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Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Neotigason® 25, Hartkapseln

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Hartkapsel

Hersteller

PUREN Pharma GmbH & Co. KG

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.8.2024
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Fachinfo - Neotigason® 25

Anwendungsgebiete

Zur symptomatischen Behandlung von schwersten, einer konventionellen Therapie nicht zugänglichen Verhornungsstörungen des Hautorgans wie

  • Psoriasis vulgaris, vor allem erythrodermatische und pustulöse Formen,

  • Hyperkeratosis palmoplantaris,

  • Pustulosis palmoplantaris,

  • Ichthyosis,

  • Morbus Darier,

  • Pityriasis rubra pilaris,

  • Lichen ruber planus der Haut und Schleimhäute.

Dosierung

Acitretin sollte nur von Ärzten, vorzugsweise von Dermatologen, verschrieben werden, die Erf ahrung in der Behandlung mit systemischen Retinoiden haben und die das teratogene Risiko durch Acitretin richtig einschätzen (siehe Abschnitt 4.6).

Dosierung

Die Dosierung richtet sich nach dem Erscheinungsbild der Erkrankung und der Verträglichkeit des Präparates. Sie muss vom behandelnden Arzt f ür jeden Patienten, auf grund der Unterschiede in der Auf nahme- und Abbaurate von Acitretin, individuell bestimmt werden. Die nachf olgenden Angaben können als Orientierung gelten.

Erwachsene

Die Anf angsdosis von 25 mg (d.h. 1 Hartkapsel Neotigason 25) oder 30 mg Acitretin (d. h. 3 Hartkapseln Neotigason 10) während 2 bis 4 Wochen kann bereits zuf riedenstellende therapeutische Ergebnisse lief ern.

Die Erhaltungsdosis ist dem therapeutischen Ergebnis und der Verträglichkeit anzupassen. Im Allgemeinen ermöglicht eine Tagesdosis von 25 - 50 mg Acitretin f ür weitere 6 bis 8 Wochen ein optimales Therapieergebnis. Es kann in einigen Fällen notwendig sein, die Dosis bis zu einem Maximum von 75 mg Acitretin pro Tag (d. h. 3 Hartkapseln Neotigason 25) zu steigern. Diese Höchstdosis sollte nicht überschritten werden.

Bei Psoriasis-Patienten kann die Therapie im Allgemeinen beendet werden, wenn sich die

Läsionen in ausreichendem Maße gebessert haben. Eine Langzeitbehandlung wird bei Patienten mit Psoriasis nicht empf ohlen. Rezidive werden in gleicher Weise behandelt.

Bei Verhornungsstörungen ist f ür gewöhnlich eine Erhaltungsdosis erf orderlich, diese sollte so niedrig wie möglich gehalten werden (evtl. weniger als 20 mg Acitretin pro Tag). Sie sollte auf keinen Fall 50 mg Acitretin pro Tag überschreiten.

Kinder und Jugendliche

Im Hinblick auf mögliche schwere Nebenwirkungen bei der Langzeittherapie ist das Risiko sorgf ältig gegen den therapeutischen Nutzen abzuwägen. Acitretin sollte erst eingesetzt werden, wenn sich alle anderen Therapieoptionen als ungeeignet erwiesen haben.

Die Dosierung sollte nach Körpergewicht (KG) erf olgen. Die Tagesdosis liegt bei ca. 0,5 mg Acitretin pro kg KG. Höhere Dosen bis zu 1 mg Acitretin pro kg KG pro Tag können in einigen Fällen f ür eine begrenzte Zeit erf orderlich sein. Die maximale Dosis von 35 mg Acitretin pro Tag sollte nicht überschritten werden. Die Erhaltungsdosis sollte im Hinblick auf mögliche Langzeit-Nebenwirkungen immer so niedrig wie möglich gewählt werden.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen

Die Hartkapseln werden mit den Mahlzeiten, am besten mit Milch, unzerkaut eingenommen. Auf die Einhaltung der vom Arzt errechneten Dosierung von Neotigason ist unbedingt zu achten.

Zusätzliche Lokalbehandlungen, auch rein pflegender Natur, während der Verabreichung von Neotigason müssen mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Die Dauer der Behandlung wird vom Arzt nach der Art der Erkrankung und der Verträglichkeit des Präparates f estgelegt.

Bei Psoriasis-Patienten wird im Allgemeinen die Therapie beendet, wenn sich die Läsionen in genügendem Maße zurückgebildet haben. Eine Langzeittherapie ist bei Psoriasis-Patienten nicht zu empf ehlen.

Bei Verhornungsstörungen liegen Erf ahrungen bis zu 2 Jahren vor.

Rezidive werden nach den gleichen Regeln behandelt.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Retinoide oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Acitretin, der Wirkstoff von Neotigason, ist in hohem Maße fruchtschädigend und darf nicht von Schwangeren angewendet werden. Dies gilt auch für Frauen im gebärfähigen Alter, es sei denn, es wird eine strikte Empfängnisverhütung 4 Wochen vor der Acitretintherapie angefangen und während der Behandlung und bis zu 3 Jahre nach Therapieende fortgesetzt (siehe Abschnitt 4.6).

Neotigason darf stillenden Frauen nicht verabreicht werden. Acitretin ist kontraindiziert bei Patienten mit:

  • Schwerwiegender Leberf unktionsstörung.

  • Schwerwiegender Nierenf unktionsstörung.

  • Chronisch erhöhten Blutlipidwerten.

Da Neotigason und Tetrazykline eine Erhöhung des Hirndruckes verursachen können, dürf en sie nicht gleichzeitig verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.5).

Es wurde über ein erhöhtes Hepatitisrisiko bei gleichzeitiger Anwendung von Methotrexat und Etretinat berichtet. Eine gleichzeitige Anwendung von Methotrexat und Acitretin ist daher ebenf alls kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.5).

Ebenso ist die gleichzeitige Anwendung von Acitretin und Vitamin A oder anderen Retinoiden kontraindiziert, da die Gef ahr einer Hypervitaminose A besteht (siehe Abschnitt 4.5).

Warnhinweise

Teratogene Effekte

Neotigason ist ein starkes menschliches Teratogen, das schwere und lebensbedrohliche Missbildungen beim ungeborenen Kind verursacht.

Neotigason ist streng kontraindiziert bei:

  • schwangeren Frauen

  • Frauen im gebärf ähigen Alter, es sei denn, es werden alle Bedingungen des Schwangerschaf tsverhütungsprogramms eingehalten

Im Falle einer Schwangerschaf t kann Acitretin schwere Missbildungen beim ungeborenen Kind verursachen. Die Retinoid-typischen Missbildungen betref f en vor allem das Zentralnervensystem, das Herz und die großen Blutgef äße. Sie sind in einem hohen Prozentsatz zu erwarten, selbst wenn Neotigason nur über kurze Zeiträume während der Schwangerschaf t eingenommen wurde.

Schwangerschaftsverhütungsprogramm

Dieses Arzneimittel ist TERATOGEN.

Acitretin ist bei Frauen im gebärf ähigen Alter kontraindiziert, es sei denn, dass alle folgenden Bedingungen des Schwangerschaf tsverhütungsprogramms eingehalten werden:

  • Zur symptomatischen Behandlung von schwersten, einer konventionellen Therapie nicht zugänglichen Verhornungsstörungen des Hautorgans wie

    • Psoriasis vulgaris, vor allem erythrodermatische und pustulöse Formen,

    • Hyperkeratosis palmoplantaris,

    • Pustulosis palmoplantaris,

    • Ichthyosis,

    • Morbus Darier,

    • Pityriasis rubra pilaris,

    • Lichen ruber planus der Haut und Schleimhäute (siehe Abschnitt 4.1).

  • Die Gebärf ähigkeit muss bei allen weiblichen Patienten individuell beurteilt werden.

  • Die Patientin versteht das teratogene Risiko.

  • Die Patientin versteht die Notwendigkeit einer strengen monatlichen Überwachung.

  • Die Patientin versteht und akzeptiert die Notwendigkeit einer zuverlässigen, kontinuierlichen

  • Empf ängnisverhütung einen Monat vor der Behandlung, während der gesamten Behandlung und f ür 3 Jahre nach Behandlungsende. Es müssen mindestens eine sehr zuverlässige Methode zur Empf ängnisverhütung (d.h. eine nutzerunabhängige Methode) oder zwei sich ergänzende nutzerabhängige Methoden zur Empf ängnisverhütung angewendet werden.

  • Die individuelle Situation jeder Patientin soll bei der Wahl der Empf ängnisverhütungsmethode beurteilt und die Patientin in die Diskussion einbezogen werden, um ihre Mitarbeit und die Einhaltung der gewählten Maßnahmen sicherzustellen.

  • Auch im Falle einer Amenorrhö muss die Patientin alle Anweisungen f ür eine zuverlässige Empf ängnisverhütung bef olgen.

  • Die Patientin ist über die möglichen Konsequenzen einer Schwangerschaf t inf ormiert und versteht diese. Sie ist sich darüber im Klaren, dass sie sich bei einem möglichen Risiko, dass eine Schwangerschaf t eingetreten ist, oder bei einem Schwangerschaf tsverdacht unverzüglich an ihren Arzt wenden muss.

  • Die Patientin versteht die Notwendigkeit und akzeptiert, regelmäßige Schwangerschaf tstests vor und während der Behandlung, idealerweise monatlich, sowie nach Therapieende in regelmäßigen Abständen mit 1-3 monatlichen Intervallen über einen Zeitraum von 3 Jahren durchf ühren zu lassen.

  • Die Patientin bestätigt, dass sie die Gef ahren und die bei der Anwendung von Acitretin erf orderlichen Vorsichtsmaßnahmen verstanden hat.

    Diese Voraussetzungen gelten auch f ür Frauen, die gegenwärtig sexuell nicht aktiv sind, es sei denn, der verschreibende Arzt sieht zwingende Gründe daf ür, dass keinerlei Risiko besteht, dass eine Schwangerschaf t eintritt.

    Der verschreibende Arzt muss sicherstellen, dass:

  • die Patientin die Voraussetzungen f ür das o. g. Schwangerschaf tsverhütungsprogramm erf üllt, einschließlich eines Nachweises, dass sie über ein angemessenes Verständnis verf ügt.

  • die Patientin bestätigt, dass sie die o. g. Voraussetzungen erf üllt.

  • die Patientin versteht, dass sie mindestens einen Monat vor Beginn der Behandlung durchgängig und korrekt eine sehr zuverlässige Methode zur Empf ängnisverhütung (d.h. eine nutzerunabhängige Methode) oder zwei sich ergänzende nutzerabhängige Methoden zur

    Empf ängnisverhütung anwenden muss und dass sie die zuverlässige Empf ängnisverhütung während der gesamten Behandlungsdauer und f ür mindestens 3 Jahre nach Behandlungsende weiterf ühren muss.

  • Schwangerschaf tstests mit negativem Resultat vor und während der Behandlung sowie nach Therapieende mit 1-3 monatlichen Intervallen über einen Zeitraum von 3 Jahren vorliegen. Die

Daten und Ergebnisse der Schwangerschaf tstests müssen dokumentiert werden.

Falls bei einer mit Acitretin behandelten Frau eine Schwangerschaf t eintritt, muss die Behandlung

sofort abgebrochen und die Patientin zur Abklärung und Beratung an einen im Bereich der Teratologie spezialisierten oder erf ahrenen Arzt überwiesen werden.

Falls eine Schwangerschaf t nach Behandlungsende eintritt, bleibt ein Risiko ernsthaf ter und schwerwiegender Missbildungen des Fötus bestehen. Das Risiko besteht bis das Produkt vollständig ausgeschieden wurde, was bis zu 3 Jahren nach dem Ende der Behandlung dauert.

Empfängnisverhütung

Patientinnen müssen umf assend zum Thema Schwangerschaf tsverhütung inf ormiert sein und über geeignete Methoden beraten werden, f alls sie noch keine zuverlässige Empf ängnisverhütung durchf ühren. Sollte der verschreibende Arzt diese Inf ormationen der Patientin nicht zur Verf ügung stellen können, muss die Patientin an einen entsprechenden Arzt überwiesen werden.

Frauen im gebärf ähigen Alter müssen mindestens eine sehr zuverlässige Methode zur

Empf ängnisverhütung (d.h. eine nutzerunabhängige Maßnahme) oder zwei sich ergänzende nutzerabhängige Maßnahmen zur Empf ängnisverhütung anwenden. Die Empf ängnisverhütung muss einen Monat vor der Behandlung, während der gesamten Behandlung und 3 Jahre nach Behandlungsende mit Acitretin angewendet werden, auch bei Patientinnen mit Amenorrhö.

Die individuelle Situation jeder Patientin soll bei der Wahl der Empf ängnisverhütungsmethode beurteilt und die Patientin soll in die Diskussion einbezogen werden, um ihre Mitarbeit und die Einhaltung der gewählten Maßnahmen sicherzustellen.

Schwangerschaftstests

Ärztlich überwachte Schwangerschaf tstests mit einer Mindestsensitivität von 25 mIU/ml sind in Übereinstimmung mit der klinischen Praxis wie folgt durchzuf ühren:

Vor Behandlungsbeginn

Mindestens einen Monat nach Beginn der Maßnahmen zur Empf ängnisverhütung und kurz (vorzugsweise wenige Tage) vor der ersten Verschreibung muss ein Schwangerschaf tstest unter ärztlicher Überwachung durchgef ührt werden. Dieser Test soll sicherstellen, dass die Patientin nicht schwanger ist, wenn sie mit der Acitretin-Behandlung beginnt.

Kontrolluntersuchungen

In regelmäßigen Intervallen, idealerweise monatlich, müssen Kontrolluntersuchungen durchgef ührt werden. Die Notwendigkeit monatlicher, ärztlich überwachter Schwangerschaf tstests (entsprechend der üblichen Praxis) sollte unter Berücksichtigung der sexuellen Aktivität der Patientin, ihrer Menstruationsanamnese (Menstruationsanomalien, Ausbleiben von Perioden oder Amenorrhö) und der Methode zur Empf ängnisverhütung beurteilt werden. Sof ern indiziert, muss der Kontrollschwangerschaf tstest am Verschreibungstermin oder innerhalb der letzten 3 Tage vor dem Besuch beim verschreibenden Arzt erf olgen.

Am Behandlungsende

Patientinnen müssen sich über einen Zeitraum von 3 Jahren nach Therapieende regelmäßig in 1-3 monatlichen Intervallen einem Schwangerschaf tstest unterziehen.

Verschreibungs- und Abgabebeschränkungen

Für Frauen im gebärf ähigen Alter müssen Verordnungen von Neotigason idealerweise auf 30 Tage limitiert sein, um regelmäßige Kontrolluntersuchungen einschließlich Schwangerschaf tstests zu unterstützen. Idealerweise sollten der Schwangerschaf tstest, die Ausstellung des Rezeptes und die Abgabe von Neotigason am selben Tag erf olgen. Die Abgabe von Neotigason muss innerhalb von maximal 7 Tagen nach der Ausstellung des Rezeptes erf olgen.

Diese monatlichen Kontrollen sollen sicherstellen, dass regelmäßige Schwangerschaf tstests durchgef ührt werden und dass die Patientin nicht schwanger ist, bevor sie den nächsten Behandlungszyklus erhält.

Männliche Patienten

Die verf ügbaren Daten deuten darauf hin, dass die Exposition der Mutter durch die Samenf lüssigkeit des mit Neotigason behandelten Partners nicht ausreicht, um mit teratogenen Eff ekten von Neotigason einherzugehen. Männliche Patienten müssen daran erinnert werden, dass sie ihr Arzneimittel nicht an andere weitergeben dürf en, insbesondere nicht an Frauen.

Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen

Die Patienten müssen angewiesen werden, das Arzneimittel niemals an andere Personen weiterzugeben und nicht benötigte Kapseln am Ende der Behandlung an ihre Apotheke zurückzugeben.

Patienten dürf en während und 3 Jahre nach der Behandlung mit Acitretin kein Blut spenden, da bei schwangeren Frauen, die eine solche Bluttransf usion erhalten, ein potenzielles Risiko f ür den Fötus besteht.

Schulungsmaterial

Um verschreibende Ärzte, Apotheker und Patienten bei der Vermeidung einer fötalen Exposition gegenüber Acitretin zu unterstützen, wird der Zulassungsinhaber Schulungsmaterialien zur Verf ügung stellen, welche die Warnungen zur Teratogenität von Acitretin bekräf tigen, Hinweise zur

Empf ängnisverhütung vor dem Behandlungsbeginn geben und Auf klärung über die Notwendigkeit von Schwangerschaf tstests lief ern.

Alle Patienten, männlich und weiblich, müssen vom Arzt in vollem Umf ang über das teratogene Risiko und die im Schwangerschaf tsverhütungsprogramm dargelegten strengen Maßnahmen zur Empf ängnisverhütung auf geklärt werden. Psychiatrische Störungen

Bei mit systemischen Retinoiden (einschließlich Acitretin) behandelten Patienten wurde über Depressionen, Verstärkung von Depressionen, Angst, Stimmungsschwankungen und psychotische Störung berichtet. Bei Patienten mit einer Depression in der Anamnese ist besondere Vorsicht geboten. Patienten sind auf Anzeichen einer Depression zu überwachen und, f alls notwendig, entsprechend zu behandeln.

Eine Auf klärung von Familie oder Freunden könnte helf en, eine Verschlechterung der psychischen Verf assung wahrzunehmen.

Klinische Beobachtungen haben gezeigt, dass bei Einnahme von Acitretin und gleichzeitigem Alkoholgenuss Etretinat gebildet werden kann. Etretinat ist hoch teratogen und hat eine längere Halbwertszeit (ca. 120 Tage) als Acitretin. Frauen im gebärf ähigen Alter dürf en daher während der Behandlung mit Neotigason und bis zu 2 Monate nach Behandlungsende keinen Alkohol zu sich nehmen (in Getränken, Essen oder Arzneimitteln). Empf ängnisverhütende Maßnahmen und Schwangerschaf tstests müssen ebenf alls f ür 3 Jahre nach Beendigung der Therapie mit Neotigason durchgef ührt werden (siehe Abschnitte 4.6 und 5.2).

Die Leberf unktion sollte vor Einleitung der Acitretinbehandlung sowie alle 1–2 Wochen in den ersten 2 Monaten nach Therapiebeginn und danach alle 3 Monate f ür die Dauer der Behandlung überprüf t werden. Sollten von der Norm abweichende Werte gef unden werden, sind wöchentliche

Überprüf ungen zu veranlassen. Wenn sich die Leberf unktion nicht normalisiert bzw. sich weiter verschlechtert, muss Acitretin abgesetzt werden. In solchen Fällen wird angeraten, die

Leberf unktionstests mindestens 3 Monate fortzusetzen (siehe Abschnitt 4.8).

Die Serumwerte f ür Cholesterin und Triglyceride (Nüchternwerte) müssen vor Einleitung der Acitretinbehandlung, einen Monat nach Therapiebeginn und danach alle 3 Monate f ür die Dauer der Behandlung überprüf t werden. Wenn eine Hypertriglyceridämie nicht kontrollierbar ist oder wenn Symptome einer Pankreatitis auf treten, muss die Behandlung mit Acitretin abgebrochen werden.

Patienten mit Risikof aktoren f ür Herz-/Kreislauf erkrankungen, z. B. Hypertonie, sollten unter der Therapie mit Neotigason regelmäßig kontrolliert werden.

Fälle verschlechterten Nachtsehens wurden unter Therapie mit Neotigason gemeldet. Daher sollten Patienten auf dieses mögliche Problem hingewiesen und dazu auf gef ordert werden, nachts beim Fahren und Bedienen von Maschinen besonders vorsichtig zu sein. Visusprobleme sollten sorgf ältig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.8).

Es liegen seltene Berichte über benigne intrakranielle Hypertension vor. Patienten mit schweren

Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen müssen Acitretin sofort absetzen und es sind neurologische Untersuchungen und Betreuung zu veranlassen (siehe Abschnitt 4.8).

Bei Erwachsenen, insbesondere älteren Menschen, die eine Langzeittherapie mit Acitretin erhalten, sollten in Hinblick auf mögliche auf tretende Ossifikationsanomalien regelmäßige Untersuchungen erf olgen (siehe Abschnitt 4.8). Im Falle von solchen Störungen muss eine Fortsetzung der Therapie auf Basis einer sorgf ältigen Risiko-Nutzen-Analyse mit dem Patienten besprochen werden.

In gelegentlichen Fällen wurde über Knochenveränderungen, z. B. vorzeitige Epiphysenschlüsse, skelettale Hyperostosen und extraossäre Verkalkungen bei Kindern nach Langzeittherapien mit Etretinat berichtet, sodass ähnliche Auswirkungen bei Acitretin zu erwarten sind. Bei Kindern müssen daher Wachstumsparameter und Knochenentwicklung sorgf ältig überwacht werden.

Es muss betont werden, dass gegenwärtig nicht alle Folgen einer lebenslangen Behandlung mit Acitretin abgeschätzt werden können.

Da die Wirkung von UV-Strahlung durch eine Retinoidtherapie verstärkt wird, sollten Patienten sich keinem übermäßigen Sonnenlicht aussetzen und die unbeauf sichtigte Nutzung von Bräunungslampen vermeiden. Gegebenenf alls muss ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzf aktor, mindestens Lichtschutzf aktor 15, verwendet werden.

Hochdosistherapien mit Retinoiden können Stimmungsänderungen verursachen mit Symptomen wie Gereiztheit, Aggressivität und Depressionen.

Hochrisikopatienten:

Bei Patienten mit Diabetes, Alkoholismus, Übergewicht, kardiovaskulären Risikof aktoren oder einer Fettstof fwechselstörung, die sich einer Behandlung mit Acitretin unterziehen, sind häuf igere Untersuchungen der Serumlipid- und/oder Blutzuckerwerte sowie anderer kardiovaskulärer Risikoindikatoren, wie z. B. des Blutdrucks, erf orderlich.

Bei Diabetikern können Retinoide die Glucosetoleranz sowohl verbessern als auch verschlechtern. In

der Anf angsphase der Therapie sind daher häuf ige Kontrollen der Blutzuckerwerte angezeigt.

Bei allen Hochrisikopatienten, bei denen keine Normalisierung oder eine Verschlechterung der kardiovaskulären Risikoparameter f estzustellen ist, muss eine Dosisreduktion oder das Absetzen von Acitretin erwogen werden.

Seit der Zulassung wurden weltweit sehr seltene Fälle eines Kapillarlecksyndroms/Retinsäure-Syndroms gemeldet.

Seit der Zulassung wurden weltweit sehr seltene Fälle einer exf oliativen Dermatitis gemeldet. Patienten mit der seltenen Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Neotigason nicht einnehmen. Neotigason enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Hartkapsel, d.h., es ist nahezu

„natriumf rei“.

Wechselwirkungen

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Eine kombinierte Behandlung mit Methotrexat, Tetrazyklinen, Vitamin A oder anderen oralen Retinoiden (z. B. Tretinoin, Isotretinoin) ist kontraindiziert(siehe Abschnitt 4.3).

Die empf ängnisverhütende Wirkung von niedrig dosierten Progesteron-Präparaten kann durch Wechselwirkung mit Acitretin verringert werden. Niedrig dosierte Progesteron-Präparate (sogenannte Minipillen) sollten daher nicht zur Empf ängnisverhütung eingesetzt werden (siehe Abschnitt 4.6).

Wechselwirkungen mit oralen Kontrazeptiva die eine Östrogen/Progesteron-Kombination enthalten wurden nicht beobachtet.

In einer Studie mit gesunden Probanden f ührte die gleichzeitige Einnahme einer Einzeldosis Acitretin zusammen mit Alkohol zur Bildung von Etretinat, das hoch teratogen wirkt. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass auch ohne gleichzeitige Einnahme alkoholischer Getränke Etretinat gebildet wird. Auf grund der möglichen Bildung von Etretinat dürf en Frauen im gebärf ähigen Alter während der Behandlung mit Acitretin und zwei Monate nach Beendigung der Therapie keinen Alkohol konsumieren (in Getränken, Nahrungsmitteln oder Arzneimitteln) (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Phenytoin und Neotigason muss berücksichtigt werden, dass Phenytoin durch Acitretin zum Teil aus seiner Eiweißbindung verdrängt wird. Die klinische Bedeutung ist bisher nicht bekannt.

Weitere Wechselwirkungen zwischen Acitretin und anderen Substanzen (z. B. Cimetidin, Digoxin) sind nicht bekannt.

Untersuchungen zur Wirkung von Acitretin auf die Proteinbindung von Antikoagulanzien vom Cumarintyp (Warf arin) deuteten nicht auf eine Interaktion hin.

Schwangerschaft

Es ist bekannt, dass Retinoide beim Menschen schwere angeborene Anomalien hervorruf en können (Kopf-/Gesichtsbereich, zentrales Nervensystem, Herz-Kreislauf -System, Skelett und Thymusdrüse). Wie Vitamin A und andere Retinoide kann Acitretin bei verschiedenen Tierspezies zu Missbildungen bei Jungtieren f ühren, selbst bei Verabreichung in einer humantherapeutischen Dosis.

Frauen im gebärfähigen Alter/ Kontrazeption bei Männern und Frauen

Vorrangige Verhütungsmethoden sind ein kombiniertes hormonelles Kontrazeptivum oder die Spirale oder ein empf ängnisverhütendes Implantat, und zusätzlich wird die Verwendung eines Kondoms oder eines Diaphragmas (Portiokappe) empf ohlen. Niedrig dosierte Progesteron-Präparate (Minipille) werden nicht empf ohlen, da es Hinweise auf eine mögliche Beeinträchtigung ihrer verhütenden Wirkung gibt.

Acitretin, der Wirkstoff von Neotigason, ist hoch teratogen (siehe auch Abschnitt 4.4).

Seine Anwendung ist bei Frauen, die während der Behandlung oder innerhalb eines Zeitraums von 3 Jahren nach Beendigung der Behandlung schwanger werden könnten, kontraindiziert es sei denn, dass alle Bedingungen des Schwangerschaf tsverhütungsprogramms eingehalten werden (siehe 4.4).

Das Risiko, ein missgebildetes Kind (z. B. kraniof azialer Def ekte, Fehlbildungen des Herz-Kreislauf - Systems oder ZNS, skelettaler und Thymusdef ekte) zu gebären, ist außerordentlich hoch, wenn Acitretin vor oder während der Schwangerschaf t eingenommen wird, unabhängig von der Dauer oder der Dosierung der Behandlung.

Frauen im gebärf ähigen Alter dürf en keinen Alkohol zu sich nehmen (in Getränken, Nahrungsmitteln oder Arzneimitteln) während der Behandlung mit Acitretin und über einen Zeitraum von 2 Monaten nach Beendigung der Acitretin Therapie (siehe Abschnitt 4.4, 4.5 und 5.2).

Bei männlichen mit Acitretin behandelten Patienten deuten verf ügbare Daten, wenn überhaupt, auf ein geringf ügiges Risiko f ür teratogene Wirkungen hin, je nach Grad der Exposition der Schwangeren gegenüber dem im Samen bzw. Samenf lüssigkeit enthaltenen Acitretin.

Schwangerschaft

Acitretin ist bei schwangeren Frauen kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Stillzeit

Acitretin darf bei stillenden Müttern nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).

Fahrtüchtigkeit

Fälle verschlechterten Nachtsehens wurden unter Therapie mit Acitretin berichtet. Daher sollten Patienten auf dieses mögliche Problem hingewiesen und dazu auf gef ordert werden, nachts beim Fahren und Bedienen von Maschinen besonders vorsichtig zu sein. Visusprobleme sollten sorgf ältig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.8).

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen werden bei den meisten mit Acitretin behandelten Patienten beobachtet. Sie klingen in der Regel ab, wenn die Dosierung verringert oder die Behandlung beendet wird. Eine anf ängliche Verschlimmerung der Psoriasis-Symptome kann bei Behandlungsbeginn auf treten.

Die am häuf igsten beobachteten Nebenwirkungen sind Symptome einer Hypervitaminose A wie z. B. trockene Lippen, die durch Auf tragen einer Fettsalbe gelindert werden können.

Die folgenden nach Systemorganklassen und Häuf igkeit auf gelisteten Nebenwirkungen von Acitretin wurden in klinischen Studien und nach Markteinf ührung berichtet. Die folgenden Häuf igkeitsangaben wurden zugrunde gelegt:

Sehr häuf ig (≥ 1/10)

Häuf ig (≥ 1/100 bis < 1/10) Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häuf igkeit auf Grundlage der verf ügbaren Daten nicht abschätzbar)

Infektionen und parasitäre ErkrankungenHäuf igkeit nicht bekannt Vulvovaginitis, verursacht durch Candida albicans
Erkrankungen des ImmunsystemsHäuf igkeit nicht bekannt Typ-I-Hypersensibilität
Erkrankungen des NervensystemsHäuf ig Kopfschmerzen
Gelegentlich Benommenheit
Selten Periphere Neuropathie
Sehr selten Benigne intrakranielle Druckerhöhung (siehe Abschnitt 4.4)
Augenerkrankungen
Sehr häuf ig Trockenheit und Entzündungen der Schleimhäute
(z. B. Konjunktivitis, Xerophthalmie) und dadurch
bedingte Unverträglichkeit von Kontaktlinsen
Gelegentlich Verschwommenes Sehen
Sehr selten Nachtblindheit (siehe Abschnitt 4.4), Hornhautulzera
Erkrankungen des Ohrs und desLabyrinthsHäuf igkeit nicht bekannt Hörstörungen, Tinnitus
GefäßerkrankungenHäuf igkeit nicht bekannt Hitzewallungen, Kapillarlecksyndrom, Retinsäuresyndrom
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums Sehr häuf ig
Häuf igkeit nicht bekannt Trockenheit und Entzündungen der Schleimhäute(z. B. Epistaxis und Rhinitis)Dysphonie
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häuf ig Häuf igGelegentlichHäuf igkeit nicht bekannt Mundtrockenheit, DurstStomatitis, gastrointestinale Störungen (z. B. Bauchschmerzen, Durchf all, Übelkeit, Erbrechen)GingivitisDysgeusie, Rektalblutungen
Leber- und GallenerkrankungenGelegentlichSehr selten Hepatitis Gelbsucht
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesSehr häuf igHäuf igGelegentlichHäuf igkeit nicht bekannt Cheilitis, Pruritus, Alopezie, Hautabschilf erung (auf dem gesamten Körper, vor allem an Handf lächen und Fußsohlen)Hautf ragilität, klebrige Haut, Dermatitis, abnorme Haarbeschaf f enheit, brüchige Nägel,Nagelf alzentzündung, ErythemRhagadenbildung, bullöse Dermatose, PhotosensibilitätsreaktionenPyogene Granulome, Madarosis, Angioödem, Urtikaria, dünner werdende Haut, exf oliative Dermatitis
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenHäuf ig Sehr selten Arthralgie, MyalgieKnochenschmerzen, Exostose (die Erhaltungstherapie kann zum Fortschreiten einer bestehenden spinalen Hyperostose, zum Auf treten neuer hyperostotischer Läsionen und extraskelettaler Kalzif ikation f ühren, wie es auch bei Langzeitbehandlungen mit Retinoiden beobachtet worden ist) (siehe Abschnitt 4.4).
Allgemeine Erkrankungen undBeschwerden am VerabreichungsortHäuf ig Periphere Ödeme
UntersuchungenSehr häuf ig Abnorme Leberf unktionswerte (vorübergehende, meist reversible Erhöhung der Transaminasen und der alkalischen Phosphatase) (siehe Abschnitt 4.4).Abnorme Lipidwerte (reversible Erhöhungen der Serumtriglycerid- und Cholesterinwerte bei hoher Dosierung von Acitretin, vor allem bei prädisponierten Patienten und unter Langzeittherapie (siehe Abschnitt 4.4)). Bei Fortbestand dieser Störungen kann ein daraus resultierendes Risiko f ür Atherogenese nicht ausgeschlossen werden.
Psychiatrische Erkrankungen StimmungsschwankungenPsychotische Störung

Kinder und Jugendliche

In gelegentlichen Fällen wurden über Knochenveränderungen wie z. B. vorzeitige Epiphysenschlüsse, skelettale Hyperostosen und extraossäre Verkalkungen bei Kindern nach Langzeittherapien mit

Etretinat berichtet, sodass ähnliche Auswirkungen bei Acitretin zu erwarten sind. Bei Kindern müssen daher Wachstumsparameter und Knochenentwicklung sorgf ältig überwacht werden.

Diabetes-Patienten

Retinoide können die Glucosetoleranz sowohl verbessern als auch verschlechtern (siehe Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberuf en sind auf gef ordert, jeden Verdachtsf all einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut f ür Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Bei akuter Überdosierung muss Neotigason unverzüglich abgesetzt werden. Symptome einer Überdosierung entsprechen denen einer akuten A-Hypervitaminose, z. B. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Schläf rigkeit, Reizbarkeit und Pruritus. Spezielle Behandlungsmaßnahmen sind wegen der niedrigen akuten Toxizität des Präparates nicht erf orderlich.

Pharmakologische Eigenschaften - Neotigason® 25

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsoriatika zur systemischen Anwendung ATC-Code: D05BB02

Acitretin ist ein synthetisches aromatisches Analogon der Retinsäure. In präklinischen Untersuchungen zur Verträglichkeit von Acitretin wurden keine relevanten mutagenen oder kanzerogenen Wirkungen gef unden und es gab keine Hinweise auf eine direkte Lebertoxizität. Acitretin erwies sich in Tierstudien als stark teratogen. Klinische Studien haben bestätigt, dass sich unter Acitretin bei Psoriasis und Verhornungsstörungen die epidermale Zellprolif eration, -

diff erenzierung und -verhornung normalisiert, wobei in den meisten Fällen die Nebenwirkungen erträglich sind. Die Wirkung von Acitretin ist rein symptomatisch, der Wirkungsmechanismus ist noch weitgehend ungeklärt.

Pharmakokinetik

Resorption

Die maximale Plasmakonzentration von Acitretin wird im Durchschnitt 1 bis 4 Stunden nach Einnahme der Hartkapseln erreicht. Die Bioverf ügbarkeit von oral zugef ührtem Acitretin ist bei gleichzeitiger Nahrungsauf nahme am besten. Sie beträgt nach einer Einzeldosis ungef ähr 60 %, wobei dieser Wert jedoch von Patient zu Patient stark schwanken kann (36–95 %).

Die Steady-State-Konzentration nach oraler Gabe von 50 mg Acitretin beträgt ca. 22 ng/ml. Diese wird bei täglicher Gabe nach ca. 7 Tagen erreicht.

Verteilung

Acitretin ist stark lipophil und dringt leicht in das Gewebe ein. Die Plasmaproteinbindung von Acitretin liegt bei 99,9 %. In Tierstudien passierte Acitretin die Plazentaschranke in ausreichender Menge, um

f etale Missbildungen auszulösen. Auf grund seiner lipophilen Eigenschaf ten kann angenommen werden, dass Acitretin in erheblicher Menge in die Muttermilch übergeht.

Biotransformation

Acitretin wird durch Isomerisierung in sein 13-cis-Isomer (cis-Acitretin) umgewandelt und durch Glukuronidierung und Abspaltung der Seitenkette verstof fwechselt. Diese Metaboliten mit verkürzter Seitenkette werden auf dem Harnweg ausgeschieden.

Bildung von Etretinat

Klinische Beobachtungen haben gezeigt, dass bei Einnahme von Acitretin und gleichzeitigem Alkoholgenuss Etretinat gebildet werden kann. Etretinat ist hoch teratogen und hat eine längere Halbwertszeit ( von ungef ähr 120 Tagen) als Acitretin, daher müssen empf ängnisverhütende Maßnahmen f ür 3 Jahre nach Beendigung der Therapie mit Neotigason eingehalten werden (siehe Abschnitte 4.4, 4.6 und 5.2).

Elimination

Studien bei Mehrf achgabe von Acitretin an Patienten im Alter von 21–70 Jahren ergaben eine Eliminationshalbwertszeit von ca. 50 Stunden f ür Acitretin und 60 Stunden f ür seinen ebenf alls teratogenen Hauptmetaboliten im Plasma, cis-Acitretin. Auf Basis der längsten bei diesen Patienten beobachteten Halbwertszeit f ür Acitretin (96 Stunden) und cis-Acitretin (123 Stunden) kann ausgehend von einer linearen Kinetik angenommen werden, dass mehr als 99 % der Substanz innerhalb von 36 Tagen nach Beendigung einer Langzeittherapie ausgeschieden werden. Darüber hinaus sanken die Plasmaspiegel von Acitretin und cis-Acitretin innerhalb von 36 Tagen nach Beendigung der Behandlung unter die Nachweisgrenze der Bestimmungsmethode (< 6 ng/ml).

Acitretin wird vollständig in Form seiner Metaboliten zu etwa gleichen Teilen über die Niere und die Galle ausgeschieden.

Hinweis

In einer Studie mit gesunden Probanden f ührte die gleichzeitige Einnahme einer Einzeldosis Acitretin zusammen mit Alkohol zur Bildung von Etretinat. Dies wurde zuvor bereits in vitro beobachtet. Bei neuesten Untersuchungen wurde die Bildung von Etretinat auch bei Acitretin-behandelten Patienten beobachtet. Bis dieses Phänomen vollständig auf geklärt ist, müssen die pharmakokinetischen Eigenschaf ten von Etretinat berücksichtigt werden. Da dessen Halbwertszeit etwa 120 Tage beträgt, müssen kontrazeptive Maßnahmen über einen Zeitraum von 3 Jahren nach Beendigung der Acitretin-Therapie eingehalten werden.

Bioverf ügbarkeit

Die absolute Bioverf ügbarkeit beträgt im Mittel 60 % mit hohen interindividuellen Schwankungen zwischen 36 und 95 %. Die biologische Verf ügbarkeit von Acitretin ist wesentlich besser, wenn die Hartkapseln mit der Mahlzeit, am besten mit Milch, eingenommen werden.

Pharmazeutische Angaben - Neotigason® 25

Liste der sonstigen Bestandteile

Kapselinhalt: Mikrokristalline Cellulose Gelatine

Sprühgetrockneter Glucose-Sirup Natriumascorbat

Kapselhülle:

Gelatine Eisenoxidhydrat (E 172)

Eisen(III)-oxid (E 172)

Eisen(II,III)-oxid (E 172)

Titandioxid (E 171)

Drucktinte:

Schellack

Propylenglycol Ammoniumhydroxid Eisen(II,III)-oxid (E172)

Inkompatibilitäten

Inkompatibilitäten sind bisher nicht bekannt.

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern. In der Originalverpackung auf bewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PVDC-Alu- oder PVC/PE/PVDC-Alu-Blisterpackungen mit 30, 50 , 60, 90 und 100 Hartkapseln

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anf orderungen.

Weblinks

Packungen und Preis

Neotigason® 25 30 Hartkaps.
Preis
106,15 €
Zuzahlung
10,00 €

Versicherungsliste

AOK Rheinland-Pfalz/Saarland | AOK Rheinland/Hamburg | Audi BKK | BAHN-BKK | BAHN-BKK (108434875, 108539520, 108734889, 108939535, 108939546, 109531272, 109531283, 109920525, 109920536, 1099…
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Neotigason® 25 50 Hartkaps. N2
Preis
168,88 €
Zuzahlung
10,00 €

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Neotigason® 25 100 Hartkaps. N3
Preis
316,54 €
Zuzahlung
10,00 €

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Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
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