Magnesium Verla® i.v. 20 mmol/10 ml, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
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Fachinfo - Magnesium 20 mmol/10 ml
Bei Präeklampsie, Eklampsie, bei drohender Frühgeburt < 32 SSW zur Neuroprotektion des Feten, schwerem Magnesiummangel (Normalwerte von Magnesium im Serum 0,8-
1,1 mmol/l).
Dosierung
Die Dosierung ist abhängig von der Indikation und vom Magnesium-Serumspiegel. Bei Präeklampsie, Eklampsie:
8-12 ml des Infusionslösungskonzentrats i.v. in verdünnter Form mittels Perfusor oder Kurz-infusion über 15-20 Minuten verwenden, entsprechend 4000-6000 mg Magnesiumsulfat-Heptahydrat (16-24 mmol Magnesium).
Erhaltungsdosis:
2-4 ml des Infusionslösungskonzentrats pro Stunde i.v. bis 24-48 Stunden post partum an-wenden, entsprechend 1000-2000 mg Magnesiumsulfat-Heptahydrat (4-8 mmol Magne-sium).
Bei drohender Frühgeburt zur Neuroprotektion des Feten:
8-12 ml des Infusionslösungskonzentrats i.v. in verdünnter Form mittels Perfusor oder Kurz-infusion über 15-30 Minuten verwenden, entsprechend 4000-6000 mg Magnesiumsulfat-Heptahydrat (16-24 mmol Magnesium).
Erhaltungsdosis (falls erforderlich):
2-4 ml des Infusionslösungskonzentrates pro Stunde i.v. anwenden, entsprechend 1000-
2000 mg Magnesiumsulfat-Heptahydrat (4-8 mmol Magnesium), bis zur Geburt bzw. über einen Zeitraum von maximal 24 Stunden, je nachdem, was zuerst erreicht wird. Die Magne-siumsulfat-Verabreichung wird zwischen der 24. und 32. Schwangerschaftswoche empfoh-len und sollte einen Abstand von mindestens 4 Stunden zur Geburt haben.
Bei schwerem Magnesiummangel:
10 ml (= 1 Ampulle mit 10 ml) des Infusionslösungskonzentrats pro Tag, entsprechend 4930 mg Magnesiumsulfat-Heptahydrat (20 mmol Magnesium).
Art der Anwendung
Bei Präeklampsie und Eklampsie sowie drohender Frühgeburt zur Neuroprotektion des Fe-ten:
Zur Herstellung der Infusionslösung z. B. 20 ml (2 Ampullen mit 10 ml) mit 480 ml Verdün-nungslösung mischen.
Bei Anwendung von Tokolytika mit hyperglykämischer Wirkung sollte statt der 5%igen Glu-cose-Lösung 0,9%ige Natriumchlorid-Lösung als Verdünnungsmittel verwendet werden.
Bei schwerem Magnesiummangel:
Zur Herstellung der Infusionslösung z. B. 10 ml (1 Ampulle mit 10 ml) mit 990 ml Verdünnungsmittel mischen.
Kinder und Jugendliche
Es liegen keine Daten vor.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonsti-gen Bestandteile.
Die parenterale Gabe von Magnesiumsulfat muss bei schweren Ausscheidungsstörungen der Nieren mit Vorsicht erfolgen, eine Dosis-Anpassung an den Grad der Ausscheidungsstö-rung ist nötig.
Magnesiumsulfat darf parenteral bei ausgeprägter Bradykardie, bei Myasthenia gravis sowie bei AV-Block I.-III. Grades (oder sonstigen kardialen Überleitungsstörungen) nicht angewen-det werden.
Warnhinweise
Keine
Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Während der hochdosierten parenteralen Magnesiumtherapie sollen folgende Überwa-chungs- und Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden:
-
Kontrolle der Herz-Kreislauf- und Atemfunktion (Atemfrequenz nicht unter 16/min),
-
Prüfung der Auslösbarkeit der Patellarsehnenreflexe,
-
Bestimmung der Urinausscheidung (nicht unter 25 ml/h),
-
Bereithaltung von Ampullen von Calciumgluconat, 10%ig als Antidot,
-
Gewährleistung intensivmedizinischer Maßnahmen, wenn das Antidot allein nicht aus-reicht.
Diuretika, Aminoglykosid-Antibiotika (wie Gentamycin, Tobramycin, Amphotericin B), Immun-suppressiva (wie Cyclosporin A) und Zytostatika (wie Cisplatin) und Digitalisglykoside verur-sachen eine verstärkte Ausscheidung von Magnesium über die Nieren.
Folgende Arzneimittel sollten nicht gleichzeitig gegeben werden:
Muskelrelaxantien vom Curaretyp - diese verstärken die Wirkung von Magnesium an der mo-torischen Endplatte.
Calciumsalze - diese vermindern die Wirkung von Magnesium.
Barbiturate, Narkotika oder andere Hypnotika - wegen des Risikos der Atemdepression. Die gleichzeitige Gabe von Magnesium und Calciumantagonisten darf nur unter Intensivbe-dingungen erfolgen, da es zu einer Verstärkung blutdrucksenkender Effekte kommen kann.
Inkompatibilitäten: siehe Abschnitt 6.2.
Schwangerschaft
Es liegen keine Hinweise auf ein Fehlbildungsrisiko vor. Die dokumentierten Erfahrungen beim Menschen mit der Anwendung in der Frühschwangerschaft sind jedoch sehr gering. Magnesium Verla® i.v. 2 mmol/ml sollte daher nur nach entsprechender Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt angewendet werden. Wird Magnesium parenteral kurz vor der Geburt verabreicht, sollte das Neugeborene während der ersten 24-48 Lebensstunden auf Anzeichen von Toxizität (neurologische Depression mit Atemdepression, Muskelschwäche, Verlust von Reflexen) überwacht werden. Die Gabe von Aminoglycosid-Antibiotika sollte in diesem Zeitraum vermieden werden, da Hinweise auf Wechselwirkungen vorliegen.
Bei parenteraler Anwendung von Magnesium während der Schwangerschaft über einen längeren Zeitraum in hoher Dosierung ist über Hypocalcämie und Störungen der Skelettverknöcherung bei Neugeborenen und Schwangeren berichtet worden. Die klinische Bedeutung ist noch unklar. Die parenterale Verabreichung von Magnesium sollte deshalb unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Bei parenteraler Behandlung mit Magnesium über einen längeren Zeitraum (> 24 Stunden) oder bei wiederholter Anwendung sollte eine Überwachung der Magnesium- und Calcium-Serumspiegel bei der Mutter und postpartum im Nabelschnurblut erwogen werden.
Stillzeit
Magnesium Verla® i.v. 2 mmol/ml kann während der Stillzeit angewendet werden, wenn notwendig. Magnesiumsulfat/Metaboliten werden in die Muttermilch ausgeschieden, aber bei therapeutischen Dosen von Magnesium Verla® i.v. 2 mmol/ml sind keine Auswirkungen auf gestillte Neugeborene/Kinder zu erwarten.
Fertilität
Aufgrund der Langzeiterfahrung sind keine Auswirkungen auf die männliche und weibliche Fruchtbarkeit zu erwarten.
Magnesium Verla® i.v. 2 mmol/ml hat bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Bei der intravenösen Anwendung treten im Allgemeinen ein bedeutungsloses Wärmegefühl und ein Flush (Hautrötung) auf. Bei zu rascher parenteraler Gabe von Magnesiumsulfat kann es vorübergehend, besonders bei vasolabilen Patienten, zu Nebenwirkungen in Form von Übelkeit, Kopfschmerzen, Kribbeln, Schwitzen, Erregung, Unruhe sowie Schläfrigkeit und Verlangsamung von Herz- und Atemtätigkeit kommen.
Darüber hinaus kann es bei parenteraler Applikation von Magnesium Verla® i.v. 2 mmol/ml zu Bradykardien, Überleitungsstörungen und peripherer Gefäßerweiterung kommen.
Gegenmaßnahmen
Dosis-Reduktion oder das Absetzen des Präparates führen im Allgemeinen zu einem schnel-len Abklingen dieser Nebenwirkungen.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtig-keit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall ei-ner Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmako-vigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Eine Überdosierung von parenteral appliziertem Magnesiumsulfat kann in erster Linie durch eine verminderte renale Magnesiumausscheidung bei Niereninsuffizienz eintreten. Bei einem Kreatininwert von über 4 mg/dl ist die renale Magnesiumausscheidung erheblich reduziert.
Hauptsymptome und allgemeine Zeichen einer Überdosierung sind Muskelschwäche, Ver-schwinden der tiefen Sehnenreflexe, Abfall des Blutdruckes und der Herzfrequenz, Steige-rung der Hautdurchblutung, EKG-Veränderungen, Erbrechen, Sedierung und Verwirrung.
Wenn die Plasma-Magnesiumkonzentration 2 mmol/l überschreitet, sind die tiefen Sehnenre-flexe abgeschwächt, bei ca. 5 mmol/l sind sie nicht mehr vorhanden und es kommt zu einer Atemdepression. Bei 6,0-7,5 mmol/l kommt es zum Koma und ab 8 mmol/l zur Atemlähmung und zum diastolischen Herzstillstand.
In jedem Fall sollen bei einer hochdosierten parenteralen Magnesiumtherapie über mehrere Stunden und Tage die unter Abschnitt 4.4 beschriebenen Überwachungs- und Vorsichts-maßnahmen getroffen werden.
Eine Magnesiumintoxikation ist mit intravenöser Calcium-Zufuhr – als Antidot – zu behandeln (z. B. langsame i.v.-Gabe von 10 ml einer 10%igen Calciumgluconat-Lösung). Zusätzlich sollte der Cholinesterase-Blocker Neostigmin verabreicht werden, da er die Acetylcholin-Konzentration erhöht und die muskelrelaxierende Wirkung von Magnesium antagonisiert.
Pharmakologische Eigenschaften - Magnesium 20 mmol/10 ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Mineralstoffe, Magnesium ATC-Code: A12CC02
Membranstabilisierung
Hieraus resultieren Senkung der neuromuskulären, muskulären und kardialen Erregbarkeit sowie negative Dromotropie und Bathmotropie.
Transmitter-Inhibition
Aus der Minderung der Freisetzung bzw. Inhibition der Wirkung von Transmittern wie Adre-nalin, Noradrenalin, Prostaglandinen, Bradykinin, Histamin, Serotonin, Angiotensin, usw. re-sultieren Tranquillisierung, Stressabschirmung, Senkung der neuromuskulären und kardialen Erregbarkeit sowie negative Chronotropie und indirekte Vasodilatation.
Calcium-Antagonismus
Hieraus resultieren Senkung der neuromuskulären, muskulären und kardialen Erregbarkeit sowie negative Inotropie und Chronotropie, Dämpfung Calcium-vermittelter arrhythmogener Potentiale, Senkung des kardialen Sauerstoff-Verbrauches, Ökonomisierung der Herzarbeit sowie anticalcinotische Wirkung.
Direkte Vasodilatation
Magnesium ist nach Adenosin der zweitstärkste natürliche Vasodilatator und bewirkt eine di-rekte Vasodilatation peripherer Gefäße. Daraus folgt eine antianginöse und durchblutungs-fördernde Wirkung.
Prostacyclin-Freisetzung
Magnesium führt in entsprechender Dosierung zu einer Freisetzung von Prostacyclin. Hie-raus resultiert Schutz intakter Gefäße vor Thrombenanlagerung und Hemmung der Throm-bozytenaggregation.
Verteilung
Magnesium wird aktiv über die Zellmembran nach den Gesetzen der Michaelis-Menten-Kine-tik in die Zelle aufgenommen. Influx und Efflux sind gekoppelt undwerden bestimmt durch ein energieabhängiges Transportsystem.
Die Verteilung des Magnesiums im Organismus ist wie folgt:
Blut-Liquor-Schranke
Magnesium wird entgegen einem elektrochemischen Gradienten durch ein Carriersystem über die Liquorschranke befördert. Die Liquor-Magnesiumkonzentration wird innerhalb sehr
enger Grenzen aufrechterhalten und durch das aktive Magnesium-Transport-System regu-liert.
Plazentaschranke
Für Magnesium besteht ein aktives Transportsystem, das die Passage über die Plazentasch-ranke reguliert. Die fetale Plasma-Magnesiumkonzentration ist höher als die maternale Mag-nesiumkonzentration. Der Transportprozess erfolgtgegen einen Konzentrationsgradienten.
Muttermilch
Die Magnesiumkonzentration der Muttermilch präeklamptischer Patientinnen nach MgSO4-Infusionen ist in den ersten 24 Stunden post partum signifikant erhöht. Es besteht eine di-rekte Korrelation zwischen Serum-Magnesium und Magnesiumkonzentration der Mutter-milch.
Pharmazeutische Angaben - Magnesium 20 mmol/10 ml
Wasser für Injektionszwecke, Schwefelsäure 1 % zur pH-Wert-Einstellung.
Parenterale Magnesiumsulfat-Darreichungen sollten - wegen möglicher Ausfällungen - grundsätzlich nicht mit Calcium-, Phosphat-, Tetracyclin-haltigen oder alkoholischen Lösun-gen gemischt werden.
5 Jahre
Die chemische und physikalische Stabilität der verdünnten Infusionslösung wurde für 24 Stunden bei 25°C gezeigt. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die verdünnte Infusionslösung sofort nach der Zubereitung verwendet werden. Wird die Infusionslösung nicht sofort verwen-det, liegt die Verantwortung für die Dauer der Lagerung der gebrauchsfertigen Verdünnung sowie für die Lagerungsbedingungen beim Anwender. Diese sollte normalerweise nicht mehr als 24 Stunden bei 2 bis 8°C dauern, es sei denn, die Zubereitung und Verdünnung wurde unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen durchgeführt.
Es wurden folgende Verdünnungen mit 0,9%iger Natriumchlorid-Lösung und 5%iger Glu-cose-Lösung getestet:
für 20 mmol MgSO4/1000 ml für 40 mmol MgSO4/500 ml für 80 mmol MgSO4/100 ml.
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Klarglas OPC-Ampullen, Typ I; im Umkarton
5 Ampullen
50 (10x5) Ampullen
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