Recigar 1,5 mg Filmtabletten
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Recigar 1,5 mg
Raucherentwöhnung und Verminderung des Verlangens nach Nikotin bei erwachsenen Rauchern, die mit dem Rauchen aufhören wollen.
Das Ziel der Behandlung mit Recigar ist die dauerhafte Beendigung der Anwendung nikotinhaltiger Produkte.
Recigar sollte nach dem folgenden Schema eingenommen werden:
| Behandlungstage | Empfohlene Dosis | Maximale Tagesdosis |
| Vom 1. bis 3. Tag | 1,5 mg (1 Tablette) alle 2 Stunden | 9 mg (6 Tabletten) |
| Vom 4. bis 12. Tag | 1,5 mg (1 Tablette) alle 2 1/2 Stunden | 7,5 mg (5 Tabletten) |
| Vom 13. bis 16. Tag | 1,5 mg (1 Tablette) alle 3 Stunden | 6 mg (4 Tabletten) |
| Vom 17. bis 20. Tag | 1,5 mg (1 Tablette) alle 5 Stunden | 4,5 mg (3 Tabletten) |
| Vom 21. bis 25. Tag | 1,5 – 3 mg (1 – 2 Tabletten) pro Tag | bis zu 3 mg (2 Tabletten) |
Die Behandlungsdauer beträgt 25 Tage.
Das Rauchen sollte spätestens am 5. Tag der Behandlung eingestellt werden. Während der Behandlung darf nicht weitergeraucht werden, da sonst verstärkt Nebenwirkungen auftreten
können (siehe Abschnitt 4.4). Bei einem Therapieversagen sollte die Behandlung abgebrochen werden. Sie kann nach 2 bis 3 Monaten wiederaufgenommen werden.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Recigar bei Kindern und Jugendlichen ist nicht erwiesen.
Die Anwendung von Recigar bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen.
Art der Anwendung Recigar ist zum Einnehmen.
Die Tabletten sollten mit ausreichend Wasser eingenommen werden.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile,
Instabile Angina pectoris,
Kürzlich durchgemachter Myokardinfarkt, Klinisch relevante Arrhythmien,
Kürzlich aufgetretener Schlaganfall, Schwangerschaft und Stillzeit.
Recigar darf nur von Personen angewendet werden, die ernsthaft entschlossen sind sich das Rauchen abzugewöhnen. Die Patienten müssen wissen, dass verstärkte Nebenwirkungen von
Nikotin auftreten können, wenn während der Anwendung des Arzneimittels weiter geraucht wird oder nikotinhaltige Produkte angewendet werden.
Recigar muss mit besonderer Vorsicht angewendet werden bei koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Hypertonie, Phäochromozytom, Arteriosklerose und anderen peripheren Gefäßerkrankungen, Magen-/Duodenalulzera, gastroösophagealem Reflux, Hyperthyreose, Diabetes mellitus und Schizophrenie, beeinträchtiger Nieren- und Leberfunktion.
Beendigung des Rauchens
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe im Tabakrauch induzieren den Abbau von
Wirkstoffen, die über CYP 1A2 (und möglicherweise durch CYP 1A1) metabolisiert werden.
Wenn ein Raucher mit dem Rauchen aufhört, kann dies zu einer langsameren Metabolisierung und in der Folge zu höheren Blutspiegeln dieser Wirkstoffe führen. Dies ist möglicherweise klinisch
relevant für Arzneimittel mit einer geringen therapeutischen Breite (z. B. Theophyllin, Tacrin, Clozapin und Ropinirol).
Auch die Plasmaspiegel anderer Arzneimittel, die teilweise über CYP 1A2 metabolisiert werden (z. B. Imipramin, Olanzapin, Clomipramin und Fluvoxamin), können bei einem Rauchstopp ansteigen. Dies wurde jedoch nicht durch Daten belegt, und die mögliche klinische Bedeutung eines solchen Effekts ist nicht bekannt. Begrenzte vorliegende Daten deuten darauf hin, dass auch die Metabolisierung von Flecainid und Pentazocin durch Rauchen induziert werden kann.
Eine depressive Stimmungslage, selten verbunden mit Suizidgedanken und Suizidversuch, kann ein Symptom des Nikotinentzugs sein. Die behandelnden Ärzte sollten sich dessen bewusst sein, dass Patienten, die – mit oder ohne unterstützende Behandlung – das Rauchen aufgeben,
schwerwiegende neuropsychiatrische Symptome entwickeln können.
Psychiatrische Vorerkrankungen
Eine Raucherentwöhnung – mit oder ohne Arzneimitteltherapie – wurde mit der Exazerbation einer vorbestehenden psychiatrischen Erkrankung (z. B. Depression) in Verbindung gebracht.
Bei Patienten mit psychiatrischen Vorerkrankungen Vorsicht ist geboten, und die Patienten sollten entsprechend beraten werden.
Ältere Patienten
Aufgrund begrenzter klinischer Erfahrung wird die Anwendung von Recigar bei älteren Patienten über 65 Jahre nicht empfohlen.
Eingeschränkte Nierenfunktion, eingeschränkte Leberfunktion
Es gibt keine klinischen Erfahrungen mit Recigar bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion. Daher wird die Anwendung dieses Arzneimittels in dieser Patientengruppe nicht empfohlen.
Frauen im gebährfähigen Alter
Frauen im gebährfähigen Alter müssen während der Behandlungmit Recigar eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitte 4.5 und 4.6).
Aspartam (E951)
Recigar enthält Aspartam als Quelle für Phenylalanin und kann schädlich sein für Patienten mit Phenylketonurie.
Recigar sollte nicht zusammen mit Tuberkulostatika angewendet werden. Sonstige klinische Daten zu relevanten Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln liegen nicht vor.
Die Patienten müssen wissen, dass verstärkte Nebenwirkungen von Nikotin auftreten können, wenn während der Anwendung des Arzneimittels weiter geraucht wird oder nikotinhaltige Produkte angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).
Hormonelle Kontrazeptiva
Es ist nicht bekannt, ob Recigar die Wirksamkeit systemischer hormoneller Kontrazeptiva beeinträchtigt. Frauen, die systemische hormonelle Kontrazeptiva anwenden, sollten daher zusätzlich eine Barrieremethode verwenden.
Frauen im gebährfähigen Alter
Frauen im gebährfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Recigar eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5). Frauen, die systemische hormonelle Kontrazeptiva anwenden, sollten zusätzlich eine Barrieremethode verwenden.
Schwangerschaft
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Cytisiniclin bei Schwangeren vor.
Es liegen keine ausreichenden tierexperimentellen Studien in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität vor (siehe Abschnitt 5.3).
Die Anwendung von Cytisiniclin ist während der Schwangerschaft kontraindiziert, da es die Placenta passieren kann (siehe Abschnitt 4.3).
Stillzeit
Physiko-chemische Daten weisen darauf hin, dass Cytisiniclin in die Milch ausgeschieden wird. Daher ist Recigar während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Fertilität
Es gibt keine Daten zu den Auswirkungen von Recigar auf die Fertilität.
Recigar hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Der Anteil der Patienten, die die Behandlung wegen Nebenwirkungen abbrachen, lag bei 6–15,5 % und war in kontrollierten Studien dem Anteil der Patienten vergleichbar, der die Therapie in der Placebo-Gruppe abbrach. In der Regel wurden leichte bis mittelschwere Nebenwirkungen
beobachtet. Diese betrafen am häufigsten den Gastrointestinaltrakt. Die meisten Nebenwirkungen traten zu Beginn der Therapie auf und klangen im weiteren Verlauf der Behandlung wieder ab.
Diese Symptome sind möglicherweise auch auf die Raucherentwöhnung zurückzuführen und nicht auf die Anwendung des Arzneimittels.
Im Folgenden sind alle Nebenwirkungen nach Systemorganklasse und der Häufigkeit, in der sie in klinischen Studien auftraten, aufgelistet. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥
1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000), sehr selten (<1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:
Sehr häufig: Veränderungen (meistens Zunahme) des Appetits, Gewichtszunahme
Erkrankungen des Nervensystems:
Sehr häufig: Schwindel, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Angstzustände, Schlafstörungen (Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Lethargie, ungewöhnliche Träume, Albträume), Kopfschmerzen Häufig: Konzentrationsstörungen
Gelegentlich: Gefühl eines schweren Kopfes, verminderter Geschlechtstrieb
Augenerkrankungen:
Gelegentlich: verstärkte Tränensekretion
Herzerkrankungen:
Sehr häufig: Tachykardie
Häufig: verlangsamte Herzfrequenz
Gefäßerkrankungen:
Sehr häufig: Hypertonie
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums:
Gelegentlich: Dyspnoe, vermehrte Bildung von Sputum
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:
Sehr häufig: Mundtrockenheit, Diarrhö, Übelkeit, Veränderung des Geschmacksempfindens, Sodbrennen, Obstipation, Erbrechen, abdominelle Schmerzen (insbesondere im Oberbauch) Häufig: geblähtes Abdomen, Zungenbrennen
Gelegentlich: übermäßige Speichelbildung
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes:
Sehr häufig: Hautausschlag
Gelegentlich: Schwitzen, verminderte Hautelastizität
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:
Sehr häufig: Myalgien
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:
Sehr häufig: Fatigue Häufig: Unwohlsein
Gelegentlich: Müdigkeit
Untersuchungen:
Gelegentlich: Anstieg der Transaminasenspiegel im Serum
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Bei einer Überdosierung von Recigar können die Symptome einer Nikotinintoxikation auftreten. Überdosierungssymptome sind Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen, beschleunigte Herzfrequenz, Blutdruckschwankungen, Atemstörungen, Sehstörungen, klonische Anfälle. In allen Fällen einer Überdosierung sind die üblichen Maßnahmen wie bei akuten Vergiftungen zu ergreifen; es sollte eine Magenspülung durchgeführt werden und die Diurese sollte mit Infusionen und Diuretika
kontrolliert werden. Antiepileptika mit Wirkung auf das kardiovaskuläre System und stimulierender Wirkung auf die Atmung können bei Bedarf angewendet werden. Atmung, Blutdruck und Herzfrequenz sollten überwacht werden.
Pharmakologische Eigenschaften - Recigar 1,5 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel für das Nervensystem; Mittel zur Behandlung der Nikotinabhängigkeit
ATC-Code: N07BA04
Die Anwendung von Recigar ermöglicht eine schrittweise Reduktion der Nikotinabhängigkeit durch Linderung der Entzugserscheinungen.
Der Wirkstoff von Recigar ist das pflanzliche Alkaloid Cytisiniclin, das unter anderem in Samen des Goldregens (Laburnum) enthalten ist und eine ähnliche chemische Struktur hat wie Nikotin. Seine Wirkung wird über die nikotinergen Acetylcholinrezeptoren vermittelt. Die Wirkung von Cytisiniclin ist der von Nikotin vergleichbar, aber im Allgemeinen schwächer. Cytisiniclin
konkurriert mit Nikotin um dieselben Rezeptoren und verdrängt Nikotin allmählich aufgrund seiner stärkeren Bindungsaffinität. Es hat eine geringere Stimulationswirkung auf Nikotinrezeptoren,
insbesondere vom Typ α4β2 (an denen es als partieller Agonist wirkt), und tritt in einem geringeren Ausmaß als Nikotin in das zentrale Nervensystem über.
Man nimmt an, dass Cytisiniclin im Zentralnervensystem die Mechanismen der
Nikotinabhängigkeit und die Freisetzung von Neurotransmittern beeinflusst. Es verhindert die
vollständige nikotinabhängige Aktivierung des mesolimbischen Dopaminsystems und bewirkt eine mäßiggradige Steigerung der Dopaminspiegel im Gehirn, wodurch die zentralnervösen Symptome des Nikotinentzugs gelindert werden. Im peripheren Nervensystem stimuliert Cytisiniclin die autonomen Ganglien des Nervensystems und wirkt auf diese ein, bewirkt eine reflektorische
Atemstimulation und Ausschüttung von Katecholaminen aus dem Nebennierenmark, steigert den Blutdruck und verhindert die peripheren Symptome des Nikotinentzugs.
Resorption
Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Cytisiniclin wurden nach Gabe einer oralen Einzeldosis von 1,5 mg Cytisiniclin bei 36 gesunden Probanden bestimmt. Nach oraler Anwendung wurde Cytisiniclin rasch aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert. Die durchschnittliche maximale Plasmakonzentration von 15,55 ng/ml wurde nach einer mittleren Zeitdauer von 0,92 Stunden erreicht.
Biotransformation
Cytisiniclin wurde nur in geringem Umfang metabolisiert.
Elimination
64 % der Dosis wurden innerhalb von 24 Stunden unverändert im Urin ausgeschieden. Die mittlere Plasmahalbwertszeit betrug etwa 4 Stunden. Die mittlere Verweildauer (MRT) lag bei etwa 6 Stunden.
Daten von Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen liegen nicht vor und der Einfluss der Nahrungsaufnahme auf die Cytisiniclin-Exposition ist nicht bekannt.
Pharmazeutische Angaben - Recigar 1,5 mg
Tablettenkern:
Mannitol (Ph.Eur.) (E 421) Maisstärke
Magnesium-aluminosilicat(MgAl2Si1.7O7.4)-hydrat Hypromellose
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) Hochdisperses Siliciumdioxid
Filmüberzug:
Hypromellose Titandioxid (E171) Mikrokristalline Cellulose Talkum
Glycerol (E422)
Indigocarmin-Aluminiumsalz (E132) Chinolingelb-Aluminiumsalz (E104) Menthol-Aroma
Aspartam (E951)
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
PVC/PVD//Aluminium-Blisterpackungen in Umkartons mit 100 Filmtabletten.