Ciatyl Z® Acuphase, 50 mg/ml Injektionslösung, 2 ml
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Ciatyl 50 mg/ml
Ciatyl-Z Acuphase wird angewendet zur Initialbehandlung akuter Psychosen einschließlich Manie und Exazerbationen chronischer Psychosen.
Hinweis
Dieses Arzneimittel ist eine schnell freisetzende Depot-Formulierung. Gegenüber herkömmlichen, wässrigen Injektionsformen ist der Wirkungseintritt verzögert. Die Anwendung sollte unter strenger ärztlicher Überwachung erfolgen.
Dosierung
Zuclopenthixolacetat wird bei Erwachsenen in einer durchschnittlichen Dosierung von 50 bis 150 mg (1 – 3 ml) i.m. empfohlen.
Die Injektion kann bei Bedarf 1 - 2mal wiederholt werden, am besten in Intervallen von 2 - 3 Tagen.
Zuclopenthixolacetat ist nur zur intramuskulären Injektion bestimmt. Es ist eine ölige Lösung, deshalb darf es nicht intravenös gegeben werden.
Zuclopenthixolacetat ist nur zur Initialtherapie bestimmt. Für die orale Weiterbehandlung steht Zuclopenthixoldihydrochlorid zur Verfügung, für eine Langzeitmedikation Zuclopenthixoldecanoat als Depot-Präparat.
Kinder und Jugendliche
Es gibt keine Erfahrungen bei Kindern (siehe auch Abschnitt 4.4).
Ciatyl-Z Acuphase darf nicht angewendet werden bei:
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Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Thioxanthene und Phenothiazine oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile,
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akuten Alkohol-, Schlafmittel-, Schmerzmittel- und Psychopharmakaintoxikationen,
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Kreislaufschock,
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Koma,
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Phäochromozytom,
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Veränderung des Blutbildes,
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Leistungsverminderung des hämatopoetischen Systems.
Aufgrund der Applikationsart (intramuskuläre Injektion) darf Ciatyl-Z Acuphase nicht bei Patienten mit schweren Blutgerinnungsstörungen oder unter der Therapie mit oralen Antikoagulanzien (z. B. Phenprocoumon, Warfarin) verabreicht werden.
Hinweis
Vor der Behandlung mit trizyklischen Neuroleptika ist das Blutbild (einschließlich des Differentialblutbildes sowie der Thrombozytenzahl) zu kontrollieren. Bei pathologischen Blutwerten darf keine Behandlung mit trizyklischen Neuroleptika erfolgen.
Ciatyl-Z Acuphase darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei:
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Leber- und Niereninsuffizienz,
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schweren Herzkrankheiten, besonders klinisch relevanten Herzrhythmusstörungen (z. B. Torsade de Pointes, angeborenes QT-Syndrom),
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Kombination mit Medikamenten, für die ebenfalls eine mögliche Verlängerung des QTc-Intervalls bekannt ist (siehe auch Abschnitt 4.5),
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Mamma-Tumoren, Prolaktin-abhängigen Tumoren. Neuroleptika führen zu einer erhöhten Prolaktin-Ausschüttung. Experimente an Gewebekulturen sprechen dafür, dass etwa ein Drittel menschlicher Brusttumore in vitro prolaktinsensitiv sind. Obwohl aussagefähige klinische oder epidemiologische Studien noch nicht vorliegen, wird bei einschlägiger Vorgeschichte Vorsicht angeraten,
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schwerer Hypotonie und Hypertonie, orthostatischer Dysregulation,
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hirnorganischen Erkrankungen und Krampfanfällen in der Anamnese. Es ist zu berücksichtigen, dass Zuclopenthixolacetat die Krampfschwelle herabsetzt. Regelmäßige EEG-Kontrollen werden empfohlen. Eine bestehende Therapie der Krampfanfälle sollte während der Behandlung mit Zuclopenthixolacetat nicht unterbrochen werden,
-
M. Parkinson.
Bei Einleitung der Therapie mit Ciatyl-Z Acuphase sollten in angemessenen Abständen Blutbild und Leberfunktionswerte kontrolliert werden.
Vor der Behandlung mit Ciatyl-Z Acuphase und regelmäßig während der Therapie sind EKG-Kontrollen durchzuführen.
Niedrige Kalium-Blutspiegel können eine Verlängerung des QTc-Intervalls begünstigen. Daher ist vor Beginn der Ciatyl-Z-Therapie der Serum-Kaliumspiegel zu kontrollieren und eine Hypokaliämie entsprechend zu substituieren.
Bei gleichzeitiger Medikation mit Präparaten, welche den Zuclopenthixol-Plasmaspiegel erhöhen können, ist Vorsicht geboten (siehe auch Abschnitt 4.5).
Bei älteren Patienten und Patienten mit Vorschädigung des Herzens können Störungen der Erregungsleitung auftreten. Eine regelmäßige Überwachung der Herzfunktion wird empfohlen.
Kinder und Jugendliche
Ciatyl-Z Acuphase wird nicht für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen empfohlen, da keine ausreichenden wissenschaftlichen Erfahrungen vorliegen.
Erhöhte Mortalität bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen
Die Daten zweier großer Anwendungsstudien zeigten, dass ältere Menschen mit Demenz-Erkrankungen, die mit konventionellen (typischen) Antipsychotika behandelt wurden, einem leicht erhöhten Mortalitätsrisiko im Vergleich zu nicht mit Antipsychotika Behandelten ausgesetzt sind. Anhand der vorliegenden Studiendaten kann eine genaue Höhe dieses Risikos nicht angegeben werden und die Ursache für die Risikoerhöhung ist nicht bekannt.
Ciatyl-Z Acuphase ist nicht zur Behandlung von Verhaltensstörungen, die mit Demenz-Erkrankungen zusammenhängen, zugelassen.
Erhöhtes Risiko für das Auftreten von unerwünschten cerebrovaskulären Ereignissen
In randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien mit an Demenz erkrankten Patienten, die mit einigen atypischen Antipsychotika behandelt wurden, wurde ein etwa um das Dreifache erhöhte Risiko für unerwünschte cerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet. Der Mechanismus, der zu dieser Risikoerhöhung führt, ist unbekannt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Wirkung auch bei der Anwendung anderer Antipsychotika oder bei anderen Patientengruppen auftritt. Ciatyl-Z Acuphase sollte daher bei Patienten, die ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben, mit Vorsicht angewendet werden.
Thromboembolie-Risiko
Im Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika sind Fälle von venösen Thromboembolien (VTE) berichtet worden. Da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, häufig erworbene Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und während der Behandlung mit Ciatyl-Z Acuphase identifiziert und Präventivmaßnahmen ergriffen werden.
Bei Patienten mit Glaukom, Harnverhalten und Prostatahypertrophie ist Zuclopenthixolacetat aufgrund der anticholinergen Wirkungen vorsichtig zu dosieren.
Patienten mit Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz oder cerebraler Insuffizienz zeigen häufiger hypotensive Reaktionen auf Gabe von Zuclopenthixolacetat und sollten deshalb sorgfältig überwacht werden.
Wegen möglicher Photosensibilisierung während der Anwendung von Ciatyl-Z Acuphase Sonnenbestrahlung meiden.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Ciatyl-Z Acuphase mit Analgetika, Hypnotika, Sedativa oder anderen zentral dämpfenden Medikamenten kann es zu verstärkter Sedierung und Atemdepression kommen.
Die gleichzeitige Anwendung mit Alkohol kann zu einer wechselseitigen Wirkungsverstärkung sowie zu einer Blutdrucksenkung führen. Deshalb sollte unter der Behandlung mit Ciatyl-Z Acuphase auf Alkoholgenuss verzichtet werden.
Durch die gleichzeitige Einnahme von Carbamazepin, Phenobarbital, Diphenylhydantoin, Rifampicin, Griseofulvin, Doxycyclin sowie durch Rauchen kann der Blutspiegel von Zuclopenthixol über Enzyminduktion durch einen gesteigerten Metabolismus erniedrigt werden.
Zuclopenthixol wird teilweise über CYP2D6 metabolisiert. Die gleichzeitige Anwendung von Arzneistoffen, welche dieses Enzym inhibieren, kann zu einer erniedrigten Clearance und damit verbundenen erhöhten Plasmaspiegeln von Zuclopenthixol führen.
Die Wirkung von Antihypertensiva kann bei gleichzeitiger Anwendung von Ciatyl-Z Acuphase verstärkt werden. Die blutdrucksenkende Wirkung von Guanethidin, Clonidin und alpha-Methyldopa kann dagegen abgeschwächt werden.
Bei gleichzeitiger Gabe von Ciatyl-Z Acuphase und Propranolol, Chloramphenicol oder Ovulationshemmern können sich die Plasmaspiegel beider Medikamente erhöhen.
Die Anwendung von Ciatyl-Z Acuphase kann die Wirkung von Dopaminagonisten (z. B. Levodopa) und adrenergen Arzneistoffen abschwächen.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Pentetrazol kann es zur Auslösung von cerebralen Krampfanfällen kommen.
Die schwachen anticholinergen Wirkungen von Ciatyl-Z Acuphase können durch Anticholinergika oder andere Medikamente mit anticholinergen Wirkungen verstärkt werden.
Durch anticholinerge Antiparkinsonmittel wie Biperiden kann die Wirkung von Ciatyl-Z Acuphase abgeschwächt werden.
Die gleichzeitige Behandlung mit Piperazin-haltigen Anthelmintika und Metoclopramid führt zu einem erhöhten Risiko extrapyramidalmotorischer Nebenwirkungen.
Ciatyl-Z Acuphase kann den hepatischen Metabolismus trizyklischer Antidepressiva verändern, was zu erhöhten Plasmakonzentrationen führt. Die sich daraus ergebenden klinischen Wirkungen sind nicht vorhersehbar. Vorsicht ist auch bei der Kombination mit MAO-Hemmern geboten.
Unter der Kombination von Neuroleptika und Lithium wurden sehr selten schwere neurotoxische Syndrome berichtet. Außerdem kann die gleichzeitige Einnahme von Lithium vermehrt zu extrapyramidalmotorischen Störungen, Müdigkeit, Zittern und Mundtrockenheit führen.
Epinephrin (Adrenalin) sollte nicht zusammen mit Ciatyl-Z Acuphase verabreicht werden (Gefäßerweiterung, Blutdruckabfall, beschleunigte Herzfrequenz).
Thioxanthene können in Verbindung mit Polypeptidantibiotika (z. B. Capreomycin, Colistin, Polymyxin B) eine zentrale Atemdepression verstärken.
Wegen der durch Ciatyl-Z Acuphase hervorgerufenen Prolaktinerhöhung kann die Reaktion auf die Anwendung von Gonadorelin abgeschwächt werden.
Wenn Patienten, die unter einer Neuroleptika-Therapie stehen, operiert werden, muss sorgfältig auf eine eventuelle Hypotension geachtet werden. Die Dosis des Anästhetikums bzw. von zentral dämpfenden Stoffen ist unter Umständen zu reduzieren.
Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern können
(z. B. Antiarrhythmika Klasse IA oder III oder bestimmte Antibiotika, Malariamittel, Antihistaminika, Neuroleptika, Antidepressiva), sollte vermieden werden.
Unter der Behandlung mit Ciatyl-Z Acuphase kann das Ergebnis eines Schwangerschaftstests verfälscht sein (falsch positives Ergebnis).
Hinweis
Der Patient sollte davon in Kenntnis gesetzt werden, dass er ohne Wissen des behandelnden Arztes keine anderen Medikamente, auch keine freiverkäuflichen Arzneimittel, einnehmen sollte.
Schwangerschaft
Wegen fehlender Erfahrungen mit der Anwendung bei Schwangeren darf Ciatyl-Z Acuphase während der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden. Thioxanthene sind plazentagängig.
Neugeborene, die während des dritten Trimenons der Schwangerschaft gegenüber Antipsychotika (einschließlich Zuclopenthixol) exponiert sind, sind durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder Entzugserscheinungen gefährdet, deren Schwere und Dauer nach der Entbindung variieren können.
Es gab Berichte über Agitiertheit, erhöhten oder erniedrigten Muskeltonus, Tremor, Somnolenz, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme. Dementsprechend sollten Neugeborene sorgfältig überwacht werden.
Es wird empfohlen, Neuroleptika in den letzten Schwangerschaftswochen nach Möglichkeit niedrig zu dosieren, um reversible Nebenwirkungen (u. a. cholestatischer Ikterus) bei Neugeborenen zu vermeiden.
Stillzeit
Zuclopenthixol wird in die Muttermilch ausgeschieden (Milch/Plasmaverhältnis 1:3). Es liegen unzureichende Erfahrungen mit der Anwendung in der Stillzeit vor. Während der Behandlung sollte deshalb nicht gestillt werden.
Möglicherweise tritt während einer Behandlung mit Ciatyl-Z Acuphase Müdigkeit auf. Ebenfalls kann es zu einem Schwindel- und Schwächegefühl kommen, wodurch das Reaktionsvermögen sowie die Urteilskraft des Patienten vermindert sind. Auf unerwartete und plötzliche Ereignisse kann dann nicht mehr schnell und gezielt genug reagiert werden. Dem Patienten ist anzuraten, kein Auto oder andere Fahrzeuge zu führen; außerdem sollten keine elektrischen Werkzeuge bzw. Maschinen bedient werden oder ohne sicheren Halt gearbeitet werden. Dies gilt in verstärktem Maße bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol. Daher ist auf Alkohol zu verzichten.
Obwohl durch die Psychopharmakotherapie das Gesamtbefinden des Patienten gebessert wird und die beruflichen Fähigkeiten dadurch oft erst wiedergewonnen werden, kann die Medikamentenwirkung bei manchen Patienten zu Beginn der Behandlung die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen.
Die im Folgenden aufgeführten Nebenwirkungen können während der Initialbehandlung mit Ciatyl-Z Acuphase oder der Weiterbehandlung mit einem anderen Zuclopenthixol-haltigen Arzneimittel auftreten. Die meisten Nebenwirkungen sind dosisabhängig. Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen sind in der frühen Behandlungsphase am stärksten ausgeprägt und nehmen in der Regel während der Weiterbehandlung ab.
Folgende Nebenwirkungen wurden nach Gabe von Ciatyl-Z Acuphase berichtet.
| Systemorgan-klassen gemäß MedDRA | Sehr häufig (> 1/10) | Häufig(> 1/100,< 1/10) | Gelegent-lich(> 1/1.000,< 1/100) | Selten(> 1/10.000,< 1/1.000) | Sehr selten(< 1/10.000) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbarenDaten nicht abschätzbar) |
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsys-tems | Leukope-nie, Neutro-penie, Thrombo-penie,Agranulo-zytose | Eosinophilie, Panzytopenie | ||||
| Erkrankungen des Nervensys-tems | Extrapy-ramidal-motorische Nebenwir-kungen wie Früh-dyskinesie n (Zungen-Schlund-krämpfe, Schiefhals, Kiefer-muskel-krämpfe, Blick-krämpfe, Verstei-fung der Rücken-muskula-tur), Parkinson-syndrom (Hypomi-mie, Tremor, Rigor, Akinesie, Hypersaliv ation), Tremor, Akathisie, Müdigkeit, Unruhe, Hypokine-se,Schwin-del | Erregung, Depression, Kopfschmerz en, Dysto-nie, Parästhe-sie, Auf-merksam-keitsstörun-gen, Amne-sie, Gangstö-rungen, Insomnie, Angst, anormale Träume | cerebrale Krampfan-fälle, Spätdyski-nesien, Hyperre-flexie, Dyskinesie, Ataxie, Sprachstö-rungen, Apathie, Albträume, Hypotonie (herabge-setzter Muskelto-nus), Migräne, Zeichen von Erregung und Ver-wirrtheit, insbeson-dere unter Kombina-tion mit anticholi-nerg wirk-samen Sub-stanzen | Benom-menheit, Lethargie, Exazerba-tionpsycho-tischer Symptome | Hirnödem, lebensbedroh-liches malignes neurolep-tisches Syndrom (Fieber über 40 °C,Muskelstarre und vegetative Entgleisung), welches das sofortige Absetzen der Medikation erfordert | |
| Augen-erkrankungen | Akkom-modations-störungen | Erhöhung des Augeninnen-drucks,gestörtes Sehvermögen | Pigment-einlagerun-gen inKornea und Linse | |||
| Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths | orthosta-tische Dysre-gulation | Hyperaku-sis, Tinnitus |
| Systemorgan-klassen gemäß MedDRA | Sehr häufig (> 1/10) | Häufig(> 1/100,< 1/10) | Gelegent-lich(> 1/1.000,< 1/100) | Selten(> 1/10.000,< 1/1.000) | Sehr selten(< 1/10.000) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbarenDaten nicht abschätzbar) |
| Herz-erkrankungen | Tachykar-die, EKG-Veränderun-gen, Palpi-tationen | QT-Zeit-Verlänge-rung | ||||
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums undMediastinums | Dyspnoe, Gefühl verstopfter Nase | Asthma, Broncho-pneumonie, Larynxödem | ||||
| Erkrankungen des Gastrointesti-naltrakts | Mundtro-ckenheit | Obstipation, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe,Dyspepsie | Abdominal-schmerzen, Flatulenz | lebensbedroh-licher paralyti-scher Ileus | ||
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | Miktions-störungen,Harnreten-tion, Polyurie | |||||
| Schwanger-schaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen | Arzneimittel-entzugs-syndrom des Neugeborenen(siehe Abschnitt 4.6) | |||||
| Erkrankungen der Haut und des Unterhaut-zellgewebes | Hautreak-tionen (z. B. Pruritus, Dermatitis, Pigmentstö-rungen, Seborrhoe, Purpura), Photosensi-bilität (direkte Sonnenein-strahlung meiden!),Hyperhidrose | |||||
| Skelett-muskulatur-, Bindegewebs-undKnochener-krankungen | Myalgie | |||||
| Endokrine Erkrankungen | Hyperpro-laktinämie |
| Systemorgan-klassen gemäß MedDRA | Sehr häufig (> 1/10) | Häufig(> 1/100,< 1/10) | Gelegent-lich(> 1/1.000,< 1/100) | Selten(> 1/10.000,< 1/1.000) | Sehr selten(< 1/10.000) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbarenDaten nicht abschätzbar) |
| Stoffwechsel-und Ernährungs-störungen | Gewichtszu-nahme, Appetitzu-nahme, Anorexie | Gewichts-verlust | Hypergly-kämie, verminderte Glucose-toleranz,Hyperlipi-dämie | |||
| Gefäßerkran-kungen | Blutdruck-erniedrigung | Hitzewal-lungen | Fälle von Thrombo-embolien (einschließ-lich Fällen von Lungen-embolie und Fällen vontiefer Venen-thrombose) | |||
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwer-den amVerab-reichungsort | Asthenie, Unwohlsein, Schmerzen | Reaktionen an der Injektions-stelle, Durst, Regula-tionsstörun-gen der Körper-temperatur | ||||
| Erkrankungen des Immun-systems | anaphylak-tische Reaktion, Allergie | Lupus ery-thematodes-ähnliche Syndrome | ||||
| Leber- und Gallenerkran-kungen | Leberfunk-tionsstö-rungen | Abfluss-störungen der Galle,Gelbsucht | cholestatische Hepatitis | |||
| Erkrankungen der Geschlechts-organe und der Brustdrüse | Menstrua-tionsstörun-gen, sexuelleFunktions-störungen | erektile Dysfunk-tion, vulvo-vaginale Trockenheit | Galak-torrhoe, Gynäkomas-tie, Priapis-mus |
Wie für andere Neuroleptika berichtet wurde, kann es auch unter einer Behandlung mit Zuclopenthixolacetat in seltenen Fällen zu Herz-Rhythmus-Störungen (einer QT-Zeit-Verlängerung, ventrikulären Arrhythmien – Kammerflimmern, Kammertachykardie, Torsade de Pointes) und plötzlich auftretenden ungeklärten Todesfällen kommen.
Plötzliches Absetzen von Zuclopenthixolacetat kann zu Absetzerscheinungen führen. Die häufigsten Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Anorexie, Diarrhoe, Rhinorrhoe, Schwitzen, Myalgien, Paraesthesie, Insomnie, Unruhe, Angst und Agitiertheit. Des Weiteren kann es zu Schwindel, wechselndem Wärme- und Kältegefühl sowie Tremor kommen. Die Symptome beginnen im Allgemeinen 1 – 4 Tage nach dem Absetzen und klingen innerhalb von 7 – 14 Tagen ab.
Hinweis
Der Patient sollte darauf hingewiesen werden, bei Auftreten entzündlicher Erscheinungen im Mund-und Rachenraum, bei Fieber sowie bei grippalen Infekten den Arzt umgehend zu informieren, da es sich hierbei um Hinweise auf das Auftreten der selten vorkommenden Nebenwirkungen wie Leukopenie, Thrombopenie, Eosinophilie, Panzytopenie und Agranulozytose handeln kann.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.
Symptome der Intoxikation
Die Symptome von Überdosierung oder Intoxikation sind in Abhängigkeit von der Menge der zugeführten Substanz, von Alter, Körpergewicht und individueller Reaktion sehr unterschiedlich ausgeprägt. Überdosierungs- bzw. Intoxikationssymptome können sein: mehr oder weniger tiefe Bewusstlosigkeit bei erhaltenen oder abgeschwächten Reflexen; Atemdepression; eventuell Kreislaufkollaps und Störungen des Wärmehaushaltes; Miosis oder Mydriasis; motorische Unruhe und erhöhte Krampfbereitschaft; hyperkinetisch-dystones Syndrom bzw. ein akinetisch-hypertones Parkinsonsyndrom.
Therapie von Intoxikationen
Bei Bewusstlosigkeit Atemwege freihalten, wenn nötig intubieren und künstlich beatmen. Bekämpfung der hypotonen Krise durch Infusion von sogenannten Plasmaexpandern, Kortikoide, Injektion bzw. Infusion von Sympathomimetika wie Norfenefrin oder Norepinephrin (Noradrenalin). Kein Epinephrin (Adrenalin) geben! Bei motorischer Unruhe oder Krampfneigung Diazepam
10 mg i.v.
Extrapyramidale Störungen können mit Biperiden 2 bis 5 mg langsam i.v. wirksam bekämpft werden. Da die Neuroleptika länger wirken als Antiparkinsonmittel, muss die Zufuhr von Biperiden wiederholt werden. Bei Zungen-Schlund-Syndrom auch Atemwege freihalten.
Kontraindiziert sind Barbiturate (Potenzierung der Atemdepression), Bemegrid und andere Analeptika außer Koffein (weil erhöhte Krampfbereitschaft besteht) sowie Epinephrin (Adrenalin) und verwandte Substanzen.
Pharmakologische Eigenschaften - Ciatyl 50 mg/ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Thioxanthen-Derivate, ATC-Code: N 05 AF 05 Wirkmechanismus
Durch Hydrolyse von Zuclopenthixolacetat entsteht die pharmakologisch aktive Substanz Zuclopenthixol. Zuclopenthixol ist ein trizyklisches Neuroleptikum aus der Reihe der Thioxanthene. Nur diese Substanz ist im Gehirn nach intramuskulärer Injektion von Zuclopenthixolacetat zu finden.
Zuclopenthixol ist ein potenter Blocker von Dopamin-D1 und -D2-Rezeptoren. Des Weiteren besitzt Zuclopenthixol eine starke Affinität zu Serotonin2A- und alpha1-adrenergen Rezeptoren. Die Wechselwirkung mit muskarinergen Acetylcholin- und alpha2-adrenergen Rezeptoren ist gering.
Zuclopenthixolacetat hat eine ausgeprägte antagonistische Wirkung auf das Apomorphin-induzierte Erbrechen beim Hund. Die Wirkung setzte deutlich 4 Stunden nach Verabreichung von Zuclopenthixolacetat ein und erreichte ihr Maximum nach 1 Tag. Dieser Effekt persistierte am 2. und
3. Tag, um dann schnell abzufallen. Es bestand eine Korrelation zwischen dem Verlauf der
Plasmakonzentration von Zuclopenthixol und der antiemetischen Wirkung nach Injektion von Zuclopenthixolacetat.
Das klinische Wirkprofil von Zuclopenthixolacetat ist charakterisiert durch die Wirkung auf Denk-und Affektstörungen, Halluzinationen, Wahnsymptomatik, Aggressivität und psychomotorische Erregtheit sowie durch antimanische Wirkung.
Die unspezifisch sedative Wirkung von Zuclopenthixolacetat ist 1 Stunde nach Injektion zu beobachten, erreicht nach 8 Stunden ihr Maximum und fällt innerhalb von 2 Tagen ab.
Die antipsychotische Wirkung von Zuclopenthixolacetat tritt innerhalb von 4 Stunden auf und dauert 2 - 3 Tage an.
Resorption
Ciatyl-Z Acuphase nimmt aufgrund seiner pharmakokinetischen Eigenschaften eine Sonderstellung zwischen wässrigen Injektionspräparaten und Depot-Neuroleptika ein.
Verteilung
Nach i.m. Applikation von Ciatyl-Z Acuphase wird Zuclopenthixolacetat aus dem Öldepot freigesetzt und hydrolysiert, so dass bei der Mehrzahl der Patienten nach ca. 36 Stunden die höchste Zuclopenthixolkonzentration im Serum erreicht wird, um dann über 36 Stunden langsam abzufallen. Die Bioverfügbarkeit von Zuclopenthixol ist nach i.m. Applikation von Zuclopenthixolacetat deutlich höher als nach oraler Verabreichung von Zuclopenthixoldihydrochlorid. Die Substanz gelangt nach intramuskulärer Verabreichung unter Umgehung des präsystemischen Metabolismus (first-Pass-Effekt) in deutlich höherem Ausmaß direkt in den allgemeinen Kreislauf.
Biotransformation
Nach Esterspaltung des Zuclopenthixolacetat wird Zuclopenthixol beim Menschen abgebaut zu Zuclopenthixolglukuronid, Zuclopenthixolsulfoxid, dem am Piperazinring dealkylierten Zuclopenthixol und dem entsprechenden Sulfoxid.
Elimination
Die Elimination erfolgt vorwiegend mit den Faeces.
Bioverfügbarkeit:
Die Bioverfügbarkeit beträgt ca. 100%.
Pharmazeutische Angaben - Ciatyl 50 mg/ml
Nicht über 30 °C lagern.
Ampullen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Farblose Ampullen (Typ 1 Glas)
Originalpackung mit 1 Ampulle zu 1 ml Injektionslösung Klinikpackung mit 5 Ampullen zu 1 ml Injektionslösung Klinikpackung mit 5 Ampullen zu 2 ml Injektionslösung
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.