Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox 250 mg/100 mg Filmtabletten
Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
Verschreibungseinschränkungen
Wechselwirkungen mit
Beschränkungen
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
Hersteller
Letzte Aktualisierung der Fachinformation

Mediately App verwenden
Schnellerer Zugriff auf Medikamenteninformationen.
Über 36k bewertungen
Fachinfo - Atovaquon/Proguanilhydrochlorid 250 mg/100 mg
Prophylaxe der Plasmodium-falciparum-Malaria bei Erwachsenen und Kindern mit einem Körpergewicht von mehr als 40 kg.
Behandlung von akuter, unkomplizierter Plasmodium-falciparum-Malaria bei Erwachsenen und Kindern mit einem Körpergewicht ab 11 kg.
Offizielle Richtlinien und lokale Informationen über die Prävalenz einer Resistenz gegen Malariamittel sind zu beachten. Offizielle Richtlinien schließen gewöhnlich die Richtlinien der WHO und der Gesundheitsbehörden ein.
Dosierung
Prophylaxe:
Die Prophylaxe sollte
-
24 oder 48 Stunden vor der Einreise in ein Malaria-Endemiegebiet beginnen
-
für die Dauer des Aufenthalts fortgesetzt werden
-
7 Tage nach Verlassen des Gebietes fortgesetzt werden.
Die Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung von Atovaquon/Proguanil wurde in Studien von bis zu 12 Wochen Dauer bei (semi-immunen) Bewohnern von Endemiegebieten belegt.
Die durchschnittliche Anwendungsdauer in klinischen Studien mit nicht immunen Personen betrug 27 Tage.
Dosierung bei Erwachsenen und Kindern ab 40 kg
Eine Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox Tablette täglich.
Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox Tabletten werden nicht zur Malariaprophylaxe bei Personen mit einem Körpergewicht unter 40 kg empfohlen.
Zur Malariaprophylaxe bei Personen unter 40 kg werden pädiatrische Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox Tabletten empfohlen.
Behandlung
Dosierung bei Erwachsenen
Vier Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox Tabletten als Einzeldosis an drei aufeinander folgenden Tagen.
Dosierung bei Kindern mit einem Körpergewicht ab 11 kg
11-20 kgKörpergewicht Eine Tablette täglich an drei aufeinander folgenden Tagen 21-30 kgKörpergewicht Zwei Tabletten als Einzeldosis an drei aufeinander folgenden Tagen 31-40 kgKörpergewicht Drei Tabletten als Einzeldosis an drei aufeinander folgenden Tagen > 40 kg Körpergewicht Dosierung wie bei Erwachsenen Dosierung bei älteren Patienten
Eine pharmakokinetische Studie hat gezeigt, dass bei älteren Patienten keine Dosisanpassung erforderlich ist (siehe Abschnitt 5.2).
Dosierung bei eingeschränkter Leberfunktion
Eine pharmakokinetische Studie hat gezeigt, dass bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Leberfunktionsstörungen keine Dosisanpassung erforderlich ist. Obwohl bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen keine Studien durchgeführt wurden, wird angenommen, dass keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen oder Dosisanpassungen erforderlich sind (siehe Abschnitt 5.2).
Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion
Pharmakokinetische Studien haben gezeigt, dass bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Nierenfunktionsstörungen keine Dosisanpassung erforderlich ist.
Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) sollten nach Möglichkeit Alternativen zu Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox zur Behandlung der akuten P. falciparum-Malaria empfohlen werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Zur Prophylaxe von P. falciparum-Malaria bei Patienten mit verschiedenen Nierenfunktionsstörungen siehe Abschnitt 4.3.
Art der Anwendung
Die Tagesdosis sollte täglich zur gleichen Zeit mit einer Mahlzeit oder einem Milchgetränk eingenommen werden (um eine maximale Resorption zu gewährleisten).
Wenn Patienten keine Nahrung zu sich nehmen können, sollten die Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox Tabletten trotzdem eingenommen werden, die systemische Verfügbarkeit von Atovaquon ist in diesem Fall allerdings verringert. Falls es innerhalb einer Stunde nach Einnahme zum Erbrechen kommt, sollte die Einnahme wiederholt werden.
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) ist Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox für die Prophylaxe der P. falciparum-Malaria kontraindiziert.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Atovaquon 250 mg/Proguanilhydrochlorid 100 mg-Tabletten zur Prophylaxe von Malaria bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 40 kg oder zur Behandlung von Malaria bei Kindern mit einem Körpergewicht unter 11 kg ist nicht belegt.
Bei Erbrechen innerhalb von 1 Stunde nach der Einnahme von Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox Tabletten zur Malariaprophylaxe oder -behandlung ist eine weitere Dosis einzunehmen. Bei Durchfall ist das Dosierungsschema unverändert fortzusetzen. Bei Durchfall oder Erbrechen kann die Resorption von Atovaquon verringert sein, in klinischen Studien zur Malariaprophylaxe mit Atovaquon/Proguanil waren Durchfall und Erbrechen jedoch nicht mit einer herabgesetzten Wirksamkeit verbunden. Wie bei anderen Malariamitteln sollte Patienten mit Durchfall oder Erbrechen geraten werden, weiterhin persönliche Schutzmaßnahmen (Repellenzien, Moskitonetze) zur Malariaprävention zu ergreifen.
Bei Patienten mit akuter Malaria, bei denen Durchfall oder Erbrechen auftritt, sollte eine alternative Therapie erwogen werden. Wenn Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox bei diesen Patienten zur
Malariabehandlung eingesetzt wird, sind die Parasitämie und der klinische Zustand der Patienten engmaschig zu überwachen.
Atovaquon/Proguanil wurde bisher nicht in Studien zur Behandlung der zerebralen Malaria oder anderer schwerer Manifestationen einer komplizierten Malaria, einschließlich Hyperparasitämie, Lungenödem oder Nierenversagen, untersucht.
Gelegentlich wurde bei Patienten, die Atovaquon/Proguanil einnehmen, über schwere allergische Reaktionen (einschließlich Anaphylaxie) berichtet. Wenn Patienten eine allergische Reaktion entwickeln (siehe Abschnitt 4.8), sollte Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox sofort abgesetzt und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.
Atovaquon/Proguanil hat nachweislich keine Wirkung auf Hypnozoiten von Plasmodium vivax; es traten häufig parasitäre Rezidive auf, wenn eine P. vivax-Malaria allein mit Atovaquon/Proguanil behandelt wurde. Reisende, die einem intensiven Kontakt mit P. vivax oder P. ovale ausgesetzt sind und eine durch einen dieser Parasiten verursachte Malariaerkrankung entwickeln, müssen zusätzlich mit einem Arzneimittel behandelt werden, das gegen Hypnozoiten wirksam ist.
Im Falle der Rekrudeszenz einer Infektion mit P. falciparum nach der Behandlung mit Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox oder des Versagens einer Chemoprophylaxe mit Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox Tabletten sollten diese Patienten mit einem anderen Arzneimittel gegen Blutschizonten behandelt werden, da dies ein Hinweis auf die Resistenz des Parasiten sein kann.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Tetrazyclin sollte die Parasitämie engmaschig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.5).
Die gleichzeitige Anwendung von Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox und Efavirenz oder geboosterten Protease-Inhibitoren ist möglichst zu vermeiden (siehe Abschnitt 4.5).
Die gleichzeitige Anwendung von Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox und Rifampicin oder Rifabutin wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Die gleichzeitige Anwendung von Metoclopramid wird nicht empfohlen. Es sollte eine andere antiemetische Behandlung gewählt werden (siehe Abschnitt 4.5).
Bei Patienten, die dauerhaft mit Warfarin oder anderen Cumarin-Antikoagulanzien behandelt werden, ist bei Beginn oder Beendigung einer Malariaprophylaxe
oder -behandlung mit Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.5).
Atovaquon kann die Konzentration von Etoposid und seines Metaboliten erhöhen (siehe Abschnitt 4.5).
Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) sollten nach Möglichkeit Alternativen zu Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox zur Behandlung der akuten P. falciparum-Malaria empfohlen werden (siehe Abschnitte 4.2, 4.3 und 5.2).
Die gleichzeitige Anwendung von Rifampicin oder Rifabutin wird nicht empfohlen, da sie den Plasmaspiegel von Atovaquon bekanntermaßen um etwa 50% bzw. 34% vermindern (siehe Abschnitt 4.4).
Bei gleichzeitiger Behandlung mit Metoclopramid wurde eine signifikante Reduktion der Atovaquon-Plasmakonzentration (um etwa 50%) beobachtet (siehe Abschnitt 4.4). Es sollte eine andere antiemetische Behandlung gewählt werden.
Bei gleichzeitiger Anwendung mit Efavirenz oder geboosterten Protease-Inhibitoren wurde eine Reduktion der Atovaquon-Konzentrationen um bis zu 75 % beobachtet. Diese Kombination ist daher nach Möglichkeit zu vermeiden (siehe Abschnitt 4.4).
Proguanil kann die Wirkung von Warfarin und anderen Cumarin-Antikoagulanzien verstärken, was zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen kann. Der Mechanismus dieser potenziellen Arzneimittelwechselwirkung wurde nicht untersucht. Bei Patienten, die dauerhaft mit oralen Antikoagulanzien behandelt werden, ist bei Beginn oder Beendigung einer Malariaprophylaxe oder -behandlung mit Atovaquon-Proguanil Vorsicht geboten. Möglicherweise muss die Dosis des oralen Antikoagulans während oder nach Ende der Behandlung mit Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox auf Grundlage des INR-Wertes angepasst werden.
Bei gleichzeitiger Behandlung mit Tetrazyclin wurde eine Reduktion der Plasmakonzentrationen von Atovaquon beobachtet.
Bei gleichzeitiger Anwendung mit Atovaquon in einer Dosierung von 45 mg/kg/Tag zur PCP-Prophylaxe bei Kindern (n=9) mit akuter lymphatischer Leukämie wurde eine Erhöhung der Plasmakonzentrationen (AUC) von Etoposid und seines Metaboliten Etoposid-Catechol um im Median 8,6 % (P=0,055) bzw. 28,4 % (P=0,031) beobachtet (im Vergleich zur gleichzeitigen Anwendung von Etoposid und Sulfamethoxazol-Trimethoprim). Bei Patienten, die gleichzeitig mit Etoposid behandelt werden, ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.4).
Proguanil wird hauptsächlich über CYP2C19 metabolisiert. Mögliche pharmakokinetische Wechselwirkungen mit anderen Substraten, Inhibitoren (z. B. Moclobemid, Fluvoxamin) und Induktoren (z. B. Artemisinin, Carbamazepin) von CYP2C19 sind jedoch nicht bekannt (siehe Abschnitt 5.2).
Schwangerschaft
Die Sicherheit einer gleichzeitigen Anwendung von Atovaquon und Proguanilhydrochlorid während der Schwangerschaft wurde bisher nicht untersucht und das potenzielle Risiko ist nicht bekannt.
Tierexperimentelle Studien ergaben keinen Hinweis auf eine teratogene Wirkung der Kombination. Die einzelnen Bestandteile haben keine Auswirkungen auf die Geburt oder die prä- und postnatale Entwicklung gezeigt. Bei Kaninchen, die während der Trächtigkeit mit Atovaquon behandelt wurden, wurde bei gleichzeitiger maternaler Toxizität eine Embryotoxizität beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).
Die Anwendung von Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox während der Schwangerschaft sollte nur dann erwogen werden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter jedes potenzielle Risiko für den Fetus überwiegt.
Die Proguanil-Komponente von Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox wirkt durch Hemmung der parasitären Dihydrofolatreduktase. Es liegen keine klinischen Daten vor, die zeigen, dass eine Supplementierung von Folsäure die Wirksamkeit des Arzneimittels verringert. Frauen im gebärfähigen Alter, die Folsäure-Präparate zur Prävention von Neuralrohrdefekten einnehmen, sollten diese Ergänzungstherapie während der Einnahme von Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox Tabletten fortsetzen.
Stillzeit
In einer Studie an Ratten wurden 30% der maternalen Plasmakonzentration von Atovaquon in der Milch gemessen. Es ist nicht bekannt, ob Atovaquon beim Menschen in die Muttermilch übergeht.
Proguanil geht in geringen Mengen in die Muttermilch über.
Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox Tabletten sollten nicht von stillenden Frauen eingenommen werden.
Fertilität
Proguanilhydrochlorid hatte bei Ratten bei einer geringeren als der therapeutischen Exposition beim Menschen keine Auswirkungen auf die Fertilität. Es liegen keine weiteren Daten zu den potenziellen Auswirkungen von Atovaquon und Proguanilhydrochlorid auf die Fertilität vor.
Es wurde über Schwindel berichtet. Die Patienten sind darauf hinzuweisen, dass sie in diesem Fall keine Fahrzeuge lenken, keine Maschinen bedienen und keine Tätigkeiten ausüben sollen, bei denen sie sich und andere gefährden könnten.
In klinischen Studien zu Atovaquon/Proguanil in der Malariatherapie waren die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Husten. In klinischen Studien zu Atovaquon/Proguanil in der Malariaprophylaxe waren die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Durchfall.
In nachfolgender Tabelle sind Nebenwirkungen zusammengefasst, für die in klinischen Prüfungen und in Spontanberichten nach der Markteinführung eine vermutete (zumindest mögliche) Kausalbeziehung mit der Behandlung mit Atovaquon-Proguanil berichtet wurde. Die Häufigkeit der Nebenwirkungen ist wie folgt definiert: sehr häufig (1/10); häufig (1/100 bis <1/10); gelegentlich (1/1.000 bis <1/100); selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Zur Sicherheit bei Kindern liegen nur begrenzte Langzeitdaten vor. Insbesondere der Langzeiteffekt von Atovaquon/Proguanil auf das Wachstum, die Pubertät und die allgemeine Entwicklung wurde nicht untersucht.
| System-organklasse | Sehr häufig | Häufig | Gelegent-lich | Selten | Nicht bekannt2 |
| Erkrankungen des Blutes und desLymphsystems | Anämie Neutro-penie 1 | Panzytopenie | |||
| Erkrankungen des Immunsystems | Allergische Reaktionen | Angioödem3 Anaphylaxie (sieheAbschnitt 4.4) Vaskulitis3 | |||
| Stoffwechsel-und Ernährungs-störungen | Hypo-natriämie1 Anorexie | Erhöhte Amylase-Werte1 | |||
| Psychiatrische Erkrankungen | Ungewöhn-liche Träume Depression | Angst-zustände | Halluzi-nationen | Panikattacken Weinen AlbträumePsychotische Störung |
| Erkrankungen des Nervensystems | Kopf-schmerzen | Schlaf-losigkeit Schwindel | Krampfanfälle | ||
| Herz-erkrankungen | Palpita-tionen | Tachykardie | |||
| Erkrankungen des Gastrointestinal-trakts | Übelkeit1 Erbrechen Durchfall Bauch-schmerzen | Stomatitis | Magenunver-träglichkeit3 Mund-geschwüre3 | ||
| Leber- undGallen-erkrankungen | ErhöhteLeber-enzyme1 | Hepatitis Cholestase3 | |||
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzell-gewebes | Pruritus Hautaus-schlag | Haar-ausfall Urtikaria | Stevens-Johnson-Syndrom Erythema multiforme Blasen Haut-abschälungPhotosensibili-tätsreaktionen | ||
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabrei-chungsort | Fieber | ||||
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraumsund Mediastinums | Husten |
-
Häufigkeit der Atovaquon-Produktinformation entnommen. Teilnehmer an klinischen Studien zu Atovaquon erhielten höhere Dosierungen und hatten oft Komplikationen einer fortgeschrittenen Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV). Diese Ereignisse wurden in klinischen Studien zu Atovaquon/Proguanil möglicherweise in geringerer Häufigkeit oder gar nicht beobachtet.
-
In Spontanberichten nach der Markteinführung beobachtet, die Häufigkeit ist daher unbekannt.
-
Mit Proguanil beobachtet.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor, um die Folgen einer Überdosierung von Atovaquon/Proguanil vorherzusagen oder bestimmte spezifische Maßnahmen zu ihrer Behandlung zu empfehlen. In den berichteten Fällen einer Überdosierung von Atovaquon stimmten die beobachteten Effekte jedoch mit den bekannten Nebenwirkungen des Arzneimittels überein. Im Falle einer Überdosierung ist der Patient zu überwachen und es sollten die allgemein üblichen unterstützenden Maßnahmen angewendet werden.
Pharmakologische Eigenschaften - Atovaquon/Proguanilhydrochlorid 250 mg/100 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antimalariamittel, ATC-Code: P01B B51
Wirkmechanismus
Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox ist ein fest dosiertes Kombinationspräparat aus Atovaquon und Proguanilhydrochlorid, das sowohl gegen Blutschizonten als auch gegen hepatische Schizonten von Plasmodium falciparum wirksam ist.
Die in Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox enthaltenen Wirkstoffe, Atovaquon und Proguanilhydrochlorid, greifen in zwei unterschiedliche Signalwege ein, die an der Biosynthese der für die Nukleinsäuren-Replikation erforderlichen Pyrimidine beteiligt sind. Der Wirkmechanismus von Atovaquon gegen P. falciparum beruht auf der Hemmung des mitochondrialen Elektronentransports am Cytochrom bc1-Komplex, was zum Zusammenbruch des mitochondrialen Membranpotentials führt. Ein Wirkmechanismus von Proguanil besteht darin, dass der Metabolit Cycloguanil die Dihydrofolatreduktase hemmt und dadurch die Deoxythymidylat-Synthese unterbricht. Proguanil wirkt auch unabhängig von seiner Verstoffwechselung zu Cycloguanil gegen Malaria und kann (im Gegensatz zu Cycloguanil) die Fähigkeit von Atovaquon verstärken, das mitochondriale Membranpotenzial in den Malariaparasiten zum Zusammenbrechen zu bringen. Letzterer Mechanismus erklärt möglicherweise die synergistische Wirkung der Kombination aus Atovaquon und Proguanil gegen Malaria.
Mikrobiologie
Atovaquon ist hochwirksam gegen Plasmodium spp. (in vitro IC50 gegen P. falciparum: 0,23–1,43 ng/ml).
Resistenz
Es bestehen keine Kreuzresistenzen zwischen Atovaquon und anderen gebräuchlichen Malariamitteln. Nach der Behandlung mit Atovaquon-Proguanil wurden vereinzelte Fälle eines Behandlungsversagens im Zusammenhang mit Mutationen im Codon 268 von Cytochrom b berichtet.
Die Wirksamkeit von Proguanil wird über den Hauptmetaboliten Cycloguanil erreicht (die IC50 gegen verschiedene Stämme von P. falciparum betrug in vitro 4-20 ng/ml; eine gewisse Wirksamkeit wird in vitro für Proguanil und einen anderen Metaboliten, 4-Chlorophenylbiguanid, beobachtet (600-3000 ng/ml)).
In in vitro-Studien wurde gezeigt, dass die Kombination von Atovaquon und Proguanil synergistisch gegen P. falciparum wirkt. Diese erhöhte Wirksamkeit wurde auch in klinischen Studien bei immunen und nicht immunen Personen gezeigt.
In der empfohlenen Dosierung treten zwischen Atovaquon und Proguanil keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen auf.
Resorption:
Atovaquon ist eine stark lipophile Verbindung mit geringer Wasserlöslichkeit. Bei HIV-infizierten Patienten beträgt die absolute Bioverfügbarkeit einer Einzeldosis von 750 mg Atovaquon-Tabletten, zu einer Mahlzeit eingenommen, 23%, bei einer interindividuellen Variabilität von etwa 45 %.
Die Aufnahme von Nahrungsfett zusammen mit Atovaquon erhöht die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Resorption; die AUC ist in diesem Fall
2- bis 3-mal höher und die Cmax 5-mal höher als bei Einnahme im Nüchternzustand. Es wird empfohlen, die Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox Tabletten zu einer Mahlzeit oder mit einem Milchgetränk einzunehmen (siehe Abschnitt 4.2).
Proguanilhydrochlorid wird unabhängig von der Nahrungsaufnahme rasch und umfassend resorbiert.
Verteilung:
Das scheinbare Verteilungsvolumen von Atovaquon und Proguanil hängt vom Körpergewicht ab.
Atovaquon ist stark an Proteine gebunden (> 99%), verdrängt aber andere stark proteingebundene Arzneimittel in vitro nicht; signifikante Arzneimittelwechselwirkungen aufgrund einer Verdrängung sind daher unwahrscheinlich.
Nach oraler Einnahme beträgt das Verteilungsvolumen von Atovaquon und Proguanil bei Erwachsenen und Kindern etwa 8,8 l/kg.
Proguanil wird zu 75% an Proteine gebunden. Nach oraler Einnahme liegt das Verteilungsvolumen von Proguanil bei Erwachsenen und Kindern zwischen 20 und 42 l/kg.
Im menschlichen Plasma wurde die Bindung von Atovaquon und Proguanil durch die Gegenwart des jeweils anderen Wirkstoffs nicht beeinflusst.
Biotransformation:
Es liegen keine Hinweise darauf vor, dass Atovaquon metabolisiert wird. Atovaquon wird in vernachlässigbarem Maße über den Urin ausgeschieden; die Muttersubstanz wird hauptsächlich (> 90%) in unveränderter Form mit dem Stuhl ausgeschieden.
Proguanilhydrochlorid wird teilweise metabolisiert, hauptsächlich durch das polymorphe Cytochrom-P450-Isoenzym 2C19, wobei weniger als 40 % unverändert mit dem Urin ausgeschieden werden. Die Metaboliten Cycloguanil und 4-Chlorophenylbiguanid werden ebenfalls über den Urin ausgeschieden.
Bei der empfohlenen Dosierung von Atovaquon/Proguanilhydrochlorid Amarox scheint der Metabolisierungsstatus von Proguanil keinen Einfluss auf die Prophylaxe oder Behandlung der Malaria zu haben.
Elimination:
Die Eliminationshalbwertszeit von Atovaquon beträgt bei Erwachsenen etwa 2-3 Tage und bei Kindern etwa 1-2 Tage.
Die Eliminationshalbwertszeit von Proguanil und Cycloguanil beträgt bei Erwachsenen wie bei Kindern etwa 12–15 Stunden.
Die Clearance von Atovaquon und Proguanil nach oraler Einnahme steigt mit zunehmendem Körpergewicht und ist bei Personen mit einem Körpergewicht von 80 kg etwa 70 % höher als bei Personen mit einem Körpergewicht von 40 kg. Die mittlere orale Clearance bei Kindern und Erwachsenen mit einem Körpergewicht zwischen 10 und 80 kg lag bei Atovaquon zwischen 0,8 und 10,8 l/h und bei Proguanil zwischen 15 und 106 l/h.
Pharmakokinetik bei Kindern:
In klinischen Studien, in denen Kinder Atovaquon/Proguanil in einer an das Körpergewicht angepassten Dosierung erhielten, lagen die Talspiegel von Atovaquon, Proguanil und Cycloguanil bei den Kindern in der Regel innerhalb des Bereichs, der auch bei Erwachsenen gemessen wird.
Pharmakokinetik bei älteren Patienten:
Es bestehen keine klinisch signifikanten Unterschiede zwischen älteren und jungen Patienten in Bezug auf die durchschnittliche Geschwindigkeit und das Ausmaß der Resorption von Atovaquon oder Proguanil. Die systemische Verfügbarkeit von Cycloguanil ist bei älteren Patienten vergleichsweise höher als bei jungen Patienten (die AUC ist um 140% und die Cmax um 80% erhöht), es gibt aber keine klinisch signifikanten Unterschiede in Bezug auf die Eliminationshalbwertszeit (siehe Abschnitt 4.2).
Pharmakokinetik bei eingeschränkter Nierenfunktion:
Bei Patienten mit gering- bis mittelgradiger Einschränkung der Nierenfunktion liegen die Werte für die Clearance nach oraler Einnahme und/oder für die AUC von Atovaquon, Proguanil und Cycloguanil im Bereich der Werte, die auch bei Patienten mit normaler Nierenfunktion gemessen werden.
Bei Patienten mit hochgradig eingeschränkter Nierenfunktion sind die Cmax und die AUC von Atovaquon um 64% bzw. um 54% reduziert.
Bei Patienten mit hochgradig eingeschränkter Nierenfunktion ist die Eliminationshalbwertszeit von Proguanil (t½ 39 Stunden) und Cycloguanil (t½ 37 Stunden) verlängert, was bei wiederholter Dosierung eine mögliche Wirkstoffakkumulation zur Folge hat (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Pharmakokinetik bei eingeschränkter Leberfunktion:
Bei Patienten mit gering- bis mittelgradiger Einschränkung der Leberfunktion bestehen keine klinisch bedeutsamen Unterschiede in der Exposition gegenüber Atovaquon im Vergleich zu gesunden Patienten.
Bei Patienten mit gering- bis mittelgradiger Einschränkung der Leberfunktion ist die AUC von Proguanil um 85 % erhöht und die Cmax und AUC von Cycloguanil sind um 65–68 % reduziert, bei unveränderter Eliminationshalbwertszeit.
Zur Anwendung bei Patienten mit hochgradiger Einschränkung der Leberfunktion liegen keine Daten vor (siehe Abschnitt 4.2).
Pharmazeutische Angaben - Atovaquon/Proguanilhydrochlorid 250 mg/100 mg
Tablettenkern Poloxamer188
Mikrokristalline Cellulose (E 460)
Niedrig substituierte Hydroxypropylcellulose (E 463) Povidon K30 ( E 2101)
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Typ A) Magnesiumstearat (Ph.Eur.) (E 572) Hochdisperses Siliciumdioxid (E 551)
Filmüberzug
Hypromellose 3 mPa.s (E 464)
Hypromellose 15 mPa.s (E 464)
Hypromellose 50 mPa.s (E 464) Titandioxid (E171)
Macrogol 400 (E 1521)
Macrogol 8000 (E 1521)
Eisen(III)-oxid (E 172)
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Klare Alu-PVC-Blisterpackung, Aluminium/Aluminium-Blisterpackung und HDPE-Behältnisse
Packungsgröße:
Alu-Alu-Blisterpackung: 1, 12, 21, 24, 28, 36 Filmtabletten
Alu-PVC-Blisterpackung: 1, 12, 21, 24, 28, 36 Filmtabletten
HDPE-Behältnisse: 30, 100 Filmtabletten
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.