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Präparate
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Arilin® Vaginalzäpfchen

Verschreibungsinformationen

Warnzeichen

Versicherungsliste

Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen
Wechselwirkungen-Liste
9
12
18
10
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Wechselwirkungen mit

Lebensmittel
Pflanzen
Ergänzungen
Gewohnheiten

Nutzungsbeschränkungen

Nieren
Hepatisch
Schwangerschaft
Stillen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Arilin® Vaginalzäpfchen

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Vaginalzäpfchen

Hersteller

Dr. August Wolff GmbH & Co. KG Arzneimittel

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.11.2022
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Fachinfo - Arilin®

Anwendungsgebiete

Arilin Vaginalzäpfchen werden angewendet bei bakterieller Vaginose (Aminkolpitis, un- spezifische Kolpitis).

Die offiziellen Richtlinien für den angemes- senen Gebrauch von antimikrobiellen Wirk- stoffen sind bei der Anwendung zu berück- sichtigen.

Dosierung

Dosierung

Einmal täglich wird 1 Vaginalzäpfchen mög- lichst tief in die Scheide eingeführt.

Die Dauer der Behandlung beträgt in der Regel 6 Tage und sollte 10 Tage nicht über- schreiten. Die maximale Behandlungsdauer von 10 Tagen darf nur bei besonders stren- ger Indikationsstellung überschritten wer- den. Dabei ist eine angemessene Überwa- chung des Patienten (klinische Überwa- chung und Laborkontrollen) erforderlich.

Die Behandlung sollte nur in begründeten Einzelfällen wiederholt werden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Arilin Vaginalzäpfchen bei Kindern ist nicht er- wiesen. Arilin Vaginalzäpfchen dürfen bei Kindern und Jugendlichen im Alter unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da bisher keine ausreichenden Erfahrungen für eine allgemeine Empfehlung dieser Dar- reichungsform für diese Altersgruppe vor- liegen (siehe Abschnitt 4.3).

Art der Anwendung

Zur vaginalen Anwendung.

Die Vaginalzäpfchen werden am besten abends vor dem Schlafengehen und in Rückenlage mit leicht angezogenen Beinen möglichst tief in die Scheide eingeführt.

Um das Risiko einer aufsteigenden Infektion zu reduzieren, muss die Patientin darüber aufgeklärt werden, dass vor dem Einführen des Vaginalzäpfchens die Hände gründlich gewaschen werden müssen.

Die Behandlung sollte zweckmäßigerweise nicht während der Menstruation durchge- führt werden, bzw. vor deren Beginn abge- schlossen sein.

Geschlechtsverkehr sollte während der Behandlung unterbleiben.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirk- stoff, andere 5-Nitroimidazole oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonsti- gen Bestandteile. Eine Ausnahme be- steht, wenn eine lebensbedrohliche In- fektion vorliegt und andere Arzneimittel wirkungslos sind.

  • Kinder und Jugendliche im Alter unter 18 Jahren.

Warnhinweise

Bei Patienten mit schweren Leberschäden, Störungen der Blutbildung sowie Erkrankun- gen des Zentral- oder peripheren Nervensys- tems ist vor der Therapie mit Arilin Vaginal- zäpfchen eine sorgfältige Abschätzung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses nötig.

Hepatotoxizität bei Patienten mit Cockayne- Syndrom

Fälle mit schwerer Hepatoxizität/akutem Leberversagen einschließlich Fälle mit töd- lichem Ausgang und einem sehr schnellen Einsetzen nach der Behandlungseinleitung bei Patienten mit Cockayne-Syndrom wur- den bei Arzneimitteln beobachtet, die Me- tronidazol für die systemische Anwendung enthalten. Bei dieser Population sollte Me- tronidazol nicht verwendet werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das Risiko so- wie wenn keine alternative Behandlungs- möglichkeit zur Verfügung steht. Vor dem Therapiebeginn sowie während und im An- schluss an die Behandlung müssen Leber- funktionstests durchgeführt werden, bis sich die Leberfunktion wieder im normalen Bereich befindet bzw. bis die Ausgangs- werte wieder erreicht sind. Falls die Leber- werte während der Behandlung deutlich erhöht sind, sollte das Arzneimittel abge- setzt werden.

Patienten mit dem Cockayne-Syndrom soll- ten angewiesen werden, Symptome für eine potenzielle Leberschädigung unver- züglich ihrem Arzt zu melden und die Ein- nahme von Metronidazol zu beenden (siehe Abschnitt 4.8).

Hinweis

Bei gleichzeitiger Anwendung von Arilin Vagi- nalzäpfchen und Latexprodukten (z. B. Kon- domen, Diaphragmen) kann es zur Vermin- derung der Funktionsfähigkeit und damit zur Beeinträchtigung der Sicherheit dieser Produkte für die Dauer der Anwendung von Arilin Vaginalzäpfchen kommen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen-Liste
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Bei vaginaler Anwendung von Metronidazol stehen ca. 20 % der Dosis systemisch zur Verfügung.

Bei systemischer Anwendung (oral, rektal, intravenös) sind folgende Wechselwirkun- gen möglich:

Die Einnahme von Disulfiram kann zu Psy- chosen und Verwirrtheitszuständen führen. Patienten, die mit Antikoagulanzien vom Warfarin-Typ behandelt werden, müssen gegebenenfalls neu eingestellt werden, weil

durch Metronidazol die Hemmung der Blut- gerinnung verstärkt wird.

Bei Einnahme von Lithium ist Vorsicht ge- boten, weil ein Anstieg der Lithiumkonzen- tration im Serum beobachtet wurde.

Eine Verringerung der Wirksamkeit von Metronidazol tritt bei Einnahme von Barbi- turaten und Phenytoin ein.

Eine Wirkungsverminderung von Metronid- azol tritt bei der Gabe von Silymarin/Silibi- nin ein.

Cimetidin kann in Einzelfällen die Elimina- tion von Metronidazol beeinträchtigen und dadurch zu erhöhten Metronidazol-Serum- konzentrationen führen.

Diosmin kann ebenfalls zu einer Erhöhung der Metronidazol-Serumkonzentration füh- ren.

Metronidazol kann bei einigen Analyseme- thoden zur Bestimmung der GOT im Serum zu verringerten Werten führen.

Bei Patienten, die mit Ciclosporin behan- delt werden, besteht das Risiko für einen Anstieg der Serumspiegel von Ciclosporin. Die Serumspiegel von Ciclosporin und Kreatinin sollten engmaschig überwacht werden, wenn eine gleichzeitige Anwen- dung erforderlich ist.

Metronidazol verringert die Clearance von 5-Fluorouracil, sodass es zu einer verstärk- ten Toxizität von 5-Fluorouracil kommen kann.

Die Plasmaspiegel von Busulfan können durch Metronidazol ansteigen, wodurch es zu schwerer Busulfan-Toxizität kommen kann.

Der Konsum von Alkohol ist zu vermeiden, da sonst Unverträglichkeitserscheinungen, wie z. B. Hautrötungen im Bereich des Kop- fes und Nackens sowie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel (Disulfiram- ähnliche Wirkung) auftreten können.

Bei einer gleichzeitigen Verabreichung von Tacrolimus mit Metronidazol führt dies zu einem Anstieg des Tacrolimus-Blutspiegels. Vermutet wird eine Hemmung der hepati- schen Metabolisierung von Tacrolimus über CYP450 3A4. Der Tacrolimus-Blutspiegel und die Nierenfunktion sind daher häufig zu kontrollieren, insbesondere zu Beginn und am Ende einer Behandlung mit Metronid- azol bei Patienten, die auf ihre Tacrolimus- Medikation stabil eingestellt sind.

Im Zusammenhang mit der gleichzeitigen Verabreichung von Metronidazol und Amio- daron wurde die Verlängerung des QT-In- tervalls und Torsade de pointes beobachtet. Regelmäßige EKG-Kontrollen werden emp- fohlen. Ambulante Patienten sind anzuwei- sen, unverzüglich einen Arzt aufzusuchen, sobald sie Anzeichen für Torsade de poin- tes bemerken wie Benommenheit, Palpita- tionen oder Synkopen.

Substanzen, die die gastrointestinale Flora verändern (z. B. Antibiotika), können die orale Bioverfügbarkeit von Mycophenol- säureprodukten vermindern. Engmaschige klinische Überwachung und Laborkontrol- len in Bezug auf eine Verminderung des immunsuppressiven Effekts der Mycophe- nolsäure werden während einer gleichzeiti-

gen Behandlung mit Antiinfektiva empfoh- len.

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Die Sicherheit von Metronidazol in der Schwangerschaft ist nicht ausreichend be- legt. Insbesondere für die Frühschwanger- schaft liegen widersprüchliche Berichte vor. Einige Studien haben Hinweise auf eine erhöhte Fehlbildungsrate ergeben. Tierex- perimentelle Studien ergaben keine Hin- weise auf eine Reproduktionstoxizität (sie- he Abschnitt 5.3).

Arilin Vaginalzäpfchen dürfen während der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimester, nur bei zwingender Indikation und wenn andere Therapiemöglichkeiten keinen Erfolg bringen, eingesetzt werden.

Stillzeit

Metronidazol geht in die Muttermilch über und kann dort nach oraler Gabe Konzen- trationen in Höhe der Plasmaspiegel errei- chen.

Während der Stillzeit sollte deshalb entwe- der das Stillen unterbrochen oder das Arz- neimittel abgesetzt werden.

Bei Einmaltherapie während der Stillzeit sollte mit dem Stillen für 24 Stunden aus- gesetzt und die in dieser Zeit gebildete Milch abgepumpt werden.

Fahrtüchtigkeit

Arilin Vaginalzäpfchen haben mäßigen Ein- fluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behand- lungsbeginn und im Zusammenwirken mit Alkohol.

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwir- kungen werden folgende Kategorien zu- grunde gelegt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000,

< 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Bei vaginaler Anwendung von Metronidazol stehen ca. 20 % der Dosis systemisch zur Verfügung. Nebenwirkungen sind hierbei sehr selten.

Bei systemischer Anwendung (oral, rektal, intravenös) sind folgende Nebenwirkungen möglich:

Siehe rechts stehende Tabelle

Bei Patienten mit dem Cockayne-Syndrom wurde von Fällen von schwerer irreversibler Hepatotoxizität/akutem Leberversagen, ein- schließlich Fällen mit tödlichem Ausgang bereits sehr kurze Zeit nach Beginn der systemischen Anwendung von Metronid- azol, berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung
Infektionen und parasitäre Er- krankungen Gelegentlich Sprosspilzinfektionen (z. B. Candida) im Ge- nitalbereich
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Gelegentlich Leukopenie, Granulozytopenie
Sehr selten Agranulozytose, Thrombozytopenie
Erkrankungen des Immunsys- tems Gelegentlich Anaphylaktische Reaktionen
Sehr selten Anaphylaktischer Schock
Stoffwechsel- und Ernäh- rungsstörungen Häufig Appetitlosigkeit
Psychiatrische Erkrankungen Gelegentlich Psychotische Störungen, einschließlich Halluzinationen und Verwirrtheitszustände, Erregbarkeit, Depression
Erkrankungen des Nerven- systems Gelegentlich Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Ataxie, periphere Neuropa- thien, Krampfanfälle
Nicht bekannt Enzephalopathie, Kleinhirnsyndrom (mit z. B. Sprech- und Gangstörung, Nystagmus und Tremor), aseptische Meningitis
Augenerkrankungen Gelegentlich Sehstörungen
Erkrankungen des Gastro- intestinaltrakts Häufig Metallischer Geschmack, bitteres Aufstoßen, Zungenbelag, Glossitis, Stomatitis, Magen- drücken, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
Sehr selten Pseudomembranöse Enterokolitis, Pankreatitis
Leber- und Gallen- erkrankungen Gelegentlich Leberfunktionsstörungen (z. B. Erhöhung von Transaminasen und Bilirubin im Serum)
Nicht bekannt Hepatitis, Ikterus, Leberversagen(mit Erfordernis einer Lebertransplantation) bei Patienten, die gleichzeitig mit anderen Antibiotika behandelt wurden
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes Gelegentlich Hautreaktionen (z. B. Juckreiz, urtikarielles Exanthem)
Nicht bekannt Schwere Hautreaktionen (z. B. Stevens- Johnson-Syndrom, Toxische Epidermale Nekrolyse, Erythema multiforme)
Skelettmuskulatur-, Binde- gewebs- und Knochen- erkrankungen Gelegentlich Schwächegefühl (muskulär)
Sehr selten Arthralgie
Erkrankungen der Nieren und Harnwege Häufig Dunkelfärbung des Urins ohne Krankheitswert (bedingt durch ein Stoffwechselprodukt von Metronidazol)
Gelegentlich Dysurie, Cystitis, Harninkontinenz
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Gelegentlich Arzneimittelfieber

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkun- gen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir- kungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuier- liche Überwachung des Nutzen-Risiko-Ver- hältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Nach oralen Einmaldosen von bis zu 15 g Metronidazol in suizidaler Absicht wurden Übelkeit, Erbrechen, Hyperreflexie, Ataxie, Tachykardie, Atemnot und Desorientierung beobachtet. Todesfälle sind nicht beschrie- ben.

Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Bei symptomatischer Therapie ist mit voll-

ständiger Rückbildung der Beschwerden nach wenigen Tagen zu rechnen.

Pharmakologische Eigenschaften - Arilin®

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Imidazol- Derivate, ATC-Code: G01AF01

Wirkmechanismus

Metronidazol selbst ist antimikrobiell un- wirksam. Es stellt die stabile und penetrati- onsfähige Ausgangsverbindung dar, aus der unter anaeroben Bedingungen durch die mikrobielle Pyruvat-Ferredoxin-Oxido- reduktase unter Oxidation von Ferredoxin und Flavodoxin Nitroso-Radikale gebildet werden, die an der DNS angreifen. Nitroso- Radikale bilden Addukte mit Basenpaaren in der DNS, wodurch es zu DNS-Strang- brüchen und nachfolgend zum Zelltod kommt.

Resistenzmechanismen

Die Resistenzmechanismen gegen Metro- nidazol bei anaeroben Bakterien sind erst teilweise aufgeklärt:

  • Metronidazol-resistente Bacteroides- Stämme besitzen Resistenz-Determinan- ten, die Nitroimidazol-Reduktasen kodie- ren, die Nitroimidazole in Aminoimidazole umwandeln, wodurch die Bildung der für die antibakterielle Wirkung verantwortli- chen Nitroso-Radikale verhindert wird.

  • Die Metronidazol-Resistenz bei Helico- bacter pylori beruht auf Mutationen in einem Gen, das für die NADPH-Nitrore- duktase kodiert. Diese Mutationen be- wirken einen Austausch von Aminosäu- ren und damit einen Funktionsverlust des Enzyms. Somit unterbleibt der Akti- vierungsschritt vom Metronidazol zum reaktiven Nitroso-Radikal.

  • Es besteht zwischen Metronidazol und den anderen Nitroimidazolderivaten (Ti- nidazol, Ornidazol, Nimorazol) vollstän- dige Kreuzresistenz.

Grenzwerte

Die Testung von Metronidazol erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe. Folgende minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

EUCAST (European Committee on Anti- microbial Susceptibility Testing) Grenz- werte

Erreger Sensibel Resistent
Clostridioides difficile1) ≤ 2 mg/l > 2 mg/l
Clostridium perfringens ≤ 4 mg/l > 4 mg/l
Helicobacter pylori ≤ 8 mg/l > 8 mg/l
Bacteroides spp. ≤ 4 mg/l > 4 mg/l
Prevotella spp. ≤ 4 mg/l > 4 mg/l
Fusobacterium necrophorum ≤ 0,5 mg/l > 0,5 mg/l

1) Die Grenzwerte basieren auf den epi- demiologischen Cut-Off-Werten (ECOFFs), die wildtypischen Isolate von solchen mit verminderter Empfindlichkeit unter- scheidet. Der Grenzwert findet Anwen- dung, wenn eine C. difficile Infektion mit oral applizierbarem Metronidazol be- handelt werden soll. Es stehen keine kli- nischen Daten zur Verfügung, die bele- gen, dass zwischen der Höhe der MHK und dem klinischen Ergebnis ein Zu- sammenhang besteht.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Ver- lauf der Zeit variieren. Deshalb sind – ins- besondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen – lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsitua- tion die Wirksamkeit von Metronidazol in Frage gestellt ist, sollte eine Therapiebera- tung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infek- tionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit dem Nach-

weis des Erregers und dessen Empfindlich- keit gegenüber Metronidazol anzustreben.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus nationalen Resistenz- überwachungsprojekten und -studien (Stand: April2019):

Üblicherweise empfindliche Spezies
Anaerobe Mikroorganismen
Bacteroides fragilis
Clostridioides difficile
Clostridium perfringens°Δ
Fusobacterium spp.°
Peptoniphilus spp.°
Peptostreptococcus spp.°
Porphyromonas spp.°
Prevotella spp.°
Veillonella spp.°
Andere Mikroorganismen
Entamoeba histolytica°
Gardnerella vaginalis°
Giardia lamblia°
Trichomonas vaginalis°
Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können
Aerobe Gram-negative Mikro- organismen
Helicobacter pylori1
Von Natur aus resistente Spezies
Alle obligat aeroben Bakterien
Gram-positive Mikroorganismen
Enterococcus spp.
Staphylococcus spp.
Streptococcus spp.
Gram-negative Mikroorganismen
Enterobacteriaceae
Haemophilus spp.

° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primär- literatur, Standardwerken und Therapie- empfehlungen wird von einer Empfind- lichkeit ausgegangen.

1 Resistenzrate bereits bei einmalig vor- behandelten Patienten ≥ 50 %.

Δ Nur bei Penicillin-Allergie

Pharmakokinetik

Resorption

Nach oraler Applikation wird Metronidazol rasch und nahezu vollständig resorbiert mit maximalen Serumspiegeln nach 1 – 2 Stun- den. Bei rektaler Applikation stehen ca. 80 % der Substanz systemisch zur Verfü- gung, wobei das Maximum im Serum nach ca. 4 Stunden erreicht wird. Nach vaginaler Applikation können nur ca. 20 % im Serum gefunden werden, wobei das Maximum hier noch später, nach 8 bis 24 Stunden, erreicht wird.

Biotransformation

Die Serumhalbwertszeit beträgt ca. 8 (6 – 10) Stunden. Im menschlichen Organismus

werden verschiedene Metabolite gebildet. Hauptmetabolite sind der Hydroxymetabo- lit (1-(2-Hydroxyethyl)-2-hydroxymethyl-5- nitroimidazol) und der „saure“ Metabolit (2-Methyl-5-nitroimidazol-1-yl-essigsäure). Die Halbwertszeit kann bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion bis auf 30 Stunden verlängert werden. Die Protein- bindung liegt unter 20 %. Das scheinbare Verteilungsvolumen beträgt etwa 36 l.

Elimination

Ca. 80 % der Substanz werden über die Niere ausgeschieden, wobei der nicht me- tabolisierte Anteil weniger als 10 % aus- macht. Geringe Mengen (ca. 6 %) werden auch über die Leber ausgeschieden. Nie- reninsuffizienz verlängert die Ausscheidung nur unwesentlich. Bei schwerer Leberin- suffizienz ist mit einer verzögerten Elimina- tion zu rechnen.

Weblinks

Packungen und Preis

Arilin® 6 Vaginalzäpfchen N2
Preis
13,72 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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