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Verschreibungsinformationen

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Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Tambocor 100 mg kohlpharma Tabletten

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Tbl.

Hersteller

kohlpharma GmbH
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Fachinfo - Tambocor 100 mg

Anwendungsgebiete

Symptomatische und behandlungsbedürftige ta-chykarde supraventrikuläre

Herzrhythmusstörun-gen, wie z.B. AV-junktionale Tachykardien, supra-ventrikuläre Tachykardien bei WPW-Syndrom oder paroxysmales Vorhofflimmern.

Schwerwiegend symptomatische ventrikuläre

ta-chykarde Herzrhythmusstörungen, wenn diese nach Beurteilung des Arztes lebensbedrohend sind.

Dosierung

Die Tabletten sind zu oder nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit zu schlucken. Die Dauer der Flecainid-Anwendung ist unbegrenzt und rich-tet sich nach dem klinischen Bild des Patienten.

Hinweis:

Bei der Anwendung ist zu berücksichtigen, dass bisher für kein Antiarrhythmikum der Klasse I nach-gewiesen werden konnte, dass eine Behandlung der Herzrhythmusstörungen eine Lebensverlänge-rung bewirkt.

  • Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegen-mittel

    1. Symptome einer Überdosierung

      Die Symptome einer Flecainid-Intoxikation verlaufen in Abhängigkeit von der eingenommenen Dosis, dem Zeitpunkt der Entgiftungsmaßnahmen und dem Funktionszustand des Myokards.

      Bei Überdosierungen können kardiale und

      extra-kardiale Nebenwirkungen auftreten, die unter Ab-schnitt 6. “Nebenwirkungen” aufgeführt sind. In Fällen schwerer Intoxikation, akzidentell oder

      sui-zidal, können darüber hinaus Asystolie, Atemstill-stand und eine akute Erhöhung der endokardialen Reizschwelle auftreten.

    2. Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

      Für die Behandlung einer Flecainid-Überdosierung ist kein spezifisches Antidot bekannt. Die

      Behand-lung sollte folgende Maßnahmen einschließen:

      • Absetzen von Flecainid bzw. Dosisreduktion,

      • Magenspülung und Entfernung nicht resorbier-ter Substanz aus dem Gastrointestinaltrakt; die gleichzeitige Instillation großer Mengen

        Aktivkoh-le kann im Darmlumen verbliebenes Flecainida-cetat binden und eine weitere Resorption deut-lich reduzieren,

      • Symptomatische intensivmedizinische Maßnah-men.

      Hämodialyse und Hämoperfusion stellen keine wirk-samen Mittel zur Elimination von Flecainid dar (zur pH-Wert-abhängigen Elimination von Flecainid sie-he Abschnitt 13.3 “Pharmakokinetik”).

       Maßnahmen bei SA-Block und AV- Block II. oder III. Grades

      • Parasympatholyse durch Atropin bzw.

        Ipratropi-umbromid. Sympathotonisierung durch Orcipre-nalin; gegebenenfalls Schrittmachertherapie.

        • Maßnahmen bei intraventrikulärer Blockbildung (Schenkelblockbildung)

      • Dosisreduktion bzw. Absetzen von Flecainid, ge-gebenenfalls Schrittmachertherapie. Bei ausblei-bendem Erfolg der Elektrostimulation

        durch Schrittmacher kann versucht werden, durch hohe Dosen von Orciprenalin die Ansprechbarkeit des Myokards zu verbessern.

        • Maßnahmen bei akuter kardialer Dekompensa-tion, u.U. mit Blutdruckabfall

      • Absetzen von Flecainid, schnelle

        i.v.-Aufsätti-gung mit Herzglykosiden; bei bestehendem Lungenödem intravenöse Anwendung von Furosemid, Preload-Senkung durch hoch-dosierte Nitrat-Anwendung, falls erforderlich, Katecholamine (z.B. Adrenalin und/oder Do-pamin und Dobutamin).

        Zirkulationsunterstüt-zung durch intraaortale Ballon-Pumpe kann versucht werden.

        • Spezifische Maßnahmen bei schweren Intoxi-kationen

      • Bei schwerer Hypotonie und Bradykardie (bei in der Regel bewusstlosen Patienten): Atropin 0,5 – 1 mg i.v., Adrenalin 0,5 – 1,0 mg i.v., evtl.

        Adre-nalin-Dauertropf. Die Tropfgeschwindigkeit richtet sich nach der klinischen Wirkung; ggf. Parasym-patholyse mit Atropin/Ipratropiumbromid; ggf. an-tibradykarde Schrittmacher-Stimulation.

      • Bei zerebralen Krampfanfällen:

        z.B. Diazepam i.v., Sicherung der Atemwege, notfalls Intubation und kontrollierte Beatmung unter Relaxation (z.B. Pancuronium 2 – 6 mg).

      • Bei Kreislaufstillstand durch Asystolie oder Kammerflimmern:

        Basismaßnahmen der kardio-pulmonalen Reanimation (ABC-Regel):

        • Atemwege frei machen bzw. Intubation.

        • Beatmen, wenn möglich mit erhöhter Sauer-stoffzufuhr.

        • Circulation, d.h. externe Herzmassage (notfalls über mehrere Stunden!).

          Adrenalin 0,5 – 1 mg i.v., bzw. mit 10 ml

          isotoni-scher Natriumchloridlösung verdünnt über Tubus intratracheal, sofern kein zentralvenöser herzna-her Zugang liegt. Je nach klinischer Wirkung kann eine mehrfache Wiederholung der Adrena-lin-Anwendung erfolgen.

      • Bei Kammerflimmern:

        Defibrillation. Bei Refraktärität 5 – 15 mval

        Ka-liumchlorid i.v. und anschließende erneute Defi-brillation.

      • Ist die Konversion einer malignen ventrikulären Tachykardie durch übliche Maßnahmen (s.o.) nicht durchführbar, ist auch der Versuch einer antitachykarden Schrittmacher-Stimulation

        ge-rechtfertigt (z.B. Overdrive-Suppression).

      • Ausgleich der metabolischen Azidose mit

        Na-triumbicarbonat 8,4%ig, initial 1 ml/kg KG i.v., Wiederholung nach 15 Minuten.

      • Versuch der Funktionsverbesserung von Herz und Niere durch Infusionen mit Zusatz von Kate-cholaminen (z.B. Adrenalin und/oder Dopa-min/Dobutamin).

      • Allgemein gilt für Klasse I-Antiarrhythmika, dass toxisch bedingte Störungen der Erregungslei-tung durch intravenöse Zufuhr von konzentrier-ter

        Natriumionen-Lösung (ca. 100 mval Natrium-chloridlösung i.v.) antagonistisch zu

        beeinflus-sen sind. Ein Serum-Natrium-Spiegel von 145 – 150 mval/l sollte nicht überschritten werden.

      • Durch die Anwendung von 25 – 100 mg

      Dexa-methason bzw. Betamethason i.v. und/oder Mannit- oder Sorbitlösung 40%ig, 1 ml/kg KG i.v. kann eine Hirnödemprophylaxe bzw. -therapie versucht werden.

  • Gegenanzeigen

    Flecainid darf nicht angewendet werden:

    • innerhalb der ersten drei Monate nach Myo-kardinfarkt oder bei eingeschränkter

      Herzleis-tung (linksventrikuläres Auswurfvolumen geringer als 35 %), außer bei Patienten mit lebensbedro-henden ventrikulären Herzrhythmusstörungen,

    • bei ausgeprägter Herzmuskelschwäche (dekom-pensierte Herzinsuffizienz),

    • bei kardiogenem Schock (außer durch eine Stö-rung der Herzschlagfolge bedingt),

    • bei starker Verlangsamung der Herzschlagfolge (schwere Bradykardie),

    • bei Blockierung der Erregungsleitung im Vorhof (SA-Blockierung),

    • bei höhergradiger Störung der Erregungsleitung im Herzen (atrioventrikuläre oder intraventrikuläre Ausbreitungsstörung), falls kein

      Herzschrittma-cher implantiert ist,

    • bei krankem Sinusknoten (Sinusknotensyndrom oder Bradykardie-Tachykardie-Syndrom), falls kein Herzschrittmacher implantiert ist,

    • bei Störung des Elektrolythaushaltes (z.B. Kali-umstoffwechselstörung),

    • bei stark erniedrigtem Blutdruck (ausgeprägte Hypotonie).

    Besondere Hinweise:

    Bei ausgeprägter Störung der Herzleistung

    (Herz-insuffizienz NYHA III – IV bzw. LVEF kleiner als 35 %) darf eine Behandlung lebensbendrohender ventrikulärer Herzrhythmusstörungen mit Flecainid nur dann erfolgen, wenn durch zusätzliche Anwen-dung von Medikamenten, die die Herzleistung stei-gern, ein Ausgleich (medikamentöse Kompensa-tion) durchgeführt worden ist.

    Störungen des Elektrolythaushaltes sind vor Fleca-inid-Anwendung auszugleichen.

    Da nach Schrittmacherimplantation erst nach ca. 4 – 6 Wochen mit einer Stabilität der endokardialen Reizschwelle zu rechnen sein kann, sollte in diesem Zeitraum Flecainid möglichst gar nicht – und wenn, nur unter intensiv-medizinischen Bedingungen (gilt auch für programmierbare Schrittmacher) –

    gege-ben werden.

    Ist die Leistung der Leber manifest eingeschränkt (Leberinsuffizienz) oder die Leistung der Niere ein-geschränkt (Niereninsuffizienz,

    Kreatinin-Clearance kleiner als 50 ml/ min/1,73 qm bzw. Serum-Kreatinin größer als 1,5 mg/dl), sollte die Flecainid-Dosierung der Funktionseinschränkung von Leber oder Niere (reduzierte Stoffwechsel- oder Exkretionsleistung) angepasst werden (siehe Abschnitt 10. “Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben”).

    Wenn in Fällen von schweren Herz-, Leber-oder Nierenfunktionsstörungen eine antiarrhythmische Behandlung mit Flecainid erforderlich ist, oder aber wenn Patienten gleichzeitig mit Flecainid und

    Amio-daron bzw. Flecainid und Cimetidin behandelt wer-den, sollten die Einstellung der Therapie sowie die Dosisveränderung und die Langzeittherapie durch wiederholte EKG-Kontrollen und gleichzeitige Kon-trolle des Flecainid-Plasmaspiegels (siehe Abschnitt 10. “Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben”) erfol-gen.

    Flecainid sollte nicht mit Disopyramid kombiniert wer-den.

    Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit: Während der Schwangerschaft sollte Flecainid nur auf ausdrückliche Anweisung des Arztes

    angewen-det werden, da Flecainid über die Placenta in den fetalen Kreislauf übertritt.

    Während der Stillzeit soll Flecainid nicht

    angewen-det oder gegebenenfalls abgestillt werden, da der Wirkstoff in geringer Menge in die Muttermilch über-geht.

    Es liegen keine Erfahrungen beim Menschen mit der Anwendung in der Schwangerschaft und Still-zeit vor.

    Warnhinweise

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    Wechselwirkungen

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    Bei gleichzeitiger Gabe von Flecainid und

    • Digoxin kann der Digoxin-Spiegel um etwa 15 – 25 % ansteigen, so dass die Digoxin-Wirkung

      kli-nisch durch wiederholte EKG-Untersuchungen oder gegebenenfalls durch

      Digoxin-Plasmaspie-geluntersuchungen kontrolliert werden sollte,

    • Cimetidin können die Flecainid-Plasmaspiegel auf das Doppelte ansteigen, insbesondere dann, wenn die Nierenleistung eingeschränkt ist (renale Insuffizienz), so dass eine

      Flecainid-Dosisverminderung um bis zu 50 %

      Tambocor Tabletten Stand:

      09.2002

      erfolgen sollte (siehe Abschnitt 10. “Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben”),

      • Amiodaron kann der Flecainid-Plasmaspiegel auf das Doppelte ansteigen, so dass bei gleich-zeitiger Anwendung von Flecainid und Amioda-ron eine Flecainid-Dosisverminderung

        um bis zu 50 % erfolgen sollte (siehe Abschnitt 10. “Dosie-rung mit Einzel- und Tagesgaben”),

      • Propranolol können die Plasmaspiegel von Fle-cainid um bis zu 20 %, die von Propranolol um bis zu 30 % ansteigen, so dass eine

        Dosisan-passung beider Substanzen erforderlich sein könnte,

      • Calcium-Antagonisten vom Verapamil-Typ und von Beta-Rezeptorenblockern muss mit einer Ab-senkung der Herzleistung gerechnet werden (additive negativ-inotrope Effekte), was durch eine Dosisverminderung der angewandten

        Me-dikamente berücksichtigt werden muss,

      • Substanzen, die die Verstoffwechselung von Arzneimitteln beeinflussen können (Arzneimittel-metabolismus), wie Phenytoin, Phenobarbital und Carbamazepin, kann die

        Ausscheidung (Elimination) von Flecainid um bis zu 30 % an-steigen,

      • Aktivkohle (z.B. Kohle-Kompretten) sollte dies nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen, da in diesen Fällen die Aufnahme von Flecainid aus dem Darm in die Blutbahn (Resorption) und

    da-mit die Wirksamkeit von Flecainid beeinflusst wer-den könnte.

  • Warnhinweise

    Siehe Abschnitt 5. “Gegenanzeigen” zur

    • Behandlung von Patienten mit ausgeprägter Herz-, Leber- oder Niereninsuffizienz

    • Komedikation mit Amiodaron oder Cimetidin

    • Schrittmacher-Implantation.

  • Wichtigste Inkompatibilitäten

    Keine bekannt

  • Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben

    Hinweise zur Behandlung mit Tambocor Tabletten:

    Eine Einstellung von Patienten mit lebensbedro-henden ventrikulären

    Herzrhythmusstörungen auf Tambocor Tabletten sollte unter stationären Be-dingungen erfolgen.

    Die Einstellung auf das Antiarrhythmikum bei

    ven-trikulären Herzrhythmusstörungen bedarf einer sorgfältigen kardiologischen Überwachung und darf nur bei Vorhandensein einer kardiologischen Notfallausrüstung sowie der Möglichkeit einer

    Mo-nitorkontrolle erfolgen.

    Während der Behandlung sollten in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen vorgenommen werden (z.B. in Abständen von einem Monat mit Standard-EKG bzw. drei Monaten mit Langzeit-EKG und gegebenenfalls Belastungs-EKG).

    Bei Verschlechterung einzelner Parameter, z.B. Ver-längerung der QRS-Zeit bzw. QT-Zeit um mehr als 25 % oder der PQ-Zeit um mehr als 50 % bzw. ei-ner QT-Verlängerung auf mehr als 500 ms oder ei-ner Zunahme der Anzahl oder des Schweregrades der Herzrhythmusstörungen, sollte eine Therapie-überprüfung erfolgen.

    Bei Patienten ohne Dosierungseinschränkung (s.u.) sind wegen der substanzeigenen

    Verstoffwe-chselung und Ausscheidung

    (Pharmakokinetik) volle Wirkeffekte nach ca. 4 Tagen zu erwarten (Steady-State-Verhältnisse).

    Bei Patienten mit Dosierungseinschränkungen (s.u.) kann die Dauer bis zum Erreichen von

    Steady-State-Verhältnissen jedoch bis zu 2 – 3 Wochen betragen.

    Grundsätzlich sollte die Flecainid-Behandlung unter wiederholten EKG-Kontrollen erfolgen.

    Während der Behandlung mit Tambocor Tabletten, insbesondere zur Dosisfindung bei Therapiebeginn und bei jeder Dosiserhöhung, sollten außerdem Flecainid-Plasmaspiegelbestimmungen

    durchge-führt werden (s.u.).

    Tambocor Tabletten-Dosierungen:

    Flecainid sollte in der Regel “einschleichend” dosiert werden; sogenannte “Loading-Dosierungen” (schnelle Aufsättigungen) sind nicht zu empfehlen.

    1. Patienten ohne Dosierungseinschränkung: Die Flecainid-Normaldosierung beträgt bei Patien-ten um 70 kg Körpergewicht je 100 mg Flecainid (entsprechend 1 Tablette Tambocor)

      morgens und abends, insgesamt 200 mg Flecainid (entspre-chend 2 Tabletten Tambocor).

      Bei Bedarf kann diese Dosierung unter wiederhol-ten EKG-Kontrollen schrittweise auf maximal je 200 mg Flecainid (entsprechend 2

      Tabletten Tambo-cor), in Ausnahmefällen je 250 mg Flecainid (ent-sprechend 21/2 Tabletten Tambocor), morgens und abends gesteigert werden.

      Die Erhöhung der Dosierung sollte nicht mehr als 2 mal 50 mg Flecainid (entsprechend 2 mal 1/2

      Ta-blette Tambocor) betragen. Dosierungserhöhungen sollten in der Regel jeweils frühestens nach 4 – 6 Tagen erfolgen. Bei

      Patien-ten mit von 70 kg deutlich abweichendem Körper-gewicht sollte die Dosierung dem Körpergewicht angepasst werden.

      Der therapeutische Dosierungsbereich für Flecainid liegt zwischen 1,5 und 6 mg/kg Körpergewicht/Tag (in Ausnahmefällen bis zu 7 mg/kg

      Körperge-wicht/Tag).

    2. Patienten mit Dosierungseinschränkungen:

    Die nachstehenden Dosierungsangaben beziehen sich ebenfalls auf ein Körpergewicht um 70 kg.

    Bei alten Patienten sollte die Anfangsdosierung 2 mal 50 mg Flecainid (entsprechend 2 mal 1/2

    Ta-blette Tambocor) pro Tag betragen und bei Bedarf in Abständen von 4 – 6 Tagen um nicht mehr als 2 mal 50 mg Flecainid (entsprechend 2 mal 1/2 Ta-bletten Tambocor) pro Tag auf maximal 2 mal 150 mg Flevainid (entsprechend 2 mal 1 1/2 Tabletten Tambocor) pro Tag gesteigert werden.

    Bei Patienten mit ausgeprägter Einschränkung der Herzleistung (Herzinsuffizienz NYHA III – IV bzw. LVEF kleiner als 35 %), Einschränkung der

    Nieren-leistung (Kreatinin-Clearance kleiner 50 ml/min/1,73 qm bzw. Serum-Kreatinin größer 1,5 mg/dl) oder Einschränkung der Leberleistung (klinisch manifest) sollte die Flecainid-Dosierung unter wiederholten EKG-Kontrollen und Flecainid Plasmaspiegelbestim-mungen (s.u.) den besonderen Verhältnissen angepasst werden: zu Therapiebeginn sollte die Dosierung im Allgemeinen nicht mehr als 2 mal 50 mg Flecainid (entsprechend 2 mal 1/2 Tabletten Tambocor) pro Tag betragen und bei Bedarf um nicht mehr als 50 mg Flecainid (entsprechend 1/2 Tablette Tambocor) pro Tag auf maximal 2 mal 150 mg Flecainid (entsprechend 2

    mal 1 1/2 Tabletten Tambocor) pro Tag gesteigert werden.

    Wegen der Veränderung der Verstoffwechselung und Ausscheidung sollten Dosierungserhöhungen von Tambocor Tabletten jeweils frühestens nach 6 – 8 Tagen erfolgen.

    Bei gleichzeitiger Behandlung mit Flecainid und Amiodaron oder Cimetidin sollte die

    Flecainid-Do-sierung im Regelfall nicht mehr als 2 mal 100 mg Flecainid (entsprechend 2 mal 1 Tablette Tambo-cor) pro Tag betragen.

    Werden Patienten mit Herzschrittmachern gleichzei-tig mit Flecainid behandelt, sollte wegen einer mög-lichen Veränderung der Reizbildung in diesen Fäl-len (Erhöhung der endokardialen Reizschwelle) Flecainid in der Regel mit nicht mehr als 2 mal 100 mg (entsprechend 2 mal 1 Tablette Tambocor) pro Tag angewendet werden.

    EKG-Kontrollen:

    Die Dosierung von Flecainid sollte bei allen Patien-ten durch wiederholte EKG- und

    Langzeit-EKG-Kontrollen ermittelt werden. Dies gilt bei Therapie-beginn, bei Dosierungsveränderungen und bei Überprüfung der Langzeittherapie mit Tambocor Tabletten.

    Bei Therapiebeginn und insbesondere bei Dosie-rungserhöhungen sind anfangs

    EKG-Kontrollen im Abstand von 2 – 4 Tagen zu empfehlen.

    Bei Patienten mit eingeschränkter Leistung von Herz, Leber oder Niere (Herz-, Leber- oder

    Nie-eninsuffizienz) sollte wegen der möglicherweise verminderten Verstoffwechselung oder

    Ausschei-dung von Flecainid darüber hinaus durch wieder-holte EKG-Kontrollen in der 2. oder 3.

    Therapie-woche die individuelle Dosierung überprüft wer-den (Verlängerung der PQ- und

    QRS-Intervalle).

    Bei Auswertung der EKG-Untersuchungen ist ins-besondere auf eine unter Flecainid möglicherweise auftretende Verbreiterung des

    QRS-Komplexes zu achten: Ist der QRS-Komplex um mehr als 25 % gegenüber dem Ausgangsbefund verbreitert, sollte die Dosierung verringert oder Flecainid gegebe-nenfalls bis zur Normalisierung des EKG ausgesetzt werden.

    Wiederholte EKG-Kontrollen sollten auch zur Dosie-rungsüberprüfung bei gleichzeitiger Behandlung von Patienten mit Flecainid und Amiodaron oder Ci-metidin eingesetzt werden.

    Plasmaspiegelbestimmungen:

    Während der Behandlung mit Flecainid sollten gleichzeitig mit den EKG-Kontrollen zur

    Therapie-überwachung bei der Dosierungsfindung und ins-besondere bei Dosierungserhöhungen Flecinid-Plasmaspiegelbestimmungen als ergänzende The-rapiekontrolle durchgeführt werden.

    Mit verhältnismäßig geringen Dosen werden

    thera-peutisch wirksame Plasmaspiegel in der Regel be-reits erreicht bei ausgeprägter Einschränkung der Herzleistung (NYHA III – IV bzw. LVEF kleiner als 35

    %), oder wenn die Nierenleistung herabgesetzt ist (Kreatinin-Clearance kleiner als 50 ml/min/ 1,73 qm bzw. Serum-Kreatinin größer als 1,5 mg/dl), oder wenn eine ausgeprägte Leberschädigung vorliegt,

    Tambocor Tabletten Stand:

    09.2002

    oder wenn die Patienten gleichzeitig mit Amiodaron und/oder Cimitidin behandelt werden. Bei der sonst üblichen Dosierung könnten in die-sen Fällen zu hohe Plasmaspiegel resultieren.

    Der therapeutische Flecainid-Plasmaspiegelbereich liegt unter Steady-State-Bedingungen (s.o.)

    zwi-schen 200 und 1000 ng/ml (wenn das Blut unmit-telbar vor der Tabletteneinnahme abgenommen wird; sog. Nüchternwert).

    Wünschenswert sind Ein-stellungen zwischen 400 und 800 ng/ml im Steady-State.

    Beträgt bei Patienten mit Einschränkungen der Ausscheidungskapazität für Flecainid (siehe unter

    10. “Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben”,

    Ab-schnitt b) der Plasmaspiegelwert am Morgen des dritten Behandlungstages mehr als 400 ng/ml, ist die Dosis zu reduzieren.

    Flecainid-Plasmaspiegelbestimmungen sind mög-lich mit der Hochdruckflüssigkeitschromatographie (HPLC).

  • Schwangerschaft

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    Fahrtüchtigkeit

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    Nebenwirkungen

    Nach Einnahme von Flecainid können Schwindel (Gleichgewichtsstörungen), Kopfdruck oder

    Kopf-schmerzen, visuelle Störungen (z.B. Doppeltsehen, Schleiersehen, Sehunschärfe), Kurzatmigkeit, Übel-keit, Verdauungsstörungen auftreten. Selten sind erhöhte Nervosität, Müdigkeit, Hautrötung (Flush), vermehrtes Schwitzen. Diese Erscheinungen ver-schwinden bei Fortsetzung der Therapie meist nach wenigen Tagen oder können in der Regel durch Dosisreduktion beseitigt werden.

    Sehr selten wurden unter Flecainid-Anwendung beobachtet: allgemeines Unwohlsein,

    Mundtro-ckenheit, Geschmacksstörungen; vorübergehende Libido-/Potenzstörungen; zentral-und peripherner-vöse Nebenwirkungen wie Angst-und Verwirrt-heitszustände, Muskelzucken, Hautmissempfindun-gen wie z.B. Kribbeln, Prickeln, Taubsein (Parästhe-sien). Auch diese Nebenwirkungen verschwinden bei Fortführung der Therapie meist nach wenigen Tagen oder können in der Regel durch Dosisre-duktion beseitigt werden. Sehr selten wurde unter Flecainid-Therapie auch eine Erhöhung der Leberenzymwerte mit und ohne

    Gelbsucht (erkennbar am Gelbwerden der Augen und der Haut) beobachtet. Die Leberlabor-werte (Enzymwerte) waren nach Absetzen von Fle-cainid oder unter Therapiefortführung mit Vermin-derung der Dosis stets rückläufig.

    Sehr selten wurden auch Fieber, Gelenkschmerzen (Arthralgien), Muskelschmerzen (Myalgien) und z.B. juckende, quaddelförmige Hauterscheinungen (urtikarielle Hautreaktionen) beobachtet.

    Nur extrem selten wurden weltweit Beobachtun-gen von Blutbildveränderungen (Leukozytopenien und Thrombozytopenien) sowie von entzündlichen Lungenveränderungen (interstitielle Pneumonitis) berichtet.

    Eine vorher unauffällige Einschränkung der

    Herz-leistung (latente Herzinsuffizienz, z.B. NYHA I) kann sich unter Flecainid verschlechtern (klinische Mani-festation). In einem solchen Fall genügt häufig ei-ne Verminderung der Dosis (Dosisreduktion) oder die zusätzliche Anwendung von Medikamenten, die die Herzleistung steigern (medikamentöse

    Kompen-sation).

    Bei Anwendung vor allem hoher Dosierungen von Flecainid besteht die Möglichkeit einer Zunahme der Herzrhythmusstörungen oder der Herzschlag-folge (proarrhythmische/paradoxe Effekte), z.B. Verstärkung ventrikulärer Extrasystolien, Zunahme der Häufigkeit und des Schweregrades ventrikulä-rer Tachykardien, Kammerflimmern.

    Im EKG kann die Überleitungszeit zwischen

    Herz-vorhöfen und Herzkammern (PQ-Zeit) und die Herzkammererregungszeit (QRS-Zeit) verlängert sein. Auch für andere Teile des Herzens kann die Zeitdauer der Erregung zunehmen (Schenkel- und AV-Blockierungen). Die Herzschlagfolge kann sich verlangsamen (Bradykardie).

    Andere EKG-Veränderungen (QT-Verlängerungen, meist ohne Verlängerung des JT-Intervalls) sind sehr selten beobachtet worden.

    Hinweis:

    Die Gabe von Flecainid kann zur Auslösung von Herzrhythmusstörungen führen (proarrhythmische Wirkungen).

    Proarrhythmische Wirkungen, in Form von Verände-rungen oder Verstärkung der Herzrhythmusstörun-gen, können zu starker Beeinträchtigung der Herz-tätigkeit mit der möglichen Folge des Herzstillstan-des führen.

    Hinweis für Verkehrsteilnehmer:

    Bei Auftreten visueller oder zentral-nervöser Ne-benwirkungen (z.B. Doppeltsehen und Müdigkeit) oder Schwindel kann das

    Reaktionsvermögen so weit beeinträchtigt werden, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen herabgesetzt wird.

    Überdosierung

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    Pharmakologische Eigenschaften - Tambocor 100 mg

    Pharmakodynamik

    Pharmakokinetik

    Pharmazeutische Angaben - Tambocor 100 mg

    Dauer der Haltbarkeit

    Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 5 Jahre. Die-ses Arzneimittel soll nach Ablauf des

    Verfallda-tums nicht mehr angewendet werden.

  • Besondere Lager- und Aufbewahrungshin-weise

    Keine

  • Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

    von nicht verwendeten Arznei-mitteln

    Keine

    Weblinks

    Packungen und Preis

    Tambocor 100 mg kohlpharma 100 Tabletten N3
    Preis
    39,72 €
    Zuzahlung
    5,00 €

    Versicherungsliste

    Verpackung ist nicht auf der Liste.

    Quellen

    Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
    Rote Liste

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