Jarsin® Balance 56 mg / 120 mg überzogene Tabletten
Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
Verschreibungseinschränkungen
a) ausgenommen -zur Kurzzeittherapie bis zu 4 Wo. od. -für eine länger als 4 Wo. dauernde Behandl. in medizin. begründeten Einzelfällen. Eine längerfrist. Anw. v. Hypnotika/Hypnogenen od. Sedativa ist besonders zu begründen. b) ausgenommen -zur Behandl. eines gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus (Nicht-24-Std.-Schlaf-Wach-Syndr.) bei vollständig blinden Personen od. -für die Behandl. v. Schlafstörungen (Insomnie) b. Kindern u. Jugendl. im Alter v. 2-18 J. mit Autismus-Spektrum-Stör. u./od. neurogenetischen Stör. mit abweichender diurnaler Melatonin-S…
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
Hersteller
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Fachinfo - Jarsin® 56 mg / 120 mg
Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von seelischen Erschöpfungszuständen und damit verbundenen Schlafstörungen.
Das Arzneimittel ist ein traditionelles Arzneimittel, das ausschließlich auf Grund langjähriger Anwendung für das Anwendungsgebiet registriert ist.
Erwachsene und ältere Patienten
Ein- bis dreimal täglich ist jeweils eine überzogene Tablette oral einzunehmen.
Für konkrete Dosierungsempfehlung bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion gibt es keine hinreichenden Daten.
Kinder und Jugendliche
Die Anwendung von Jarsin Balance wird bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen.
Zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Jarsin Balance liegen in dieser Altersgruppe keine Daten vor.
Art der Anwendung
Die Tabletten sind unzerkaut mit etwas Flüssigkeit einzunehmen.
Nicht zur Langzeitanwendung. Wenn sich die Beschwerden verschlimmern oder nach 2 Wochen keine Besserung eintritt, sollte der Patient einen Arzt aufsuchen.
Jarsin Balance darf nicht bei Überempfindlichkeit gegenüber Johanniskraut, Baldrian oder einen der sonstigen Bestandteile eingenommen werden.
Jarsin Balance darf nicht zusammen mit folgenden Wirkstoffen angewendet werden:
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Immunsuppressiva zur innerlichen Anwendung z.B. Ciclosporin, Tacrolimus, Everolimus, Sirolimus
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Protease-Inhibitoren in der Anti-HIV-Behandlung z.B. Fosamprenavir, Indinavir,
Amprenavir, Efavirenz, Nevirapine
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Nukleosidische Reverse-Trankriptase-Inhibitoren z.B. Abacavir, Amdoxovir
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Zytostatika z.B. Imatinib, Irinotecan
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Antikoagulantien vom Cumarin-Typ z.B. Phenprocoumon, Warfarin
Nicht anzuwenden bei bekannter Lichtüberempfindlichkeit der Haut oder von Patienten, die sich einem phototherapeutischen oder photodiagnostischen Verfahren unterziehen.
Vor der Anwendung eines Hypericum-Präparates sind die Art der Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln und die Konsequenzen zu bedenken (siehe Abschnitt 4.5). Bei Patienten, die solche Arzneimittel einnehmen, sollten zu Beginn und nach Beendigung der Einnahme von Jarsin Balance geeignete Therapiekontrollen (z.B. Bestimmung der Konzentration dieser Arzneimittel im Plasma oder Vollblut) durchgeführt werden.
Bei Anwenderinnen oraler oder anderer hormoneller Kontrazeptiva, die Jarsin Balance einnehmen, können Zwischenblutungen als Folge einer Wechselwirkung auftreten und die Sicherheit der Kontrazeption kann herabgesetzt sein. Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel verwenden, sollten daher zusätzliche Verhütungsmaßnahmen ergreifen.
Gebärfähige Frauen, die keine Verhütungsmaßnahmen treffen, sollten vor Einnahme von Jarsin Balance Rücksprache mit ihrem Arzt nehmen (siehe Abschnitt 4.6 und 5.3).
Vor geplanten operativen Eingriffen mit Voll- oder Teilnarkose sollten mögliche Wechselwirkungen mit verwendeten Präparaten identifiziert werden. Falls erforderlich sollte Jarsin Balance abgesetzt werden. Nach dem Absetzen normalisieren sich die veränderten Enzymaktivitäten innerhalb 1 Woche.
Während der Anwendung von Jarsin Balance soll eine intensive UV-Bestrahlung (lange Sonnenbäder, Höhensonne, Solarien) vermieden werden.
Hypericum-Extrakte sollten von Personen mit anamnestisch bekannter Manie oder Psychose nicht eingenommen werden.
Der Anwender sollte bei fortdauernden Krankheitssymptomen, bei Verschlechterung der
Symptome oder beim Auftreten anderer als der in der Packungsbeilage erwähnten Nebenwirkungen einen Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultieren.
Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten Jarsin Balance nicht einnehmen.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d.h., es ist nahezu „natriumfrei“.
Kinder und JugendlicheDie Anwendung und Unbedenklichkeit von Jarsin Balance wurde bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht untersucht, eine Unbedenklichkeit ist daher nicht nachgewiesen. Die Anwendung von Jarsin Balance wird daher bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen.
Zubereitungen aus Johanniskraut induzieren die Aktivität von CYP3A4, CYP2B6, CYP2C9, CYP2C19 und p-Glycoprotein. Dadurch wird die Metabolisierung von Arzneimitteln, sowie die Bioverfügbarkeit und die Verteilung der Wirkstoffe beeinflusst.
Hiervon sind die bereits unter 4.3 kontraindizierten Arzneistoffe betroffen.
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Pharmakokinetisch-antagonistische Wechselwirkung mit verminderter Wirkung Jarsin Balance kann darüber hinaus mit zahlreichen anderen Arzneistoffen in dem Sinne interagieren, dass es die Plasmakonzentration dieser Stoffe senkt und dadurch deren Wirksamkeit abschwächt (s. Abschnitt 5.2). Zu diesen Stoffen gehören insbesondere die folgenden Arzneimittel:
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Digoxin
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Simvastatin
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Fexofenadin
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Benzodiazepine, z.B. Midazolam
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Methadon
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Trizyklische Antidepressiva z.B. Amitriptylin, Nortriptylin
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5 alpha-Reduktasehemmer, z.B. Finasterid
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Theophyllin
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Antikonvulsiva
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Hormonelle Kontrazeptiva
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- Pharmakodynamisch-synergistische Wechselwirkung mit Wirkungssteigerung Jarsin Balance kann die Serotoninkonzentration im ZNS heraufsetzen und damit serotonerge Effekte (wie z. B. Übelkeit, Erbrechen, Angst, Ruhelosigkeit, Verwirrtheit) verstärken, wenn Jarsin Balance mit anderen serotonergen Arzneistoffen, z.B. Antidepressiva vom SRI- bzw. SSRI-Typ wie Nefazodon, Paroxetin, Sertralin sowie Buspiron oder Triptanen, kombiniert wird (s. Abschnitt 5.1).
Wegen des möglichen Auftretens eines Serotoninsyndroms sollte daher eine gleichzeitige Anwendung vermieden werden.
Bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen Arzneimitteln, die photosensibilisierend wirken, ist eine Verstärkung phototoxischer Wirkungen möglich (s. Abschnitt 4.8).
Daher soll in allen Fällen, in denen andere Arzneimittel eingenommen werden, ärztlicher Rat eingeholt werden.
Gebärfähige Frauen, die keine Verhütungsmaßnahmen treffen, werden in der Gebrauchsinformation darauf hingewiesen, vor Einnahme Rücksprache mit ihrem Arzt zu nehmen.
Fertilität
Es liegen keine ausreichenden Untersuchungen zur Beeinflussung der Fertilität vor (s. Abschnitt 5.3).
Schwangerschaft
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Johanniskraut- und Baldrianwurzel-Trockenextrakten bei Schwangeren vor. Es liegen keine ausreichenden tierexperimentellen Studien in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität vor (s. Abschnitt 5.3). Die Anwendung von Jarsin Balance während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob die Wirkstoffe oder deren Metabolite in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko für das Neugeborene / Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Jarsin Balance soll während der Stillzeit nicht angewendet werden (s. Abschnitt 5.3).
Ausreichende Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, wurden nicht durchgeführt. Jarsin Balance kann Müdigkeit hervorrufen; betroffene Patienten sollten nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100, < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100) Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000) Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Nicht bekannt: allergische Reaktionen der Haut (Rötungen, Juckreiz)
Nicht bekannt: Unter der Anwendung von Jarsin Balance kann es, vor allem bei hellhäutigen Personen, die starker Sonnenbestrahlung ausgesetzt waren, durch Photosensibilisierung zu
sonnenbrandähnlichen Reaktionen der Haut und zu Missempfindungen (z. B. Kribbeln, Schmerz- und Kälteempfindlichkeit, Brennen) kommen.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Nicht bekannt: gastrointestinale Beschwerden (z.B. Übelkeit, Abdominalschmerzen, Diarrhö)
Erkrankungen des Nervensystems Nicht bekannt: Müdigkeit oder Unruhe
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.
Nach der Einnahme von bis zu 4,5 g Johanniskraut-Trockenextrakt pro Tag über 2 Wochen und zusätzlich 15 g Trockenextrakt kurz vor der Krankenhausaufnahme wurden Krämpfe und Verwirrtheit beobachtet.
Bei Einnahme massiver Überdosen sollten die betroffenen Patienten umgehend für die Dauer von 1 bis 2 Wochen vor Sonnenlicht und vor sonstiger UV-Bestrahlung geschützt werden (Aufenthalt im Freien einschränken, Sonnenschutz durch bedeckende Kleidung und Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor, sog.
„Sonnenblockern“).
Baldrianwurzel in einer Dosis von etwa 20 g verursachte Symptome wie Müdigkeit, Bauchkrämpfe, Engegefühl in der Brust, Schwindel, Zittern der Hände und Mydriasis, die innerhalb von 24 Stunden verschwanden. Wenn Symptome auftreten, sollte die Behandlung unterstützend sein.
Pharmakologische Eigenschaften - Jarsin® 56 mg / 120 mg
Wirkstoffe aus Hypericum inhibieren die synaptosomale Aufnahme der Neurotransmitter Noradrenalin, Serotonin und Dopamin.
Hyperforin (ein Wirkstoff aus Hypericum) induziert die Aktivität der metabolischen Enzyme CYP3A4, CYP2B6, CYP2C9, CYP2C19 und p-Glykoprotein dosisabhängig via Aktivierung des Pregnan-X-Rezeptor (PXR)-Systems. Daher kann die Elimination anderer Arzneistoffe, die über den gleichen Weg abgebaut werden, beschleunigt und dadurch die Plasmakonzentration und die Wirksamkeit dieser anderen Stoffe herabgesetzt werden.
Die maximale Plasmakonzentration (Tmax) von Hypericin wird innerhalb von 4-12 Stunden erreicht und die Eliminationshalbwertszeit (T½) liegt bei 19-36 Stunden.
Maximale Hyperforin-Spiegel (Tmax) werden etwa 3-4 Stunden nach der Verabreichung und die Eliminationshalbwertszeit (T½) beträgt etwa 15-63 Stunden.
Hyperforin kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden.
Pharmazeutische Angaben - Jarsin® 56 mg / 120 mg
Sonstige Bestandteile der Drogenzubereitung: Maltodextrin
Sprühgetrockneter Glucose-Sirup Hochdisperses Siliciumdioxid
Sonstige Bestandteile der Tablette: Mikrokristalline Cellulose Cellulosepulver
Croscarmellose-Natrium Hochdisperses Siliciumdioxid Stearinsäure 50 (Ph. Eur.) [pflanzlich] Talkum
Sonstige Bestandteile des Überzugs:
Saccharose Talkum
Calciumcarbonat (E 170) Sprühgetrocknetes Arabisches Gummi Tragant
Titandioxid (E 171) Sprühgetrockneter Glucose-Sirup
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172) (= gelbes Eisenoxid) Eisen(II,III)-oxid (E 172) (= schwarzes Eisenoxid) Carnaubawachs
PVC/PVdC//Al-Blisterpackungen. Originalpackungen mit 30, 60, 90, 100 oder 120 überzogenen Tabletten