Arlevert® 20 mg / 40 mg Tabletten
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Arlevert® 20 mg / 40 mg
Behandlung von Schwindelsymptomen verschiedener Genese. Arlevert wird angewendet bei Erwachsenen.
Dosierung
Erwachsene: 3-mal täglich 1 Tablette.
Zu Beginn der Behandlung und in schweren Fällen kann die Dosis auf bis zu 5 Tablet-ten täglich erhöht werden.
Ältere Patienten: Dosierung wie für Erwachsene.
Eingeschränkte Nierenfunktion:
Arlevert sollte bei Patienten mit leichter bis mäßiger Niereninsuffizienz mit Vorsicht angewendet werden. Arlevert sollte von Patienten mit einer Kreatinin-Clearance ≤ 25 ml/min (schwere Niereninsuffizienz) nicht angewendet werden.
Eingeschränkte Leberfunktion:
Es sind keine Untersuchungen an Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion verfüg-bar. Arlevert sollte von Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion nicht an-gewendet werden.
Kinder und Jugendliche:
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Arlevert bei Kindern und Jugendlichen im Alter bis 18 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Die Dauer der Behandlung sollte im Allgemeinen 4 Wochen nicht überschreiten. Der Arzt entscheidet, ob eine längere Behandlung erforderlich ist.
Art der Anwendung
Arlevert Tabletten sind unzerkaut mit etwas Flüssigkeit nach den Mahlzeiten einzuneh-men.
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Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, Diphenhydramin oder andere Antihista-minika ähnlicher Struktur bzw. einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Be-standteile.
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Diphenhydramin wird vollständig renal ausgeschieden und Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz waren vom klinischen Untersuchungsprogramm ausgeschlos-sen. Arlevert sollte von Patienten mit einer Kreatinin-Clearance ≤ 25 ml/min (schwere Niereninsuffizienz) nicht verwendet werden.
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Da beide Wirkstoffkomponenten von Arlevert weitgehend durch hepatische Cy-tochrom P450-Enzyme metabolisiert werden, erhöhen sich die Plasmakonzentra-tionen der unveränderten Wirkstoffe und ihre Halbwertszeiten bei Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion. Dies wurde für Diphenhydramin bei Pati-enten mit Zirrhose nachgewiesen. Arlevert sollte daher von Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion nicht angewendet werden.
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Patienten mit Engwinkelglaukom, Krampfanfällen, Verdacht auf erhöhten intrakra-niellen Druck, Alkoholmissbrauch oder Harnretention aufgrund von urethroprosta-tischen Erkrankungen sollten Arlevert nicht anwenden.
Arlevert führt zu keiner signifikanten Senkung des Blutdrucks, jedoch sollte es bei hy-potonen Patienten mit Vorsicht angewendet werden.
Arlevert sollte nach den Mahlzeiten eingenommen werden, um Magenreizungen zu minimieren.
Arlevert sollte mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit Zuständen, die durch eine anticholinerge Therapie verschlimmert werden könnten, z. B. erhöhter int-raokulärer Druck, pyloroduodenale Einengung, Prostatahypertrophie, Bluthochdruck, Hyperthyreose oder schwere koronare Herzkrankheit.
Arlevert sollte bei Patienten mit Morbus Parkinson mit Vorsicht angewendet werden. Natrium
Arlevert enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d. h., es ist nahezu
„natriumfrei“.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Die anticholinergen und sedierenden Wirkungen von Arlevert können durch Mono-aminooxidase-Hemmer verstärkt werden. Procarbazin kann die Wirkung von Arlevert verstärken.
Wie andere Antihistaminika kann Arlevert die sedierenden Wirkungen von zentral-dämpfenden Substanzen wie Alkohol, Barbituraten, zentralwirksamen Analgetika und Tranquilizern verstärken. Patienten sollten angewiesen werden, alkoholische Ge-tränke zu vermeiden. Außerdem kann Arlevert die Wirkungen von Antihypertonika, Ephedrin und Anticholinergika wie Atropin und trizyklischen Antidepressiva verstär-ken.
Ototoxische Symptome im Zusammenhang mit der Anwendung von Aminoglykosid-Antibiotika sowie Hautreaktionen bei Allergietests können durch Arlevert maskiert werden.
Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die das QT-Intervall im EKG verlän-gern (wie z. B. Antiarrhythmika Klasse IA oder III) sollte vermieden werden.
Über potenzielle pharmakokinetische Wechselwirkungen von Cinnarizin und Diphen-hydramin mit anderen Arzneimitteln liegen nur eingeschränkte Informationen vor.
Diphenhydramin inhibiert den durch CYP2D6 vermittelten Stoffwechsel; Vorsicht ist geboten, falls Arlevert gleichzeitig mit Substraten dieses Enzyms angewendet wird, insbesondere bei solchen mit geringer therapeutischer Breite.
Schwangerschaft
Über die Sicherheit von Arlevert während der Schwangerschaft liegen keine Untersu-chungen vor. Tierexperimentelle Studien sind unzureichend im Hinblick auf die Aus-wirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fötale und postnatale Entwicklung (siehe Abschnitt 5.3). Das teratogene Risiko der Einzelwirkstoffe Dimenhydri-nat/Diphenhydramin und Cinnarizin ist gering. In tierexperimentellen Studien wurden keine teratogenen Wirkungen beobachtet.
Bisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Arlevert bei Schwangeren vor. Es liegen keine ausreichenden tierexperimentellen Studien in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität vor (siehe Abschnitt 5.3).
Aufgrund von Erfahrungen am Menschen besteht der Verdacht, dass Dimenhydrinat am Uterus Kontraktilitätssteigerungen hervorrufen und vorzeitig Wehen auslösen kann.
Die Anwendung von Arlevert während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.
Stillzeit
Dimenhydrinat und Cinnarizin gehen in die Muttermilch über. Arlevert soll während der Stillzeit nicht angewendet werden.
Fertilität
Nicht bekannt.
Arlevert kann geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Be-dienen von Maschinen haben.
Arlevert kann zu Schläfrigkeit führen, insbesondere bei Behandlungsbeginn. Derart beeinträchtigte Patienten sollten keine Fahrzeuge lenken oder Maschinen bedienen.
Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen sind Somnolenz (einschließlich Schläfrigkeit, Müdigkeit, Erschöpfung, Benommenheit) bei ca. 8% und Mundtrocken-heit bei ca. 5% der Patienten in klinischen Studien. Diese Symptome haben in der Regel eine milde Ausprägung und verschwinden auch bei fortgesetzter Behandlung innerhalb weniger Tage. Die folgende Tabelle enthält die Häufigkeit der Nebenwir-kungen, die im Zusammenhang mit Arlevert in klinischen Studien aufgetreten oder spontan gemeldet worden sind.
Tabellarische Liste der Nebenwirkungen: Siehe Tabelle
| Häufigkeit der Neben-wirkung | Häufig≥1/100,<1/10 | Gelegentlich≥1/1 000,<1/100 | Selten≥1/10 000,<1/1 000 | Sehr selten<1/10 000 |
| Systemor-ganklassen: | ||||
| Erkrankungen | Leukopenie, Thrombopenie, Aplastische Anämie | |||
| des Blutes | ||||
| und des | ||||
| Lymphsys- | ||||
| tems | ||||
| Erkrankungen des Immun-systems | Überempfind-lichkeitsreaktio-nen (z. B. | |||
| Hautreaktionen) | ||||
| Erkrankungen des Nerven-systems | Somnolenz, Kopfschmer-zen | Parästhesien, Amnesie, Tinnitus, | ||
| Tremor, | ||||
| Nervosität, |
| Konvulsionen | ||||
| Augenerkran-kungen | Sehstörungen | |||
| Erkrankungen des Gastroin-testinaltrakts | Mundtrocken-heit, Abdominelle Schmerzen | Dyspepsie, Nausea, Diarrhö | ||
| Erkrankungen der Haut und des Unter-hautzellgewe-bes | Schwitzen, Hautausschlag | Photosensitivi-tät | ||
| Erkrankungen der Nieren und Harn-wege | Miktionsstörun-gen |
Darüber hinaus stehen die folgenden Nebenwirkungen mit Dimenhydrinat und Cinnarizin in Zusammenhang (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):
Dimenhydrinat: paradoxe Exzitationserscheinungen (insbesondere bei Kindern), Ver-schlechterung eines bestehenden Engwinkelglaukoms, reversible Agranulozytose.
Cinnarizin: Obstipation, Gewichtszunahme, Herzenge, cholestatischer Ikterus, extra-pyramidal-motorische Symptome, lupusartige Hautreaktionen, Lichen ruber planus.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Ver-hältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Me-dizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Zu den Symptomen einer Überdosierung mit Arlevert zählen Schläfrigkeit, Schwindel und Ataxie mit anticholinergen Erscheinungen wie Mundtrockenheit, Gesichtsrötung, erweiterten Pupillen, Tachykardie, Fieber, Kopfschmerzen und Harnretention. Insbe-sondere bei massiver Überdosierung kann es zu Krämpfen, Halluzinationen, Exzitati-onserscheinungen, Atemdepression, Hypertonie, Tremor und Koma kommen.
Behandlung einer Überdosierung: Respiratorische Insuffizienz oder Kreislaufversagen sollten durch allgemeine unterstützende Maßnahmen behandelt werden. Eine Magen-spülung mit isotonischer Kochsalzlösung wird empfohlen. Eine engmaschige Kontrolle der Körpertemperatur empfiehlt sich, da insbesondere bei Kindern als Folge einer An-tihistaminvergiftung eine Hyperpyrexie auftreten kann.
Krampfartige Erscheinungen können durch vorsichtige Anwendung eines kurzwirken-den Barbiturates kontrolliert werden. Bei deutlich ausgeprägten zentralanticholinergen
Wirkungen sollte (nach Physostigmintest) das Antidot Physostigmin 0,03 mg/kg KG (Erwachsene max. 2 mg, Kinder max. 0,5 mg) langsam i. v. (oder notfalls i. m.) verab-reicht werden.
Dimenhydrinat ist dialysierbar, jedoch wird die Behandlung einer Überdosierung durch eine solche Maßnahme als unbefriedigend erachtet. Eine ausreichende Elimination kann mittels Hämoperfusion unter Anwendung von Aktivkohle erreicht werden. Bezüg-lich der Dialysierbarkeit von Cinnarizin sind keine Daten verfügbar.
Pharmakologische Eigenschaften - Arlevert® 20 mg / 40 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivertiginosa, ATC-Code: N07CA52
Dimenhydrinat, das Chlortheophyllinsalz von Diphenhydramin, wirkt als Antihistamini-kum mit anticholinergen (antimuskarinischen) Eigenschaften und weist parasympa-tholytische und zentraldämpfende Wirkungen auf. Der Wirkstoff zeigt antiemetische und antivertiginöse Effekte durch eine Beeinflussung der Chemorezeptor-Trigger-zone im Bereich des 4. Ventrikels. Dimenhydrinat wirkt daher vorwiegend auf das zentral-vestibuläre System.
Aufgrund seiner kalziumantagonistischen Eigenschaften wirkt Cinnarizin in erster Li-nie labyrinthdepressorisch, indem es den Einstrom von Kalziumionen in die vestibulä-ren Sinneszellen inhibiert. Cinnarizin wirkt daher hauptsächlich auf das peripher-ves-tibuläre System.
Es ist bekannt, dass sowohl Cinnarizin als auch Dimenhydrinat bei der Behandlung von Schwindel wirksam sind. Das Kombinationspräparat hat sich bei den untersuch-ten Patienten als wirksamer erwiesen als die Einzelwirkstoffe.
Das Arzneimittel wurde im Hinblick auf die Reisekrankheit nicht untersucht.
Resorption und Verteilung:
Nach oraler Gabe wird aus Dimenhydrinat schnell Diphenhydramin freigesetzt. Diphenhydramin und Cinnarizin werden schnell aus dem Gastrointestinaltrakt resor-biert. Maximale Plasmakonzentrationen (Cmax) von Cinnarizin und Diphenhydramin werden beim Menschen innerhalb von 2-4 Stunden erreicht. Die Plasmaeliminations-halbwertszeiten beider Substanzen liegen zwischen 4-5 Stunden; dies gilt sowohl für die Einzelsubstanzen wie auch für das Kombinationspräparat.
Biotransformation:
Cinnarizin und Diphenhydramin werden in der Leber weitgehend metabolisiert. Der Metabolismus von Cinnarizin umfasst Ring-Hydroxylierungsreaktionen, die teilweise durch CYP2D6 katalysiert werden und N-Dealkylierungsreaktionen mit geringer CYP-Enzymspezifität. Diphenhydramin wird hauptsächlich durch die sequenzielle N-Demethylierung des tertiären Amins metabolisiert. In-vitro-Studien in
Lebermikrosomen des Menschen weisen auf die Beteiligung von verschiedenen CYP-Enzymen, einschließlich CYP2D6, hin.
Elimination:
Cinnarizin wird hauptsächlich mit den Faeces ausgeschieden (40 – 60 %), zu einem geringeren Teil auch mit dem Urin, vorwiegend in Form von Metaboliten als Glukuro-nid-Konjugate. Diphenhydramin wird hauptsächlich mit dem Urin ausgeschieden, überwiegend in Form von Metaboliten, mit der deaminierten Verbindung Diphenylme-thoxy-Essigsäure als Hauptmetaboliten (40 – 60 %).
Pharmazeutische Angaben - Arlevert® 20 mg / 40 mg
Talkum, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Maisstärke, mikrokristalline Cellulose, Croscar-mellose-Natrium, Hypromellose, hochdisperses Siliciumdioxid.
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich
Faltschachtel mit 20, 30, 50 und 100 Tabletten, Klinikpackungen mit 500 und 1 000 Tabletten, unverkäufliches Muster mit 20 Tabletten.
Die Tabletten sind in Blisterstreifen verpackt, 15, 20 bzw. 25 Tabletten pro Streifen. Die Streifen bestehen aus Hart-PVC-Folie (glasklar, 250 µm) mit PVDC-Beschichtung (40 g/m2) und Aluminium-Folie (hart, mit Heißsiegel-Lack, 20 µm).
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.