Bisogamma® 5, 5 mg Filmtabletten
Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
Verschreibungseinschränkungen
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
Hersteller
Letzte Aktualisierung der Fachinformation

Mediately App verwenden
Schnellerer Zugriff auf Medikamenteninformationen.
Über 36k bewertungen
Fachinfo - Bisogamma® 5 mg
Dosierung
Grundsätzlich sollte die Behandlung mit nied-rigen Dosen einschleichend begonnen und langsam gesteigert werden. In jedem Fall sollte die Dosierung individuell, vor allem nach der Pulsfrequenz und dem Behand-lungserfolg, festgelegt werden.
Hypertonie
Die empfohlene Dosis beträgt einmal täglich 5 mg Bisoprololfumarat.
Bei leichteren Formen der Hypertonie (dia-stolischer Blutdruck bis zu 105 mmHg) kann die Behandlung mit einmal täglich 2,5 mg Bisoprololfumarat ausreichend sein.
Bei Bedarf kann die Dosis auf einmal täglich 10 mg Bisoprololfumarat erhöht werden. Eine weitere Dosiserhöhung ist nur in Aus-nahmefällen gerechtfertigt.
Die maximal empfohlene Dosis beträgt ein-mal täglich 20 mg.
Koronare Herzkrankheit (Angina pectoris)
Die empfohlene Dosis beträgt einmal täglich 5 mg Bisoprololfumarat.
Bei Bedarf kann die Dosis auf einmal täglich 10 mg Bisoprololfumarat erhöht werden. Eine weitere Dosiserhöhung ist nur in Aus-nahmefällen gerechtfertigt.
Oktober 2021
Die maximal empfohlene Dosis beträgt ein-mal täglich 20 mg.
Eingeschränkte Leber- und/oder Nierenfunk-tion
Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunkti-onsstörungen leichterer oder mittlerer Aus-prägung ist eine Dosisanpassung im Allge-meinen nicht erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 20 ml/min) und bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung sollte eine Tagesdosis von 10 mg Bisoprololfuma-rat nicht überschritten werden.
Die Erfahrung mit der Einnahme von Biso-prolol bei Dialysepatienten ist begrenzt und es gibt keine Hinweise auf eine notwendige Änderung des Dosierungsschemas.
Ältere Menschen
Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpas-sung notwendig.
Kinder und Jugendliche
Es liegen keine Daten vor. Aus diesem Grun-de kann eine Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen werden.
Art der Anwendung
Die Filmtabletten sollten morgens vor, wäh-rend oder nach dem Frühstück unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden.
Dauer der Anwendung
Die Dauer der Anwendung ist zeitlich nicht begrenzt. Sie richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung.
Die Behandlung mit Bisogamma sollte – ins-besondere bei Patienten mit koronarer Herz-krankheit – nicht abrupt beendet werden, da dies zu einer akuten Verschlechterung des Zustandes des Patienten führen kann. Falls eine Beendigung der Behandlung notwendig ist, sollte die Dosis schrittweise reduziert werden (z. B. Halbierung der Dosis im Wo-chenabstand).
-
Überempfindlichkeit gegen Bisoprololfu-marat, den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Be-standteile
-
akute Herzinsuffizienz oder während einer Dekompensation der Herzinsuffizienz, die eine i. v. Therapie mit inotropen Substan-zen erfordert
-
kardiogener Schock
-
AV-Block II. oder III. Grades (ohne Herz-schrittmacher)
-
Sinusknotensyndrom (Sick-Sinus Syn-drom)
-
sinuatrialer Block
-
symptomatische Bradykardie
-
symptomatische Hypotonie
-
schweres Asthma bronchiale
-
Spätstadien der peripheren arteriellen Ver-schlusskrankheit oder Raynaud-Syndrom
-
unbehandeltes Phäochromozytom (siehe Abschnitt 4.4)
-
metabolische Azidose
Die Behandlung mit Bisogamma sollte – ins-besondere bei Patienten mit koronarer Herz-krankheit – nicht abrupt beendet werden, da dies zu einer vorübergehenden Verschlech-
terung des Zustandes des Patienten führen kann (siehe Abschnitt 4.2).
Die Behandlung mit Bisogamma sollte bei Patienten mit Bluthochdruck oder Angina pectoris und begleitender Herzinsuffizienz mit Vorsicht erfolgen.
Bisoprolol darf nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden bei:
-
Diabetes mellitus mit stark schwankenden Blutzuckerwerten; Hypoglykämiesymp-tome (z. B. Tachykardie, Herzklopfen oder Schwitzen) können verschleiert werden
-
strengem Fasten
-
laufender Desensibilisierungstherapie Wie auch andere Betablocker kann Biso-prolol sowohl die Sensitivität gegenüber Allergenen als auch die Schwere von ana-phylaktischen Reaktionen steigern. Adre-nalin zeigt hierbei nicht immer die ge-wünschte therapeutische Wirkung.
-
AV-Block I. Grades
-
Prinzmetal-Angina; Es wurden Fälle von Koronarspasmen beobachtet. Trotz seiner hohen beta1-Selektivität können Angina-episoden nicht gänzlich ausgeschlossen werden, wenn Bisoprolol bei Patienten mit Prinzmetal-Angina verabreicht wird.
-
peripherer arterieller Verschlusskrankheit (Verstärkung der Beschwerden insbeson-dere bei Therapiebeginn möglich).
Obwohl kardioselektive β1-Betablocker einen geringeren Effekt auf die Lungenfunktion auf-weisen können als nicht-selektive Betablo-cker, sollten Betablocker prinzipiell bei Pa-tienten mit obstruktiven Atemwegserkran-kungen nicht angewendet werden, es sei denn, es liegen hierfür zwingende klinische Gründe vor. Bei Vorliegen solcher Gründe sollten Bisogamma mit Vorsicht angewendet werden. Bei Asthma bronchiale oder anderen chronisch obstruktiven Lungenfunktions-störungen, die Symptome verursachen können, sollte eine begleitende bronchodi-latatorische Therapie erfolgen. Gelegentlich kann eine Zunahme des Atemwegswider-standes bei Patienten mit Asthma auftreten und daher eine Dosiserhöhung des β2-Sym-pathomimetikums erforderlich machen.
Allgemeinanästhesie
Bei Patienten, die eine Vollnarkose erhalten, reduzieren Betablocker das Auftreten von Arrhythmien und myokardialen Ischämien während der Narkoseeinleitung der Intuba-tion und postoperativ. Es wird gegenwärtig empfohlen, eine bestehende Betablocker-therapie bei Operationen nicht zu beenden. Der Anästhesist muss von der Therapie mit Betablockern unterrichtet sein, da potenziel-le Interaktionen mit anderen Pharmaka, re-sultierende Bradyarrhythmien, Dämpfung von Reflextachykardien und verminderte reflektorische Gegenregulation bei Blutverlust die Folge sein können. Falls das Absetzen der Betablockertherapie vor der Operation erforderlich ist, sollte dies ausschleichend erfolgen und bis ca. 48 Stunden vor der Nar-kose abgeschlossen sein.
Bei Patienten mit Psoriasis in der Anamnese sollte die Verordnung von Betablockern (z. B. Bisoprolol) nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.
Bei Patienten mit Phäochromozytom darf Bisoprolol erst nach Blockade der Alpha-Rezeptoren verabreicht werden.
Die Behandlung mit Bisoprolol kann die Symptome einer Thyreotoxikose verschlei-ern.
Die Anwendung von Bisoprolol kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
Nicht empfohlene gleichzeitige Anwendung mit
Calciumantagonisten vom Verapamil-Typ und in geringerem Ausmaß vom Diltiazem-Typ: Negative Beeinflussung der Kontraktilität und der atrio-ventrikulären Erregungsleitung. Die intravenöse Applikation von Calciumantago-nisten vom Verapamil-Typ kann bei Patienten unter Betablockertherapie zu einer ausge-prägten Hypotonie und einem AV-Blockie-rung führen.
Zentral wirksame blutdrucksenkende Arznei-stoffe wie Clonidin und andere (z. B. Me-thyldopa, Moxonidin, Reserpin): Kombina-tionstherapie mit zentral wirksamen Anti-hypertensiva kann zu einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz durch Verringerung des zentralen Sympathikotonus (Reduktion der Herzschlagfolge und Auswurfvolumen, Va-sodilatation) führen. Abruptes Absetzen, besonders vor Beendigung der Betablocker-therapie, kann das Risiko einer „Rebound-Hypertonie“ verstärken.
Gleichzeitige Anwendung nur mit Vorsicht bei
Klasse-I-Antiarrhythmika (z. B. Chinidin, Disopyramid, Lidocain, Phenytoin, Fleca-inid, Propafenon)
Mögliche Verstärkung der Wirkung auf atria-le Überleitungszeit und der negativ inotropen Wirkung.
Calciumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ (z. B. Nifedipin)
Bei gleichzeitiger Anwendung kann das Hypotonierisiko zunehmen und eine Ver-schlechterung der ventrikulären Pumpfunk-tion bei herzinsuffizienten Patienten kann nicht ausgeschlossen werden.
Klasse III-Antiarrhythmika (z. B. Amiodaron) Mögliche Verstärkung der Wirkung auf atria-le Überleitungszeit.
Parasympathomimetika Kombinationstherapie kann die atrioventri-kuläre Überleitungszeit und das Risiko für Bradykardien verstärken.
Topische Anwendung von Betablockern (z. B. Augentropfen bei Glaukom-Behandlung) kann die systemische Wirkung von Biso-prolol verstärken.
Insulin und orale Antidiabetika Verstärkung des blutzuckersenkenden Ef-fektes. Blockade der β-Adrenozeptoren kann die Zeichen einer Hypoglykämie verschleiern.
Narkosemittel
Verminderung einer Reflextachykardie und verstärktes Risiko für Hypotonie (siehe Ab-schnitt 4.4)
Digitalisglykoside
Verlangsamung der Herzfrequenz, Verlänge-rung der atrio-ventrikulären Überleitungszeit.
Nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAIDs)
Verminderte blutdrucksenkende Wirkung.
β-Sympathomimetika (z. B. Dobutamin, Orciprenalin)
Kombination mit Bisoprolol kann zu einer Wirkungsabschwächung beider Substanzen führen. Bei der Behandlung allergischer Re-aktionen kann eine erhöhte Dosierung von Adrenalin erforderlich sein.
Sympathomimetika, die α- und β-Rezep-toren aktivieren (z. B. Adrenalin, Noradre-nalin)
Mögliche Erhöhung des Blutdrucks und Ver-stärkung der Claudicatio intermittens. Solche Interaktionen sind bei nicht-selektiven Beta-blockern wahrscheinlicher.
Trizyklische Antidepressiva, Barbiturate, Phe-nothiazine sowie andere Antihypertensiva: Gesteigerter blutdrucksenkender Effekt.
Bei gleichzeitiger Anwendung zu beachten
Mefloquin
Erhöhtes Risiko für Bradykardien.
Monoaminoxidase-Hemmer (außer MAO-B-Hemmer)
Verstärkung der blutdrucksenkenden Wir-kung des Betablockers, aber auch Risiko einer hypertensiven Krise.
Schwangerschaft
Die pharmakologischen Wirkungen von Biso-prolol können sich negativ auf Schwanger-schaft und/oder Fötus/Neugeborenes aus-wirken.
Im Allgemeinen vermindern Betablocker die Plazentaperfusion. Hierdurch kann es zu intrauterinen Wachstumsstörungen, zum Tode der Foeten, Fehlgeburten oder vor-zeitigen Wehen kommen.
Unerwünschte Ereignisse (z. B. Hypoglyk-ämie und Bradykardie) können sowohl beim Foetus als auch beim Neugeborenen auf-treten. Wenn die Behandlung mit einem Betablocker erforderlich ist, so sind β1-selek-tive Betablocker zu bevorzugen.
Bisoprolol sollte in der Schwangerschaft nur nach strenger Indikationsstellung eingesetzt werden. Ist eine Therapie mit Bisoprolol er-forderlich, so müssen uteroplazentare Durch-blutung und das Wachstum des Ungebore-nen kontrolliert werden. Bei negativen Aus-wirkungen auf die Schwangerschaft oder Fötus sollten Therapiealternativen erwogen werden.
Das Neugeborene muss sorgfältig überwacht werden. Symptome einer Hypoglykämie und Bradykardie treten in der Regel innerhalb der ersten Lebenstage auf.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt ob Bisoprolol/Metabo-lite in die Muttermilch übergehen. Vom Stillen während der Einnahme von Biso-prolol wird abgeraten.
Bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit zeigte Bisoprolol in einer Studie keine Aus-wirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit der Patienten. Trotzdem kann aufgrund indivi-duell auftretender unterschiedlicher Reak-tionen auf das Arzneimittel die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein. Dies sollte besonders zu Beginn der Behandlung mit Bisoprolol sowie bei Än-derungen der Medikation und im Zusam-menwirken mit Alkohol berücksichtigt wer-den.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:
Häufig (≥ 1/100, < 1/10) Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100) Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000) Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Psychiatrische Erkrankungen
Gelegentlich: Depressionen, Schlafstö-rungen
Selten: Albträume, Halluzinationen
Sehr selten: Gefühlsschwankungen
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Schwindelgefühl*, Kopf-schmerz*
Selten: Synkope
Augenerkrankungen
Selten: Verminderter Tränenfluss (beim Tragen von Kon-taktlinsen zu beachten)
Sehr selten: Konjunktivitis
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Selten: Hörstörungen
Herzerkrankungen
Gelegentlich: Bradykardie, AV-Erre-
gungsleitungsstörungen, Verstärkung einer Herzin-suffizienz
Gefäßerkrankungen
Häufig: Kältegefühl oder Taubheit in den Extremitäten
Gelegentlich: Hypotonie
Erkrankungen der Atemwege, des Brust-raums und Mediastinums
Gelegentlich: Bronchospasmus bei Pa-
tienten mit Bronchial-asthma oder obstruktiven Atemwegserkrankungen in der Anamnese
Selten: Allergische Rhinitis
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Magen-Darm-Beschwer-den wie Übelkeit, Erbre-chen, Diarrhoe, Obstipa-tion
Leber- und Gallenerkrankungen
Selten: Hepatitis
Erkrankungen der Haut und des Unterhaut-zellgewebes
Selten: Überempfindlichkeitsreak-tionen (Juckreiz, Flush, Exanthem)
Sehr selten: Haarausfall, Betablocker
können eine Psoriasis aus-lösen, verschlechtern oder zu psoriasiformen Exan-themen führen.
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Gelegentlich: Muskelschwäche, Muskel-krämpfe
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Selten: Erektionsstörungen
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Häufig: Müdigkeit*
Gelegentlich: Asthenie
Untersuchungen
Selten: Erhöhte Triglyzerid-Werte, erhöhte Leberenzymwerte (ALAT, ASAT)
* Diese Erscheinungen treten insbesonde-re zu Beginn der Behandlung auf. Sie sind im Allgemeinen leichterer Art und ver-schwinden meist innerhalb von 1 bis 2 Wochen.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir-kungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuier-liche Überwachung des Nutzen-Risiko-Ver-hältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizin-produkte
Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3 D-53175 Bonn
Webseite: www.bfarm.de anzuzeigen.
-
Symptome der Intoxikation
Die häufigsten Anzeichen der Überdosierung eines Betablockers sind Bradykardie, Hypo-tonie, Bronchospasmen, akute Herzinsuffi-zienz sowie Hypoglykämie. Bisher sind eini-ge wenige Fälle einer Überdosierung (maxi-mal: 2.000 mg) mit Bisoprolol bei Patienten mit Bluthochdruck und/oder koronarer Herz-krankheit berichtet worden. Diese Patienten waren bradykard und hypoton. Alle Patienten haben sich erholt.
Die Empfindlichkeit gegenüber hohen Biso-prolol-Einzeldosen zeigt eine große interindi-viduelle Streuung. Dabei sollte beachtet werden, dass Patienten mit Herzinsuffizienz möglicherweise sehr empfindlich reagieren können.
Oktober 2021
-
Therapie von Intoxikationen
Generell sollte bei einer Überdosierung die Behandlung mit Bisoprolol gestoppt und mit einer supportiven und symptomatischen Behandlung begonnen werden. Die wenigen
zur Verfügung stehenden Daten lassen auf eine sehr schlechte Dialysierbarkeit von Biso-prolol schließen. Basierend auf den erwar-teten pharmakologischen Wirkungen und den Empfehlungen für andere Betablocker, sollten die folgenden allgemeinen Maßnah-men ergriffen werden, falls klinisch erforder-lich.
Bradykardie
Intravenöse Gabe von Atropin. Bei unzurei-chender Wirkung kann vorsichtig Orciprena-lin oder eine andere positiv chronotrop wir-kende Substanz gegeben werden. Gegebe-nenfalls kann ein passagerer Herzschritt-macher notwendig sein.
Hypotonie
Intravenöse Gabe von Flüssigkeit und gefäß-verengenden Substanzen. Auch die Gabe von Glukagon i. v. kann sinnvoll sein.
AV-Block (II. oder III. Grades)
Die Patienten sollten sorgfältig überwacht und einer Infusionsbehandlung mit Orcipre-nalin unterzogen werden. Falls angebracht, sollte ein passagerer Herzschrittmacher gelegt werden.
Akute Verschlechterung der Herzinsuffi-zienz
Intravenöse Gabe von Diuretika, positiv ino-tropen Medikamenten sowie Vasodilatatoren.
Bronchospasmen
Bronchialerweiternde Medikamente, wie z. B. Orciprenalin, β2-Sympathomimetika und/ oder Aminophyllin.
Hypoglykämie
Intravenöse Gabe von Glucose.
Pharmakologische Eigenschaften - Bisogamma® 5 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Beta-Adrenorezeptor-Antagonist, selektiv, ATC-Code: C07AB07.
Wirkungsmechanismus
Bisoprolol ist ein hochselektiver β1-Rezep-torenblocker und besitzt weder intrinsische stimulierende noch relevante membransta-bilisierende Eigenschaften. Bisoprolol weist nur eine geringe Affinität zu den β2-Rezep-toren der glatten Muskulatur von Bronchien und Gefäßen bzw. den β2-Rezeptoren der enzymatischen Stoffwechselregulation auf. Daher ist im Allgemeinen nicht mit einer Beeinflussung des Atemwegswiderstandes sowie der β2-rezeptorvermittelten Stoff-wechselvorgänge durch Bisoprolol zu rech-nen. Die β1-Selektivität von Bisoprolol geht über den therapeutischen Dosisbereich hi-naus.
Bisoprolol weist keine ausgeprägte negativ inotrope Wirkung auf.
Bisoprolol erreicht seine maximale Wirkung 3 – 4 Stunden nach oraler Einnahme. Die Plasmaeliminationshalbwertzeit von 10 – 12 Stunden resultiert in einer 24-Stun-den-Wirkung bei einmal täglicher Gabe. Die maximale antihypertensive Wirkung von Bisoprolol wird im Allgemeinen nach 2 Wo-chen erreicht.
Bei akuter Verabreichung an Patienten mit koronarer Herzkrankheit ohne chronische Herzinsuffizienz verlangsamt Bisoprolol den
Herzschlag und verringert das Schlagvolu-men, so dass das Herzauswurfvolumen und der Sauerstoffverbrauch vermindert sind. Bei chronischer Verabreichung nimmt der an-fänglich erhöhte periphere Widerstand ab. Unter anderem wird die Unterdrückung der Plasma-Renin-Aktivität als Wirkungsmecha-nismus für die antihypertensive Wirkung der β-Rezeptorenblocker diskutiert.
Bisoprolol unterdrückt die Antwort auf sym-pathoadrenerge Aktivität durch die Blockade kardialer β1-Rezeptoren. Dies verursacht eine Verlangsamung des Herzschlags und eine Verringerung der Kontraktilität und führt so-mit zu einem verminderten myokardialen Sauerstoffverbrauch, welcher bei Angina pectoris mit einer zugrunde liegenden koro-naren Herzkrankheit den erwünschten Effekt darstellt.
Resorption
Nach Einnahme wird Bisoprolol zu über 90 % aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert. Die Resorptionsquote ist unabhängig von der Nahrungsaufnahme. Der First-Pass-Effekt beträgt ≤ 10 %. Daraus resultiert eine ab-solute Bioverfügbarkeit von ca. 90 % nach oraler Gabe.
Verteilung
Die Plasmaeiweißbindung von Bisoprolol beträgt rund 30 %, das Verteilungsvolumen 3,5 l/kg.
Biotransformation und Elimination
Bisoprolol wird über zwei gleichwertige Clea-rance-Wege aus dem Organismus entfernt. 50 % werden in der Leber zu inaktiven Me-taboliten umgewandelt und anschließend renal eliminiert. Die anderen 50 % werden als unveränderte Substanz über die Nieren eliminiert. Da Bisoprolol über zwei gleich-wertige Clearance-Wege (Leber und Nieren) aus dem Organismus entfernt wird, ist im Allgemeinen keine Dosisanpassung bei Patienten mit leichten oder mittelschweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen er-forderlich (siehe auch Punkt 4.2, „Dosierung bei Leber- und/oder Niereninsuffizienz“).
Die Gesamt-Clearance beträgt ca. 15 l/h. Die Plasma-Halbwertszeit beträgt 10 – 12 Stunden (siehe auch Punkt 5.1).
Linearität/Nicht-Linearität
Die Pharmakokinetik von Bisoprolol ist linear und altersunabhängig.
Pharmazeutische Angaben - Bisogamma® 5 mg
Bisogamma 5 Crospovidon Maisstärke
Mikrokristalline Cellulose Hochdisperses Siliciumdioxid Magnesiumstearat (Ph. Eur.) Macrogol (6000)
Titandioxid Talkum
Eisen(III)-hydroxid-oxid × H2O Hypromellose
Bisogamma 10 Crospovidon Maisstärke
Mikrokristalline Cellulose Hochdisperses Siliciumdioxid Magnesiumstearat (Ph. Eur.) Macrogol (6000)
Polysorbat 20 Titandioxid Calciumcarbonat Talkum
Eisen(III)-hydroxid-oxid × H2O Hypromellose
Nicht über 25 °C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren.
PVC/PVDC/Aluminium-Blisterpackungen
Bisogamma 5 mg/10 mg ist in Blisterpa-ckungen mit 30, 50, 100 Filmtabletten
und Klinikpackungen mit 300 Filmtabletten erhältlich.
Bisogamma 5 mg zusätzlich Bündelpackungen mit 100 (2 × 50) Filmta-bletten
Es werden möglicherweise nicht alle Pa-ckungsgrößen in den Verkehr gebracht.