Canemes 1 mg Kapseln
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Canemes 1 mg
Canemes 1 mg Kapseln sind für die ergänzende Behandlung zusätzlich zur Standardtherapie bei chemotherapiebedingter Emesis und Nausea bei erwachsenen Krebs-Patienten indiziert, bei denen antiemetische Behandlungen nach aktuellem Leitlinien-konformen Therapieschema keine ausreichende Symptomkontrolle bewirken.
Dosierung
Erwachsene
Normalerweise beträgt die Dosierung von Canemes 1 bis 2 mg zweimal täglich. Um Nebenwirkungen zu minimieren wird empfohlen, bei Beginn der Therapie die niedrige Dosierung (1 mg) zu verabreichen und diese bei Bedarf zu steigern. Die erste Dosierung sollte am Abend vor Beginn der Chemotherapie erfolgen, die zweite Verabreichung 1 bis 3 Stunden vor Gabe der ersten Dosierung im Rahmen der Chemotherapie.
Die maximal verabreichte Dosis sollte 6 mg in 3 geteilten Dosierungen nicht überschreiten. Canemes kann über den vollständigen Chemotherapie-Zyklus verabreicht werden und, falls notwendig, darüber hinaus für 48 Stunden nach Beendigung der Chemotherapie. Daten zu chronischen Gaben liegen nicht vor.
Ältere Patienten
Es liegen keine ausreichenden Daten aus klinischen Studien zur Anwendung von Nabilon in Patienten im Alter von 65 Jahren und darüber vor. Im Allgemeinen sollte die Dosis für ältere Patienten mit Vorsicht gewählt werden (siehe Abschnitt 4.4).
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Es liegen keine Daten vor. Eine Anwendung sollte mit Vorsicht erfolgen. Eine Anwendung bei schweren Leberfunktionsstörungen wird nicht empfohlen.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Es liegen keine Daten vor. Eine Anwendung sollte mit Vorsicht erfolgen.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Canemes bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, natürliche Cannabinoide oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Die Anwendung des Arzneimittels Canemes kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Es liegen keine Daten von Patienten mit Leberfunktionsstörungen vor. Da Nabilon primär biliär ausgeschieden wird, kann die Anwendung bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsbeeinträchtigung nicht empfohlen werden.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen wurden keine Studien durchgeführt. Bei der Behandlung dieser Patienten ist Vorsicht angebracht.
Patienten unter Nabilon Behandlung sollten genau beobachtet werden, am besten im Rahmen eines stationären Klinikaufenthalts. Das ist besonders bei unbehandelten Patienten wichtig. Nabilon kann aber auch bei Patienten, die bereits vorher mit Cannabinoiden behandelt wurden, zu unerwarteten schwerwiegenden Reaktionen führen. Patienten sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass es möglicherweise zu Stimmungsänderungen und anderen Beeinträchtigungen im Verhalten kommen kann. Die Wirkungen von Nabilon können nach der oralen Verabreichung für eine variable und unvorhersehbare Zeitspanne anhalten. Unerwünschte psychiatrische Reaktionen können noch 48 bis 72 Stunden nach Beendigung der Behandlung auftreten.
Nabilon sollte bei Patienten mit Suchtmittel- oder Arzneimittelmissbrauch einschließlich Alkoholmissbrauch oder Alkoholabhängigkeit in der Anamnese mit Vorsicht angewendet werden. Nabilon sollte nicht zusammen mit Alkohol, Beruhigungsmitteln, Hypnotika oder anderen psychoaktiven Substanzen eingenommen werden, da diese Substanzen die Wirkung von Nabilon auf das ZNS verstärken können.
Da Nabilon die Herzfrequenz bei Patienten in Rückenlage oder im Stehen erhöhen und haltungsbedingt Hypotonie hervorrufen kann, sollte es bei älteren Patienten sowie bei Patienten mit Hypertonie und Herzerkrankungen vorsichtig angewendet werden.
Patienten mit psychischen Erkrankungen einschließlich manisch-depressiver Erkrankungen und Depressionen sollten Canemes nicht anwenden.
Kinder und Jugendliche
Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird Canemes nicht empfohlen.
Canemes hat eine additive, ZNS hemmende Wirkung bei gleichzeitiger Gabe mit Diazepam, Na-Secobarbital, Alkohol oder Codein.
Bei gleichzeitiger Verabreichung von Cannabinoiden wurden Wechselwirkungen mit folgenden Substanzen beobachtet:
Amphetamine, Kokain, andere Sympathomimetika
Atropin, Scopolamin, Antihistaminika, andere Anticholinergika Amitriptylin, Amoxapin, Desipramin, andere trizyklische Antidepressiva
Barbiturate, Benzodiazepine, Lithium, Opioide, Buspiron, Muskelrelaxanzien, ZNS hemmende Substanzen
Disulfiram Fluoxetin Phenazon Theophyllin Naltrexon Alkohol
Fertilität
Es liegen keine Daten über den Einfluss von Nabilon auf die Fertilität beim Menschen vor. Tierexperimentelle Studien mit Nabilon zeigen keinen Einfluss auf die Fertilität (siehe Abschnitt 5.3.). Jedoch wurden bei anderen Cannabinoiden Effekte auf die Fertilität in tierexperimentellen Studien beobachtet.
Schwangerschaft
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Nabilon bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Die Anwendung von Canemes während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Nabilon oder dessen Metabolite in die Muttermilch übergehen. Da andere Cannabinoide in die Muttermilch übergehen und sich dort anreichern, kann ein Risiko für das gestillte Kind nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen sollte während der Behandlung und für 7 Tage nach Ende der Behandlung unterbrochen werden.
Canemes kann zu Beeinträchtigungen der mentalen und physischen Fähigkeiten führen, die zur Ausübung von Tätigkeiten mit erhöhtem Aufmerksamkeitsbedarf (z. B. Lenken von Kraftfahrzeugen oder Bedienen von Maschinen) notwendig sind. Der Patient sollte darüber entsprechend unterrichtet werden. Die Wirkung von Canemes kann nach oraler Verabreichung unterschiedlich und unvorhersehbar lange andauern. Psychische Nebenwirkungen können noch 48 bis 72 Stunden nach Beendigung der Therapie auftreten.
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Häufigkeit gemäß MedDRA-Konvention
Sehr häufig (≥1/10) Häufig (≥1/100, <1/10)
Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100) Selten (≥1/10.000, <1/1.000) Sehr selten (<1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Somnolenz, Ataxie, Aufmerksamkeitsstörungen, Kopfschmerzen Selten: Koordination gestört, Tremor
Psychiatrische Erkrankungen
Häufig: Euphorische Stimmung, Schlafstörung, Dysphorie
Selten: Verwirrtheitszustand, Desorientiertheit, Halluzination, Psychose, Depression, Angst, Depersonalisations-/ Derealisationsstörung
Nicht bekannt: Sedierung
Augenerkrankungen
Häufig: Sehverschlechterung
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Häufig: Vertigo
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Selten: Appetit vermindert
Herzerkrankungen Häufig: Hypotonie Selten: Tachykardie
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Mundtrockenheit, Übelkeit Selten: Abdominalschmerz
In kontrollierten klinischen Studien mit Nabilon zeigten Patienten mindestens eine Nebenwirkung.
Die Toleranz hinsichtlich ZNS-Wirkungen wie Entspannung, Somnolenz und euphorische Stimmung entwickelt sich rasch und ist reversibel.
Nabilon ist - bei therapeutischen Dosierungen - potentiell ein Suchtmittel mit möglichen subjektiven Nebenwirkungen wie Euphorie. Verschreibungen sollten sich daher auf die notwendige Dauer (einige Tage) während der Chemotherapie beschränken. Das physische Abhängigkeitspotential von Nabilon ist unbekannt. Patienten in klinischen Studien, die bis zu 5 Tage dauerten, zeigten keine Entzugserscheinungen nach Absetzen der Substanz.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3 D-53175 Bonn
Website: http://www.bfarm.de
Es treten klinische Zeichen und Symptome der psychomimetischen und physiologischen Nebenwirkungen in verstärkter Form auf. Selbst in therapeutischen Dosen kann eine Überdosierung gegeben sein, wenn belastende psychische Symptome auftreten. Weitere Einnahmen sollten unterbleiben, bis der Patient seinen normalen mentalen Status wieder erlangt hat und bei gegebener Indikationsstellung anschließend die Therapie mit reduzierter Dosierung fortgesetzt wird. In kontrollierten klinischen Studien bildeten sich Veränderungen des mentalen Status, die auf die Einnahme von Canemes zurückgeführt wurden, innerhalb von 72 Stunden ohne zusätzliche Therapie zurück. Vitalzeichen sollten monitoriert werden, da Hypertonie, Hypotonie und Tachykardie vorkommen.
Es wurde über keine Fälle von Überdosierungen von mehr als 10 mg/Tag in klinischen Studien berichtet. Bei extremer Überdosierung sind klinische Zeichen und Symptome wie psychotische Reaktionen, einschließlich Halluzinationen und Angstzustände, respiratorische Depression und Koma zu erwarten.
Behandlung: wenn möglich konservativ (z. B. Zureden und Beruhigung). In schweren Fällen können antipsychotische Arzneimittel hilfreich sein, obwohl diese nicht systematisch untersucht wurden. Die Patienten sollten wegen möglicher Interaktionen (z. B. additive ZNS hemmende Effekte von Canemes und Chlorpromazin) sorgfältig beobachtet werden.
Eine generelle Weiterbetreuung der Patienten wird empfohlen. Die Gabe von Aktivkohle zur Reduktion der Absorption aus dem Gastrointestinaltrakt kann erwogen werden. Verstärkte Diurese, Peritonealdialyse, Hämodialyse, Hämoperfusion oder Gabe von Cholestyramin sind nicht dokumentiert, da der Großteil von Canemes biliär ausgeschieden wird.
Zur Behandlung einer respiratorischen Depression oder eines komatösen Zustandes werden symptomatische und unterstützende Therapien verwendet. Besondere Aufmerksamkeit sollte dem Auftreten einer Hypothermie gewidmet werden. An den Einsatz von Flüssigkeitszufuhr, inotroper und/oder vasopressorischer Substanzen gegen Hypotonie sollte gedacht werden.
Pharmakologische Eigenschaften - Canemes 1 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiemetika und Mittel gegen Übelkeit, andere Antiemetika ATC-Code: A04AD11
Nabilon ist ein synthetisches Cannabinoid mit einer antiemetischen Wirkung bei Patienten unter Chemotherapie für maligne Neoplasien. Der Wirkmechanismus wurde an Katzen und Hunden studiert. Der genaue Mechanismus ist nicht geklärt, eine Reihe von möglichen Angriffspunkten im Körper für die antiemetische Wirkung von Nabilon wurden beschrieben.
Daten aus kontrollierten, randomisierten klinischen Studien zur Wirksamkeit von Nabilon für die ergänzende Behandlung von Patienten mit chemotherapiebedingter Emesis und Nausea bei denen eine antiemetische Behandlung nach aktuellem Leitlinien-konformen Therapieschema nicht adäquat anspricht, liegen derzeit nicht in ausreichendem Maße vor.
Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Nabilon wurden nur sehr grundlegend dokumentiert und eine relevante Anzahl wichtiger pharmakokinetischer Eigenschaften ist noch unbekannt. Dies wird als besonders relevant für die Zielpopulation angesehen, bei der die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sie zu besonderen Bevölkerungsgruppen gehört (ältere Menschen, Nieren- und Leberkranke) und mit hoher Wahrscheinlichkeit gleichzeitig Medikamente einnimmt, bei denen es zu Wechselwirkungen kommen kann. Eine sichere Anwendung des Präparats kann nicht sichergestellt werden.
Resorption
Nüchternen Freiwilligen wurde eine Dosis von 2 mg 14C-Nabilone verabreicht. Nabilon wurde sofort aus dem Gastrointestinaltrakt absorbiert. Ein pharmakokinetischer Vergleich nach oraler und intravenöser Verabreichung belegt, dass der Großteil von Nabilon nach oraler Gabe resorbiert wurde. Auch der Prozentsatz der Radioaktivität in den Fäzes und im Urin mit ungefähr 60% bzw. 24% war nach oraler oder intravenöser Gabe ähnlich, ein weiterer Beleg für die hohe orale Absorption von Nabilon.
Verteilung
Die absorbierte Substanz verschwindet rasch aus dem Plasma und deutet auf eine extensive Gewebeverteilung und rasche Metabolisierung und Exkretion hin.
Die Plasmahalbwertszeit von Nabilon bei diesen Freiwilligen betrug ungefähr 2 Stunden. Die ungefähre Halbwertszeit des Carbinol Metaboliten war mit etwa 5 bis 10 Stunden deutlich länger. Die Gesamtradioaktivität hatte eine Halbwertszeit von etwa 35 Stunden.
Biotransformation
Zwei mögliche Metabolisierungswege sind beschrieben: die Hauptmetabolisierung führt durch direkte Oxidation von Nabilon zu Hydroxyl- und Carboxylanaloga. Diese Komponenten stellen wahrscheinlich die Hauptmenge der verbleibenden Radioaktivität im Plasma dar, wenn der Metabolit Carbinol bereits aus dem Plasma eliminiert ist.
Elimination
Nach oraler Gabe von 2 mg 14C-Nabilone wurden über 60% der Gesamtradioaktivität in den Fäzes und etwa 20% im Urin eliminiert. Respiratorisch ausgeschiedenes 14C CO2 betrug etwa 15%, sodass die Diskrepanz hinsichtlich der Gesamtmenge wahrscheinlich auf analytische Schwierigkeiten zurückzuführen ist. Ein Vergleich mit den Daten nach intravenöser Verabreichung ergab keine signifikanten Unterschiede, sodass die biliäre Ausscheidung der Haupteliminierungsweg von Nabilon ist.
Pharmazeutische Angaben - Canemes 1 mg
Eine Kapsel enthält Povidon, vorverkleisterte Stärke, gelbes Eisenoxid (E 172), Titandioxid (E 171), Gelatine.