Biocarn 1 g/3,3 ml Sirup
Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
Verschreibungseinschränkungen
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
Hersteller
Letzte Aktualisierung der Fachinformation

Mediately App verwenden
Schnellerer Zugriff auf Medikamenteninformationen.
Über 36k bewertungen
Fachinfo - Biocarn 1 g/3,3 ml
Zur Substitution bei primärem und sekundärem systemischem Carnitinmangel.
Als Behandlungsversuch bei Sonderformen der Muskeldystrophie mit Lipidakkumu-lation, die auf einem primären muskulären Carnitinmangel beruhen.
Zur Ergänzung der Behandlung bei progressiver Muskeldystrophie vom Typ Duchenne, sofern noch funktionierende Skelettmuskeln vorhanden sind.
Zum Ersatz dialysebedingter Levocarnitinverluste unter chronischer Hämodialysebe-handlung.
Dosierung
1 g Levocarnitin (3,3 ml Biocarn, Sirup = 1 Messbecher) pro Tag.
An Tagen mit Hämodialysebehandlung sollte Levocarnitin nach Abschluss der Hä-modialyse eingenommen werden.
Art der Anwendung
Der Sirup sollte zur Einnahme mit etwas Flüssigkeit verdünnt werden.
Die Behandlung des dialysebedingten Levocarnitin-Mangels ist eine Langzeitthera-pie.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Methyl-4-hydroxybenzoat, Propyl-4-hyd-roxybenzoat oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Patienten mit hereditärer Fructoseintoleranz (HFI) dürfen dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Bei Magengeschwüren oder teilweiser Magenresektion sollte auf die Gabe von Biocarn, Sirup verzichtet werden.
Pivalat erhöht die renale Levocarnitin-Elimination.
Valproat, Emetin und Zidovudin können selbst einen Levocarnitin-Mangel hervorru-fen.
Erfahrungen über die Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen nicht vor. Da es sich um eine körpereigene Substanz handelt, sind Risiken nicht zu erwarten.
Biocarn hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrs-tüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:
| Sehr häufig (≥1/10) |
| Häufig (≥1/100 bis <1/10) |
| Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100) |
| Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000) |
| Sehr selten (<1/10.000) |
| Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) |
Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100)
Nach der Verabreichung therapeutisch üblicher Dosierungen von 1 - 3 g Levocarni-tin wurden gelegentlich Übelkeit und Erbrechen beobachtet.
Sehr selten (<1/10.000, einschließlich Einzelfälle)
In sehr seltenen Fällen sind nach oraler oder intravenöser Verabreichung von Levo-carnitin Krämpfe aufgetreten. Bei Patienten mit vorbestehender Krampfneigung wurde über eine Zunahme der Häufigkeit und / oder Schwere der Krämpfe berichtet.
In sehr seltenen Fällen kann nach längerer Anwendung in hoher Dosierung ein fisch-ähnlicher Körpergeruch auftreten.
Methyl-4-hydroxybenzoat und Propyl-4-hydroxybenzoat können Überempfindlich-keitsreaktionen, auch Spätreaktionen, hervorrufen.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufge-fordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Pharmakologische Eigenschaften - Biocarn 1 g/3,3 ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Aminosäuren und Derivate ATC-Code: A16AA01
Levocarnitin ist ein L-Aminosäurederivat, ein sogenanntes biogenes Amin.
Levocarnitin ist eine physiologischerweise im menschlichen Organismus vorkom-mende quaternäre Ammoniumverbindung. Ihre Hauptfunktion ist der Transport der aktivierten langkettigen Fettsäuren durch die innere Mitochondrienmembran in die Mitochondrien, wo sie der Beta-Oxidation zugeführt werden.
Darüber hinaus spielt Levocarnitin eine wichtige Rolle in der Ketogenese der Leber. Hämodialyse führt zu Levocarnitin-Verlusten, welche Mangelerscheinungen wie My-opathien, Kardiomyopathien, Muskelkrämpfe oder Arrhythmien auslösen.
Die Kompensierung eines Carnitin-Mangels mit exogenem Levocarnitin führt zu ei-ner vermehrten Fettsäureoxidation und dadurch zu einem verbesserten Stoffwech-sel, der sich klinisch in einer deutlichen Zunahme der Muskelkraft und einer Verrin-gerung der Mangelerscheinungen zeigt.
Durch die Bildung von Carnitinestern können überschüssige kurz- und verzweigt-kettige Acylgruppen aus den Mitochondrien ins Cytosol transportiert werden. Bei einigen angeborenen Stoffwechselstörungen können dadurch vermehrt pathologi-sche Metaboliten ausgeschieden, Coenzym A regeneriert und der Energiestoff-wechsel verbessert werden.
Das pharmakokinetische Profil von Levocarnitin, als einem physiologischen Be-standteil des menschlichen Körpers, ist abhängig von seinen organspezifischen Speichern. Konventionelle kinetische Parameter müssen daher mit Vorsicht inter-pretiert werden, da die Plasmaspiegel keine verlässlichen Rückschlüsse auf das in den Zellen verfügbare freie Levocarnitin zulassen.
Da der Großteil des Körper-Levocarnitins (> 90 %) in langsam ausgleichenden Ge-weben wie Skelettmuskeln gespeichert wird, korreliert ein intrazellulärer Levocarni-tin-Mangel nicht notwendigerweise mit wesentlich erniedrigten Plasmaspiegeln, ob-wohl Langzeithämodialyse zu konstant erniedrigten Plasmaspiegeln an freiem Levo-carnitin (< 30 µmol/l) führt.
Durch Hämodialyse wird Levocarnitin aus dem Plasma abfiltriert, was zu deutlich verminderten Plasmaspiegeln unmittelbar nach der Dialyse führt. Die erniedrigten Plasmaspiegel werden innerhalb einiger Stunden durch Entleerung der Speicher wieder ausgeglichen. Regelmäßige Hämodialyse kann daher zu einem Mangel an Levocarnitin in den Geweben führen, obwohl die Plasmaspiegel lange konstant blei-ben.
Die orale Substitution mit Levocarnitin führt bei Hämodialysepatienten zu einer Nor-malisierung oder dosisabhängig auch zu einer Erhöhung der Carnitinspiegel in Plasma und Gewebe.
Die orale Bioverfügbarkeit von Levocarnitin ist weitgehend dosisabhängig und bei niedrigen (physiologischen) Dosen fast vollständig. Maximale Plasmakonzentratio-nen werden 2 - 6 Stunden nach oraler Einnahme erreicht.
Levocarnitin wird rasch im Organismus verteilt, wobei Leber, Herz und Skelettmus-kulatur bevorzugt sind. Levocarnitin wird, unabhängig von der Konzentration, nicht an Plasmaprotein oder Albumin gebunden. Es wird nur geringfügig metabolisiert und über die Nieren (falls diese funktionsfähig sind) ausgeschieden.
Bei terminaler Niereninsuffizienz kann die Levocarnitin-Substitution zu erhöhten Plasmaspiegeln führen, welche nach einigen Wochen ein Steady-State erreichen. Diese erhöhten Plasmaspiegel scheinen keinen klinischen oder toxikologischen Ein-fluss zu haben.
Pharmazeutische Angaben - Biocarn 1 g/3,3 ml
Gereinigtes Wasser, Sorbitol-Lösung 70 % (nicht kristallisierend), Zitronenaroma, Methyl-4-hydroxybenzoat, Propyl-4-hydroxybenzoat, Salzsäure 36 % (zur pH-Ein-stellung)
3 Jahre
Dauer der Haltbarkeit nach Anbruch
3 Monate
Flaschen nach Anbruch gut verschlossen und bei Raumtemperatur aufbewah-ren.
Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
Braune Glasflaschen (hydrolytische Klasse III) mit einem Tropfeinsatz aus Polyethy-len, einem Messbecher aus Polystyrol und einem Schraubverschluss aus Polyethy-len zu je 50 ml Sirup.
Packungsgrößen:
Einzelpackung mit 1 x 50 ml Flasche Bündelpackung mit 3 x 50 ml Flaschen