Laryngomedin® Octenidin Antisept 2,6 mg Lutschtabletten
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Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
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Fachinfo - Laryngomedin® 2,6 mg
Zur kurzzeitig unterstützenden Behandlung von Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, die mit typischen Symptomen wie Schmerzen, Rötung und Schwellung einhergehen. Laryngomedin Octenidin Antisept wird angewendet bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren.
Dosierung
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren lassen alle 2 - 3 Stunden eine Lutschtablette langsam im Mund zergehen. Die maximale Tagesdosis beträgt 6 Lutschtabletten.
Kinder und Jugendliche
Untersuchungen zur Sicherheit und Wirksamkeit von Laryngomedin Octenidin Antisept bei Kindern im Alter von 0 bis 11 Jahren wurden bisher nicht durchgeführt.
Art der Anwendung
Lutschtabletten zur Anwendung in der Mundhöhle. Die Lutschtablette sollte aktiv und kontinuierlich im Mund gelutscht werden. Die Lutschtablette sollte im Mund hin und her bewegt werden, bis sie vollständig aufgelöst ist.
Ohne Rücksprache mit einem Arzt sollte Laryngomedin Octenidin Antisept nicht länger als 4 Tage angewendet werden.
Folgendes ist zu beachten: Nebenwirkungen können verringert werden, indem die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten, zur Symptomkontrolle erforderlichen Zeitraum angewendet wird.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Wenn die Symptomatik länger als 4 Tage andauert, wird empfohlen, die Diagnose und Behandlung zu überprüfen.
Nur zur kurzfristigen Anwendung geeignet.
Eine Anwendung von mehr als 4 Tagen ist nicht vorgesehen, da die Darreichungsform und das Anwendungsgebiet neu sind und keine weiteren Erfahrungen vorliegen.
Laryngomedin Octenidin Antisept enthält 2,57 g Isomalt (E 953) als Zuckeraustauschstoff pro Lutschtablette. Der Kalorienwert beträgt 2,3 kcal/g Isomalt. Isomalt kann eine leicht abführende Wirkung haben. Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Bei entsprechend sensibilisierten Patienten können durch Pfefferminzöl Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Atemnot) ausgelöst werden.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Schwangerschaft
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Octenidindihydrochlorid bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Aufgrund unvollständiger Informationen können Risiken für das ungeborene Kind nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Anwendung von Laryngomedin Octenidin Antisept während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
Stillzeit
Es liegen keine ausreichenden Informationen zur Exkretion von Octenidindihydrochlorid über die Muttermilch beim Menschen vor.
Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden.
Laryngomedin Octenidin Antisept sollte nicht während der Stillzeit angewendet werden.
Fertilität
Es wurden keine Studien durchgeführt, um die Auswirkungen auf die Fertilität zu beurteilen.
Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.
Die folgende Auflistung enthält detaillierte Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen, basierend auf Daten zur Gesamtkausalität aus klinischen Studien mit 344 Patienten (301 Erwachsene, 43 Jugendliche), die die empfohlene Dosis von Laryngomedin Octenidin Antisept bis zu 4 Tage lang erhielten. Weitere Nebenwirkungen, die nach Markteinführung gemeldet wurden, sind ebenfalls in der Auflistung enthalten.
Die Nebenwirkungen sind nachfolgend nach Systemorganklassen und ihren Häufigkeiten aufgeführt. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert:
Sehr häufig (≥ 1/10) Häufig (≥ 1/100, < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100) Selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000) Sehr selten (< 1/10 000)
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Erkrankungen des ImmunsystemsHäufigkeit nicht bekannt:
-
Allergische Reaktionen
Erkrankungen des NervensystemsHäufig:
-
Geschmacksstörungen
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsGelegentlich:
-
Abdominalschmerz
-
Diarrhö
-
Übelkeit
-
Erbrechen
-
Mundtrockenheit
-
Dyspepsie
-
Epigastrische Beschwerden Häufigkeit nicht bekannt:
-
-
Reizung der Mund- und Magenschleimhaut
-
Zungenverfärbung
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung anzuzeigen.
für Deutschland:
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-
Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de für Luxemburg:
Centre Régional de Pharmacovigilance de Nancy oder Abteilung Pharmazie und Medikamente (Division de la pharmacie et des médicaments) der Gesundheitsbehörde in Luxemburg, Website: www.guichet.lu/pharmakovigilanz
Pharmakologische Eigenschaften - Laryngomedin® 2,6 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Respirationstrakt / Hals- und Rachentherapeutika / Antiseptika ATC-Code: R02AA21.
Wirkmechanismus
Octenidindihydrochlorid ist eine kationenaktive Verbindung und besitzt aufgrund seiner zwei kationischen Zentren ausgeprägte oberflächenaktive Eigenschaften. Es reagiert mit Bestandteilen der Zellwand und Membran der Mikrobenzelle und führt dadurch zur Zerstörung der Zellfunktion.
Octenidindihydrochlorid ist bekannt für eine antiseptische Wirkung gegenüber Bakterien, behüllten Viren und Pilzen. Der Wirkstoff ist wirksam gegen Krankheitserreger, die zu Infektionen der Mund-und Rachenschleimhaut führen. Zu den häufigsten Krankheitserregern, die eine Pharyngitis verursachen, gehören grampositive und gramnegative Bakterien wie Staphylokokken, Pneumokokken, Staphylococcus aureus und Pseudomonas aeruginosa. Krankheitserregende Pilze und Hefen spielen dabei auch eine Rolle, insbesondere Candida albicans.
Die antibakterielle und antimykotische Wirkung von Laryngomedin Octenidin Antisept wurde in vitro bestätigt:
| Erregerstamm | Kontaktzeit | Konzentration des geprüften Produkts (0,1 % Octenidin Lutschtabletten) | Reduktionsfaktor (log) |
| Staphylococcus aureus | 1 min | 80 % | 7,89 |
| 1 min | 40 % | 4,41 | |
| Enterococcus hirae | 1 min | 80 % | 7,41 |
| 1 min | 40 % | 5,67 | |
| Pseudomonas aeruginosa | 1 min | 80 % | 6,00 |
| 1 min | 40 % | 4,91 | |
| Candida albicans | 5 min | 80 % | 4,08 |
| 15 min | 80 % | 6,20 | |
| Bedingung bei allen Prüfungen: 0,3 % Schaferythrozyten, 0,3 % Albumin; Prüfungskriterien:In-vitro-Standardmethoden der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) zur Prüfung chemischer Desinfektionsverfahren | |||
Die viruzide Wirkung gegenüber behüllten Viren wurde in In-vitro-Untersuchungen mit dem Bovinen Virusdiarrhoe-Virus (BVDV) und Vacciniavirus (VV) bestätigt. Entsprechend der offiziellen Empfehlungen des RKI stellen diese Viren Surrogatmodelle dar, und die Prüfergebnisse sind auf alle behüllten Viren übertragbar. Die Ergebnisse zeigen nach einer Inkubationszeit von 3 Minuten bei Raumtemperatur und einer Konzentration von 80 % eine Verringerung der Viren um ≥ 4 log-Stufen (Prüfviren CCL-81 bzw. CCLV RIE 11) (saubere Bedingungen gemäß Richtlinien des RKI von 2008). Unter unreinen Bedingungen ergaben die Prüfungen mit BVDV und VV nach einer Inkubationszeit
von 5 Minuten bei Raumtemperatur und einer Konzentration von 80 % eine Virusreduktion um etwa 3,85 log-Stufen (Prüfviren CCL-81 bzw. CCLV RIE 11).
In einem Suspensionstest zeigte sich Octenidindihydrochlorid in vitro wirksam gegenüber Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA)-Keimen. Bei 36 Patienten, die MRSA-positiv waren, wurden auf Octenidin basierende Produkte in entweder ein oder zwei Zyklen zu jeweils 7 Tagen angewendet. Eine vollständige Dekontamination wurde bei 24 Patienten (67 %) erreicht. Wiederholt durchgeführte fünftägige Zyklen von täglich topisch angewendetem Octenidindihydrochlorid führten zu einer Verringerung vorhandener MRSA-Keime um 76 %.
Als nicht volatile Verbindung, die weder über die Haut noch das Übergangsepithel resorbiert wird, entwickelt Octenidindihydrochlorid eine remanente Wirkung auf der Haut oder auf den Schleimhäuten, die auch nach mehreren Stunden noch nachweisbar ist.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
In einer Studie mit 24 gesunden Freiwilligen wurde das antibakterielle Potenzial von Laryngomedin Octenidin Antisept in vivo untersucht und quantifiziert. Das primäre Ziel bestand darin, die Anzahl der koloniebildenden Einheiten (KBE) in einer Probe eines Mundschleimhautabstrichs, der unmittelbar vor und 1 Minute nach Ende der Octenidin-Exposition genommen wurde, zu bestimmen und mit der KBE-Zahl vor und nach einer Placebo-Exposition zu vergleichen. Das sekundäre Ziel dieser Studie war der Vergleich der unterschiedlichen Bakterienzahlen, die 30 Minuten nach der Exposition bei jedem Probanden gemessen wurden.
Beim Vergleich der relativen Unterschiede zu den Anfangswerten konnte 1 Minute nach der Exposition eine höhere Reduktion der absoluten Bakterienzahlen nach Octenidin-Exposition (relΔ1 Octenidin, 40,59%) beobachtet werden als nach der Placebo-Exposition (relΔ1 Placebo, 19,32%).
Bezüglich des sekundären Kriteriums (30 Minuten nach Exposition) zeigte sich bei der Octenidin-Exposition eine Verringerung (relΔ30 Octenidin, 4,72 %) der KBE-Zahl, während nach der Placebo-Exposition ein Anstieg verzeichnet wurde (relΔ30, Placebo, 44,93 %).
Es konnte eindeutig gezeigt werden, dass bei gesunden Freiwilligen nach Exposition mit Laryngomedin Octenidin Antisept eine höhere Verringerung der Bakterienzahl erreicht wird als unter Placebo.
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Laryngomedin Octenidin Antisept bei der Behandlung von akuten Halsschmerzen wurde in einer randomisierten, multizentrischen, doppelblinden, Placebo-kontrollierten und aktiv kontrollierten klinischen Parallelgruppenstudie untersucht. Insgesamt wurden 740 Patienten in die Studie aufgenommen, einschließlich 87 Patienten im Alter von 12 bis 17 Jahren. Die primären Ziele bestanden darin, die statistisch signifikante Überlegenheit von Laryngomedin Octenidin Antisept bei der Anzahl an Respondern im Vergleich zu Placebo zu zeigen sowie die Nichtunterlegenheit von Laryngomedin Octenidin Antisept hinsichtlich der Anzahl an Respondern im Vergleich zu einem aktiven Vergleichspräparat (Unterlegenheitsspanne von 15%).
Als Ansprechen wurde ein Score von 4 oder 5 auf der Skala zur Bewertung der Schmerzlinderung (Beurteilung durch den Patienten) bei Visite 3 (Studientag 3 oder 4) in Kombination mit einem Gesamtscore von 0 oder 1 auf der Tonsillopharyngitis-Skala (Beurteilung der Symptome durch Prüfarzt) bei Visite 3 (Studientag 3 oder 4) definiert.
Die Ansprechrate in der Octenidindihydrochlorid-Gruppe lag bei 57,0 %, in der aktiven Vergleichspräparat-Gruppe bei 54,0 % und in der Placebo-Gruppe bei 43,6 %. Der Unterschied zwischen Laryngomedin Octenidin Antisept und Placebo bei der Ansprechrate betrug 13,3 % (95 % Konfidenzintervall: 4,6 %; 23,25 %). Der Unterschied bei der Ansprechrate zwischen Laryngomedin
Octenidin Antisept und dem aktiven Vergleichspräparat betrug 3,0 % (95 %
Konfidenzintervall: -10,1 %; 14,67 %). In der Altersgruppe von 12 bis 17 Jahren lag die Ansprechrate in der Octenidindihydrochlorid-Gruppe bei 48,8 %, in der aktiven Vergleichspräparat-Gruppe bei
50,0 % und in der Placebo-Gruppe bei 37,5 %. Die primären Ziele wurden erreicht. Die Sicherheit von Laryngomedin Octenidin Antisept wurde bestätigt und es war gut verträglich.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Laryngomedin Octenidin Antisept bei Kindern im Alter von 0 bis 11 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen.
Resorption
Es liegen keine Daten zur Pharmakokinetik beim Menschen vor hinsichtlich der oralen Aufnahme von Octenidindihydrochlorid. Basierend auf den präklinischen Studien wird angenommen, dass der Wirkstoff im Gastrointestinaltrakt minimale systemische Resorption zeigt.
Bei Maus, Ratte und Hund wurde oral verabreichtes, mit 14C radioaktiv markiertes Octenidindihydrochlorid lediglich in geringer Menge (0-6 %) über die Schleimhäute des Gastrointestinaltrakts resorbiert. In Nagern und Hunden wird die Substanz innerhalb von 8-72 Stunden fast vollständig (93 %) mit den Fäzes ausgeschieden, während im Urin beider Spezies lediglich Spuren (< 1 %) nachweisbar waren. Bei der Maus wurde beobachtet, dass topisch angewendetes Octenidindihydrochlorid während einer Kontaktzeit von 24 Stunden unter einem Okklusivverband nicht resorbiert wurde. Basierend auf In-vitro-Studien kann eine Plazentagängigkeit von Octenidindihydrochlorid ausgeschlossen werden.
Octenidindihydrochlorid wurde weder über die Schleimhaut der Vagina (Kaninchen) noch über wunde Stellen (Mensch, Ratte) resorbiert.
Die Verteilung, Verstoffwechselung und Ausscheidung wurden am Menschen nicht untersucht.
Pharmazeutische Angaben - Laryngomedin® 2,6 mg
Isomalt (Ph. Eur.) Weinsäure (Ph. Eur.)
Aroma zur Maskierung, flüssig, PHL 121355 (enthält Propylenglycol, Kaffeeextrakt und 4-(2,2,3-trimethylcyclopentyl)butansäure)
Sternanisöl Pfefferminzöl Sucralose
Die Blisterpackung im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Dieses Arzneimittel benötigt keine besonderen Lagerungsbedingungen hinsichtlich der Temperatur.
Blisterpackung aus PVC/PVDC und Aluminiumfolie, verpackt in einer Faltschachtel. Packungsgrößen: 12, 16, 20 oder 24 Lutschtabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.