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Informationen zur Abgabe

Apothekenpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Mutaflor® 2,5-25 x 10^9 KBE Kapseln

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Hartkapsel, magensaftres.

Hersteller

Ardeypharm GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.5.2025
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Fachinfo - Mutaflor® 10

Anwendungsgebiete

  • Colitis ulcerosa in der Remissionsphase

  • Chronische Obstipation

    Mutaflor® wird angewendet bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren und Erwachsenen.

Dosierung

Dosierung

Erwachsene und Jugendliche:

Standarddosis: Vom 1. – 4. Tag 1 Kapsel Mutaflor® pro Tag, danach 2 Kapseln Mutaflor® pro Tag.

Bei hartnäckiger Verstopfung kann eine tägliche Einnahme von bis zu 4 Kapseln Mutaflor® sinnvoll sein.

Kinder:

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Mutaflor® bei Säuglingen und Kindern im Alter von 0 bis 11 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. Zur Behandlung von Kindern im Alter von 2 bis 11 Jahren stehen die schwächeren Mutaflor® mite Kapseln (0,5 – 5 x 109 KBE/Kapsel) zur Verfügung.

Art der Anwendung:

Die Standarddosis soll zu einer Mahlzeit, möglichst zum Frühstück, unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.

Bei auftretenden Blähungen sowie bei einer Tagesdosis, die die Standarddosis übersteigt, kann die Tagesdosis auch gleichmäßig über den Tag verteilt zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

Dauer der Anwendung:

Bei Colitis ulcerosa liegen Erfahrungen aus kontrollierten Studien über eine Anwendungsdauer von 12 Monaten vor. Zur Rezidivprophylaxe der Colitis ulcerosa sollte Mutaflor® kontinuierlich eingenommen werden.

Bei Obstipation kann Mutaflor® bis zu 6 Wochen angewendet werden. Bei einer schon jahrelang bestehenden Erkrankung sollte Mutaflor® kurmäßig angewendet und die Therapie in gewissen Zeitabständen wiederholt werden.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeiten gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Warnhinweise

Keine

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen-Liste
Zu Wechselwirkungen hinzufügen

Gegen gramnegative Bakterien gerichtete Antibiotika und Sulfonamide können die Wirksamkeit von Mutaflor® einschränken.

Schwangerschaft

E. coli Stamm Nissle 1917 ist ein physiologischer Darmbewohner des Menschen und wird nicht resorbiert. Auswirkungen auf Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit sind daher nicht zu erwarten.

Fahrtüchtigkeit

Nicht zutreffend.

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10) Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Blähungen wurden häufig beobachtet.

Sehr selten wurden Veränderungen der Stuhlkonsistenz oder Stuhlfrequenz, Abdominalschmerz, Borborygmus, Meteorismus, Übelkeit oder Erbrechen beobachtet.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten wurden Hauteffloreszenzen, Erytheme oder Hautschuppungen beobachtet.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr selten wurden Kopfschmerzen berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.

Pharmakologische Eigenschaften - Mutaflor® 10

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe:

  • Intestinale Antiphlogistika; ATC-Code: A07EF01

  • Mittel gegen Obstipation: ATC-Code: noch nicht zugewiesen

Wirkungsmechanismen:

Mutaflor®-Kapseln enthalten als Wirkstoff einen definierten, nicht-pathogenen Bakterienstamm humanen Ursprungs der Spezies Escherichia coli (E. coli) in lebender und vermehrungsfähiger Form: E. coli Stamm NISSLE 1917. Mit Hilfe spezieller Haftorganellen (Typ F1A-, F-1C und „curli“-Fimbrien) kann sich der Stamm an die der Darmwand aufliegende Mucinschicht anheften und dort Mikrokolonien in Form von Biofilmen bilden. Der Stamm ist durch den Besitz von Flagellen (Geißeln) gut beweglich, was einen Vorteil für die Besiedlung des Dickdarms darstellt.

Die Wirkungen von Mutaflor® bzw. E. coli Stamm NISSLE 1917 wurden in In-vitro-Experimenten und in In-vivo-Untersuchungen sowie in klinischen Studien nachgewiesen. Dabei wurden folgende Eigenschaften und Wirkprinzipien ermittelt:

Antagonismus

Der E. coli Stamm NISSLE 1917 bildet antimikrobielle Substanzen (Mikrozine) und multiple Eisen-Akquisitionssysteme (Siderophore), auf denen zum einen sein direkter Antagonismus gegen pathogene Keime, zum anderen sein Durchsetzungsvermögen im Intestinaltrakt nach oraler Verabreichung beruht. Des Weiteren hemmt der Stamm das Eindringen von enteroinvasiven, pathogenen Keimen in die Darmschleimhaut.

Stabilisierung der Mucosabarriere im Darm

Der E. coli Stamm NISSLE 1917 stabilisiert in Zellkulturexperimenten mit menschlichen Kolonozyten die Barrierefunktion der Epithelzellschicht und normalisiert eine erhöhte Permeabilität der Darmschleimhaut. Diese Stärkung der Darmbarriere lässt sich auf eine Stimulation der Synthese eines Ankerproteins (ZO-2) und dessen Reorganisation in den tight junctions zurückführen.

Immunmodulierende Eigenschaften

- Wirkungen auf die humorale Immunantwort

Neugeborene zeigen nach Kolonisierung mit dem E. coli Stamm NISSLE 1917 eine signifikante Erhöhung der IgA- und IgM-Spiegel in Stuhlfiltraten und im Serum. Aus Einzeluntersuchungen ergeben sich Hinweise für eine Erhöhung von IgA im Speichel. In keimfreien neugeborenen Ferkeln führt die orale Verabreichung von E. coli Stamm NISSLE 1917 zu einer Stimulierung der Entwicklung der immunkompetenten Zellen des darmassoziierten Immunsystems (IgA- und IgG-produzierende Lymphozyten, MHC-Klasse-II exprimierende Zellen), ohne dass es zu Anzeichen einer Entzündung kommt (kein Granulozyten-Einstrom).

- Wirkungen auf die zelluläre Immunantwort

In-vitro-Versuche ergaben, dass der E. coli Stamm NISSLE 1917 immunmodulierende Eigenschaften besitzt. So wurde eine Steigerung der sekretorischen Leistungen von Mausmakrophagen (Interleukin-6 [IL-6], Tumornekrosefaktor [TNF], Sauerstoffradikale) und von menschlichen mononukleären Zellen aus dem peripheren Blut (Interleukin-10) nachgewiesen. In In-vivo-Untersuchungen an Mäusen und anderen Versuchtieren konnte jedoch eine Erhöhung der TNF-Produktion nicht verifiziert werden.

Des Weiteren konnte ex vivo eine Steigerung der Zytotoxizität von Maus-Makrophagen gegenüber intrazellulären Parasiten und somit eine Verstärkung der Abwehr gegenüber intrazellulären Infektionserregern gezeigt werden.

Zellzyklus und Proliferation von humanen T-Lymphozyten aus dem peripheren Blut wurden durch den E. coli Stamm NISSLE 1917 gehemmt, nicht jedoch T-Lymphozyten aus dem Darm. Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen könnte so eine Neurekrutierung von aktivierten T-Lymphozyten in das darmassoziierte Immunsystem unterbunden werden.

- Wirkungen auf die angeborene Immunität

E. coli Stamm NISSLE 1917 induziert die Synthese von antimikrobiell wirkenden Peptiden. So wird in menschlichen Kolonozyten in vitro die Synthese von induzierbaren Defensinen und in vivo nach oraler Gabe an keimfreie Ferkel im Darm die Produktion von Calprotectin stimuliert. Bei neugeborenen Kindern (Frühchen) wird die angeborene wie auch die adaptive Immunantwort durch orale Verabreichung von Mutaflor®stimuliert.

Antiinflammatorische Eigenschaften

Mutaflor® besitzt antiinflammatorische Eigenschaften. Sowohl in In-vitro-Versuchen mit menschlichen Darmepithelzellen als auch in In-vivo-Versuchen an etablierten Tiermodellen für chronisch entzündliche Darmerkrankungen wurden entzündungshemmende Eigenschaften von E. coli Stamm NISSLE 1917 festgestellt.

Motilitätsfördernde Eigenschaften

Der E. coli Stamm NISSLE 1917 produziert als Stoffwechselendprodukte kurzkettige Carbonsäuren, die für den Energiehaushalt der Kolonmukosa von Wichtigkeit sind. Diese regen die Kolonmotilität und die Durchblutung der Darmschleimhaut an und fördern die Natrium- und Chloridresorption. Die Stimulation der Kolonmotilität, wahrscheinlich durch die mikrobiell gebildete Essigsäure, ist für die Behandlung der chronischen Obstipation von Bedeutung.

Stoffwechseleigenschaften

Der Mutaflor®-Stamm verfügt über sehr vielseitige Stoffwechseleigenschaften und ist in der Lage, verschiedene Kohlenhydrate, Zuckeralkohole, Aminosäuren und andere Substrate unter Sauerstoffverbrauch abzubauen. Dadurch wird in vivo ein anaerobes Milieu im Kolon erzeugt und aufrechterhalten, welches für die Stabilität des intestinalen Ökosystems von Bedeutung ist.

Pharmakokinetik

Die Mutaflor®-Kapseln sind magensaftresistent überzogen und lösen sich erst im terminalen Ileum auf. Der Wirkstoff E. coli Stamm NISSLE 1917 besiedelt als physiologischer Keim den Dickdarm, wird nicht resorbiert und unterliegt keiner Metabolisierung. Er wird über die Fäzes ausgeschieden.

Pharmazeutische Angaben - Mutaflor® 10

Liste der sonstigen Bestandteile

Maltodextrin, Talkum, Methacrylsäure-Methylmethacrylat-Copolymer (1:1) (Ph. Eur.), Macrogol (4000), Triethylcitrat, Glycerol 85 %, Titandioxid, Eisen(III)-oxid, Gelatine, Gebleichtes Wachs, Carnaubawachs, Schellack, Gereinigtes Wasser.

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Dauer der Haltbarkeit

12 Monate

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C bis 8 °C).

Art und Inhalt des Behältnisses

Art des Behältnisses:

Blister: Tiefziehstreifen aus PVC/PVDC-Folie, versiegelt mit Aluminiumfolie.

Packungsgrößen:

  • Packungen mit 10 magensaftresistenten Hartkapseln (unverkäufliches Arzneimittelmuster)

  • Packungen mit 20 magensaftresistenten Hartkapseln

  • Packungen mit 50 magensaftresistenten Hartkapseln

  • Packungen mit 100 magensaftresistenten HartkapselnEs werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

Weblinks

Packungen und Preis

Mutaflor® 20 Kaps. N1
Preis
29,64 €
Zuzahlung
5,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.
Mutaflor® 50 Kaps. N2
Preis
64,66 €
Zuzahlung
6,47 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.
Mutaflor® 100 Kaps. N3
Preis
123,65 €
Zuzahlung
10,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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