Lidocard B. Braun 2 % Injektionslösung Miniplasco connect Amp. 5ml
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Lidocard 2 %
Schwerwiegende symptomatische ventrikuläre tachykarde Herzrhythmusstörungen, wenn diese nach Beurteilung des Arztes lebensbedrohend sind.
Erwachsene
Erwachsene erhalten initial 50 – 100 mg (0,75 – 1,5 mg/kg KG) Lidocainhydrochlorid 1 H2O, ent-sprechend ca. 2,5 – 5 ml (0,0375 – 0,075 ml/kg KG) Lidocard B. Braun 2 % langsam intravenös.
Die maximale Injektionsgeschwindigkeit beträgt 25 mg/min, entsprechend ca. 1,25 ml/min Lidocard
B. Braun 2 %.
Sollte nach der ersten Injektion der gewünschte klinische Erfolg nicht eintreten, kann nach 5 – 10 Mi-nuten eine zweite Injektion (ca. ein Drittel bis die Hälfte der Initialdosis) verabreicht werden.
Innerhalb einer Stunde sollten nicht mehr als 200 – 300 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O, entspre-chend ca. 10 – 15 ml Lidocard B. Braun 2 % zugeführt werden.
Zur Aufrechterhaltung therapeutischer Plasmaspiegel (1,5 – 5 µg/ml) wird Lidocainhydrochlorid
1 H2O in einer Erhaltungsdosis von 20 – 50 µg/kg KG und min infundiert entsprechend ca. 0,001 – 0,0025 ml Lidocard B. Braun 2 %/kg KG und min.
Für die Dauerinfusion können z. B. 1000 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O (entsprechend 50 ml Lidocard B. Braun 2 %) zu 500 ml Glucose- oder Kochsalzlösung zugespritzt werden.
Ein 70 kg schwerer Patient erhält 1 - 2 ml dieser Lösung pro Minute, entsprechend ca. 2 – 4 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O/min.
Die Dosierung soll individuell gemäß dem Bedarf und klinischen Erfolg angepasst werden.
Nach länger dauernder Infusion von Lidocainhydrochlorid 1 H2O (> 12 h) muss mit einer durch Ver-längerung der Halbwertzeit bedingte Kumulation gerechnet und die Dosis reduziert werden.
Bei Patienten mit Herzinsuffizienz, Lebererkrankungen, bei Patienten, die Arzneimittel erhalten, wel-che die Wirkung von Lidocainhydrochlorid 1 H2O verstärken (s. unter Punkt 7.), in der Schwanger-schaft sowie bei Patienten über 60 Jahren ist eine Dosisreduktion angezeigt.
Bei Niereninsuffizienz sind in der Regel keine besonderen Dosisanpassungen erforderlich. Es muss jedoch auf mögliche toxische Wirkungen durch Kumulation noch wirksamer Metabolite geachtet werden.
Die Einstellung auf das Antiarrhythmikum bei ventrikulären Herzrhythmusstörungen bedarf einer sorgfältigen kardiologischen Überwachung und darf nur bei Vorhandensein einer kardiologischen Notfallausrüstung sowie der Möglichkeit einer Monitorkontrolle erfolgen. Während der Behandlung sollten in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen vorgenommen werden (z. B. in Abstän-den von einem Monat mit Standard-EKG bzw. drei Monaten mit Langzeit-EKG und gegebenenfalls Belastungs-EKG). Bei Verschlechterung einzelner Parameter, z. B. Verlängerung der QRS-Zeit bzw. QT-Zeit um mehr als 25 % oder der PQ-Zeit um mehr als 50 % bzw. einer QT-Verlängerung auf mehr als 500 ms oder einer Zunahme der Anzahl oder des Schweregrades der Herzrhythmusstörungen, soll-te eine Therapieüberprüfung erfolgen.
Kinder
Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung von Lidocainhydrochlorid 1 H2O bei Kindern sind nicht ausreichend untersucht.
Die American Heart Association empfiehlt in ihren Standards und Richtlinien für die kardiopulmona-le Wiederbelebung und Notfallkardiologie von 1992 für Kinder eine Initialdosis von 1 mg/kg KG und anschließend, falls erforderlich, eine Infusion von 20 – 50 µg/kg KG und min. Um ausreichende Plasmaspiegel sicherzustellen, kann eine zweite Injektion mit 1 mg/kg KG zu Beginn der Infusion gegeben werden.
Art und Dauer der Anwendung
Als langsame intravenöse Injektion und als Zusatz zur intravenösen Dauertropfinfusion.
Die Zufuhr von Lidocard B. Braun 2% sollte unter fortlaufender Kontrolle von EKG, Blutdruck und Atmung erfolgen. Bei Verlängerung des PQ-Intervalls oder Verbreiterung des QRS-Komplexes (Zei-chen einer beginnenden Überdosierung) sowie bei Verstärkung der Arrhythmie muss die Zufuhr un-terbrochen werden.
In Notfallsituationen kann die Injektion unter ständiger Kontrolle der Herzfrequenz erfolgen, wenn keine Bradykardie vorliegt.
Wegen der kurzen Wirkungsdauer von Lidocainhydrochlorid 1 H2O schließt sich bei Bedarf an die Injektion eine kontinuierliche Infusion an, möglichst über eine Infusionspumpe.
In kritischen Fällen sowie bei Langzeitanwendung empfiehlt sich die Kontrolle der Lidocain-Plasmaspiegel und eine Einstellung auf 3 (1,5 - 5) µg/ml. Die genaue Dosierung muss für die einzel-nen Patienten individuell festgelegt werden.
Die Infusion soll beendet werden, sobald sich der Herzrhythmus stabilisiert hat oder früheste Zeichen einer Überdosierung auftreten.
Bei der Anwendung ist zu berücksichtigen, dass bisher für kein Antiarrhythmikum der Klasse I nach-gewiesen werden konnte, dass eine Behandlung der Herzrhythmusstörungen eine Lebensverlängerung bewirkt.
Hinweis
Bei Patienten unter Allgemeinanästhesie können zentralnervöse Störungen unerkannt bleiben und sich die kardialen Nebenwirkungen unvermittelt einstellen.
Lidocard B. Braun 2 % darf nicht angewendet werden
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bei Überempfindlichkeit gegenüber Lokalanästhetika vom Säureamid-Typ
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bei schweren sinuatrialen, atrioventrikulären oder intraventrikulären Blockierungen, u. a. AV-Block II. und III. Grades
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innerhalb der ersten drei Monate nach Myokardinfarkt oder bei eingeschränkter Herzleistung (linksventrikuläres Auswurfvolumen geringer als 35 %), außer bei Patienten mit lebensbedro-henden ventrikulären Herzrhythmusstörungen
Lidocard B. Braun 2 % soll nur mit Vorsicht angewendet werden bei
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Sinusknotensyndrom, AV-Block I. Grades, Schenkelblock
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Bradykardie unter 50 Schlägen pro Minute
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Erkrankungen von Leber und Nieren
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schwerer Hypotonie unter 90 mm Hg systolisch
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Hypokaliämie
Bei längerer parenteraler Therapie mit Lidocard B. Braun 2 % müssen Wasser-Elektrolyt-Haushalt und Säuren-Basen-Haushalt überwacht werden.
Eine zeitgleiche Therapie mit Medikamenten, die Substrate, Inhibitoren oder Induktoren von Zytoch-rom-P-450 3A4 (CYP3A4) sind, kann die Metabolisierung und damit die Plasmakonzentration von Lidocain und dessen Wirkung beeinflussen.
Arzneimittel, die CYP3A4-Induktoren sind, wie Barbiturate (v. a. Phenobarbital), Carbamazepin, Phenytoin oder Primidon führen zu einer beschleunigten Plasmaclearance von Lidocain. Die Wir-kung von Lidocard B. Braun 2% wird dadurch abgeschwächt.
ß-Rezeptor-Antagonisten (z. B. Propranolol, Metoprolol), Cimetidin (unspezifischer Inhibitor von CYP), Amiodaron (Substrat von CYP3A4) und Noradrenalin vermindern die Plasmaclearance von Lidocainhydrochlorid 1 H2O; die Plasmahalbwertzeit von Lidocainhydrochlorid 1 H2O wird dadurch verlängert. Bei Acidose ist die Plasmaproteinbindung von Lidocain erniedrigt; daraus resultieren hö-here Plasmaspiegel an freiem Lidocain. In diesen Fällen muss mit einer Verstärkung der Wirkung von Lidocard B. Braun 2% gerechnet werden.
Die Wirkung von peripheren Muskelrelaxantien, insbesondere von Suxamethoniumchlorid, kann durch Lidocard B. Braun 2% verstärkt werden.
Die gleichzeitige Anwendung von Erythromycin und Lidocain führte zu einer signifikanten Verlän-gerung der Eliminationshalbwertzeit von Lidocain. Die gleichzeitige Anwendung von Erythromycin
(CYP1A2-Inhibitor), Fluvoxamin (CYP1A2-Inhibitor) und Lidocain führte zu einer Erhöhung der Lidocain-Plasmakonzentration. Bei gleichzeitiger Anwendung von Lidocain mit Arzneimitteln, die diese Wirkstoffe enthalten, ist daher Vorsicht geboten, um eine Kumulation von Lidocain zu vermei-den.
Bei Kombination von Lidocard B. Braun 2 % mit anderen Antiarrhythmika, β-Rezeptor-Antagonisten oder Calcium-Antagonisten muss am Herzen mit einer Zunahme der hemmenden Wirkung auf die AV-Überleitung, die intraventrikuläre Erregungsleitung und die Kontraktionskraft gerechnet werden.
Eine gleichzeitige Verabreichung anderer Antiarrhythmika der Klasse I sollte wegen der Gefahr des Auftretens schwerwiegender Nebenwirkungen vermieden werden.
Bei zusätzlicher getrennter Anwendung von Adrenalin oder Noradrenalin können sich die kardialen Nebenwirkungen potenzieren.
Diazepam erhöht die Krampfschwelle für Lidocainhydrochlorid 1 H2O; dieses muss bei der Beobach-tung des Patienten unter der gleichzeitigen Gabe von Lidocard B. Braun 2 % im Hinblick auf mögli-che toxische Wirkungen beachtet werden.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Lidocard B. Braun 2 % und Inhalationsnarkotika können sich die depressiven Wirkungen gegenseitig verstärken.
Lidocard B. Braun 2 % enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Ampulle (5 ml oder 10 ml).
Lidocainhydrochlorid 1 H2O passiert die Placenta.
In der Schwangerschaft soll Lidocard B. Braun 2 % daher nur bei strenger Indikationsstellung und nur wenn es unbedingt erforderlich ist, in möglichst geringer Dosierung verabreicht werden.
Kontrollierte Untersuchungen an Schwangeren liegen nicht vor. Daten über eine begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren geben keinen Hinweis auf kongenitale Effekte durch Lidocain.
Tierexperimentelle Studien haben Reproduktionstoxizität gezeigt.
Lidocain passiert die Plazenta rasch. Bei Neugeborenen mit hohen Plasmakonzentrationen kann Lidocain eine Dämpfung des ZNS und damit eine Senkung des Apgar-Score bewirken. Zur Behand-lung ventrikulärer tachykarder Herzrhythmusstörungen sollte die Dosis daher soweit wie möglich re-duziert werden.
Stillzeit
Lidocainhydrochlorid 1 H2O geht in geringer Menge in die Muttermilch über. Lidocard B. Braun 2 % soll daher bei stillenden Müttern nur mit Vorsicht angewendet werden. Das Stillen muss im Allge-meinen nicht unterbrochen werden, da eine Gefahr für den Säugling bei therapeutischen Dosen un-wahrscheinlich erscheint.
Aufgrund der Wirkungen von Lidocainhydrochlorid 1 H2O auf das zentrale Nervensystem muss mit einer Beeinträchtigung der Fähigkeit zur Bedienung von Kraftfahrzeugen und Maschinen gerechnet werden.
Bei Anwendung dieses Arzneimittels muss deshalb vom Arzt im Einzelfall entschieden werden, ob der Patient aktiv am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen darf.
Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen betreffen das Zentralnervensystem. Daneben sind allergische Reaktionen zu beachten, die jedoch nur selten auftreten, andererseits aber bis zum – sehr seltenen – anaphylaktischen Schock reichen können.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:
| Sehr häufig (≥1/10) |
| Häufig (≥1/100 bis <1/10) |
| Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100) |
| Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000) |
| Sehr selten (<1/10.000) |
| nicht bekannt: auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar |
Im Einzelnen können folgen Reaktionen auftreten:
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Häufigkeit nicht bekannt (Einzelfallberichte): Methämoglobinämie
Erkrankungen des Immunsystems (allergische Reaktionen)
Selten: Allergische Reaktionen (Exantheme, Urtikaria, Ödeme,) sind in seltenen Fällen nach Ga-be von Lidocainhydrochlorid 1 H2O beobachtet worden.
Sehr selten: Anaphylaxie
Erkrankungen des Nervensystems:
Häufig: Schläfrigkeit, Benommenheit, Schwindel, Desorientiertheit, Seh-, Sprach- und Schluck-störungen, Tinnitus, Tremor, Hitzewallungen, Kältegefühl und Parästhesien, außerdem Unruhe, Reizbarkeit, Euphorie, Halluzinationen und depressive Verstimmungen.
Selten: Muskelzuckungen bis hin zu generalisierten Krämpfen, Bewusstseinstrübungen bis zum Koma, Atemdepression bis zum Atemstillstand.
Herzerkrankungen:
Selten: Bradykardie, Tachyarrhythmien und Schock.
Proarrhythmische Wirkungen, in Form von Veränderungen oder Verstärkung der Herz-rhythmusstörungen, die zu starker Beeinträchtigung der Herztätigkeit mit der möglichen Folge des Herzstillstandes führen können.
Gefäßerkrankungen:
Selten: Blutdruckabfall
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:
Häufig: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:
Selten: Lokale Thrombophlebitiden können nach längerer Infusion vorkommen
Im Zusammenhang mit der Anwendung von Lidocain wurde über das Auftreten einer malignen Hyperthermie berichtet. Eine Anwendung von Lidocainhydrochlorid bei bekannter genetischer Dispo-sition zur malignen Hyperthermie ist zu vermeiden.
Bei Auftreten unerwünschter Wirkungen sollte die Zufuhrgeschwindigkeit verringert oder gegebenen-falls die Zufuhr unterbrochen werden.
Bei älteren Patienten muss mit einer erhöhten Nebenwirkungsrate gerechnet werden. Therapie bei schweren Nebenwirkungen siehe unter Abschnitt 4.9.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3 D-53175 Bonn
Website: www.bfarm.de
anzuzeigen.
Leichte Überdosierungen betreffen im Allgemeinen das zentrale Nervensystem; die Symptome (vgl. Abschnitt 4.8) klingen in den meisten Fällen nach Unterbrechen der Zufuhr von Lidocard B. Braun 2 % rasch ab.
Schwere Überdosierung führt zu Krämpfen, Bewusstseinstrübungen und Koma, Atemdepression bis zum Atemstillstand, Schock, am Herzen zu Leitungsstörungen und -blockierungen.
Therapie
Sofortige Unterbrechung der Zufuhr; Atemhilfe, Sicherstellung einer ausreichenden Ventilation und Freihalten der Luftwege; unter Umständen Mund-zu-Mund bzw. Mund-zu-Nase-Beatmung und Sau-erstoff.
Wenn nötig, muss mit kardiopulmonaler Reanimation begonnen werden.
Behandlung von Krämpfen mit Diazepam i.v. oder einem (ultra)kurz wirkenden Barbiturat, dabei Be-atmung.
Bei Blutdruckabfall Flachlagerung des Patienten und Hochlagerung der Beine, Gabe von Vasopressoren und Volumenersatzmitteln; zentrale Analeptika sind kontraindiziert.
Behandlung von Bradykardien mit Atropin i.v.; beim Auftreten von AV-Blockierungen kann Orciprenalin verabreicht werden, ggf. temporäre Schrittmachertherapie.
Ein spezifisches Antidot existiert nicht. Lidocainhydrochlorid 1 H2O ist nicht hämodialysierbar.
Pharmakologische Eigenschaften - Lidocard 2 %
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiarrhythmika, Klasse Ib ATC-Code: C01B B01
Lidocain ist ein Antiarrhythmikum der Klasse Ib (nach Vaughan Williams).
An den Herzmuskelmembranen hemmt Lidocain den schnellen Natriumeinstrom durch Blockade der Natriumkanäle und verstärkt den Kaliumeinstrom.
Die Dauer des Aktionspotentials und die effektive Refraktärzeit an den Purkinje-Fasern werden ver-kürzt, die Leitungsgeschwindigkeit verlängert, während die Erregungsleitung im Sinusknotenbereich und supraventrikulär wenig beeinflusst wird.
Erregungsschwelle und Flimmerschwelle im Myokard werden heraufgesetzt. Lidocain bewirkt die Unterdrückung heterotoper Schrittmacher und Aktionspotentiale, die von verzögert auftretenden Nachpotentialen aus einsetzen, außerdem Tachyarrhythmien auf der Basis kreisender Erregungen. Die antiarrhythmische Wirkung ist bei gesteigerter Herzfrequenz besonders ausgeprägt. Bei erniedrigtem (weniger negativem) Ruhepotential z. B. bei Hyperkaliämie und/oder ischämischer Myokardschädi-gung ist die Lidocain-Wirkung verstärkt, bei erhöhtem Ruhepotential bzw. Hyperpolarisation infolge
z. B. Hypokaliämie ist sie abgeschwächt.
Lidocain hat nur geringen Einfluss auf die Kontraktilität des Herzens, auf den Blutdruck, das Schlag-volumen und die Herzfrequenz; Patienten mit Störungen der Sinusfunktion können jedoch besonders stark auf die dämpfende Wirkung von Lidocain auf die Erregungsleitung ansprechen. Bei Patienten mit frischem Herzinfarkt kann der koronare Blutfluss zunehmen.
Nach intravenöser Gabe von Lidocain tritt die antiarrhythmische Wirkung sehr schnell ein; schon nach 1 – 2 min werden maximale Plasmakonzentrationen erreicht. Die Wirkungsdauer einer Bolusinjektion beträgt 10 – 20 min, so dass zur Aufrechterhaltung der antiarrhythmischen Lidocain-Wirkung die Zufuhr als kontinuierliche Infusion fortgeführt werden muss. Therapeutische Plasma-konzentrationen liegen zwischen 1,5 und 6 µg/ml; ab ca. 6 µg/ml muss mit toxischen Wirkungen auf das ZNS und das kardiovaskuläre System gerechnet werden.
Der überwiegende Teil (90 – 95 %) einer Lidocain-Dosis wird in der Leber schnell durch CYP3A4-abhängige Monooxygenasen metabolisiert, wobei Desalkylierung zu Monoethylglycinxylidid (MEGX) und weiter zu Glycinxylidid (GX) und anderen Metaboliten erfolgt. MEGX und GX besit-zen ein toxisches Potential.
Das Ausmaß der Bildung von 2,6-Xylidin als intermediärer Metabolit ist nicht geklärt.
Der Metabolismus von Lidocain hängt in hohem Maße von der Leberdurchblutung ab. Eine Steige-rung des hepatischen Blutflusses führt zur Beschleunigung der Plasmaclearence von Lidocain, bei Verminderung des hepatischen Blutflusses ist die Plasma-clearence verlangsamt.
Die Halbwertzeit (HWZ) von Lidocain im Plasma zeigt einen biphasischen Verlauf mit einer initialen HWZ t1/2α von ca. 10 min (Distributionsphase) und einer terminalen HWZ t1/2β von 1,5 – 2 h (Elimi-nationsphase). Die Halbwertzeit ist verlängert bei Neugeborenen (2,9 - 3,3 h), bei Niereninsuffizienz (2 - 3 h), bei Herzinsuffizienz (3 - 8 h) und vor allem bei Leberinsuffizienz (3 - 19 h).
Die Halbwertzeiten der Metabolite betragen für MEGX 2 h und für GX 10 h; bei Niereninsuffizienz muss mit einer verlängerten HWZ und einer Kumulation von GX im Plasma gerechnet werden.
5 – 10 % des Lidocains werden unverändert im Urin ausgeschieden, der Rest in Form der Metabolite. Der Hauptmetabolit im Urin ist 4-Hydroxy-2,6-xylidin (65 %).
Die Plasmaproteinbindung von Lidocain beträgt beim Erwachsenen 60 – 80 %, bei Jugendlichen 20 - 40 %, bei Neugeborenen 25 % und bei Patienten mit Leberzirrhose 40 – 70 %.
Lidocain passiert die Plazenta mittels einfacher Diffusion und erreicht wenige Minuten nach Applika-tion den Feten. Wegen der geringeren Plasmaproteinbindung im fetalen Blut liegt die Konzentration an freiem Lidocain beim 1,4fachen der mütterlichen Konzentration. Das Verhältnis der fetalen zur maternalen Serumkonzentration liegt nach epiduraler Applikation bei 0,5 – 0,7. Nach Infiltration des Perineums und paracervikaler Blockade wurden deutlich höhere Konzentrationen im Nabelschnurblut gemessen. Die Eliminationshalbwertszeit von Lidocain beim Neugeborenen nach Epiduralanästhesie der Mutter beträgt ungefähr drei Stunden, nach Infiltration des Perineums und paracervikaler Blocka-de war Lidocain noch über 48 Stunden im Urin der Neugeborenen nachweisbar.
Lidocain erscheint in der Muttermilch; es wurden ca. 40 % der Konzentration des mütterlichen Blutes gefunden.
Pharmazeutische Angaben - Lidocard 2 %
Lidocard B. Braun 2% ist mit natriumhydrogencarbonathaltigen Lösungen und anderen alkalischen Lösungen inkompatibel und darf daher nicht mit diesen gemischt werden.
Lidocainhydrochlorid ist in Lösung inkompatibel mit Amphotericin B, Methohexital, Phenytoin, Sulfadiazinen und Cefazolin.
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im ungeöffneten Originalbehältnis
Glasampullen und 10-ml-Polyethylenampullen: 3 Jahre 5-ml-Polyethylenampullen 2 Jahre
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nach Anbruch des Behältnisses
Das Arzneimittel ist nach Öffnen des Behältnisses sofort anzuwenden.
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nach Verdünnung
Aus mikrobiologischen Gründen sollten Mischungen sofort verwendet werden. Falls sie nicht so-fort verwendet werden, liegen Lagerungszeiten und -bedingungen in der Verantwortung des An-wenders. Normalerweise sollten Mischungen mit anderen Komponenten nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C gelagert werden, falls sie nicht unter kontrollierten und validierten asep-tischen Bedingungen hergestellt wurden.
Lidocard B. Braun 2% in Polyethylenampullen: nicht über 25°C lagern. Lagerungsbedingungen des verdünnten Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.
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Ampullen aus farblosem Glas der Glasart I (Ph. Eur.), Inhalt: 5 ml lieferbar in Packungen zu:
10 × 5 ml
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Ampullen aus farblosem Polyethylen, Inhalt: 5 ml, 10 ml lieferbar in Packungen zu:
20 × 5 ml
20 × 10 ml
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
und sonstige Hinweise zur Handha-bung
Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.
Hinweise zur Handhabung
Nur klare Lösungen in unversehrten Behältnissen verwenden.