Levosimendan Altan 2,5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Levosimendan 2,5 mg/ml
Levosimendan Altan ist indiziert fur die Kurzzeitbehandlung der akut dekompensierten schweren chronischen Herzinsuffizienz (ADHF) in Fallen, in denen eine konventionelle Therapie nicht ausreicht, und in Fallen, in denen eine inotrope Unterstutzung als angemessen erachtet wird (siehe Abschnitt 5.1).
Levosimendan Altan ist Ьei Erwachsenen indiziert.
Levosimendan Altan ist nur zur Anwendung im Krankenhaus bestimmt. Levosimendan Altan sollte in einem Krankenhaus verabreicht werden, in dem angemessene Uberwachungseinrichtungen und Erfahrung mit der Anwendung von inotropen Mitteln vorhanden sind.
Art der Verabreichung
Levosimendan Altan ist vor der Verabreichung zu verdunnen (siehe Abschnitt 6.6).
Die Infusion ist nur zur intravenosen Anwendung bestimmt und kann durch einen peripheren oder zentralen Zugang verabreicht werden.
Dosierung
Die Dosis und die Dauer der Behandlung sollten entsprechend dem klinischen Zustand und der Reaktion des Patienten individuell angepasst werden.
Die Behandlung sollte mit einer Initialdosis von 6-12 Mikrogramm/kg eingeleitet werden, die uber 10 Minuten infundiert wird, gefolgt von einer kontinuierlichen Infusion von 0,1 Mikrogramm/kg/min (siehe Abschnitt 5.1). Die niedrigere Initialdosis von 6 Mikrogramm/kg wird fur Patienten empfohlen, die zu Beginn der Infusion gleichzeitig intravenose Vasodilatatoren oder Inotropika oder beides erhalten. Hohere Initialdosen innerhalb dieses Bereichs bewirken eine starkere hamodynamische Reaktion, konnen aber mit einer vorubergehend erhohten Inzidenz von Nebenwirkungen verbunden sein. Die Reaktion des Patienten sollte mit der Initialdosis oder innerhalb von 30 bis 60 Minuten nach der Dosisanpassung und je nach klinischer Indikation beurteilt werden. Wird die Reaktion als ubermaВig empfunden (Hypotonie, Tachykardie), kann die Infusionsrate auf 0,05 Mikrogramm/kg/min gesenkt oder abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.4). Wenn die Anfangsdosis vertragen wird und eine erhohte hamodynamische Wirkung gewunscht wird, kann die Infusionsrate auf 0,2 Mikrogramm/kg/min erhoht werden.
Die empfohlene Dauer der Infusion bei Patienten mit akuter Dekompensation einer schweren chronischen Herzinsuffizienz betragt 24 Stunden. Es wurden keine Anzeichen einer Toleranzentwicklung oder Rebound-Phanomene nach Absetzen der Levosimendan-Infusion beobachtet. Nach Absetzen einer 24-Stunden-Infusion halten die hamodynamischen Effekte mindestens 24 Stunden an und konnen uber bis zu 9 Tagen beobachtet werden (siehe Abschnitt 4.4).
Die Erfahrung mit der wiederholten Verabreichung von Levosimendan ist begrenzt. Die Erfahrungen mit der gleichzeitigen Anwendung von vasoaktiven Substanzen, einschlieВlich inotroper Substanzen (auВer Digoxin), sind begrenzt. Im REVIVE (Randomized Multicenter Evaluation of Intravenous Levosimendan Efficacy)-Programm wurde eine niedrigere Initialdosis (6 Mikrogramm/kg) zu Beginn bei gleichzeitiger Verabreichung vasoaktiver Mittel verabreicht (siehe Abschnitte 4.4, 4.5 und 5.1).
Uberwachung der Behandlung
In Ubereinstimmung mit der gangigen medizinischen Praxis mussen EKG, Blutdruck und Herzfrequenz wahrend der Behandlung uberwacht und die Urinausscheidung gemessen werden. Die Uberwachung dieser Parameter fur mindestens 3 Tage nach Beendigung der Infusion oder so lange, bis der Patient klinisch stabil ist, wird empfohlen (siehe Abschnitt 4.4). Bei Patienten mit leichter bis maВiger Nieren- oder leichter bis maВiger Leberfunktionseinschrankung wird eine Uberwachung fur mindestens 5 Tage empfohlen.
Besondere Bevolkerungsgruppen
.ltere Мenschen
Bei alteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Patienten mit Nierenfunktionsstдrungen
Levosimendan Altan muss bei Patienten mit leichter bis maВiger Nierenfunktionsstorung mit Vorsicht angewendet werden.
Levosimendan Altan soll nicht bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstorung (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) angewendet werden (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.2).
Patienten mit Leberfunktionsstдrungen
Levosimendan Altan muss bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstorung mit Vorsicht angewendet werden, obwohl bei diesen Patienten keine Dosisanpassung erforderlich zu sein scheint. Levosimendan Altan soll nicht bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstorung angewendet werden (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.2).
Padiatrische Population
Levosimendan Altan sollte nicht an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verabreicht werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Die folgende Tabelle enthalt detaillierte Infusionsraten fur die Initial- und Erhaltungsdosis einer 0,05 mg/ml Zubereitung der Levosimendan Altan Infusion:
| Patienten-gewicht(kg) | Initialdosis wird als Infusion uber 10 Minuten mit folgenden Infusionsraten (ml/h) verabreicht | Kontinuierliche Infusionsraten (ml/h) | |||
| Initialdosis 6Mikrogramm/ kg | Initialdosis 12Mikrogramm/ kg | 0,05Mikrogramm/kg/ Minute | 0,1Mikrogramm/kg/ Minute | 0,2Mikrogramm/kg/ Minute | |
| 40 | 29 | 58 | 2 | 5 | 10 |
| 50 | 36 | 72 | 3 | 6 | 12 |
| 60 | 43 | 86 | 4 | 7 | 14 |
| 70 | 50 | 101 | 4 | 8 | 17 |
| 80 | 58 | 115 | 5 | 10 | 19 |
| 90 | 65 | 130 | 5 | 11 | 22 |
| 100 | 72 | 144 | 6 | 12 | 24 |
| 110 | 79 | 158 | 7 | 13 | 26 |
| 120 | 86 | 173 | 7 | 14 | 29 |
Die folgende Tabelle enthalt detaillierte Infusionsraten die Initial- und Erhaltungsdosis fur eine 0,025 mg/ml Zubereitung der Levosimendan Altan Infusion:
| Patienten-gewicht (kg) | Initialdosis wird als Infusion uber 10 Minuten mit folgenden Infusionsraten (ml/h) verabreicht | Kontinuierliche Infusionsraten (ml/h) | |||
| Initialdosis 6 Mikrogramm/ kg | Initialdosis 12 Mikrogramm/ kg | 0,05Mikrogramm/kg/ Minute | 0,1Mikrogramm/kg/ Minute | 0,2Mikrogramm/kg/ Minute | |
| 40 | 58 | 115 | 5 | 10 | 19 |
| 50 | 72 | 144 | 6 | 12 | 24 |
| 60 | 86 | 173 | 7 | 14 | 29 |
| 70 | 101 | 202 | 8 | 17 | 34 |
| 80 | 115 | 230 | 10 | 19 | 38 |
| 90 | 130 | 259 | 11 | 22 | 43 |
| 100 | 144 | 288 | 12 | 24 | 48 |
| 110 | 158 | 317 | 13 | 26 | 53 |
| 120 | 173 | 346 | 14 | 29 | 58 |
-
Uberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Levosimendan oder gegen einen der in Abschnitt 6.1 genannten Hilfsstoffe.
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Schwere Hypotonie und Tachykardie (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
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Signifikante mechanische Obstruktionen, die die ventrikulare Fullung oder den Ausstrom oder beides beeintrachtigen.
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Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) und schwere Leberinsuffizienz.
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Vorgeschichte von Torsades de Pointes.
Eine anfangliche hamodynamische Wirkung von Levosimendan kann eine Senkung des systolischen und diastolischen Blutdrucks sein. Daher sollte Levosimendan bei Patienten mit niedrigem systolischen oder diastolischen Ausgangsblutdruck oder bei Patienten mit einem Risiko fur eine hypotensive Episode mit Vorsicht angewendet werden. Fur diese Patienten werden zuruckhaltendere Dosierungsschemata empfohlen. Der Arzt sollte die Dosis und die Dauer der Therapie dem Zustand und dem Ansprechen des Patienten anpassen (siehe Abschnitte 4.2, 4.5 und 5.1).
Schwere Hypovolamie sollte vor der Infusion von Levosimendan korrigiert werden.
Wenn ubermaВige Veranderungen des Blutdrucks oder der Herzfrequenz beobachtet werden, sollte die Infusionsgeschwindigkeit reduziert oder die Infusion abgebrochen werden.
Die genaue Dauer aller hamodynamischen Wirkungen ist nicht bekannt, jedoch dauern die hamodynamischen Wirkungen im Allgemeinen 7-10 Tage an. Dies ist teilweise auf das Vorhandensein aktiver Metaboliten zuruckzufuhren, die ihre maximalen Plasmakonzentrationen etwa 48 Stunden nach Beendigung der Infusion erreichen. Eine nicht-invasive Uberwachung fur mindestens 4-5 Tage nach Beendigung der Infusion wird empfohlen. Es wird empfohlen, die Uberwachung so lange fortzusetzen, bis die Blutdrucksenkung ihr Maximum erreicht hat und der Blutdruck wieder anzusteigen beginnt. Die Uberwachung kann langer als 5 Tage dauern, wenn es Anzeichen fur einen anhaltenden Blutdruckabfall gibt, kann aber auch kurzer als 5 Tage sein, wenn der Patient klinisch stabil ist. Bei Patienten mit leichter bis maВiger Nieren- oder leichter bis maВiger Leberfunktionsstorung kann eine langere Uberwachung erforderlich sein.
Levosimendan Altan sollte bei Patienten mit leichter bis maВiger Nierenfunktionsstorung mit Vorsicht angewendet werden. Es liegen nur begrenzte Daten uber die Elimination der aktiven Metaboliten bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion vor. Eine eingeschrankte Nierenfunktion kann zu erhohten Konzentrationen der aktiven Metaboliten fuhren, was zu einer ausgepragteren und langer anhaltenden hamodynamischen Wirkung fuhren kann (siehe Abschnitt 5.2).
Levosimendan Altan sollte bei Patienten mit leichter bis maВiger Einschrankung der Leberfunktion mit Vorsicht angewendet werden.
Eine eingeschrankte Leberfunktion kann zu einer verlangerten Exposition gegenuber den aktiven Metaboliten fuhren, was eine ausgepragtere und verlangerte hamodynamische Wirkung zur Folge haben kann (siehe Abschnitt 5.2).
Die Infusion von Levosimendan kann einen Abfall der Serumkaliumkonzentration verursachen. Daher sollten niedrige Serumkaliumkonzentrationen vor der Verabreichung von Levosimendan Altan korrigiert werden und das Serumkalium sollte wahrend der Behandlung uberwacht werden.
Wie bei anderen Arzneimitteln zur Behandlung der Herzinsuffizienz kann die Infusion von Levosimendan Altan mit einer Abnahme des Hamoglobins und des Hamatokrits einhergehen, weshalb bei Patienten mit ischamischer Herzkrankheit und gleichzeitiger Anamie Vorsicht geboten ist.
Die Infusion von Levosimendan Altan sollte bei Patienten mit Tachykardie, Vorhofflimmern mit schneller ventrikularer Uberleitung oder potenziell lebensbedrohlichen Arrhythmien mit Vorsicht angewendet werden.
Die Erfahrung mit der wiederholten Verabreichung von Levosimendan ist begrenzt.
Die Erfahrungen mit der gleichzeitigen Anwendung von vasoaktiven Substanzen, einschlieВlich inotroper Substanzen (auВer Digoxin), sind begrenzt. Nutzen und Risiko sollten fur den einzelnen Patienten abgewogen werden.
Levosimendan Altan sollte mit Vorsicht und unter engmaschiger EKG-Uberwachung bei Patienten mit anhaltender Koronarischamie, verlangertem QTc-Intervall unabhangig von der Atiologie oder bei gleichzeitiger Verabreichung mit Arzneimitteln, die das QTc-Intervall verlangern, angewendet werden (siehe Abschnitt 4.9). (QTc-Intervall = korrigiertes QT-Intervall).
Die Anwendung von Levosimendan bei kardiogenem Schock wurde nicht untersucht.
Es liegen keine Informationen uber die Anwendung von Levosimendan Altan bei den folgenden Erkrankungen vor: restriktive Kardiomyopathie, hypertrophe Kardiomyopathie, schwere Mitralklappeninsuffizienz, Myokardruptur, Herztamponade und rechtsventrikularer Infarkt.
Levosimendan Altan sollte nicht an Kinder verabreicht werden, da nur sehr begrenzte Erfahrungen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren vorliegen (siehe Abschnitt 5.2).
Es liegen nur begrenzte Erfahrungen uber die Anwendung von Levosimendan bei Patienten mit Herzinsuffizienz nach Operationen und bei schwerer Herzinsuffizienz bei Patienten, die auf eine Herztransplantation warten, vor.
Dieses Arzneimittel enthalt 98 Vol.-% Ethanol (Alkohol), d. h. bis zu 3925 mg pro 5 ml Durchstechflasche, entsprechend 99,2 ml Bier, 41,3 ml Wein pro 5 ml Durchstechflasche. Gesundheitsschadlich fur Personen, die an Alkoholismus leiden.
Zu berucksichtigen bei schwangeren oder stillenden Frauen, Kindern und Risikogruppen wie Patienten mit Lebererkrankungen oder Epilepsie. Die Menge an Alkohol in diesem Arzneimittel kann die Wirkung anderer Arzneimittel verandern.
Da dieses Arzneimittel im Allgemeinen langsam uber 24 Stunden gegeben wird, konnen die Wirkungen von Ethanol weniger stark ausgepragt sein.
In Ubereinstimmung mit der aktuellen medizinischen Praxis sollte Levosimendan mit Vorsicht angewendet werden, wenn es zusammen mit anderen intravenos verabreichten vasoaktiven Arzneimitteln verwendet wird, da ein potenziell erhohtes Risiko einer Hypotonie besteht (siehe Abschnitt 4.4).
In einer Populationsanalyse von Patienten, die Digoxin und Levosimendan-Infusion erhielten, wurden keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen beobachtet. Levosimendan Altan-Infusion kann bei Patienten, die Betablocker erhalten, ohne Verlust der Wirksamkeit angewendet werden.
Die gleichzeitige Verabreichung von Isosorbidmononitrat und Levosimendan bei gesunden Probanden fuhrte zu einer signifikanten Verstarkung der orthostatischen hypotensiven Wirkung.
Levosimendan hat sich in vitro als Inhibitor von CУP2C8 erwiesen, und es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass Levosimendan die Exposition gleichzeitig verabreichter Arzneimittel erhohen kann, die hauptsachlich durch CУP2C8 metabolisiert werden. Daher sollte die gleichzeitige Anwendung von Levosimendan mit empfindlichen CУP2C8-Substraten wie Loperamid, Pioglitazon, Repaglinid und Enzalutamid nach Moglichkeit vermieden werden.
Schwangerschaft
Es liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Levosimendan bei Schwangeren vor. Tierstudien haben toxische Wirkungen auf die Reproduktion gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Daher sollte Levosimendan Altan bei schwangeren Frauen nur angewendet werden, wenn der Nutzen fur die Mutter die moglichen Risiken fur den Fotus uberwiegt.
Stillzeit
Informationen aus der Anwendung nach der Markteinfuhrung bei stillenden Frauen deuten darauf hin, dass die aktiven Metaboliten von Levosimendan OR-1896 und OR-1855 in die Muttermilch ubertreten und in der Milch fur mindestens 14 Tage nach Beginn der 24-Stunden-Infusion von Levosimendan nachgewiesen wurden.
Frauen, die Levosimendan erhalten, sollten nicht stillen, um mogliche kardiovaskulare unerwunschte Wirkungen beim Saugling zu vermeiden.
Fruchtbarkeit
Tierstudien haben toxische Wirkungen auf die Reproduktion gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
In placebokontrollierten klinischen Studien bei akuter dekompensierter Herzinsuffizienz (REVIVE [Randomized Multicenter Evaluation of Intravenous Levosimendan Efficacy]-Programm) traten bei 53 % der Patienten Nebenwirkungen auf, von denen die haufigsten ventrikulare Tachykardien, Hypotonie und Kopfschmerzen waren.
In einer Dobutamin-kontrollierten klinischen Studie fur ADHF (SURVIVE[Survival of Patients with Acute Heart Failure in Need of Intravenous Inotropic Support]) traten bei 18 % der Patienten Nebenwirkungen auf, die haufigsten davon waren ventrikulare Tachykardien, Vorhofflimmern, Hypotonie, ventrikulare Extrasystolen, Tachykardien und Kopfschmerzen.
Die folgende Tabelle beschreibt die Nebenwirkungen, die bei 1 % oder mehr der Patienten wahrend der klinischen Studien REVIVE I, REVIVE II, SURVIVE, LIDO [Levosimendan-Infusion versus Dobutamin], RUSSLAN [Randomized Study on Safety and Effectiveness of Levosimendan in Patients with Left Ventricular Failure after an Acute Myocardial Infarct], 300105 und 3001024 beobachtet wurden. Wenn die Inzidenz eines bestimmten Ereignisses in einer einzelnen Studie groВer war als im Durchschnitt in den anderen Studien, dann wird die hohere Inzidenz in der Tabelle angegeben.
Unerwunschte Ereignisse, die als zumindest moglicherweise mit Levosimendan in Zusammenhang stehend angesehen werden, werden nach Systemorganklasse und Haufigkeit unter Verwendung der folgenden Konvention dargestellt:
Sehr häufig (≥ 1/10) Häufig (≥ 1/100, < 1/10)
Nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar)
Tabelle 3
Zusammenfassung der unerwunschten Wirkungen von Levosimendan, die in klinischen Studien und nach der Markteinfuhrung beobachtet wurden.
| Korpersysteme | Haufigkeit | Allgemeine Bezeichnung |
| Stoffwechsel und Ernahrungsstorungen | Haufig | Hypokaliamie |
| Psychatrische Storungen | Haufig | Schlaflosigkeit |
| Storungen des Nervensystems | Sehr haufig Haufig | Kopfschmerz Schwindel |
| Erkrankungen des Herzens | Sehr haufig Haufig | Ventrikulare TachykardieVorhofflimmern TachykardieVentrikulare Extrasystolen Herzinsuffizienz Myokardiale Ischamie Extrasystolen |
| Vaskukare Storungen | Sehr haufig | Hypotonie |
| Gastrointestinale Storungen | Haufig | Ubelkeit Verstopfung DurchfallErbrechen |
| Erkrankungen des Immunsystems | Nicht bekannt | Uberempfindlichkeit |
| Laborwerte | Haufig | Hamoglobin erniedrigt |
Unerwйnschte Wirkungen nach der Мarkteinfйhrung:
Nach der Markteinfuhrung wurde bei Patienten, denen Levosimendan verabreicht wurde, uber Kammerflimmern berichtet.
Meldung des Verdachts auf NeЬenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von groВer Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels.
Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Eine Uberdosierung von Levosimendan kann zu Hypotonie und Tachykardie fuhren. In klinischen Studien mit Levosimendan wurde die Hypotonie erfolgreich mit Vasopressoren (z. B. Dopamin bei Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz und Adrenalin bei Patienten nach Herzoperationen) behandelt. Ein ubermaВiger Abfall des kardialen Fullungsdrucks kann das Ansprechen auf Levosimendan einschranken und kann mit parenteraler Flussigkeit behandelt werden. Hohe Dosen (bei oder uber 0,4 Mikrogramm/kg/min) und Infusionen uber 24 Stunden erhohen die Herzfrequenz und sind manchmal mit einer Verlangerung des QTc-Intervalls verbunden. Im Falle einer Uberdosierung von Levosimendan Altan sollten eine kontinuierliche EKG-Uberwachung, wiederholte Bestimmungen der Serumelektrolyte und eine invasive hamodynamische Uberwachung durchgefuhrt werden. Eine Uberdosierung von Levosimendan fuhrt zu erhohten Plasmakonzentrationen des aktiven Metaboliten, was zu einer ausgepragteren und langer anhaltenden Wirkung auf die Herzfrequenz fuhren kann, die eine entsprechende Verlangerung des Beobachtungszeitraums erfordert.
PНARMAKOLOGISCНE EIGENSCНAFTEN
Pharmakologische Eigenschaften - Levosimendan 2,5 mg/ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Kardiostimulanzien, ATC-Code: C01CХ08
Pharmakodynamische Wirkungen
Levosimendan erhoht die Kalziumempfindlichkeit kontraktiler Proteine durch die Kalzium-abhangige Bindung an kardiales Troponin C. Levosimendan erhoht die Kontraktionskraft, beeintrachtigt aber nicht die ventrikulare Entspannung.
Zusatzlich offnet Levosimendan ATP-sensitive Kaliumkanale in der glatten GefaВmuskulatur und fuhrt so zu einer Vasodilatation der systemischen und koronaren arteriellen WiderstandsgefaВe sowie der systemischen venosen KapazitatsgefaВe. Levosimendan ist in vitro ein selektiver Phosphodiesterase-III-Inhibitor. Die Relevanz dieser Wirkung bei therapeutischen Konzentrationen ist unklar. Bei Patienten mit Herzinsuffizienz fuhren die positiv inotropen und vasodilatatorischen Wirkungen von Levosimendan zu einer erhohten Kontraktionskraft und einer Reduktion der Vor-und Nachlast, ohne die diastolische Funktion negativ zu beeinflussen. Levosimendan aktiviert ein
„betäubtes“ Myokard bei Patienten nach PTCA oder Thrombolyse.
Hamodynamische Studien bei Gesunden und bei Patienten mit stabiler und instabiler Herzinsuffizienz haben eine dosisabhangige Wirkung von Levosimendan nach intravenoser Verabreichung einer Initialdosis (3 Mikrogramm/kg bis 24 Mikrogramm/kg) und als kontinuierlicher Infusion (0,05 bis 0,2 Mikrogramm/kg pro Minute) gezeigt.
Im Vergleich zum Placebo erhohte Levosimendan das Herzzeitvolumen, das Schlagvolumen, die Auswurffraktion und die Herzfrequenz und reduzierte den systolischen Blutdruck, den diastolischen Blutdruck, den pulmonalkapillaren Verschlussdruck, den Druck im rechten Vorhof und den peripheren GefaВwiderstand.
Die Infusion von Levosimendan erhoht den koronaren Blutfluss bei Patienten, die sich von einer Koronarchirurgie erholen, und verbessert die myokardiale Perfusion bei Patienten mit Herzinsuffizienz. Diese Vorteile werden ohne einen signifikanten Anstieg des myokardialen Sauerstoffverbrauchs erreicht.
Die Behandlung mit einer Levosimendan-Infusion senkt signifikant die zirkulierenden Endothelin-1-Spiegel bei Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz. Die Katecholamin-Plasmaspiegel werden bei den empfohlenen Infusionsraten nicht erhoht.
Кlinische Studien bei akuter Нerzinsuffizienz
Levosimendan wurde in klinischen Studien mit uber 2.800 Patienten mit Herzinsuffizienz untersucht. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Levosimendan zur Behandlung von ADHF wurde in den folgenden randomisierten, doppelblinden, multinationalen klinischen Studien untersucht:
REVIVE-Programm
REVJVE J
In einer doppelblinden, placebo-kontrollierten Pilotstudie mit 100 Patienten mit ADHF, die eine 24-Stunden-Infusion von Levosimendan erhielten, wurde bei den mit Levosimendan behandelten Patienten ein gunstiges Ansprechen, gemessen am klinischen zusammengesetzten Endpunkt, gegenuber Placebo plus Standardbehandlung beobachtet.
REVJVE JJ
Eine doppelblinde, placebo-kontrollierte pivotale Studie mit 600 Patienten, denen eine 10-minutige Initialdosis von 6-12 Mikrogramm/kg verabreicht wurde, gefolgt von einer im Protokoll definierten stufenweisen Titration von Levosimendan auf 0,05-0,2 Mikrogramm/kg/Minute fur bis zu 24 Stunden, fuhrte zu einer Verbesserung des klinischen Zustands bei Patienten mit ADHF, die auch nach einer intravenosen Diuretika-Therapie weiterhin eine Dyspnoe aufwiesen.
Das klinische Programm REVIVE wurde entwickelt, um die Wirksamkeit von Levosimendan plus Standardtherapie mit Placebo plus Standardtherapie bei der Behandlung von ADHF zu vergleichen.
GemaВ den Einschlusskriterien wurden Patienten, die mit ADHF hospitalisiert wurden, mit einer linksventrikulare Ejektionsfraktion kleiner oder gleich 35 % innerhalb der letzten 12 Monate und Dyspnoe in Ruhe aufgenommen. Alle Basistherapien waren erlaubt, mit Ausnahme von intravenosem Milrinon. Zu den Ausschlusskriterien gehorten schwere Obstruktionen des ventrikularen Ausflusssystems, ein kardiogener Schock, ein systolischer Blutdruck von ≤ 90 mmHg oder eine Herzfrequenz ≥ 120 Schläge pro Minute (persistierend für mindestens fünf Minuten) oder die Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung.
Die Ergebnisse des primaren Endpunkts zeigten, dass ein groВerer Anteil der Patienten als verbessert und ein kleinerer Anteil der Patienten als verschlechtert eingestuft wurde (p-Wert 0,015), gemessen an dem zusammengesetzten klinischen Endpunkt, der eine anhaltende Verbesserung des klinischen Zustands uber drei Zeitpunkte widerspiegelt: sechs Stunden, 24 Stunden und funf Tage. B-Typ Natriuretische Peptid-Werte waren im Vergleich zu Placebo und Standardbehandlung nach 24 Stunden und uber funf Tage signifikant reduziert (p-Wert = 0,001).
Die Levosimendan-Gruppe hatte eine etwas hohere, wenn auch statistisch nicht signifikante, Sterberate im Vergleich zur Kontrollgruppe nach 90 Tagen (15 % vs. 12 %). Post-hoc-Analysen identifizierten einen systolischen Blutdruck < 100 mmHg oder einen diastolischen Blutdruck < 60 mmHg bei Studienbeginn als Faktoren, die das Mortalitatsrisiko erhohten.
SURVIVE
Eine doppelblinde, doppelt-dummy, multizentrische Studie mit Parallelgruppen-Design zum Vergleich von Levosimendan vs. Dobutamin untersuchte die 180-Tage-Mortalitat bei 1.327 Patienten mit ADHF, die nach einem unzureichenden Ansprechen auf intravenose Diuretika oder Vasodilatatoren eine zusatzliche Therapie benotigten. Die Patientenpopulation war im Allgemeinen ahnlich den Patienten in der REVIVE-II-Studie. Es wurden jedoch auch Patienten ohne Herzinsuffizienz in der Vorgeschichte (z. B. akuter Myokardinfarkt) sowie Patienten, die mechanisch beatmet werden mussten, eingeschlossen. Ungefahr 90 % der Patienten nahmen aufgrund von Ruhedyspnoe in Ruhe an der Studie teil.
Die Ergebnisse von SURVIVE zeigten keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Levosimendan und Dobutamin in der Gesamtmortalitat nach 180 Tagen {Hazard Ratio = 0,91 (95 % CI [0,74, 1,13] p-Wert 0,401)}. Es zeigte sich jedoch ein numerischer Vorteil bei der Mortalitat an Tag 5 (4 % Levosimendan vs. 6 % Dobutamin) fur Levosimendan. Dieser Vorteil
blieb uber den 31-Tage-Zeitraum bestehen (12 % Levosimendan vs. 14 % Dobutamin) und war bei denjenigen Patienten am ausgepragtesten, die zu Beginn der Behandlung eine Betablocker-Therapie erhielten. In beiden Behandlungsgruppen traten bei Patienten mit niedrigem Ausgangsblutdruck hohere Mortalitatsraten auf als bei Patienten mit hoherem Ausgangsblutdruck.
LIDO
Levosimendan zeigte einen dosisabhangigen Anstieg des Herzzeitvolumens und des Schlagvolumens sowie eine dosisabhangige Abnahme des pulmonalkapillaren Verschlussdruckes, des mittleren arteriellen Drucks und des gesamten peripheren Widerstands.
In einer doppelblinden multizentrischen Studie erhielten 203 Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz mit niedrigem Cardiac Output (Ejektionsfraktion ≤ 0,35, Herzindex <2,5 l/min/m2, pulmonalkapillarer Verschlussdruck (PCWP) > 15 mmHg) und Bedarf an inotroper Zusatzbehandlung Levosimendan (Initialdosis 24 Mikrogramm/kg uber 10 Minuten, gefolgt von einer kontinuierlichen Infusion von 0,1-0,2 Mikrogramm/kg/min) oder Dobutamin (5-10 Mikrogramm/kg/min) uber 24 Stunden. Die Ursache der Herzinsuffizienz war bei 47 % der Patienten ischamisch; 45 % hatten eine idiopathische dilatative Kardiomyopathie. 76 % der Patienten hatten Dyspnoe in Ruhe. Die Hauptausschlusskriterien waren ein systolischer Blutdruck unter 90 mmHg und eine Herzfrequenz uber 120 Schlage pro Minute. Der primare Endpunkt war eine Zunahme des Herzzeitvolumens um ≥ 30 % und eine gleichzeitige Abnahme des PCWP um ≥ 25 % nach 24 Stunden. Dies wurde bei 28% der mit Levosimendan behandelten Patienten im Vergleich zu 15 % nach Dobutamin-Behandlung erreicht (p = 0,025). 68 % der symptomatischen Patienten hatten eine Verbesserung ihrer Dyspnoe-Scores nach Levosimendan-Behandlung, verglichen mit 59 % nach Dobutamin-Behandlung. Die Verbesserung der Mudigkeits-Scores betrugen 63 % bzw. 47 % nach Levosimendan- bzw. Dobutamin-Behandlung. Die 31-Tage-Gesamtmortalitat betrug 7,8 % bei den mit Levosimendan und 17 % bei den mit Dobutamin behandelten Patienten.
RUSSLAN
In einer weiteren doppelblinden Multicenterstudie, die in erster Linie zur Bewertung der Unbedenklichkeit durchgefuhrt wurde, wurden 504 Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz nach akutem Myokardinfarkt und Bedarf an inotroper Behandlung mit Levosimendan oder Placebo uber 6 Stunden behandelt. Es gab keine signifikanten Unterschiede in der Inzidenz von Hypotonie und Ischamie zwischen den beiden Behandlungsgruppen.
In einer retrospektiven Analyse der LIDO- und RUSSLAN-Studien wurde kein negativer Effekt auf das Uberleben bis zu 6 Monaten beobachtet.
Кlinische Studien in der Нerzchirurgie
Zwei der groВten placebokontrollierten Studien werden unten dargestellt. LEVO-CTS
In einer doppelblinden placebokontrollierten Studie mit 882 Patienten, die eine Herzoperation erhielten, wurde Levosimendan (0,2 µg/kg/min fur 60 min, gefolgt von 0,1 µg/kg/min fur 23 h) bei Induktion der Anasthesie bei Patienten mit einer praoperativen linksventrikularen Auswurffraktion von weniger oder gleich 35 % gestartet. Die Studie verfehlte das Erreichen des primaren Endpunkts. Der primare Vierkomponentenendpunkt (Tod bis Tag 30, Nierenersatztherapie bis Tag 30, perioperativer Myokardinfarkt bis Tag 5 oder Anwendung eines mechanischen Herzunterstutzungssystems bis Tag 5) trat bei 24,5 % in der Levosimendangruppe und bei 24,5 % in der Placebogruppe auf (angepasstes Quotenverhaltnis/Odds-Ratio (OR), 1,00; 99 % KI, 0,66 bis 1,54). Der primare Zweikomponentenendpunkt (Tod bis Tag 30 oder Anwendung eines mechanischen Herzunterstutzungssystems bis Tag 5) trat bei 13,1 % der Levosimendangruppe und bei 11,4 % der Placebogruppe auf (angepasstes OR, 1,18; 96 % KI, 0,76 bis 1,82). Bis Tag 90 traten bei 4,7 % der Patienten in der Levosimendangruppe Todesfalle auf und bei 7,1 % in der Placebogruppe (unbereinigte Hazard Ratio, 0,64; 95 % KI, 0,37 bis 1,13)). Hypotonie wurde bei 36
% in der Levosimendangruppe und bei 33 %, in der Placebogruppe beobachtet. Vorhofflimmern wurde bei 38 % in der Levosimendangruppe und bei 33 % in der Placebogruppe gesehen.
LICORN
Eine Investigator-initiierte, multizentrische, randomisierte, placebokontrollierte, doppelblinde klinische Studie schloss 336 erwachsene Patienten mit einer LVEF ≤ 40 %, für die eine Koronararterien-Bypasstranplantation geplant war (mit oder ohne Klappenoperation), ein. Eine Levosimendan-Infusion 0,1 μg/kg/min wurde ohne Aufsättigungsdosis für 24 Stunden nach Induktion der Anasthesie verabreicht. Der primare Endpunkt war eine Mischung aus einer Katecholamininfusion, die uber 48 Stunden anhielt, der Bedarf einer mechanischen Kreislaufunterstutzung in der postoperativen Phase oder der Bedarf einer Nierenersatztherapie. Der primare Endpunkt trat bei 52 % der Levosimendanpatienten und bei 61 % der Placebopatienten auf (absolute Risikodifferenz, -7 %; 95 % KI, -17 % bis 3 %). Die geschatzte 10 % Risikoreduktion bezog sich hauptsachlich auf den Bedarf einer Katecholamininfusion bei 48 h. Die Mortalitat zum Tag 80 betrug 8 % in der Levosimendangruppe und 10 % in der Placebogruppe. Hypotonie wurde bei 57 % in der Levosimendangruppe und bei 48 % in der Placebogruppe gesehen. Vorhofflimmern wurde bei 50 % in der Levosimendangruppe und bei 40 % in der Placebogruppe gesehen.
Verteilung
Nach i.v.-Verabreichung erreicht die Muttersubstanz in etwa einer Stunde angemessene Blutspiegel. Der Steady-State wird bei konstanter Infusionsrate innerhalb von 5 Stunden erreicht.
Das Verteilungsvolumen von Levosimendan (Vss) betragt etwa
0,3 l/kg und nimmt linear mit dem Korpergewicht zu. Die Konzentrationen im Vollblut, in den roten Blutkorperchen und im Speichel betragen 60 %, 10 % bzw. 20 % der Plasmakonzentration. Levosimendan ist zu 97-98 % an Plasmaproteine gebunden, hauptsachlich an Albumin. Fur OR-1855 und OR-1896 (aktive Metaboliten) betragen die mittleren Proteinbindungswerte bei Patienten 39 % bzw. 42 %.
Biotransformation
Levosimendan wird vollstandig metabolisiert und vernachlassigbare Mengen der unveranderten Ausgangssubstanz werden uber den Urin und den Fazes ausgeschieden. Levosimendan wird hauptsachlich durch Konjugation zu zyklischem oder N-acetyliertem Cysteinylglycin und Cysteinkonjugaten metabolisiert. Etwa 5 % der Dosis werden im Darm durch Reduktion zu Aminophenylpyridazinon (OR-1855) metabolisiert, das nach Reabsorption durch N-Acetyltransferase zum aktiven Metaboliten OR-1896 metabolisiert wird. Der Acetylierungsgrad ist genetisch festgelegt. Bei schnellen Acetylierern sind die Konzentrationen des Metaboliten OR-1896 etwas hoher als bei langsamen Acetylierern. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf die klinische hamodynamische Wirkung bei den empfohlenen Dosierungen.
Im systemischen Kreislauf sind die einzigen signifikant nachweisbaren Metaboliten nach Levosimendan-Gabe OR-1855 und OR-1896. Diese Metaboliten erreichen in vivo ein Gleichgewicht als Ergebnis von Acetylierungs- und Deacetylierungs-Schritten im Metabolismus, die von N-Acetyltransferase-2, einem polymorphen Enzym, gesteuert werden. Bei langsamen Acetylierern uberwiegt der Metabolit OR-1855, wahrend bei schnellen Acetylierern der Metabolit OR-1896 uberwiegt. Die Summe der Expositionen fur die beiden Metaboliten ist bei langsamen und schnellen Acetylierern ahnlich, und es gibt keinen Unterschied in den hamodynamischen Wirkungen zwischen den beiden Gruppen. Die verlangerten hamodynamischen Wirkungen (die bis zu 7-9 Tage nach Absetzen einer 24-stundigen Levosimendan-Infusion anhalten konnen) werden diesen Metaboliten zugeschrieben.
Jn-vitro-Studien haben gezeigt, dass Levosimendan sowie seine Metaboliten OR-1855 und OR-1896 bei Konzentrationen, die bei der empfohlenen Dosierung erreicht werden, CУP1A2, CУP2A6, CУP2B6, CУP2C19, CУP2D6, CУP2E1 oder CУP3A4 nicht hemmen. Zusatzlich hemmt Levosimendan nicht CУP1A1 und weder OR-1855 noch OR-1896 hemmen CУP2C8 oder CУP2C9. Levosimendan hat sich in vitro als Inhibitor von CУP2C8 erwiesen (siehe Abschnitt 4.5). Die Ergebnisse von Arzneimittelwechselwirkungsstudien beim Menschen mit Warfarin, Felodipin und Itraconazol bestatigten, dass Levosimendan CУP3A4 oder CУP2C9 nicht hemmt, und auch der Metabolismus von Levosimendan durch CУP3A-Hemmer nicht beeinflusst wird.
Elimination
Die Clearance betragt etwa 3,0 ml/min/kg und die Halbwertszeit etwa 1 Stunde. 54 % der Levosimendan-Dosis werden mit dem Urin und 44 % mit den Fazes ausgeschieden. Mehr als 95 % der Dosis werden innerhalb einer Woche ausgeschieden. Vernachlassigbare Mengen (<0,05 % der Dosis) werden als unverandertes Levosimendan mit dem Urin ausgeschieden. Die zirkulierenden Metaboliten OR-1855 und OR-1896 werden langsam gebildet und ausgeschieden. Die maximale Plasmakonzentration wird etwa 2 Tage nach Beendigung einer Levosimendan-Infusion erreicht.
Die Halbwertszeiten der Metaboliten betragen etwa 75-80 Stunden. Die aktiven Metaboliten von
Levosimendan, OR-1855 und OR-1896, unterliegen einer Konjugation oder Nierenfiltration und werden uberwiegend mit dem Urin ausgeschieden.
Linearitat/Nichtlinearitat
Die Pharmakokinetik von Levosimendan ist im therapeutischen Dosisbereich von 0,05-0,2 Mikrogramm/kg/min linear.
Besondere Populationen
Кinder und Jugendliche:
Levosimendan sollte nicht an Kinder und Jugendliche verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.4).
Begrenzte Daten deuten darauf hin, dass die Pharmakokinetik von Levosimendan nach einer Einzeldosis bei Kindern (im Alter von 3 Monaten bis 6 Jahren) derjenigen bei Erwachsenen ahnlich ist. Die Pharmakokinetik des aktiven Metaboliten wurde bei Kindern nicht untersucht.
Nierenfunktionsstдrungen:
Die Pharmakokinetik von Levosimendan wurde bei Patienten mit unterschiedlichen Graden von Nierenfunktionsstorungen untersucht, die keine Herzinsuffizienz hatten. Die Exposition mit Levosimendan war bei Patienten mit leichter bis maВiger Nierenfunktionseinschrankung und bei Patienten, die sich einer Hamodialyse unterziehen, ahnlich, wahrend die Exposition mit Levosimendan bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionseinschrankung etwas geringer sein kann.
Im Vergleich zu gesunden Probanden schien die ungebundene Fraktion von Levosimendan leicht erhoht zu sein, und die AUCs der Metaboliten (OR-1855 und OR-1896) waren bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstorung und bei Patienten, die sich einer Hamodialyse unterziehen, um bis zu 170 % hoher. Die Effekte von leichter und maВiger Nierenfunktionsstorung auf die Pharmakokinetik von OR-1855 und OR-1896 sind voraussichtlich geringer als die bei Patienten mit einer schweren Nierenfunktionsstorung.
Levosimendan ist nicht dialysierbar. Obwohl OR-1855 und OR-1896 dialysierbar sind, sind die Dialyse-Clearances gering (ca. 8-23 ml/min) und der Nettoeffekt einer 4-stundigen Dialysesitzung auf die Gesamtexposition mit diesen Metaboliten ist gering.
Leberfunktionsstдrungen:
Es wurden keine Unterschiede in der Pharmakokinetik oder Proteinbindung von Levosimendan bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Leberzirrhose im Vergleich zu gesunden Probanden festgestellt. Die Pharmakokinetik von Levosimendan, OR-1855 und OR-1896 ist bei gesunden Probanden und Patienten mit maВiger Leberfunktionsstorung (Child-Pugh Class B) ahnlich, mit der Ausnahme, dass die Eliminationshalbwertszeiten von OR-1855 und OR-1896 bei Patienten mit maВiger Leberfunktionsstorung leicht verlangert sind.
Eine Populationsanalyse hat keine Beeinflussung von Alter, ethnischer Herkunft oder Geschlecht auf die Pharmakokinetik von Levosimendan gezeigt. Die gleiche Analyse ergab jedoch, dass das Verteilungsvolumen und die Gesamt-Clearance vom Korpergewicht abhangig sind.
Pharmazeutische Angaben - Levosimendan 2,5 mg/ml
Povidon (K 12) Citronensaure Ethanol
InkompatiЬilitaten
Dieses Arzneimittel darf nicht mit anderen Arzneimitteln oder Verdunnungsmitteln gemischt werden, auВer mit den in Abschnitt 6.6 genannten.
Dauer der НaltЬarkeit
2 Jahre
Nach Verdunnung
Die chemische und physikalische Stabilitat bei der Anwendung wurde fur 24 Stunden bei 25 °C nachgewiesen.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden. Wenn es nicht sofort verwendet wird, liegen die Lagerungszeiten und -bedingungen vor der Verwendung in der Verantwortung des Anwenders.
Besondere Vorsichtsma8nahmen filr die AufЬewahrung
Im Kuhlschrank lagern (2°C-8°C). Nicht einfrieren.
Die Farbe des Konzentrats kann sich wahrend der Lagerung orange verfarben, dies ergibt keinen Verlust der Wirksamkeit und das Produkt kann bis zum angegebenen Verfallsdatum verwendet werden, wenn die Lagerungshinweise befolgt wurden.
Zu den Lagerungsbedingungen nach Verdunnung des Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.
Farblose Typ I Glasflaschen, Verschluss aus Chlorbutylkautschuk mit Fluorpolymerbeschichtung und Aluminiumkappe.
PackungsgroВe
1 Flaschchen mit 5 ml
Besondere Vorsichtsma8nahmen filr die Beseitigung und sonstige Нinweise zur НandhaЬung
Levosimendan Altan 2,5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslosung ist nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt.
Wie bei allen parenteralen Arzneimitteln ist die verdunnte Losung vor der Verabreichung visuell auf Partikel und Verfarbungen zu prufen.
Levosimendan Altan 2,5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslosung sollte nicht auf eine hohere Konzentration als 0,05 mg/ml, wie unten beschrieben, verdunnt werden, da sonst Opaleszenz und Ausfallungen auftreten konnen.
Um die 0,025 mg/ml Infusionslosung herzustellen, mischen Sie 5 ml Levosimendan Altan 2,5 mg/ml Konzentrat zur Losung
zur Infusion mit 500 ml 5 %iger Glucoselosung.
Zur Herstellung der 0,05 mg/ml-Infusion mischen Sie 10 ml Levosimendan Altan 2,5 mg/ml Konzentrat zur Losung.
zur Infusion mit 500 ml 5 %iger Glucoselosung.
Die folgenden Arzneimittel konnen gleichzeitig mit Levosimendan Altan in miteinander verbundenen intravenosen Systemen gegeben werden:
-
Furosemid 10 mg/ml
-
Digoxin 0,25 mg/ml
-
Glyceryltrinitrat 0,1 mg/ml
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial sollte entsprechend den ortlichen Anforderungen entsorgt werden.
INНABER DER ZULASSUNG
Altan Pharmaceuticals, S.A.
C/ C6lquide N° 6, Portal 2, 1ª Planta, Oficina F. Edificio Prisma Las Rozas, 28230 Madrid, Spanien