Melatonin Vitabalans 3 mg Tabletten
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Melatonin 3 mg
Melatonin Vitabalans ist angezeigt zur:
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Kurzzeitigen Behandlung des Jetlags bei Erwachsenen.
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Behandlung von Einschlafstörungen (Insomnie) bei Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 17 Jahren mit ADHS, wenn Schlafhygienemaßnahmen unzureichend waren.
Dosierung
Zur Kurzzeitbehandlung des Jetlags bei Erwachsenen:
Die übliche Dosis beträgt 3 mg Melatonin einmal täglich zur Ortszeit vor dem Zubettgehen, beginnend bei Ankunft am Reiseziel, über maximal 4 Tage. Wenn die Standarddosis von 3 mg Melatonin die Symptome nicht ausreichend mindert, können 5 mg Melatonin eingenommen werden.
Der Zeitpunkt der Einnahme von Melatonin ist wichtig. Melatonin Vitabalans muss vorschriftsmäßig eingenommen werden.
Wegen des Risikos einer geminderten Wirksamkeit oder aber möglicher Nebenwirkungen im Falle einer inkorrekten zeitlichen Einnahme sollte Melatonin nicht vor 20:00 Uhr oder nach 04:00 Uhr am Zielort eingenommen werden.
Die Aufnahme von Nahrung zum Zeitpunkt der Einnahme von Melatonin oder um den Einnahmezeitpunkt herum hat wahrscheinlich keinen Einfluss auf die Wirksamkeit und Sicherheit von Melatonin. Es wird dennoch empfohlen, in den 2 Stunden vor und nach der Einnahme von Melatonin keine Nahrung aufzunehmen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Personen mit signifikant erhöhten Blutzuckerwerten oder Diabetes sollten Melatonin idealerweise frühestens 3 Stunden nach einer Mahlzeit einnehmen.
Kinder und Jugendliche
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Melatonin zur Anwendung bei Jetlag wurde bei Kindern unter 18 Jahren nicht nachgewiesen.
Einschlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 17 Jahren mit ADHD:
Kinder unter 6 Jahren: Die Sicherheit und Wirksamkeit von Melatonin in Kindern im Alter von 0-6 Jahren wurde nicht nachgewiesen.
Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren mit ADHS: Die empfohlene Startdosis ist 1-2 mg einmal täglich, eine halbe bis eine Stunde vor dem Zubettgehen. Melatonin sollte bis zur niedrigsten wirksamen Dosis titriert werden. Melatonin Vitabalans ist nur geeignet, wenn die niedrigste wirksame Dosis durch die Verwendung anderer Produkte mit geringerer Stärke auf 3 mg oder 5 mg festgelegt wurde. Die maximale Dosis beträgt 5 mg.
Es liegen begrenzte Daten für eine Behandlungsdauer von bis zu 3 Jahren vor. Nach spätestens 3 Monaten Behandlung sollte der Arzt den Behandlungserfolg beurteilen und erwägen, die Behandlung abzubrechen, wenn kein klinisch relevanter Behandlungserfolg festgestellt wird. Der Patient sollte in regelmäßigen Abständen (mindestens alle 6 Monate) kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass Melatonin immer noch die am besten geeignete Behandlung ist. Während der Behandlung sollten regelmäßig Absetzversuche durchgeführt werden, mindestens einmal pro Jahr, insbesondere, wenn der Behandlungserfolg unsicher ist.
Wenn die Schlafstörungen während der Behandlung mit Arzneimitteln gegen ADHS begonnen haben, sollten Dosisanpassung oder Wechsel zu einem anderen ADHD Produkt in Erwägung gezogen werden.
Besondere Patientengruppen
Ältere Menschen
Da die Pharmakokinetik von exogenem Melatonin (sofort freisetzend) bei jungen Erwachsenen und älteren Menschen im Allgemeinen vergleichbar ist, gibt es keine spezifischen Dosierungsempfehlungen für ältere Menschen (siehe Abschnitt 5.2).
Eingeschränkte Nierenfunktion
Die Anwendung von Melatonin Vitabalans bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion wird nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Eingeschränkte Leberfunktion
Die Anwendung von Melatonin Vitabalans bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wird nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Art der Anwendung Zum Einnehmen.
Die Tabletten werden mit einem Glas Wasser eingenommen.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Zur Behandlung von Einschlafstörungen (Insomnie) bei Kindern und Jugendlichen sollte Melatonin nur angewendet werden, wenn andere behandelbare Ursachen der Einschlafstörung durch eine geeignete fachärztliche Untersuchung ausgeschlossen wurden und nicht-pharmakologische Maßnahmen unzureichend waren.
Schläfrigkeit
Melatonin kann Schläfrigkeit verursachen. Das Arzneimittel sollte deshalb mit Vorsicht angewendet werden, wenn die Auswirkungen von Schläfrigkeit ein Sicherheitsrisiko darstellen könnten.
Krampfanfälle
Melatonin kann die Frequenz von Krampfanfällen in Personen mit bekanntem Anfallsleiden (z.B. Epilepsiepatienten) steigern. Patienten, die an einem Anfallsleiden leiden müssen vor Einnahme hierüber informiert werden. Melatonin kann zu Anfällen bei Patienten mit Epilepsie und/oder neurologischen Auffälligkeiten und/oder mit Begleitmedikationen die die Anfallshäufigkeit steigern, führen oder deren Anzahl steigern.
Autoimmunerkrankungen
Es liegen keine klinischen Daten zur Anwendung von Melatonin bei Personen mit Autoimmunerkrankungen vor. Die Anwendung von Melatonin Vitabalans bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen wird deshalb nicht empfohlen.
Eingeschränkte Nierenfunktion
Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Melatonin bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion vor. Bei der Anwendung von Melatonin bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist Vorsicht geboten. Die Anwendung von Melatonin Vitabalans bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion wird nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Eingeschränkte Leberfunktion
Es liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Melatonin bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion vor. Begrenzte Daten zeigen eine signifikante Reduktion der Plasma-Clearance von Melatonin bei Patienten mit Leberzirrhose. Die Anwendung von Melatonin Vitabalans bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wird nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Begrenzte Erfahrungen zeigen, dass die Aufnahme von Melatonin in zeitlich nahem Zusammenhang mit der Aufnahme kohlenhydrathaltiger Nahrung den Blutglukosespiegel bei gesunden Menschen für mehrere Stunden beeinflussen kann. Es wird empfohlen, Melatonin spätestens 2 Stunden vor und frühestens 2 Stunden nach einer Mahlzeit
einzunehmen; Personen mit signifikant erhöhten Blutzuckerwerten oder Diabetes sollten Melatonin idealerweise frühestens 3 Stunden nach einer Mahlzeit einnehmen.
Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur mit Erwachsenen durchgeführt.
Pharmakokinetische Wechselwirkungen
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In vitro induziert Melatonin in supratherapeutischen Konzentrationen CYP3A. Die klinische Bedeutung dieser Beobachtung ist nicht bekannt. Kommt es zu einer Induktion von CYP3A, können die Plasmakonzentrationen gleichzeitig angewendeter Arzneimittel vermindert sein.
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In vitro induziert Melatonin in supratherapeutischen Konzentrationen keine CYP1A-Enzyme. Daher sind Wechselwirkungen zwischen Melatonin und anderen Wirkstoffen infolge der Wirkung von Melatonin auf CYP1A-Enzyme wahrscheinlich nicht relevant.
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Die Metabolisierung von Melatonin wird hauptsächlich über CYP1A-Enzyme vermittelt. Daher sind Wechselwirkungen zwischen Melatonin und anderen Wirkstoffen, die einen Effekt auf CYP1A-Enzyme haben, möglich.
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Vorsicht ist geboten bei Patienten, die mit Fluvoxamin behandelt werden. Fluvoxamin erhöht die Melatoninspiegel (17-fach größere Fläche unter der Kurve [AUC] und eine 12-fach höhere Cmax im Serum), indem es die Metabolisierung von Melatonin über die Cytochrom P450 (CYP)-Isoenzyme CYP1A2 und CYP2C19 in der Leber hemmt. Die gleichzeitige Anwendung sollte vermieden werden.
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Vorsicht ist geboten bei Patienten, die 5- oder 8-Methoxypsoralen (5- und 8-MOP) erhalten, die die Melatoninspiegel durch die Hemmung der Metabolisierung von Melatonin erhöhen.
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Rauchen kann die Melatoninspiegel aufgrund der Induktion von CYP1A2 senken.
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Vorsicht ist geboten bei Patientinnen, die Östrogene erhalten (z. B. Kontrazeptiva Hormonersatztherapie). Östrogen erhöht die Melatoninspiegel durch die Hemmung der Metabolisierung über CYP1A1 und CYP1A2.
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CYP1A2-Inhibotoren wie Chinolone können die Melatoninexposition erhöhen.
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CYP1A2-Induktoren wie Carbamazepin und Rifampicin können die Plasmakonzentration von Melatonin senken.
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In der Literatur gibt es umfangreiches Datenmaterial zum Einfluss von adrenergen Agonisten/Antagonisten, Opiatagonisten/-antagonisten, antidepressiv wirksamen Substanzen, Prostaglandinhemmern, Benzodiazepinen, Tryptophan und Alkohol auf die endogene Melatoninsekretion. Ob diese Wirkstoffe einen Einfluss auf die Pharmakokinetik oder Pharmakodynamik von Melatonin oder umgekehrt haben, wurde nicht untersucht.
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Die Aufnahme von Nahrung kann die Plasmakonzentration (vor allem Cmax) von Melatonin beeinflussen (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).
Pharmakodynamische Wechselwirkungen
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Melatonin soll nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden, da Alkohol den Schlaf verschlechtern sowie die Wirkung von Melatonin auf den Schlaf beeinflussen kann.
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Melatonin kann die sedierenden Eigenschaften von Benzodiazepinen und Nicht-Benzodiazepin-Hypnotika wie Zaleplon, Zolpidem und Zopiclon verstärken. In einer klinischen Studie gab es nach der gleichzeitigen Anwendung eindeutige Hinweise auf eine vorübergehende pharmakodynamische Wechselwirkung zwischen Melatonin und Zolpidem. Die gleichzeitige Anwendung führte gegenüber der alleinigen Anwendung von Zolpidem zu einer verstärkten morgendlichen Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung und Koordination.
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Melatonin wurde in Studien zusammen mit den zentralnervös wirksamen Substanzen Thioridazin und Imipramin angewendet. In keinem Fall wurden klinisch signifikante pharmakokinetische Wechselwirkungen beobachtet. Die gleichzeitige Anwendung von Melatonin führte jedoch im Vergleich zur alleinigen Anwendung von Imipramin zu einer übermäßigen Ruhigstellung und zu Schwierigkeiten bei der Bewältigung von Aufgaben und im Vergleich zur alleinigen Anwendung von Thioridazin zu einem verstärkten Gefühl von Benommenheit.
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Die gleichzeitige Anwendung von Melatonin und Warfarin kann die Gerinnungshemmung verstärken. Bei einer gleichzeitigen Anwendung sollte die INR überwacht werden.
Schwangerschaft
Für Melatonin liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vor. Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen (siehe Abschnitt 5.3). Aufgrund der fehlenden klinischen Daten wird die Anwendung bei schwangeren Frauen und Frauen, die beabsichtigen schwanger zu werden, nicht empfohlen.
Stillzeit
Endogenes Melatonin wurde beim Menschen in der Muttermilch nachgewiesen. Demzufolge wird wahrscheinlich auch exogenes Melatonin in die Muttermilch ausgeschieden. Es liegen Daten aus Tiermodellen mit Nagern, Schafen, Rindern und Primaten vor, die darauf schließen lassen, dass Melatonin über die Plazenta oder die Milch der Mutter auf den Fetus/das Neugeborene übergeht. Frauen wird deshalb empfohlen, während der Behandlung mit Melatonin nicht zu stillen.
Fertilität
Es liegen keinen Daten über mögliche unerwünschte Wirkungen der Kurzzeitbehandlung mit Melatonin auf die Fertilität beim Menschen vor.
Melatonin hat einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Melatonin kann Schläfrigkeit verursachen und die Aufmerksamkeit über Stunden beeinträchtigen. Melatonin Vitabalans sollte deshalb nicht angewendet werden, wenn die Auswirkungen von Schläfrigkeit ein Sicherheitsrisiko darstellen könnten.
In klinischen Studien zur Untersuchung von Melatonin bei Jetlag wurden nur sehr wenige Nebenwirkungen dokumentiert. Insgesamt reichen die Daten nicht aus, um das Auftreten und die Häufigkeit von Nebenwirkungen bei der kurzzeitigen Anwendung von Melatonin zu beurteilen.
Mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Benommenheit, Tagesschläfrigkeit und Desorientiertheit.
Bei der Anwendung im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen führt Melatonin zu einem Spektrum an unerwünschten Wirkungen. All diese unerwünschten Wirkungen treten gelegentlich oder selten auf oder die Häufigkeit des Auftretens ist nicht bekannt.
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1.000, <1/100); selten (≥1/10.000, <1/1000); sehr selten (<1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
Selten: Herpes zoster
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Selten: Leukopenie, Thrombozytopenie
Erkrankungen des Immunsystems
Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktion
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Selten: Hypertriglyzeridämie, Hypokalzämie, Hyponatriämie
Nicht bekannt: Hyperglykämie
Psychiatrische Erkrankungen
Gelegentlich: Reizbarkeit, Nervosität, Rastlosigkeit, Insomnie, anormale Träume, Albträume, Angst
Selten: veränderte Stimmungslage, Aggression, Agitiertheit, Weinen, Stresssymptome, Desorientiertheit, frühmorgendliches Erwachen, gesteigerte Libido, gedrückte Stimmung, Depression
Erkrankungen des Nervensystems
Gelegentlich: Migräne, Kopfschmerzen, Lethargie, psychomotorische Hyperaktivität, Benommenheit, Somnolenz
Selten: Synkope, Beeinträchtigung der Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeitsstörung, Verträumtheit, Restless- Legs-Syndrom, schlechter Schlaf, Parästhesie
Augenerkrankungen
Selten: verminderte Sehschärfe, Verschwommensehen, vermehrter Tränenfluss
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Selten: lageabhängiger Schwindel, Schwindel
Herzerkrankungen
Selten: Angina pectoris, Palpationen
Gefäßerkrankungen Gelegentlich: Hypertonie Selten: Hitzewallungen
Erkrankungen das Gastrointestinaltrakts
Gelegentlich: Bauchschmerzen, Oberbauchschmerzen, Dyspepsie, Mundgeschwür, Mundtrockenheit, Übelkeit,
Selten: Gastroösophageale Refluxkrankheit, Magen-Darm-Störung, Blasen an der Mundschleimhaut, Zungengeschwür, Verdauungsstörung, Erbrechen, auffällige Darmgeräusche, Flatulenz, Hypersalivation, Halitosis, Bauchbeschwerden, Magenerkrankung, Gastritis
Leber- und Gallenerkrankungen
Gelegentlich: Hyperbilirubinämie
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Gelegentlich: Dermatitis, nächtliches Schwitzen, Juckreiz, Hautausschlag, generalisierter Juckreiz, trockene Haut
Selten: Ekzem, Erythem, Handdermatitis, Psoriasis, generalisierter Hautausschlag, juckender Hautausschlag, Nagelerkrankungen
Nicht bekannt: Angioödem, Mundödem, Zungenödem
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Gelegentlich: Schmerzen in den Extremitäten
Selten: Arthritis, Muskelspasmen, Nackenschmerzen, nächtliche Krämpfe
Erkrankungen der Nieren und Harnwege Gelegentlich: Glukosurie, Proteinurie Selten: Polyurie, Hämaturie, Nykturie
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Gelegentlich: menopausale Symptome
Selten: Priapismus, Prostatitis
Nicht bekannt: Galaktorrhoe
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Gelegentlich: Asthenie, Schmerzen im Brustraum
Selten: Abgeschlagenheit, Schmerzen, Durst
Untersuchungen
Gelegentlich: abnorme Leberfunktionswerte, Gewichtszunahme
Selten: erhöhte Leberenzymwerte, abnorme Blutelektrolyte, abnorme Labortests
Kinder und Jugendliche:
Bei Kindern und Jugendlichen wurde eine geringe Häufigkeit von im Allgemeinen leichten Nebenwirkungen berichtet. Die Zahl der Nebenwirkungen bei Kindern, die ein Placebo erhielten, unterschied sich nicht signifikant von der bei mit Melatonin behandelten Kindern. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Hyperaktivität, Schwindel und Bauchschmerzen. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
In der Literatur wird die Anwendung von Tagesdosen von bis zu 300 mg Melatonin beschrieben, ohne dass klinisch signifikante Nebenwirkungen auftraten.
Bei einer Überdosierung von Melatonin sind Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit zu erwarten. Die Clearance des Wirkstoffs erfolgt erwartungsgemäß innerhalb von 12 Stunden nach der Einnahme. Eine spezifische Behandlung ist nicht erforderlich.
Pharmakologische Eigenschaften - Melatonin 3 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Hypnotika und Sedativa, Melatoninrezeptoragonisten, ATC-Code: N05CH01
Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das von der Zirbeldrüse produziert wird und mit dem Serotonin strukturverwandt ist. Physiologisch steigt die Melatoninsekretion bald nach Einsetzen der Dunkelheit, gipfelt zwischen 2 und 4 Uhr nachts und fällt in der zweiten Nachthälfte wieder ab. Melatonin ist mit der Steuerung des zirkadianen Rhythmus und der Synchronisation der inneren Uhr mit dem Tag-Nacht-Zyklus assoziiert. Es ist ebenfalls mit einer schlafanstoßenden Wirkung und einer Erhöhung der Schlafneigung assoziiert.
Wirkmechanismus
Der pharmakologische Wirkmechanismus von Melatonin wird auf eine Interaktion mit den MT1-, MT2- und MT3-Rezeptoren zurückgeführt, da diese Rezeptoren (vorwiegend MT1 und MT2) an der Steuerung der zirkadianen Rhythmen und des Schlafes beteiligt sind.
Bei vorschriftsmäßiger Anwendung mindert Melatonin die Symptome eines Jetlags.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Melatonin bei Kindern und Jugendlichen zwischen 0 und 18 Jahren zur Kurzzeitbehandlung des Jetlags wurden nicht nachgewiesen.
Pädiatrische Population mit ADHS und Schlafstörungen
Die Behandlung mit Melatonin wurde in einer 4-wöchigen randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie, an der 105 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren mit ADHS und chronischer Einschlafstörung teilnahmen, untersucht (van der Heijden KB et al. 2007). Die Studienteilnehmer erhielten Melatonin (3 mg bei einem Körpergewicht < 40 kg [n=44] oder 6 mg bei einem Körpergewicht > 40 kg [n=9]) in Form schnellfreisetzender Tabletten oder Placebo.
Unter Melatonin verkürzte sich die mittels Aktigraphie geschätzte mittlere Einschlafzeit um 26,9 ± 47,8 Minuten; unter Placebo kam es zu einer Einschlafverzögerung um 10,5 ± 37,4 Minuten (p < 0,0001). Bei 48,8% der Kinder, die Melatonin erhielten, zeigte sich eine Verbesserung der Einschlafzeit > 30 Minuten gegenüber 12,8% unter Placebo (p = 0,001). Unter Behandlung mit Melatonin kam es zu einer Verlängerung der mittleren Gesamtschlafzeit um 19,8 ± 61,9 Minuten, unter Placebo zu einer Verkürzung um 13,6 ± 50,6 Minuten (p = 0,01). Im Vergleich zu Placebo zeigte sich in der Melatonin-Gruppe eine Abnahme der Schlaflatenz (p = 0,001) und eine Steigerung der Schlafeffizienz (p = 0,01). Der mittlere Wert des Items „Schwierigkeiten einzuschlafen“ im Schlaftagebuch sank um 1,2 ± 1,3 Punkte (35,3% des Ausgangswerts) unter Melatonin und um 0,1 ± 0,8 Punkte (4,3% des Ausgangswertes) unter Placebo (p < 0,0001).
Es gab keinen signifikanten Effekt auf Verhalten, Kognition und Lebensqualität und keine Behandlungs- oder Studienabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen.
Resorption
Die Resorption von oral angewendetem Melatonin erfolgt bei Erwachsenen vollständig.
Die Bioverfügbarkeit liegt in der Größenordnung von 15%. Es liegt ein signifikanter First-pass-Effekt mit einem geschätzten First-pass-Metabolismus von 80-90% vor. Die Tmax wird gewöhnlich etwa 50 Minuten (normale Spanne: 15 bis 90 Minuten) nach der Einnahme erreicht.
Daten zum Einfluss der Aufnahme von Nahrung zum Zeitpunkt der Einnahme von Melatonin oder um den Einnahmezeitpunkt herum sind begrenzt. Die Aufnahme von Nahrung scheint einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Tmax von sofort freisetzendem Melatonin zu haben, aber die Variabilität der Cmax stark zu erhöhen. Bei letzterem geht man nicht davon aus, dass dies die Wirksamkeit und Sicherheit von Melatonin beeinflusst. Es wird dennoch empfohlen, in den etwa 2 Stunden vor und nach der Einnahme von Melatonin keine Nahrung aufzunehmen.
Verteilung
Die Plasmaproteinbindung von Melatonin in vitro beträgt etwa 60%.
Biotransformation
Der Haupteliminationsweg ist die Metabolisierung in der Leber. Experimentelle Daten lassen vermuten, dass die Isoenzyme CYP1A1, CYP1A2 und möglicherweise CYP2C19 des Cytochrom P450-Systems die maßgeblichen Katalysatoren der Metabolisierung von Melatonin sind. Der Hauptmetabolit ist das inaktive 6- Sulfatoxymelatonin.
Elimination
Die Metaboliten werden über die Nieren ausgeschieden, davon 80% als 6-Sulfatoxymelatonin.
Die Eliminationshalbwertszeit (t½) beträgt etwa 45 Minuten.
Es gibt große interindiviuelle Unterschiede bezüglich der Pharmakokinetik von Melatonin.
Linearität
Die Kinetik von oralem Melatonin ist im Dosisbereich von 0,1 bis 8 mg linear.
Kinder und Jugendliche
Es liegen nur sehr wenige Daten zur Pharmakokinetik von oral angewendetem Melatonin bei Kindern und Jugendlichen vor. Begrenzte Daten deuten darauf hin, dass Kinder Melatonin schneller verstoffwechseln als Erwachsene.
Besondere Patientengruppen
Geschlecht
Begrenzte Daten legen nahe, dass bei Frauen nach Einnahme von sofort freisetzendem Melatonin die Cmax höher und die AUC größer sind (möglicherweise ungefähr doppelt so hoch) als bei Männern, aber auch, dass der Unterschied zwischen den Geschlechtern geringer ist als zwischen Angehörigen des gleichen Geschlechts. Dies gilt vor allem für Frauen, bei denen die Cmax um ein Mehrfaches zu variieren scheint. Bei der Plasmahalbwertszeit scheint es keine signifikanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen zu geben.
Ältere Menschen
Der Melatoninmetabolismus lässt mit zunehmendem Alter nach. Die nächtliche endogene Plasmakonzentration von Melatonin ist bei älteren Menschen im Vergleich zu jungen Erwachsenen niedriger. Begrenzte Daten zu Tmax, Cmax, Eliminationshalbwertszeit (t½) und AUC in Plasma und Serum nach der Einnahme von sofort freisetzendem Melatonin ergeben im Allgemeinen keinen Hinweis auf signifikante Unterschiede zwischen
jüngeren Erwachsenen und älteren Menschen. Bei älteren Menschen ist jedoch die Spanne der Werte (interindividuelle Variabilität) für jeden der Parameter (insbesondere für Tmax und AUC) tendenziell größer.
Einschränkung der Nierenfunktion
Veröffentlichte Daten zeigen, dass es bei stabil eingestellten Hämodialyse-Patienten nach wiederholter Gabe nicht zu einer Akkumulation von Melatonin kommt. Da Melatonin primär in Form von Metaboliten mit dem Harn ausgeschieden wird, ist davon auszugehen, dass die Serum-/Plasmaspiegel der Melatoninmetaboliten bei Patienten mit weiter vorangeschrittener Einschränkung der Nierenfunktion steigen.
Einschränkung der Leberfunktion
Begrenzte Daten zeigen, dass die endogenen Melatoninspiegel in Serum/Plasma bei Patienten mit Leberzirrhose während des Tages wahrscheinlich infolge der verminderten Clearance von Melatonin deutlich erhöht sind. In Studien war die t½ im Serum bei Zirrhosepatienten doppelt so lang wie in der Kontrollgruppe. Da Melatonin primär in der Leber metabolisiert wird, ist davon auszugehen, dass eine Einschränkung der Leberfunktion zu erhöhten Spiegeln von exogenem Melatonin führt.
Pharmazeutische Angaben - Melatonin 3 mg
Mikrokristalline Cellulose Vorverkleisterte Stärke [Mais] Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat Hochdisperses Siliciumdioxid Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]
Nicht über 30 °C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Blisterpackungen (PVC//Al).
Packungen mit 10, 30, 50 und 100 Tabletten.
Tablettenbehältnis (HDPE) mit Schnappdeckel aus LDPE. Packungen mit 50 und 100 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.