Chinin axunio 200 mg Filmtabletten
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Chinin 200 mg
Therapie und Prophylaxe nächtlicher Wadenkrämpfe bei Erwachsenen, wenn diese sehr häufig oder besonders schmerzhaft sind und behandelbare Ursachen der Krämpfe ausgeschlossen wurden und nicht-pharmakologische Maßnahmen die Beschwerden nicht ausreichend lindern können.
Dosierung
Die empfohlene Dosis beträgt 200 mg Chininsulfat (Ph.Eur.) nach dem Abendessen. Die maximale Dosis beträgt 400 mg Chininsulfat (Ph.Eur.) pro Tag.
Es kann bis zu 4 Wochen dauern, bis eine Verringerung der Häufigkeit der Wadenkrämpfe festzustellen ist. Wenn bis dahin keine Besserung eingetreten ist, sollte die Behandlung abgebrochen werden.
Die Behandlung sollte alle 3 Monate unterbrochen werden, um zu prüfen, ob die Fortführung der Behandlung notwendig ist.
Besondere Patientengruppen
Eingeschränkte Nierenfunktion
Die Ausscheidung von Chinin ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion vermindert. Daher sollte die Dosis von Chinin bei Patienten mit leichter und mäßiger Einschränkung der Nierenfunktion angepasst werden. Die Behandlung wird bei Patienten mit schwerer Nierenerkrankung nicht
empfohlen.
Eingeschränkte Leberfunktion
Bei Patienten mit leichter oder mäßiger Einschränkung der Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Die Behandlung ist bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung aufgrund der verminderten Clearance von Chinin bei diesen Patienten nicht angezeigt.
Kinder und Jugendliche
Es liegen keine Daten vor.
Daher sollte Chinin axunio bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit bestehen.
Art der Anwendung
Zum Einnehmen
Die Filmtabletten sollten im Ganzen mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden.
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Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
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Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)
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Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel (Symptom: hämolytische Anämie)
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Myasthenia gravis
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Tinnitus
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Vorschädigungen des Sehnervs
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Unbehandelte Hypokaliämie
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Bradykardie und andere klinisch relevante Herzrhythmusstörungen
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Schwere dekompensierte Herzinsuffizienz (NYHA IV)
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Angeborenes Long QT-Syndrom oder entsprechende Familienanamnese
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Erworbene QT-Intervall-Verlängerung
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Gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die Torsade de pointes hervorrufen und/oder das QT-Intervall verlängern können (siehe Abschnitt 4.5)
Die Entscheidung für eine Behandlung mit Chinin muss auf Basis einer Beurteilung des
Nutzen/Risiko-Verhältnisses unter Berücksichtigung der Wirksamkeit und des Risikos für das Auftreten von schwerwiegenden Nebenwirkungen, wie Thrombozytopenie, erfolgen und in regelmäßigen Abständen überprüft werden.
Der Patient muss während der Anfangsphase der Behandlung engmaschig bezüglich möglicher Nebenwirkungen überwacht werden.
Allergische Reaktionen
Bei der Einnahme von Chinin kann es insbesondere zu Beginn der Behandlung zu allergischen Reaktionen wie Urtikaria, Pruritus, Exanthem, Fieber, Angioödem, Bronchospasmus, Leberfunktionsstörungen und Anaphylaxie kommen.
Beim Auftreten von Symptomen, die auf eine Thrombozytopenie hinweisen, muss das Arzneimittel sofort abgesetzt werden. Bei Vorliegen einer Chinin-induzierten Thrombozytopenie ist der Patient darauf hinzuweisen, in Zukunft keine chininhaltigen Arzneimittel oder Getränke mehr zu sich zu
nehmen. Patienten müssen über die möglichen Nebenwirkungen aufgeklärt und angewiesen werden, sofort die Behandlung abzusetzen und den Arzt zu informieren, wenn bei ihnen Anzeichen einer
Thrombozytopenie auftreten.
Herzerkrankungen
Chinin hat eine dosisabhängige QT-verlängernde Wirkung. Bei Patienten mit Erkrankungen, die das Auftreten einer QT-Verlängerung begünstigen und bei Patienten mit atrioventrikulärem Block ist Vorsicht geboten.
Herzrhythmusstörungen
Patienten mit vorbestehendem QT-Intervall > 450 ms oder QTc-Intervall > 500 ms unter der Therapie mit Chinin sind von der Behandlung auszuschließen. Treten unter der Behandlung mit Chinin Symptome wie Palpitationen, Schwindel oder Synkopen auf, die Zeichen von Arrhythmien sein
können, ist umgehend eine Untersuchung des Patienten einschließlich EKG und Bestimmung des QTc-Intervalls vorzunehmen.
Bei Risikofaktoren für Elektrolytstörungen wie Diuretika-/Laxanzienmedikation, Erbrechen, Diarrhoe, Anwendung von Insulin in Notfallsituationen, Nierenerkrankungen oder anorektischen Zuständen sind adäquate Laborkontrollen und, falls erforderlich, ein entsprechender Elektrolytausgleich durchzuführen.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d.h., es ist nahezu
„natriumfrei“.
Antazida (Al-, Mg-haltig) können die Chinin-Resorption vermindern.
Mit Cinchona-Alkaloiden kann es zur gegenseitigen Wirkungsverstärkung kommen. Die gleichzeitige Anwendung von Chinidin kann die Möglichkeit einer QT-Verlängerung oder von Cinchonismus erhöhen.
Bei der Anwendung von Chinin zusammen mit Arzneimitteln, die eine Verlängerung des QT-Intervalls verursachen können, ist Vorsicht geboten.
Ebenso stellt jede Begleitmedikation, die das QT-Intervall signifikant verlängert, eine Gegenanzeige für eine Behandlung mit Chinin dar.
Zu diesen Arzneimitteln zählen z. B.:
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Antiarrhythmika der Klasse Ia und III
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Neuroleptika
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Tri- und tetrazyklische Antidepressiva
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Antibiotika (einige Makrolidantibiotika, Fluorchinolone, Imidazol-Antimykotika und Antimalariamittel)
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Einige Zytostatika (z. B. Arsentrioxid)
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Einige nicht-sedierende Antihistaminika (z. B. Terfenadin, Ebastin)
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Opioide (z. B. Methadon)
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Droperidol
Harnalkalisierende Arzneimittel können die Chininausscheidung verzögern. Bei Anstieg des pH-Wertes des Primärharns wird die renale Ausscheidung schwach basischer Substanzen wie Chinin über eine gesteigerte tubuläre Rückresorption vermindert.
Cimetidin verringert die Clearance und verlängert die Eliminationshalbwertszeit von Chinin, da Cimetidin mehrere CYP-450-Enzyme in der Leber hemmt.
Chinin kann die Wirkung von Digitalis-Arzneimitteln, Muskelrelaxanzien und Antikoagulanzien verstärken.
Die Serumkonzentration und Wirkung von Herzglykosiden wie Digoxin können durch Chinin erhöht werden, durch Verminderung der nicht-renalen Clearance von Digoxin.
Die Anwendung von Chinin kann zu einer Erhöhung der Konzentrationen von Phenobarbital und
Carbamazepin führen. Patienten sollten während der gleichzeitigen Anwendung von Chinin zusammen mit diesen Wirkstoffen engmaschig überwacht werden.
Die Wirkung oraler Antikoagulanzien kann verstärkt werden, da Chinin die hepatische Bildung Vitamin-K-abhängiger Blutgerinnungsfaktoren vermindern kann.
Schwangerschaft
Chinin ist plazentagängig. In hohen Dosen ist Chinin beim Menschen wehenfördernd, embryotoxisch und teratogen (Augendefekte und Taubheit).
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Chinin axunio ist während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Stillzeit
Da Chinin in die Muttermilch ausgeschieden wird, ist Chinin axunio während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Fertilität
Mögliche Wirkungen auf die Fertilität sind nicht bekannt.
Chinin axunio hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Bei manchen Patienten kann es zu Sehstörungen kommen. Wenn derartige Symptome auftreten, muss das Arzneimittel sofort abgesetzt werden. Die Patienten dürfen kein Fahrzeug führen und keine
Maschinen bedienen, die eine gute visuelle Wahrnehmung erfordern, bis die Symptome abgeklungen sind und keine Gefahr mehr besteht.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
Sehr häufig (≥ 1/10) Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000) Sehr selten (< 1/10 000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
| Systemorganklasse | Häufigkeit | Nebenwirkung |
| Erkrankungen des Immunsystems | Sehr selten | Überempfindlichkeitsreaktionen,Schleimhautblutungen, Epistaxis undHämatome) u.a.Blutbildveränderungenthrombotischthrombozytopenisches Syndrom(HUS/TTP) |
| Erkrankungen des Auges | Nicht bekannt | Sehstörungen |
| Erkrankungen des Ohrsund des Labyrinths | Sehr selten | Tinnitus, Hörstörungen, Vertigo |
| Herzerkrankungen | Nicht bekannt | Herzrhythmusstörungen, Palpitationen |
| Erkrankungen desGastrointestinaltrakts | Sehr selten | Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe |
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Urtikaria, Exanthem, Lichen planus, Pruritus, Photosensitivität, Fieber, Angioödem, Anaphylaxie, Bronchospasmus
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Thrombozytopenie (Symptome z. B. Petechien, Purpura, Ekchymosen,
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Disseminierte intravasale Gerinnung (DIC)
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Hämatolytisch-urämisches Syndrom, Nierenversagen,
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Leberfunktionsstörungen
Bei Tinnitus, Hör- oder Sehstörungen und Zeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion oder Thrombozytopenie muss Chinin axunio sofort abgesetzt werden (siehe auch Abschnitt 4.4).
Bei hypersensitiven Patienten können gelegentlich bei therapeutischen Chinin-Dosen Symptome eines Cinchonismus auftreten, häufiger treten diese jedoch bei Überdosierung auf (siehe Abschnitt 4.9).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.
Symptome der Intoxikation
Bei hoher Dosierung oder Überdosierung kann sich das Bild des Cinchonismus entwickeln. Die Symptome sind ähnlich denen einer Salicylatvergiftung: Funktionelle Störungen des 8. Hirnnervs mit Tinnitus, Hör- und Gleichgewichtsstörungen. Außerdem kommt es zu Sehstörungen mit Photophobie, Diplopie, Nachtblindheit und eingeschränktem Gesichtsfeld, Skotomen und Mydriasis. In schweren
Fällen ist eine Optikusatrophie beschrieben worden. Bei gastrointestinalen Symptomen dominieren Übelkeit, Erbrechen, abdominaler Schmerz und Diarrhoe. Im Rahmen der ZNS-Symptomatik treten bei schweren Vergiftungsfällen Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Fieber, Erregung und Delirium auf. Die Atmung ist eingeschränkt, so dass eine Zyanose mit Blutdruckabfall und Schwächegefühlen auftritt. Als seltene Komplikationen können hämolytische Anämie und Nierenschädigung mit Anurie und Urämie auftreten.
Bei höheren Dosen können kardiovaskuläre Wirkungen (wie verlängerte QT-Dauer, abgeflachte bis negative T-Wellen) und ZNS-Wirkungen wie Kopfschmerzen, Fieber, Erbrechen, Wahrnehmungsstörungen, Verwirrtheitszustände und Krämpfe auftreten. Gleichfalls kann es zu Amaurose (Mydriasis), Taubheit (obere Frequenzen), Hypoglykämie und Hypokaliämie kommen. Es können eine Verringerung des Muskeltonus, Bradykardie und unter Umständen Nierenschädigungen auftreten. Todesfälle wurden mit Einzeldosen von 2 – 8 g berichtet. In einem Einzelfall kam es zu
einem Todesfall bei 1,5 g, der wahrscheinlich auf idiosynkratische Wirkungen zurückzuführen war. Es sind einige Fälle von Amaurose nach hoher Überdosis von Chinin mit nur teilweiser Rückkehr des Visus bekannt geworden. Tinnitus und Hörstörungen können bei Plasmakonzentrationen über 10
µg/ml auftreten. Dieser Plasmaspiegel wird nach Einnahme von 1 - 2 Tabletten Chinin axunio nicht erreicht, aber bei hypersensitiven Patienten können schon 0,3 g Chinin gelegentlich solche Störungen hervorrufen.
Behandlung von Intoxikationen
Magenspülungen und symptomatische Behandlung. Wiederholte Anwendung von Aktivkohle alle
4 Stunden kann wirksam sein. Blutdruck und Atemverhalten sollten überwacht und falls erforderlich unterstützt werden. Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Nierenfunktion sollten ergriffen werden. EKG-Überwachung: Bei Herzrhythmusstörungen sollte je nach vorliegender Form Orciprenalin,
Betablocker oder Lidocain angewendet werden. Antiarrhythmika sollten jedoch mit Vorsicht angewendet werden, da Chinin Klasse-I-antiarrhythmische Eigenschaften besitzt und es zu
Potenzierungen kommen kann. Es ist theoretisch möglich, dass eine leichte Hypokaliämie das Herz vor toxischen Wirkungen von Chinin schützen kann, so dass lediglich die Korrektur einer schweren Hypokaliämie angebracht sein kann. Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich mit Infusionen sollte gewährleistet sein. Eine Ansäuerung des Urins kann die renale Elimination von Chinin verstärken. Eine forcierte Diurese mit Ansäuerung hat jedoch auf die Chinin-Elimination durch die Nieren eine relativ geringe Wirkung. Peritoneal- und Hämodialyse, Hämoperfusion, Austauschtransfusion und Plasmapherese haben bisher keine entscheidende Wirkung in der Behandlung von Chinin-Überdosierung gezeigt.
Bei Amblyopie sollten Vasodilatatoren und Vitamine (A, B1) angewendet werden. Eine Blockade des Ganglion stellatum hat bisher keine Wirkung auf eine Chinin-induzierte Amaurose gezeigt und kann Komplikationen verursachen.
Pharmakologische Eigenschaften - Chinin 200 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel gegen Störungen des Muskel- und Skelettsystems , Chinin und Derivate
ATC-Code: M09AA
Das Cinchona-Alkaloid Chinin wirkt auf den Muskel über drei Mechanismen:
Es verlängert die Refraktärzeit durch direkte Wirkung auf die Muskelfaser, vermindert die
Erregbarkeit an der motorischen Endplatte so wirksam wie Curare, und beeinflusst die Verteilung von Calcium in den Muskelfasern.
Chinin erhöht die Schwelle für eine Reaktion des Muskels auf einen einzelnen maximalen Reiz. Dies geschieht unabhängig davon, ob der Reiz auf den Muskel direkt oder über den Nerv einwirkt. Chinin kann die Wirkung von Physostigmin auf den Skelettmuskel ähnlich wie Curare antagonisieren. Die Bereitschaft zur tetanischen Kontraktion nimmt ab, was auf eine Verlängerung der Refraktärzeit in der Einzelphase zurückzuführen ist. Die Wirkung ist zellulär mit einer Blockade von Ionenkanälen verbunden.
In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Multizenterstudie mit Parallelgruppen wurden Sicherheit und Wirksamkeit von Chinin in der Behandlung nächtlicher Muskelkrämpfe
nachgewiesen. Nach einer 2-wöchigen Run-In-Periode ohne Behandlung erhielten die Patienten 2 Wochen lang täglich entweder 400 mg Chinin oder Placebo. An die Therapiephase schloss sich eine zweiwöchige behandlungsfreie Wash-Out-Periode an. Primärer Zielparameter war die Verringerung der Anzahl der Muskelkrämpfe zwischen Run-In- und Behandlungsphase. Als sekundäre
Zielparameter wurden die Intensität der Muskelkrämpfe, die Anzahl der Nächte, in denen Krämpfe auftraten, Schlafstörungen sowie die Schmerzintensität erhoben. Bei 36 (80%) Teilnehmern der
Chinin-Gruppe und 26 (53%) Patienten der Placebo-Gruppe ging die Anzahl der Muskelkrämpfe um mindestens 50% zurück. Häufigkeit und Intensität der Krämpfe sowie nächtliche Schmerzen waren unter Chinin signifikant geringer als unter Placebo. Bezüglich der Nebenwirkungen ergaben sich
keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.
Resorption
Chinin wird rasch resorbiert. Die Resorption erfolgt hauptsächlich im oberen Teil des Dünndarms und ist selbst bei Patienten mit starker Diarrhoe weitgehend vollständig. Cinchona-Alkaloide werden in größerem Ausmaß metabolisiert, insbesondere in der Leber. Die Plasmakonzentration von Cinchona-Alkaloiden erreicht ihr Maximum innerhalb von 1 bis 3 Stunden nach einer einzelnen oralen Dosis.
Bei chronischer Anwendung einer täglichen Gesamtdosis von 1 g liegt die mittlere Plasmakonzentration bei etwa 7 µg/ml.
Verteilung
Chinin wird zu ungefähr 70% an Plasmaproteine gebunden. Die Plasmahalbwertszeit liegt bei 11 - 12 Stunden.
Biotransformation
Weniger als 5% einer eingenommenen Dosis werden unverändert über den Urin ausgeschieden. Eine Akkumulation scheint nicht stattzufinden. Die Metaboliten werden über den Urin ausgeschieden, aber geringe Mengen erscheinen auch im Stuhl. Viele Metabolite sind Hydroxyderivate. Die Chinin-Hydroxylierung erfolgt hauptsächlich durch Cytochrom P450 3A4.
Elimination
Die renale Ausscheidung von Chinin ist zweimal so schnell im sauren wie im alkalischen Milieu, was auf einer stärkeren tubulären Rückresorption der Alkaloidbase beruht.
Chinin penetriert die Plazentamembran und geht in fötales Gewebe über.
Tinnitus und Hörstörungen treten nur in Einzelfällen bei einer Plasmakonzentration höher als 10 µg Chinin/ml auf, die bei einer Einnahme von 200 mg bis 400 mg Chininsulfat (Ph.Eur.) täglich nicht erreicht wird.
Pharmazeutische Angaben - Chinin 200 mg
Tablettenkern:
Mikrokristalline Cellulose
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.) Hypromellose
Hochdisperses Siliciumdioxid
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich] Hydriertes Pflanzenöl
Filmüberzug:
Hypromellose
Titandioxid (E171) Macrogol 400
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Durchsichtige PVC//Al-Blisterpackungen, Al//Al-Blisterpackungen oder PVC/PE/PVdC//Al-Blisterpackungen.
Packungen mit 30, 50, 80 oder 100 Filmtabletten
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.