Taurolidin Nova 2,0%, Lösung
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Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Nein
Darreichungsform
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Fachinfo - Taurolidin 2,0%
Bei lokaler oder diffuser Peritonitis (Appendicitis perforata) purulenter, sterkoraler oder sonstiger Genese; bei durch anaerobe/aerobe Bakterien bedingten Peritonitiden.
Taurolidin Nova 2,0%, Lösung wird angewendet bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kin-dern ab 6 Jahren.
Dosierung
Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene
In Abhängigkeit vom Schweregrad der Peritonitis sind folgende Mengen während der Operation zu instillieren:
Bei schweren Fällen (diffuse Peritonitis, Appendicitis perforata):
200 ml – 250 ml Taurolidin Nova 2,0%, Lösung
Bei leichten Fällen (lokale Peritonitis):
100 ml Taurolidin Nova 2,0%, Lösung
Prä-, peri- und postoperativ ist die intravenöse Gabe von Antibiotika, außer Vancomycin, möglich.
Kinder und Jugendliche im Alter von 6 - 15 Jahren
Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 – 15 Jahren soll die Dosierung entsprechend dem Alter und Körpergewicht auf 50 ml bis maximal 100 ml Taurolidin Nova 2,0%, Lösung begrenzt werden.
Taurolidin Nova 2,0%, Lösung ist kontraindiziert bei Kindern unter 6 Jahren (siehe Ab-schnitt 4.3).
Art und Dauer der Anwendung
Zur intraoperativen Instillation. Einmalige Anwendung.
Hinweis:
Die Konzentration von Taurolidin in Taurolidin Nova 2,0%, Lösung liegt an der Grenze des Sättigungsbereiches. Eventuelle Auskristallisationen lösen sich durch Erwärmung auf Körpertemperatur wieder auf.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sons-tigen Bestandteile.
-
terminale Niereninsuffizienz
-
Kinder unter 6 Jahren
Die Auslösung einer metabolischen Azidose ist möglich, wenn Taurolidin zusammen mit PVP-Jod, Dakinscher Lösung oder Wasserstoffperoxid angewendet wird.
Bei der intra-operativen Anwendung von Taurolidin kann es, wenn die Narkose nicht tief genug ist um bei der Instillation eventuell auftretende Schmerzen zu unterdrücken, zu Blutdruckabfall oder –anstieg mit entsprechender Pulsfrequenzänderung kommen.
Taurolidin Nova 2,0%, Lösung enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro 200 ml.
Die gleichzeitige systemische Anwendung von Vancomycin ist auszuschließen. Kinder und Jugendliche
Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Taurolidin darf in der Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit nur nach ärztlicher Konsulta-tion und unter strengster Indikationsstellung gegeben werden, wenn keine Alternativthera-pien zur Verfügung stehen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10.000 bis- < 1/1.000) Sehr selten (<1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:
Die Häufigkeit von allergischen Hautreaktionen ist nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:
Während der Anwendung können geringe Reizwirkungen auftreten. Bei wachen Patienten führt die Instillation mit Taurolidin Nova 2,0%, Lösung zu brennenden Schmerzen, die für 1 – 2 Minuten andauern. Ist die Narkose nicht tief genug, können die Schmerzreaktionen zu Blutdruckabfall oder -anstieg mit entsprechenden Pulsveränderungen führen.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Webseite: www.bfarm.de anzuzeigen.
Pharmakologische Eigenschaften - Taurolidin 2,0%
Pharmakotherapeutische Gruppe: Breitband-Chemotherapeutikum ATC-Code: B05CA05
Mikrobiologische Eigenschaften
Taurolidin besitzt eine antibakterielle und eine antiendotoxische Wirksamkeit. Taurolidin ist in vitro wirksam gegen eine Reihe klinisch wichtiger Erreger wie zum Beispiel Streptokokken unterschiedlicher serologischer Gruppen, Pneumokokken, Staphylokokken, Escherichia coli, Acinetobacter, Klebsiella spp., Proteus vulgaris, Proteus mirabilis, Pseudomonas aeruginosa, Pseudomonas cepacia, Serratia marcescens, Salmonella spp., Shigella spp., Mycobacterium tuberculosis, Bacteroides fragilis, Fusobacterium, Clostridium perfringens, Peptostreptcoccus sowie gegen einige Pilze (z. B. Candida albicans, Cryptococcus neoformans, Aspergillus fumigatus, Aspergillus niger, Trichophyton rubrum, Epidermophyton floccosum, Pityrosporum ovale). Die minimalen Hemmkonzentrationen liegen in einem Bereich von 0,3 bis 5 g/l. Durch Zusatz von Blut, Serum oder Eiter wird die Wirkung nicht beeinträchtigt. Über eine Resistenzbildung ist bisher nichts bekannt. Taurolidin wirkt auf gramnegative Keime, ohne daß Endotoxine freigesetzt werden, und entgiftet in vitro und in vivo Exo- und Endotoxine.
Wirkungsmechanismus
Die Angriffspunkte von Taurolidin bei Mikroorganismen sind nur zum Teil bekannt. Neuere In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen unterstützen die These der Zellwand- und Membranschädigung durch Methylolgruppen-Übertragung. Die Oligosaccharid-Peptid-Komplexe der Bakterien werden denaturiert und die Lipopolysaccharide der Endotoxine entgiftet.
Bakteriologie
Gramnegative Keime:
MHK-resp. MBK-Werte zwischen 0,5 – 5 mg/ml.
Aerobacter, Citrobacter, Enterobacter, Escherichia coli, Indolnegative Proteus-Arten, P. mirabilis, Pseudomonas aeruginosa, Salmonella, Serratia marcescens.
Grampositive Keime:
MHK-resp. MBK-Werte zwischen 1 – 2 mg/ml.
Staphylococcus, Streptococcus, Enterococcus, Pneumococcus.
Anaerobier:
MHK-resp. MBK-Werte zwischen 0,03 bis 0,3 mg/ml.
Bacteroides fragilis, Fusobacterium, Clostridium perfringens, Peptostreptococcus anaerobius.
Fungi:
MHK-Werte zwischen 0,3 – 5 mg/ml.
Candida albicans, Cryptococcus neoformans, Aspergillus fumigatus, Aspergillus niger, Trichophytum rubrum, Epidermophytum floccosum, Pityrosporum ovale.
Pharmazeutische Angaben - Taurolidin 2,0%
Povidon, Wasser für Injektionszwecke, Natriumhydroxid-Lösung (4%) (zur pH-Wert Einstellung).
Taurolidin Nova 2,0%, Lösung darf nicht mit PVP-Jod, Dakinscher Lösung oder Wasserstoffperoxid (Oxidationsmittel) gemischt werden. Beim Mischen dieser Lösungen mit Taurolidin Nova 2,0%, Lösung wird der Wirkstoff Taurolidin zu Ameisensäure abgebaut. Bei der Anwendung einer solchen Mischung kann eine metabolische Azidose ausgelöst werden.
Nicht über 25ºC lagern Nicht im Kühlschrank lagern
Angebrochene Flaschen sind zu verwerfen.
Glasflaschen mit:
1 x 100 ml Lösung
1 x 250 ml Lösung
4 x 100 ml Lösung
10 x 100 ml Lösung
10 x 250 ml Lösung
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.