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Esketamin Inresa 25 mg/ml Injektionslösung in Durchstechflaschen, 10 ml

Verschreibungsinformationen

Warnzeichen

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Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen
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Wechselwirkungen mit

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Pflanzen
Ergänzungen
Gewohnheiten

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Esketamin Inresa 25 mg/ml Injektionslösung in Durchstechflaschen, 10 ml

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Injektionslsg.

Hersteller

Inresa Arzneimittel GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.9.2022
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Fachinfo - Esketamin 25 mg/ml

Anwendungsgebiete

Esketamin Inresa wird angewendet bei Erwachsenen

  • zur Einleitung und Durchführung einer Allgemeinanästhesie, ggf. in Kombina- tion mit Hypnotika

  • zur Ergänzung bei Lokal- oder Regio- nalanästhesien

  • zur Anästhesie und Analgesie in der Notfallmedizin

  • zur Intubation im Status asthmaticus in Kombination mit einem Muskelrela- xans, wenn andere spezifische Maßnah- men nicht erfolgreich waren

  • zur Analgesie bei künstlicher Beatmung (Intubation).

    Hinweis

    In der Notfallmedizin wird Esketamin meist allein angewendet; bei den anderen Indikationen wird die Kombination mit Hypnotika empfohlen.

Dosierung

Esketamin darf nur durch oder unter der Anleitung eines in der Anästhesie oder Notfallmedizin erfahrenen Arztes ange- wendet werden.

Da eine Aspiration nicht vollständig aus- geschlossen werden kann und die Mög- lichkeit einer Atemdepression besteht, müssen Intubations- und Ventilations- geräte verfügbar sein.

Dosierung

Einleitung einer Allgemeinanästhesie
  • 0,5-1 mg Esketamin/kg Körpergewicht (KG) i.v. oder

  • 2-4 mg Esketamin/kg KG i.m.

    Zur Aufrechterhaltung wird die halbe Initialdosis bei Bedarf nachinjiziert, im Allgemeinen alle 10-15 Minuten.

    Analgesie bei künstlicher Beatmung

    (intubierte Intensivpatienten)

  • 0,25 mg Esketamin/kg KG als i.v. Bolus

    Analgesie in der Notfallmedizin
  • 0,25-0,5 mg Esketamin/kg KG i.m. oder

  • 0,125-0,25 mg Esketamin/kg KG lang- sam i.v.

  • Zur Intubation im Status asthmaticus werden 0,5-1 mg Esketamin/kg KG in- travenös, bei Bedarf bis 2,5 mg/kg KG injiziert.

    Das Ansprechen auf Esketamin kann un- terschiedlich sein, und zwar abhängig von Dosis, Art der Anwendung, Alter des Patienten und gleichzeitiger Anwendung anderer Arzneimittel. Die Dosis wird an- hand der Erfordernisse des jeweiligen Pa- tienten titriert.

    Erhöhter Speichelfluss ist prophylaktisch mit Atropin oder einem anderen Parasym- patholytikum zu behandeln (siehe Ab- schnitte 4.4 und 4.8).

    Das Risiko des Auftretens psychiatri- scher Reaktionen während des Erwachens aus der Anästhesie kann in hohem Maße durch die Kombination mit einem Ben- zodiazepin verringert werden (siehe Ab- schnitte 4.4, 4.5 und 4.8).

    Nach Möglichkeit sollte die Anwendung von Esketamin als Anästhetikum nach

    4- bis 6-stündigem Fasten entsprechend den üblichen Empfehlungen erfolgen.

    Besondere Patientengruppen

    Leberfunktionsstörungen

    Bei Patienten mit Zirrhose oder anderen Formen der Leberfunktionsstörung ist eine Dosisreduktion in Erwägung zu zie- hen (siehe Abschnitt 4.4).

    Patienten mit Mehrfachverletzung (Poly- traume) und Patienten in schlechtem All- gemeinzustand

    Bei Mehrfachverletzung (Polytrauma) und bei Patienten in schlechtem Allge- meinzustand ist eine Dosisreduktion er- forderlich.

    Kinder und Jugendliche

    Esketamin Inresa in Durchstechflaschen soll bei Kindern und Jugendlichen nicht angewendet werden aufgrund des Ge- halts an Konservierungsstoffen (siehe Ab- schnitt 4.4).

    Art der Anwendung

    Intravenöse oder intramuskuläre Anwen- dung.

    Esketamin Inresa wird als Injektion ange- wendet.

    Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirk- stoff oder einen der in Abschnitt 6.1 ge- nannten sonstigen Bestandteile.

  • Patienten, für die ein erhöhter Blutdruck oder ein gesteigerter Hirndruck ein ernsthaftes Risiko darstellt (siehe Ab- schnitt 4.8)

  • Alleiniges Anästhetikum bei Patienten mit manifesten ischämischen Herzer- krankungen

  • Durch Schwangerschaft verursachter Bluthochdruck mit Eiweißausschei- dung über den Urin (Präeklampsie) und Krämpfen (Eklampsie)

  • Kombination mit Xanthinderivaten, z.B. Aminophyllin, Theophyllin (siehe Ab- schnitt 4.5)

  • Kombination mit Ergometrin (siehe Ab- schnitt 4.5)

Warnhinweise

Esketamin darf nur mit Vorsicht angewen- det werden:

  • bei Patienten mit Herzinsuffizienz oder unbehandelter Hypertonie

  • bei Patienten mit instabiler Angina pec- toris oder Myokardinfarkt in den letzten 6 Monaten

  • bei Patienten mit gesteigertem Hirn- druck, außer unter angemessener Beat- mung, und Verletzungen oder Erkran- kungen des Zentralnervensystems, da ein Anstieg des zerebrospinalen Drucks unter der Anwendung von Esketamin beobachtet wurde

    Inresa Arzneimittel

    Esketamin Inresa 5/25 mg/ml Durchstechfl.
  • bei Patienten mit erhöhtem Augeninnen- druck (z.B. Glaukom), perforierenden Augenverletzungen sowie bei Augenun- tersuchungen oder augenchirurgischen Eingriffen, bei denen der Augeninnen- druck nicht steigen darf

  • bei Patienten unter chronischem oder akutem Alkoholeinfluss

  • bei Patienten, die an schweren psychi- schen Störungen leiden/litten

  • bei Patienten mit unzureichend behan- delter Hyperthyreose

  • in Situationen, die eine entspannte Ge- bärmuttermuskulatur erfordern (z.B. drohende Uterusruptur, Nabelschnur- vorfall)

  • Esketamin Inresa in Durchstechflaschen soll nicht angewendet werden (aufgrund des Gehalts des sonstigen Bestandteils Benzethoniumchlorid):

    • bei Kindern und Jugendlichen

    • als Infusion (bei allen Patientengrup- pen)

    • in Volumina größer als 15 ml pro Ein- zeldosis (bei allen Patientengruppen)

      Esketamin wird über die Leber metaboli- siert und die hepatische Clearance ist für die Beendigung der klinischen Wirkungen notwendig. Es wurde über anomale Leber- funktionstests im Zusammenhang mit der Anwendung von Esketamin berichtet, ins- besondere bei längerer Anwendung (län- ger als 3 Tage) oder bei Arzneimittelmiss- brauch. Bei Patienten mit Leberzirrhose oder anderen Formen von eingeschränkter Leberfunktion kann eine Verlängerung der Wirkdauer auftreten. Bei diesen Patienten ist eine Dosisreduktion in Erwägung zu ziehen (siehe Abschnitt 4.2).

      Bei Gaben von hohen Dosen und schnel- ler i.v. Injektion kann es zum Auftreten einer Atemdepression kommen.

      Trotz weitgehend erhaltener Schutzre- flexe des Rachens und Kehlkopfes kann ein Eindringen von flüssigen oder festen Stoffen in die Atemwege (Aspiration) nicht mit Sicherheit ausgeschlossen wer- den. Deshalb, und wegen einer möglichen Atemdepression bei hohen Dosen oder bei rascher i.v. Injektion, muss die Mög- lichkeit zur Intubation und Beatmung des Patienten gegeben sein.

      Gesteigerte Speichelsekretion unter Es- ketamin ist vorbeugend mit Atropin zu behandeln.

      Eine kontinuierliche Überwachung der Herzfunktion während des Eingriffs ist bei Patienten mit Hypertonie oder kardi- aler Dekompensation erforderlich.

      Bei diagnostischen und therapeutischen Eingriffen im Bereich der oberen Atem- wege ist, insbesondere bei Kindern, mit Reflexsteigerung (Hyperreflexie) und Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) zu rechnen. Bei Eingriffen an Pharynx, La- rynx und Bronchialbaum kann daher eine Muskelrelaxation mit entsprechender Be- atmung erforderlich sein.

      Bei chirurgischen Eingriffen mit viszera- len Schmerzen sind die Anwendung eines Muskelrelaxans, zusätzliche Analgesie, kontrollierte Beatmung und Gabe von Di- stickstoffmonoxid/Sauerstoff angezeigt.

      Nach ambulanter Anästhesie sollte der Patient nach Hause begleitet werden. Er sollte während der nächsten 24 Stunden auf den Konsum von Alkohol verzichten.

      Das Risiko psychischer Reaktionen, die während des Erwachens aus der Anäs- thesie auftreten, kann in hohem Maße durch die zusätzliche Gabe von Benzo- diazepinen verringert werden (siehe Ab- schnitte 4.2 und 4.8).

      Bei Anwendung von Esketamin bei Schockpatienten sind die Grundprinzipien der Schocktherapie (Volumenauffüllung, O2-Zufuhr) zu beachten. In schwersten Schockzuständen mit kaum oder über- haupt nicht messbarem Blutdruck ist be- sondere Vorsicht geboten.

      Langzeitanwendung

      Bei Patienten, die racemisches Ketamin über einen längeren Zeitraum erhielten, wurden Fälle von Zystitis, einschließlich hämorrhagischer Zystitis, akuter Nieren- schädigung, Hydronephrose und Harnlei- terstörungen berichtet. Bei Patienten mit länger dauernder Anwendung (länger als 3 Tage) wurde auch über das Auftreten von Hepatotoxizität berichtet.

      Arzneimittelmissbrauch und -abhängigkeit Es liegen Berichte über Arzneimittel- missbrauch mit racemischem Ketamin vor. Diese Berichte legen nahe, dass ra- cemisches Ketamin zu einer Reihe von Symptomen führen kann, wie das Wie- dererleben früherer Gefühlszustände („Flashbacks“), Halluzinationen, Dys- phorie, Angstzustände, Schlaflosigkeit und Desorientiertheit. Nebenwirkungen wurden ebenfalls berichtet: siehe „Lang- zeitanwendung“. Personen mit Arzneimit- telmissbrauch oder -abhängigkeit (auch in der Anamnese) können eine Abhängigkeit oder Toleranz von Esketamin entwickeln.

      Besondere Vorsicht ist daher sowohl für das Verordnen als auch für die Anwen- dung von Esketamin geboten.

      Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro ml, d.h. es ist nahezu “natriumfrei”.

Wechselwirkungen

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Kontraindizierte Kombinationen (siehe Abschnitt 4.3)

  • Bei der Kombination mit Xanthinderi- vaten (z.B. Aminophyllin, Theophyllin) tritt möglicherweise eine Senkung der Krampfschwelle ein. Eine gleichzeitige Gabe ist daher kontraindiziert.

  • Esketamin darf nicht zusammen mit Er- gometrin angewendet werden.

    Kombinationen, die besondere Vorsicht erfordern

  • Die Einnahme von Schilddrüsenhormo- nen und direkt oder indirekt wirkenden Sympathomimetika kann im Zusam- menhang mit der Gabe von Esketamin zu arterieller Hypertonie und Tachykar- die führen.

  • In Kombination mit Sedativa, z.B. spe- ziell Benzodiazepinen oder Neurolep- tika, kommt es unter Anwendung von Esketamin zu einer Abschwächung der Nebenwirkungen, aber auch zu einer Verlängerung der Wirkdauer.

  • Barbiturate und Opiate können in Kom- bination mit Esketamin die Aufwach- phase verlängern (siehe Abschnitt 6.2).

  • Von Diazepam ist bekannt, dass es die Halbwertszeit von racemischem Ketamin erhöht und dessen pharmakodynamische Wirkung verlängert. Aus diesem Grund kann auch bei Esketamin eine Dosisan- passung erforderlich werden.

  • Die anästhetische Wirkung von halo- genierten Kohlenwasserstoffen (z.B. Isofluran, Desfluran, Sevofluran) wird durch Gabe von Esketamin verstärkt, sodass niedrigere Dosierungen von ha- logenierten Kohlenwasserstoffen ausrei- chend sein können.

  • Die Wirkung bestimmter Muskelrela- xantien (depolarisierender, z.B. Suxame- thonium, oder nicht depolarisierender,

    z.B. Pancuronium) kann verlängert sein.

  • Das Risiko bezüglich kardialer Arrhyth- mien nach der Gabe von Epinephrin (Ad- renalin) kann sich durch die gleichzeitige Anwendung von Esketamin und haloge- nierten Kohlenwasserstoffen erhöhen.

  • Bei gleichzeitiger Gabe von Esketamin und Vasopressin wurde ein erhöhter Blutdruck beobachtet.

  • CYP3A4-Inhibitoren bewirken im All- gemeinen eine Herabsetzung der hepati- schen Clearance, was zu einer erhöhten Plasmakonzentration von CYP3A4- Substraten, wie z.B. Esketamin, führt. Die gleichzeitige Anwendung von Es- ketamin mit Arzneimitteln, die das Enzym CYP3A4 hemmen, kann eine Reduzierung der Esketamin-Dosierung erforderlich machen, um die erwünschte klinische Wirkung zu erzielen.

  • CYP3A4-Induktoren bewirken im All- gemeinen einen Anstieg der hepatischen Clearance, was zu einer Abnahme der Plasmakonzentrationen von CYP3A4- Substraten, wie z.B. Esketamin, führt. Die gleichzeitige Anwendung von Eske- tamin mit Arzneimitteln, die das Enzym CYP3A4 induzieren, kann eine Erhö- hung der Dosierung von Esketamin er- forderlich machen, um die erwünschte klinische Wirkung zu erzielen.

    Inresa Arzneimittel

    Esketamin Inresa 5/25 mg/ml Durchstechfl.

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Anwendung von Esketamin bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben Reproduktionstoxizität be- züglich kognitiver Effekte gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Es- ketamin darf nicht in der Schwanger- schaft angewendet werden, es sei denn, dass nach sorgfältiger Abwägung der Nutzen für die Mutter den möglichen Schaden für das Kind überwiegt.

Esketamin passiert die Plazentaschranke und kann zu einer Atemdepression beim Neugeborenen führen, wenn es während des Geburtsvorganges angewendet wird.

Stillzeit

Esketamin wird in die Muttermilch ausge- schieden, jedoch scheint eine Wirkung auf

das Kind bei therapeutischen Dosierun- gen unwahrscheinlich. Trotzdem soll Es- ketamin in der Stillzeit vermieden werden.

Fertilität

Es liegen keine klinischen Daten zu den Auswirkungen von Esketamin auf die Fertilität vor.

Fahrtüchtigkeit

Esketamin kann das Reaktionsvermögen einschränken, was in Verbindung mit Si- tuationen zu bedenken ist, die besondere Wachsamkeit erfordern, wie z.B. die Teil- nahme am Straßenverkehr.

Nach einer Allgemeinanästhesie mit Esketamin darf der Patient mindestens 24 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, Maschinen bedienen oder in gefährlichen Situationen arbeiten.

Nach ambulanter Anästhesie sollte der Patient nach Hause begleitet werden.

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils Nebenwirkungen sind in der Regel ab- hängig von der Dosierung und der Ge- schwindigkeit der Injektion und sind spontan reversibel. Das Auftreten von psychiatrischen und das zentrale Nerven- system betreffenden Nebenwirkungen ist häufiger, wenn Esketamin als alleiniges Anästhetikum angewendet wird.

Tabellarische Auflistung der Nebenwir- kungen

Die Häufigkeiten werden wie folgend de- finiert:

Sehr häufig: ≥ 1/10 Häufig: ≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich: ≥ 1/1.000, < 1/100 Selten: ≥ 1/10.000, < 1/1.000 Sehr selten: < 1/10.000

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung
Erkrankungen des Immunsystems Selten Anaphylaktische Reaktion
Psychiatrische Erkrankungen Häufig Aufwachreaktionen1, wie z.B. lebhafte Träume6 SchwindelMotorische Unruhe²
Nicht bekannt Halluzinationen Dysphorie Angstzustände Orientierungsstörung
Erkrankungen des Nervensystems Gelegentlich Tonische und klonische Kontraktionen7 NystagmusErhöhter Hirndruck
Augenerkrankungen Häufig Sehstörungen (verschwommenes Sehen)
Gelegentlich DiplopieZunahme des intraokularen Drucks
Herzerkrankungen Häufig Temporäre Tachykardie3
Selten Arrhythmie Bradykardie
Gefäßerkrankungen Häufig Erhöhter Blutdruck3
Selten Hypotonie8
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums Häufig Erhöhter Gefäßwiderstand im Lungenkreislauf Erhöhte MukussekretionErhöhter Sauerstoffverbrauch LaryngospasmusTemporäre Atemdepression4
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Häufig Übelkeit Erbrechen Hypersalivation
Leber- und Gallenerkrankungen Nicht bekannt Anormaler Leberfunktionstest Arzneimittelinduzierte Leberschädigung5
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes Gelegentlich Morbilliformer Hautausschlag Exanthem
Erkrankungen der Nieren und Harnwege Nicht bekannt Dysurie5 Zystitis5Verdickung der Harnblasenwand5
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Gelegentlich Schmerzen an der Injektionsstelle Erythem an der Injektionsstelle
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen Häufig Hyperreflexie9 Laryngospasmus9
  1. Wenn Esketamin als alleiniges Anästhetikum angewendet wird, kann es bei bis zu 30% der Patienten zu dosisabhängigen Reaktionen kommen.

  2. Die Inzidenz dieser Ereignisse kann in hohem Maße durch die zusätzliche Anwendung eines Benzodiazepins verringert werden.

  3. Ein Anstieg von 20% über den Ausgangswert ist häufig.

  4. Das Risiko einer Atemdepression ist normalerweise abhängig von Dosis und Geschwindigkeit der Injektion.

  5. Bei länger dauernder Anwendung (länger als 3 Tage) oder bei Arzneimittelmissbrauch

  6. Auch unangenehmer Art

  7. Können Krämpfen gleichen (durch erhöhten Muskeltonus)

  8. Insbesondere in Verbindung mit Kreislaufschock

  9. Bei diagnostischen und therapeutischen Eingriffen im Bereich der oberen Atemwege ist insbesondere bei Kindern mit Reflexsteigerung (Hyperreflexie) und Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) zu rechnen. Bei Eingriffen an Pharynx, Larynx und Bronchialbaum kann daher eine Muskelrelaxation mit ent- sprechender Beatmung erforderlich sein. Unter nicht adäquater Beatmung kommt es häufig zur Zunahme des Hirndrucks, zur Zunahme des intraokularen Drucks und zu erhöhtem Muskeltonus.

Inresa Arzneimittel

Esketamin Inresa 5/25 mg/ml Durchstechfl.

Kinder und Jugendliche

Es wird erwartet, dass Häufigkeit, Art und Schwere der Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen ähnlich sind wie bei Erwachsenen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwir- kungen

Die Meldung des Verdachts auf Neben- wirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen- Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesin- ger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.

Überdosierung

Symptome

Als klinische Symptome einer Überdo- sierung sind zu erwarten: Krämpfe, Herz- rhythmusstörungen und Atemstillstand.

Therapie

Ein Atemstillstand ist durch assistier- te oder kontrollierte Beatmung bis zum Wiedereinsetzen einer ausreichenden Spontanatmung zu überbrücken.

Krämpfe sind durch die intravenöse Gabe von Diazepam zu behandeln. Wenn eine Behandlung mit Diazepam nicht zum Therapieerfolg führt, wird die Gabe von Phenytoin oder Phenobarbital empfohlen.

Ein spezifisches Antidot ist bislang nicht bekannt.

Pharmakologische Eigenschaften - Esketamin 25 mg/ml

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Allge- meinanästhetika

ATC-Code: N01AX14

Wirkmechanismus

Esketamin ist ein Anästhetikum mit anal- getischen Eigenschaften.

Esketamin, das rechtsdrehende Isomer des Ketamin, ist ein chirales Cyclohe- xanderivat mit starken analgetischen Ei- genschaften. Gleichzeitig bewirkt es eine sogenannte dissoziative Anästhesie. Die analgetische Wirkung tritt bereits bei sub- dissoziativen Dosen auf und überdauert die Anästhesie. Diese erwünschten phar- makologischen Effekte werden in erster Linie auf die Blockade der NMDA-Re- zeptoren durch Esketamin zurückgeführt.

Die Wirksamkeit von Esketamin ist etwa zweimal so hoch wie die des racemischen Ketamin bei vergleichbarer Dosis.

Pharmakodynamische Wirkungen

Trotz der direkt negativ kardial inotropen Wirkung wirkt Ketamin dosisabhängig direkt anregend auf das ZNS mit gestei- gertem Sympathikotonus. Dadurch führt Ketamin zu kardiovaskulären Wirkungen, die einer Stimulation des sympathischen Nervensystems gleichen (erhöhter Blut- druck und erhöhter Druck im Lungen- kreislauf, Steigerung der Herzfrequenz, des Herzzeitvolumens, der Herzarbeit und des myokardialen Sauerstoffbedarfs). Der systemische Gefäßwiderstand und der linksventrikuläre enddiastolische Druck bleiben normalerweise unverändert.

Ketamin bewirkt keine signifikante Atemdepression, wenn es alleine ange- wendet wird. Außerdem bleibt der Ske- lettmuskeltonus der oberen Atemwege erhalten, genau wie auch die Atemwegs- reflexe.

Esketamin besitzt lokalanästhetische Ei- genschaften.

Pharmakokinetik

Das pharmakokinetische Profil des jewei- ligen Isomers von Ketamin differiert nicht signifikant von dem der racemischen Mi- schung. Daher sind hier die Daten des ra- cemischen Ketamins angeführt.

Resorption

Ketamin wird nach intramuskulärer Anwen- dung schnell resorbiert. Die erste Wirkung beginnt 1-5 Minuten nach der i.m.-Injek- tion. Die Bioverfügbarkeit nach intramus- kulärer Anwendung beträgt etwa 90%.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung von Ketamin ist gering (10-30%).

Nach systemischer Resorption wird Ketamin rasch ins Gehirn und in anderes gut durchblutetes Gewebe verteilt. Als lipophiles Molekül, hat Ketamin ein be- trächtliches Steady-State-Verteilungsvo- lumen (160-550 l/70 kg).

Ketamin passiert die Plazentaschranke.

Ketamin wird in die Muttermilch ausge- schieden.

Biotransformation

Ketamin unterliegt einem extensiven oxi- dativen Metabolismus. Es wird zu Nor- ketamin, 4-Hydroxyketamin und 6-Hy- droxyketamin N-demethyliert.

Es wird angenommen, dass Norketamin der Hauptmetabolit beim Menschen ist (80%). Es ist ebenfalls pharmakologisch aktiv und wird weiter zu 6-Hydroxynor- ketamin metabolisiert. Norketamin kann im Plasma 2-3 min nach i.v. Bolusgabe von Ketamin nachgewiesen werden. Die maxi- male Plasmakonzentration (Cmax) ist nach 30-60 min erreicht. Aktuelle Studien ha- ben allerdings ergeben, dass Norketamin rasch weiter metabolisiert wird und im Kreislauf nicht der Hauptmetabolit ist.

CYP3A4 ist das Enzym, welches prin- zipiell für die N-Demethylierung des Ketamins in den humanen Lebermikro- somen verantwortlich ist. CYP2B6 und CYP2C9 sind an der N-Demethylierung im therapeutischen Konzentrationsbe- reich des Ketamins weniger beteiligt. We- gen seinem oxidativen Metabolismus ist Ketamin anfällig für pharmakokinetische Wechselwirkungen, vor allem, wenn es oral angewendet wird.

Inresa Arzneimittel

Esketamin Inresa 5/25 mg/ml Durchstechfl.

Elimination

Die systemische Clearance beträgt 60-147 l/h/70 kg, was der Leberdurchblu- tung gleicht, womit die geringe orale Bio- verfügbarkeit von Ketamin erklärt werden kann.

Metaboliten werden über die Galle und den Harn nach Glukuronisierung aus- geschieden; im Harn werden aber nur Spuren des Ausgangsstoffes gefunden.

Nach i.v. Bolusgabe zeigt Ketamin eine bi- oder tri-exponentielle Elimination.

Ketamin/Esketamin

In humanen Lebermikrosomen werden die beiden optischen Isomere des Ketamins ähnlich demethyliert. Beim Menschen wird R-Ketamin nach intravenöser Anwendung von S-Ketamin nicht gebildet, womit die fehlende Interkonversion bestätigt wird.

Die Eliminationshalbwertszeit von S-Ketamin erscheint etwas länger (4-7 h) als die des Razemats.

Weblinks

Packungen und Preis

Esketamin Inresa 25mg/ml Inj. 5x10ml DSF N2
Preis
125,12 €
Zuzahlung
10,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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