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Präparate

Calciumgluconat B. Braun 10 % Injektionslösung

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Beschränkungen

Verschreibungsinformationen

Versicherungsliste

Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Apothekenpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Calciumgluconat B. Braun 10 % Injektionslösung

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Injektionslsg.

Hersteller

B. Braun Melsungen AG

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.7.2014
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Fachinfo - Calciumgluconat 10 %

Anwendungsgebiete

Behandlung einer akuten symptomatischen Hypocalcämie.

Dosierung

Die normale Calciumkonzentration im Plasma liegt im Bereich 2,25–2,62 mmol pro Liter. Ziel der Behandlung sollte die Wiederherstellung dieser Plasma-Calciumwerte sein. Während der Behandlung ist der Serum-Calciumspiegel engmaschig zu überwachen.

Dosierung

Erwachsene:

Die übliche Anfangsdosis für Erwachsene beträgt 10 ml Calciumgluconat B. Braun 10 % Injektionslö-sung, entsprechend 2,25 mmol Calcium. Falls erforderlich, kann die Gabe in Abhängigkeit vom klini-schen Zustand des Patienten wiederholt werden. Die Höhe nachfolgender Dosen richtet sich nach der aktuellen Serum-Calciumkonzentration.

Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre):

Dosis und Art der Anwendung richten sich nach dem Grad der Hypocalcämie sowie nach der Art und Schwere der Symptome. Bei leichten neuromuskulären Symptomen ist die orale Calciumgabe vorzu-ziehen.

Die folgende Tabelle gibt übliche Richtwerte für die Initialdosis an:

Alter Körpergewicht (kg) ml Entspr. mmol Calcium
3 Monate 5,5 2-5 0,45-1,13
6 Monate 7,5 2-5 0,45-1,13
1 Jahr 10 2-5 0,45-1,13
3 Jahre 14 5-10 1,13-2,25
7,5 Jahre 24 5-10 1,13-2,25
12 Jahre 38 5-10 1,13-2,25
> 12 Jahre > 38 wie für Erwachsene

Dies entspricht ungefähr:

Säuglinge, Kleinkinder und Kinder <4 Jahre

  • 0,4 – 1°ml/kg Körpergewicht (≙ 0,09 – 0,23 mmol Calcium pro kg Körpergewicht) bei Säuglin-gen, Kleinkindern und Kindern von bis zu 3 Jahren.

    In Fällen schwerer Hypocalcämie-Symptome bei Neugeborenen und Säuglingen, wie z. B. bei kardialen Symptomen, können höhere Initialdosen für eine schnelle Normalisierung des Serum-Calciumspiegels erforderlich sein (bis zu 2 ml pro kg Körpergewicht, ≙ 0,45 mmol Calcium pro kg Körpergewicht).

    Kinder von ≥4 bis 12 Jahre

  • 0,2 – 0,5 ml/kg Körpergewicht (≙ 0,05 – 0,11 mmol Calcium pro kg Körpergewicht) bei Kindern von 4 bis 12 Jahren.

    Jugendliche >12 Jahre

    Bei Patienten über 12 Jahren sind Dosierungen wie für Erwachsene anzuwenden.

    Ebenfalls kann die Gabe in Abhängigkeit vom klinischen Zustand des Patienten wiederholt werden. Die Höhe nachfolgender Dosen richtet sich nach der aktuellen Serum-Calciumkonzentration.

    Gegebenenfalls ist nach der intravenösen Therapie eine nachfolgende Behandlung mit oralen Calciumgaben indiziert, z. B. in Fällen von Calciferol-Mangel.

    Ältere Patienten:

    Obwohl es keinen Hinweis darauf gibt, dass fortgeschrittenes Lebensalter einen direkten Einfluss auf die Verträglichkeit von Calciumgluconat hat, können Faktoren, die manchmal mit dem Altern einher-gehen, wie Beeinträchtigung der Nierenfunktion und Mangelernährung, die Verträglichkeit indirekt beeinflussen und eine Dosisreduktion erforderlich machen.

    Art der Anwendung

    Der Patient sollte liegen und während der Injektion sorgfältig überwacht werden. Die Überwachung sollte die Kontrolle der Herzfrequenz oder EKG-Kontrolle einschließen.

    Erwachsene

    Intravenöse Anwendung oder intramuskuläre Anwendung

    Wegen des Risikos lokaler Gewebereizungen sollten tiefe intramuskuläre Injektionen nur durchgeführt werden, wenn eine langsame intravenöse Gabe nicht möglich ist. Es ist sorgfältig darauf zu achten, dass intramuskuläre Injektionen ausreichend tief in den Muskel erfolgen, vorzugsweise in die Glutealregion (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).

    Für eine sichere Positionierung der Injektion im Muskel und nicht im Fettgewebe sollte bei adipösen Patienten eine längere Kanüle gewählt werden.

    Für weitere Injektionen sollte jedes Mal die Injektionsstelle gewechselt werden.

    Entsprechend der NHS-Leitlinie zur Behandlung der Hypocalcämie bei Erwachsenen sollte die intra-venöse Injektionsrate 2 ml (0,45 mmol Calcium) pro Minute nicht übersteigen.

    Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)

    Ausschließlich langsame intravenöse Injektion oder Infusion (beide nach Verdünnung), um ausrei-chend niedrige Zufuhrgeschwindigkeiten zu erzielen und Gewebereizungen oder Nekrosen infolge versehentlicher Extravasation zu vermeiden. Die intravenöse Zufuhrgeschwindigkeit sollte bei Kin-dern und Jugendlichen 5 ml pro Minute (siehe Abschnitt 6.6) einer 1:10 verdünnten Calciumgluconat

    B. Braun 10 % Lösung nicht übersteigen.

    Intramuskuläre Injektionen sind bei pädiatrischen Patienten zu vermeiden.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1. genannten sonstigen Bestandteile,

  • Hypercalcämie (z. B. bei Patienten mit einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen, Vitamin-D-Hypervitaminose, dekalzifizierenden malignen Erkrankungen, Niereninsuffizienz, Osteoporose durch Immobilisierung, Sarkoidose, Milch-Alkali-Syndrom),

  • Hypercalciurie,

  • Vergiftung mit herzwirksamen Glykosiden,

  • Therapie mit herzwirksamen Glykosiden.

    mit der einzigen Ausnahme einer zwingenden Indikation zur intravenösen Calciumgabe zur Be-handlung schwerer, unmittelbar lebensbedrohlicher Symptome der Hypocalcämie, falls sicherere Alternativen nicht verfügbar sind und eine orale Calciumgabe nicht möglich ist (siehe auch Ab-schnitte 4.4 und 4.5).

  • Die gleichzeitige Gabe von Ceftriaxon und intravenösen calciumhaltigen Produkten ist bei unrei-fen Neugeborenen und Neugeborenen (≤ 28 Tage alt) kontraindiziert. Ceftriaxon sollte unreifen Neugeborenen und Neugeborenen (≤ 28 Tage alt) nicht verabreicht werden, wenn diese calciumhaltige intravenöse Produkte erhalten (oder voraussichtlich erhalten werden).

Warnhinweise

Besondere Warnhinweise

Falls Calciumgluconat ausnahmsweise Patienten unter Therapie mit Herzglykosiden intravenös inji-ziert werden muss, ist eine ausreichende Überwachung der Herzfunktion unbedingt erforderlich, und alle Möglichkeiten einer Notfallbehandlung kardialer Komplikationen wie schwerer Herzrhythmusstö-rungen müssen verfügbar sein.

Calciumsalze sollten bei Patienten mit Nephrokalzinose, Herzerkrankungen, Sarkoidose (Morbus Boeck) nur mit Vorsicht und nach sorgfältiger Indikationsstellung angewendet werden, desgleichen bei Patienten unter gleichzeitiger Medikation mit Epinephrin (siehe Abschnitt 4.5) und bei älteren Patienten.

Eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion kann mit Hypercalcämie und einer sekundären Überfunkti-on der Nebenschilddrüsen einhergehen. Daher sollten Patienten mit Beeinträchtigung der Nierenfunk-tion parenterale Calciumgaben nur nach sorgfältiger Indikationsstellung und unter Überwachung des Calcium- und Phosphat-Haushalts erhalten.

Patienten, die Ceftriaxon erhalten

Bei Patienten jeden Alters darf Ceftriaxon nicht mit calciumhaltigen intravenösen Lösungen vermischt oder zusammen verabreicht werden, auch nicht über unterschiedliche Infusionsschläuche oder Zugän-ge (siehe Abschnitt 6.2).

Es wurden Fälle berichtet mit schwerwiegenden Reaktionen auf Grund von Calcium-Ceftriaxonpräzipitaten in der Lunge und den Nieren bei zu früh geborenen und bei reifen Neugebore-nen im Alter von weniger als einem Monat.

Bei Patienten, die älter als 28 Tage sind, können Ceftriaxon und calciumhaltige Lösungen nacheinan-der verabreicht werden, wenn die Infusionssysteme an unterschiedlichen Stellen angelegt werden oder

das Infusionssystem ausgewechselt wird oder zwischen den Infusionen gründlich mit einer physiologi-schen Kochsalzlösung durchgespült wird, um eine Ausfällung zu verhindern.

Bei Hypovolämie ist die sequenzielle Infusion von Ceftriaxon und calciumhaltigen Arzneimitteln zu vermeiden.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Calciumhaltige Lösungen sollten langsam verabreicht werden, um das Risiko einer peripheren Vasodilatation oder Verminderung der Herzleistung möglichst gering zu halten.

Intravenöse Injektionen sollten unter Überwachung der Herzfrequenz oder EKG-Kontrolle durchge-führt werden, da es bei zu rascher Zufuhr von Calcium zu Bradykardie mit Vasodilatation oder zu Herzrhythmusstörungen kommen kann.

Bei Kindern und Jugendlichen sollte Calciumgluconat B. Braun 10 % Injektionslösung nicht intra-muskulär, sondern nur langsam intravenös injiziert werden.

Während einer Therapie mit Calciumsalzen sollte der Patient im Hinblick auf eine normale Calciumbilanz und Vermeidung von Ablagerungen im Gewebe sorgfältig überwacht werden.

Plasmaspiegel und Calciumausscheidung im Urin sind während hochdosierter parenteraler Calciumzufuhr zu überwachen.

Calciumgluconat B. Braun 10 % Injektionslösung soll nicht in Fettgewebe injiziert werden, da Calci-um in Fettgewebe nicht löslich ist und dort zu Infiltrationen mit nachfolgender Abszessbildung, Ge-webeverhärtung und Nekrosen führen kann.

Nach perivaskulärer oder zu oberflächlicher intramuskulärer Injektion kann es zu lokalen Geweberei-zungen, nachfolgend auch zu Hautablationen oder Gewebenekrosen kommen (siehe Abschnitt 4.8). Extravasationen müssen vermieden werden; die Injektionsstelle ist sorgfältig zu beobachten.

Eine hochdosierte Einnahme von Vitamin D ist zu vermeiden

Wechselwirkungen

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Herzwirksame Glykoside

Die Wirkung von Digoxin und anderen herzwirksamen Glykosiden kann durch Calcium potenziert werden, mit der möglichen Folge schwerer toxischer Wirkungen. Daher ist die intravenöse Gabe von Calciumpräparaten bei Patienten unter Therapie mit Herzglykosiden kontraindiziert, mit der einzigen Ausnahme einer zwingenden Indikation zur intravenösen Calciumgabe zur Behandlung schwerer, unmittelbar lebensbedrohlicher Symptome der Hypocalcämie, falls sicherere Alternativen nicht ver-fügbar sind und eine orale Calciumgabe nicht möglich ist (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Epinephrin

Die gleichzeitige Gabe von Calcium und Epinephrin schwächt die β-adrenerge Wirkung von Epinephrin bei Patienten nach Herzoperationen (siehe Abschnitt 4.4).

Magnesium

Calcium und Magnesium hemmen sich gegenseitig in ihren Wirkungen.

Calcium-Antagonisten

Calcium kann die Wirkungen von Calcium-Antagonisten (Calciumkanalblockern) abschwächen.

Thiazid-Diuretika

Die gleichzeitige Gabe von Thiazid-Diuretika kann zu Hypercalcämie führen, da diese Arzneimittel die renale Calciumausscheidung vermindern.

Wechselwirkungen mit Ceftriaxon

Siehe Abschnitte 4.4 und 6.2.

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Calcium passiert die Plazentaschranke und erreicht im fetalen Blut höhere Konzentrationen als im mütterlichen Blut.

Calciumgluconat B. Braun 10 % Injektionslösung darf während der Schwangerschaft nicht angewen-det werden, es sei denn, die Verabreichung von Calciumgluconat B. Braun 10 % Injektionslösung ist aufgrund des klinischen Befunds der Schwangeren unabdingbar. Die Dosis ist sorgfältig zu bestimmen und der Serum-Calciumspiegel regelmäßig zu überwachen, um eine Hypercalcämie auszuschließen, die sich schädigend auf den Feten auswirken kann.

Stillzeit

Calcium wird in die Muttermilch ausgeschieden. Dies ist bei Gabe von Calcium an stillende Mütter zu berücksichtigen. Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Calciumgluconat B. Braun 10 % Injektionslösung verzichtet wer-den soll / die Behandlung mit Calciumgluconat B. Braun 10 % Injektionslösung zu unterbrechen ist. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen.

Fertilität

Es liegen keine Daten vor.

Fahrtüchtigkeit

Nicht zutreffend.

Nebenwirkungen

Die unten angegebenen Häufigkeiten von Nebenwirkungen sind folgendermaßen definiert: Sehr häufig ≥ 1/10

Häufig ≥ 1/100 bis < 1/10

Gelegentlich ≥ 1/1.000 bis < 1/100

Selten ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000

Sehr selten < 1/10.000

Nicht bekannt Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Kardiovaskuläre und andere systemische Nebenwirkungen können als Symptome akuter Hypercalcämie infolge von intravenöser Überdosierung oder zu rascher intravenöser Injektion auftre-ten. Vorkommen und Häufigkeit hängen unmittelbar von der Injektionsgeschwindigkeit und der an-gewandten Dosis ab.

Herzerkrankungen

Nicht bekannt: Bradykardie, Herzrhythmusstörungen

Gefäßerkrankungen

Nicht bekannt: Blutdruckabfall, Vasodilatation, Kreislaufkollaps (mit möglicherweise tödlichem Aus-gang), Hitzewallungen, hauptsächlich nach zu rascher Injektion

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Nicht bekannt: Übelkeit, Erbrechen

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Nicht bekannt: Hitzegefühl, Schwitzen

Nicht bekannt: Intramuskuläre Injektionen können von Schmerzen oder Erythembildung begleitet sein.

Ceftriaxon-Calciumsalz-Präzipitate

In seltenen Fällen wurden schwerwiegende oder sogar tödliche unerwünschte Reaktionen bei zu früh geborenen und bei reifen Neugeborenen (Alter <28 Tage) beobachtet, die mit intravenösem Ceftriaxon und Calcium behandelt worden waren. Ceftriaxon-Calciumsalz-Präzipitate wurden post mortem in Lunge und Nieren gefunden. Dem hohen Risiko solcher Ausfällungen sind Neugeborene aufgrund ihres geringen Blutvolumens und der längeren Halbwertszeit von Ceftriaxon im Vergleich zu Erwach-senen ausgesetzt (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 6.2).

Nebenwirkungen, die ausschließlich nach unsachgemäßer Anwendung auftreten:

Nach nicht ausreichend tiefer intramuskulärer Injektion kann es zur Infiltration in das Fettgewebe kommen, mit der Folge von Abszessbildung, Gewebeverhärtung und Nekrosen.

Es wurde über Calcinosis cutis berichtet, der, bedingt durch Extravasation, möglicherweise Hautabla-tionen und Nekrosen folgen können.

Hautrötungen, brennendes Gefühl oder Schmerzen während der intravenösen Injektion können auf versehentliche perivaskuläre Injektion hindeuten, die zu Gewebenekrosen führen kann.

[ist national auszufüllen]

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

Überdosierung

Symptome

Symptome der Hypercalcämie können sein: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen, Polyurie, starker Durst, Dehydratation, Muskelschwäche, Knochenschmerzen, Nie-renverkalkung, Benommenheit, Verwirrtheit, hoher Blutdruck und in schweren Fällen Herzrhythmus-störungen bis hin zum Herzstillstand und Koma.

Nach zu rascher intravenöser Injektion können Symptome der Hypercalcämie auftreten sowie kalkiger Geschmack, Hitzewallungen und Blutdruckabfall.

Notfallmaßnahmen, Gegenmittel

Die Behandlung hat die Absenkung der überhöhten Plasma-Calciumkonzentration zum Ziel.

Am Anfang der Behandlung steht die Rehydratation; bei schwerer Hypercalcämie kann die intravenö-se Infusion von Natriumchloridlösung zur Expansion des extrazellulären Flüssigkeitsvolumens erfor-derlich sein. Zur Absenkung der überhöhten Plasma-Calciumkonzentration kann Calcitonin angewandt werden. Zur Erhöhung der Calciumausscheidung kann Furosemid gegeben werden, nicht jedoch Thiazid-Diuretika, da diese die renale Calcium-Rückresorption steigern.

Hämodialyse oder Peritonealdialyse sind zu erwägen, wenn andere Maßnahmen unwirksam sind und die akuten Symptome fortbestehen. Die Serumelektrolyte sind während der gesamten Behandlung der Überdosierung sorgfältig zu überwachen.

Pharmakologische Eigenschaften - Calciumgluconat 10 %

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe:

Lösungen mit Wirkung auf den Elektrolythaushalt, Elektrolyte. ATC-Code: B05B B01.

Calcium ist der mengenmäßig häufigste Mineralstoff im menschlichen Körper (ca. 1,5 % des Körper-gewichts). Über 99 % des Calciumbestandes befinden sich in Knochen und Zähnen, ca. 1 % ist in der intra- und extrazellulären Flüssigkeit gelöst.

Calcium ist für die Funktionsfähigkeit von Nerven und Muskeln erforderlich. Es ist wichtig für die Muskelkontraktion, Herzfunktion und Blutgerinnung.

Physiologisch wird die Calciumkonzentration im Plasma bei 2,25-2,62 mmol/l gehalten. Da etwa 40 - 50 % des Plasmacalciums an Albumin gebunden sind, ist die Gesamt-Plasma-Calciumkonzentration an die Plasma-Eiweißkonzentration gekoppelt. Die Konzentration des ionisierten Calciums liegt zwischen 1,23 und 1,43 mmol/l und wird durch Calcitonin and Parathormon reguliert.

Zu einer Hypocalcämie (Gesamtcalcium < 2,25 mmol/l bzw. ionisiertes Calcium < 1,23 mmol/l) kann es bei Niereninsuffizienz, Vitamin-D-Mangel, Magnesiummangel, Massentransfusionen, osteoblastischem Malignom, Hypoparathyreoidismus oder Intoxikationen mit Phosphaten, Oxalsäure, Fluoriden, Strontium oder Radium kommen.

Als Symptome einer Hypocalcämie können auftreten: verstärkte neuromuskuläre Erregbarkeit bis hin zur Tetanie, Parästhesien, Karpopedalspasmen, Spasmen der glatten Muskulatur (z. B. intestinale Ko-liken), Muskelschwäche, Verwirrtheit, zerebrale Krampfanfälle und kardiale Symptome von der Ver-längerung des QT-Strecke und Arrhythmien bis hin zur akuten Myokardinsuffizienz.

Der therapeutische Effekt parenteraler Calciumsubstitution ist die Normalisierung pathologisch niedri-ger Serum-Calciumspiegel und somit die Beseitigung oder Linderung der Symptome der Hypocalcämie.

Pharmakokinetik

Verteilung

Nach Injektion zeigt das zugeführte Calcium dasselbe Verteilungsverhalten wie das körpereigene Cal-cium. Etwa 45 - 50 % des gesamten Calciums im Plasma liegen in der physiologisch aktiven ionisier-ten Form vor, etwa 40 - 50 % sind an Proteine, hauptsächlich Albumin, gebunden und 8 - 10 % bilden Komplexe mit Anionen.

Biotransformation

Injiziertes Calcium wird zum intravasalen Calciumpool hinzugefügt und wird vom Organismus wie das körpereigene Calcium metabolisiert.

Elimination

Calcium wird im Urin ausgeschieden, wobei ein großer Anteil in den Nierentubuli rückresorbiert wird.

Pharmazeutische Angaben - Calciumgluconat 10 %

Liste der sonstigen Bestandteile

Calcium-D-saccharat-Tetrahydrat Wasser für Injektionszwecke

Inkompatibilitäten

Calciumsalze können Komplexe mit vielen Arzneistoffen bilden, was zu Ausfällungen führen kann.

Calciumsalze sind mit oxidierenden Substanzen, Citraten, löslichen Carbonaten, Bicarbonaten, Oxala-ten, Phosphaten, Tartraten und Sulfaten inkompatibel.

Physikalische Inkompatibilität wurde überdies für Amphotericin, Cephalothin-Natrium, Ceftriaxon (siehe Abschnitt 4.4), Cephazolin-Natrium, Cephamandolnafat, Novobiocin-Natrium, Dobutaminhydrochlorid, Prochlorperazin und Tetracycline berichtet.

Das Arzneimittel darf, außer mit den in Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden, es sei denn, die Kompatibilität wurde hinreichend sicher nachgewiesen.

Dauer der Haltbarkeit

Ungeöffnet:

3 Jahre

Nach Verdünnung

Die physikalische Gebrauchsstabilität wurde für die Verdünnung gemäß Anweisung auf 10 mg/ml mit den empfohlenen Infusionslösungen (d. h. 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchloridlösung zur Injektion oder 50 mg/ml (5 %) Glucoselösung zur Injektion) bei Raumtemperatur für eine Dauer von 48 Stunden nachgewiesen.

Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollten die gebrauchsfertigen Lösungen sofort verwendet werden. Werden sie nicht sofort verwendet, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen Lösungen nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, sind diese in der Regel nicht länger als 24 Stunden bei 2 bis 8 °C aufzubewahren.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Aufbewahrungsbedingungen erforderlich.

Art und Inhalt des Behältnisses

10 ml LDPE (low-density Polyethylen) Ampullen in einer Faltschachtel. Packungsgrößen:

20 Ampullen.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

und sonstige Hinweise zur Handha-bung

Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

Handhabung

Das Arzneimittel ist zur einmaligen Anwendung bestimmt. Unverbrauchte Lösung ist zu verwerfen.

Das Arzneimittel ist vor Anwendung auf Partikel, Verfärbung und Unversehrtheit des Behältnisses visuell zu prüfen.

Die Lösung ausschließlich verwenden, wenn sie klar, farblos bis hellbraun und wässrig, praktisch frei von Partikeln und das Behältnis unversehrt ist.

Verdünnung

Zur intravenösen Infusion kann Calciumgluconat B. Braun 10 % Injektionslösung 1:10 auf eine Kon-zentration von 10 mg/ml mit folgenden Infusionslösungen verdünnt werden: 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchloridlösung zur Injektion oder 50 mg/ml (5 %) Glucoselösung zur Injektion. Die gebrauchs-fertigen Lösungen sind nach Verdünnung mit den empfohlenen Infusionslösungen zur sofortigen ein-maligen Anwendung bestimmt. Die Verdünnung sollte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgen. Nach der Zugabe sollte der Behälter zur Sicherstellung der Homogenität leicht geschüttelt werden.

Weblinks

Packungen und Preis

Calciumgluconat B.Braun 10% Inj.-Lsg. 20x10 ml N3
Preis
18,14 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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