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Präparate
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Sulfadiazin-Heyl® 500 mg Tabletten

Verschreibungsinformationen

Warnzeichen

Versicherungsliste

Arzneimittel ist nicht auf der Liste.

Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen
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Wechselwirkungen mit

Lebensmittel
Pflanzen
Ergänzungen
Gewohnheiten

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Sulfadiazin-Heyl® 500 mg Tabletten

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Tbl.

Hersteller

Heyl Chem.-pharm. Fabrik GmbH & Co. KG

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.8.2020
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Fachinfo - Sulfadiazin-Heyl® 500 mg

Anwendungsgebiete

Toxoplasmose (akute und rezidivierende Form) in Kombination mit Pyrimethamin.

Dosierung

Dosierung

Erwachsene

Erwachsene nehmen als Initial- und Erhal- tungsdosis 50 mg/kg Körpergewicht pro Tag bis maximal 4,0 g (4 – 8 Tabletten) pro Tag.

Kinder über 2 Monate

Kinder über 2 Monate erhalten 50 – 100 mg Sulfadiazin/kg Körpergewicht (maximal 1,5 g pro Tag). Die Initialdosis beträgt bei Kindern über 2 Monate ½ Tagesdosis.

Art der Anwendung Zum Einnehmen.

Die Gesamtdosis wird in 4 Einzeldosen auf- geteilt.

Die Tabletten sind mit ausreichend Flüssig- keit einzunehmen.

Unter der Therapie ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten (bei Erwachse- nen mindestens 1.200 ml Urinausscheidung pro Tag). Wenn eine ausreichende Flüssig- keitszufuhr nicht erreicht werden kann, sollte Natriumhydrogencarbonat verabreicht wer- den, um das Risiko der Kristallurie zu ver- ringern.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirk- stoff, Sulfonamide oder einen der in Ab- schnitt 6.1 genannten sonstigen Bestand- teile

  • Erythema exsudativum multiforme oder DRESS-Syndrom (auch in der Anam- nese)

  • Stevens-Johnson Syndrom oder toxisch epidermale Nekrolyse (auch in der Anam- nese)

  • pathologische Blutbildveränderungen mit Leukopenie und Thrombopenie

  • angeborener Glukose-6-Phosphat-De- hydrogenase-Mangel der Erythrozyten

  • Hämoglobinanomalien wie Hb Köln und Hb Zürich

  • schwere Nierenfunktionsstörungen (Krea- tinin-Clearance kleiner als 25 ml/min/ 1,73 m²)

  • schwere Leberschäden oder Leberfunk- tionsstörungen (z. B. akute Hepatitis)

  • akute Porphyrie

  • Stillzeit bei Müttern frühgeborener Kinder

Warnhinweise

Fälle von lebensbedrohlichen Hautreaktio- nen (Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxisch epidermaler Nekrolyse (TEN)) wur- den in Zusammenhang mit der Anwendung von Sulfadiazin berichtet. Die Patienten sollten über die Anzeichen und Symptome dieser schweren Nebenwirkungen infor- miert und engmaschig bezüglich des Auf- tretens von Hautreaktionen überwacht wer- den.

Das Risiko für das Auftreten von SJS oder TEN ist in den ersten Behandlungswochen am höchsten. Wenn Anzeichen oder Symp- tome für ein SJS oder eine TEN auftreten (z. B. ein progredienter Hautausschlag, oft mit Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautläsionen), muss die Therapie mit Sulfadiazin-Heyl beendet werden. Der Ver- lauf von SJS und TEN wird maßgeblich von der frühzeitigen Diagnosestellung und dem sofortigen Absetzen aller verdächtigen Arz- neimittel bestimmt, d. h. frühzeitiges Abset- zen verbessert die Prognose.

Nach Auftreten eines SJS oder einer TEN in Zusammenhang mit der Anwendung von Sulfadiazin darf der Patient/die Patientin nie wieder mit Sulfadiazin behandelt werden.

Die möglicherweise lebensbedrohliche Agranulozytose äußert sich in schwerem allgemeinem Krankheitsgefühl, verbunden mit Fieber, Schüttelfrost, Herzrasen, Hals- schmerzen und Schluckbeschwerden so- wie schmerzhaften Entzündungen der Schleimhäute im Mund-, Nasen- und Ra- chenraum sowie im Anal- und Genitalbe- reich. In diesen Fällen ist Sulfadiazin-Heyl sofort abzusetzen. Nach Abklingen der Beschwerden sollte Sulfadiazin-Heyl nicht erneut eingenommen werden.

Bei Auftreten von Halsentzündungen, Fie- ber oder grippeartigen Symptomen unter der Therapie müssen sofortige Blutbildkon- trollen durchgeführt werden.

Sulfadiazin-Heyl sollte nur mit Vorsicht an- gewendet werden bei Patienten mit

  • leichten Leber- und Nierenfunktionsstö- rungen.

  • Schilddrüsenfunktionsstörungen.

  • Überempfindlichkeit gegen Sulfonylharn- stoff-Antidiabetika und Diuretika auf Sul- fonamidbasis.

Unter der Einnahme von sulfonamidhaltigen Arzneimitteln kann es zur Photosensibilisie- rung kommen. Dies ist bei starker Sonnen- exposition und UV-Licht zu beachten.

Zur Vermeidung einer schweren Beeinträch- tigung der Hämatopoese ist unter der Kom- binationstherapie von Sulfadiazin mit dem Folsäure-Antagonisten Pyrimethamin die gleichzeitige Gabe von Folinsäure (in Form von Calciumfolinat) zu empfehlen.

Im Verlauf der Therapie sollten Harn- und Blutbildkontrollen durchgeführt werden.

Wechselwirkungen

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Es lassen sich verschiedene Arten von Wechselwirkungen mit anderen Medika- menten unterscheiden. Eine Möglichkeit ist

die Änderung der Konzentration an aktiven Wirkstoffen aufgrund von Konkurrenzreak- tionen um die Plasmaeiweißbindung. Dabei kann es zur Wirkungsverstärkung anderer Pharmaka kommen (Antikoagulantien, orale Antidiabetika aus der Gruppe der Sulfonyl- harnstoffe, Diphenylhydantoin, Methotrexat, Thiopental) oder zur Wirkungsverstärkung der Sulfonamide (Probenecid, Indometacin, Phenylbutazon, Salicylate, Sulfinpyrazon).

Ferner kann eine direkte Reaktion mit an- deren Wirkstoffen erfolgen. Bei gleichzeitiger Gabe eines Antazidums wird das Sulfon- amid in geringerem Ausmaß resorbiert, bei Gabe von Paraldehyd wird das Sulfonamid schneller metabolisiert, und zusammen mit Hexamethylentetramin (Methenamin) be- steht die Gefahr einer Kristallurie. In Kombi- nation mit Mandelsäure steigt über eine Ansäuerung des Urins die Gefahr der Aus- kristallisation. Schließlich kann die Wirkung des Sulfonamids aufgrund von Konkurrenz- reaktionen am Wirkort verändert werden. Antagonistisch wirkende Stoffe ähnlicher Struktur (Benzocain, Procain, Tetracain) können die Wirkung des Sulfonamids ver- mindern.

Interaktionen in vitro sind unter anderem möglich mit: Amiphenazol, Chloramphenicol, Chlorpromazin, Gentamicin, Hydralazin, In- sulin, Kanamycin, Lincomycin, Methicillin, Methyldopa, Noradrenalin, Procain, Pro- chlorperazin, Promazin, Promethazin, Strep- tomycin, Tetracyclinen, Vancomycin.

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Zu einer Anwendung von Sulfadiazin-Heyl in der Schwangerschaft liegen keine ausrei- chenden Erfahrungen vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe 5.3). Sulfadiazin-Heyl soll daher im ersten Trimenon nicht angewendet werden. Für diesen Zeitraum sollte auf Arz- neimittel mit anderen Wirkstoffen zurück- gegriffen werden.

Die Gabe von Sulfonamiden in der Schwan- gerschaft kann insbesondere bei Frühge- borenen das Risiko einer Hyperbilirubinämie erhöhen. Ab dem 2. Trimenon darf daher eine Kombinationstherapie mit Sulfadiazin, Pyrimethamin und Folinsäure nur nach strengster Nutzen-Risikoabwägung erfolgen.

Stillzeit

Sulfonamide gehen in die Muttermilch über. Obwohl einige Berichte über unerwünschte Wirkungen von Sulfonamiden bei über die Muttermilch exponierten Säuglingen vorlie- gen, stellt die durch die Milch aufgenom- mene Menge für gesunde Säuglinge sehr wahrscheinlich kein besonderes Risiko dar. Neugeborene mit Hyperbilirubinämie oder Glukose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel der Erythrozyten sollten dagegen während der Behandlung nicht gestillt werden.

Für Mütter frühgeborener Kinder ist Sulfa- diazin-Heyl kontraindiziert.

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Sulfadiazin-Heyl®

Fahrtüchtigkeit

Sehr selten kommt es durch die Einnahme von Sulfadiazin zu transitorischer Myopie, wodurch die Fähigkeit zur aktiven Teil- nahme am Straßenverkehr oder zur Be- dienung von Maschinen beeinflusst wer- den kann.

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde ge- legt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage

der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Blutes und des Lymph- systems

Sehr selten: Blutbildveränderungen mit

Thrombo- und Leukopenie, Agranulozytose, Eosinophi- lie, aplastische Anämie, akute hämolytische Anämie

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: DRESS-Syndrom

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten: Folsäuremangel mit den

Symptomen Anämie und Durchfall

Sehr selten: Hypoglykämie

Augenerkrankungen

Sehr selten: transitorische Myopie

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: gastrointestinale Sympto-

me wie Übelkeit, Erbre- chen, Diarrhö

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten: cholestatische Hepatose

Sehr selten: fokale oder diffuse Leber-

nekrose

Erkrankungen der Haut und des Unterhaut- zellgewebes

Gelegentlich: allergische Reaktionen wie

urtikarielle, erythematöse, makulöse und morbilliforme Hautausschläge, Purpura, Photodermatose, Erythema nodosum, Lyell-Syndrom (Epidermolysis acuta toxi- ca), exfoliative Dermatitis

Sehr selten: Stevens-Johnson-Syndrom

(SJS) und toxisch epider- male Nekrolyse (TEN) (siehe Abschnitt 4.4), petechiale Hautblutungen, Zyanose aufgrund von Sulf- oder Methämoglobinämie kommt außer beim angeborenen Glukose-6-Phosphat-Dehy- drogenase-Mangel der Ery- throzyten oder bei Hämo- globinanomalien wie Hb Köln und Hb Zürich nicht vor

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Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Kristallurie. Nephrolithiasis

kann zu akutem Nierenver- sagen führen

Sehr selten: interstitielle Nephritis

Allgemeine Erkrankungen und Beschwer- den am Verabreichungsort 

Gelegentlich: Arzneimittelfieber sowie

Kopf- und Gelenkschmerzen

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkun- gen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir- kungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuier- liche Überwachung des Nutzen-Risiko- Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Symptome einer Überdosierung

Die Symptome der Überdosierung sind Kris- tallurie, Oligurie, Anurie, Nausea, Erbrechen, Diarrhö, Kopfschmerzen und Schwindel.

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung Je nach Schwere der Überdosierungser- scheinungen müssen Maßnahmen folgen- der Art ergriffen werden: Auspumpen des Magens, Beschleunigung der renalen Aus- scheidung mit forcierter Diurese durch ver- mehrte Flüssigkeitszufuhr, Hämodialyse, Folsäuregabe. Außerdem müssen Blutbild- kontrollen durchgeführt werden.

Pharmakologische Eigenschaften - Sulfadiazin-Heyl® 500 mg

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Bakte- riostatisch wirksames Chemotherapeuti- kum aus der Gruppe der mittellang wirken- den Sulfonamide.

ATC-Code: J01EC02 Sulfadiazin

Wirkmechanismus

Sulfadiazin ist ein Chemotherapeutikum aus der Gruppe der mittellang wirkenden Sulfon- amide. Die Wirkung ist bakteriostatisch. Der Wirkmechanismus beruht auf der strukturel- len Verwandtschaft der Sulfonamide mit der p-Aminobenzoesäure und der dadurch bedingten Hemmung der Folsäuresynthese der Erreger durch kompetitive Inhibition der Dihydropteroinsäuresynthetase.

Resistenzen

Studien zur Resistenzsituation bei Toxo- plasmose liegen nur wenige vor. Allerdings sind Fälle von Therapieresistenz bei der Behandlung beschrieben. In neuen In-vitro- Untersuchungen sprachen die meisten der genotypisch verschiedenen Stämme von Toxoplasma gondii auf die Gabe von Sulfa- diazin an. Nur bei 3 der 17 Arten war die IC50 > 50 mg/l. Es gibt jedoch keine Hin- weise auf Mutationen während der Therapie, die zu einer Resistenz oder veränderten Arzneimittel-Sensitivität führen.

Pharmakokinetik

Sulfadiazin ist oral und parenteral anwend- bar, Sulfadiazin-Natrium nur parenteral.

Resorption

Nach oraler Gabe wird Sulfadiazin rasch im Magen-Darm-Trakt resorbiert.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung ist ca. 55 % bei einer Serumkonzentration von 100 μg/ml und normalen Plasmaproteinspiegeln, Schwankungsbreite 20 – 55 %. Maximale Blutspiegel werden nach oraler Gabe inner- halb von 3 bis 6 Stunden erreicht. Zur Phar- makokinetik nach i. v.- und i. m.-Verabrei- chung von Sulfadiazin liegen keine Anga- ben vor. Im Liquor betragen die Sulfadiazin- konzentrationen nach oraler Gabe etwa 50 % der korrespondierenden Serumspiegel.

Biotransformation/Elimination

Die biologische Halbwertzeit schwankt zwi- schen 8 und 16,8 Stunden. Sulfadiazin wird in der Leber durch N-Acetylierung und Glu- kuronisierung metabolisiert. Der Acetylie- rungsgrad beträgt 15 %. Die Elimination erfolgt renal, vorwiegend über glomeruläre Filtration. Die Ausscheidung erfolgt zunächst rasch, dann langsamer über einen Zeitraum von 2 – 3 Tagen. 15 – 30 % der Substanz werden in der acetylierten Form ausgeschie- den. Die renale Clearance beträgt 35 ml/ Minute. Alkalisierung des Urins erhöht die Löslichkeit, da Sulfonamide als schwache Säuren stärker in alkalischem Milieu disso- ziieren. Die Substanz ist sowohl bei Hämo- als auch bei Peritonealdialyse gut dialysier- bar.

Bioverfügbarkeit

Eine im Jahr 1996 durchgeführte Biover- fügbarkeitsuntersuchung an 16 Probanden ergab im Vergleich zum Referenzpräparat (Angabe der Werte als Mittelwerte):

Referenz- präparat Sulfadiazin- Heyl
Maximale Plasma- konzentration (cmax) [μg/ml] 13,59 14,38
Zeitpunkt der maximalen Serum- konzentration (tmax) [h] 4,0 3,0
Fläche unter der Konzentrations- Zeit-Kurve (AUC)[μg · h/ml] 298,5 292,38

Siehe Abbildung auf Seite 3

Weblinks

Packungen und Preis

Sulfadiazin-Heyl® 500mg 100 Tbl.
Preis
55,04 €
Zuzahlung
5,50 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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