Finascar® 5 mg Filmtabletten
Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
Verschreibungseinschränkungen
Verordnungseinschränkung verschreibungspflichtiger Arzneimittel nach dieser Richtlinie. [4]
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Ja
Darreichungsform
Hersteller
Letzte Aktualisierung der Fachinformation

Mediately App verwenden
Schnellerer Zugriff auf Medikamenteninformationen.
Über 36k bewertungen
Fachinfo - Finascar® 5 mg
Finascar 5 mg Filmtabletten ist zur Behandlung der benignen Prostata-Hyperplasie (BPH) indiziert, um:
-
eine Rückbildung der vergrößerten Prostata zu erreichen, den Harnfluss und BPH-bedingte Symptome zu verbessern.
-
das Risiko einer akuten Harnretention und die Notwendigkeit einer transurethralen Resektion der Prostata (TURP) und einer Prostatektomie zu vermindern.
Finascar 5 mg Filmtabletten sollte bei Patienten mit einer vergrößerten Prostata (Prostatavolumen über ca. 40 ml) angewen-det werden.
Dosierung
Empfohlen wird täglich 1 Filmtablette Finascar (5 mg Finasterid).
Finasterid kann allein oder in Kombination mit dem α-Blocker Doxazosin verabreicht werden (siehe Abschnitt 5.1
Pharmakodynamische Eigenschaften).
Kombinationstherapie mit Doxazosin
Empfohlen wird eine Dosierung von: Finascar: 1 Filmtablette (5 mg Finasterid) täglich
Doxazosin:
Woche 1: 1 mg Doxazosin täglich
Woche 2: 2 mg Doxazosin täglich
Woche 3: 4 mg Doxazosin täglich
Ab Woche 4: 4 mg oder 8 mg Doxazosin täglich
Eine Dosistitration auf mindestens 4 mg Doxazosin täglich ist erforderlich, um das Risiko einer klinischen Progression der BPH signifikant zu reduzieren (MTOPS-Studie siehe 5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften).
Eingeschränkte Leberfunktion
Bisher stehen keine Erkenntnisse über den Einsatz von Finasterid bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion zur Verfügung.
Niereninsuffizienz
Pharmakokinetische Untersuchungen zeigten, dass eine Dosisanpassung bei einer Kreatinin-Clearance von über 9 ml/min/1,73 m2 nicht erforderlich ist. Erkenntnisse über den Einsatz von Finasterid bei dialysepflichtigen Patienten liegen nicht vor.
Ältere Patienten
Die Elimination von Finasterid ist bei Patienten über 70 Jahre geringfügig vermindert. Eine Dosisanpassung ist jedoch nicht erforderlich.
Art der Anwendung
Finascar kann entweder auf nüchternen Magen oder mit einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.
Die Dauer der Anwendung bestimmt der Arzt.
Finascar ist weder für Frauen noch für Kinder angezeigt.
Finascar ist kontraindiziert bei:
-
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
-
Frauen, die schwanger sind oder schwanger sein könnten (siehe 4.6 Schwangerschaft und Stillzeit).
Eine Behandlung mit Finasterid sollte in Abstimmung mit einem Arzt für Urologie erfolgen.
Eine Obstruktion aufgrund eines trilobären Wachstumsmusters der Prostata sollte vor Therapiebeginn ausgeschlossen werden.
Um obstruktive Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, Patienten mit großem Restharnvolumen und/oder stark vermindertem Harnfluss sorgfältig zu überwachen. Die Möglichkeit eines chirurgischen Eingriffs sollte erwogen werden.
Stimmungsänderungen und Depression
Bei Patienten, die mit Finasterid 5 mg behandelt wurden, wurde über Stimmungsänderungen einschließlich depressiver Verstimmung, Depression und, seltener, Suizidgedanken berichtet. Patienten sollten hinsichtlich psychiatrischer Symptome überwacht werden. Wenn solche Symptome auftreten, sollte dem Patienten geraten werden, medizinischen Rat einzuholen.
Wirkungen auf PSA und die Entdeckung von Prostatakarzinomen
Es wurde bisher kein klinischer Nutzen einer Behandlung mit Finascar bei Patienten mit Prostatakarzinom nachgewiesen.
Patienten mit BPH und erhöhten prostataspezifischen Antigen(PSA)-Spiegeln wurden in klinischen Studien mit regelmäßigen PSA-Spiegel-Kontrollen und Prostatabiopsien überwacht. Diese BPH-Studien waren nicht zur Feststellung eines Unterschiedes in der Rate der Prostatakarzinome ausgelegt. In diesen Studien änderte Finascar die Rate der Entdeckung von Prostatakarzinomen nicht. Die Gesamthäufigkeit der Prostatakarzinome bei den Patienten unter Finascar war nicht signifikant unterschiedlich im Vergleich zu der bei Patienten unter Plazebo.
Als Kontrolle vor und regelmäßig während der Behandlung mit Finascar sollte bei Patienten eine digitale rektale Untersuchung zur Früherkennung eines Prostatakarzinoms durchgeführt werden.
Die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Serum wird auch zur Diagnostik eines Prostatakarzinoms verwendet. Im Allgemeinen erfordert ein PSA-Wert > 10 ng/ml (Hybritech) weitere Maßnahmen, eine Biopsie sollte erwogen werden. Bei PSA-Spiegeln zwischen 4 ng/ml und 10 ng/ml sind weitere Kontrollen zu empfehlen. Die PSA-Wert-Bereiche von Männern mit und von Männern ohne Prostatakarzinom können sich deutlich überschneiden. Deshalb schließen bei Patienten mit benigner Prostatahyperplasie (BPH) PSA-Werte im Normbereich ein Prostatakarzinom, ungeachtet einer Behandlung mit Finascar, nicht aus. Auch
Fachinformation______
Finascar® 5 mg Filmtabletten
PSA-Werte < 4 ng/ml schließen ein Prostatakarzinom nicht aus.
Jeder länger anhaltende Anstieg des PSA-Wertes während der Therapie mit Finascar sollte sorgfältig beurteilt werden, auch hinsichtlich der Möglichkeit, dass der Patient die Finascar Tabletten nicht einnimmt.
Der Anteil an freiem PSA ist unter der Therapie mit Finascar nicht signifikant erniedrigt. Das Verhältnis von freiem PSA zu Gesamt-PSA bleibt auch unter der Wirkung von Finascar konstant. Bei Heranziehung des PSA-Quotienten (= freies PSA/Gesamt-PSA) in der Prostatakarzinom-Diagnostik ist daher keine rechnerische Korrektur erforderlich.
Wechselwirkungen mit Labortests Wirkung auf den PSA-Wert
Serum-Konzentrationen von PSA korrelieren
mit dem Alter des Patienten und dem Prostatavolumen, das Prostatavolumen seinerseits korreliert mit dem Alter des Patienten. Bei der Beurteilung der PSA-Werte sollte berücksichtigt werden, dass PSA unter der Therapie mit Finascar um ca. 50 % absinkt. Bei der Mehrzahl der Patienten fällt der PSA-Spiegel innerhalb der ersten Behandlungsmonate rasch ab, danach stabilisiert sich der PSA-Wert auf einen Ausgangswert, der im Mittel der beobachteten Patienten etwa um die Hälfte niedriger liegt als vor Beginn der Behandlung. Daher sollten die PSA-Werte beim typischen Patienten, der mindestens sechs Monate mit Finascar behandelt wurde, verdoppelt werden im Vergleich zu den normalen Werten bei unbehandelten Männern. Dieser Abfall ist für den gesamten Bereich der PSA-Werte vorhersagbar, unterliegt allerdings interindividuell einer Streuung. Eine Analyse von Daten der PSA-Werte von über 3.000 Patienten in einer vierjährigen, doppelblinden, Plazebo-kontrollierten Langzeitstudie mit Finasterid (PLESS = Proscar Long-Term Efficacy and Safety Study) bestätigte, dass bei einem typischen Patienten unter einer mindestens sechsmonatigen Therapie mit Finasterid die PSA-Werte im Vergleich zu den Normalwerten bei unbehandelten Männern verdoppelt werden sollen. Diese Anpassung erhält die Empfindlichkeit und Spezifität der PSA-Bestimmung und ihrer Eignung für die Prostatakarzinom-Aufdeckung.
Brustkrebs bei Männern
In klinischen Studien und nach Markteinführung wurde Brustkrebs bei Männern unter Finasterid 5 mg berichtet.
Ärzte sollten ihre Patienten anweisen, unverzüglich jegliche Veränderungen des Brustgewebes wie Knoten, Schmerzen, Gynäkomastie oder Ausfluss aus der Brustwarze zu berichten.
Leberinsuffizienz
Die Auswirkungen einer Leberinsuffizienz auf die Pharmakokinetik von Finasterid wurden nicht untersucht.
Anwendung bei Kindern
Da Erkenntnisse über den Einsatz von Finasterid bei Kindern nicht zur Verfügung stehen, ist dieser Personenkreis von der Behandlung auszunehmen.
Hilfsstoffe
Finascar enthält Lactose
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Finascar nicht einnehmen.
Finascar enthält Natrium
Finascar enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d. h., es ist nahezu natriumfrei.
Schwangerschaft
Die Anwendung von Finascar ist kontraindiziert bei Frauen, die schwanger sind oder bei denen eine Schwangerschaft
nicht auszuschließen ist (siehe 4.3 Gegenanzeigen).
Durch Finascar wird die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron gehemmt. Wenn Finascar von einer Schwangeren eingenommen wird, kann dies zu Missbildungen der äußeren Geschlechtsorgane männlicher Feten führen.
Finasterid-Exposition – Risiko für männliche Feten
Zerbrochene oder zerstoßene Finascar Filmtabletten sollten von Frauen, speziell des medizinischen Assistenzpersonals, die einem Gefährdungsrisiko unterliegen, wenn sie schwanger oder möglicherweise schwanger sind, nicht berührt werden, da eine Resorption von Finasterid und damit ein potenzielles Risiko für den männlichen Fetus nicht ausgeschlossen werden kann.
Finascar Filmtabletten haben einen Filmüberzug, der bei normaler Handhabung den Kontakt mit der aktiven Substanz verhindert, vorausgesetzt, dass die Filmtabletten nicht zerbrochen oder zerstoßen werden.
Geringe Mengen von Finasterid wurden im Samen von Männern, die 5 mg Finasterid/Tag erhielten, wiedergefunden. Es ist nicht bekannt, ob ein männlicher Fetus, dessen Mutter mit dem Samen eines mit Finasterid behandelten Patienten in Kontakt kommt, geschädigt wird. Wenn die Partnerin des Patienten schwanger ist oder sein könnte, wird empfohlen, dass der Patient den Kontakt seiner Partnerin mit seinem Samen möglichst gering hält.
Stillzeit
Finascar ist nicht für die Anwendung bei Frauen angezeigt.
Es ist nicht bekannt, ob Finasterid in die Muttermilch übergeht.
Es gibt keine Daten, die vermuten lassen, dass Finascar die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Impotenz und verminderte Libido. Bei der Mehrheit der Patienten treten diese Nebenwirkungen zu Beginn der Therapie auf und bilden sich im Verlauf der Therapie zurück.
Fachinformation______
Finascar® 5 mg Filmtabletten
Die Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und/oder nach Markteinführung berichtet wurden, sind in der folgenden Tabelle aufgelistet.
Die Häufigkeit der Nebenwirkungen wird wie folgt definiert:
Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100 bis
<1/10); gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100); selten (≥1/10.000 bis <1/1.000); sehr selten (<1/10.000) und nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Da die Nebenwirkungen, die nach
Markteinführung für Finasterid in
niedrigeren Dosierungen aus Spontanberichten aus einer Population unbestimmter Größe stammen, ist es nicht möglich, ihre Häufigkeit zuverlässig abzuschätzen bzw. einen Kausalzusammenhang mit der Anwendung des Arzneimittels nachzuweisen.
| Systemorgan-Klasse | Nebenwirkungen mit Häufigkeitsangabe |
| Untersuchungen | Häufig: vermindertes Ejakulatvolumen |
| Herzerkrankungen | Nicht bekannt: Palpitationen |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | Gelegentlich: HautausschlagNicht bekannt: Pruritus, Urtikaria |
| Erkrankungen des Immunsystems | Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen, Angioödem (einschließlich Schwellung von Lippen, Zunge, Rachen und Gesicht) |
| Leber- und Gallenerkrankungen | Nicht bekannt: erhöhte Leberwerte |
| Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse | Häufig: ImpotenzGelegentlich: Ejakulationsstörungen, Berührungsempfindlichkeit der Brust, Vergrößerung der BrustIn Einzelfällen ist auch über Sekretion aus der Brustdrüse und im Rahmen von Gynäkomastie über das Auftreten von Knoten in der Brust berichtet worden, die bei einzelnen Patienten operativ entfernt wurden.Nicht bekannt: Hodenschmerzen; Haematospermie; sexuelle Funktionsstörungen (erektile Dysfunktion und Ejakulationsstörungen), die auch nach dem Absetzen der Behandlung andauerten;; Infertilität bei Männern und/oder schlechte Spermienqualität. EineNormalisierung oder Verbesserung der Spermienqualität wurde nach dem Absetzen von Finasterid berichtet. |
| Psychiatrische Erkrankungen | Häufig: verminderte LibidoNicht bekannt: Depression; verminderte Libido, die auch nach dem Absetzen der Behandlung andauerte; Angst, Suizidgedanken |
Zusätzlich wurde in klinischen Studien und nach Markteinführung folgendes berichtet: Brustkrebs beim Mann (siehe 4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung).
Kombinationstherapie mit Doxazosin
Die folgenden Nebenwirkungen wurden häufiger berichtet, wenn Finasterid zusammen mit dem alpha-Rezeptorenblocker Doxazosin angewendet wurde: Asthenie 16,8
% (Plazebo 7,1 %), posturale Hypotonie 17,8
% (Plazebo 8,0 %), Schwindel 23,2 % (Plazebo 8,1 %) und Ejakulationsstörungen 14,1 % (Plazebo 2,3 %).
Laborparameter
Bei der Bestimmung des Spiegels des prostataspezifischen Antigens (PSA) muss berücksichtigt werden, dass der PSA-Wert unter Finascar um ca. 50 % erniedrigt ist (siehe 4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine
kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Webseite: www.bfarm.de anzuzeigen.
Pharmakologische Eigenschaften - Finascar® 5 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe:
4-Azasteroid, 5α-Reduktase-Hemmer, Arzneimittel zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie.
ATC-Code: G04C B01
Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) tritt bei der Mehrzahl der Männer über 50 Jahre auf, und ihre Prävalenz steigt mit höherem Lebensalter. Epidemiologische Untersuchungen lassen vermuten, dass eine Vergrößerung der Prostata mit einem dreifach höheren Risiko für einen Harnverhalt und urologische Operationen assoziiert ist. Bei Männern mit einer vergrößerten Prostata ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von mäßigen bis schweren urologischen Symptomen oder einer Verringerung des Uroflows ebenfalls dreifach höher als bei Männern mit kleinerer Prostata.
Das normale Wachstum der Prostata und ihre Vergrößerung sowie die Entwicklung einer BPH sind abhängig von Dihydrotestosteron (DHT), einem potenten Androgen. Testosteron, das von Hoden und Nebennieren sezerniert wird, wird hauptsächlich in der Prostata, Leber und Haut durch die Typ II 5α-Reduktase rasch zu DHT verstoffwechselt. In diesen Geweben erfolgt anschließend eine Bindung im Zellkern und dadurch die Auslösung der Wirkungen des DHT.
Fachinformation______
Finascar® 5 mg Filmtabletten
Finasterid, der Wirkstoff von Finascar, ist ein kompetitiver Hemmer der humanen Typ II 5α-Reduktase, mit der dieser langsam einen stabilen Enzymkomplex bildet. Der Abbau dieses Komplexes erfolgt sehr langsam (t1/2 ca. 30 Tage). Finasterid erwies sich in vitro und in vivo als ein spezifischer Typ II 5α-Reduktase-Hemmer ohne Affinität zum Androgenrezeptor. Eine Einzeldosis von 5 mg Finasterid führte zu einem raschen Abfall der DHT-Konzentration im Plasma mit einem Maximum des Abfalls nach acht Stunden. Während die Plasmaspiegel von Finasterid schwanken, bleibt der DHT-Plasmaspiegel über 24 Stunden konstant. Dies zeigt, dass die Plasmakonzentrationen von Finasterid und DHT nicht direkt miteinander korrelieren.
Patienten mit BPH erhielten 5 mg Finasterid täglich über vier Jahre. Die DHT-Konzentration wurde dabei um ca. 70 % gesenkt, verbunden mit einer mittleren Reduktion des Prostatavolumens um ca. 20
% (Medianwert), das mittels transrektaler Sonographie gemessen wurde. Zusätzlich wurde auch das prostataspezifische Antigen (PSA) um ca. 50 % seines Ausgangswertes gesenkt. Dies lässt auf einen Rückgang des epithelialen Zellwachstums in der Prostata schließen. Die Reduktion der DHT-Spiegel und die Verkleinerung der hyperplastischen Prostata zusammen mit verminderten PSA-Spiegeln blieben in klinischen Studien von bis zu vier Jahren Therapiedauer erhalten. Die Testosteronspiegel stiegen dabei um etwa 10-20 % an und blieben damit innerhalb des physiologischen Bereichs.
Bei Patienten, die Finasterid 7-10 Tage vor Prostatektomie erhielten, führte Finasterid zu einer Senkung des DHT im Prostatagewebe um ca. 80 %. Die Testosteronkonzentration im Prostatagewebe stieg bis um das 10fache über den Ausgangswert an.
Bei Probanden erreichten die DHT-Spiegel nach Beendigung einer 14-tägigen Einnahme von Finasterid innerhalb von etwa zwei Wochen wieder die Ausgangswerte. Bei Patienten, die drei Monate behandelt wurden, stieg das Prostatavolumen, welches um ca. 20 % verringert war, ca. drei Monate nach Ende der Behandlung wieder annähernd auf den Ausgangswert an.
Finasterid hatte in Plazebo-kontrollierten Studien keinen Einfluss auf die Spiegel von Hydrocortison, Östradiol, Prolaktin, thyreostimulierendem Hormon (TSH) und Thyroxin. Kein klinisch bedeutsamer Effekt
wurde auf das Plasma-Lipidprofil (wie Gesamt-, LDL-, HDL-Cholesterin und Triglyzeride) oder auf die mineralische Knochendichte beobachtet. Bei Patienten, die
12 Monate behandelt wurden, stieg das luteinisierende Hormon (LH) bzw. das follikelstimulierende Hormon (FSH) um etwa 15 % bzw. 9 % an. Diese Werte blieben innerhalb des physiologischen Bereichs. Die durch das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) stimulierten Spiegel von LH und FSH waren nicht verändert; dies bedeutet, dass die hypophysäre Kontrolle der Gonaden nicht beeinträchtigt wird.
Zur Beurteilung von Sperma-Parametern wurde Finasterid über 24 Wochen gesunden Probanden verabreicht. Die Konzentration der Spermien, die Mobilität und die Morphologie der Spermien oder der pH-Wert wurden nicht klinisch relevant beeinflusst. Das Ejakulatvolumen nahm im Median um 0,6 ml ab bei einer gleichzeitigen Reduktion der Gesamtzahl der Spermien pro Ejakulat. Diese Parameter blieben innerhalb des normalen Bereichs und erreichten nach Beendigung der Therapie wieder die Ausgangswerte.
Finasterid hemmt offensichtlich die Metabolisierung der C19- und C21-Steroide und scheint einen Hemmeffekt auf die Aktivität der hepatischen und peripheren Typ II 5α-Reduktase zu haben. Die Metaboliten von DHT im Serum, Androstendiolglucuronid und Androsteronglucuronid, waren ebenfalls signifikant vermindert. Dieses Metabolitenmuster ähnelt dem bei Personen mit hereditärem Typ II 5α-Reduktase-Mangel. Die Betroffenen weisen deutlich erniedrigte DHT-Spiegel und eine kleine Prostata auf. Sie entwickeln keine BPH. Bei ihnen zeigen sich Veränderungen im Urogenitalbereich bei der Geburt und Abweichungen bei biochemischen Parametern. Ansonsten bleibt der Typ II 5α-Reduktase-Mangel ohne klinisch bedeutsame Folgen.
Die Ergebnisse der nachstehend beschriebenen Studien, die ein vermindertes Risiko für einen akuten Harnverhalt und für die Notwendigkeit chirurgischer Interventionen, Linderung der BPH-bedingten Symptome, verstärkten maximalen Harnfluss und ein vermindertes Prostatavolumen zeigten, lassen darauf schließen, dass Finasterid bei Männern mit vergrößerter Prostata ein Aufhalten der BPH-Progression bewirkt.
Eine erste klinische Prüfung von Finasterid (5 mg/Tag) bei Patienten mit BPH-Sympto-men und durch digitale rektale Untersuchung festgestellter Prostatavergrößerung erfolgte in zwei einjährigen Plazebo-kontrollierten, randomisierten Doppelblindstudien der Phase III und in deren fünfjährigen offenen Anschlussstudien. Die zusätzlichen fünf Behandlungsjahre schlossen 234 der 536 Patienten ab, die in den Doppelblindstudien randomisiert der Behandlung mit Finasterid (5 mg/Tag) zugeordnet worden waren; die Auswertung erfolgte anhand der Daten dieser
234 Patienten. Die Zielkriterien der Wirksamkeit waren der Symptomenscore, die maximale Harnflussrate und das Prostatavolumen.
Des Weiteren wurde Finasterid in der Proscar Long-Term Efficacy and Safety Study (PLESS), einer vierjährigen, doppelblinden, randomisierten, Plazebo-kontrollierten Multizenterstudie, geprüft. In dieser Studie wurde untersucht, welche Auswirkungen die Therapie mit Finasterid (5 mg/Tag) auf die Symptome der BPH und die BPH-bezogenen urologischen Ereignisse hat (chirurgische Intervention [z. B. transurethrale Resektion der Prostata, TURP, oder Prostatektomie] oder akuter Harnverhalt, der eine Katheterisierung erfordert). Insgesamt 3.040 Patienten (Alter 45-78 Jahre) mit mäßiggradigen bis schweren BPH-Symptomen und einer durch digitale rektale Untersuchung festgestellten Prostatavergrößerung wurden randomisiert der Behandlung mit Finasterid (n = 1.524) bzw. Plazebo (n = 1.516) zugeführt; 3.016 Patienten waren auswertbar. Insgesamt 1.883 Patienten schlossen die vierjährige Studie ab (1.000 in der Finasterid- und 883 in der Plazebogruppe). Geprüft wurden auch die Wirkungen auf die maximale Harnflussrate und das Prostatavolumen.
Wirkung auf akute Harnretention und die Notwendigkeit chirurgischer Interventionen In der vierjährigen PLESS-Studie wurde bei 13,2 % der Patienten unter Plazebo im Ver-gleich zu 6,6 % der Patienten unter Finasterid ein chirurgischer Eingriff oder eine Katheterisierung wegen eines akuten Harnverhalts erforderlich, wodurch gezeigt wurde, dass im Zeitraum von vier Jahren durch die Gabe von Finasterid das Risiko für eine chirurgische Intervention oder akute Harnretention um insgesamt 51 % verringert wurde. Das Risiko für eine chirurgische Intervention sank unter Finasterid um 55 % (10,1 % unter Plazebo vs. 4,6 % unter Finasterid), das Risiko für eine akute Harnretention wurde um 57 % vermindert
Fachinformation______
Finascar® 5 mg Filmtabletten
(6,6 % unter Plazebo vs. 2,8 % unter Finasterid). Diese Risikoverringerung war schon bei der ersten Nachuntersuchung nach
vier Monaten evident und blieb während der gesamten vierjährigen Studiendauer aufrecht-erhalten (siehe Abb. 1 und 2). In Tabelle 1
sind die Häufigkeiten und die Risikoverringerung urologischer Ereignisse während der Studie zusammengestellt.
Prozentsatz Patienten
Prozentsatz Patienten
Abbildung 1 Prozentsatz Patienten, bei denen ein chirurgischer Eingriff wegen BPH (einschließlich TURP) erfolgteFinasterid Plazebo
Beobachtungszeit (Monate)
Abbildung 2 Prozentsatz Patienten, bei denen ein akuter Harnverhalt (spontan und von anderen Faktoren ausgelöst) auftrat5
Beobachtungszeit (Monate)
Fachinformation______
Finascar® 5 mg Filmtabletten
| Tabelle 1Häufigkeit urologischer Ereignisse und Risikominderung durch Finasterid im Zeitraum von vier Jahren | ||||
| Urologische Ereignisse | Prozentsatz Patienten | Risiko-reduktion | ||
| Plazebo (n = 1.503) | Finasterid 5 mg(n = 1.513) | |||
| Chirurgische Intervention oder akute Harnretention | 13,2 % | 6,6 % | 51 %* | |
| Chirurgische Intervention†TURP | 10,1 %8,3 % | 4,6 %4,2 % | 55 %*49 %* | |
| Akute Harnretention | 6,6 % | 2,8 % | 57 %* | |
| †Eingriff in Zusammenhang mit der BPH*p < 0,001Wirkung auf den Symptomenscore In den beiden einjährigen Phase III-Studien das Prostatavolumen in jährlichen Abständen In den beiden einjährigen Phase III-Studien fand sich schon in der zweiten Woche ein kernspintomographisch untersucht. Bei den fand sich schon in der zweiten Woche eine signifikanter Anstieg der maximalen Patienten unter Behandlung mit Finasterid Verringerung des durchschnittlichen Harnflussrate im Vergleich zum fand sich eine Verringerung des Symptomenscores im Vergleich zum Ausgangswert. Im vierten und im siebten Prostatavolumens, sowohl im Vergleich zum Ausgangswert. Nach sieben und nach zehn Monat dieser Studien wurde ein signifikanter Ausgangswert als auch im Vergleich zu Monaten wurde in diesen Studien eine Anstieg der maximalen Harnflussrate im Plazebo während des gesamten vierjährigen signifikante Besserung der Beschwerden im Vergleich zum Befund unter Plazebo Studienverlaufs. Bei den Patienten dieser Vergleich zum Befund unter Plazebo festgestellt. Diese Wirkung blieb während Untergruppe, bei denen die Therapie festgestellt. In einigen Fällen kam es schon des ersten Studienjahres und während der während der gesamten Studiendauer sehr früh zu einer Besserung der fünfjährigen Verlängerungsstudie aufrecht- fortgeführt wurde, senkte Finasterid das urologischen Symptome, in der Regel war erhalten. Prostatavolumen um 17,9 % (von 55,9 cm3jedoch ein Behandlungszeitraum von sechs zu Beginn auf 45,8 cm3 nach vier Jahren),Monaten erforderlich, um günstige In der vierjährigen PLESS-Studie fand sich während es in der Plazebogruppe zu einer Wirkungen im Sinne einer symptomatischen ab dem vierten Monat ein deutlicher Unter- Zunahme des Prostatavolumens um 14,1 % Besserung festzustellen. Die Besserung der schied zwischen den Behandlungsgruppen kam (von 51,3 cm3 auf 58,5 cm3) (p < 0,001). BPH-Symptome blieb während des ersten zugunsten von Finasterid im Hinblick auf dieStudienjahres und während der fünfjährigen maximale Harnflussrate. Dieser Unterschied Das Prostatavolumen als Prädiktor für denVerlängerungsstudie aufrechterhalten. blieb während der gesamten Studie aufrecht- Therapieerfolgerhalten. Bei Studienbeginn betrug die Eine Metaanalyse aus sieben doppelblinden, In der vierjährigen PLESS-Studie litten die durchschnittliche maximale Harnflussrate in Plazebo-kontrollierten Einjahres-Studien mit Patienten zu Beginn unter mäßiggradigen bis beiden Behandlungsgruppen ca. 11 ml/sek. ähnlichem Studiendesign mit insgesamt schweren Symptomen (im Durchschnitt ca. Bei den Patienten, bei denen die Therapie 4.491 Patienten mit symptomatischer BPH 15 Punkte auf einer Skala mit 0-34 Punkten). über die gesamte Studiendauer fortgeführt zeigte, dass bei den mit Finasterid Bei den Patienten, bei denen die Therapie wurde und bei denen auswertbare behandelten Patienten das Ausmaß der während der gesamten Dauer der Harnflussdaten vorlagen, nahm die maximale Symptomverbesserung und der Erhöhung der vierjährigen Studie fortgeführt wurde, Harnflussrate unter Finasterid um maximalen Harnflussrate bei Patienten mit besserte sich unter Finasterid der durchschnittlich 1,9 ml/sek im Vergleich zu einer vergrößerten Prostata (ab ca. 40 cm3) Symptomenscore um 3,3 Punkte im 0,2 ml/sek unter Plazebo zu. größer waren.Vergleich mit 1,3 Punkten (p < 0,001) unterPlazebo. Eine Besserung des Wirkung auf das Prostatavolumen Wirkung auf die klinische Progression derSymptomenscores war bei den Patienten In den beiden einjährigen Phase III-Studien BPH (Kombination mit Doxazosin)unter Behandlung mit Finasterid schon im betrug das Prostatavolumen beiersten Jahr festzustellen und diese Besserung Studienbeginn im Durchschnitt 40-50 cm3.Die Medical Therapy of Prostatic Symptoms setzte sich bis zum vierten Jahr fort. Bei den In beiden Studien fand sich schon bei der(MTOPS) Studie war eine doppelblinde,Patienten unter Plazebo kam es in einigen ersten Nachuntersuchung nach drei Monaten randomisierte, Plazebo-kontrollierteFällen zwar zu einer Besserung des eine signifikante Verringerung des Multizenterstudie über im Mittel fünf JahreSymptomenscores während des ersten Jahres, Prostatavolumens, sowohl im Vergleich zum mit 3.047 Männern mit symptomatischerdanach jedoch erfolgte eineAusgangswert als auch im Vergleich zu BPH, die randomisiert entweder Finasterid 5 Verschlechterung. Die stärkste Besserung Plazebo. Diese Wirkung blieb während des mg/Tag (n=768), Doxazosin 4 oder 8 mg/Tag des Symptomenscores fand sich meist bei ersten Studienjahres und während der (n=756), die Kombination von Finasterid 5Patienten, bei denen zu Studienbeginn fünfjährigen Verlängerungsstudie auf- mg/Tag mit Doxazosin 4 oder 8 mg/Tagmäßiggradige bis schwere Symptome rechterhalten. (n=786), oder Plazebo (n=737) erhielten.vorgelegen hatten. Die Doxazosindosis wurde wöchentlichIn der vierjährigen PLESS-Studie wurde in erhöht, beginnend von 1 mg, über 2 mg, dann einer Untergruppe von Patienten (n = 284) 4 mg bis hin zu 8 mg. Nur die Patienten, dieWirkung auf die maximale Harnflussrate | ||||
______
Finascar® 5 mg Filmtabletten
eine Dosierung von 4 mg oder 8 mg vertrugen, verblieben in der Studie.
Der primäre Endpunkt war die Zeitdauer von Randomisierung bis zur klinischen Progression der BPH, die definiert wurde als erstmaliges Auftreten von einem der folgenden Ereignisse: ein um ≥ 4 Punkte gesicherter Anstieg im Symptomenscore,
akute Harnretention, BPH-abhängige Niereninsuffizienz (Kreatininanstieg), wiederholte Infektionen der Harnwege oder Urosepsis, oder Inkontinenz.
Im Vergleich zu Plazebo verringerte die Behandlung mit Finasterid, Doxazosin oder der Kombinationstherapie signifikant das Risiko einer klinischen Progression der BPH.
Die Kombinationstherapie reduzierte das Risiko einer klinischen Progression der BPH in signifikant größerem Ausmaß als Finasterid oder Doxazosin allein. Letztere unterschieden sich nicht signifikant (siehe Abb. 3).
Abbildung 3 Kumulative Inzidenz der klinischen Progression einer BPH bei den Behandlungsgruppen25
20 Placebo
Percent with Event
Ereignis 15
(%)
10
5
Finasteride
Doxazosin
Combination
0
0.0 0.5 1.0 1.5 2.0 2.5 3.0 3.5 4.0 4.5 5.0 5.5
Study Time (years)
Studiendauer (Jahre)
Weitere klinische Studien
Aus einer 7-jährigen Plazebo-kontrollierten Studie an 18.882 gesunden Männern (≥ 55 Jahre), mit normalem rektalen Tastbefund und einem PSA ≤ 3,0 ng/ml lagen für 9.060 Männer die Daten einer Nadelbiopsie der Prostata zur Analyse vor. Dabei wurden Prostatakarzinome bei 803 Männern (18,4
%) unter Finasterid und bei 1.147 Männern (24,4 %) unter Plazebo festgestellt.
In der Gruppe unter Finasterid wurden durch die Nadelbiopsie bei 280 Männern (6,4 %) Prostatakarzinome mit einem Gleason-Score zwischen 7-10 entdeckt, in der Plazebo-Gruppe dagegen bei 237 Männern (5,1 %). Zusätzliche Analysen legen nahe, dass die erhöhte Prävalenz von Prostatakarzinomen mit einem schlechteren Differenzierungsgrad in der Gruppe unter Finasterid durch eine systematische Erfassungsabweichung auf Grund der Wirkung von Finasterid auf das
Prostatavolumen erklärt werden kann. Ca. 98
% aller in dieser Studie diagnostizierten Fälle von Prostatakarzinomen wurden bei Diagnosestellung als intrakapsulär klassifiziert (klinisches Stadium T1 oder T2). Die klinische Bedeutung dieser Ergebnisse (Gleason 7-10 Daten) ist unklar.
Diese Informationen könnten für Männer, die derzeit auf Grund einer BPH mit Finasterid therapiert werden, von Bedeutung sein. Finasterid ist nicht zur Verminderung des Risikos der Entwicklung von Prostatakarzinomen indiziert.
Resorption
Plasmaspitzenspiegel werden etwa zwei Stunden nach Einnahme erreicht. Die Resorptionsdauer beträgt 6-8 Stunden. Bezogen auf eine intravenöse Referenzdosis beträgt die Bioverfügbarkeit etwa 80 %.
Diese wird durch Nahrungsaufnahme nicht beeinträchtigt.
Verteilung und Biotransformation
Die Plasma-Proteinbindung liegt bei etwa 93
%. Die Plasma-Clearance beträgt ca. 165 ml/min, das scheinbare Verteilungsvolumen ca. 76 Liter.
In einer Studie mit wiederholten Gaben zeigte sich eine langsame Kumulation geringer Mengen von Finasterid, der Talspiegel liegt bei einer täglichen Gabe von 5 mg im Steady State kontinuierlich bei 8-10 ng/ml.
Nach oraler Gabe von 14C-Finasterid wurden beim Menschen von der verabreichten Dosis 39 % in Form von Metaboliten im Harn und
57 % mit den Faeces ausgeschieden. Praktisch erscheint kein unverändertes Finasterid im Harn. Es wurden bei dieser Untersuchung zwei Metaboliten identifiziert,
Fachinformation______
Finascar® 5 mg Filmtabletten
die nur einen Bruchteil der 5α-Reduktase-Hemmaktivität von Finasterid aufweisen. Finasterid wurde im Liquor (CSF) von Patienten nach einer 7-10-tägigen Behandlung nachgewiesen; es scheint sich jedoch nicht bevorzugt im Liquor anzureichern.
Finasterid wurde auch in der Samenflüssigkeit von Männern nachgewiesen, die eine Dosis von 5 mg/Tag erhielten. Die Menge entsprach höchstens 1/50 bis 1/100 der Mindestdosis (5 µg), die erforderlich ist, um beim Mann den zirkulierenden DHT-Spiegel zu senken.
Elimination
Die mittlere Eliminationshalbwertszeit beträgt ca. 6 Stunden. Die Elimination von Finasterid ist geringfügig erniedrigt bei älteren Patienten.
Die Eliminationshalbwertszeit verlängert sich mit steigendem Alter von etwa 6 Stunden bei Männern von 18-60 Jahren auf ca. 8 Stunden bei Männern über 70. Da dieser Befund ohne klinische Relevanz ist, wird eine Dosisreduktion nicht erforderlich. Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance von 9 bis 55 ml/min/1,73 m2) unterschied sich die charakteristische Kinetik nach einer Einmalgabe von 14C-Finasterid nicht von derjenigen bei Probanden. Auch bei der Proteinbindung gab es keine Unterschiede. Ein Teil der Metaboliten, der sonst über die Nieren ausgeschieden wird, erschien hier in den Faeces. Die vermehrte Ausscheidung über die Faeces kompensiert offenbar die verminderte Ausscheidung der Metaboliten über die Nieren. Eine Dosisanpassung ist bei nicht dialysepflichtigen Patienten mit einer Niereninsuffizienz nicht erforderlich. Erkenntnisse mit Finasterid bei dialysepflichtigen Patienten liegen nicht vor.
Pharmazeutische Angaben - Finascar® 5 mg
Tablettenkern
Lactose-Monohydrat Mikrokristalline Cellulose vorverkleisterte Stärke (aus Mais)
Poly(O-carboxymethyl)stärke, Natriumsalz Magnesiumstearat (Ph. Eur.) Natriumdodecylsulfat
Filmüberzug Hypromellose Mikrokristalline Cellulose
Macrogolstearat Typ I (Ph. Eur.) (EO-Einheiten: x=182)
Für dieses Arzneimittel sind keine besonde-ren Lagerungsbedingungen erforderlich.
und sonstige Hinweise zur Handhabung
Zerstoßene oder zerbrochene Finasterid
Tabletten sollten von Frauen, die schwanger sind oder möglicherweise schwanger werden könnten, wegen der Möglichkeit einer Resorption von Finasterid und dem resultie-renden potenziellen Risiko für den männ-lichen Fetus nicht berührt werden (siehe Abschnitt 4.6).
INHABER DER ZUASSUNG
TAD Pharma GmbH Heinz-Lohmann-Straße 5
27472 Cuxhaven
Tel.: (04721) 606-0
Fax: (04721) 606 333
E-Mail: info@tad.de