Tyrosur® Wundheilpuder
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Ja
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Hersteller
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Fachinfo - Tyrosur®
Tyrosur® Wundheilgel:
Zur lindernden Behandlung von kleinflächigen, oberflächlichen, wenig nässenden Wunden mit bakterieller Superinfektion mit Tyrothricin-empfindlichen Erregern wie z.B. Riss-, Kratz-, Schürfwunden.
Tyrosur® Wundheilpuder:
Zur Behandlung von kleinflächigen, oberflächlichen, wenig nässenden Wunden mit bakterieller Superinfektion mit Tyrothricin-empfindlichen Erregern wie z.B. Riss-, Kratz-, Schürfwunden.
Tyrosur® Wundheilgel:
Das Gel wird 2- bis 3-mal täglich in ausreichender Menge aufgetragen, so dass die zu behandelnden Hautpartien mit Gel bedeckt sind. Ein Verband ist bei leichteren Verletzungen oder Hautentzündungen an unbedeckten Körperstellen in der Regel nicht erforderlich. Bei nässenden Wunden empfiehlt sich das Anlegen eines Schutzverbandes, der jeweils nach 1-2 Tagen oder gemäß ärztlicher Anweisung erneuert werden sollte.
Tyrosur® Wundheilpuder:
Tyrosur® Wundheilpuder wird 1- bis 2- mal täglich (morgens und (abends)) dünn auf die zu behandelnden Hautpartien aufgestreut und gegebenenfalls mit Verbandstoff abgedeckt.
Dauer der Anwendung:
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem klinischen Bild.
Sollte nach einer Woche noch keine Besserung eingetreten sein, sollte die Therapie überdacht werden. Ggf. kann ein Erregernachweis angebracht sein.
Tyrosur® Wundheilgel und –Tyrosur® Wundheilpuder dürfen nicht angewandt werden
bei Überempfindlichkeit gegenüber dem wirksamen Bestandteil oder einem der sonstigen Bestandteile.
Tyrosur® Wundheilgel:
Nicht zur Anwendung auf der Nasenschleimhaut; es gibt Berichte, dass dies zur Beeinträchtigung des Geruchsempfindens führen kann.
Tyrosur® Wundheilgel:
-
Vorsicht bei der Anwendung in Augennähe: Tyrosur® darf nicht in die Augen gelangen, da dies zu Brennen führen kann.
-
Das Gel enthält Propylenglycol und kann daher Hautreizungen hervorrufen.
Es sind keine Arzneimittel bekannt, welche die Wirkung von Tyrosur® Wundheilgel oder Puder beeinflussen oder durch die Produkte beeinflusst werden.
Tyrosur® Wundheilgel:
Schwangerschaft
Es liegen keine Daten für die Verwendung von Tyrosur® bei Schwangeren vor. Es sind keine hinreichenden tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität von Tyrothricin und Cetylpyridiniumchlorid durchgeführt worden (s. 5.3). Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Daher soll die Anwendung von Tyrosur® in der Schwangerschaft unterbleiben.
Stillzeit:
Es ist nicht bekannt, ob Tyrothricin oder Cetylpyridiniumchlorid in die Muttermilch übergehen. Daher soll die Anwendung von Tyrothricin in der Stillzeit unterbleiben.
Tyrosur® Wundheilpuder:
Schwangerschaft
Es liegen keine Daten für die Verwendung von Tyrosur® Wundheilpuder bei Schwangeren vor. Es sind keine hinreichenden tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität von Tyrothricin durchgeführt worden (siehe 5.3). Da nicht bekannt ist, wie hoch die systemische Verfügbarkeit von Tyrothricin nach dermaler Anwendung ist, ist bei Gebrauch in der Schwangerschaft Vorsicht geboten. Tyrothricin sollte in der Schwangerschaft nur nach entsprechender Nutzen/Risiko-Abwägung angewendet werden. Prinzipiell sollte Tyrosur® Wundheilpuder in der Schwangerschaft nur kurzfristig und kleinflächig angewendet werden.
Stillzeit
Bei der Anwendung in der Stillzeit ist Vorsicht geboten, da nicht bekannt ist, ob Tyrothricin nach dermaler Anwendung in die Muttermilch gelangt. In der Stillzeit darf Tyrosur® Wundheilpuder nur kleinflächig und kurzfristig angewendet werden. Im Bereich der Brust sollte Tyrosur® Wundheilpuder nicht angewendet werden. Ein Kontakt des Säuglings mit den behandelten Hautstellen ist zu vermeiden.
Häufigkeitsangaben:
Sehr häufig: ≥ 1/10
Häufig: ≥ 1/100 bis < 1/10
Gelegentlich: ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Selten: ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Sehr selten: < 1/10.000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:Tyrosur® Wundheilgel:
-
Sehr selten kann es zu Überempfindlichkeitserscheinungen, wie z.B. Brennen auf der Haut, kommen.
Tyrosur® Wundheilpuder:
-
Sehr selten kann es zu Überempfindlichkeitserscheinungen kommen.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3 D-53175 Bonn
http://www.bfarm.de anzuzeigen.
Pharmakologische Eigenschaften - Tyrosur®
Pharmakotherapeutische Gruppe: Lokalantibiotikum / Antimikrobielles Peptid (AMP) ATC-Code: D06AX08
Tyrothricin ist ein Gemisch verschiedener zyklischer und linearer, antibakteriell wirksamer Polypeptide, die durch den anaeroben sporenbildenden Bacillus brevis endotoxinartig gebildet werden. Das Gemisch enthält zu 70 - 80 % Tyrocidine - basische zyklische Dekapeptide - und zu 20 - 30 % Gramicidine - neutrale lineare Pentadekapeptide.
Der Wirkungsbereich umfasst vorwiegend grampositive Bakterien, aber auch einige gramnegative Bakterien und verschiedene Pilzarten, wie u.a. Candida albicans.
Tyrothricin wirkt dosisabhängig bakteriostatisch oder bakterizid auf folgende Keime:
Hemmwerte in µg/ml
| Staph. aureus MSSA | 4 |
| Staph. aureus MRSA | 4 |
| Staph. haemolyticus | 4 |
| Strept. pyogenes | 0,5 |
| Strept. viridans | 1 - 5 |
| Enterococcus faecalis | 2 |
| Diploc. pneumoniae | 1 |
| Corynebakt. spp. | 2 |
| Clostridia | 0,1 - 10 |
| Candida albicans | 16 |
| Candida parapsilosis | 32 |
Hemmwerte ≥ 50 µg/ml:
Neisseria meningitidis, z.T. Neisseria gonorrhoeae, einige Pilze, Trichomonaden.
Tyrocidin bewirkt eine Freisetzung von stickstoff- und phosphathaltigen Substanzen aus den Bakterienzellen, welche analog den kationischen Detergentien die osmotische Barriere der bakteriellen Zellmembran zerstören. Durch den direkten Angriff an der bakteriellen Zellwand ist die Wirkung nicht auf wachsende oder sich teilende Bakterien beschränkt, woraus sich der bakterizide Effekt des Tyrocidin-Anteils erklärt.
Gramicidine hingegen bilden kationenleitende Kanäle in die bakterielle Zellmembran, was insbesondere infolge Kaliumverlusts zu Veränderungen der intrazellulären Katio-nenkonzentration und schließlich zur Zytolyse führt. Die Gramicidin-Komponente führt ferner zu einer Entkoppelung der Atmungskettenphosphorylierung.
Aufgrund des besonderen Wirkungsmechanismus des Tyrothricins, der bei systemisch verwendeten Antibiotika nicht bekannt ist, wurden Kreuzresistenzen bisher nicht beobachtet.
Bei der Wundbehandlung zeichnet sich Tyrosur® nicht nur durch eine ausgeprägte an-timikrobielle Wirkung, sondern auch durch weitere, den Heilungsprozess begünstigende Eigenschaften aus.
So konnte in klinischen Untersuchungen nachgewiesen werden, dass Tyrosur® durch Reinigung des Wundgrundes wie auch durch die Anregung der Gewebsgranulation und der Epithelisation die Wundheilung beschleunigt.
Pharmazeutische Angaben - Tyrosur®
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, sollten diese Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Tyrosur® Wundheilgel:
3 Jahre.
Nach Öffnung 3 Monate.
Tyrosur® Wundheilpuder:
3 Jahre
Tyrosur® Wundheilpuder:
Nicht über 25°C lagern.
Streudose nach Gebrauch sorgfältig verschließen.
Tyrosur® Wundheilgel:
Nicht über 25°C lagern.
Tyrosur® Wundheilgel:
Aluminiumtube
Originalpackungen mit 5 g (N 1) Gel. Originalpackungen mit 25 g (N 3) Gel.
Tyrosur® Wundheilpuder:
Streudose aus Kunstststoff Originalpackungen mit 5 g (N 1) Puder. Originalpackungen mit 20 g (N 2) Puder.