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Verschreibungsinformationen

Versicherungsliste

Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Acnatac® 10 mg/g + 0,25 mg/g Gel

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Gel

Hersteller

Viatris Healthcare GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.8.2024
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Fachinfo - Acnatac® 10 mg/g

Anwendungsgebiete

Acnatac wird zur topischen Behandlung von Acne vulgaris angewendet, wenn Komedonen, Papeln und Pusteln bei Patienten ab 12 Jahren vorhanden sind (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Die offiziellen Richtlinien zur sachgemäßen Anwendung antibakterieller Substanzen und zur Aknebehandlung sind zu berücksichtigen.

Dosierung

Dosierung

Erwachsene und Jugendliche (≥ 12 Jahre)

Einmal täglich vor dem Zubettgehen wird das ganze Gesicht mit einer milden Seife gewaschen und abgetrocknet. Ein erbsengroßes Stück des Arzneimittels wird auf eine Fingerspitze gegeben, auf Kinn, Wangen, Nase und Stirn getupft und dann auf dem ganzen Gesicht vorsichtig eingerieben.

Die Behandlung mit Acnatac sollte ohne sorgfältige Beurteilung die Dauer von 12 Wochen nicht überschreiten. Es ist zu beachten, dass eine therapeutische Besserung möglicherweise erst mehrere Wochen nach Beginn der Behandlung festzustellen ist.

Falls eine Dosis von Acnatac ausgelassen wird, sollte der Patient bis zur nächsten Dosis zur gewohnten Zeit warten. Patienten sollten nicht die doppelte Dosis anwenden, wenn die vorherige Anwendung vergessen wurde.

Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren

Acnatac wird nicht zur Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren empfohlen, da die Sicherheit und Wirksamkeit von Acnatac bei Kindern nicht belegt sind.

Anwendung bei älteren Patienten (über 65 Jahren)

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Acnatac bei Patienten über 65 Jahren ist nicht belegt.

Einschränkung der Nieren- oder Leberfunktion

Angesichts der niedrigen systemischen Exposition gegenüber Clindamycin und Tretinoin nach topischer Verabreichung von Acnatac ist nicht zu erwarten, dass eine mäßige Nieren- oder Leberfunktionsstörung zu einer klinisch bedeutsamen systemischen Exposition führt. Die Serumkonzentrationen von Clindamycin und Tretinoin wurden bei Patienten mit Nieren- oder Lebererkrankung nach topischer Verabreichung jedoch nicht untersucht. In schweren Fällen sollte individuell entschieden werden.

Art der Anwendung

Acnatac ist ausschließlich zur äußeren (dermatologischen) Anwendung bestimmt. Die Anwendung von Acnatac an Augen, Augenlidern, Lippen und Nasenlöchern ist zu vermeiden. Nach dem Auftragen sollte sich der Patient die Hände waschen.

Gegenanzeigen

  • Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6)

  • Frauen, die eine Schwangerschaft planen Acnatac darf außerdem nicht angewendet werden:

  • Bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe Clindamycin und/oder Tretinoin oder einen der sonstigen Bestandteile oder Lincomycin (siehe auch Abschnitt 6.1).

  • Bei Patienten mit regionaler Enteritis, Colitis ulcerosa oder bekannter Antibiotika-assoziierten Kolitis.

  • Bei Patienten mit Hautkrebs in der eigenen oder der Familienvorgeschichte.

  • Bei Patienten mit akuten Ekzemen, Rosazea und perioraler Dermatitis in der Vorgeschichte.

  • Bei Patienten mit pustulären und tiefen zystischen nodulären Akneformen (Acne conglobata und Acne fulminans).

Warnhinweise

Acnatac ist nicht zur oralen, ophthalmischen, intranasalen oder intravaginalen Anwendung bestimmt. Acnatac wird nicht zur Behandlung von milder Acne vulgaris empfohlen.

Der Kontakt mit Mund, Augen und Schleimhäuten und offener oder ekzematöser Haut ist zu vermeiden. Die Anwendung an empfindlichen Hautstellen sollte mit Vorsicht erfolgen. Bei versehentlichem Kontakt mit den Augen soll mit großen Mengen Wasser gespült werden.

Im Zusammenhang mit der Anwendung einiger anderer topischer Clindamycin-Präparate wurde von Antibiotika-assoziierter Kolitis (auch als Clostridium difficile-assoziierte Kolitis oder CDAD bezeichnet) berichtet. Es ist unwahrscheinlich, dass dies bei Acnatac auftritt, da die Plasmaspiegel bestimmt wurden und die perkutane Resorption von Clindamycin klinisch vernachlässigbar ist.

Bei länger anhaltender oder ausgeprägter Diarrhoe oder bei Bauchkrämpfen sollte die Behandlung mit Acnatac sofort abgebrochen werden, da diese Symptome auf eine Antibiotika-assoziierte Kolitis hinweisen könnten. Es sollten geeignete diagnostische Verfahren wie die Bestimmung von Clostridium difficile und Toxin und, falls nötig, eine Koloskopie durchgeführt werden, sowie die Behandlungsmöglichkeiten einer Kolitis in Erwägung gezogen werden.

Die Anwendung von mehr als der empfohlenen Menge oder eine zu häufige Anwendung kann Rötung, Brennen und sonstige Beschwerden auslösen. Bei starker Reizung, insbesondere im Frühstadium der

Behandlung, sollte die Behandlung vorübergehend unterbrochen oder die Häufigkeit der Anwendung verringert werden.

Acnatac sollte bei Patienten mit Atopie mit Vorsicht verordnet werden.

Acnatac sollte nicht gleichzeitig mit anderen topischen Präparaten (einschließlich Kosmetika) angewendet werden, da es zu Unverträglichkeit und Wechselwirkungen mit Tretinoin kommen kann. Besondere Vorsicht gilt bei der Verwendung von keratolytischen Substanzen wie Schwefel, Salicylsäure, Benzoylperoxid oder Resorcin und chemischen Abrasiva. Falls der Patient mit solchen Präparaten behandelt wurde, muss die Peelingwirkung dieser Mittel erst abklingen, bevor eine Behandlung mit Acnatac begonnen werden kann.

Einige medizinische Reinigungsmittel und Waschlösungen haben eine stark austrocknende Wirkung. Sie sollen nicht bei Patienten angewendet werden, die eine topische Behandlung mit Tretinoin erhalten. Vorsicht ist geboten bei der Verwendung von Seifen mit Peelingwirkung, Seifen und Kosmetika sowie bei Duftstoffen oder Zitrusextrakten.

Wegen der erhöhten Empfindlichkeit für UV-Strahlung kann es während der Behandlung mit Acnatac Gel zu einer Photosensibilität kommen. Eine Exposition gegenüber Sonnenlicht sollte daher auf ein Minimum beschränkt und geeignete Sonnenschutzmittel mit einem LSF (Lichtschutzfaktor) von mindestens 30 verwendet werden, zusammen mit einem geeigneten schützenden Kleidungsstück (z.B. einem Hut). Höhensonnen oder Sonnenbänke sind während der Behandlung zu vermeiden, und bei Sonnenbrand soll dieses Präparat erst nach dem Abklingen angewendet werden.

Patienten mit beruflich bedingter starker Sonnenlichtexposition und Patienten mit Sonnenlichtempfindlichkeit sollten besonders vorsichtig sein. Bei Auftreten eines Sonnenbrandes ist die Behandlung mit Acnatac solange zu unterbrechen, bis schwere Erytheme und das Abschälen der Haut abgeklungen sind.

Es wurde über gelegentliche gram-negative Follikulitis während der Behandlung mit topischen Clindamycin 1%-Präparaten berichtet. Wenn diese auftritt, sollte die Behandlung mit Acnatac abgebrochen und eine alternative Behandlung begonnen werden.

Die Langzeitanwendung von Clindamycin kann zu einer Resistenz und/oder zum übermäßigen Wachstum von nicht-sensiblen Hautbakterien oder -pilzen führen; dies tritt jedoch nur selten auf.

Es kann zu einer Kreuzresistenz mit anderen Antibiotika wie Lincomycin oder Erythromycin kommen (siehe Abschnitt 4.5).

Die gleichzeitige Anwendung von oralen und topischen Antibiotika sollte vermieden werden, insbesondere bei unterschiedlicher chemischer Struktur.

Die sonstigen Bestandteile Methyl-4-hydroxybenzoat und Propyl-4-hydroxybenzoat können Überempfindlichkeitsreaktionen, auch Spätreaktionen, hervorrufen. Butylhydroxytoluol kann örtlich begrenzt Hautreizungen (z.B. Kontaktdermatitis), Reizungen der Augen und der Schleimhäute hervorrufen. Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen-Liste
Zu Wechselwirkungen hinzufügen

Gleichzeitig angewendete topische Arzneimittel. medizinische Seifen und Hautreinigungsmittel, die eine starke austrocknende Wirkung haben sowie Präparate mit hoher Alkoholkonzentration und Adstringenzien sollten mit Vorsicht angewendet werden. Die gleichzeitige Behandlung mit Kortikosteroiden sollte vermieden werden.

In vitro wurde ein Antagonismus zwischen Erythromycin und Clindamycin und ein Synergismus mit Metronidazol nachgewiesen; antagonistische wie synergistische Effekte wurden bei Aminoglykosiden und agonistische Wirkungen wurden bei neuromuskulären Blockern beschrieben.

Vitamin-K-Antagonisten

Bei Patienten, die Clindamycin zusammen mit Vitamin-K-Antagonisten (z.B. Warfarin, Acenocoumarol, Fluindion) erhielten, wurden erhöhte Blutgerinnungswerte (PT/INR) und/oder Blutungen berichtet.

Die Blutgerinnungswerte sollten daher bei Patienten, die mit Vitamin-K-Antagonisten behandelt werden, engmaschig kontrolliert werden.

Tretinoin verursacht eine erhöhte Permeabilität für andere topisch angewendete Arzneimittel.

Schwangerschaft

Frauen im gebärfähigen Alter

Acnatac sollte von Frauen im gebärfähigen Alter nur angewendet werden, wenn während der Behandlung sowie bis 1 Monat nach deren Ende eine effektive Schwangerschaftsverhütungsmethode verwendet wird.

Schwangerschaft

Acnatac ist in der Schwangerschaft und bei Frauen, die eine Schwangerschaft planen, kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Wird das Arzneimittel während der Schwangerschaft angewendet oder wird die Patientin während der Anwendung dieses Arzneimittels schwanger, muss die Behandlung abgebrochen werden.

Clindamycin

Bei einer begrenzten Anzahl von Schwangerschaften mit Clindamycinexposition im ersten Trimester zeigten sich keine unerwünschten Wirkungen von Clindamycin auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Feten/Neugeborenen. Clindamycin wirkte in Reproduktionsstudien an Ratten und Mäusen bei Gabe von subkutanen und oralen Clindamycindosen nicht teratogen (siehe Abschnitt 5.3).

Tretinoin

Die orale Anwendung von Retinoiden verursacht kongenitale Fehlbildungen. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung wird bei topisch verabreichten Retinoiden generell angenommen, dass es aufgrund minimaler dermaler Absorption zu einer niedrigen systemischen Exposition kommt. Es kann jedoch individuelle Faktoren geben (z.B. verletzte Hautbarriere, übermäßiger Gebrauch), die zu einer erhöhten systemischen Exposition beitragen können.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Tretinoin und Clindamycin nach Anwendung von Acnatac in die Muttermilch ausgeschieden werden. Es wurde berichtet, dass orale und parenterale Verabreichung von Clindamycin zum Übertritt von Clindamycin in die Muttermilch führt. Es ist bekannt, dass oral verabreichte Retinoide und ihre Metaboliten in die Muttermilch ausgeschieden werden. Acnatac sollte bei stillenden Frauen daher nicht angewendet werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Fertilität unter Acnatac vor.

Clindamycin

Reproduktionsstudien an Ratten und Mäusen unter Verwendung von subkutanen und oralen Dosen von Clindamycin ergaben keine Hinweise für eine beeinträchtigte Fertilität.

Tretinoin

Systemisch verabreichtes Tretinoin beeinträchtigt die Fertilität erheblich. Zur Fertilität nach topischer Anwendung am Menschen sind nur begrenzte Daten verfügbar.

Fahrtüchtigkeit

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Es ist unwahrscheinlich, dass die Behandlung mit Acnatac irgendwelche Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen hat.

Nebenwirkungen

Innerhalb der Organklassen sind die Nebenwirkungen nach ihrer Häufigkeit aufgelistet (Anzahl der Patienten, bei denen ein Auftreten der Nebenwirkungen zu erwarten ist). Dabei werden die folgenden Kategorien verwendet:

Sehr häufig (≥1/10) Häufig (≥1/100 bis <1/10)

Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100) Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000) Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Die Häufigkeitsangaben in klinischen Studien sind:

Erkrankungen des Immunsystems: Selten: Überempfindlichkeit

Endokrine Erkrankungen: Selten: Hypothyreose

Erkrankungen des Nervensystems: Selten: Kopfschmerzen

Augenerkrankungen:

Selten: Augenreizung

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Selten: Gastroenteritis, Übelkeit

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes:

Gelegentlich: Akne, trockene Haut, Erythem, Seborrhoe, Lichtempfindlichkeitsreaktionen, Pruritus, Hautausschlag, exfoliativer Hautausschlag, Exfoliation der Haut, Sonnenbrand

Selten: Dermatitis, Herpes simplex, makulöser Ausschlag, Hautblutungen, brennendes Gefühl auf der Haut, Hautdepigmentierung, Hautreizung.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Gelegentlich: Lokale Reaktionen an der Applikationsstelle wie: Brennen, Dermatitis, Trockenheit und Erythem

Selten: Lokale Reaktionen an der Applikationsstelle wie: Reizung, Schwellung, Erosion, Verfärbung, Pruritus, Schuppung, Hitzegefühl, Schmerzen

Kinder und Jugendliche

Der Anteil von Kindern und Jugendlichen (12-17 Jahre) mit arzneimittelspezifischen Nebenwirkungen stimmte mit dem entsprechenden Anteil in der Gesamtpopulation überein. Die Inzidenz von trockener Haut bei Jugendlichen (12-17 Jahre) war geringfügig höher als in der Gesamtpopulation.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Acnatac Gel ist ausschließlich zur topischen Anwendung bestimmt. Bei übermäßiger Verwendung von Acnatac Gel kann es zu ausgeprägter Rötung, Abschälung oder sonstigen Beschwerden kommen. Falls es durch versehentliche oder übereifrige Anwendung zu einem übermäßigen Auftragen kommt, sollte das Gesicht mit einer milden Seife und lauwarmen Wasser vorsichtig abgewaschen werden. Acnatac sollte vor der Wiederaufnahme der Behandlung mehrere Tage lang abgesetzt werden.

Im Fall einer Überdosierung kann topisch appliziertes Clindamycinphosphat aus Acnatac in einer Menge resorbiert werden, die ausreichend ist, um systemische Wirkungen auszulösen.

Gastrointestinale Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe können auftreten (siehe Abschnitt 4.4).

Im Fall eines versehentlichen Verschluckens soll die Behandlung symptomorientiert erfolgen. Es sind dieselben Nebenwirkungen zu erwarten wie unter Clindamycin (wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe) und Tretinoin (wie Teratogenese bei Frauen im gebärfähigen Alter). In solchen Fällen sollen Acnatac Gel abgesetzt werden und bei Frauen im gebärfähigen Alter Schwangerschaftstests durchgeführt werden.

Pharmakologische Eigenschaften - Acnatac® 10 mg/g

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Aknemittel zur topischen Anwendung; Clindamycin, Kombinationen

ATC-Code: D10AF51

Acnatac kombiniert zwei Wirkstoffe, die über unterschiedliche Wirkmechanismen verfügen (siehe unten).

Clindamycin:

Clindamycin ist ein halbsynthetisches Derivat der Muttersubstanz Lincomycin, das durch Streptomyces lincolnensis gebildet wird und überwiegend bakteriostatisch wirkt. Clindamycin bindet an die 50S ribosomalen Untereinheiten sensibler Bakterien und verhindert die Verlängerung der Peptidketten durch Störung des Peptidyltransfers, wodurch die bakterielle Proteinsynthese supprimiert wird. Clindamycinphosphat ist in-vitro inaktiv, durch schnelle in-vivo-Hydrolyse wird die Substanz jedoch in das antibakteriell wirksame Clindamycin umgewandelt.

Es wurde gezeigt, dass Clindamycin eine in-vitro-Aktivität gegen Cutibacterium acnes besitzt, einem pathophysiologischen Faktor, der die Entwicklung der Acne vulgaris beeinflusst. Clindamycin besitzt außerdem eine entzündungshemmende Wirkung auf Akneläsionen.

Acnatac hat nur eine lokale antibakterielle Wirkung. Die vom European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing (EUCAST) festgelegten minimalen Hemmkonzentrationen (MIC, minimum inhibitory concentration) für Cutibacterium acnes sind nicht anwendbar.

Tretinoin:

Topisches Tretinoin besitzt sowohl komedolytische als auch entzündungshemmende Eigenschaften. Tretinoin verringert die Kohäsivität der follikulären Epithelzellen, wodurch die Bildung von Mikrokomedonen vermindert wird. Zusätzlich stimuliert Tretinoin die mitotische Aktivität und den erhöhten Zellumsatz des Follikelepithels und führt so zur Austreibung der Komedonen. Die komedolytische Aktivität ist mit einer Normalisierung der Desquamation des Follikelepithels

verbunden. Tretinoin entfaltet eine entzündungshemmende Wirkung über Toll-Like-Rezeptoren (TLRs).

Eine Kombinationstherapie mit dem in Acnatac Gel enthaltenen Clindamycin und Tretinoin kombiniert nicht nur die Einzelwirkungen der beiden Wirkstoffe, sondern ergänzt sie auch. Es gibt auch Belege in der Literatur, die zeigen, dass Tretinoin bei gemeinsamer Anwendung die Penetration von Clindamycin erhöht. Somit zielt diese Kombinationstherapie auf mehrere pathogene Faktoren ab: gestörte follikuläre Keratinisierung, Proliferation von C acnes, Entzündung und vermehrte Talgbildung.

Klinische Wirksamkeit von Acnatac

Es wurden drei randomisierte, doppelblinde klinische Studien durchgeführt, in die insgesamt

4.550 Patienten mit Acne vulgaris mit sowohl entzündlichen als auch nicht-entzündlichen Läsionen eingeschlossen wurden. Von diesen wurden 1 853 Patienten mit Acnatac Gel, 846 mit Tretinoin, 1 428 mit Clindamycinphosphat und 423 mit Acnatac Gel-Vehikel behandelt.

Es wurden Patienten mit 20-50 entzündlichen Akneläsionen (Papeln und Pusteln) im Gesicht, 20-100 nicht-entzündlichen Akneläsionen (offene und geschlossene Komedonen) im Gesicht, zwei oder weniger Knötchen (definiert als entzündliche Läsion größer oder gleich einem Durchmesser von 5 mm) und ohne Zysten eingeschlossen. Die Läsionen wurden als Baseline und in den Wochen 2, 4, 8 und 12 gezählt.

Die primären Wirksamkeitsmaße der Studien 7001.G2HP-06-02 und 7001.G2HP-07-02 waren: (1) die mittlere prozentuale Änderung gegenüber Baseline in der Anzahl der entzündlichen Läsionen in Woche 12, (2) die mittlere prozentuale Änderung gegenüber Baseline in der Anzahl der nicht-entzündlichen Läsionen in Woche 12, (3) die mittlere prozentuale Änderung gegenüber Baseline in der Gesamtzahl der Läsionen in Woche 12 und (4) der Prozentsatz der Patienten, die in Woche 12 frei oder nahezu frei von Läsionen waren, was anhand eines Evaluator’s Global Severity Score (EGSS) beurteilt wurde. Auf eine Überlegenheit gegenüber den Monotherapien wurde geschlossen, wenn zwei von drei Variablen der Läsionszahl und die dichotomisierten EGSS signifikant waren.

Die Behandlung wurde einmal täglich über 12 Wochen durchgeführt, in Woche 12 wurden die Patienten beurteilt und die Läsionen gezählt.

Die Studien 7001.G2HP-06-02 und 7001.G2HP-07-02 verglichen Acnatac mit beiden Monotherapien (Clindamycinphosphat 1,2 % Gel und Tretinoin 0,025 % Gel) und Vehikel unter Verwendung eines doppelblinden Behandlungsschemas. Die dritte klinische Studie (MP1501-02) diente dem Vergleich von Acnatac mit Clindamycin alleine.

Aufgrund der schiefen Verteilung wird die prozentuale Änderung der Läsionszahl in den folgenden Tabellen als mediane prozentuale Änderung aufgeführt.

Mediane prozentuale Änderung (Verringerung) der Anzahl der Läsionen in Woche 12
Läsionstyp Behandlung Studie Metaanalyse
G2HP_06_02 (n=1 252) G2HP_07_02 (n=1 288) MP1501_02 (n=2 010) Alle Studien1 (n=4 550)
Entzündlich Acnatac 52,6 61,3 70,0 65,2
Clindamycin 46,4* 52,1* 64,5* 60,0*
Tretinoin 42,9* 50,0* k.A. 46,4*
Vehikel 25,0* 38,9* k.A. 32,3*
Nicht-entzündlich Acnatac 43,8 42,3 57,6 51,6
Clindamycin 27,5* 32,2 48,2* 43,5*
Tretinoin 36,2* 40,0 k.A. 37,3*
Vehikel 23,0* 24,2* k.A. 23,9*
Gesamt Acnatac 46,3 48,4 62,0 54,5
Clindamycin 33,9* 40,9* 53,1* 48,1*
Tretinoin Vehikel 39,6*22,2* 39,7*25,0* k.A.k.A. 39,6*22,8*
p-Werte aus ANOVA mit ranggeordneten Variablen1 für einen paarweisen Vergleich vs. Tretinoin und Vehikel wurden Daten aus den Studien 7001-

G2HP-06-02 und 7001-G2HP-07-02 berücksichtigt.

* p ≤ 0,05

Globaler Schweregrad in Woche 12 – dargestellt als dichotomisierte Werte

Acnatac Clindamycin Tretinoin Vehikel
ITT - rein oder fast rein*
Erfolg 85 (20 %) 32 (15 %) 62 (15 %) 18 (9 % )
Versagen 335 (80 %) 176 (85 %) 355 (85 %) 189 (91 %)
Gesamt 420 208 417 207
p-Wert 0,147 0,037 <0,001
ITT - rein oderfast rein**
Erfolg 95 (22 %) 38 (17 %) 60 (14 %) 16 (7 % )
Versagen 330 (78 %) 180 (83 %) 369 (86 %) 200 (93 %)
Gesamt 425 218 429 216
p-Wert 0,122 0,001 <0,001
ITT- rein, fast rein oder Verbesserung um mindestens 2Grad***
Erfolg 381 (38 %) 318 (32 %)
Versagen 627 (62 %) 684 (68 %)
Gesamt 1008 1002
p-Wert 0,002

1 fehlende Werte wurden als Therapieversager gerechnet

* Studie 7001-G2HP-06-02

** Studie 7001-G2HP-07-02

*** Studie MP-1501-02

Kinder und Jugendliche

Die prozentuale Änderung der Anzahl der Läsionen in Woche 12 bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren in den einzelnen Studien und in der Metaanalyse dieser Studien ist nachfolgend aufgeführt.

Mediane prozentuale Änderung (Abnahme) der Anzahl der Läsionen in Woche 12: Jugendliche
Studie Metaanalyse
Läsionstyp Behandlung G2HP_06_02 (n = 800) G2HP_07_02 (n = 795) MP1501_02 (n = 1 320) Alle Studien1 (n = 2 915)
Entzündlich Acnatac 50,0 56,2 66,7 62,5
Clindamycin 40,4 46,7 64,0* 58,3*
Tretinoin 38,5* 47,3* k.A. 40,7*
Vehikel 16,7* 25,4* k.A. 21,4*
Nicht-entzündlich Acnatac 43,4 40,2 55,6 50,0
Clindamycin 23,4* 26,5* 48,7* 42,2*
Tretinoin 30,2* 36,9 k.A. 32,8*
Vehikel 13,5* 13,7* k.A. 13,5*
Gesamt Acnatac 42,0 44,8 59,4 52,5
Clindamycin 31,3* 34,2* 53,0* 46,4*
Tretinoin 31,9* 38,1* k.A. 35,6*
Vehikel 14,6* 14,6* k.A. 14,6*
p-Werte aus ANOVA mit ranggeordneten Variablen1 für einen paarweisen Vergleich vs. Tretinoin und Vehikel wurden Daten aus den Studien 7001-G2HP-06-02 und 7001-G2HP-07-02 berücksichtigt.* p ≤ 0,05

Obwohl die Studien nicht genügend Power für die Subgruppen besaßen und die Ergebnisse nicht so einheitlich sind wie für die Veränderungen der Läsionenzahl, erbringen sie ebenfalls den Nachweis für die Überlegenheit des Kombinationspräparats.

Pharmakokinetik

In einer offenen Studie mit Mehrfachdosierung, in der 12 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Akne behandelt wurden, war die perkutane Resorption von Tretinoin nach 14 aufeinander folgenden täglichen Applikationen von ca. 4 g Acnatac minimal. Die Plasmakonzentrationen von Tretinoin lagen bei 50 bis 92 % der Patienten zu jedem beliebigen Zeitpunkt nach der Verabreichung unter der unteren Quantifizierungsgrenze (lower limit of quantitation, LLOQ; 1 ng/ml) und bei den übrigen Patienten mit Werten zwischen 1,0 und 1,6 ng/ml in der Nähe der LLOQ. Die Plasmakonzentrationen der Hauptmetaboliten von Tretinoin, 13-cis-Retinsäure und 4-oxo-13-cis-Retinsäure, betrugen 1,0 bis

1,4 ng/ml bzw. 1,6 bis 6,5 ng/ml. Die Plasmakonzentrationen von Clindamycin lagen im Allgemeinen nicht über 3,5 ng/ml, mit Ausnahme eines Patienten, dessen Plasmakonzentration 13,1 ng/ml erreichte.

Tretinoin

Tretinoin kommt im Körper als Metabolit von Retinol vor und zeigt zu einem gewissen Grad wachstumsfördernde Vitamin A-Wirkung. Repräsentative, gut kontrollierte klinische Studien ergaben, dass topisch verabreichtes Tretinoin den Plasma-Spiegel von All-trans-Retinsäure (Tretinoin) nicht erhöht. Nach einmaliger topischer Applikation von radioaktiv markiertem Tretinoin war die Blutkonzentration von Retinsäure in einem Zeitraum von 2-48 Stunden unverändert. Weder die Einzelgabe noch die Langzeitbehandlung mit topischen Tretinoin-Formulierungen verändern die systemischen Retinoidspiegel, die im Bereich der natürlichen endogenen Spiegel des Körpers bleiben.

Clindamycin

Clindamycinphosphat wird in der Haut durch Phosphatasen in die stärker wirksame Form von Clindamycin umgewandelt. Die Umwandlung zu Clindamycin ist daher ein entscheidender Faktor für die antimikrobielle Wirkung in den Hautschichten nach topischer Anwendung von Clindamycinphosphat.

Pharmazeutische Angaben - Acnatac® 10 mg/g

Liste der sonstigen Bestandteile

gereinigtes Wasser Glycerol Carbomer 981

Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) Propyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) Polysorbat 80

Natriumedetat (Ph.Eur.) Citronensäure Butylhydroxytoluol (Ph.Eur.) Trometamol

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

Dauer der Haltbarkeit

18 Monate

Nach dem ersten Öffnen: 3 Monate

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern. Nicht einfrieren. Tube gut verschlossen halten.

Art und Inhalt des Behältnisses

Die Packungsgrößen sind 30 g und 60 g.

Beide Packungen enthalten eine Aluminiumtube mit Epoxyphenol-Innenlack und einer Verschlusskappe aus Polyethylen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

Weblinks

Packungen und Preis

Acnatac® 10 mg/g + 0,2 5mg/g Gel 30g N2
Preis
39,72 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.
Acnatac® 10 mg/g + 0,2 5mg/g Gel 60g
Preis
58,76 €
Zuzahlung
5,88 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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