Venlafaxin Aristo® 75 mg Retardkapseln
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Venlafaxin 75 mg
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Behandlung von Episoden einer Major Depression.
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Rezidivprophylaxe von Episoden einer Major Depression.
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Behandlung der generalisierten Angststorung.
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Behandlung der sozialen Angststorung.
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Behandlung der Panikstorung, mit oder ohne Agoraphobie.
Dosierung
Episoden einer Major Depression
Die empfohlene Anfangsdosis betragt fGr retardiertes Venlafaxin 75 mg einmal taglich. Patienten, die nicht auf die Initialdosis von 75 mg/Tag ansprechen, konnen aus Dosiserhohungen bis zu einer maximalen Dosis von 375 mg/Tag Nutzen ziehen. Dosiserhohungen konnen in Abstanden von 2 Wochen oder langer erfolgen. Falls aufgrund der Symptomschwere klinisch angezeigt, konnen Dosiserhohungen in haufigeren, aber nicht geringeren Abstanden als 4 Tagen erfolgen.
Aufgrund des Risikos fGr dosisabhangige Nebenwirkungen sollten Dosiserhohungen nur nach einer klinischen Beurteilung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4). Die niedrigste wirksame Dosis sollte beibehalten werden.
Die Patienten sollten Gber einen ausreichend langen Zeitraum, gewohnlich Gber mehrere Monate oder langer, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmaf3igen Zeitabstanden fallweise neu GberprGft werden. Eine Langzeitbehandlung kann auch bei der Rezidivprophylaxe von Episoden einer Major Depression (MDE) angebracht sein. In den meisten Fallen ist die empfohlene Dosis zur Rezidivprophylaxe der MDE die gleiche wie die, welche wahrend der aktuellen Episode verwendet wurde.
Nach der Remission sollte die antidepressive medikamentose Behandlung Gber mindestens sechs Monate fortgesetzt werden.
Generalisierte Angststдrung
Die empfohlene Anfangsdosis betragt fGr retardiertes Venlafaxin 75 mg einmal taglich. Patienten, die nicht auf die Initialdosis von 75 mg/Tag ansprechen, konnen aus Dosiserhohungen bis zu einer maximalen Dosis von 225 mg/Tag Nutzen ziehen. Dosiserhohungen konnen in Abstanden von 2 Wochen oder langer erfolgen.
Aufgrund des Risikos fGr dosisabhangige Nebenwirkungen sollten Dosiserhohungen nur nach einer klinischen Beurteilung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4). Die niedrigste wirksame Dosis sollte beibehalten werden.
Die Patienten sollten Gber einen ausreichend langen Zeitraum, gewohnlich Gber mehrere Monate oder langer, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmaf3igen Zeitabstanden fallweise neu GberprGft werden.
Soziale Angststдrung
Die empfohlene Anfangsdosis betragt fGr retardiertes Venlafaxin 75 mg einmal taglich. Es gibt keine Belege dafGr, dass hohere Dosen von zusatzlichem Nutzen sind.
Jedoch konnen bei Patienten, die nicht auf die Initialdosis von 75 mg/Tag ansprechen, Dosiserhohungen bis zu einer maximalen Dosis von 225 mg/Tag erwogen werden. Dosiserhohungen konnen in Abstanden von 2 Wochen oder langer erfolgen.
Aufgrund des Risikos fGr dosisabhangige Nebenwirkungen sollten Dosiserhohungen nur nach einer klinischen Beurteilung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4). Die niedrigste wirksame Dosis sollte beibehalten werden.
Die Patienten sollten Gber einen ausreichend langen Zeitraum, gewohnlich Gber mehrere Monate oder langer, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmaf3igen Zeitabstanden fallweise neu GberprGft werden.
Panikstдrung
Es wird empfohlen, eine Dosis von taglich 37,5 mg retardiertem Venlafaxin fGr sieben Tage anzuwenden. Danach sollte die Dosis auf taglich 75 mg erhoht werden. Patienten, die nicht auf die Dosis von 75 mg/Tag ansprechen, konnen aus Dosiserhohungen bis zu einer maximalen Dosis von 225 mg/Tag Nutzen ziehen. Dosiserhohungen konnen in Abstanden von 2 Wochen oder langer erfolgen.
Aufgrund des Risikos fGr dosisabhangige Nebenwirkungen sollten Dosiserhohungen nur nach einer klinischen Beurteilung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4). Die niedrigste wirksame Dosis sollte beibehalten werden.
Die Patienten sollten Gber einen ausreichend langen Zeitraum, gewohnlich Gber mehrere Monate oder langer, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmaf3igen Zeitabstanden fallweise neu GberprGft werden.
Altere Patienten
Allein aufgrund des Alters wird keine spezifische Dosisanpassung von Venlafaxin fGr erforderlich gehalten. Jedoch sollte die Behandlung alterer Personen mit Vorsicht erfolgen (z. B. wegen einer beeintrachtigten Nierenfunktion, der Moglichkeit von Anderungen der Neurotransmitter-Sensitivitat oder -Affinitat, welche wahrend des Alterns auftreten). Es sollte stets die niedrigste wirksame Dosis verwendet und die Patienten sorgfaltig beobachtet werden, wenn eine Dosiserhohung erforderlich ist.
Kinder und Jugendliche
Venlafaxin wird zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen.
Kontrollierte klinische Studien mit Kindern und Jugendlichen mit einer Major Depression konnten eine Wirksamkeit nicht demonstrieren und stGtzen den Gebrauch von Venlafaxin bei diesen Patienten nicht (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Venlafaxin fGr andere Indikationen bei Kindern und Jugendlichen im Alter von unter 18 Jahren sind nicht erwiesen.
Patienten mit eingeschrankter Leberfunktion
Bei Patienten mit leichter oder maf3iger Leberfunktionseinschrankung sollte im Allgemeinen eine Dosisreduktion um 50 % in Betracht gezogen werden. Jedoch kann aufgrund der interindividuellen Variabilitat der Clearance eine individuelle Dosisanpassung erwGnscht sein.
Es liegen limitierte Daten fGr Patienten mit schwerer Leberfunktionseinschrankung vor. Vorsicht ist ratsam und eine Dosisreduktion um mehr als 50 % sollte in Betracht gezogen werden. Bei der Therapie von Patienten mit schwerer Leberfunktionseinschrankung sollte der mogliche Nutzen gegen das Risiko abgewogen werden.
Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion
Obwohl keine Anderung der Dosierung bei Patienten mit einer glomerularen Filtrationsrate (GFR) zwischen 30 und 70 ml/min erforderlich ist, wird zur Vorsicht geraten. Bei hamodialysepflichtigen Patienten sowie Patienten mit schwerer Beeintrachtigung der Nierenfunktion (GFR < 30 ml/min) sollte die Dosis um 50 % reduziert werden. Aufgrund der interindividuellen Variabilitat der Clearance dieser Patienten kann eine individuelle Dosisanpassung erwGnscht sein.
Absetzsymptome bei Beendigung einer Behandlung mit Venlafaxin
Ein plotzliches Absetzen sollte vermieden werden. Bei Beendigung einer Behandlung mit Venlafaxin sollte die Dosis Gber einen Zeitraum von mindestens ein bis zwei Wochen schrittweise reduziert werden, um das Risiko von Absetzerscheinungen zu verringern (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8). Der notwendige Zeitraum fGr eine Dosisreduktion und die zu reduzierende Menge konnen jedoch von der Dosis, der Therapiedauer und dem individuellen Patienten abhangen. Bei einigen Patienten muss das Absetzen moglicherweise sehr allmahlich Gber einen Zeitraum von Monaten oder langer erfolgen.
Wenn nach Dosisverringerung oder Absetzen des Arzneimittels stark beeintrachtigende Absetzerscheinungen auftreten, sollte erwogen werden, die zuletzt eingenommene Dosis erneut
einzunehmen, um diese dann nach Anweisung des Arztes in nunmehr kleineren Schritten zu reduzieren.
Art der Anwendung Zum Einnehmen.
Es wird empfohlen, die retardierten Venlafaxin-Kapseln mit einer Mahlzeit taglich etwa zur gleichen Zeit einzunehmen. Die Kapseln mGssen ganz mit FlGssigkeit geschluckt und dGrfen nicht geteilt, zerdrGckt, zerkaut oder aufgelost werden.
Patienten, die mit schnellfreisetzenden Venlafaxin-Tabletten behandelt werden, konnen auf retardierte Venlafaxin-Kapseln mit der am besten entsprechenden Tagesdosis umgestellt werden. Beispielsweise konnen schnellfreisetzende Venlafaxin-Tabletten 37,5 mg zweimal taglich auf retardierte Venlafaxin-Kapseln 75 mg einmal taglich umgestellt werden. Individuelle Dosisanpassungen konnen erforderlich sein.
Retardierte Venlafaxin-Kapseln enthalten Spharoide, die den Wirkstoff langsam in den Verdauungstrakt abgeben. Der unlosliche Anteil dieser Spharoide wird ausgeschieden und kann in den Fazes sichtbar sein.
-Oberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Eine gleichzeitige Behandlung mit irreversiblen Monoaminooxidase-Inhibitoren (MAOI) ist aufgrund des Risikos eines Serotonin-Syndroms mit Symptomen wie Agitation, Tremor und Hyperthermie kontraindiziert. Die Behandlung mit Venlafaxin darf mindestens 14 Tage nach Beendigung der Behandlung mit einem irreversiblen MAOI nicht eingeleitet werden.
Die Anwendung von Venlafaxin muss mindestens 7 Tage vor Beginn einer Therapie mit einem irreversiblen MAOI beendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
-Oberdosierung
Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, keinen Alkohol zu konsumieren, da dies Auswirkungen auf das ZNS hat und zu einer klinischen Verschlechterung psychischer Erkrankungen sowie zu moglichen unerwGnschten Wechselwirkungen mit Venlafaxin, einschlief3lich ZNS-dampfender Wirkungen, fGhren kann (siehe Abschnitt 4.5). -Ober eine -Oberdosierung von Venlafaxin wurde vor allem in Verbindung mit Alkohol und/oder anderen Arzneimitteln berichtet, darunter auch Falle mit todlichem Ausgang (siehe Abschnitt 4.9).
Verschreibungen von Venlafaxin sollten in der kleinsten, mit einer guten PatientenfGhrung zu vereinbarenden Packungsgrof3e erfolgen, um das Risiko einer -Oberdosierung zu reduzieren (siehe Abschnitt 4.9).
Suizid/Suizidgedanken oder klinische Verschlechterung
Depressive Erkrankungen sind mit einem erhohten Risiko fGr die Auslosung von Suizidgedanken, selbstschadigendem Verhalten und Suizid (suizidbezogene Ereignisse) verbunden. Dieses erhohte Risiko besteht, bis es zu einer signifikanten Linderung der Symptome kommt. Da diese nicht unbedingt schon wahrend der ersten Behandlungswochen auftritt, sollten die Patienten daher bis zum Eintritt einer Besserung engmaschig Gberwacht werden. Die bisherige klinische Erfahrung zeigt, dass das Suizidrisiko zu Beginn einer Behandlung ansteigen kann.
Andere psychiatrische Erkrankungen, fGr die Venlafaxin verschrieben wird, konnen ebenso mit einem erhohten Risiko fGr suizidbezogene Ereignisse einhergehen. Auf3erdem konnen diese Erkrankungen zusammen mit einer depressiven Erkrankung (Episoden einer Major Depression) auftreten. Daher sollten bei Behandlung anderer psychiatrischer Erkrankungen die gleichen Vorsichtsmaf3nahmen eingehalten werden wie bei der Behandlung von depressiven Erkrankungen.
Bei Patienten mit suizidalem Verhalten in der Anamnese oder solchen, die vor der Therapie ausgepragte Suizidabsichten hatten, ist das Risiko fGr die Auslosung von Suizidgedanken oder - versuchen erhoht. Sie sollten daher wahrend der Behandlung besonders sorgfaltig Gberwacht werden. Eine Metaanalyse von placebokontrollierten klinischen Studien zur Anwendung von Antidepressiva bei Erwachsenen mit psychiatrischen Storungen zeigte fGr Patienten unter 25 Jahren, die Antidepressiva einnahmen, ein erhohtes Risiko fGr suizidales Verhalten im Vergleich zu Placebo.
Die Arzneimitteltherapie sollte mit einer engmaschigen -Oberwachung der Patienten, vor allem der Patienten mit hohem Suizidrisiko, insbesondere zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen einhergehen. Patienten (und deren Betreuer) sind auf die Notwendigkeit einer
-Oberwachung hinsichtlich jeder klinischen Verschlechterung, des Auftretens von suizidalem Verhalten oder Suizidgedanken und ungewohnlicher Verhaltensanderungen hinzuweisen. Sie sollten unverzGglich medizinischen Rat einholen, wenn derartige Symptome auftreten.
Kinder und Jugendliche
Venlafaxin Aristo sollte nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden. Suizidale Verhaltensweisen (Suizidversuch und Suizidgedanken) sowie Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivitat, oppositionelles Verhalten und Wut) wurden in klinischen Studien haufiger bei mit Antidepressiva behandelten Kindern und Jugendlichen beobachtet als bei Kindern und Jugendlichen, die mit Placebo behandelt wurden. Sollte aufgrund klinischer Notwendigkeit dennoch die Entscheidung fGr eine Behandlung getroffen werden, ist der Patient im Hinblick auf das Auftreten suizidaler Symptome sorgfaltig zu Gberwachen. DarGber hinaus fehlen Langzeitdaten zur Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen in Bezug auf Wachstum, Reifung sowie kognitive Entwicklung und Verhaltensentwicklung.
Serotonin-Syndrom
Wie bei anderen serotonergen Wirkstoffen kann ein Serotonin-Syndrom, ein potentiell lebensbedrohlicher Zustand, unter Behandlung mit Venlafaxin auftreten, insbesondere bei gleichzeitiger Anwendung von anderen Substanzen, die das serotonerge Neurotransmittersystem beeinflussen konnen (einschlief3lich Triptane, SSRI, SNRI, trizyklische Antidepressiva, Amphetamine, Lithium, Sibutramine, Johanniskraut [Нуpericum perforatum], Opioide [z. B. Buprenorphin, Fentanyl und seine Analoga, Tramadol, Dextromethorphan, Tapentadol, Pethidin, Methadon und Pentazocin]), von medizinischen Wirkstoffen, die den Stoffwechsel von Serotonin beeintrachtigen (z. B. MAOIs wie Methylenblau), von Serotonin-Prakursoren (wie z. B. Tryptophan-Nahrungserganzungsmittel) oder von Antipsychotika oder anderen Dopaminantagonisten (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).
Die Symptome eines Serotonin-Syndroms konnen Anderungen des mentalen Status (z. B. Agitation, Halluzination, Koma), autonome Instabilitat (z. B. Tachykardie, labiler Blutdruck, Hyperthermie), neuromuskulare Abweichungen (z. B. Hyperreflexie, Inkoordination) und/oder gastrointestinale Symptome (z. B. -Obelkeit, Erbrechen, Durchfall) einschlief3en. Das Serotonin-Syndrom in seiner schwersten Form kann dem MNS ahneln, das Hyperthermie, Muskelsteife, autonome Instabilitat mit moglicherweise raschen Schwankungen von Vitalzeichen und Anderungen des seelischen Zustands umfasst.
Falls die gleichzeitige Behandlung mit Venlafaxin und anderen Wirkstoffen, die das serotonerge und/oder dopaminerge Neurotransmittersystem beeinflussen konnen, klinisch gerechtfertigt ist, ist eine sorgfaltige -Oberwachung des Patienten angeraten, insbesondere bei Behandlungsbeginn und Dosiserhohungen.
Die gleichzeitige Anwendung von Venlafaxin mit Serotonin-Prakursoren (wie z. B. Tryptophan-
Nahrungserganzungsmitteln) wird nicht empfohlen.
Wenn ein Serotoninsyndrom vermutet wird, sind je nach der Schwere der Symptome eine Dosisverringerung oder das Absetzen der Behandlung in Erwagung zu ziehen.
Engwinkelglaukom
Unter Venlafaxin kann eine Mydriasis auftreten. Es wird empfohlen, Patienten mit erhohtem Augeninnendruck oder Patienten mit einem Risiko fGr ein akutes Engwinkelglaukom (Winkelblockglaukom) sorgfaltig zu Gberwachen.
Blutdruck
-Ober einen dosisabhangigen Blutdruckanstieg bei Venlafaxin wurde haufig berichtet. Es wurde nach MarkteinfGhrung Gber einige Falle von stark erhohtem Blutdruck berichtet, der eine sofortige Behandlung erforderte. Alle Patienten sollten sorgfaltig auf Bluthochdruck GberprGft und ein schon bestehender Bluthochdruck sollte vor Behandlungsbeginn eingestellt werden. Der Blutdruck sollte nach Behandlungsbeginn und nach Dosiserhohungen regelmaf3ig kontrolliert werden. Vorsicht ist geboten bei Patienten, deren Gesundheitszustand durch eine Erhohung des Blutdrucks beeintrachtigt werden konnte, z. B. bei solchen mit beeintrachtigter kardialer Funktion.
Herzfrequenz
Erhohungen der Herzfrequenz konnen insbesondere bei hoherer Dosierung auftreten. Vorsicht ist geboten bei Patienten, deren Gesundheitszustand durch eine Erhohung der Herzfrequenz beeintrachtigt werden konnte.
Herzerkrankung und Risiko einer Arrhythmie
Venlafaxin wurde nicht bei Patienten mit kGrzlich zurGckliegendem Myokardinfarkt oder instabiler Herzerkrankung evaluiert. Daher sollte es bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden.
Seit MarkteinfGhrung wurde bei Anwendung von Venlafaxin Gber Falle von QTc-Verlangerung, Torsade de Pointes (TdP), ventrikulare Tachykardie und todlich verlaufende Herzrhythmusstorungen berichtet - insbesondere bei -Oberdosierung oder bei Patienten mit erhohtem Risiko fGr QTc-Verlangerung/TdP. Das Risiko-Nutzen-Verhaltnis sollte abgewogen werden, bevor Venlafaxin Patienten mit einem hohen Risiko fGr schwere Herzrhythmusstorungen oder QTc-Verlangerung verordnet wird (siehe Abschnitt 5.1).
Krampfanfalle
Unter der Behandlung mit Venlafaxin konnen Krampfanfalle auftreten. Wie bei allen Antidepressiva sollte die Behandlung mit Venlafaxin bei Patienten mit Krampfanfallen in der Vorgeschichte mit Vorsicht begonnen und die betroffenen Patienten sorgfaltig Gberwacht werden. Die Behandlung sollte bei jedem Patienten beendet werden, bei dem sich Krampfanfalle entwickeln.
Hyponatriamie
Es konnen Falle von Hyponatriamie und/oder das Syndrom der inadaquaten ADH-Sekretion (SIADH) unter Behandlung mit Venlafaxin auftreten. Dies wurde meist bei Patienten mit Volumenmangel oder dehydrierten Patienten berichtet. Bei alteren Patienten, bei Diuretika einnehmenden Patienten sowie Patienten mit anderweitigem Volumenmangel kann das Risiko hierfGr erhoht sein.
Abnorme Blutungen
Arzneimittel, welche die Serotonin-Aufnahme inhibieren, konnen zu einer reduzierten Plattchenfunktion fGhren. Blutungen, die mit der SSRI- und SNRI-Anwendung assoziiert sind, reichten von Ekchymosen, Hamatomen, Epistaxis und Petechien bis hin zu gastrointestinalen und lebensbedrohlichen Blutungen. SSRI/SRNI, einschlief3lich Venlafaxin, konnen das Risiko einer postpartalen Hamorrhagie erhohen (siehe Abschnitte 4.6 und 4.8). Das Risiko von Blutungen kann bei Patienten, die Venlafaxin einnehmen, erhoht sein. Wie bei anderen Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren sollte Venlafaxin bei Patienten mit einer Pradisposition fGr Blutungen, einschlief3lich auf
Antikoagulanzien und Thrombozyten-Aggregationshemmer eingestellte Patienten, vorsichtig angewendet werden.
Serum-Cholesterin
Klinisch relevante Cholesterinspiegelerhohungen wurden bei 5,3 % der mit Venlafaxin behandelten Patienten und 0,0 % der mit Placebo behandelten Patienten beobachtet, die mindestens 3 Monate lang in placebokontrollierten Studien behandelt wurden. Eine Bestimmung des Cholesterinspiegels sollte bei einer Langzeitbehandlung erwogen werden.
Gleichzeitige Gabe von Wirkstoffen zur Gewichtsreduktion
Die Sicherheit und Wirksamkeit einer Behandlung mit Venlafaxin in Kombination mit Wirkstoffen zur Gewichtsreduktion, einschlief3lich Phentermin, sind nicht erwiesen. Eine Kombination von Venlafaxin mit Wirkstoffen zur Gewichtsabnahme wird nicht empfohlen. Venlafaxin ist weder als Mono- noch als Kombinationstherapie fGr die Gewichtsreduktion zugelassen.
Manie/Hypomanie
Eine Manie/Hypomanie kann bei einem kleinen Teil der Patienten mit einer affektiven Storung auftreten, die Antidepressiva einschlief3lich Venlafaxin erhalten haben. Wie bei anderen Antidepressiva auch, sollte Venlafaxin bei Patienten mit bipolarer affektiver Storung in ihrer bzw. der familiaren Vorgeschichte mit Vorsicht verwendet werden.
Aggression
Aggression kann bei einigen Patienten auftreten, die Antidepressiva einschlief3lich Venlafaxin erhalten haben. HierGber wurde zu Behandlungsbeginn, bei Anderungen der Dosis und bei Beendigung der Behandlung berichtet.
Bei Patienten mit Aggression in der Vorgeschichte sollte Venlafaxin, wie andere Antidepressiva auch, mit Vorsicht verwendet werden.
Absetzreaktionen bei Beendigung der Behandlung
Das Auftreten von Absetzreaktionen ist bei Antidepressiva bekannt und die Auswirkungen konnen langwierig und schwerwiegend sein. Suizid/suizidale Gedanken und Aggressionen wurden bei Patienten wahrend Anderungen des Venlafaxin-Dosierungsschemas, einschlief3lich wahrend des Absetzens, beobachtet. Daher sollten Patienten bei einer Dosisreduktion bzw. wahrend des Absetzens engmaschig Gberwacht werden (siehe oben Abschnitt 4.4 „Suizid/Suizidgedanken oder klinische Verschlechterung“ und „Aggression“). Absetzreaktionen treten bei einer Beendigung der Behandlung haufig auf, besonders wenn die Behandlung plotzlich abgebrochen wird (siehe Abschnitt 4.8). In klinischen Studien traten Nebenwirkungen bei Beendigung der Behandlung (wahrend und nach der Dosisreduktion) bei etwa 31 % der Patienten auf, die mit Venlafaxin behandelt wurden und bei 17 % der Patienten, die Placebo einnahmen.
Das Risiko von Absetzreaktionen kann von mehreren Faktoren abhangen, einschlief3lich Dauer der Behandlung, Dosis und Geschwindigkeit der Dosisreduktion. SchwindelgefGhl, Empfindungsstorungen (einschlief3lich Parasthesien), Schlafstorungen (einschlief3lich Schlaflosigkeit und intensiver Traume), Erregtheit oder Angst, -Obelkeit und/oder Erbrechen, Zittern, Kopfschmerzen, Sehbeeintrachtigung und Blutdruckanstieg sind die am haufigsten berichteten Reaktionen. Im Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis maf3ig schwer, bei einigen Patienten konnen sie jedoch schwerwiegend sein. Sie treten normalerweise innerhalb der ersten Tage nach Absetzen der Behandlung auf, aber in sehr seltenen Fallen wurde von solchen Symptomen bei Patienten nach unbeabsichtigtem Auslassen einer Dosis berichtet. Im Allgemeinen bilden sich diese Symptome von selbst zurGck und klingen innerhalb von 2 Wochen ab. Bei einigen Personen konnen sie langer anhalten (2 bis 3 Monate oder langer). Es wird daher empfohlen bei einer Beendigung der Behandlung mit Venlafaxin die Dosis Gber einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten schrittweise zu reduzieren, entsprechend den BedGrfnissen des Patienten (siehe Abschnitt 4.2). Bei einigen Patienten kann das Absetzen Gber Monate oder langer erforderlich sein.
Sexuelle Funktionsstorung
Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)/Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) konnen Symptome einer sexuellen Funktionsstorung verursachen (siehe Abschnitt 4.8). Es wurden langanhaltende sexuelle Funktionsstorungen berichtet, bei denen die Symptome trotz der Absetzung von SSRI/SNRI bestehen blieben.
Akathisie/psychomotorische Unruhe
Die Anwendung von Venlafaxin wurde mit der Entwicklung von Akathisien in Verbindung gebracht, die charakterisiert sind durch eine subjektiv unangenehme oder als qualend erlebte Ruhelosigkeit und Notwendigkeit sich zu bewegen, oft zusammen mit einer Unfahigkeit still zu sitzen oder still zu stehen. Dies tritt am ehesten wahrend der ersten Behandlungswochen auf. FGr Patienten, bei denen solche Symptome auftreten, kann eine Dosiserhohung schadlich sein.
Mundtrockenheit
-Ober Mundtrockenheit wird bei 10 % der mit Venlafaxin behandelten Patienten berichtet. Dies kann das Risiko fGr Karies erhohen und die Patienten sollten auf die Wichtigkeit einer Dentalhygiene hingewiesen werden.
Diabetes
Bei Patienten mit Diabetes kann durch die Behandlung mit SSRI oder Venlafaxin die Blutzuckereinstellung beeinflusst sein. Die Dosierung von Insulin und/oder oralen Antidiabetika muss moglicherweise angepasst werden.
Beeintrachtigung von Urintests
Bei Patienten, die Venlafaxin eingenommen haben, wurden bei Urin-Immuntests falsch-positive Testergebnisse auf Phencyclidin (PCP) und Amphetamine berichtet. Grund dafGr ist die fehlende Spezifitat der Immuntests. Solche falsch-positiven Testergebnisse konnen Gber mehrere Tage nach Absetzen der Venlafaxin-Therapie erwartet werden. Bestatigende Untersuchungen wie z. B. Gaschromatographie/Massenspektrometrie differenzieren Venlafaxin gegenGber PCP und Amphetaminen.
Venlafaxin Aristo 150 mg Retardkapseln enthalten Gelborange S (E110) und Allurarot (E129) Gelborange S (E110) und und Allurarot (E129) konnen allergische Reaktionen hervorrufen.
Monoaminooxidase-Hemmer (MAOI)
lrreversiЬle nicht-selektive MAOl
Venlafaxin darf nicht in Kombination mit irreversiblen nicht-selektiven MAOI angewendet werden. Eine Behandlung mit Venlafaxin darf erst mindestens 14 Tage nach Beendigung einer Behandlung mit einem irreversiblen nicht-selektiven MAOI eingeleitet werden. Die Anwendung von Venlafaxin muss mindestens 7 Tage vor Beginn einer Therapie mit einem irreversiblen nicht-selektiven MAOI beendet sein (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).
ReversiЬler selektiver MAO-A-lnhiЬitor (MocloЬemid)
Aufgrund des Risikos eines Serotonin-Syndroms wird die Kombination von Venlafaxin mit einem reversiblen und selektiven MAOI, z. B. Moclobemid, nicht empfohlen. Nach einer Behandlung mit einem reversiblen MAO-Inhibitor kann vor Beginn einer Behandlung mit Venlafaxin eine Absetzperiode eingesetzt werden, die kGrzer als 14 Tage ist. Es wird empfohlen, Venlafaxin mindestens 7 Tage vor Beginn einer Behandlung mit einem reversiblen MAOI abzusetzen (siehe Abschnitt 4.4).
ReversiЬle nicht-selektive MAOl (Linezolid)
Das Antibiotikum Linezolid ist ein schwacher reversibler und nicht-selektiver MAOI und sollte Patienten, die mit Venlafaxin behandelt werden, nicht gegeben werden (siehe Abschnitt 4.4).
Schwere Nebenwirkungen wurden bei Patienten berichtet, bei denen ein MAOI kurz vor Beginn der Behandlung mit Venlafaxin bzw. Venlafaxin kurz vor Beginn der Behandlung mit einem MAOI abgesetzt wurde. Diese Nebenwirkungen umfassten Tremor, Myoklonus, Schwitzen, -Obelkeit, Erbrechen, Hitzewallungen, SchwindelgefGhl und Fieber mit Merkmalen, die dem malignen neuroleptischen Syndrom ahnelten, Krampfanfalle sowie Todesfalle.
Serotonin-Syndrom
Wie bei anderen serotonergen Wirkstoffen kann unter Behandlung mit Venlafaxin ein Serotonin-Syndrom, ein moglicherweise lebensbedrohlicher Zustand, auftreten; insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme anderer Substanzen, die das serotonerge Neurotransmittersystem beeinflussen konnen (einschlief3lich Triptane, SSRI, SNRI, trizyklische Antidepressiva, Amphetamine, Lithium, Sibutramin, Johanniskraut [Нуpericum perforatum], Opioide [z. B. Buprenorphin, Fentanyl und seine Analoga, Tramadol, Dextromethorphan, Tapentadol, Pethidin, Methadon und Pentazocin]), von Arzneimitteln, die den Serotonin-Stoffwechsel beeintrachtigen (z. B. MAOI wie Methylenblau), von Serotonin-Prakursoren (z. B. Tryptophan-Nahrungserganzungsmittel) oder von Antipsychotika oder anderen Dopaminantagonisten (siehe Abschnitt 4.3 und 4.4.).
Wenn aus klinischen GrGnden eine gleichzeitige Behandlung mit Venlafaxin und einem SSRI, einem SNRI oder einem Serotoninrezeptor-Agonisten (Triptan) notig ist, wird zu einer sorgfaltigen Beobachtung des Patienten besonders zu Beginn der Behandlung und bei Dosiserhohungen geraten. Die gleichzeitige Anwendung von Venlafaxin und Serotonin-Prakursoren (z. B. Tryptophan-Nahrungserganzungsmittel) wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
ZNS-aktive Substanzen
Das Risiko der Anwendung von Venlafaxin in Kombination mit anderen ZNS-aktiven Substanzen wurde nicht systematisch evaluiert. Daher ist Vorsicht ratsam, wenn Venlafaxin in Kombination mit anderen ZNS-aktiven Substanzen eingenommen wird.
Ethanol
Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, keinen Alkohol zu konsumieren, da dies Auswirkungen auf das ZNS hat und zu einer klinischen Verschlechterung psychischer Erkrankungen sowie zu moglichen unerwGnschten Wechselwirkungen mit Venlafaxin, einschlief3lich ZNS-dampfender Wirkungen, fGhren kann.
Substanzen, die das QT-Intervall verlangern
Das Risiko einer QTc-Verlangerung und/oder ventrikularen Arrhythmie (z. B. TdP) ist bei der gleichzeitigen Anwendung mit anderen Substanzen, die das QTc-Intervall verlangern, erhoht. Die gleichzeitige Einnahme mit solchen Substanzen sollte daher vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).
Dies beinhaltet folgende Arzneimittelklassen:
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Klasse-Ia- und -III-Antiarrhythmika (z. B. Chinidin, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid)
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manche Antipsychotika (z. B. Thioridazin)
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manche Makrolide (z. B. Erythromycin)
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manche Antihistaminika
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manche Chinolon-Antibiotika (z. B. Moxifloxacin)
Diese Auflistung ist nicht vollstandig. Auch die gleichzeitige Einnahme von einzelnen anderen Substanzen, die das QT-Intervall signifikant erhohen, sollte vermieden werden.
Wirkung anderer Arzneimittel auf Venlafaxin
Ketoconazol (СУP3A4-lnhiЬitor)
In einer pharmakokinetischen Studie fGhrte die Gabe von Ketoconazol bei CYP2D6-extensiven Metabolisierern (EM) bzw. schwachen Metabolisierern (poor metabolizer = PM) zu einer erhohten AUC von Venlafaxin (70 % bzw. 21 % bei Probanden mit CYP2D6 PM bzw. EM) und von O-
Desmethylvenlafaxin (33 % bzw. 23 % bei Probanden mit CYP2D6 PM bzw. EM). Die gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Atazanavir, Clarithromycin, Indinavir, Itraconazol, Voriconazol, Posaconazol, Ketoconazol, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir, Telithromycin) und Venlafaxin kann die Spiegel von Venlafaxin und O-Desmethylvenlafaxin erhohen. Daher ist Vorsicht ratsam, wenn die Therapie eines Patienten gleichzeitig Venlafaxin und einen CYP3A4-Inhibitor umfasst.
Wirkung von Venlafaxin auf andere Arzneimittel
Lithium
Ein Serotonin-Syndrom kann bei gleichzeitiger Anwendung von Venlafaxin und Lithium auftreten (siehe Serotonin-Sуndrom).
Diazepam
Venlafaxin hat keinen Effekt auf die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Diazepam und seinem aktiven Metaboliten Desmethyldiazepam. Diazepam scheint die pharmakokinetischen Parameter von Venlafaxin oder O-Desmethylvenlafaxin nicht zu beeinflussen. Es ist unbekannt, ob eine pharmakokinetische und/oder pharmakodynamische Interaktion mit anderen Benzodiazepinen besteht.
lmipramin
Venlafaxin beeinflusste die Pharmakokinetik von Imipramin und 2-Hydroxyimipramin nicht. Die AUC von 2-Hydroxydesipramin war dosisabhangig um das 2,5- bis 4,5-Fache erhoht, wenn 75 mg bis 150 mg Venlafaxin taglich gegeben wurden. Imipramin beeinflusste die Pharmakokinetik von Venlafaxin und O-Desmethylvenlafaxin nicht. Die klinische Bedeutung dieser Interaktion ist nicht bekannt. Bei gleichzeitiger Gabe von Venlafaxin und Imipramin ist Vorsicht geboten.
Нaloperidol
Eine pharmakokinetische Studie mit Haloperidol zeigte eine Abnahme der oralen Gesamtclearance um 42 %, eine Zunahme der AUC um 70 %, einen Anstieg von Cmax um 88 %, jedoch keine Anderung der Halbwertszeit fGr Haloperidol. Dies sollte bei gleichzeitig mit Haloperidol und Venlafaxin behandelten Patienten beachtet werden. Die klinische Bedeutung dieser Interaktion ist nicht bekannt.
Risperidon
Venlafaxin erhohte die AUC von Risperidon um 50 %, veranderte jedoch das pharmakokinetische Gesamtprofil des gesamten aktiven Anteils (Risperidon und 9-Hydroxyrisperidon) nicht signifikant. Die klinische Bedeutung dieser Interaktion ist nicht bekannt.
Metoprolol
Die gleichzeitige Anwendung von Venlafaxin und Metoprolol bei gesunden Probanden in einer pharmakokinetischen Interaktionsstudie mit beiden Arzneimitteln fGhrte zu einer Erhohung der Metoprolol-Plasmakonzentration um ca. 30 bis 40 % bei unveranderter Plasmakonzentration des aktiven Metaboliten α-Hydroxy-Metoprolol. Die klinische Relevanz dieser Ergebnisse fGr Patienten mit Bluthochdruck ist nicht bekannt. Metoprolol veranderte das pharmakokinetische Profil von Venlafaxin und seinem aktiven Metaboliten O-Desmethylvenlafaxin nicht. Bei gleichzeitiger Gabe von Venlafaxin und Metoprolol ist Vorsicht geboten.
lndinavir
Eine pharmakokinetische Studie mit Indinavir zeigte eine Abnahme der AUC um 28 % und eine Abnahme von Cmax um 36 % fGr Indinavir. Indinavir beeinflusste die Pharmakokinetik von Venlafaxin und O-Desmethylvenlafaxin nicht. Die klinische Bedeutung dieser Interaktion ist nicht bekannt.
Arzneimittel, die durch Суtochrom-P450-lsoenzуme metaЬolisiert werden
ln-vivo-Studien zeigen, dass Venlafaxin ein relativ schwacher CYP2D6-Inhibitor ist. CYP3A4 (Alprazolam und Carbamazepin), CYP1A2 (Koffein) und CYP2C9 (Tolbutamid) oder CYP2C19 (Diazepam) wurden in-vivo nicht durch Venlafaxin inhibiert.
Orale Kontrazeptiva
Nach MarkteinfGhrung wurde Gber ungewollte Schwangerschaften bei Personen berichtet, die orale Kontrazeptiva einnahmen, wahrend sie mit Venlafaxin behandelt wurden. Es gibt keine eindeutigen Nachweise dafGr, dass es zu diesen Schwangerschaften aufgrund von Wechselwirkungen mit Venlafaxin gekommen ist. Interaktionsstudien mit hormonellen Kontrazeptiva wurden nicht durchgefGhrt.
Schwangerschaft
Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Venlafaxin bei schwangeren Frauen vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizitat gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das potentielle Risiko fGr den Menschen ist nicht bekannt. Venlafaxin darf bei schwangeren Frauen nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen die moglichen Risiken Gberwiegt.
Wie bei anderen Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRI/SNRI) konnen bei Neugeborenen Absetzerscheinungen auftreten, wenn Venlafaxin bis zur oder kurz vor der Geburt angewendet wird. Manche Neugeborene, die Venlafaxin spat im dritten Trimenon exponiert waren, entwickelten Komplikationen, die eine Sondenernahrung, eine UnterstGtzung der Atmung oder einen verlangerten Klinikaufenthalt erforderten. Solche Komplikationen konnen unmittelbar nach der Geburt auftreten.
Beobachtungsdaten weisen auf ein erhohtes Risiko (weniger als das 2-fache) fGr eine postpartale Hamorrhagie infolge einer Exposition gegenGber SSRI/SNRI innerhalb des Monats vor der Geburt hin (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Daten aus epidemiologischen Studien deuten darauf hin, dass die Anwendung von SSRI in der Schwangerschaft, insbesondere im spaten Stadium einer Schwangerschaft, das Risiko fGr das Auftreten einer primaren pulmonalen Hypertonie beim Neugeborenen (PPHN, auch persistierende pulmonale Hypertonie genannt) erhohen kann. Obwohl es keine Studien gibt, die einen Zusammenhang zwischen der Behandlung mit SNRI und dem Auftreten von PPHN untersucht haben, kann dieses potentielle Risiko fGr Venlafaxin nicht ausgeschlossen werden, wenn man den zugehorigen Wirkmechanismus (Inhibition der Wiederaufnahme von Serotonin) berGcksichtigt.
Folgende Symptome konnen bei Neugeborenen beobachtet werden, falls die Mutter SSRI/SNRI in der spaten Schwangerschaft angewendet hat: Reizbarkeit, Zittern, Muskelhypotonie, anhaltendes Schreien, Schwierigkeiten beim Saugen und Schlafen. Diese Symptome konnen entweder fGr serotonerge Effekte oder fGr Expositionssymptome sprechen. In der Mehrzahl der Falle werden diese Komplikationen unmittelbar oder innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt beobachtet.
Stillzeit
Venlafaxin und sein aktiver Metabolit O-Desmethylvenlafaxin gehen in die Muttermilch Gber. Es liegen Post-Marketing-Berichte vor von gestillten Kleinkindern, die Schreien, Reizbarkeit und unnormales Schlafverhalten zeigten. Symptome, wie sie beim Absetzen von Venlafaxin auftreten, wurden ebenfalls nach Abstillen berichtet. Ein Risiko fGr das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Daher sollte die Entscheidung, ob gestillt/abgestillt oder ob die Therapie mit Venlafaxin Aristo fortgesetzt/abgesetzt werden soll, unter BerGcksichtigung der Vorteile des Stillens fGr das Kind und des Nutzens der Therapie mit Venlafaxin Aristo fGr die Mutter getroffen werden.
Fertilitat
Eine reduzierte Fruchtbarkeit wurde in einer Studie beobachtet, in der mannlichen und weiblichen Ratten O-Desmethyl-Venlafaxin verabreicht wurde. Die Bedeutung dieses Ergebnisses fGr den Menschen ist nicht bekannt (siehe Abschnitt 5.3).
Jedes psychoaktive Arzneimittel kann das Urteilsvermogen, das Denkvermogen und die motorischen Fahigkeiten beeintrachtigen. Daher sollte ein Patient, der Venlafaxin erhalt, vor einer Einschrankung seiner Fahigkeit, ein Fahrzeug zu fGhren oder gefahrliche Maschinen zu bedienen, gewarnt werden.
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die als sehr haufig (> 1/10) in klinischen Studien berichteten Nebenwirkungen waren -Obelkeit, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen und Schwitzen (einschlief3lich Nachtschweif3).
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Im Folgenden sind die Nebenwirkungen, geordnet nach Organklassen und der Haufigkeit ihres Auftretens mit abnehmender medizinischer Bedeutung innerhalb der jeweiligen Haufigkeitsgruppe, aufgefGhrt.
Die Häufigkeit ihres Auftretens ist definiert als: Sehr häufig (≥ 1/10), Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), Gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100), Selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000), nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfGgbaren Daten nicht abschatzbar).
| Organsystem | Sehr haufig | Нaufig | Gelegentlich | Selten | Sehr selten | Nicht Ьekannt |
| Erkrankungen des Blutes und des Lymph-systems | Agranulozytos e*, aplastische Anamie*, Panzytopenie*, Neutropenie* | Thrombozytop enie* | ||||
| Erkrankungendes Immunsystems | anaphylaktisch e Reaktionen* | |||||
| Endokrine Erkrankungen | Syndrom der inadaquaten ADH-Sekre-tion (SIADH)* | Prolaktinspieg el erhoht* | ||||
| Stoffwechsel-und Ernahrungs-storungen | Verminderter Appetit | Hyponatriamie* | ||||
| Psychiatrische Erkrankungen | Schlaflosigke it | Verwirrtheit*,Depersonalis ation*, ungewohnlic he Trauminhalte, Nervositat, Libidoabnah-me, Agitiertheit*,Anorgasmie | Manie, Hypomanie, Halluzinatione n, Derealisation, Orgasmusstoru ngen, Bruxismus*, Apathie | Delirium | suizidale Gedanken und suizidales Verhaltena*, Aggressionb |
| Erkrankungen des Nervensystem s | Kopfschmerz enc*, Schwindelge fGhl, Sedierung | Akathisie*, Zittern, Parasthesien, Dysgeusie | Synkope, Myoklonus, beeintrachtigte Balance*, beeintrachtigte Koordination*, Dyskinesien* | malignes neuroleptische s Syndrom (MNS)*,Serotonin-Syndrom*, Krampfanfalle*, Dystonien* | tardive Dyskinesie* | |
| Augenerkrank ungen | Sehstorungen,Akkommoda tionsstorunge n einschlief3lic hverschwom-menemSehen, Mydriasis | Engwinkelglau kom* | ||||
| Erkrankungen des Ohrs unddes Labyrinths | Tinnitus* | Schwindel | ||||
| Herzerkrankun gen | Tachykardie, Palpitationen* | Torsade de pointes*, ventrikulare Tachykardie*, Kammerflimm ern, QT-Verlangerung im EKG* | Stress-Kardiomyopat hie (Takotsubo-Kardiomyopat hie)* | |||
| Gefaf3erkran-kungen | Blutdruckans tieg, Hitzewallungen | orthostatische Hypotonie, Hypotonie | ||||
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums undMediastinums | Dyspnoe*, Gahnen | Interstitielle Pneumonie*, pulmonale Eosinophilie* | ||||
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | -Obelkeit, Mundtrocken heit,Verstopfung | Diarrho*, Erbrechen | gastrointestina le Blutung* | Pankreatitis* | ||
| Leber- und Gallenerkrank ungen | Leberwertvera nderungen* | Hepatitis* | ||||
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautgew ebes | Hyperhidrose* (einschlief3lic h Nachtschwei f3)* | Ausschlag, Juckreiz* | Urtikaria*, Alopezie*, kleinflachige Hautblutung (Ekchymose), Angioodem*,LichtGberempf | Stevens-Johnson-Syndrom*, toxische epidermale Nekrolyse*, |
| indlichkeitsreaktion | Erythemamultiforme* | |||||
| Skelettmuskul atur-, Bindegewebs-und Knochenerkrankungen | Muskelhyper tonie | Rhabdomyolys e* | ||||
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | verzogertes Wasserlassen,Harnverhalt, Pollakisurie* | Harninkontine nz* | ||||
| Erkrankungen der Geschlechts-organe und der BrustdrGse | Menorrhagie*, Metrorrhagie*, erektile Dysfunktionb,Ejakulationss torungenb | postpartale Hamorrhagied* | ||||
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Fatigue, Asthenie, SchGttelfrost* | Schleimhautbl utungen* | ||||
| Untersuchunge n | Gewichtsabn ahme, Gewichtszun ahme, erhohte Cholesterin-werte | verlangerte Blutungsdauer |
* Nebenwirkungen, die nach der Vermarktung auftraten.
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Falle von suizidalen Gedanken oder suizidalem Verhalten wahrend der Therapie mit Venlafaxin oder kurze Zeit nach Beendigung der Behandlung sind berichtet worden (siehe Abschnitt 4.4).
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Siehe Abschnitt 4.4.
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In gepoolten klinischen Studien war die Haufigkeit von Kopfschmerz unter Venlafaxin und unter Placebo ahnlich.
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Dieses Ereignis wurde fGr die therapeutische Klasse der SSRIs/SNRIs berichtet (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).
Absetzen der Behandlung
Das Absetzen von Venlafaxin fGhrt (insbesondere wenn es abrupt geschieht) haufig zu Absetzreaktionen. SchwindelgefGhl, Empfindungsstorungen (einschlief3lich Parasthesien), Schlafstorungen (einschlief3lich Schlaflosigkeit und intensiver Traume), Agitiertheit oder Angst,
-Obelkeit und/oder Erbrechen, Zittern, Schwindel, Kopfschmerzen, Grippe-Syndrom, Sehbeeintrachtigung und Blutdruckanstieg sind die am haufigsten berichteten Reaktionen. Im Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis maf3ig schwer und gehen von selbst zurGck, bei einigen Patienten konnen sie jedoch schwerwiegend sein und/oder langer andauern. Es wird daher geraten, wenn eine Behandlung mit Venlafaxin nicht mehr erforderlich ist, die Dosis schrittweise zu reduzieren. Bei einigen Patienten traten jedoch schwere Aggression und Suizidgedanken auf, wenn die Dosis reduziert wurde bzw. wahrend des Absetzens (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Kinder und Jugendliche
Insgesamt ahnelte das Nebenwirkungsprofil von Venlafaxin (in placebokontrollierten klinischen Studien) bei Kindern und Jugendlichen (im Alter von 6 bis 17 Jahren) dem bei Erwachsenen. Wie bei Erwachsenen wurden verminderter Appetit, Gewichtsabnahme, Blutdruckanstieg und erhohte Cholesterinwerte beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).
In padiatrischen klinischen Studien wurde die Nebenwirkung Suizidgedanken beobachtet. Es wurde vermehrt Gber Feindseligkeit und, speziell bei Major Depression, Gber Selbstverletzung berichtet.
Insbesondere wurden die folgenden Nebenwirkungen bei padiatrischen Patienten beobachtet: Bauchschmerzen, Agitiertheit, Dyspepsie, kleinflachige Hautblutungen, Nasenbluten und Myalgie.
Meldung des Verdachts auf NeЬenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grof3er Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche -Oberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels.
Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fGr Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Seit MarkteinfGhrung wurde Gber -Oberdosierung von Venlafaxin vor allem in Verbindung mit Alkohol und/oder anderen Arzneimitteln berichtet, darunter auch Falle mit todlichem Ausgang. Die am haufigsten bei -Oberdosierung berichteten Ereignisse umfassen Tachykardie, Anderungen des Bewusstseinsgrades (von Schlafrigkeit bis Koma), Mydriasis, Krampfanfalle und Erbrechen. Weitere berichtete Ereignisse schlief3en elektrokardiographische Veranderungen (z. B. Verlangerung der QT-und QRS-Strecke [siehe Abschnitt 5.1], Schenkelblock), Kammertachykardie, Bradykardie, Blutdruckabfall, Hypoglykamie, Schwindel und Todesfalle ein. Bei Erwachsenen konnen nach Einnahme von etwa 3 Gramm Venlafaxin schwere Vergiftungssymptome auftreten.
In publizierten retrospektiven Studien wird berichtet, dass eine -Oberdosierung von Venlafaxin mit einem im Vergleich zu SSRIs hoheren und im Vergleich zu trizyklischen Antidepressiva niedrigeren Risiko fGr einen todlichen Ausgang assoziiert sein kann. Epidemiologische Studien zeigten, dass mit Venlafaxin behandelte Patienten eine hohere Belastung mit Suizid-Risikofaktoren aufwiesen als mit SSRI behandelte Patienten. Inwieweit der Befund des erhohten Risikos fGr einen todlichen Ausgang der Toxizitat von Venlafaxin bei -Oberdosierung bzw. irgendeinem Merkmal der mit Venlafaxin behandelten Patienten beigemessen werden kann, ist unklar.
Empfohlene Therapie
Eine schwere Vergiftung kann eine komplexe Notfallbehandlung und -Oberwachung erfordern. Daher wird bei Verdacht auf eine -Oberdosierung mit Venlafaxin empfohlen, umgehend Kontakt mit z. B. den regionalen Giftnotrufzentralen, Giftinformationszentren oder einem Spezialisten fGr Vergiftungen aufzunehmen.
Empfohlen werden die allgemein Gblichen unterstGtzenden und symptomatischen Maf3nahmen; Herzrhythmus und Vitalparameter sind zu Gberwachen. Wenn die Gefahr einer Aspiration besteht, wird das HerbeifGhren von Erbrechen nicht empfohlen. Eine MagenspGlung kann angezeigt sein, wenn sie frGhzeitig erfolgt, oder bei Patienten mit Intoxikationserscheinungen. Auch durch Gabe von Aktivkohle kann die Resorption des Wirkstoffs begrenzt werden. Forcierte Diurese, Dialyse, Hamoperfusion und Blutaustauschtransfusion sind wahrscheinlich ohne Nutzen. Spezifische Gegenmittel fGr Venlafaxin sind nicht bekannt.
PНARMAKOLOGISCНE EIGENSCНAFTEN
Pharmakologische Eigenschaften - Venlafaxin 75 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Antidepressiva; ATC-Code: N06A X16 Wirkmechanismus
FGr den antidepressiven Wirkmechanismus von Venlafaxin beim Menschen wird angenommen, dass
er mit einer Erhohung der Neurotransmitteraktivitat im Zentralnervensystem assoziiert ist. Praklinische Studien zeigten, dass Venlafaxin und sein aktiver Hauptmetabolit O-Desmethylvenlafaxin (ODV) Inhibitoren der neuronalen Serotonin- und Norepinephrin-Wiederaufnahme sind. Venlafaxin inhibiert auf3erdem die Dopamin-Wiederaufnahme schwach. Venlafaxin und sein aktiver Metabolit reduzieren die f3-adrenerge Ansprechbarkeit bei Einzelgabe (Einzeldosis) und bei chronischer Gabe. Venlafaxin und ODV sind sich in Bezug auf ihre Gesamtwirkung auf die Neurotransmitter- Wiederaufnahme und die Rezeptorbindung sehr ahnlich.
Venlafaxin zeigt im Nagerhirn praktisch keine Affinitat zu muskarinischen, cholinergen, H1-histaminergen oder α1- adrenergen Rezeptoren in vitro. Eine pharmakologische Aktivitat an diesen Rezeptoren kann mit verschiedenen mit anderen Antidepressiva beobachteten Nebenwirkungen, z. B. anticholinergen, sedierenden und kardiovaskularen Nebenwirkungen, in Verbindung gebracht werden.
Venlafaxin weist keine inhibitorische Aktivitat fGr Monoaminooxidase (MAOI) auf.
ln-vitro-Studien zeigten, dass Venlafaxin praktisch keine Affinitat zu Opiat- oder Benzodiazepinsensitiven Rezeptoren aufweist.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Episoden einer Major Depression
Die Wirksamkeit von schnell freisetzendem Venlafaxin zur Behandlung von Episoden einer Major Depression wurde in fGnf randomisierten, doppelblinden placebokontrollierten Kurzzeitstudien von vier bis sechs Wochen Dauer mit Dosen bis zu 375 mg/Tag nachgewiesen. Die Wirksamkeit von retardiertem Venlafaxin zur Behandlung von Episoden einer Major Depression wurde in zwei placebokontrollierten Kurzzeitstudien von acht bzw. zwolf Wochen Dauer und einem Dosisbereich von 75 bis 225 mg/Tag nachgewiesen.
In einer langer dauernden Studie erhielten erwachsene ambulante Patienten, welche in einer achtwochigen offenen Studie auf retardiertes Venlafaxin (75, 150 oder 225 mg) angesprochen hatten, randomisiert die gleiche Dosis an retardiertem Venlafaxin oder Placebo und wurden Gber bis zu 26 Wochen hinweg auf ein Rezidiv beobachtet.
In einer zweiten Langzeitstudie wurde die Wirksamkeit von Venlafaxin zur Pravention rezidivierender depressiver Episoden Gber einen Zeitraum von 12 Monaten in einer placebokontrollierten doppelblinden klinischen Studie mit erwachsenen ambulanten Patienten mit rezidivierenden Episoden einer Major Depression, die in der vorigen depressiven Episode auf eine Behandlung mit Venlafaxin (100 bis 200 mg/Tag, in zwei Teildosen am Tag) angesprochen hatten, nachgewiesen.
Generalisierte Angststдrung
Die Wirksamkeit von retardiertem Venlafaxin zur Behandlung der generalisierten Angststorung wurde in zwei achtwochigen placebokontrollierten Studien mit fixer Dosierung (75 bis 225 mg/Tag), einer sechsmonatigen placebokontrollierten Studie mit fixer Dosierung (75 bis 225 mg/Tag) und einer sechsmonatigen placebokontrollierten Studie mit flexibler Dosierung (37,5, 75 und 150 mg/Tag) an erwachsenen ambulanten Patienten nachgewiesen.
Wahrend Belege fGr eine -Oberlegenheit gegenGber Placebo auch fGr die Dosis von 37,5 mg/Tag vorlagen, war diese Dosis nicht so konsistent wirksam wie die hoheren Dosierungen.
Soziale Angststдrung
Die Wirksamkeit von retardiertem Venlafaxin zur Behandlung der sozialen Angststorung wurde in vier doppelblinden, zwolfwochigen, multizentrischen, placebokontrollierten Studien im Parallelgruppen-Vergleich mit flexibler Dosierung und einer doppelblinden, sechsmonatigen, placebokontrollierten Studie im Parallelgruppen-Vergleich mit fixer/flexibler Dosierung mit erwachsenen ambulanten Patienten nachgewiesen. Die Patienten erhielten Dosen im Bereich von 75 bis 225 mg/Tag. Es gab keine Belege fGr eine hohere Wirksamkeit in der Gruppe mit 150 bis 225 mg/Tag, verglichen mit der Gruppe mit 75 mg/Tag in der sechsmonatigen Studie.
Panikstдrung
Die Wirksamkeit von retardiertem Venlafaxin zur Behandlung der Panikstorung wurde in zwei doppelblinden, zwolfwochigen, multizentrischen, placebokontrollierten Studien mit erwachsenen ambulanten Patienten mit Panikstorung mit oder ohne Agoraphobie nachgewiesen. Die Initialdosis in Studien bei Panikstorung betrug 37,5 mg/Tag Gber 7 Tage. Die Patienten erhielten dann fixe Dosierungen von 75 oder 150 mg/Tag in der einen Studie und 75 oder 225 mg/Tag in der anderen Studie.
Auf3erdem wurde die Wirksamkeit nachgewiesen in einer doppelblinden, placebokontrollierten Langzeitstudie im Parallelgruppen-Vergleich zur Langzeitsicherheit, Wirksamkeit und Rezidivprophylaxe mit erwachsenen ambulanten Patienten, welche auf eine offene Behandlung angesprochen hatten. Die Patienten erhielten weiterhin die gleiche Dosis retardierten Venlafaxins, die sie am Ende der offenen Phase eingenommen hatten (75, 150 oder 225 mg).
Kardiale Elektrophysiologie
In einer umfangreichen QTc-Studie an gesunden Probanden mit einer supratherapeutischen Dosis von 450 mg/Tag (gegeben als zweimal 225 mg pro Tag) verlangerte Venlafaxin das QT-Intervall nicht in klinisch relevantem Ausmaf3. Postmarketing-Falle von QTc-Verlangerung/TdP und ventrikularen Arrhythmien wurden jedoch berichtet, insbesondere bei -Oberdosierung oder bei Patienten mit anderen Risikofaktoren fGr eine QTc-Verlangerung/TdP (siehe Abschnitte 4.4, 4.8 und 4.9).
Venlafaxin unterliegt einer erheblichen Metabolisierung, primar zum aktiven Metaboliten O-Desmethylvenlafaxin (ODV). Die durchschnittlichen Plasmahalbwertszeiten mit Standardabweichung betragen 5 ± 2 Stunden bei Venlafaxin bzw. 11 ± 2 Stunden bei ODV. Die Steady-State-Konzentrationen von Venlafaxin und ODV werden innerhalb von 3 Tagen nach oraler Mehrfachgabe erreicht. Venlafaxin und ODV zeigen eine lineare Kinetik im Dosisbereich von 75 mg und 450 mg/Tag.
Resorption
Mindestens 92 % des Venlafaxins werden nach Gabe oraler Einzelgaben von schnell freisetzendem Venlafaxin resorbiert. Die absolute BioverfGgbarkeit liegt aufgrund des prasystemischen Metabolismus bei 40 % bis 45 %. Nach Gabe von schnell freisetzendem Venlafaxin treten die Plasmaspitzenkonzentrationen von Venlafaxin und ODV innerhalb von 2 bzw. 3 Stunden auf. Nach Gabe von Venlafaxin-Retardkapseln werden die Plasmaspitzenkonzentrationen von Venlafaxin und ODV innerhalb von 5,5 bzw. 9 Stunden erreicht. Werden gleiche Venlafaxin-Dosen entweder als schnell freisetzende Tablette oder als Retardkapsel angewendet, sorgt retardiertes Venlafaxin fGr eine geringere Geschwindigkeit, aber das gleiche Ausmaf3 der Resorption wie die schnell freisetzende Tablette. Nahrung beeinflusst die BioverfGgbarkeit von Venlafaxin oder ODV nicht.
Verteilung
Venlafaxin und ODV werden in therapeutischen Konzentrationen minimal an menschliche Plasmaproteine gebunden (zu 27 % bzw. 30 %). Das Verteilungsvolumen von Venlafaxin betragt im Steady-State 4,4 ± 1,6 l/kg nach intravenoser Gabe.
Biotransformation
Venlafaxin wird in der Leber extensiv metabolisiert. ln-vitro- und in-vivo-Studien deuten darauf hin, dass Venlafaxin zu seinem aktiven Hauptmetaboliten ODV durch CYP2D6 verstoffwechselt wird. ln-
vitro- und in-vivo-Studien deuten darauf hin, dass Venlafaxin durch CYP3A4 zu einem weniger aktiven Nebenmetaboliten, N-Desmethylvenlafaxin, verstoffwechselt wird. ln-vitro- und in-vivo-Studien zeigen, dass Venlafaxin selbst ein schwacher Inhibitor des CYP2D6 ist. Venlafaxin inhibierte CYP1A2, CYP2C9 und CYP3A4 nicht.
Elimination
Venlafaxin und seine Metaboliten werden hauptsachlich Gber die Nieren ausgeschieden. Etwa 87 % einer Venlafaxindosis werden innerhalb von 48 Stunden im Urin entweder als unverandertes Venlafaxin (5 %), als unkonjugiertes ODV (29 %), als konjugiertes ODV (26 %) oder als weitere inaktive Nebenmetaboliten (27 %) ausgeschieden. Die durchschnittliche Plasma-Clearance (± Standardabweichung) von Venlafaxin bzw. ODV im Steady-State ist 1,3 ± 0,6 l/h/kg bzw. 0,4 ± 0,2 l/h/kg.
Besondere Patientengruppen
Alter und Geschlecht
Alter und Geschlecht haben keine signifikanten Auswirkungen auf die pharmakokinetischen Eigenschaften von Venlafaxin und ODV.
Eхtensive/Schwache СУP2Dб-MetaЬolisierer
Die Venlafaxin-Plasmakonzentrationen sind bei schwachen CYP2D6-Metabolisierern hoher als bei extensiven Metabolisierern. Da die Gesamtexposition (AUC) von Venlafaxin und ODV bei schwachen und extensiven Metabolisierern ahnlich ist, besteht keine Notwendigkeit fGr unterschiedliche Venlafaxin-Dosierungsschemata bei diesen beiden Gruppen.
Eingeschrankte LeЬerfunktion
Bei Probanden mit Child-Pugh A (leichte Leberfunktionsstorung) und Child-Pugh B (maf3ige Leberfunktionsstorung) waren die Halbwertszeiten von Venlafaxin und ODV im Vergleich zu normalen Patienten verlangert. Die orale Clearance sowohl von Venlafaxin als auch von ODV war vermindert. Es wurde eine grof3e interindividuelle Variabilitat beobachtet. Es liegen limitierte Daten fGr Patienten mit schwerer Leberfunktionsstorung vor (siehe Abschnitt 4.2).
Eingeschrankte Nierenfunktion
Bei Dialyse-Patienten war die Eliminationshalbwertszeit von Venlafaxin im Vergleich zu normalen Probanden um etwa 180 % verlangert und die Clearance um etwa 57 % vermindert, wahrend die ODV-Eliminationshalbwertszeit um etwa 142 % verlangert und die Clearance um etwa 56 % vermindert war. Eine Dosisanpassung ist erforderlich bei Patienten mit schwerer Beeintrachtigung der Nierenfunktion und bei dialysepflichtigen Patienten (siehe Abschnitt 4.2).
Pharmazeutische Angaben - Venlafaxin 75 mg
Inhalt der Kapsel:
Mikrokristalline Cellulose Povidon K-90
Talkum
Hochdisperses Siliciumdioxid Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich] Ethylcellulose
Copovidon
KapselhGllen
Venlafaхin Aristo 37,5 mg Retardkapseln: Kapselhйlle GrдjЗe 3
Eisen(II,III)-oxid (E172) Eisen(III)-oxid (E172)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H<2>O (E172) Titandioxid (E171)
Gelatine
Venlafaхin Aristo 75 mg Retardkapseln: Kapselhйlle GrдjЗe 1
Eisen(II,III)-oxid (E172) Eisen(III)-oxid (E172) Titandioxid (E171) Gelatine
Bestandteile der SB-1003 rote Druckfarbe fGr 37,5 mg und 75 mg KapselhGlle Schellack
Propylenglykol
Konzentrierte Ammoniaklosung Eisen(III)-oxid (E172)
Venlafaхin Aristo 150 mg Retardkapseln: Kapselhйlle GrдjЗe 0
Brillantblau FCF (E133) Allurarot (E129) Gelborange S (E110) Titandioxid (E171) Gelatine
Bestandteile der SB-0007P weif3e Druckfarbe fGr 150 mg KapselhGlle Schellack
Propylenglykol Natriumhydroxid Povidon Titandioxid (E171)
InkompatiЬilitaten
Nicht zutreffend.
Dauer der НaltЬarkeit
3 Jahre
Besondere Vorsichtsma6nahmen fiir die AufЬewahrung
FGr dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
PVC/ACLAR/Aluminium-Blisterpackungen oder PVC/PVdC/Aluminium-Blisterpackungen Venlafaxin Aristo 37,5 mg Retardkapseln: Packungsgrof3en mit 20, 50 und 100 Hartkapseln, retardiert.
Venlafaxin Aristo 75 mg Retardkapseln: Packungsgrof3en mit 20, 28, 50 und 100 Hartkapseln, retardiert.
Venlafaxin Aristo 150 mg Retardkapseln: Packungsgrof3en mit 20, 28, 50 und 100 Hartkapseln, retardiert. Es werden moglicherweise nicht alle Packungsgrof3en in den Verkehr gebracht.
Besondere Vorsichtsma6nahmen fiir die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.
INНABER DER ZULASSUNG
Aristo Pharma GmbH Wallenroder Straf3e 8-10
13435 Berlin Deutschland
Tel.: +49 30 71094-4200
Fax: +49 30 71094-4250