Propiverin AL 5 mg Filmtabletten
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Propiverin 5 mg
Zur symptomatischen Behandlung von Harninkontinenz und/oder erhöhter Miktionsfre-quenz und Harndrang bei Patienten mit
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idiopathischer Detrusorhyperaktivität (überaktiver Blase) oder
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neurogener Detrusorhyperaktivität (Detrusorhyperreflexie) durch Rückenmarkschä-digungen, z. B. Querschnittslähmung oder Meningomyelozele.
Empfohlene Tagesdosen:
KinderDie empfohlene Dosierung beträgt täglich durchschnittlich 0,8 mg/kg Körpermasse in zwei bis drei Einzeldosen.
| Körpergewicht (kg) | Propiverin AL 5 mg pro Tag |
| 12 – 16 | 1 – 0 – 1 |
| 17 – 22 | 1 – 1 – 1 |
| 23 – 28 | 2 – 0 – 2 |
| 29 – 34 | 2 – 1 – 2 |
| ≥ 35 | 2 – 2 – 2oder 3 – 0 – 3 |
Bei Kindern mit einem Körpergewicht über 35 kg entspricht die Maximaldosierung der Standarddosierung bei Erwachsenen von zweimal täglich 15 mg (2 x 3 Propiverin AL 5 mg).
Die Behandlung der überaktiven Blase sollte nicht vor dem 5. Lebensjahr beginnen, da in vielen Fällen die organische Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Die
Behandlung der neurogenen Detrusorhyperaktivität aufgrund von Rückenmarkschädigung kann dagegen auch vor dem 5. Lebensjahr beginnen. Die Gabe von Propiverinhydrochlorid an Kinder unter 1 Jahr wird aufgrund fehlender Daten nicht empfohlen.
Die Behandlung von Kindern soll nur im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzep-tes erfolgen (z. B. sog. "Urotherapie" bei idiopathischer Blasenüberaktivität).
Aufgrund des geringen Wirkstoffgehalts wird Propiverin AL 5 mg hauptsächlich im Kindesalter bzw. von Erwachsenen mit geringem Körpergewicht eingenommen.
Erwachsene und Kinder mit einem Körpergewicht über 35 kg sollten mit Präparaten, die
15 mg Propiverinhydrochlorid pro Filmtablette enthalten, behandelt werden. Diese können mit Propiverin AL 5 mg kombiniert werden.
ErwachseneAls Standarddosis bei idiopathischer Detrusorhyperaktivität werden zweimal täglich 15 mg Propiverinhydrochlorid empfohlen; eine Steigerung auf dreimal täglich ist möglich. Einige Patienten können bereits auf eine Dosis von 15 mg täglich ansprechen (3 x 5 mg).
Bei neurogener Detrusorhyperaktivität wird eine Dosierung von dreimal täglich 15 mg Propiverinhydrochlorid empfohlen.
Die maximal empfohlene Tagesdosis ist 45 mg.
Ältere MenschenIm Allgemeinen gibt es kein spezielles Dosierungsregime für Ältere (siehe Abschnitt 5.2).
Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter NierenfunktionBei Patienten mit einer leichten oder mittelschweren Einschränkung der Nierenfunktion muss die Dosierung nicht angepasst werden, diese sollten jedoch mit Vorsicht behandelt werden. Bei Patienten mit starker Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) beträgt die maximale Tagesdosis 30 mg.
Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter LeberfunktionBei Patienten mit einer leichten Einschränkung der Leberfunktion besteht keine Not-wendigkeit der Dosisanpassung, die Behandlung sollte jedoch mit Vorsicht erfolgen. Studien zur Anwendung von Propiverinhydrochlorid bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Einschränkung der Leberfunktion wurden nicht durchgeführt. Die An-wendung wird deshalb bei diesen Patienten nicht empfohlen.
Die gleichzeitige Einnahme von Propiverin mit einer fettreichen Mahlzeit erhöht die Bioverfügbarkeit von Propiverin. Die Einnahme sollte deshalb vor den Mahlzeiten er-folgen. Dies ist besonders für Patienten mit Einschränkung von Leber- oder Nierenfunk-tion von Bedeutung (siehe Abschnitt 5.2).
Die Filmtabletten sind mit ausreichend Flüssigkeit unzerkaut einzunehmen. Propiverin AL 5 mg ist glucose- und glutenfrei.
Propiverin AL 5 mg darf bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile sowie bei Patienten mit einer der folgenden Erkrankungen nicht angewendet werden:
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Darmobstruktion
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ausgeprägte Blasenentleerungsstörungen mit vorhersehbarem Harnverhalt
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Myasthenia gravis
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Darmatonie
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schwere Colitis ulcerosa
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toxisches Megacolon
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unbehandeltes Engwinkelglaukom
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moderate oder ausgeprägte Leberfunktionsstörung
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Tachyarrhythmien.
Das Arzneimittel sollte mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit:
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autonomer Neuropathie
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Nierenfunktionsstörungen (siehe Abschnitt 4.2)
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leichte Leberfunktionsstörungen (siehe Abschnitt 4.2).
Die Symptome folgender Erkrankungen können sich nach Verabreichung des Arznei-mittels verstärken:
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schwere kongestive Herzinsuffizienz (NYHA IV)
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Prostatahyperplasie
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Hiatushernie mit Refluxösophagitis
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Arrhythmie
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Tachykardie.
Wie auch andere Anticholinergika induziert Propiverin eine Mydriasis. Daher kann bei prädisponierten Personen mit engem Kammerwinkel der vorderen Augenkammer ein erhöhtes Risiko bestehen, Glaukomanfälle zu induzieren. Es liegen Berichte vor, dass Wirkstoffe dieser Arzneimittelgruppe Glaukomanfälle induzieren oder verstärken kön-nen. Daher wird bei Patienten mit der Gefahr einer Glaukomentwicklung die Kontrolle des Augeninnendrucks empfohlen.
Bei Harnwegsinfekten sollte besonders auf die Restharnmenge geachtet werden.
Pollakisurie und Nykturie infolge von Nierenerkrankungen oder dekompensierter Herz-insuffizienz sowie organische Blasenerkrankungen (z. B. Harnwegsinfektionen, Mali-gnome) sollten vor der Behandlung ausgeschlossen werden.
Patienten, die mit potenten Inhibitoren der flavinhaltigen Monooxygenase (FMO), z. B. Methimazol und gleichzeitig mit potenten Inhibitoren des Cytochrom-Enzyms CYP 3A4/5 (z. B. Ketoconazol) behandelt werden, sollten mit der geringst möglichen An-fangsdosis behandelt werden. Die Dosis kann anschließend vorsichtig auftitriert werden (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).
Wirkungsverstärkung durch gleichzeitige Verabreichung von tricyclischen Antidepres-siva (z. B. Imipramin), Tranquilizern (z. B. Benzodiazepine), Anticholinergika, Aman-
tadin, Neuroleptika (z. B. Phenothiazine) und Beta-Adrenozeptor-Agonisten (Beta-Sympathikomimetika).
Wirkungsabschwächung durch gleichzeitige Verabreichung von Cholinergika. Blutdrucksenkung bei Patienten unter Isoniazidbehandlung. Die Wirkung von Prokinetika wie Metoclopramid kann verringert werden.
Pharmakokinetische Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, die durch Cyto-chrom P450 3A4 (CYP 3A4) metabolisiert werden, sind möglich. Ein sehr ausgeprägter Konzentrationsanstieg wird für solche Arzneimittel jedoch nicht erwartet, da die Wir-kungen von Propiverin im Vergleich zu klassischen Enzyminhibitoren (z. B. Ketocona-zol oder Grapefruit-Saft) gering sind. Propiverin gilt als schwacher Hemmer der mikro-somalen Monooxygenase (CYP 3A4). Pharmakokinetische Untersuchungen bei Patien-ten, die gleichzeitig starke CYP 3A4-Hemmer wie Azol-Antimykotika (z. B. Ketocona-zol, Itraconazol) oder Makrolid-Antibiotika (z. B. Erythromycin, Clarithromycin) erhal-ten, sind nicht durchgeführt worden.
Da Propiverin zu einem beträchtlichen Teil auch durch die flavinhaltige Monooxygena-se (FMO) metabolisiert wird, kann es bei gleichzeitiger Anwendung von Hemmern der Enzyme CYP 3A4 (z. B. Ketoconazol) und FMO (z. B. Methimazol) zu klinisch rele-vanten Erhöhungen der Plasmaspiegel kommen. Eine Behandlung sollte in diesen Fäl-len nur mit Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitt 4.4).
Es liegen keine klinischen Daten über die Anwendung von Propiverin bei Schwangeren und Stillenden vor. Tierexperimentelle Studien haben Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Propiverin wurde in die Milch laktierender Säugetiere ausge-schieden. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
Daher darf Propiverin AL 5 mg nicht an schwangere oder stillende Frauen verabreicht werden, es sei denn, dies ist eindeutig notwendig.
Propiverinhydrochlorid kann zu Benommenheit und Verschwommensehen führen. Da-durch kann unter Einnahme dieses Arzneimittels die Fähigkeit des Patienten zum Aus-führen von Tätigkeiten, die mentale Aufmerksamkeit erfordern, wie etwa das Führen von Kraftfahrzeugen, das Bedienen von Maschinen oder das Ausführen gefährlicher Arbeiten, eingeschränkt sein.
Beruhigungsmittel können die von Propiverinhydrochlorid verursachte Benommenheit verstärken.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:
Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
| Herz-Kreislauf-Erkrankungen | |
| Gelegentlich | Blutdrucksenkung mit Benommenheit |
| Sehr selten | Palpitationen |
| Erkrankungen des Nervensystems | |
| Häufig | Kopfschmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung |
| Gelegentlich | Geschmacksstörungen, Schwindel, Tremor |
| Augenerkrankungen | |
| Häufig | Akkommodationsstörungen, anormaler Visus |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes | |
| Sehr häufig | Mundtrockenheit |
| Häufig | Obstipation, Bauchschmerzen und Dyspepsie |
| Gelegentlich | Übelkeit/Erbrechen |
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | |
| Gelegentlich | Harnverhalt |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | |
| Selten | Ausschlag bei Idiosynkrasie (Propiverinhydrochlorid)oder Überempfindlichkeit (Hilfsstoffe) |
| Gefäßerkrankungen | |
| Gelegentlich | Erröten |
| Psychiatrische Erkrankungen | |
| Sehr selten | Unruhe, Verwirrtheit |
| Nicht bekannt | Halluzinationen |
In klinischen Studien mit Kindern sind außerdem folgende Nebenwirkungen aufgetreten: Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen.
Alle unerwünschten Wirkungen sind vorübergehend und klingen nach einer Dosisredu-zierung oder bei Beendigung der Therapie nach maximal 1 - 4 Tagen ab.
Bei einer Langzeittherapie sollten die Leberenzyme kontrolliert werden, da in seltenen Fällen reversible Leberenzymveränderungen auftreten können.
Eine Überdosierung mit dem Muskarinrezeptor-Antagonisten Propiverinhydrochlorid kann potentiell zu zentralnervösen anticholinergen Effekten, wie z. B. Unruhe, Schwin-del, Übelkeit, Sprach- und Sehstörungen und Muskelschwäche, führen. Darüber hinaus können schwere Trockenheit der Schleimhäute, Tachykardie und Harnverhalt auftreten.
Die Behandlung der Überdosierung kann das Auslösen von Erbrechen oder eine Ma-genspülung unter Verwendung eines eingeölten Schlauches beinhalten (Vorsicht: tro-ckene Schleimhäute!). Dann ist symptomatisch wie bei Atropin-Überdosierung, z. B. Physostigmin mit einer Dosierung von 1,0 bis 2,0 mg bei Erwachsenen durch langsame intravenöse Injektion (kann bei Bedarf bis zu einer Gesamtmenge von 5 mg wiederholt werden), zu behandeln.
Ein 14-jähriges Mädchen, das 450 mg Propiverinhydrochlorid eingenommen hatte, zeigte eine Konfabulation. Die Jugendliche erholte sich vollständig.
Pharmakologische Eigenschaften - Propiverin 5 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Urologisches Spasmolytikum, Anticholinergikum ATC-Code: G04BD06
WirkungsweiseMuskulotrope Spasmolyse durch Hemmung des Calcium-Einstroms und Modulation des intrazellulären Calciums in der glatten Muskulatur der Harnblase.
Hemmung der efferenten Bahnen des Nervus pelvicus durch anticholinerge Wirkung.
Pharmakodynamische WirkungenAm Tier bewirkt Propiverinhydrochlorid eine dosisabhängige Abnahme des intravesika-len Drucks und eine Erhöhung der Blasenkapazität. Der Effekt beruht auf der Summe der pharmakologischen Eigenschaften von Propiverin und drei aktiven Harnmetaboli-ten, wie an isolierten Detrusorstreifen von Mensch und Tier gezeigt werden konnte.
In einer randomisierten, placebo-kontrollierten, doppelblinden Phase-III-Studie konnte eine signifikante Wirksamkeit (Abnahme der Inkontinenzepisoden und der Miktionsfrequenz, Zunahme des Miktionsvolumens) von Propiverin an Kindern belegt werden.
Die folgenden Informationen beziehen sich auf eine Formulierung mit 15 mg Propiverinhydrochlorid.
Allgemeine Eigenschaften der aktiven SubstanzPropiverin wird fast vollständig aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert. Es unterliegt einem extensiven First-Pass-Metabolismus. Wirkungen an den Zellen der glatten Mus-kulatur der Harnblase sind durch den Wirkstoff sowie durch drei aktive Metaboliten be-dingt, die schnell in den Urin ausgeschieden werden.
ResorptionNach oraler Gabe von Propiverin AL 5 mg wird Propiverin schnell aus dem Gastrointesti-naltrakt resorbiert und erreicht maximale Plasmakonzentrationen nach 2,3 Stunden.
Die mittlere absolute Bioverfügbarkeit von Propiverin AL 5 mg beträgt 40,5 % (arithmetischer Mittelwert aus AUC0-∞ (p.o.) / AUC0-∞ (i.v.)).
Durch Nahrungsaufnahme wird die Bioverfügbarkeit von Propiverin erhöht (mittlerer Anstieg um das 1,3-fache), jedoch ohne signifikanten Einfluss auf die maximale Plas-makonzentration von Propiverin oder seines Hauptmetaboliten Propiverin-N-Oxid. Es ist unwahrscheinlich, dass dieser Unterschied in der Bioverfügbarkeit klinische Bedeu-tung hat. Eine Dosisanpassung könnte jedoch für Patienten mit eingeschränkter Leber-und/oder Nierenfunktion notwendig sein. Deshalb sollte Propiverin von allen Patienten vor dem Essen eingenommen werden.
VerteilungNach Gabe von Propiverin AL 5 mg t. i. d. wird ein Steady State (Fließgleichgewicht) nach 4 bis 5 Tagen auf einem höheren Konzentrationsniveau als nach einer Einzelgabe erreicht (cMittelwert = 6l ng/ml).
Das Verteilungsvolumen wurde bei 21 gesunden Probanden nach intravenöser Gabe von Propiverinhydrochlorid bestimmt und lag zwischen 125 und 473 l (Mittelwert 279 l), was darauf hindeutet, dass eine große Menge des verfügbaren Propiverins in periphere Kompartimente verteilt wird. Die Plasmaprotein-Bindung beträgt 90 - 95 % für die Stammverbindung und etwa 60 % für den Hauptmetaboliten.
BiotransformationPropiverin wird extensiv durch intestinale und hepatische Enzyme metabolisiert. Der Hauptabbauweg schließt die Oxidation des Piperidyl-N ein und wird durch CYP 3A4 und die Flavin-Monooxygenasen (FMO) 1 und 3 vermittelt und führt zur Bildung des weit weniger aktiven N-Oxids, dessen Plasmakonzentration die der Ausgangssubstanz deutlich übersteigt. Vier Metaboliten wurden im Urin nachgewiesen, drei davon sind pharmakologisch aktiv und können zur therapeutischen Wirksamkeit von Propiverin AL 5 mg beitragen.
In vitro ist eine geringfügige Hemmung von CYP 3A4 und CYP 2D6 messbar, die bei Konzentrationen auftritt, die die therapeutischen Plasmakonzentrationen um das 10- bis 100-fache übersteigen (siehe Abschnitt 4.5.).
EliminationNach oraler Gabe von 30 mg 14C-Propiverinhydrochlorid an gesunde Probanden wurden innerhalb von 12 Tagen 60 % der Radioaktivität im Urin und 21 % der Radioaktivität in den Faeces gefunden. Weniger als 1 % einer oralen Gabe wird unverändert mit dem U-rin ausgeschieden. Die mittlere totale Clearance nach einmaliger Gabe von 30 mg be-trägt 371 ml/min (191 - 870 ml/min).
Im Rahmen von drei Studien, in die insgesamt 37 gesunde Probanden eingeschlossen waren, wurden mittlere Eliminationshalbwertzeiten zwischen 13 und 22 Stunden ermittelt.
Linearität/NichtlinearitätDie pharmakokinetischen Parameter von Propiverin und Propiverin-N-Oxid nach oraler Gabe von 10-30 mg Propiverinhydrochlorid stehen in einem linearen Zusammenhang mit der Dosis.
Während des Steady State sind keine Veränderungen in der Pharmakokinetik im Ver-gleich zur Einzelgabe zu sehen.
Eigenschaften bei Patienten-
Nierenfunktionseinschränkung
Aus einer Untersuchung mit einmaliger Gabe von Tabletten mit 15 mg Propiverin-hydrochlorid an 12 Patienten mit einer Kreatininclearance <30 ml/min wurde geschluss-folgert, dass eine schwere Nierenfunktionseinschränkung die Eliminierung von Propive-rin und seinem Hauptmetaboliten Propiverin-N-Oxid nicht wesentlich ändert. Eine Do-sisanpassung ist nicht notwendig, wenn die Gesamt-Tagesdosis 30 mg Propiverin-hydrochlorid nicht überschreitet. Soll eine höhere Dosis gegeben werden, ist eine vor-sichtige Titration der Dosis unter Berücksichtigung der anticholinergen Wirkungen als Marker für die Verträglichkeit zu empfehlen.
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Leberinsuffizienz:
Verglichen mit 12 gesunden Kontrollpersonen war die Steady-state-Pharmakokinetik von Tabletten mit 15 mg Propiverinhydrochlorid t. i. d. über 5 Tage ähnlich der von 12 Patienten mit milder bis moderater Leberfunktionseinschränkung durch eine Fettleber. Für schwere Leberfunktionseinschränkungen liegen keine Daten vor.
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Alter:
Der Vergleich von Tal-Plasmakonzentrationen während des Steady state (Gabe von Tabletten mit 15 mg Propiverinhydrochlorid t. i. d. über 28 Tage) zeigt keinen Unter-schied zwischen älteren Patienten (60 - 85 Jahre; Mittelwert 68) und jungen gesunden Probanden. Das Verhältnis der Muttersubstanz zum Metaboliten bleibt bei älteren Pati-enten unverändert, was darauf hindeutet, dass die metabolische Umsetzung von Propi-verin in seinen Hauptmetaboliten Propiverin-N-Oxid nicht altersabhängig oder nicht li-mitierend bei der Gesamtausscheidung ist.
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Kinder
Eine Dosis-Findungs-Studie an Kindern belegte für die Dosierung von zweimal täglich durchschnittlich 0,4 mg/kg Körpermasse ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wirksamkeit und Verträglichkeit. Bis zum empfohlenen Dosierungsbereich sind die pharmakokinetischen Eigenschaften (z.B. AUC0-8, cmax, cav) dosisproportional. Nach Gabe einer Dosis von zweimal täglich 0,4 mg/kg KM erreichen die Serumspiegel bei Kindern im Alter von 5 bis 10 Jahren in etwa die Werte wie nach Gabe der therapeutischen Dosis von zweimal täglich 15 mg Propiverinhydrochlorid bei Erwachsenen.
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Glaukom-Patienten:
Wie in zwei Placebo-kontrollierten Studien gezeigt werden konnte, erhöhen Tabletten mit 15 mg Propiverinhydrochlorid t. i. d. über 7 Tage nicht den Augeninnendruck bei Patienten mit Weitwinkelglaukom und bei Patienten mit behandeltem (kontrolliertem) Engwinkelglaukom.
Pharmazeutische Angaben - Propiverin 5 mg
Tablettenkern: Hochdisperses Siliciumdioxid
Vorverkleisterte Stärke (Mais) Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat Mikrokristalline Cellulose Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]
Filmüberzug: Opadry II 85F18378
bestehend aus:
Poly(vinylalkohol) Titandioxid (E 171)
Macrogol 3350 Talkum
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich
Blisterpackung aus Aluminium- und PVC-Folie Packung mit 28 Filmtabletten (Nl)
Packung mit 49 Filmtabletten (N2)
Packung mit 98 Filmtabletten (N3) Klinikpackung mit 280 (10 x 28) Filmtabletten.
Packung mit 30 Filmtabletten (Nl) Packung mit 50 Filmtabletten (N2) Packung mit 100 Filmtabletten (N3)
Klinikpackung mit 300 (10 x 30) Filmtabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.