Fludrocortison Novumgen 0,1 mg Tabletten
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Ja
Darreichungsform
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Fachinfo - Fludrocortison 0,1 mg
Zur Behandlung von:
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primärer Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison)
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klassischer kongenitaler Nebennierenhyperplasie (Salzverlustsyndrom beim adrenogenitalen Syndrom)
Dosierung
Erwachsene
Primäre Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison):
Bei ergänzender Anwendung zu Cortisonacetat (üblicherweise 12,5 mg dreimal täglich bei Erwachsenen) kann im Falle eines anderweitig unzureichend kontrollierten Elektrolytgleichgewichts eine tägliche Dosis von 0,05 bis 0,2 mg, normalerweise 0,1 mg
(1 Tablette) oder Hydrocortison (15 bis 30 mg/m2 BSA) angewendet werden. Bei Patienten mit Bluthochdruck wird üblicherweise eine Dosis von 0,05 mg pro Tag empfohlen
Klassische kongenitale Nebennierenhyperplasie (Salzverlustsyndrom beim adrenogenitalen Syndrom): 0,1 bis 0,2 mg pro Tag.
Kinder und Jugendliche
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren:
Eine halbe Tablette (0,05 mg) bis eine Tablette (0,1 mg) täglich. Die Dosis ist dem Alter und Körpergewicht sowie dem Schweregrad der Erkrankung anzupassen (siehe Abschnitt 4.4).
Neugeborene (im ersten Lebensjahr):
0,05 bis 0,2 mg, in Ausnahmefällen 0,2 bis 0,3 mg.
Alle Patientengruppen
Die Dosierung ist in Abhängigkeit vom Blutdruck, vom Kalium- und Natriumspiegel im Serum und von der Plasma-Renin-Aktivität anzupassen, die im Normalbereich oder oberen Normalbereich liegen sollte (siehe Abschnitt 4.4).
Art der Anwendung Zum Einnehmen.
Erwachsen sollten die Tabletten vor dem Essen einnehmen, um Magenverstimmungen zu vermeiden.
Bei Kindern unter 6 Jahren können die Tabletten zerstoßen und, vorzugsweise in Fruchtsaft oder Wasser mit Zimmertemperatur aufgelöst und dann vermischt und direkt verabreicht werden.
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Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
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Hypotonie aufgrund organischer Herzerkrankungen,
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Hypokaliämie,
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Metabolische Alkalose,
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Alle Krankheiten, für die eine Blutdrucksteigerung oder eine Ödementstehung ein erhöhtes Risiko darstellen. Dazu gehören u. a. sklerotische Gefäßveränderungen (z. B. koronare Herzerkrankung oder Zerebralsklerose, Aortenaneurysma, hämodynamisch relevante Herzklappenerkrankungen, Herzinsuffizienz, hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie), Leberzirrhose, Niereninsuffizienz, Lungenödem, Phäochromozytom.
Fludrocortisonacetat ist ein potentes Mineralocorticoid mit glukocorticoider Wirkung, das hauptsächlich in der Substitutionstherapie eingesetzt wird. Glukocorticoide sind mit Nebenwirkungen assoziiert, es ist jedoch nicht zu erwarten, dass diese bei den für Fludrocortison empfohlenen niedrigen Dosierungen auftreten. Etwaige Nebenwirkungen lassen sich durch Anwendung der niedrigstmöglichen Dosis begrenzen.
Aufgrund seiner starken mineralocorticoiden Wirkung darf Fludrocortison nicht für eine unspezifische Glukocorticoidtherapie angewendet werden. Es wird eine regelmäßige Kontrolle der Elektrolytwerte und Natriumaufnahme empfohlen, um die Entstehung von Bluthochdruck und Ödemen sowie eine Gewichtszunahme zu vermeiden. Eine natriumarme Ernährung und ergänzende Kaliumgabe können erforderlich sein.
Überwachung
Eine regelmäßige Überwachung der Serumelektrolyte und Plasma-Renin-Aktivität, des Blutdrucks und von klinischen Anzeichen, die auf eine möglicherweise erforderliche Dosisanpassung (nach oben oder unten) hinweisen (z. B. Ödeme, Gewichtszunahme, Bluthochdruck, Durchfall, vermehrtes Schwitzen), wird empfohlen. Eine eingeschränkte Salzaufnahme und Fludrocortison-Dosis können erforderlich sein.
Bei Neugeborenen wird zudem eine klinische und biologische Überwachung (Gewicht, Diurese / Serumelektrolytwerte) empfohlen.
Neben den Angaben zu mineralocorticoiden Wirkungen sind auch die folgenden Warnhinweise bezüglich einer unspezifischen Glukocorticoidtherapie zu berücksichtigen, wenn höhere als die zur Substitution erforderlichen Dosen angewendet werden:
Alle Corticosteroide erhöhen die Calciumausscheidung, was zur Entstehung von Osteoporose oder zur Verschlechterung einer bestehenden Osteoporose führen kann.
Unter der Anwendung von Corticosteroiden können psychiatrische Störungen auftreten. Hierzu zählen Schlaflosigkeit, Depression (manchmal schwer), Euphorie, Stimmungsschwankungen, psychotische Symptome oder Persönlichkeitsveränderungen. Vorbestehende Gemütsschwankungen oder Psychosen können durch Corticosteroide verschlechtert werden. Bei einer durch Steroide ausgelösten Depression sind Antidepressiva unwirksam und können die Symptome verschlimmern. Zirrhose und Hypothyreose können die Wirkung von Corticosteroiden verstärken.
Bei Vorliegen der folgenden Erkrankungen sollte eine unspezifische Glukocorticoidtherapie nur mit Vorsicht verabreicht werden:
Colitis ulcerosa (mit Risiko für Perforationen, Abszesse oder andere pyogene Infektionen), Diverticulitis, kürzlich festgestellte Darmanastomose, aktive/latente Ulzera (ein asymptomatisches Rezidiv ist möglich), Niereninsuffizienz, akute/chronische Nephritis, Hypertonie, , Diabetes mellitus, Morbus Cushing, Thromboembolie, Thrombophlebitis, Exanthem, Krampfanfälle, metastasierende Krebserkrankung, Myasthenia gravis, psychische Störungen, Herpes-simplex-Infektion des Auges. Für Patienten unter Langzeit-Corticosteroidtherapie wird eine angemessene Proteinaufnahme empfohlen, um dem Risiko von Gewichtsverlust oder
Muskelabbau/Muskelschwäche im Zusammenhang mit einer negativen Stickstoffbilanz entgegenzuwirken.
Während der Anwendung von Corticosteroiden kann die Infektionsresistenz und die Fähigkeit zur Lokalisierung von Infektionen herabgesetzt sein. Infektionen können latent und aktiv verlaufen.
Bei Infektionen sollte eine ursächliche Behandlung erfolgen.
Virale Infektionen, z. B. mit Varizellen oder dem Herpes-zoster-Virus, können bei nicht immunen Patienten einen schweren oder lebensbedrohenden Verlauf nehmen. Bei Strongyliden (Fadenwum)-Befall kann eine Corticosteroidbehandlung zu einer Dissemination mit daraus resultierender Enterokolitis und gramnegativer Sepsis führen. Bei aktiver Tuberkulose wird eine restriktive Behandlung empfohlen.
Hochdosierte Corticosteroide können eine aktive Immunisierung beeinträchtigen. Impfungen mit Lebendimpfstoffen sollten nur unter strenger Überwachung erfolgen.
Eine Langzeit-Corticosteroidtherapie kann zur Entstehung von rückseitigensubkapsulären Katarakten oder Glaukomen mit möglicher Schädigung des Sehnervs führen. Eine langfristige Anwendung kann auch das Risiko für sekundäre Augeninfektionen erhöhen. Bei Patienten mit Herpes-simplex-Infektion des Auges dürfen Corticosteroide wegen einer möglichen Perforation der Hornhaut nur mit Vorsicht angewendet warden
Sehstörungen
Bei der systemischen und topischen Anwendung von Corticosteroiden können Sehstörungen auftreten. Wenn ein Patient mit Symptomen wie verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen vorstellig wird, sollte die Überweisung an einen Augenarzt zur Abklärung möglicher Ursachen in Erwägung gezogen werden. Diese umfassen unter anderem Katarakt, Glaukom oder seltene Erkrankungen, wie z.B. zentrale seröse Chorioretinopathie (CSCR), die nach der Anwendung systemischer oder topischer Corticosteroide gemeldet wurden.
Einsatz bei Sportlern (Doping)
Die Anwendung von Fludrocortison kann bei sportlichen Wettkämpfen verboten sein. Athleten, die eine Fludrocortison-Ersatztherapie erhalten, sind darauf hinzuweisen, dass das Präparat einen Wirkstoff enthält, der in Dopingtests zu positiven Ergebnissen führen kann.
Kinder und Jugendliche
Corticosteroide können die körpereigene Steroidproduktion beeinflussen. Daher sollte die niedrigstmögliche Dosis angewendet werden, durch die eine angemessene Substitution erzielt wird. Die Dosierung sollte regelmäßig überprüft werden. Bei der Behandlung von Nebennierenrindenhyperplasie bei Kindern und Jugendlichen sollte besonders das Risiko einer Wachstumshemmung durch einen Überschuss an androgenen
Hormonen bedacht werden. Corticosteroide können das Wachstum hemmen. Bei der langfristigen Anwendung bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen müssen Wachstum und Entwicklung daher sorgfältig überwacht werden.
Ältere Patienten
Unerwünschte Reaktionen auf systemische Corticosteroide wie Osteoporose oder Hypertonie können bei älteren Patienten schwerwiegende Folgen haben. Daher wird eine engmaschige
klinische Überwachung empfohlen, um höhere als zur Erzielung einer angemessenen Substitution erforderliche Dosierungen zu vermeiden.
Beeinträchtigung serologischer Tests
Es kann zu einem falsch negativen Nitroblau-Tetrazolium-Test kommen. Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung
Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen erblichen Galaktoseintoleranz, völligem Laktasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Dieses Arzneimittel enthält 0,5 mg Natriumbenzoat pro Tablette.
Natriumbenzoat kann Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut und Augen) bei Neugeborenen (im Alter bis zu 4 Wochen) verstärken.
Eine Zunahme des Bilirubingehalts im Blut nach Verdrängung von Albumin kann einen Neugeborenenikterus verstärken und zu einem Kernikterus (nicht-konjugierte Bilirubinablagerungen im Hirngewebe) führen. Kann durch einen möglicherweise cholinergen Mechanismus nicht-immunologische lokale Sofortreaktionen hervorrufen.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h. es ist nahezu
„natriumfrei“.
Amphotericin B und die Calciumausscheidung fördernde Diuretika: Verstärkte Hypokaliämie
Antidiabetika: Corticosteroide können zu Hyperglykämie führen. Möglicherweise ist eine Dosisanpassung erforderlich.
Perorale Antikoagulanzien: Erhöhter oder verringerter Bedarf an Antikoagulanzien. Möglicherweise ist eine Dosisanpassung erforderlich.
Cholinesterasehemmer: Corticosteroide können der Wirkung entgegenwirken.
Barbiturate und andere Antikonvulsiva, Rifampicin: Erhöhte Corticosteroidmetabolisierung durch Induktion von Leberenzymen; dies führt zu einer Wirkminderung. Möglicherweise ist eine Dosisanpassung erforderlich.
Ciclosporin: Eine erhöhte Aktivität von Ciclosporin und Corticosteroiden kann auftreten.
CYP3A-Hemmer: Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit CYP3A-Hemmern, einschließlich Cobicistat-haltigen Arzneimitteln, ist eine Erhöhung des Risikos für systemische Nebenwirkungen zu erwarten. Eine solche Kombination sollte vermieden werden, außer wenn der Nutzen für den Patienten das erhöhte Risiko für systemische Corticosteroidnebenwirkungen überwiegt. In diesem Fall sollte der Patient auf systemische Corticosteroidnebenwirkungen überwacht werden.
Digitalisglykoside: Erhöhtes Risiko für Arrhythmien und Digitalistoxizität infolge Hypokaliämie
Nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien: Corticosteroide können die Wirkung vermindern oder verstärken.
Isoniazid: Die Serumkonzentrationen von Isoniazid können vermindert sein.
Ketoconazol: Verringerte Corticosteroidmetabolisierung, was zu einer Wirkminderung führt
Mifamurtid: Risiko einer verminderten Wirksamkeit. Da Mifamurtid durch Stimulierung des Immunsystems wirkt, sollte die chronische oder routinemäßige Anwendung von Corticosteroiden während der Behandlung mit Mifamurtid vermieden werden.
NSAR/Acetylsalicylsäure: Erhöhtes Risiko für Ulzera. Die pharmakologische Wirkung von Acetylsalicylsäure ist vermindert. Nach der Freisetzung von Corticosteroiden können hohe Salicylatwerte gemessen werden. Bei Patienten mit Hypoprothrombinämie sollte Acetylsalicylsäure in Verbindung mit Corticosteroiden mit Vorsicht angewendet werden.
Somatropin: Corticosteroids können die Wirkung hemmen.
Schilddrüsenpräparate: Erhöhte Corticosteroidmetabolisierung bei Hyperthyreose und verringerte Corticosteroidmetabolisierung bei Hypothyreose
Impfstoffe: Bei der Impfung von mit Corticosteroiden behandelten Patienten können neurologische Komplikationen auftreten und die Antikörperbildung kann vermindert sein. Angesichts der niedrigen Fludrocortisondosierung ist eine solche Wechselwirkung jedoch unwahrscheinlich
Östrogen/Kontrazeptiva: Die Halbwertzeit und Konzentration der Corticosteroide kann vermindert sein.
Schwangerschaft
Tierstudien haben gezeigt, dass Corticosteroide zu verschiedenen Fehlbildungen (Gaumenspalten, Skelettfehlbildungen) führen können; diese Tierstudien scheinen jedoch für den Menschen nicht relevant zu sein. Es wurde geschlossen, dass die Langzeitbehandlung bei Menschen und Tieren zu einem verringerten Plazenta- und Geburtsgewicht führen kann.
Die Langzeitbehandlung geht auch mit dem Risiko einer Nebennierensuppression beim Neugeborenen einher. Während der Schwangerschaft sollten Corticosteroide daher nur nach sorgfältiger Abwägung verabreicht werden.
Stillzeit
Es liegen keine ausreichenden Informationen darüber vor, ob Fludrocortison in die Muttermilch übergeht.
Fertilität
Es liegen unzureichende Daten darüber vor, ob Fludrocortisonacetat Auswirkungen auf die Fertilität hat.
Die mineralocorticoiden Effekte sind für den größten Teil der Nebenwirkungen verantwortlich. Bei Anwendung von Fludrocortisonacetat 0,1 mg Tabletten in den empfohlenen Dosierungen werden normalerweise keine glukocorticoiden Nebenwirkungen beobachtet. Fludrocortisonacetat 0,1 mg Tabletten werden üblicherweise jedoch mit einem Glukocorticoid, z. B. Cortison, kombiniert.
In der Tabelle sind die Nebenwirkungen aufgeführt, die im Zusammenhang mit der Behandlung mit Fludrocortison berichtet wurden.
Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: hypokaliämische Alkalose, Appetitlosigkeit
Erkrankungen des Nervensystems: Kopfschmerzen, Halluzinationen, Krampfanfälle, Synkope, Geschmacksveränderungen
Augenerkrankungen: verschwommenes Sehen (siehe auch Abschnitt 4.4.)
Herzerkrankungen: Herzinsuffizienz, Herzvergrößerung
Gefäßerkrankungen: Hypertonie
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Durchfall
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen: Muskelschwäche, Muskelatrophie
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort: Ödeme
Untersuchungen: Hypokaliämie
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Es liegen Berichte über eine Überdosierung von Fludrocortisonacetat vor.
Chronisch
Symptome: Hypertonie, Ödeme, Hypokaliämie, ausgeprägte Gewichtszunahme, Muskelschwäche, Herzvergrößerung.
Behandlung: Das Präparat muss abgesetzt werden und kann nach Abklingen der Symptome erneut in einer niedrigeren Dosierung verabreicht werden. Potenzielle Kaliumsubstitution.
Akut
Behandlung: Eine einzelne große Dosis wird durch reichliche Flüssigkeitszufuhr behandelt. Bei höheren Dosen sollte eine Magenspülung vorgenommen oder Erbrechen herbeigeführt werden. Andernfalls ist eine symptomatische Behandlung einzuleiten.
Bei Überdosierung können auch glukocorticoide Nebenwirkungen auftreten, siehe Abschnitt 4.4.
Eine Blutdruckkontrolle und biologische Überwachung wird für mindestens 48 Stunden empfohlen.
Bei höheren als normalen Dosierungen können auch die folgenden Nebenwirkungen auftreten:
Thrombotische Komplikationen, psychiatrische Störungen (z. B. affektive Symptome), intrakranielle Hypertonie, Nebennierenrindensuppression, ähnliche Symptome wie bei Morbus Cushing, negative Eiweißbilanz, Natriumretention, Wachstumshemmung bei Kindern, Aktivierung eines latenten Diabetes mellitus, Osteoporose, Hautatrophie, Glaukom, hinterer Katarakt, geschwächte Infektabwehr und Aktivierung latenter Infektionen, z. B. Tuberkulose, sekundäre Augeninfektionen, verzögerte Wundheilung, Schlaflosigkeit, Menstruationsstörungen und Dyspepsie/Geschwüre.
Pharmakologische Eigenschaften - Fludrocortison 0,1 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Mineralocorticoide, ATC-Code: H02AA02 Wirkmechanismus
Fludrocortison ist ein Hydrocortisonderivat mit sehr starker mineralocorticoider Wirkung und starker glukocorticoider Wirkung. Die glukocorticoide Wirkung ist 10 bis 15 Mal höher und die mineralocorticoide Wirkung mehr als 100 Mal höher als die von Hydrocortison. Der Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig erforscht. Niedrige Dosen führen zu einer erheblichen Natriumretention, zu vermehrter Kalium- und Stickstoffausscheidung über den Urin und erhöhtem Blutdruck. Bei hohen Dosen kommt es zur Hemmung der körpereigenen adrenalen Sekretion, der Thymusaktivität und der Corticotropinsekretion durch die Hypophyse. Fludrocortison wird in Kombination mit Cortison zur Substitutionstherapie bei Morbus Addison angewendet. Bei einer nicht tumorbedingten Nebennierenkortexhyperplasie nimmt das Fludrocortison entsprechend dem 17-Ketosteroid-Überschuss ab. Fludrocortison bietet die Möglichkeit zur Diagnose von Morbus Cushing, da sich seine Stoffwechselendprodukte von Hydrocortison unterscheiden.
Resorption
Fludrocortison wird nach der Einnahme schnell und vollständig resorbiert. Die maximale Plasmakonzentration wird nach 1,7 Stunden erreicht.
Verteilung
Fludrocortison bindet in geringerem Umfang an Plasmaproteine als Hydrocortison.
Biotransformation
Die Verstoffwechselung erfolgt hauptsächlich in der Leber, aber auch in den Nieren.
Elimination
Die Plasmahalbwertzeit beträgt ca. 3,5 Stunden. Die biologische Halbwertzeit beträgt 18 bis 36 Stunden. Die Wirkungsdauer beträgt 24 bis 48 Stunden. Die Ausscheidung erfolgt, überwiegend als inaktive Metaboliten, über den Urin.
Besondere Patientengruppen Eingeschränkte Nierenfunktion
Es liegen keine spezifischen Daten vor.
Pharmazeutische Angaben - Fludrocortison 0,1 mg
Lactose
Lactose-Monohydrat Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat Natriumbenzoat
Maisstärke Talkum
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]
Nicht über 30 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Blisterpackungen aus PVC/PVdC/Aluminiumfolie, wobei die Blisterpackungen zusammen mit der Patienteninformationsbroschüre in einem Karton enthalten sind.
Fludrocortison Novumgen 0,1 mg Tabletten werden in Packungen mit 20, 30, 40, 50, 60 und
100 Tabletten angeboten.
Blisterpackungen aus PVC/PVdC/Aluminiumfolie
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.