SIILTIBCY (0,5 Mikrogramm + 0,5 Mikrogramm)/ml Injektionslösung
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - SIILTIBCY 5 Mikrogramm + 0,5 Mikrogramm
SIILTIBCY wird angewendet bei Erwachsenen und Kindern ab 28 Tagen als diagnostisches Hilfsmittel zum Nachweis von Mycobacterium-tuberculosis-Infektionen und -Erkrankungen.
Dieses Arzneimittel ist ein Diagnostikum.
Dosierung
Die Dosis beträgt 0,1 ml SIILTIBCY.
Spezielle Populationen
Ältere Personen
Es liegen nur begrenzte Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von SIILTIBCY bei Personen ab 65 Jahren vor. Für diese Population ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von SIILTIBCY bei Neugeborenen unter 28 Tagen ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der Anwendung
SIILTIBCY sollte von medizinischem Fachpersonal, welches für die Mantoux-Technik geschult ist, vorbereitet und durch intradermale Injektion verabreicht werden. Das Arzneimittel sollte unter ausreichender Handhygiene und aseptischer Anwendung wie folgt verabreicht werden:
-
0,1 ml von SIILTIBCY mit einer 1-ml-Spritze mit Kurzschliffnadel aufziehen. Vor dem Aufziehen von SIILTIBCY aus der Mehrdosen-Durchstechflasche muss die Luft aus der Spritze entfernt werden. Wenn die Durchstechflasche bereits geöffnet wurde, vor der Anwendung mit einem Alkoholtupfer abtupfen und trocknen lassen.
-
0,1 ml SIILTIBCY intradermal im mittleren Drittel des Unterarms mittels Mantoux-Technik
verabreichen. Die Haut sollte daher leicht gedehnt und die Nadel fast parallel zur Hautoberfläche mit dem Schliff nach oben gehalten werden. Die Nadelspitze in die oberflächliche Schicht der Dermis einführen. Es muss sichergestellt sein, dass die Nadel während der Injektion durch die Epidermis sichtbar ist. Den Test nicht an Narben, Ausschlägen, Verbrennungen oder Tätowierungen anwenden.
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Die aufgezogene 0,1-ml-Lösung langsam injizieren. Es erscheint eine leicht erbleichte Papel
von 8 bis 10 Millimeter (mm) Durchmesser, die nach ca. 10 Minuten verschwinden sollte. Wenn die Papel nicht erscheint, am anderen Arm oder am selben Arm mindestens 4 cm von der ersten Injektionsstelle entfernt eine erneute Injektion von 0,1 ml SIILTIBCY verabreichen.
Messung der Reaktion
Intradermal injiziertes SIILTIBCY kann eine Verhärtung an der Injektionsstelle verursachen. Die Verhärtung ist als erhabener Bereich mit klar definiertem Rand an der und um die Injektionsstelle herum zu erkennen. Obwohl sie von einem Erythem begleitet werden kann, sollte nur die Verhärtung gemessen werden.
Die Verhärtung wird 48 bis 72 Stunden nach der Injektion von geschultem medizinischem Fachpersonal gemessen. Den Durchmesser der Verhärtung mit einem Lineal quer zur Längsachse des Unterarms messen. Um die Messung zu erleichtern, wird die Anwendung eines flexiblen (oder leicht biegbaren) Lineals vorgeschlagen.
Normalerweise nehmen die Verhärtung und das Erythem nach 4 Tagen ab und verschwinden innerhalb von 28 Tagen nach der Injektion.
Auswertung
Als positives Testergebnis gilt eine Verhärtung von ≥ 5 mm, die auf eine Infektion mit Mycobacterium tuberculosis hinweist.
Die Interpretation der Hauttestergebnisse sollte den spezifischen Anwendungskontext und die Risikobewertung berücksichtigen und könnte durch Röntgenaufnahmen und andere diagnostische Untersuchungen ergänzt werden.
Die Durchführung eines Tests früher als 6 bis 8 Wochen nach Exposition gegenüber Mycobacterium tuberculosis kann zu einem falsch-negativen Ergebnis führen.
Das Risiko falsch-positiver Testergebnisse kann sich erhöhen, wenn SIILTIBCY innerhalb von
6 Wochen wiederholt wird. Daher sollte zwischen wiederholten Tuberkulose-Hauttests ein Abstand von mindestens 6 Wochen eingehalten werden. Dies kann für Personen relevant sein, die an einem Screening-Programm teilnehmen, wie z. B. Angehörige der Gesundheitsberufe, und für Personen in Kontakt mit aktiven Tuberkulosefällen (z. B. Indexfall).
Wie bei jedem Diagnostikum sind falsch-negative Ergebnisse möglich (Einzelheiten siehe Abschnitt 5.1). Wenn ein negatives Testergebnis ermittelt wird, aber ein starker klinischer Verdacht besteht, sollten weitere Untersuchungen durchgeführt werden.
Die Testergebnisse werden durch eine vorangegangene Impfung mit Bacillus Calmette-Guérin (BCG) nicht beeinflusst.
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Überempfindlichkeit gegen Lactococcus lactis.
Schwere lokale oder systemische Reaktion auf andere von Mycobacterium tuberculosis abgeleitete Wirkstoffe.
Rückverfolgbarkeit
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.
Allgemeine Empfehlungen
Anaphylaxie
Anaphylaktische oder andere allergische Reaktionen sind nach Verabreichung von SIILTIBCY möglich. Während der Durchführung des Tests sollte immer eine geeignete Ausrüstung für den Umgang mit solchen Reaktionen zur Verfügung stehen. Nach dem Test wird eine engmaschige Beobachtung für mindestens 15 Minuten empfohlen.
Anwendungsart
Die Einhaltung der Mantoux-Technik bei der Injektion von SIILTIBCY ist unerlässlich, um zuverlässige Ergebnisse zu erzielen. Eine subkutane oder intramuskuläre Injektion ist daher zu vermeiden.
Spezielle Populationen
Die Reaktivität gegenüber SIILTIBCY kann bei immungeschwächten Personen, einschließlich Empfängern einer immunsuppressiven Therapie, und bei Personen, die positiv für das humane Immundefizienzvirus (HIV) sind, niedriger sein oder falsch-negative Ergebnisse liefern, wenn die Anzahl der CD4-Rezeptor-positiven (CD4+) Thymuszellen (T-Zellen) < 100 T-Zellen/mm3 beträgt. Ein positives Testergebnis zeigt eine Infektion mit Mycobacterium tuberculosis unabhängig von der Anzahl der CD4+ T-Zellen an.
Bei älteren Personen kann ein erhöhtes Risiko für falsch-negative Ergebnisse bestehen, da die Immunseneszenz mit dem Alter zunimmt.
Vorherige Exposition gegenüber nicht-tuberkulösen Mykobakterien
SIILTIBCY identifiziert keine Probanden mit vorheriger Exposition gegenüber nicht-tuberkulösen Mykobakterien oder die eine(n) Bacillus Calmette-Guérin-Impfstoff oder -Therapie erhalten haben, und ist daher für diesen Zweck nicht geeignet.
Diagnose der aktiven Tuberkulose
SIILTIBCY kann nicht als eigenständiges Instrument zur Diagnose einer aktiven Tuberkuloseerkrankung verwendet werden. Darüber hinaus sollten bei Personen, bei denen der Verdacht auf aktive Tuberkulose besteht, eine Risikobewertung, eine Röntgenaufnahme und andere diagnostische Bewertungen in Betracht gezogen werden.
Sonstige Bestandteile
Dieses Arzneimittel enthält Kalium, jedoch weniger als 1 mmol (39 mg) pro Dosis, d. h. es ist nahezu
„kaliumfrei“.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h. es ist nahezu
„natriumfrei“.
Dieses Arzneimittel enthält 0,011 mg Polysorbat 20 pro Dosis entsprechend 0,11 mg/ml. Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Ähnlich wie bei anderen Mycobacterium-tuberculosis-Hauttests kann die Reaktivität gegenüber SIILTIBCY bei Personen, die Corticosteroide oder Immunsuppressiva erhalten, verringert sein.
Eine verminderte Reaktivität kann beobachtet werden, wenn SIILTIBCY nach der Impfung mit Lebendimpfstoffen (z. B. Impfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln) angewendet wird. Diese verminderte Reaktivität kann zu falsch-negativen Reaktionen führen. Daher sollte SIILTIBCY entweder vor oder gleichzeitig mit der Impfung verabreicht oder auf 4 Wochen nach der Impfung verschoben werden.
Unabhängig von der gleichzeitigen Anwendung anderer Arzneimittel deutet ein positives Testergebnis auf eine Infektion mit Mycobacterium tuberculosis hin.
Schwangerschaft
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von SIILTIBCY bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).
Da die systemische Exposition durch SIILTIBCY zu vernachlässigen ist, wird davon ausgegangen, dass während einer Schwangerschaft keine Wirkungen auftreten. SIILTIBCY kann während der Schwangerschaft angewendet werden.
Stillzeit
Es wird angenommen, dass SIILTIBCY keine Auswirkungen auf das gestillte Neugeborene/Kind hat, weil die systemische Exposition der stillenden Frau gegenüber SIILTIBCY vernachlässigbar ist. Der Hauttest kann während der Stillzeit durchgeführt werden.
Fertilität
Es wurden keine tierexperimentellen Studien zu den Auswirkungen von SIILTIBCY auf die Fruchtbarkeit durchgeführt. In Anbetracht der vernachlässigbaren systemischen Exposition des Menschen gegenüber SIILTIBCY sind keine Auswirkungen auf die Fertilität bei männlichen und weiblichen Probanden zu erwarten.
SIILTIBCY hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Das unten dargestellte Sicherheitsprofil basiert auf Daten aus 7 klinischen Studien (TESEC-01 bis TESEC-07), in denen 2 960 Probanden (im Alter von 32 Tagen bis 76 Jahren) SIILTIBCY verabreicht wurde (Tabelle 1).
Die häufigsten Nebenwirkungen waren Jucken an der Injektionsstelle (20 %), Schmerzen an der Injektionsstelle (8 %) und Hämatom an der Injektionsstelle (6 %).
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Die berichteten Nebenwirkungen sind nach folgender Häufigkeit aufgelistet: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Die Nebenwirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklasse (SOC) geordnet. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad dargestellt.
Tabelle 1: Nebenwirkungen, die bei SIILTIBCY berichtet wurden (Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene kombiniert)
| Systemorganklasse | Häufigkeit | Nebenwirkungen |
| Infektionen und parasitäre Erkrankungen | Gelegentlich | Gastroenteritis |
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems | Gelegentlich | Lymphadenopathie |
| Selten | Lymphadenitis | |
| Eosinophilie | ||
| Erkrankungen des Nervensystems | Häufig | Kopfschmerzen |
| Gelegentlich | Schwindelgefühl | |
| Selten | Kopfbeschwerden | |
| Parästhesie | ||
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Gelegentlich | Diarrhoe |
| Übelkeit | ||
| Selten | Erbrechen |
| Systemorganklasse | Häufigkeit | Nebenwirkungen |
| Leber- und Gallenerkrankungen | Selten | Hepatitis |
| Ikterus | ||
| Transaminasen erhöht | ||
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes | Gelegentlich | Ausschlag |
| Pruritus | ||
| Selten | Nächtliche Schweißausbrüche | |
| Urtikaria | ||
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen | Gelegentlich | Schmerz in einer Extremität |
| Selten | Myalgie | |
| Arthritis | ||
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Sehr häufig | Jucken an der Injektionsstelle |
| Häufig | Injektionsstelle Hämatom | |
| Bläschen an der Injektionsstelle | ||
| Verhärtung an der Injektionsstelle# | ||
| Schwellung an der Injektionsstelle | ||
| Schmerzen an derInjektionsstelle | ||
| Ausschlag an der Injektionsstelle | ||
| Erythem an der Injektionsstelle | ||
| Gelegentlich | Ulkus an der Injektionsstelle | |
| Blutung an der Injektionsstelle | ||
| Fieber | ||
| Unwohlsein | ||
| Ermüdung/Fatigue | ||
| Verfärbung an der Injektionsstelle | ||
| Schmerzen | ||
| Grippeähnliche Erkrankung | ||
| Selten | Schmerzen in der Achselgegend | |
| Entzündung an derInjektionsstelle | ||
| Urtikaria an der Injektionsstelle | ||
| Knötchen an der Injektionsstelle | ||
| Papel an der Injektionsstelle | ||
| Schüttelfrost | ||
| Hypästhesie an der Injektionsstelle |
#: Weitere Informationen finden Sie unter „Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“. Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Reaktionen an der Injektionsstelle
Leichte Reaktionen an der Injektionsstelle waren häufig und umfassten Pruritus, Schmerzen, Hämatom, Ausschlag, Bläschen, Verhärtung, Erythem und Schwellung. Verhärtung und Erythem sind erwartete Reaktionen bei Personen, die mit Mycobacterium tuberculosis infiziert sind. Gelegentlich treten Fälle mit einer Verhärtung von mehr als 50 mm und einem Erythem von mehr als 80 mm auf. Reaktionen an der Injektionsstelle waren im Allgemeinen vorübergehend und nahmen normalerweise innerhalb von 4 Tagen ab und verschwanden innerhalb von 28 Tagen.
Spezielle Patientengruppen
Patienten mit HIV-positivem Status zum Zeitpunkt des Screening-Termins wurden in die klinischen Studien mit SIILTIBCY aufgenommen, wenn sie eine antiretrovirale Therapie erhielten, wurden jedoch ausgeschlossen, wenn bei Ihnen ein erworbenes Immunschwächesyndrom (AIDS) diagnostiziert wurde. Basierend auf den verfügbaren Daten schienen Häufigkeit, Art und Schwere der Nebenwirkungen in der HIV-positiven Population insgesamt ähnlich zu sein wie in der allgemeinen erwachsenen Bevölkerung.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheitsbewertung bei Kindern und Jugendlichen basiert auf Daten aus 2 Phase-3-Studien (TESEC-05 und TESEC-06), in denen insgesamt 723 pädiatrische Probanden im Alter von 32 Tagen bis 17 Jahren SIILTIBCY erhielten (siehe Abschnitt 5.1). Insgesamt war das Sicherheitsprofil bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen ähnlich dem in der erwachsenen Bevölkerung beobachteten.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Pharmakologische Eigenschaften - SIILTIBCY 5 Mikrogramm + 0,5 Mikrogramm
Pharmakotherapeutische Gruppe: noch nicht zugewiesen, ATC-Code: noch nicht zugewiesen. Wirkmechanismus
SIILTIBCY enthält zwei rekombinante Mycobacterium-tuberculosis-spezifische Antigene, rdESAT-6 und rCFP-10. Im Falle einer Infektion mit Mycobacterium tuberculosis induziert SIILTIBCY eine verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion, die von Zytokinen geleitet wird, die von Thymus-Helferzellen Typ 1 nach Stimulation durch die in SIILTIBCY enthaltenen spezifischen Antigene freigesetzt werden.
Diese Reaktion wird als Verhärtung an der Injektionsstelle beobachtet. Die Verhärtung erreicht ihr Maximum 48 bis 72 Stunden nach der Verabreichung.
Klinische Wirksamkeit
Die diagnostische Leistung von SIILTIBCY zur Identifizierung von mit Mycobacterium tuberculosis infizierten Personen wurde in 3 zulassungsrelevanten klinischen Studien (TESEC-05, TESEC-06 und TESEC-07; Tabelle 2, Tabelle 3) im Vergleich zu anderen zugelassenen diagnostischen immunologischen Tuberkulose-Tests, d. h. dem tuberkulingereinigten Proteinderivat des Statens Serum Institut (SSI) (PPD RT 23 SSI, im Folgenden als PPD bezeichnet) und QuantiFERON®-TB Gold in-Tube (QFT), bewertet.
Der Sensitivitäts- und Spezifitätsvergleich von SIILTIBCY und den anderen diagnostischen Tests (QFT und PPD) wurde in einer Post-hoc-Analyse an der gesamten FAS-Population mit bestätigter Tuberkulose bzw. in der negativen Kontrollgruppe ausgewertet (Tabelle 2 und Tabelle 3).
TESEC-05
In dieser Phase-3-Studie wurden die diagnostischen Leistungen von SIILTIBCY und QFT verglichen, in Kombination mit einer doppelblinden, randomisierten Split-Body-Bewertung von SIILTIBCY vs. PPD. Die primären Studienziele waren die Bewertung der Leistung von SIILTIBCY in Bezug auf Alter, HIV-Status und CD4+ Zellzahlen sowie die Bewertung der klinischen Sicherheit von SIILTIBCY, wobei der Schwerpunkt auf Kindern und HIV-positiven Personen lag. Der primäre Endpunkt war die Testpositivitätsrate für SIILTIBCY; sekundäre Endpunkte waren Vergleiche der Positivität des SIILTIBCY-, PPD- und QFT-Tests sowie der Sensitivität und Spezifität.
Die Studie wurde in Südafrika durchgeführt, wo Tuberkulose endemisch, die HIV-Infektionsprävalenz hoch und die BCG-Impfung bei der Geburt Routine ist.
Insgesamt wurden 1 190 Probanden aufgenommen, von denen 1 090 Verdachtsfälle auf Tuberkulose
(0 bis 65 Jahre) waren. Zweihundertneunundneunzig Probanden (25,1 %) waren HIV-positiv und 882 (74,1 %) waren BCG-geimpft. Das mittlere (Standardabweichung [SD]) Alter aller Probanden betrug 22,5 (18,3) Jahre mit einer Spanne von 1 Monat bis 65 Jahren. Die Geschlechterverteilung betrug fast 50 % (49,5 % Frauen und 50,5 % Männer). Die negative Kontrollpopulation (n = 100) bestand aus Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren ohne bekannten Kontakt zu mit Mycobacterium tuberculosis infizierten Personen und ohne Anzeichen von Symptomen einer Tuberkulose.
Die Probanden wurden randomisiert, um Doppelinjektionen von SIILTIBCY und PPD in beide Unterarme (Split-Body) zu erhalten; Blutproben für die QFT-Analyse wurden vor der Verabreichung der Hauttests entnommen und die Testpositivitätsraten verglichen.
TESEC-06
Diese doppelblinde, randomisierte, Split-Body-Studie der Phase 3, die in 13 spanischen Zentren durchgeführt wurde, verglich die diagnostische Leistung von SIILTIBCY und QFT in
4 Risikogruppen (Negativkontrollen, gelegentliche Kontakte, enge Kontakte und Positivkontrollen). Das Hauptziel bestand darin, festzustellen, ob ein Trend zur Positivität des SIILTIBCY-Tests mit einem steigenden Risiko für eine Mycobacterium-tuberculosis-Infektion (d. h. von Negativkontrollen über gelegentliche Kontakte bis hin zu engen Kontakten) zu sehen ist. Sekundäre Ergebnisse waren Vergleiche von SIILTIBCY-, QFT- und PPD-Testpositivität, Sensitivität und Spezifität.
Neunhundertneunundsiebzig geeignete Probanden (im Alter von 0 bis 76 Jahren) wurden aufgenommen, darunter 263 Negativkontrollen, 299 gelegentliche Kontakte, 316 enge Kontakte und 101 Tuberkulosepatienten. Das mittlere (SD) Alter aller aufgenommenen Probanden betrug 30,6 (14,5) Jahre. Insgesamt waren 53,5 % der Probanden weiblich und 46,5 % männlich. Von allen aufgenommenen Teilnehmern waren 366 (37,4 %) BCG-geimpft. Alle Probanden mit gelegentlichen und engen Kontakten sowie in den Positivkontrollgruppen erhielten Doppelinjektionen von SIILTIBCY und PPD. In der Negativkontrollgruppe erhielten 213 Probanden Doppelinjektionen von SIILTIBCY und PPD in verschiedene Arme und eine Untergruppe von 50 Probanden erhielt nur SIILTIBCY, um zu untersuchen, ob SIILTIBCY-Reaktionen durch die gleichzeitige Verabreichung
von PPD beeinflusst wurden. Vor der Verabreichung der Hauttests waren für alle Probanden ab 5 Jahren QFT-Tests geplant, um mögliche Auffrischungsreaktionen zu vermeiden.
TESEC-07
Dies war eine doppelblinde, randomisierte, kontrollierte klinische Phase-2/3-Studie bei Erwachsenen mit neu diagnostizierter aktiver Lungentuberkulose (PTB), die < 2 Wochen lang in 7 Zentren in Südafrika behandelt wurden. Die primären Studienziele bestanden darin, die Größe der Verhärtungen bei SIILTIBCY und PPD nach alleiniger oder gleichzeitiger Injektion in verschiedene Arme zu untersuchen und zu vergleichen sowie zu beurteilen, ob gleichzeitige Injektionen von SIILTIBCY und PPD die Sensitivität der Tests beeinflussen. Das sekundäre Studienziel bestand darin, die Testpositivitätsraten (Sensitivität) von SIILTIBCY mit denen von PPD und QFT zu vergleichen.
Vierhundertsechsundfünfzig geeignete Erwachsene (im Alter von 18 bis 67 Jahren) wurden randomisiert in eine von 3 Behandlungsgruppen aufgenommen, um entweder SIILTIBCY (n = 1 534), PPD (n = 149) oder SIILTIBCY und PPD (n = 153) in beide Unterarme zu erhalten. Proben für QFT-Tests wurden vor der Verabreichung der Hauttests entnommen.
In der FAS-Population betrug das Durchschnittsalter (SD) 37,2 (12,7) Jahre in der SIILTIBCY-Gruppe, 36,3 (11,8) Jahre für PPD und 35,3 (11,5) Jahre für die SIILTIBCY- und PPD-Gruppe. Insgesamt waren 64,3 % der Probanden männlich und 35,7 % weiblich.
Tabelle 1: Sensitivitätsanalyse – einzelne klinische Studien TESEC05/06/07 (FAS-Populationen mit bestätigter Tuberkulose)
| SIILTIBCY | QFT | PPD | Differenz der Sensitivität,% (95%-KI) | |||||
| Klinische Studie | n | Sensitivität,%(95%-KI) | n | Sensitivität,%(95%-KI) | n | Sensitivität,%(95%-KI) | SIILTIBC Y - QFT | SIILTIBCY - PPD |
| TESEC-05 | 75 | 72,0(61,8; 82,2) | 70 | 58,6(47,0; 70,1) | 75 | 77,3(67,9; 86,8) | 13,4(-3,3; 30,2) | -5,3(-20,6; 9,9) |
| TESEC-06 | 100 | 68,0 | 101 | 81,2 | 100 | 81,0 | -13,2 | -13,0 |
| (58,9; 77,1) | (73,6; 88,8) | (73,3; 88,7) | (-26,1; -0,3 | (-25,9; -0,1) | ||||
| ) | ||||||||
| TESEC-07 | 305 | 78,0 | 446 | 69,5 | 303 | 87,1 | 8,5 | -9,1 |
| (73,4; 82,7) | (65,2; 73,8) | (83,4; 90,9) | (1,9; 15,1) | (-15,4; -2,8) | ||||
Abkürzungen: BCG = Bacillus Calmette-Guérin; KI = Konfidenzintervall; FAS = vollständiger Analysesatz; HIV = humanes Immundefizienzvirus; mm = Millimeter; n = Anzahl der Probanden in der Population mit Testergebnis; PPD = tuberkulingereinigtes Proteinderivat RT 23 SSI;
QFT = QuantiFeron®-TB Gold in-Tube-Test. Die Sensitivitätsanalyse wurde post hoc durchgeführt. Die Prozentsätze wurden mit n als Nenner berechnet. Das diagnostische Ergebnis des SIILTIBCY-Tests verwendete einen Cut-off-Wert von ≥ 5 mm. Das diagnostische Ergebnis des PPD-Tests verwendete einen Test-Cut-off von ≥ 15 mm für HIV-negative und BCG-geimpfte Probanden und ansonsten 5 mm. Das diagnostische Ergebnis des QFT-Tests basierte auf dem Algorithmus des Herstellers. Die QFT-Unbestimmten wurden in die Analyse entweder als „nicht positiv“ oder „nicht negativ“ einbezogen, je nachdem, ob die Sensitivität bzw. Spezifität von QFT berechnet wurde.
Probanden mit Verdacht auf Tuberkulose wurden bei der Sensitivitätsberechnung nicht berücksichtigt.
Tabelle 2: Spezifitätsanalyse – einzelne klinische Studien TESEC05/06 (FAS-Populationen ohne Tuberkulose)
| SIILTIBCY | QFT | PPD | Differenz der Spezifität, % (95%-KI) | |||||
| Klinische Studie | n | Spezifität,%(95%-KI) | n | Spezifität,%(95%-KI) | n | Spezifität,%(95%-KI) | SIILTIBCY- QFT | SIILTIBCY- PPD |
| TESEC-05 | 100 | 83,0(75,6; 90,4) | 98 | 71,4(62,5; 80,4) | 100 | 85,0(78,0; 92,0) | 11,6(-1,0; 24,2) | -2,0(-13,2; 9,2) |
| TESEC-06 | 263 | 96,6(94,4; 98,8) | 263 | 96,2(93,9; 98,5) | 213 | 93,4(90,1; 96,8) | 0,4(-3,2; 3,9) | 3,2(-1,3; 7,6) |
Abkürzungen: BCG = Bacillus Calmette-Guérin; KI = Konfidenzintervall; FAS = vollständiger Analysesatz; HIV = humanes Immundefizienzvirus; mm = Millimeter; n = Anzahl der Probanden in der Population mit Testergebnis; PPD = tuberkulingereinigtes Proteinderivat RT 23 SSI;
QFT = QuantiFeron®-TB Gold in-Tube-Test. Die Spezifitätsanalyse wurde post hoc durchgeführt.Die Prozentsätze wurden mit n als Nenner berechnet. Das diagnostische Ergebnis des SIILTIBCY-Tests verwendete einen Cut-off-Wert von ≥ 5 mm. Das diagnostische Ergebnis des PPD-Tests verwendete einen Test-Cut-off von ≥ 15 mm für HIV-negative und BCG-geimpfte Probanden und ansonsten
5 mm. Das diagnostische Ergebnis des QFT-Tests basierte auf dem Algorithmus des Herstellers. Die QFT-Unbestimmten wurden in die Analyse entweder als „nicht positiv“ oder „nicht negativ“ einbezogen, je nachdem, ob die Sensitivität bzw. Spezifität von QFT berechnet wurde. Personen mit Verdacht auf Tuberkulose wurden bei der Berechnung der Spezifität nicht berücksichtigt. Die Spezifität wurde in der klinischen Studie TESEC-07 nicht bewertet, da die Studie bei Patienten durchgeführt wurde, bei denen kürzlich eine aktive Tuberkulose diagnostiziert wurde.
Unterstützende Analyse
Eine Post-hoc-Analyse der Daten aus den 3 zentralen klinischen Studien (TESEC-05, TESEC-06 und TESEC-07) wurde durchgeführt, um die diagnostische Leistung von SIILTIBCY zu bewerten. Die QFT-Unbestimmten wurden in die Analyse entweder als „nicht positiv“ oder „nicht negativ“ einbezogen, je nachdem, ob die Sensitivität bzw. Spezifität von QFT berechnet wurde. Personen mit Verdacht auf Tuberkulose wurden bei der Berechnung der Sensitivität oder Spezifität nicht berücksichtigt.
Sensitivität
Die Sensitivität wurde bei Probanden mit kulturbestätigter aktiver Tuberkuloseerkrankung in den Studien TESEC-05 und TESEC-07 bewertet. Die Sensitivität von SIILTIBCY (n = 380) betrug 76,8 % (95%-KI: 72,6; 81,1) im Vergleich zu 68,0 % (95%-KI: 64,0; 72,0) für QFT (n = 516) und 85,2 %
(95%-KI: 81,6; 88,8) für PPD (n = 378). Der prozentuale Unterschied in der Sensitivität betrug 8,8 % (95%-KI: 2,7; 14,9) im Vergleich zu QFT und -8,3 % (95%-KI: -14,2; -2,5) im Vergleich zu PPD.
Spezielle Populationen
Kinder und Jugendliche
Insgesamt 723 pädiatrische Probanden (32 Tage bis 2 Jahre: 115 Probanden; 2 bis 4 Jahre:
156 Probanden; 5 bis 11 Jahre: 312 Probanden; 12 bis 17 Jahre: 140 Probanden) wurden in 2 Phase-3-Studien (TESEC-05 und TESEC-06) mit dem Ziel eingeschlossen, die diagnostische Leistung und Sicherheit von SIILTIBCY bei Kindern und Jugendlichen zu bewerten. Die pädiatrische Gruppe erhielt die gleiche Dosis SIILTIBCY wie die erwachsene Gruppe. Die Verhärtung wurde 2 bis 3 Tage nach der Verabreichung von SIILTIBCY gemessen und der Cut-off für einen positiven Test betrug
≥ 5 mm.
Die Sensitivität und Spezifität von SIILTIBCY in verschiedenen Altersgruppen wurden in einer gepoolten Post-hoc-Analyse der 3 zulassungsrelevanten klinischen Studien (TESEC-05, TESEC-06 und TESEC-07) bewertet.
Bei Kindern im Alter von 0 bis 10 Jahren betrug die Sensitivität von SIILTIBCY (n = 5) 80,0 % (95%-KI: 44,9; 100,0) im Vergleich zu 66,7 % (95%-KI: 13,3; 100,0) für QFT (n = 3) und 60,0 %
(95%-KI: 17,1; 100,0) für PPD (n = 5). Bei Personen im Alter von 11 bis 25 Jahren betrug die Sensitivität von SIILTIBCY (n = 108) 81,5 % (95%-KI: 74,2; 88,8) im Vergleich zu 76,3 % (95%-KI: 69,1; 83,5) für QFT (n = 135) und 90 % (95%-KI: 84,1; 95,9) für PPD (n = 100).
Bei Kindern im Alter von 0 bis 10 Jahren betrug die Spezifität von SIILTIBCY (n = 85) 81,2 % (95%-KI: 72,9; 89,5) im Vergleich zu 72,3 % (95%-KI: 62,7; 81,9) für QFT (n = 83) und 84,7 %
(95%-KI: 77,1; 92,4) für PPD (n = 85). Bei Personen im Alter von 11 bis 25 Jahren betrug die Spezifität von SIILTIBCY (n = 241) 98,3 % (95%-KI: 96,7; 100,0) im Vergleich zu 95,9 % (95%-KI: 93,3; 98,4) für QFT
(n = 241) und 97,4 % (95%-KI: 95,1; 99,6) für PPD (n = 191).
Pharmazeutische Angaben - SIILTIBCY 5 Mikrogramm + 0,5 Mikrogramm
Dinatriumhydrogenphosphat-Dihydrat (E339) Kaliumdihydrogenorthophosphat (E340) Kaliumchlorid (E508)
Natriumchlorid Polysorbat 20 (E432) Phenol
Wasser für Injektionszwecke
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Ungeöffnete Durchstechflasche
3 Jahre.
Nach dem ersten Öffnen
Die chemische und physikalische Stabilität während der Anwendung wurde für 28 Tage bei 2 °C bis 8 °C nachgewiesen.
Aus mikrobiologischer Sicht kann das Produkt nach dem Öffnen maximal 28 Tage bei 2 °C bis 8 °C gelagert werden. Andere Aufbewahrungszeiten und -bedingungen liegen in der Verantwortung des Anwenders.
Im Kühlschrank lagern (2 °C-8 °C). Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
1 ml Lösung in einer klaren Mehrdosen-Durchstechflasche aus Glas mit Stopfen (Brombutylgummi) und einem Kunststoff-Flip-off-Verschluss mit Bördelkappe aus Aluminium. Jede Durchstechflasche enthält 10 Dosen zu 0,1 ml.
Packungsgrößen
-
1 Mehrdosen-Durchstechflasche
-
Bündelpackung mit 10 (10 Packungen zu je 1) Mehrdosen-Durchstechflaschen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nach der Entlassung sollten die Patienten angewiesen werden, die Injektionsstelle sauber zu halten. Das Kratzen der Injektionsstelle sollte vermieden werden, aber im Falle von Juckreiz kann eine kalte Kompresse angewendet werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
Die Lösung ist zu entsorgen, wenn sichtbare Partikel zu beobachten sind.