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Baclofen Sintetica Intrathekal 2 mg/ml Infusionslösung, 20 ml

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Name des Präparats

Baclofen Sintetica Intrathekal 2 mg/ml Infusionslösung, 20 ml

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Nein

Darreichungsform

Infusionslsg.

Hersteller

Sintetica GmbH

Letzte Aktualisierung der Fachinformation

1.7.2025
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Fachinfo - Baclofen 2 mg/ml

Anwendungsgebiete

Baclofen Sintetica Intrathekal wird angewendet zur Behandlung schwerer chronischer Spastizitat nach Verletzungen, bei Multipler Sklerose oder anderen Erkrankungen des Rilckenmarks, die mit oralem Baclofen oder anderen oralen Antispastika nicht erfolgreich behandelt werden konnen und/oder wenn wirksame orale Dosen unzumutbare Nebenwirkungen hervorrufen.

Baclofen Sintetica Intrathekal ist wirksam bei erwachsenen Patienten mit schwerer chronischer Spastizitat zerebraler Genese, beispielsweise infolge einer Zerebralparese, eines Hirntraumas oder eines zerebrovaskularen Insults; die klinischen Erfahrungen sind jedoch begrenzt.

Kinder und Jugendliche

Baclofen Sintetica Intrathekal wird bei Kindern von 4 bis <18 Jahren mit schwerer chronischer zerebraler oder spinaler Spastik (durch Verletzung, Multiple Sklerose oder andere Rilckenmarkserkrankungen) mit fehlendem Ansprechen oder nicht akzeptablen Nebenwirkungen bei wirksamen Dosierungen oral eingenommener Antispastika (einschlief3lich oral verabreichtem Baclofen) angewendet.

Dosierung

Baclofen Sintetica Intrathekal ist filr die Gabe als Einzelbolus-Testdosis (ilber Spinalkatheter oder Lumbalpunktion) sowie, bei chronischer Behandlung, filr die Gabe ilber implantierbare Dosierungspumpen, die

filr eine kontinuierliche Verabreichung von Baclofen Sintetica Intrathekal unmittelbar in den Intrathekalraum geeignet sind (EU-zertifizierte Pumpen), vorgesehen. Die Festlegung des optimalen Dosisschemas erfordert, dass zunachst jeder Patient eine anfangliche Screeningphase durchlauft, in der er mit einer Bolusdosis behandelt wird, gefolgt von einer Phase mit sehr vorsichtiger Dosistitrierung, bevor mit der Erhaltungstherapie begonnen wird. Eine intrathekale Darreichung von Baclofen Sintetica Intrathekal ilber ein implantierbares Dosierungssystem sollte nur durch Arzte mit den erforderlichen Kenntnissen und der entsprechenden Erfahrung in diesem Bereich erfolgen. Spezifische Anweisungen filr die Implantation, Programmierung und/oder Befilllung der implantierten Pumpe sind von den Herstellern solcher Pumpen erhaltlich und milssen streng befolgt werden.

Die Wirksamkeit von Baclofen Intrathekal wurde in kontrollierten randomisierten Studien nachgewiesen, unter Verwendung eines zertifizierten Infusionssystems. Dabei handelt es sich um ein implantierbares Verabreichungssystem mit einem nachfilllbaren Reservoir, das subkutan - in der Regel in die Bauchdecke - implantiert wird. Das Gerat ist mit einem intrathekalen Katheter verbunden, der ebenfalls subkutan in den Subarachnoidalraum verlauft.

Vor der Verabreichung von Baclofen Sintetica Intrathekal sollte bei Patienten mit posttraumatischer Spastizitat eine Myelographie des Subarachnoidalraums durchgefilhrt werden. Bei radiologischen Anzeichen einer Arachnoiditis sollte die Behandlung mit Baclofen Sintetica Intrathekal nicht begonnen werden.

Dosierung

Aufgrund der stark variierenden interindividuellen Empfindlichkeit gegenilber Baclofen sollte die optimale Dosierung filr die Behandlung eines jeden Patienten nach einem festgelegten Protokoll in drei Phasen ermittelt werden:

  • Testphase: erste Auswahl mit Hilfe der intrathekalen Bolustechnik (Testdosis),

  • Titrationsphase: Festlegung der Dosis,

  • Erhaltungsphase.

Testphase

Vor Beginn der intrathekalen Dauerinfusion von Baclofen muss der Patient in einer anfanglichen Testphase ein positives Ansprechen auf die intrathekale Verabreichung einer Testdosis zeigen. In der Regel wird die Testdosis als Bolusinjektion mittels Lumbalpunktion oder ilber einen intrathekalen Katheter verabreicht, um eine Reaktion hervorzurufen. Vor Beginn der Testphase sollten die Patienten infektionsfrei sein, da eine systemische Infektion die Beurteilung des Ansprechens beeintrachtigen kann. Die ilbliche Testdosis betragt initial 25 oder

50 Mikrogramm und wird in mindestens 24-stilndigen Abstanden um jeweils 25 Mikrogramm erhoht, solange bis eine 4- bis 8-stilndige Reaktion zu beobachten ist. . Die Dosis muss durch Barbotage im Verlauf von mindestens 1 Minute verabreicht werden.

Filr diese Testphase stehen niedrig dosierte Ampullen (0,05 mg/ml entsprechend 50 Mikrogramm/ml) zur Verfilgung.

Wahrend der Injektion der ersten Dosis muss eine intensivmedizinische Ausstattung unmittelbar verfilgbar sein. Der Patient muss eine signifikante Verminderung des Muskeltonus und/oder der Haufigkeit bzw. des Schweregrads von Spasmen aufweisen, damit seine Reaktion als Ansprechen auf die Behandlung gewertet werden kann.

Die Empfindlichkeit gegenilber intrathekal verabreichtem Baclofen ist sehr unterschiedlich. Bei einem erwachsenen Patienten wurden nach einer einzelnen Testdosis von 25 Mikrogramm Anzeichen einer schweren

-Oberdosierung (Koma) beobachtet.

Patienten, die auf eine Testdosis von 100 Mikrogramm nicht ansprechen, dilrfen keine weitere Dosis erhalten und sind filr eine kontinuierliche intrathekale Infusion nicht geeignet.

Wahrend dieser Phase sind die respiratorischen und kardiovaskularen Funktionen sorgfaltig zu ilberwachen. Dies gilt besonders filr Patienten mit Herz-Lungen-Krankheiten und Schwache der Atemmuskulatur sowie Patienten, die gleichzeitig Arzneimittel der Benzodiazepin-Gruppe oder Opiate erhalten und dadurch ein hoheres Risiko filr eine Atemdepression haben.

Dosisanpassungsphase

Nachdem sich anhand der Testdosen bestatigt hat, dass der Patient auf Baclofen Sintetica Intrathekal anspricht, wird unter Verwendung eines geeigneten Verabreichungssystems mit der intrathekalen Infusion begonnen.

Infektionen konnen das Risiko filr chirurgische Komplikationen erhohen und die Dosisanpassung erschweren. Zur Bestimmung der initialen Gesamttagesdosis ist nach der Implantation die Dosis, mit der in der Testphase eine positive Reaktion erzielt wurde, zu verdoppeln und ilber 24 Stunden zu verabreichen, es sei denn, die Wirkung der Bolus-Testdosis halt langer als 12 Stunden an. In diesem Fall sollte die Testdosis als anfangliche

Tagesdosis ilber 24 Stunden verabreicht werden. Wahrend der ersten 24 Stunden darf die Dosis nicht erhoht

werden. Nach den ersten 24 Stunden kann die Dosis von Tag zu Tag langsam angepasst werden, um die gewilnschte Wirkung zu erzielen. Um eine -Oberdosierung zu vermeiden, dilrfen die Dosiserhohungen 10 bis 30% nicht ilberschreiten. Patienten mit Spastizitat zerebraler Genese: Nach den ersten 24 Stunden kann die Dosis von Tag zu Tag langsam angepasst werden, um die gewilnschte Wirkung zu erzielen. Um eine

-Oberdosierung zu vermeiden, dilrfen die Dosiserhohungen 5 bis 15 % nicht ilberschreiten.

Bei Verwendung einer programmierbaren Pumpe sollte die Dosis nur einmal innerhalb von 24 Stunden angepasst werden. Filr nicht programmierbare Pumpen mit 76 cm Katheterlange, die pro Tag 1 ml Losung abgeben, wird empfohlen, die Reaktion nur in Intervallen von 48 Stunden zu beurteilen. Wenn eine erhebliche Erhohung der Tagesdosis die klinische Wirkung nicht verbessert, so sind die Funktionstilchtigkeit der Pumpe und die Durchgangigkeit des Katheters zu ilberprilfen.

Die Erfahrungen mit Dosierungen ilber 1.000 Mikrogramm/Tag sind begrenzt.

Wahrend der Testphase und der Dosierungsanpassungsphase, die unmittelbar auf die Implantation folgt, muss der Patient in einer Einrichtung, die ilber eine komplette Ausrilstung und entsprechendes Personal verfilgt, sorgfaltig ilberwacht werden. Filr Reanimationsmaf3nahmen nach lebensbedrohenden Reaktionen oder schwerwiegenden Nebenwirkungen sollte die entsprechende Ausstattung unmittelbar verfilgbar sein. Die Implantation der Pumpen darf nur in Zentren mit erfahrenem Personal durchgefilhrt werden, um die Risiken in der perioperativen Phase moglichst gering zu halten.

Erhaltungstherapie

Das klinische Ziel der Behandlung ist die Erhaltung eines Muskeltonus, der so normal wie moglich sein sollte, sowie die Minimierung der Haufigkeit und des Schweregrads der Spasmen, ohne dass es zu nicht tolerierbaren Nebenwirkungen kommen wilrde. Es sollte die niedrigste Dosis gewahlt werden, die zu einem ausreichenden Ansprechen filhrt. Aufgrund eines abnehmenden Ansprechens auf die Behandlung oder aufgrund des Fortschreitens der Erkrankung benotigen chronisch behandelte Patienten allmahlich hohere Dosen, um ein optimales Langzeitansprechen zu erzielen. In der Mehrzahl der Falle stabilisiert sich die Dosis nach 1,5 bis 2 Jahren Behandlung. Der Erhalt eines gewissen Grads von Spastizitat ist wilnschenswert, um das Gefilhl einer

„Lähmung“ beim Patienten zu vermeiden. Außerdem könnten ein bestimmter Muskeltonus und gelegentliche

Spasmen die Herz-Kreislauf-Funktion unterstiltzen und moglicherweise vor tiefen Venenthrombosen schiltzen.

Verabreichungsschema

Zur Aufrechterhaltung einer angemessenen Kontrolle der Symptome kann die Tagesdosis allmahlich um 10 bis 30 % durch eine Anpassung des Pumpenflusses und/oder der Konzentration von Baclofen Sintetica im Reservoir erhoht werden.

Die Tagesdosis kann auch um 10 bis 20% verringert werden, wenn der Patient unter Nebenwirkungen leidet.

Wird plotzlich eine betrachtliche Steigerung der Dosis erforderlich, liegt unter Umstanden ein Problem am Katheter (z.B. Knick oder Verlagerung des Katheters) oder eine Funktionsstorung der Pumpe vor.

Die Erhaltungsdosis zur Langzeitbehandlung mit kontinuierlicher intrathekaler Infusion von Baclofen liegt zwischen 10 und 1.200 Mikrogramm/Tag, wobei die meisten Patienten auf 300 bis 800 Mikrogramm/Tag ausreichend ansprechen.

Bei ca. 5 % der Patienten kann es wahrend der Langzeitbehandlung zu einem erhohten Dosisbedarf infolge eines Wirkverlusts kommen. Es liegen nicht genilgend Erfahrungen vor, um klare Empfehlungen hinsichtlich der Behandlung bei Wirkverlust zu geben. Dieses Phanomen ist jedoch gelegentlich stationar behandelt worden, und zwar durch die befristete Unterbrechung der Behandlung („drug holiday“) in Form einer allmählichen Reduktion der Dosis von Baclofen Intrathekal ilber einen Zeitraum von 2 bis 4 Wochen und dem Wechsel auf andere Moglichkeiten der Spastikbehandlung (z. B. intrathekale Verabreichung von konservierungsmittelfreiem Morphinsulfat). Nach diesem Intervall ist ein Ansprechen auf die Behandlung mit Baclofen Intrathekal unter

Umstanden wieder moglich. Die Therapie sollte dann mit der Anfangsdosis filr die kontinuierliche Infusion wieder aufgenommen werden. Im Anschluss daran muss die Dosis neu angepasst werden, um eine

-Oberdosierung zu vermeiden.

Bei der Umstellung von Baclofen Intrathekal auf Morphin und umgekehrt ist Vorsicht geboten (siehe

„Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln“).

Regelmaf3ige arztliche Kontrollen sind notwendig, um die Dosis und das Funktionieren des Infusionssystems zu ilberprilfen und den Patienten auf mogliche Nebenwirkungen oder Anzeichen einer Infektion untersuchen zu konnen.

Absetzen des Arzneimittels.

Auf3er bei ilberdosisbedingten Notfallen sollte die Behandlung mit allmahlich ausschleichender Dosierung beendet werden. Baclofen Sintetica Intrathekal darf nicht abrupt abgesetzt werden (siehe „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“).

Besondere Hinweise fйr die Anwendung

Baclofen Sintetica Intrathekal 2 mg/ml und 0,5 mg / ml Infusionslosung Ampullen wurden speziell filr Infusionspumpen entwickelt.

Die genaue Konzentration hangt von der benotigten Gesamttagesdosis und der minimalen Infusionsgeschwindigkeit der Pumpe ab. Bitte beachten Sie die speziellen Empfehlungen im Handbuch des Herstellers.

Art der Anwendung

Baclofen Sintetica Intrathekal wird meist in Form einer kontinuierlichen Infusion sofort nach der Implantation verabreicht. Ist der Patient im Hinblick auf seine Tagesdosis und seinen funktionalen Status stabilisiert, so kann

- sofern die Pumpe dies ermoglicht - mit einem etwas komplizierteren Verabreichungsmodus begonnen werden, um die Spastizitat zu unterschiedlichen Tageszeiten optimal unter Kontrolle zu bringen. Beispielsweise kann es nachts verstarkt zu Spasmen kommen, die unter Umstanden eine 20%ige Steigerung der Infusionsrate pro Stunde erfordern. Veranderungen der Infusionsgeschwindigkeit sollten so programmiert werden, dass sie

2 Stunden, bevor der klinische Effekt gewilnscht wird, einsetzen.

Jede Ampulle ist nur filr den Einmalgebrauch bestimmt. Nicht wiederholt sterilisieren.

Das Arzneimittel muss vor Gebrauch visuell ilberprilft werden. Nur klare Losungen ohne Partikel dilrfen verwendet werden.

Hinweise fйr die Anwendung

Baclofen Sintetica Intrathekal ist filr die intrathekale Injektion und die kontinuierliche intrathekale Infusion gemaf3 Anwendungsvorschriften des Infusionssystems vorgesehen.

Hinweise zur Verdilnnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

Spezielle Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Testphase

Die anfangliche Testdosis filr die Lumbalpunktion sollte bei Patienten ab 4 bis <18 Jahren 25–50 Mikrogramm/Tag betragen, basierend auf Alter und Grof3e des Kindes. Bei Patienten, bei denen kein Ansprechen auf diese Dosis festgestellt wird, kann die Dosis alle 24 Stunden um 25 Mikrogramm/Tag erhoht werden. Die maximale Screeningdosis sollte bei Kindern nicht mehr als 100 Mikrogramm/Tag betragen. Die zu ergreifenden Sicherheitsmaf3nahmen sind bei Erwachsenen und Kindern dieselben, siehe Unterabschnitt Testphase oben.

Dosisanpassungsphase

Die Empfehlungen filr Erwachsene und Kinder sind dieselben, siehe Unterabschnitt Dosisanpassungsphase oben.

Erhaltungstherapie

Bei Kindern ab 4 bis <18 Jahren mit zerebraler oder spinaler Spastik liegt die anfangliche Erhaltungsdosis filr eine langfristige Erhaltungsinfusion mit Baclofen Sintetica Intrathekal zwischen 25 und 200 Mikrogramm/Tag (Medianwert der Dosis: 100 Mikrogramm/Tag). Die tagliche Gesamtdosis steigt tendenziell im ersten Jahr der Behandlung an. Die Erhaltungsdosis muss somit auf der Grundlage des individuellen klinischen Ansprechens angepasst werden. Zu Dosierungen ilber 1.000 Mikrogramm/Tag liegen nur begrenzte Erfahrungen vor.

Die Sicherheitund Wirksamkeit von Baclofen Intrathekal filr die Behandlung schwerer zerebraler oder spinaler Spasmen bei Kindern unter 4 Jahren ist nicht nachgewiesen (siehe auch Abschnitt 4.4).

Nierenfunktionsstдrungen

Es wurden keine Studien an Patienten mit Nierenfunktionsstorungen, die mit Baclofen Sintetica Intrathekal behandelt wurden, durchgefilhrt. Da Baclofen vorwiegend unverandert ilber die Nieren ausgeschieden wird, soll die Anwendung bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen mit grof3ter Vorsicht erfolgen.

Leberfunktionsstдrungen

Es wurden keine Studien an Patienten mit Leberfunktionsstorungen, die mit Baclofen Sintetica Intrathekal behandelt wurden, durchgefilhrt. Eine Dosisanpassung wird nicht empfohlen, da die Leber bei der Metabolisierung von Baclofen nach intrathekaler Anwendung von Baclofen Sintetica Intrathekal keine nennenswerte Rolle spielt. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass eine Leberfunktionsstorung Auswirkungen auf die systemische Exposition gegenilber dem Arzneimittel besitzt.

.ltere Рatienten

Im Rahmen der klinischen Studien wurden mehrere Patienten im Alter von ilber 65 Jahren mit Baclofen Sintetica Intrathekal behandelt. Dabei wurden im Vergleich zu jilngeren Patienten keine erhohten Risiken verzeichnet. Spezifische Probleme werden bei dieser Altersgruppe nicht erwartet, da die Dosen individuell titriert werden.

Gegenanzeigen

-Oberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Pharmakoresistente Epilepsie.

Das Arzneimittel darf nur intrathekal angewendet werden.

  • Besondere Warnhinweise und Vorsichtsma8nahmen filr die Anwendung

    Medizinisches Umfeld

    Das Infusionssystem sollte nicht implantiert werden, bevor die Reaktion des Patienten auf die intrathekalen Bolusinjektionen von Baclofen und/oder die Dosisanpassung hinreichend feststeht. Die erstmalige intrathekale Verabreichung sowie Dosisanpassungen von Baclofen Intrathekal sind mit Risiken wie ZNS-Dampfung, Herz-Kreislaufkollaps und/oder respiratorische Insuffizienz verbunden. Daher milssen diese Schritte unter arztlicher

    -Oberwachung und in entsprechend eingerichteter Umgebung und unter Beachtung der Anweisungen im Abschnitt „Dosierung, Art und Dauer der Anwendung“ vorgenommen werden. Zur sofortigen Durchführung von Reanimationsmaf3nahmen im Falle lebensbedrohender Symptome einer schweren -Oberdosierung sollte die erforderliche Ausrilstung zur Verfilgung stehen. Der behandelnde Arzt muss ilber ausreichende Erfahrungen in der Langzeitbehandlung mittels intrathekaler Infusionen verfilgen.

    -Oberwachung des Patienten

    Nach chirurgischer Implantation der Pumpe und besonders wahrend der Anfangsphase der Pumpentatigkeit sowie bei Veranderungen der Infusionsgeschwindigkeit und/oder der Baclofen-Konzentration im Reservoir der ist der Patient sorgfaltig zu ilberwachen, bis seine Reaktion auf die Infusion akzeptabel und ausreichend stabil ist.

    Der Patient, die behandelnden Arzte und alle an der Betreuung beteiligten Personen milssen unbedingt genau ilber die Risiken dieser Behandlungsmethode informiert sein. Alle Personen, die an der Behandlung und Versorgung des Patienten beteiligt sind, milssen genau ilber die Symptome einer Unter- bzw. -Oberdosierung,

    die im Fall einer Intoxikation zu ergreifenden Maf3nahmen sowie die Pflege der Pumpe und der Implantationsstelle Bescheid wissen.

    Testphase

    Bei Applikation der initialen Testdosen sind die respiratorischen und kardiovaskularen Funktionen sorgfaltig zu ilberwachen. Dies gilt besonders filr Patienten mit Herz- bzw. Lungenerkrankungen und einer Schwache der Atemmuskulatur. Bei Patienten, die gleichzeitig Benzodiazepine oder Opiate erhalten, ist auf das erhohte Risiko der Atemdepression zu achten.

    Vor der Testphase mit Baclofen Sintetica Intrathekal milssen die Patienten infektionsfrei sein, da eine systemische Infektion die Beurteilung der Reaktion des Patienten auf die intrathekale Injektion mit Baclofen Sintetica Intrathekal beeintrachtigen kann.

    Implantation der Pumpe

    Auch vor der Pumpenimplantation sollten die Patienten infektionsfrei sein, da eine Infektion das Risiko von Komplikationen bei der Operation erhoht. Darilber hinaus kann eine systemische Infektion die Dosisanpassung erschweren. Eine lokale Infektion oder die Fehlplatzierung des Katheters konnen ebenfalls eine Unterbrechung der Arzneimittelzufuhr nach sich ziehen, was einen plotzlichen Entzug von Baclofen Sintetica Intrathekal und die entsprechenden Symptome zur Folge haben kann (siehe „Absetzen des Arzneimittels“).

    Nachfilllen des Pumpenreservoirs

    Das Nachfilllen des Pumpenreservoirs ist durch speziell ausgebildetes Personal nach den Anweisungen des Pumpenherstellers vorzunehmen. Die Zeitabstande zwischen dem Nachfilllen sind sorgfaltig zu berechnen, um eine vollstandige Leerung des Reservoirs zu vermeiden. Dies konnte erneut zu schwerer Spastizitat filhren oder potentiell lebensbedrohende Symptome eines plotzlichen Entzugs von Baclofen Sintetica Intrathekal nach sich ziehen. Das Nachfilllen ist unter streng aseptischen Bedingungen durchzufilhren, um eine Kontamination durch Mikroorganismen und schwere ZNS-Infektionen zu vermeiden. Nach jedem Auffilllen und jeder Manipulation am Pumpenreservoir sollte eine der klinischen Situation entsprechende Beobachtungsphase folgen.

    Au8erste Vorsicht ist Ьeim Filllen einer implantierten Pumpe angezeigt, die eine Zugangsoffnung (Zugangsport) mit direktem Zugang zum intrathekalen Katheter Ьesitzt. Eine durch diese Zugangsoffnung direkt in den Katheter erfolgende Injektion kann zu einer leЬensЬedrohenden UЬerdosierung filhren.

    Dosisanpassung: zusatzliche Hinweise

    Gelegentlich ist eine gewisse Spastizitat erforderlich, um die Korperhaltung und das Gleichgewicht oder sonstige Funktionen aufrechtzuerhalten. Um ilbermaf3ige Schwache und einen Sturz des Patienten zu vermeiden, ist Baclofen Sintetica Intrathekal in diesen Fallen mit Vorsicht anzuwenden. Auch zur Unterstiltzung der Kreislauffunktionen und moglicherweise zur Verhiltung einer tiefen Venenthrombose konnen ein gewisser Muskeltonus sowie gelegentliche Spasmen notwendig sein.

    Zur Vermeidung einer eventuellen -Oberdosierung oder von unerwilnschten Wechselwirkungen sollte – vorzugsweise noch vor Beginn der Infusion mit Baclofen Sintetica Intrathekal – unter strenger arztlicher Kontrolle versucht werden, eine gleichzeitige orale antispastische Medikation abzusetzen. Wahrend der intrathekalen Langzeittherapie mit Baclofen Sintetica Intrathekal sollte jedoch vermieden werden, gleichzeitig verwendete Antispastika plotzlich abzusetzen oder ihre Dosierung zu verringern.

    Vorsichtsmaf3nahmen filr Patienten, die ein Fahrzeug filhren oder Maschinen bedienen

    Patienten sollten beim Filhren von Fahrzeugen, beim Umgang mit Maschinen und bei Tatigkeiten, die Aufmerksamkeit erfordern, besonders aufmerksam sein.

    Vorsichtsmaf3nahmen bei speziellen Patientengruppen

    Bei Patienten mit verlangsamter Liquorzirkulation, z. B. bei entzilndlich oder traumatisch bedingten Passagebehinderungen, kann die verlangsamte Ausbreitung von Baclofen Sintetica Intrathekal die antispastische Wirksamkeit vermindern und Nebenwirkungen verstarken.

    Patienten mit psychotischen Zustanden, Schizophrenie, Verwirrtheitszustanden oder Morbus Parkinson sind mit Vorsicht und unter strenger Kontrolle mit Baclofen Sintetica Intrathekal zu behandeln, wenn unter oraler Therapie mit Baclofen Exazerbationen dieser Zustande beobachtet wurden.

    Eine engmaschige -Oberwachung von Patienten mit zusatzlichen Suizidrisikofaktoren sollte die medikamentose Therapie mit Baclofen Sintetica begleiten. Patienten (und die Bezugspersonen von Patienten) sollten auf die Notwendigkeit aufmerksam gemacht werden, auf eine klinische Verschlechterung, suizidales Verhalten oder suizidale Gedanken oder ungewohnliche Verhaltensanderungen zu achten und bei Vorliegen dieser Symptome unverzilglich arztlichen Rat einzuholen (siehe Abschnitt 4.8).

    Besondere Vorsicht ist bei Epileptikern angezeigt, da bei -Oberdosierung oder beim Absetzen von Baclofen Sintetica Intrathekal sowie auch bei Patienten unter therapeutischen Dosen von Baclofen Sintetica Intrathekal gelegentlich Anfalle auftreten konnen.

    Bei Patienten mit autonomer Dysreflexie in der Anamnese ist Baclofen Sintetica Intrathekal mit Vorsicht anzuwenden. Nozizeptive Stimuli oder ein abruptes Absetzen von Baclofen Sintetica Intrathekal konnen unter Umstanden solche Episoden hervorrufen.

    Bei Patienten mit zerebrovaskularer oder respiratorischer Insuffizienz ist ebenfalls Vorsicht geboten, da Baclofen eine Exazerbation dieser Zustande bewirken kann.

    Eine Wirkung von Baclofen Sintetica Intrathekal auf andere, nicht mit dem ZNS zusammenhangende Grundkrankheiten ist unwahrscheinlich, da die systemische Verfilgbarkeit des Arzneimittels nach intrathekaler Verabreichung wesentlich geringer ist als nach oraler Verabreichung.

    Aufgrund von Beobachtungen bei der Anwendung von oralem Baclofen ist in folgenden Fallen Vorsicht geboten: vorherige gastroduodenale Ulzera, vorbestehender Sphinkterhypertonus, eingeschrankte Nierenfunktion.

    Filr Patienten mit Spastizitat aufgrund einer Kopfverletzung wird empfohlen, erst dann eine intrathekale Langzeittherapie mit Baclofen durchzufilhren, wenn die Symptome der Spastizitat stabil sind (d. h. mindestens ein Jahr nach der Verletzung).

    Bei oralem Baclofen wurde in seltenen Fallen ein Anstieg der SGOT (AST), der alkalischen Phosphatase und des Blutglukosespiegels beobachtet.

    Vorsichtsmaf3nahmen bei Kindern und Jugendlichen

    Kinder, die eine implantierbare Pumpe filr die Langzeitinfusion erhalten sollen, milssen eine ausreichende Korpermasse aufweisen. Baclofen Intrathekal sollte bei Kindern und Jugendlichen nur durch Arzte verordnet werden, die ilber entsprechende Kenntnisse und Erfahrungen verfilgen. -Ober die Sicherheit und Wirksamkeit von Baclofen bei Kindern unter 4 Jahren liegen nur sehr begrenzte Daten vor.

    Die transkutane Platzierung eines Katheters wahrend der Implantation der Pumpe bei vorhandener PEG-Sonde erhoht bei Kindern die Inzidenz von Infektionen.

    Frauen im gebarfahigen Alter

    Aufgrund des potenziellen Risikos einer Exposition wahrend der Schwangerschaft sollten Frauen im gebärfähigen Alter während der Behandlung eine wirksame Verhütungsmethode anwenden (siehe „Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit“)

    Nierenfunktionsstorungen

    Nach der oralen Verabreichung von Baclofen an Patienten mit Niereninsuffizienz wurden schwerwiegende neurologische Nebenwirkungen beobachtet, daher ist bei der Verabreichung von Baclofen Sintetica an Patienten mit Niereninsuffizienz grof3e Vorsicht geboten. Die Dosis muss unter Umstanden entsprechend der klinischen Situation bzw. dem Grad der verminderten renalen Clearance reduziert werden.

    Altere Patienten (> 65 Jahre)

    Im Rahmen klinischer Studien sind einige Patienten ilber 65 Jahre mit Baclofen Intrathekal behandelt worden, ohne dass spezielle Probleme zu beobachten waren. Bei alteren Patienten kann es in der Dosisanpassungsphase von oral verabreichtem Baclofen eher zu Nebenwirkungen kommen und moglicherweise gilt dies auch filr die

    intrathekale Verabreichung von Baclofen Sintetica Intrathekal. Da die optimale Dosierung jedoch individuell angepasst wird, dilrften sich bei der Behandlung alterer Patienten keine besonderen Probleme ergeben.

    Unterbrechen der Behandlung

    Eine abrupte Unterbrechung der Gabe von Baclofen Intrathekal kann sich, unabhangig von den Ursachen, als verstarkte Spastizitat, Pruritus, Parasthesien und Hypotonie manifestieren. Als Folgeerscheinungen konnen hyperaktive Zustande mit schnellen unkontrollierten Spasmen, Hyperthermie und Symptome auftreten, die dem Malignen Neuroleptischen Syndrom (MNS) ahneln (z. B. Veranderungen des Geisteszustands und Muskelstarre). In seltenen Fallen entwickelten sich diese Symptome weiter zu Krampfanfallen/Status epilepticus, Rhabdomyolyse, Koagulopathie, Multiorganversagen und Tod. Alle Patienten, die eine intrathekale Therapie mit Baclofen erhalten, sind einem potentiellen Entzugsrisiko ausgesetzt. Einige klinische Anzeichen in Zusammenhang mit dem Absetzen von intrathekalem Baclofen ahneln einer autonomen Dysreflexie, einer Infektion (Sepsis), einer malignen Hyperthermie, einem Malignen Neuroleptischen Syndrom oder anderen Zustanden, die mit einem hypermetabolen Zustand oder einer ausgedehnten Rhabdomyolyse einhergehen.

    Die Patienten und deren Pflegepersonen milssen auf die Notwendigkeit hingewiesen werden, die festgelegten Termine filr das Nachfilllen einzuhalten und ilber die Anzeichen und Symptome eines Baclofen-Entzugs - insbesondere ilber die Symptome, die in den frilhen Stadien eines Entzugssyndroms auftreten (z.B. Priapismus) – unterrichtet werden.

    In den meisten Fallen traten Entzugssymptome innerhalb weniger Stunden nach Unterbrechung der intrathekalen Behandlung mit Baclofen auf. Haufige Grilnde filr die abrupte Unterbrechung der intrathekalen Baclofen-Gabe sind Funktionsstorungen des Katheters (besonders Storungen am Anschluss), eine zu geringe Menge Infusionslosung im Reservoir der Pumpe oder eine leere Pumpenbatterie und eine Fehlfunktion des Gerats. Es wurden Fehlfunktionen des Gerats gemeldet, die zu einer veranderten Verabreichung des Arzneimittels filhrten, was Entzugssymptome, einschlief3lich des Todes, zur Folge hatte; in manchen Fallen konnen auch menschliche Fehler beteiligt gewesen sein. Um eine abrupte Unterbrechung der intrathekalen Gabe von Baclofen zu verhindern, muss der Programmierung und -Oberwachung des Infusionssystems, den Zeitplanen und Verfahren filr das Nachfilllen sowie den Alarmsignalen der Pumpe besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

    Die vorgeschlagene Behandlung von Entzugssymptomen nach einer Unterbrechung der intrathekalen Anwendung von Baclofen Sintetica Intrathekal besteht in der Wiederaufnahme der intrathekalen Behandlung mit Baclofen Sintetica Intrathekal in der gleichen oder annahernd gleichen Dosierung wie vor der Unterbrechung der Therapie. Sollte sich die Wiederaufnahme der intrathekalen Gabe jedoch verzogern, lassen sich potentiell todliche Folgeerscheinungen durch eine Behandlung mit GABA-ergen Agonisten wie oralem oder enteralem Baclofen oder mit oralen, enteralen oder intravenosen Benzodiazepinen verhindern. Um eine Progression der Entzugssymptome nach Unterbrechung von intrathekalem Baclofen zu stoppen, sollte jedoch nicht auf orales oder enterales Baclofen allein vertraut werden.

    Die Hersteller geben spezielle Anweisungen filr die Implantation, die Programmierung der Pumpen und/oder das Nachfilllen des Reservoirs, denen genau Folge zu leisten ist.

    Es ist au8erst wichtig, dass die speziellen Anweisungen des Нerstellers filr die Implantation, die Programmierung der Pumpen und/oder das Nachfilllen des Reservoirs genauestens Ьefolgt werden.

    Entzilndliche Masse an der Spitze des implantierten Katheters

    Es wurde ilber Falle einer entzilndlichen Masse an der Spitze des implantierten Katheters berichtet, die zu schwerwiegenden neurologischen Beeintrachtigungen einschlief3lich Paralyse filhren konnen. Derartige Berichte liegen zwar auch im Fall von Baclofen Sintetica Intrathekal vor, diese wurden jedoch mittels Kontrast-MRT oder histopathologisch nicht bestatigt. Die mit entzilndlichen Massen am haufigsten verbundenen Symptome sind: 1) vermindertes therapeutisches Ansprechen (Verschlimmerung der Spastik, Wiederauftreten einer zuvor gut kontrollierten Spastik, Entzugssymptome, schlechtes Ansprechen auf steigende Dosen oder haufige oder starke Erhohungen der Dosierung), 2) Schmerz, 3) neurologische Defizite/Dysfunktion. Der Kliniker sollte Patienten unter intraspinaler Therapie sorgfaltig auf neue neurologische Zeichen und Symptome beobachten.

    Der Kliniker sollte auf Grundlage seines medizinischen Sachverstands die am besten geeigneten, auf die spezifischen Bedilrfnisse des Patienten abgestimmten -Oberwachungsmaf3nahmen ergreifen, um prodromale Zeichen und Symptome einer entzilndlichen Masse zu erkennen, vor allem wenn in der Apotheke hergestellte Arzneimittel oder Opioid-haltige Beimischungen angewendet werden. Bei Patienten mit neuen neurologischen Zeichen oder Symptomen, die auf eine entzilndliche Masse hindeuten, sollte eine neurochirurgische

    Konsultation erwogen werden, da viele Symptome einer entzilndlichen Masse den Symptomen einer schweren krankheitsbedingten Spastik nicht unahnlich sind. In manchen Fallen kann eine bildgebende Untersuchung angebracht sein, um die Diagnose einer entzilndlichen Masse zu bestatigen oder auszuschlief3en.

    Skoliose

    Bei Patienten unter Behandlung mit Baclofen Sintetica Intrathekal wurde ilber das Auftreten einer Skoliose oder die Verschlechterung einer bestehenden Skoliose berichtet. Wahrend der Behandlung mit Baclofen Sintetica Intrathekal sollten die Patienten auf Zeichen einer Skoliose hin ilberwacht werden.

    Нinweise zu sonstigen Bestandteilen

    Dieses Arzneimittel enthalt weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro ml, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.

  • Warnhinweise

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    Wechselwirkungen

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    Mutmaf3liche Wechselwirkungen, aufgrund derer eine gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen wird.

    Levodopa/DOРA-Decarboxylase-Hemmer

    Die gleichzeitige Einnahme von oralem Baclofen und einem Levodopa/DOPA-Decarboxylase-Hemmer filhrte zu einem erhohten Risiko von Nebenwirkungen wie visuellen Halluzinationen, Verwirrtheit, Kopfschmerzen und -Obelkeit. Es wurde auch ilber eine Verschlechterung von Parkinson-Symptomen berichtet. Daher ist bei der Verabreichung von Baclofen Sintetica an Patienten unter einer Therapie mit Levodopa/DOPA-Decarboxylase-Hemmern Vorsicht geboten.

    Festgestellte und zu berilcksichtigende Wechselwirkungen

    Anasthetika

    Die gleichzeitige Einnahme von intrathekalem Baclofen und Allgemeinanasthetika (z.B. Fentanyl, Propofol) kann das Risiko von kardialen Storungen und Konvulsionen erhohen. Daher ist bei der Verabreichung von Anasthetika an Patienten, die Baclofen Sintetica Intrathekal erhalten, Vorsicht geboten.

    Vorgesehene und zu berilcksichtigende Wechselwirkungen

    Spasmolytika

    Zur Vermeidung einer eventuellen -Oberdosierung oder von unerwilnschten Wechselwirkungen sollte unter strenger arztlicher Kontrolle - vorzugsweise noch vor Beginn der Infusion mit Baclofen Sintetica Intrathekal - versucht werden, eine gleichzeitige orale antispastische Medikation abzusetzen.

    Wahrend der intrathekalen Langzeittherapie mit Baclofen Sintetica Intrathekal sollte jedoch vermieden werden, gleichzeitig verwendete Antispastika plotzlich abzusetzen oder ihre Dosierung zu verringern.

    Morphin

    Bei Kombination von Baclofen Intrathekal mit Morphin ist es in einem Fall zu einem Blutdruckabfall gekommen. Es ist nicht auszuschlief3en, dass eine solche Kombination auch zu Dyspnoe oder anderen ZNS-Symptomen filhren kann. Die gleichzeitige Anwendung mit anderen intrathekal verabreichten Arzneimitteln wurde bislang nur in begrenztem Ausmaf3 untersucht, und ilber die Unbedenklichkeit solcher Kombinationen ist wenig bekannt.

    Alkohol und andere ZNS-dampfende Substanzen

    Der ZNS-dampfende Effekt von Alkohol und anderen ZNS-wirksamen Substanzen kann die Wirkung von Baclofen Sintetica Intrathekal verstarken. Eine beeintrachtigte Wachsamkeit kann das Filhren von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinen erheblich gefahrden. Auf die Einnahme alkoholischer Getranke und alkoholhaltiger Arzneimittel sollte verzichtet werden.

    Trizyklische Antidepressiva

    Trizyklische Antidepressiva konnen bei gleichzeitiger Einnahme von oralem Baclofen den Effekt verstarken und es kann dadurch eine erhebliche Muskelerschlaffung auftreten. Bei Anwendung von Baclofen Sintetica Intrathekal in dieser Kombination ist Vorsicht angezeigt.

    Blutdrucksenkende Mittel

    Da es bei Kombination von oralem Baclofen mit Antihypertensiva zu einem verstarkten Blutdruckabfall kommen kann, sollte der Blutdruck regelmaf3ig kontrolliert werden. Gegebenenfalls muss die Dosierung der Antihypertensiva entsprechend angepasst werden.

    Schwangerschaft

    Frauen im gebarfahigen Alter

    Frauen im gebarfahigen Alter sollten wahrend der Behandlung eine wirksame Empfangnisverhiltung anwenden.

    Schwangerschaft

    Es liegen keine oder nur wenige Daten ilber die Anwendung von Baclofen bei schwangeren Frauen vor. Falle von Missbildungen wurden bei Kindern berichtet, die in utero Baclofen ausgesetzt waren. Die Art der Missbildungen entsprechen denen, die bei Tieren beobachtet wurden (zentrales Nervensystem, Skelettanomalien und Omphalozele) (siehe Abschnitt 5.3.). Bei oraler Anwendung von Baclofen bis zur Entbindung wurde ilber Falle von Entzugssyndrom (einschlief3lich postnataler Konvulsionen) bei Neugeborenen berichtet (siehe

    „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaf3nahmen filr die Anwendung“). Dieses Syndrom kann sich um

    mehrere Tage nach der Geburt verzogern.

    Im Falle einer Exposition wahrend der Schwangerschaft muss eine spezielle pranatale -Oberwachung durchgefilhrt werden, die sich auf die zuvor beschriebenen Fehlbildungen konzentriert. Im Falle einer Exposition am Ende der Schwangerschaft milssen eine -Oberwachung und eine angemessene Behandlung des Neugeborenen durchgefilhrt werden. Nach der intrathekalen Verabreichung von Baclofen Sintetica Intrathekal wurden geringe Mengen von Baclofen im Plasma der Mutter nachgewiesen. Baclofen passiert die Plazentaschranke. Baclofen Sintetica Intrathekal darf wahrend der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, die Vorteile filr die Mutter ilberwiegen die moglichen Risiken filr den Fetus. Tierexperimentelle Studien mit oralem Baclofen haben einen teratogenen Effekt gezeigt.

    Stillzeit

    Es ist nicht bekannt, ob messbare Mengen des Arzneimittels in die Muttermilch von stillenden Milttern ilbergehen, die mit Baclofen Sintetica Intrathekal behandelt werden. Bei Gabe von oralen therapeutischen Dosen wird der Wirkstoff in die Muttermilch ausgeschieden, die Mengen sind jedoch so gering, dass bei den Kindern wahrscheinlich keine Nebenwirkungen auftreten.

    Fertilitat

    Bei ca. 4 % der Patientinnen mit Multipler Sklerose, die bis zu einem Jahr mit oralem Baclofen behandelt worden waren, wurden palpatorisch Ovarialzysten festgestellt. Trotz Fortsetzen der Therapie bildeten sich in den meisten Fallen die Zysten spontan zurilck. Es ist bekannt, dass Ovarialzysten spontan bei einem bestimmten Prozentsatz der weiblichen Bevolkerung auftreten.

    Fahrtüchtigkeit

    Baclofen Sintetica Intrathekal hat einen grof3en Einfluss auf die Fahigkeit, Auto zu fahren und Maschinen zu bedienen. Der Konsum von Alkohol verstarkt diese Beeintrachtigung zusatzlich.

    Bei einigen Patienten wurden depressive Wirkungen auf das zentrale Nervensystem (ZNS), wie Somnolenz und Sedierung, durch intrathekales Baclofen berichtet. Andere gelistete Nebenwirkungen umfassen Ataxie, Halluzinationen, Diplopie und Absetzsymptome. Patienten mit diesen Nebenwirkungen sollte davon abgeraten werden, ein Fahrzeug zu filhren oder Maschinen zu benutzen.

    Bei Patienten, die mit Baclofen Sintetica Intrathekal behandelt werden, sollte die Fahigkeit, weiterhin Auto zu fahren oder komplexe Maschinen zu bedienen, regelmaf3ig vom behandelnden Arzt ilberprilft werden.

    Nebenwirkungen

    Die haufigsten Reaktionen, die bei der intrathekalen Verabreichung von Baclofen beobachtet wurden, sind: Somnolenz, Hypotonie, Depression, Konvulsionen, Hypotonie und Diarrhoe.

    Die Nebenwirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklasse aufgefilhrt.

    Die Nebenwirkungen sind nach Systemorganklasse und Haufigkeit geordnet. Innerhalb jeder Haufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad wie folgt klassifiziert: sehr haufig (≥1/10), haufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1.000, <1/100), selten (≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfilgbaren Daten nicht abschatzbar).

    Tabelle 1.

    Erkrankungen des lmmunsystems

    Nicht bekannt Hypersensibilitat Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen Gelegentlich Dehydratation Psychiatrische Erkrankungen

    Haufig Depression, Angstzustande, Agitiertheit, Insomnie

    Gelegentlich Suizidversuch, Suizidgedanken (siehe Abschnitt 4.4 „Besondere Warnhinweise und

    Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“), Halluzinationen, Paranoia, Euphorie

    Nicht bekannt Dysphorie

    Erkrankungen des Nervensystems

    Sehr haufig Somnolenz (vor allem wahrend der Testphase)

    Haufig Konvulsionen, Kopfschmerzen, Dysarthrie, Schwindel/Benommenheit, Sedierung, epileptische Anfalle (insbesondere nach abruptem Abbruch der Behandlung), , Lethargie, Parasthesie, Verwirrtheit/Desorientierung

    Gelegentlich Ataxie, Gedachtnisverlust, Nystagmus

    Konvulsionen und Kopfschmerzen treten haufiger bei Patienten mit Spastik zerebralen Ursprungs als bei Patienten mit Spastik spinalen Ursprungs auf.

    Augenerkrankungen

    Haufig Diplopie, Verschwommensehen, Akkomodationsstorungen

    Herz-Kreislauf-Erkrankungen Gelegentlich Bradykardie GefajJerkrankungen

    Haufig Hypotonie

    Gelegentlich Hypertonie, tiefe Venenthrombosen, Flush, Blasse

    Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

    Haufig Atemdepression, Pneumonie, Dyspnoe

    Nicht bekannt Bradypnoe

    Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

    Haufig Diarrhoe, Erbrechen, -Obelkeit, Obstipation, verminderter Appetit, Mundtrockenheit, , ,

    vermehrter Speichelfluss

    Gelegentlich Ileus, Dysphagie, Hypogeusie

    -Obelkeit und Erbrechen treten haufiger bei Patienten mit Spastik zerebralen Ursprungs als bei Patienten mit Spastik spinalen Ursprungs auf.

    Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

    Haufig Urtikaria, Pruritus, Gesichts- oder peripheres Odem

    Gelegentlich Hyperhidrose, Alopezie

    Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

    Sehr haufig Muskelhypotonie (vor allem wahrend der Testphase - vorilbergehende Nebenwirkung) Haufig Muskelhypertonie

    Nicht bekannt Skoliose (siehe Abschnitt 4.4 „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaf3nahmen filr

    die Anwendung“)

    Erkrankungen der Nieren und Harnwege

    Haufig Harnretention, Harninkontinenz

    Harnretention tritt haufiger bei Patienten mit Spastik zerebralen Ursprungs als bei Patienten mit Spastik spinalen Ursprungs auf.

    Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrйse

    Haufig Sexuelle Storungen (Die intrathekale Anwendung von Baclofen Sintetica Intrathekal kann die Erektion und Ejakulation beeintrachtigen. Diese Wirkung ist nach dem Absetzen von Baclofen Sintetica Intrathekal ilblicherweise reversibel.)

    Nicht bekannt Erektile Dysfunktion

    Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

    Haufig Pyrexie, Asthenie, Schmerzen, Schilttelfrost

    Gelegentlich Hypothermie

    Selten Unter Umstanden lebensbedrohendes Entzugssyndrom aufgrund einer plotzlichen

    Unterbrechung der Arzneimittelgabe (siehe „Unterbrechen der Behandlung“)

    Unerwilnschte Vorkommnisse, die mit dem Infusionssystem in Zusammenhang stehen (z. B. durch entzilndliche Massen an der Spitze des implantierten Katheters, Dislokation des Katheters mit moglichen Komplikationen, lokale Infektionen, Meningitis, -Oberdosierung durch falsche Handhabung des Gerates) wurden erwahnt und in einigen dieser Falle kann ein kausaler Zusammenhang mit Baclofen nicht ausgeschlossen werden. Es wurde ilber Fehlfunktionen des Gerats berichtet, die zu einer veranderten Wirkstoffabgabe und damit zu Entzugserscheinungen bis hin zum Tod filhrten (siehe Abschnitt 4.4 „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“).

    In einer Screeningstudie erhohte eine vorhandene PEG-Sonde bei Kindern die Inzidenz von tiefen Infektionen.

    Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

    Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grof3er Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche -Oberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut filr Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de,. anzuzeigen.

    Überdosierung

    Der Patient ist wahrend der gesamten Behandlung engmaschig auf Symptome einer -Oberdosierung zu kontrollieren, insbesondere wahrend der initialen Testphase und der Dosisanpassungsphase sowie bei erneuter Anwendung von Baclofen Sintetica Intrathekal nach kurzer Unterbrechung der Behandlung.

    Anzeichen einer -Oberdosierung konnen plotzlich oder allmahlich auftreten.

    Symptome der -Oberdosierung: Ausgepragte Muskelhypotonie, Schlafrigkeit, Benommenheit, Schwindel, Sedierung, Krampfanfalle, Bewusstseinstrilbung, Ptyalismus, -Obelkeit, Erbrechen, Tachykardie und Tinnitus. Bei einer massiven -Oberdosierung konnen Atemdepression, Apnoe und Koma auftreten.

    Eine hohe -Oberdosierung kann z. B. die Folge einer versehentlichen Zufuhr des Katheterinhalts wahrend einer

    -Oberprilfung der Durchgangigkeit oder der Position des Katheters sein. Andere mogliche Ursachen sind Fehler bei der Programmierung, extrem rasche Dosiserhohungen, die gleichzeitige orale Verabreichung von Baclofen oder eine Funktionsstorung der Pumpe.

    Behandlung

    Ein spezifisches Antidot zur Behandlung der -Oberdosierung von Baclofen Sintetica Intrathekal ist nicht bekannt. Im Allgemeinen werden folgende Maf3nahmen durchgefilhrt:

    1. Moglichst rasche Entfernung der restlichen Baclofen-Losung aus der Pumpe.

    2. Patienten mit Atemdepression sollten notfalls so lange intubiert werden, bis das Arzneimittel eliminiert ist. Es gibt Beobachtungen, dass Physostigmin den Wirkungen auf das Zentralnervensystem, besonders Schlafrigkeit und Atemdepression, entgegenwirken kann.

    Bei der intravenosen Verabreichung von Physostigmin ist jedoch Vorsicht angebracht, da es mit der Auslosung von Krampfanfallen, Bradykardie und kardialen Reizleitungsstorungen in Zusammenhang gebracht wurde.

    Versuchsweise kann eine Gesamtdosis von 1-2 mg Physostigmin im Verlauf von 5 bis 10 Minuten intravenos verabreicht werden. Wahrend dieser Zeit sind die Patienten sorgfaltig zu ilberwachen. Erweist sich die Therapie als wirksam, so konnen zur Aufrechterhaltung der Atmung und des Wachzustandes wiederholt Dosen von 1 mg Physostigmin in Abstanden von 30 bis 60 Minuten gegeben werden.

    Physostigmin alleine kann moglicherweise zur Behandlung hoher -Oberdosen nicht ausreichend sein, so dass der Patient kilnstlich beatmet werden muss.

    Falls eine Lumbalpunktion nicht kontraindiziert ist, kann zur Verringerung der Baclofen-Konzentration im Liquor in der Anfangsphase der Intoxikation eine Entnahme von 30-40 ml Liquor vorgenommen werden. Unterstiltzung der kardiovaskularen Funktionen. Bei Auftreten von Krampfen sollte vorsichtig Diazepam i.v. gegeben werden.

    Die Anwendung von Physostigmin wird nur bei schwerer Intoxikation empfohlen, wenn mit unterstiltzenden Maf3nahmen kein Erfolg erzielt wird. Bei Kindern kann eine Dosis von 0,02 mg/kg Physostigmin intravenos verabreicht werden, maximal 0,5 mg/Minute. Die Gabe kann in Intervallen von 5 bis 10 Minuten wiederholt werden, bis der therapeutische Effekt erreicht ist. Eine Maximaldosis von 2 mg sollte nicht ilberschritten werden.

  • PНARMAKOLOGISCНE EIGENSCНAFTEN

  • Pharmakologische Eigenschaften - Baclofen 2 mg/ml

    Pharmakodynamik

    Pharmakotherapeutische Gruppe:

    Muskelrelaxanzien, andere zentral wirkende Mittel ATC-Code: M03B Х01

    Wirkmechanismus

    Baclofen dampft sowohl die mono- als auch die polysynaptische Reflexilbertragung im Rilckenmark durch Stimulation der GABAB-Rezeptoren.

    Pharmakodynamische Wirkungen

    Baclofen ist ein chemisches Analogon des inhibitorischen Neurotransmitters Gamma-Aminobuttersaure (GABA).

    Die neuromuskulare Erregungsilbertragung wird durch Baclofen nicht beeinflusst. Baclofen ilbt einen antinozizeptiven Effekt aus. Bei neurologischen Krankheiten, die mit Spastizitat der Skelettmuskulatur einhergehen, zeigen sich die klinischen Wirkungen von Baclofen durch gilnstige Beeinflussung der reflektorischen Muskelkontraktionen und deutliche Verminderung von schmerzhaften Spasmen und Kloni.

    Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

    Baclofen fordert die Beweglichkeit des Patienten und seine Unabhangigkeit und erleichtert die Physiotherapie. Baclofen bewirkt eine allgemeine Dampfung des Zentralnervensystems, was zu Sedierung, Somnolenz sowie zu respiratorischer und kardiovaskularer Depression filhren kann.

    Es hat sich auch gezeigt, dass Baclofen ilber die Stimulation des GABAB-Rezeptors eine dosisabhangige Wirkung auf die erektile Dysfunktion bei Mannern hat (siehe Abschnitt 4.8)

    Baclofen Sintetica Intrathekal kann als Alternative zu destruktiven neurochirurgischen Eingriffen betrachtet werden.

    Die direkte Abgabe von Baclofen in den Liquorraum ermoglicht eine wirksame Behandlung der Spastizitat mit Dosierungen, die mindestens 400 bis 1.000mal niedriger sind als bei oraler Therapie.

    Intrathekale Bolusinjektion

    Die Wirkung einer intrathekalen Einzeldosis setzt im Allgemeinen eine halbe bis eine Stunde nach Verabreichung ein. Der maximale spasmolytische Effekt tritt ungefahr 4 Stunden nach Verabreichung ein und halt 4 bis 8 Stunden an. Wirkungseintritt, Wirkungsmaximum und Wirkungsdauer sind von Patient zu Patient verschieden und abhangig von der Dosis, der Schwere der Symptome sowie der Art und Geschwindigkeit der Verabreichung.

    Kontinuierliche Infusion

    Die antispastische Wirkung von Baclofen setzt 6 bis 8 Stunden nach Beginn der kontinuierlichen Infusion ein und erreicht ihr Maximum innerhalb von 24 bis 48 Stunden.

    Pharmakokinetik

    Bei Interpretation der folgenden kinetischen Parameter sind die Auswirkungen der intrathekalen Verabreichung und der verlangsamten Liquorzirkulation zu berilcksichtigen.

    Resorption.

    Die Infusion direkt in den spinalen Subarachnoidalraum umgeht Resorptionsprozesse und ermoglicht ilber Adsorption den Zugang zu den Rezeptorstellen im Hinterhorn des Rilckenmarks.

    Verteilung.

    Nach einer einzelnen intrathekalen Bolusinjektion/Kurzzeitinfusion liegt das aus den Liquorkonzentrationen errechnete Distributionsvolumen zwischen 22 und 157 ml. Mit der kontinuierlichen intrathekalen Infusion von Tagesdosen zwischen 50 und 1.200 Mikrogramm werden Steady-State-Konzentrationen von Baclofen im Liquor des Lumbalbereiches von 130 bis 1.240 Nanogramm/ml erreicht. Ausgehend von der im Liquor gemessenen Halbwertszeit werden die Steady-State-Konzentrationen im Liquor innerhalb von 1 bis 2 Tagen erreicht. Wahrend der intrathekalen Infusion betragen die Plasmakonzentrationen nicht mehr als

    5 Nanogramm/ml. Daraus ergibt sich, dass Baclofen die Blut-Hirn-Schranke nur langsam passiert.

    Elimination.

    Die Eliminationshalbwertszeit aus dem Liquor betragt nach Verabreichung einer einzelnen intrathekalen Bolusinjektion/Kurzzeitinfusion von 50-136 Mikrogramm Baclofen 1 bis 5 Stunden. Die Eliminationshalbwertszeit von Baclofen nach Erreichen des Steady State im Liquor wurde nicht bestimmt. Sowohl nach einer einzelnen Bolusinjektion als auch nach kontinuierlicher Infusion in den spinalen Subarachnoidalraum mittels einer implantierten Pumpe betrug die mittlere Liquor-Clearance ungefahr 30 ml/h. Im Steady State ergab sich wahrend der kontinuierlichen intrathekalen Infusion ein Baclofen-Konzentrationsgradient zwischen dem Liquor im Lumbalbereich und dem Liquor in der Cisterna cerebellomedullaris von 1,8:1 bis 8,7:1 (im Mittel 4:1). Dies ist klinisch insofern von Bedeutung, als die Spastizitat der unteren Extremitaten ohne starken Effekt auf die oberen Extremitaten wirksam behandelt werden

    kann; zudem treten aufgrund der geringeren Wirkung auf die Hirnzentren weniger Nebenwirkungen auf, die das ZNS betreffen.

    Spezielle Patientengruppen

    .ltere Рatienten

    Zur Anwendung von Baclofen Sintetica Intrathekal bei alteren Patienten liegen keine pharmakokinetischen Daten vor. Daten zur Anwendung einer Einzeldosis der oralen Formulierung deuten darauf hin, dass altere Patienten eine langsamere Elimination, aber eine ahnliche systemische Exposition gegenilber Baclofen aufweisen wie junge Erwachsene. Eine Extrapolation dieser Ergebnisse auf eine Behandlung mit Mehrfachdosen legt jedoch den Schluss nahe, dass zwischen jungen Erwachsenen und alteren Patienten keine bedeutenden Unterschiede hinsichtlich der Pharmakokinetik bestehen.

    Kinder und Jugendliche

    Bei Kindern und Jugendlichen (8-18 Jahre alt) mit einer chronischen Infusion von intrathekalem Baclofen mit einer Dosis von 77-400 Mikrogramm/Tag hatten Plasmakonzentrationen bei 10 Nanogramm/ml oder darunter.

    Leberfunktionsstдrungen

    Zur Anwendung von Baclofen Sintetica Intrathekal bei Patienten mit Leberfunktionsstorungen liegen keine pharmakokinetischen Daten vor. Da die Leber jedoch bei der Verstoffwechslung von Baclofen keine nennenswerte Rolle spielt, ist eine klinisch bedeutsame Veranderung der Pharmakokinetik bei Patienten mit Leberfunktionsstorungen unwahrscheinlich.

    Nierenfunktionsstдrungen

    Zur Anwendung von Baclofen Sintetica Intrathekal bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen liegen keine pharmakokinetischen Daten vor. Da Baclofen vorwiegend unverandert ilber die Nieren ausgeschieden wird, kann eine Akkumulation des unveranderten Wirkstoffs bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen nicht ausgeschlossen werden.

    Pharmazeutische Angaben - Baclofen 2 mg/ml

    Liste der sonstigen Bestandteile

    Natriumchlorid

    Wasser filr Injektionszwecke

  • InkompatiЬilitaten

    Glucose hat sich wegen einer chemischen Reaktion mit Baclofen als inkompatibel erwiesen.

    Das Arzneimittel darf, au8er mit den unter AЬschnitt 6.6 aufgefilhrten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

  • Dauer der НaltЬarkeit

    5 Jahre

    Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort eingesetzt wird, ist der Anwender filr die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich.

  • Besondere Vorsichtsma8nahmen filr die AufЬewahrung

    Nicht im Kilhlschrank lagern oder einfrieren.

    In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schiltzen.

  • Art und Inhalt des Behältnisses

    5-ml-Ampullen aus farblosem Klarglas Typ I mit Sollbruchstelle und violettem Markierungsring. Eine Packung enthalt 1, 5 und 10 Ampullen zu je 5 ml Losung.

    5-ml-Ampullen aus farblosem Klarglas Typ I mit Sollbruchstelle und violettem Markierungsring, verpackt in sterilem Blister.

    Eine Packung enthalt 5 und 10 Ampullen zu je 5 ml Losung.

    20-ml-Ampullen aus farblosem Klarglas Typ I mit Sollbruchstelle und grilnem Markierungsring. Eine Packung enthalt 1 Ampulle mit 20 ml Losung.

    20-ml-Ampullen aus farblosem Klarglas Typ I mit Sollbruchstelle und grilnem Markierungsring, verpackt in sterilem Blister.

    Eine Packung enthalt 1 Ampulle mit 20 ml Losung.

    Es werden moglicherweise nicht alle Packungsgrof3en in den Verkehr gebracht.

  • Besondere Vorsichtsma8nahmen filr die Beseitigung und sonstige Нinweise zur НandhaЬung

    Nicht verwendetes Arzneimittels oder Abfallmaterial ist entsprechend der nationalen Anforderungen zu entsorgen.

    Hinweise filr die Anwendung.

    Baclofen Sintetica Intrathekal ist filr intrathekale Injektionen und kontinuierliche Infusionen gemaf3 Anwendungsvorschriften des Infusionssystems vorgesehen.

    Zum Offnen der Packung mit Baclofen Sintetica Intrathekal bitte die Packung mit beiden Handen festhalten und die Ecken bis zur Offnung in entgegengesetzte Richtungen drehen.

    Stabilitat.

    In implantierten EU-zertifizierte Pumpen blieb Baclofen Intrathekal 180 Tage lang stabil.

    Arzneimittel zur parenteralen Anwendung sollten wenn moglich vor der Anwendung auf Partikel und Verfarbungen ilberprilft werden.

    Spezielle Hinweise fйr die Anwendung

    Die genaue Konzentration hangt von der benotigten Gesamttagesdosis und der minimalen Infusionsgeschwindigkeit der Pumpe ab. Bitte beachten Sie die speziellen Empfehlungen im Handbuch des Herstellers.

    Verdйnnung.

    Filr Patienten, die andere Konzentrationen als 50, 500 oder 2.000 Mikrogramm/ml benotigen, muss Baclofen Sintetica Intrathekal unter aseptischen Bedingungen mit steriler, konservierungsmittelfreier Natriumchlorid-Injektionslosung verdilnnt werden.

    Applikationssysteme.

    Filr die intrathekale Langzeitanwendung von Baclofen werden verschiedene Systeme verwendet. Dazu gehoren EU-zertifizierte Pumpen; es handelt sich um implantierbare Infusionssysteme mit einem nachfilllbaren Reservoir, die unter Lokalanasthesie oder Vollnarkose meist subkutan oder in eine Tasche in der Bauchdecke implantiert werden. Diese Systeme sind mit einem intrathekalen Katheter verbunden, der subkutan in den Subarachnoidalraum verlauft.

    Vor Verwendung dieser Systeme muss sichergestellt werden, dass die technischen Spezifikationen, einschlief3lich der chemischen Stabilitat der Baclofenlosung im Reservoir, den Anforderungen filr die intrathekale Anwendung von Baclofen entsprechen.

  • INНABER DER ZULASSUNG

    Sintetica GmbH Albersloher Weg 11

    48155 Milnster Deutschland

  • Weblinks

    Packungen und Preis

    Baclofen Sintetica Intrath. 2mg/ml Inf. 1x20ml N1
    Preis
    369,39 €
    Zuzahlung
    10,00 €

    Versicherungsliste

    Verpackung ist nicht auf der Liste.

    Quellen

    Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
    Rote Liste

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