin
Bei Patienten, die z. B. im Rahmen von Nierentransplantationen Ciclosporin zusammen mit Trimethoprim erhalten, kann eine reversible Beeinträchtigung der Nierenfunktion auftreten.
Rifampicin
Rifampicin verringert den Serumspiegel und die Bioverfügbarkeit (AUC) von Trimethoprim.
Pyrimethamin
Bei gleichzeitiger Verabreichung von Trimethoprim und Pyrimethamin in der Dosis von mehr als 25 mg pro Woche kann es zu Störungen der Blutbildung (insbesondere megaloblastische Anämie) kommen.
Dapson
Die gleichzeitige Einnahme von Trimethoprim kann zu einem Anstieg der Blutspiegel beider Wirkstoffe führen.
Lamivudin, Zidovudin, Digoxin, Procainamid und Memantin
Die gleichzeitige Einnahme von Trimethoprim kann den Serumspiegel dieser Substanzen erhöhen und deshalb das Risiko für Nebenwirkungen dieser Wirkstoffe erhöhen.
Mögliche pharmakokinetische Interaktionen, die bislang nur in in-vitro-Experimenten beobachtet wurden
In-vitro-Untersuchungen zeigten darüber hinaus pharmakokinetische Interaktionen mit den Cytochrom-P-450-2C8-Substraten Montelukast, Methadon und Paclitaxel sowie Interaktionen auf Ebene der aktiven renalen Sekretion mit den Arzneistoffen Chloroquin, Zalcitabin, Emtricitabin sowie Cimetidin. Die klinische Relevanz dieser Interaktionen kann derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden.
Kinder und Jugendliche
Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Schwangerschaft
Trimethoprim ist während des ersten Trimesters der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Studien an Tieren haben eine teratogene Wirkung gezeigt.
Epidemiologische Studien haben ein erhöhtes Risiko für Spontanaborte und angeborene Fehlbildungen, insbesondere Neuralrohrdefekte, Mundspalten und kardiovaskuläre Defekte, bei Kindern von Müttern gezeigt, die während des ersten Trimesters der Schwangerschaft mit Trimethoprim behandelt wurden. Als Wirkmechanismus wird eine Interferenz mit Folaten vermutet.
Im zweiten und dritten Trimester soll die Anwendung vermieden werden, es sei denn, sie ist klinisch notwendig. Ist eine Einnahme im zweiten und dritten Trimester dennoch erforderlich, sollte eine ausreichende Folsäureversorgung gewährleistet sein.
Stillzeit
Trimethoprim geht in die Muttermilch über. Die in der Muttermilch festgestellten Mengen an Wirkstoff sind jedoch gering und bedeuten in der Regel keine Gefährdung für den Säugling.
Fertilität
Nach einer einmonatigen Dauerbehandlung mit Trimethoprim ergaben sich Hinweise auf eine Spermatogenesestörung bei Männern.
Nach bisherigen Erfahrungen im klinischen Einsatz hat Trimethoprim keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Systematische Studien hierzu wurden allerdings nicht durchgeführt.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
| Organklasse | Häufig≥ 1/100 bis< 1/10 | Gelegentlich≥ 1/1.000 bis< 1/100 | Selten≥ 1/10.000bis < 1/1.000 | Sehr selten< 1/10.000 | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grund-lage der verfügbarenDaten nicht abschätzbar) |
| Infektionen und parasitäre Erkrankungen | Infektionen durch Pilze oder resistente Bak-terien bei lang-fristiger oder wiederholterAnwendung | ||||
| Erkrankungen | Geringgradige | Agranulozy- | |||
| des Blutes und | und reversible | tose | |||
| des | Blutbildverän- | ||||
| Lymphsystems | derungen | ||||
| (Thrombozyto- | |||||
| penie, Leuko- | |||||
| zytopenie, | |||||
| Neutropenie, | |||||
| megaloblas- | |||||
| tische Anämie, | |||||
| Methämoglobi- | |||||
| nämie) | |||||
| Erkrankungen | Schwere akute | Allergische | |||
| des Immun- | Überempfind- | Vaskulitis | |||
| systems | lichkeitsreakti- | (ähnlich der | |||
| (siehe auch | onen in Form | Henoch- | |||
| unter Erkran- | von Urtikaria, | Schoenlein | |||
| kungen der | Gesichts-, | Purpura) | |||
| Haut und des | Zungen- und | ||||
| Unterhaut- | Kehl- | ||||
| zellgewebes) | kopfschwellun | ||||
| gen mit Einen- | |||||
| gung der | |||||
| Atemwege, | |||||
| Dyspnoe, |
| Organklasse | Häufig≥ 1/100 bis | Gelegentlich≥ 1/1.000 bis | Selten≥ 1/10.000 | Sehr selten< 1/10.000 | Nicht bekannt |
| < 1/10 | < 1/100 | bis < 1/1.000 | (Häufigkeitauf Grund- | ||
| lage der | |||||
| verfügbaren | |||||
| Daten nicht | |||||
| abschätzbar) | |||||
| Herzjagen, Blutdruckab-fall bis zum lebensbedroh-lichen Schock (sieheAbschnitt 4.4) | |||||
| Stoffwechsel- | Appetitlosig- | Hyperkaliämie | Hypo- | ||
| und | keit | (siehe | natriämie | ||
| Ernährungs- | Abschnitt 4.4) | (siehe | |||
| störungen | Abschnitt | ||||
| 4.4) | |||||
| Psychiatrische Erkrankungen | Halluzinatione n | ||||
| Erkrankungen | Geschmacks- | Aseptische | |||
| des Nerven- | störungen, | Meningitis | |||
| systems | Kopf- | ||||
| schmerzen | |||||
| Augener-krankungen | Uveitis anterior | ||||
| Erkrankungen | Epigastrische | Pseudo- | Pankreatitis | Oberflächliche | |
| des Gastroin- | Schmerzen, | membranöse | Zahn- | ||
| testinaltrakts | Übelkeit, | Enterokolitis | verfärbungen, | ||
| Erbrechen, | (siehe | die meist durch | |||
| Durchfall, | Abschnitt 4.4) | intensives | |||
| Gingivitis, | Zähneputzen | ||||
| Glossitis | wieder entfernt | ||||
| werden können | |||||
| (siehe | |||||
| Abschnitt 4.4)1. | |||||
| Skelettmus-kulatur, Binde-gewebs- und Knochener-krankungen | Myalgie | ||||
| Leber- undGallener-krankungen | Cholestatische Hepatitis | ||||
| Erkrankungen | Beeinträchtig | ||||
| der Nierenund Harnwege | ung der Nierenfunktion (bis hin | ||||
| zu akutem | |||||
| Nierenversag | |||||
| en) |
| Organklasse | Häufig≥ 1/100 bis< 1/10 | Gelegentlich≥ 1/1.000 bis< 1/100 | Selten≥ 1/10.000bis < 1/1.000 | Sehr selten< 1/10.000 | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grund-lage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar) |
| Erkrankungen der Haut und desUnterhaut-zellgewebes (siehe auch Erkrankungen des Immun-systems) | Makulopapu-löse und morbilliforme Exantheme mit Juckreiz | Schwere Hautreaktionen mit lebens-bedrohlichen Allgemein-symptomen (exfoliative Dermatitis, toxische epi-dermale Nekrolyse (Lyell-Syn-drom), Stevens-Johnson-Syn-drom); Erythema exsudativum multiforme | Fixes Arzneimit-telexanthem, Arzneimittelr eaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) | ||
| Phototoxische Hautreaktionen(siehe Abschnitt 4.4) | |||||
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwer-den am Verab-reichungsort | Fieber | ||||
| Unter- | Anstieg von | ||||
| suchungen | Serumtransa- | ||||
| minasen, | |||||
| Bilirubin, | |||||
| Kreatinin, | |||||
| Harnstoff |
1 Insbesondere bei Kindern sollte deshalb während der Behandlung mit Infectotrimet auf eine sorgfältige Zahnpflege geachtet werden (s. auch Abschnitt 4.4).
Kinder und Jugendliche
Häufigkeit, Typ und Schwere von Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen sind mit denen von Erwachsenen vergleichbar.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de, anzuzeigen.
Symptome einer Überdosierung von Trimethoprim sind Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Depression, Verwirrtheitszustände, Gesichtsschwellung, Kopfschmerzen, Knochenmarkdepression und Anstieg der Transaminasen.
Je nach Schwere der Überdosierung müssen Maßnahmen folgender Art ergriffen werden:
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Sofortige Magenentleerung durch induziertes Erbrechen oder Magenspülung, bei Kindern Entfernung des Mageninhaltes über eine Ernährungssonde.
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Beschleunigung der renalen Ausscheidung durch forcierte Diurese mittels vermehrter Flüssigkeitszufuhr und Ansäuerung des Urins sowie Hämodialyse und Gabe von Calciumfolinat.
Zusätzlich sollten Blutbildkontrollen durchgeführt werden.
Pharmakologische Eigenschaften - Infectotrimet® 100 mg/5 ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Trimethoprim ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Diaminobenzylpyrimidine.
ATC-Code: J01EA01
Wirkmechanismus
Der Wirkungsmechanismus von Trimethoprim beruht auf einer Hemmung der bakteriellen Dihydrofolsäurereduktase, die Folsäure unter Beteiligung von Ascorbinsäure zu Tetrahydrofolsäure reduziert. Tetrahydrofolsäure ist eine wichtige Überträgersubstanz für C1-Verbindungen (Methyl- und Formylgruppen), die in der Bakterienzelle für die Synthese von Thymin und Purinen benötigt werden. Hieraus resultiert eine bakteriostatische Wirkung.
Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik
Das Ausmaß der Wachstumshemmung hängt im Wesentlichen von der Zeitdauer ab, während der der Wirkstoffspiegel oberhalb der minimalen Hemmkonzentration (MHK) des Erregers liegt.
Resistenzmechanismen
Eine Resistenz gegenüber Trimethoprim kann auf folgenden Mechanismen beruhen:
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Der wichtigste Resistenzmechanismus besteht in der Bildung einer durch eine vorangegangene Mutation veränderten, zumeist plasmidkodierten Dihydrofolsäurereduktase mit verminderter Affinität zum Trimethoprim.
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Weiterhin kann es zur Überproduktion der normalen chromosomal kodierten Dihydrofolsäurereduktase kommen.
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Auch eine verminderte Penetration von Trimethoprim durch die Bakterienzellwand wurde beschrieben.
Grenzwerte der Empfindlichkeitstestung
Die Interpretationskriterien für die Empfindlichkeitstestung anhand der Bestimmung der MHK (minimalen Hemmkonzentration) wurden vom European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing (EUCAST) für Trimethoprim festgelegt und sind hier aufgeführt:
https://www.ema.europa.eu/documents/other/minimum-inhibitory-concentration-mic-breakpoints_en.xlsx
Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland
Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit variieren. Deshalb sind – insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen – lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit von Trimethoprim in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber Trimethoprim anzustreben.
Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und -studien (Stand: Mai 2025):
| Üblicherweise empfindliche Spezies |
| Aerobe Gram-positive Mikroorganismen |
| Staphylococcus saprophyticus ° |
| Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können |
| Aerobe Gram-positive Mikroorganismen |
| Enterococcus faecalis |
| Enterococcus faecium + |
| Aerobe Gram-negative Mikroorganismen |
| Escherichia coli |
| Klebsiella pneumoniae |
| Proteus mirabilis |
| Proteus vulgaris ϴ |
| Von Natur aus resistente Spezies |
| Aerobe Gram-negative Mikroorganismen |
| Pseudomonas aeruginosa |
Die angegebenen Kategorisierungen basieren z. T. auf Daten zu Cotrimoxazol.
° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur, Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.
+ In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50%.
ϴ Keine aktuellen Daten vorhanden; in Studien (älter als 5 Jahre) wird der Anteil resistenter Stämme mit <10% angegeben.
Bei der Langzeitprophylaxe rezidivierender Harnwegsinfektionen ist Trimethoprim (in der niedrigen Dosierung) gleich effektiv wie in der Kombination mit Sulfamethoxazol.
Kinder und Jugendliche
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Trimethoprim in der Anwendung bei Kindern und Jugendlichen wurde in zahlreichen klinischen Studien belegt.
Resorption
Trimethoprim wird rasch und vollständig im Magen-Darm-Trakt resorbiert. Die Plasmaproteinbindungsrate beträgt 40–50 %. Maximale Plasmakonzentrationen nach oraler Verabreichung werden nach 1–4 Stunden erreicht.
Verteilung
Die Verteilung in Körpergeweben und Körperflüssigkeiten ist gut.
Plazentagängigkeit/Übergang in die Muttermilch
Trimethoprim passiert die Plazentaschranke und wird in die Muttermilch sezerniert. Die Plasmaeliminationshalbwertszeit beträgt 8–14 Stunden.
Biotransformation
Die Metabolisierung erfolgt in der Leber (Metabolisierungsgrad 20 %).
Elimination
Eliminiert wird die Substanz hauptsächlich renal, nur ca. 4 % werden über biliäre Sekretion über die Faeces ausgeschieden. Die erreichbaren Urinkonzentrationen liegen weit über den Serumspiegeln.
Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist die Halbwertszeit umgekehrt proportional zur glomerulären Filtrationsrate. Trimethoprim ist mittels Hämodialyse gut dialysabel. Die Peritonealdialyse ist wirkungslos.
Kinder und Jugendliche
Das pharmakokinetische Profil von Trimethoprim bei Kindern ist mit dem Profil bei Erwachsenen vergleichbar, jedoch erfolgt die Ausscheidung in dieser Altersgruppe aufgrund des geringeren Verteilungsvolumens und einer höheren Gesamt-Plasmaclearance schneller als bei Erwachsenen.
Pharmazeutische Angaben - Infectotrimet® 100 mg/5 ml
Natriummethyl-4-hydroxybenzoat (Ph. Eur.) Natriumpropyl-4-hydroxybenzoat (Ph. Eur.)
Sorbitol-Lösung 70 % (nicht kristallisierend) (Ph. Eur.) Natriumcyclamat
Saccharin-Natrium Glycin
Carmellose-Natrium Farbstoff E 120
Himbeer-Aroma (enthält Propylenglycol) Gereinigtes Wasser
Die Dauer der Haltbarkeit im Kühlschrank (2−8 ºC) beträgt 2 Jahre.
Nach Öffnen des Behältnisses beträgt die Haltbarkeit im Kühlschrank (2–8 ºC) 8 Wochen.
Nicht verbrauchte Reste sind zu verwerfen.
Dieses Arzneimittel darf nicht verwendet werden, wenn ein Bodensatz bemerkt wird, der sich nicht gleichmäßig aufschütteln lässt.
Im Kühlschrank lagern (2–8 ºC). Der angebrochene Saft ist ebenfalls im Kühlschrank aufzubewahren (2–8 ºC).
Braunglasflasche mit Schraubverschluss, Dosierspritze mit einem Fassungsvermögen von 5 ml und einer Skalierung in 0,25 ml-Schritten sowie einem gelochten Stopfen (Adapter).
Infectotrimet 50 Saft: OP mit 75 ml und 3 x 75 ml Suspension zum Einnehmen Infectotrimet 100 Saft: OP mit 75 ml Suspension zum Einnehmen
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
und sonstige Hinweise zur Handhabung
Reinigung der Dosierspritze:
Nach jeder Anwendung müssen die beiden Teile der Dosierspritze auseinandergenommen und gründlich mit nicht kochendem Wasser gereinigt werden. Die Dosierspritze anschließend an der Luft trocknen lassen.