Novistig 0,5 mg/ml + 2,5 mg/ml Injektionslösung
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Novistig 0,5 mg/ml
Aufhebung einer nichtdepolarisierenden (kompetitiven) neuromuskulären Rest-Blockade.
Dosierung:
Erwachsene und ältere Patienten: 1 – 2 ml intravenös über einen Zeitraum von 10 bis 30 Sekunden (entspricht 2,5 mg Neostigminmetilsulfat mit 0,5 mg Glycopyrroniumbromid bis 5 mg Neostiminmetilsulfat mit 1 mg Glycopyrroniumbromid). Alternativ können 0,02 ml/kg intravenös über einen Zeitraum von 10 bis 30 Sekunden angewendet werden (entspricht 0,05 mg/kg Neostigminmetilsulfat mit 0,01 mg/kg Glycopyrroniumbromid).
Diese Dosen können wiederholt werden, wenn eine adäquate Aufhebung der neuromuskulären Blockade nicht erreicht wird. Gesamtdosen über 2 ml werden nicht empfohlen da diese Dosis von Neostigmin eine depolarisierende neuromuskuläre Blockade bewirken kann.
Kinder und Jugendliche: 0,02 ml/kg intravenös über einen Zeitraum von 10 bis 30 Sekunden (entspricht 0,05 mg/kg Neostigminmetilsulfat mit 0,01 mg/kg Glycopyrroniumbromid). Alternativ mit Wasser für Injektionszwecke auf 10 ml verdünnen und 1 ml pro 5 kg Körpergewicht anwenden.
Art der Anwendung:
Zur intravenösen Anwendung.
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Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
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Novistig darf nicht angewendet werden bei Patienten mit mechanischer Obstruktion des Gastrointestinaltraktes oder der Harnwege.
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Novistig darf nicht zusammen mit Suxamethonium angewendet werden, da Neostigmin die depolarisierenden myoneural blockierenden Wirkungen dieses Wirkstoffs verstärkt.
Mit Vorsicht anzuwenden bei Patienten mit Bronchospasmus oder schwerer Bradykardie.
Die Anwendung von Cholinesterase hemmenden Wirkstoffen bei Patienten mit intestinalen Anastomosen kann zur Ruptur der Anastomose oder zum Austritt von intestinalem Inhalt führen.
Bei Patienten mit koronaren Herzerkrankungen, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Hypertonie und Thyerotoxikose mit Vorsicht anzuwenden, obwohl sich für die Kombination von Glycopyrroniumbromid + Neostigminmetilsulfat 0,5 mg/ml + 2,5 mg/ml Injektionslösung ein geringerer kardiovaskulärer Einfluss gezeigt hat als für Atropin mit Neostigminmetilsulfat.
Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Epilepsie oder Parkinson-Krankheit.
Dieses Arzneimittel muss bei Patienten mit Fieber (insbesondere bei Kindern) wegen der Hemmung der Schweißbildung mit Vorsicht angewendet werden. Ebenso wie bei anderen antimuskarinischen Arzneimitteln ist Vorsicht geboten bei Patienten mit Prostatahypertrophie, paralytischem Ileus, Pylorusstenose und Engwinkelglaukom.
Anticholinerge Arzneimittel können ventrikuläre Arrhythmien verursachen, wenn sie während der Inhalation von Anästhetika gegeben werden, insbesondere in Verbindung mit halogenierten Kohlenwasserstoffen.
Für quartäre Ammoniumverbindungen (wie Glycopyrronium) wurde gezeigt, dass sie bei hohen Dosen die nikotinischen Rezeptoren der motorischen Endplatte blockieren. Vor ihrer Anwendung bei Patienten mit Myasthenia gravis muss dies abgeklärt sein.
Anders als Atropin ist Glycopyrronium eine quartäre Ammoniumverbindung und passiert nicht die Blut-Hirn-Schranke. Es ist daher weniger wahrscheinlich, dass es zu postoperativer Verwirrtheit führt, wie sie insbesondere bei älteren Patienten zu bedenken ist.
Im Vergleich zu Atropin hat Glycopyrrolat geringere kardiovaskuläre und okulare Wirkungen.
Neostigminmetilsulfat: eine vorherige oder gleichzeitige Gabe von Glycopyrronium oder alternativ Atropin verhindert Bradykardie, übermäßigen Speichelfluss und andere muskarinische Wirkungen von Neostigmin.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Ampulle, d.h. es ist nahezu
„natriumfrei“.
Neostigminmetilsulfat darf nicht mit Suxamethonium angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).
Ein Risiko für antimuskarinische Nebenwirkungen besteht bei Patienten, die Arzneimittel mit antimuskarinischer Wirkung einnehmen, wie MAOIs (Monoaminooxidase-Hemmer), Amantadin, Clozapin, trizyklische Antidepressiva und Nefopam.
Schwangerschaft
Es liegen keine Daten für die Anwendung von Glycopyrroniumbromid oder Neostigminmetilsulfat bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).
Glycopyrronium sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen für die Patientin das potentielle Risiko für den Fötus rechtfertigt.
Cholinesterasehemmer, einschließlich Neostigmin, können eine Irritabilität des Uterus verursachen und eine vorzeitige Geburt auslösen, wenn sie bei Schwangeren nahe des Geburtstermins angewendet werden.
Neostigminmetilsulfat sollte bei einer schwangeren Frau nur dann angewendet werden, wenn es eindeutig erforderlich ist.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Glycopyrronioumbromid oder Neostigminmetilsulfat in die menschliche Milch ausgeschieden werden. Glycopyrroniumbromid (einschließlich seiner Metabolite) wurde jedoch in die Milch von säugenden Ratten ausgeschieden (siehe Abschnitt 5.3). Die Anwendung von Glycopyrroniumbromid oder Neostigminmetilsulfat bei stillenden Frauen sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter größer ist als jedwedes mögliche Risiko für den Säugling.
Fertilität
Reproduktionsstudien und andere tierexperimentelle Daten geben keinen Anlass zur Besorgnis bezüglich der männlichen oder weiblichen Fertilität (siehe Abschnitt 5.3). In einer Studie zur Fertilität und frühen Embryonalentwicklung bei Ratten wurden männliche Ratten 28 Tage vor der Paarung und weibliche Ratten 14 Tage vor der Paarung mit intravenösem Neostigminmetilsulfat (Human-Äquivalenzdosen von 1,6, 4 und 8,1 Mikrogramm/kg/Tag, basierend auf der Körperoberfläche) behandelt. Bei keiner Dosis wurden unerwünschte Wirkungen berichtet.
Novistig kann zu einer Schwächung des Sehvermögens führen, was die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen könnte.
Nebenwirkungen, die mit der Injektion von Glycopyrroniumbromid - Neostigminmetilsulfat in Verbindung gebracht wurden, sind nachstehend nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgelistet.
Nebenwirkungen treten besonders wahrscheinlich zu Beginn der Behandlung oder bei Dosiserhöhung auf. Die Häufigkeit der unten aufgeführten Nebenwirkungen wird nach der folgenden Konvention definiert:
Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ /10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen des Glycopyrroniumbromid-Bestandteils von Novistig:
| Systemorganklasse | Nebenwirkung | Häufigkeit |
| Erkrankungen des Immunsystems | Überempfindlichkeit, Angioödem | Nicht bekannt |
| Erkrankungen des Nervensystems | Verwirrtheit**Schwindel | Nicht bekannt |
| Augenerkrankungen | Pupillenerweiterung, Photophobie,Engwinkelglaukom | Nicht bekannt |
| Herzerkrankungen | Vorübergehende Bradykardie* | Nicht bekannt |
| Erkrankungen der Atemwege, des | Vermindertes Bronchialsekret | Nicht bekannt |
| Brustraums und des Mediastinums | ||
| Erkrankungen desGastrointestinaltrakts | Mundtrockenheit, Obstipation, Übelkeit,Erbrechen | Nicht bekannt |
| Erkrankungen der Haut und desUnterhautzellgewebes | Erröten, Hauttrockenheit, vermindertesSchwitzen | Nicht bekannt |
| Erkrankungen der Nieren undHarnwege | Harndrang, Harnverhalt | Nicht bekannt |
*Gefolgt von Tachykardie, Palpitationen und Arrhythmien
**Insbesondere bei älteren Patienten
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen des Neostigminmetilsulfat-Bestandteils von Novistig
| Systemorganklasse | Nebenwirkung | Häufigkeit |
| Herzerkrankungen | Bradykardie, kardialeRhythmusstörungen | Nicht bekannt |
| Erkrankungen der Atemwege, desBrustraums und des Mediastinums | Erhöhte oropharyngeale Sekretion | Nicht bekannt |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Erhöhte gastrointestinale Aktivität | Nicht bekannt |
Der Glycopyrronium-Neostigmin-Bestandteil der Injektion kann zu Überempfindlichkeit, Angioödem und anaphylaktischer Reaktion führen.
Wenn schwere durch Neostigmin induzierte muskarinische Nebenwirkungen auftreten (Bradykardie, erhöhte oropharyngeale Sekretion, verminderte kardiale Reizüberleitungsrate, Bronchspasmus oder erhöhte gastrointestinale Aktivität usw.), können diese durch eine intravenöse Anwendung einer Injektion von 200 bis 600 Mikrogramm (0,2 – 0,6 mg) Glycopyrroniumbromid oder 400 – 1200 Mikrogramm (0,4 – 1,2 mg) Atropin behandelt werden.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Symptome:
Anzeichen einer Überdosierung von Neostigmin (einschließlich Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, übermäßigem Speichelfluss und Schwitzen, Miosis, Bradykardie oder Tachykardie, Kardiospasmus, Koordinationsstörungen, Muskelkrämpfen, Faszikulation und Lähmung, erhöhter oropharyngealer Sekretion und Bronchospasmus usw.) können durch Injektion von 0,2 - 0,6 mg Glycopyrroniumbromid oder 0,4 - 1,2 mg Atropin behandelt werden. In schweren Fällen kann es zu einer Atemdepression kommen, und eine künstliche Beatmung kann bei solchen Patienten erforderlich sein.
Anzeichen einer Glycopyrroniumbromid-Überdosierung (Tachykardie, ventrikuläre Reizbarkeit usw.) können durch die Verabreichung von 1,0 mg Neostigminmetilsulfat pro 1,0 mg verabreichtem Glycopyrroniumbromid behandelt werden.
Behandlung:
Die Behandlung einer Überdosierung hängt davon ab, ob Anzeichen von Cholinesterasehemmung oder anticholinerger Überdosierung das vorherrschende Erscheinungsbild sind. Da Glycopyrroniumbromid eine quartäre Ammoniumverbindung ist, sind die Symptome einer Überdosierung eher peripherer als zentraler Natur. Zentral wirkende Cholinesterasehemmer wie Physostigmin sind daher zur Behandlung einer Überdosierung von Glycopyrroniumbromid nicht notwendig.
Pharmakologische Eigenschaften - Novistig 0,5 mg/ml
Pharmakotherapeutische Gruppe: Parasympathomimetika, Cholinesterasehemmer ATC-Code: N07AA51
Wirkmechanismus:
Glycopyrroniumbromid ist eine anticholinerge, quartäre Ammoniumverbindung. Durch den quatären Ammoniumanteil liegt Glycopyrroniumbromid bei physiologischem pH-Wert stark ionisiert vor und durchdringt daher schlecht die Blut-Hirn- und die Plazentaschranke. Glycopyrroniumbromid hat einen allmählicheren Wirkungseintritt und eine längere Wirkdauer als Atropin. Neostigminmetilsulfat ist ein quartärer Ammonium-Cholinesterasehemmer.
Die Kombination Glycopyrroniumbromid + Neostigminmetilsulfat ist mit weniger anfänglicher Tachykardie und einem besseren Schutz vor nachfolgenden cholinergen Wirkungen von Neostigminmetilsulfat assoziiert als eine Kombination von Atropin und Neostigminmetilsulfat. Darüber hinaus werden verbleibende zentrale anticholinerge Wirkungen aufgrund des begrenzten Eindringens von Glycopyrroniumbromid in das zentrale Nervensystem minimiert. Die Anwendung der Kombination aus Glycopyrroniumbromid mit Neostigminmetilsulfat ist mit einer größeren Kardiostabilität verbunden als die getrennte Anwendung von Glycopyrroniumbromid und Neostigminmetilsulfat.
Resorption/Biotransformation:
Glycopyrroniumbromid und Neostigminmetilsulfat werden routinemäßig gleichzeitig angewendet, um die verbleibende nicht-depolarisierende (kompetitive) neuromuskuläre Blockade umzukehren.
Zahlreiche publizierte klinische Studien zeigen, dass diese Kombiantion sicher und wirksam ist. Über 90 % des Glycopyrroniumbromids verschwinden aus dem Serum innerhalb von 5 Minuten nach intravenöser Anwendung. Die Pharmakokinetik von Neostigminmetilsulfat ist im Martindale beschrieben. In einer Studie sank die Plasmakonzentration nach intravenöser Anwendung nach 5 Minuten auf etwa 8% ihres Ausgangswertes mit einer Verteilungshalbwertszeit von weniger als einer Minute.
Elimination:
Das Arzneimittel wird schnell in die Galle ausgeschieden, wobei die höchsten Konzentrationen 30 bis 60 Minuten nach der Verabreichung gefunden werden und Reste bis zu 48 Stunden nach der Verabreichung nachgewiesen werden können. Glycopyrroniumbromid wird ebenfalls schnell in den Urin ausgeschieden, wobei die höchsten Konzentrationen innerhalb von 3 Stunden nach der Verabreichung gefunden werden. Über 85 % des Arzneimittels werden innerhalb von 48 Stunden ausgeschieden. In einer pharmakokinetischen Einzeldosisstudie unter Verwendung radioimmunologischer Testverfahren wurde schließlich bestätigt, dass Glycopyrroniumbromid nach intravenöser Anwendung schnell verteilt und/oder ausgeschieden wurde. Die terminale Eliminationsphase verlief relativ langsam mit quantifizierbaren Plasmaspiegeln, die bis zu 8 Stunden nach der Verabreichung verblieben. Die Eliminationshalbwertszeit betrug 1,7 Stunden.
Die Eliminationshalbwertszeit von Neostigmin lag in einem Bereich von etwa 15-30 Minuten. Nach einer Stunde konnten Spuren von Neostigminmetilsulfat im Plasma nachgewiesen werden. In einer Studie an nicht-myasthenischen Patienten betrug die Plasmahalbwertszeit 0,89 Stunden.
Pharmazeutische Angaben - Novistig 0,5 mg/ml
Natriummonohydrogenphosphat-Dodecahydrat (Ph.Eur.) Citronensäure
Natriumhydroxid 1N (zur pH-Wert-Einstellung)
Citronensäure (zur pH-Wert-Einstellung) Wasser für Injektionszwecke
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Nicht einfrieren.
Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
2-ml-Ampulle aus klarem, farblosem Glas (Typ I) (gefüllt mit 1ml) Eine Packung enthält 10 Ampullen mit je 1 ml Injektionslösung.