Amantadin STADA® 100 mg Tabletten
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Gluten/Laktose
Laktose: Ja
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Fachinfo - Amantadin 100 mg
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Parkinson-Syndrome:
Zur Behandlung von Symptomen der Parkinson'schen Krankheit, wie z.B. Ri-gor, Tremor und Hypo- bzw. Akinese
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Durch Neuroleptika und ähnlich wirkende Arzneimittel bedingte extrapyrami-dale Symptome wie Frühdyskinesie, Akathisie, Parkinsonoid.
Dosierung
Vor Therapiebeginn und zu den Zeitpunkten 1 und 3 Wochen danach ist ein EKG
(50 mm/s) zu schreiben und die frequenzkorrigierte QT-Zeit nach Bazett (QTc) manuell zu bestimmen. Bei Dosiserhöhungen zu späterem Zeitpunkt muss ein solches EKG vorher und zwei Wochen nachher geschrieben werden. Danach haben EKG-Kontrollen zumindest jährlich zu erfolgen. Patienten mit QTc-Vorwer-ten über 420 ms, oder mit einem QTc-Anstieg von über 60 ms unter Amantadin STADA® oder mit QTc-Zeiten > 480 ms unter Amantadin STADA® sowie mit er-kennbaren U-Wellen sind von der Behandlung auszuschließen. Damit kann bei gleichzeitiger Beachtung der im Abschnitt 4.3 genannten Gegenanzeigen die
sehr seltene, aber bedrohliche Nebenwirkung Torsade-de-pointes-Kam-mertachykardie verhindert werden.
Parkinson-Syndrome
Bei Parkinson-Syndromen und medikamentös bedingten Bewegungsstörungen erfolgt die Therapie in der Regel einschleichend; die jeweilige Dosis richtet sich nach dem therapeutischen Effekt.
Zur Einstellung des Patienten ist in den ersten 4 - 7 Tagen 1-mal täglich 1 Tab-lette Amantadin STADA® (entsprechend 100 mg Amantadinhydrochlorid pro Tag) zu verabreichen, und dann wöchentlich um die gleiche Dosis zu steigern, bis die Erhaltungsdosis erreicht ist.
Als wirksame Dosen sind 2-mal täglich 1 - 2 Tabletten Amantadin STADA® (ent-sprechend 200 - 400 mg Amantadinhydrochlorid/Tag) anzusehen.
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten, insbesondere bei solchen mit Erregungs- und Verwirrt-heitszuständen sowie mit deliranten Syndromen, sollte mit einer geringeren Do-sis begonnen werden.
Bei einer Kombinationsbehandlung mit anderen Antiparkinsonmitteln ist die Do-sierung individuell anzupassen.
Falls bereits mit einer Amantadin-Infusionslösung vorbehandelt wurde, kann die Anfangsdosis höher gewählt werden.
Bei akuter Verschlechterung der Parkinsonsymptomatik im Sinne einer akineti-schen Krise wird eine Amantadin-Infusionsbehandlung angewendet.
Patienten mit Niereninsuffizienz
Grundsätzlich ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion die Höhe der Dosis an das Ausmaß der verringerten Nierenclearance (gemessen an der glo-merulären Filtrationsrate = GFR) anzupassen wie folgt:
| GFR(ml/min) | DosierungAmantadinhydrochlorid | Dosierungsintervall |
| 80 - 60 | 100 mg | alle 12 Stunden |
| 60 - 50 | 150 mg* | 1-mal täglich |
| 50 - 30 | 100 mg | 1-mal täglich |
| 30 - 20 | 200 mg | 2-mal wöchentlich |
| 20 - 10 | 100 mg | 3-mal wöchentlich |
| <10 und Hämodialyse | 200 mg und 100 mg | wöchentlich oder jede 2. Woche |
*) zu erreichen durch 1½ Tabletten Amantadin STADA® 100 mg.
Um die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) abschätzen zu können, darf folgende Näherung ange-wendet werden:
CLKr = (140-Alter) x Gewicht
72 x Kreatinin
wobei CLKr = Kreatininclearance in ml/min und Kreatinin = Serumkreatinin in mg/100 ml ist. Der so berechnete Wert der Kreatininclearance gilt für Männer, er beträgt für Frauen ca. 85% und darf der Insulinclearance zur Ermittlung der GFR (beim Erwachsenen 120 ml/min) gleichgesetzt werden. Amantadin ist nur bedingt dialysierfähig (ca. 5%).
Art und Dauer der Anwendung
Die Tabletten werden mit etwas Flüssigkeit, vorzugsweise morgens und nachmit-tags eingenommen. Die letzte Tagesdosis soll nicht nach 16 Uhr eingenommen werden.
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach Art und Schwere des Krankheitsbil-des und wird vom behandelnden Arzt entschieden. Der Patient darf das Arznei-mittel nicht eigenmächtig absetzen.
Ein plötzliches Absetzen der Einnahme von Amantadin STADA® ist zu vermei-den, da es sonst bei Parkinsonpatienten zu starker Verschlechterung der extra-pyramidalen Symptomatik bis hin zur akinetischen Krise kommen kann, und Ab-setzerscheinungen bis hin zu einem Delir auftreten können.
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Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Amantadin-Verbindungen oder ei-nen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels,
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schwere nicht kompensierte Herzinsuffizienz (Stadium NYHA IV),
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Kardiomyopathie und Myokarditis,
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AV-Block Grad II und III,
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vorbekannte Bradykardie unter 55 Schläge/min,
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bekanntes langes QT-Intervall (QTc nach Bazett >420 ms) oder erkennba-ren U-Wellen oder angeborenes QT-Syndrom in der Familienanamnese,
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schwerwiegende ventrikuläre Arrhythmien einschließlich Torsade de pointes in der Anamnese,
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gleichzeitige Therapie mit Budipin oder anderen QT-verlängernden Arznei-mitteln (siehe 4.5 Wechselwirkungen mit anderen Mitteln),
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Verminderung von Kalium und Magnesium im Blut.
Amantadin STADA® darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit
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Prostatahypertrophie,
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Engwinkelglaukom,
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Niereninsuffizienz (verschiedener Schweregrade; durch eine Verschlechte-rung der Filtrationsleistung der Nieren besteht die Gefahr der Kumulation, vgl. Dosierung und „Besondere Vorsichtshinweise für den Gebrauch“)
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Erregungs- und Verwirrtheitszuständen,
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deliranten Syndromen sowie exogenen Psychosen in der Anamnese,
sowie bei Patienten, die mit Memantin behandelt werden (siehe 4.5 Wechselwir-kungen).
Kinder
Ausreichende Erfahrungen bei Kindern liegen nicht vor.
Vor Therapiebeginn und zu den Zeitpunkten 1 und 3 Wochen danach ist ein EKG (50 mm/s) zu schreiben und die frequenzkorrigierte QT-Zeit nach Bazett (QTc) manuell zu bestimmen. Bei Dosiserhöhungen zu späterem Zeitpunkt muss ein solches EKG vorher und zwei Wochen nachher geschrieben werden. Danach haben EKG-Kontrollen zumindest jährlich zu erfolgen. Patienten mit QTc-Vorwer-ten über 420 ms oder mit einem QTc-Anstieg von über 60 ms unter Amantadin STADA® oder mit QTc-Zeiten >480 ms unter Amantadin STADA® sowie mit er-kennbaren U-Wellen sind von der Behandlung auszuschließen.
Bei Risikogruppen für Elektrolytstörungen, z.B. Diuretikamedikation, häufigem Erbrechen und/oder Durchfall, Anwendung von Insulin in Notfallsituationen, Nie-renerkrankungen oder anorektischen Zuständen sind adäquate Laborkontrollen und ein entsprechender Elektrolyt-Ausgleich durchzuführen, insbesondere für Kalium und Magnesium.
Sobald Symptome wie Palpitationen, Schwindel oder Synkopen auftreten, ist Amantadin STADA® abzusetzen und der Patient - innerhalb von 24 Stunden - auf eine eventuelle QT-Verlängerung zu untersuchen. Wenn keine QT-Verlängerung vorliegt, kann Amantadin STADA® unter Berücksichtigung der Gegenanzeigen und Wechselwirkungen wiedereingesetzt werden.
Bei Herzschrittmacherpatienten ist die exakte Bestimmung der QT-Zeiten nicht möglich. Daher muss die Entscheidung über eine Amantadin STADA® Therapie in Abstimmung mit dem behandelnden Kardiologen individuell erfolgen.
Besondere Vorsichtshinweise für den Gebrauch
Während der Behandlung mit Amantadin wurden Fälle von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten beobachtet. Patienten sind auf Anzeichen von Suizidge-danken und suizidalem Verhalten zu überwachen, und falls erforderlich ist eine Behandlung einzuleiten. Patienten (und Betreuungspersonen von Patienten) soll-ten darauf hingewiesen werden, unverzüglich einen Arzt aufzusuchen, wenn An-zeichen von Suizidgedanken oder suizidalem Verhalten auftreten.
Bei Patienten, die gleichzeitig mit Neuroleptika und Amantadin behandelt wer-den, besteht die Gefahr des Auftretens eines lebensbedrohlichen malignen neu-roleptischen Syndroms, wenn Amantadin plötzlich abgesetzt wird.
Bei gestörter Nierenfunktion kann es zur Intoxikation kommen.
Bei Patienten mit einem hirnorganischen Psychosyndrom sowie zerebralen An-fallsleiden in der Anamnese erfordert die Anwendung von Amantadin STADA®
besondere Vorsicht, da sich einzelne Krankheitssymptome verschlechtern und Krampfanfälle auftreten können (vgl. Nebenwirkungen und Dosierung beachten).
Patienten mit bekannten Herz-Kreislauferkrankungen müssen während der gleichzeitigen Behandlung mit Amantadin STADA® unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle stehen. Sobald Symptome wie Palpitationen, Schwindel oder Synkopen auftreten, ist Amantadin STADA® abzusetzen und der Patient - innerhalb von 24 Stunden - auf eine eventuelle QT-Verlängerung zu untersuchen. Wenn keine QT-Verlängerung vorliegt, kann Amantadin STADA® unter Berücksichtigung der Ge-genanzeigen und Wechselwirkungen wiedereingesetzt werden.
Oft werden bei Parkinson-Patienten Krankheitszeichen wie niedriger Blutdruck, Speichelfluss, Schweißausbrüche, erhöhte Körpertemperatur, Hitzestauungen, Wasseransammlungen und depressive Verstimmungen beobachtet. Sie sind un-ter Beachtung der Neben- und Wechselwirkungen von Amantadin STADA® zu behandeln.
Die Patienten sollen aufgefordert werden, bei Auftreten von Beschwerden beim Wasserlassen den behandelnden Arzt aufzusuchen.
Bei Auftreten von Verschwommensehen oder anderen Sehstörungen sollte ein Augenarzt konsultiert werden, um ein Hornhautödem auszuschließen. Falls ein Hornhautödem diagnostiziert wird, ist die Behandlung mit Amantadin abzuset-zen.
Impulskontrollstörungen
Die Patienten sind regelmäßig hinsichtlich der Entwicklung von Impulskontroll-störungen zu überwachen. Patienten und ihre Pflegepersonen sollten darauf hingewiesen werden, dass Verhaltenssymptome von Impulskontrollstörungen,
u. a. Spielsucht, verstärkte Libido, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder Kaufsucht sowie Binge-Eating und zwanghaftes Essen, bei Patienten unter der Behandlung mit dopaminerg wirkenden Arzneimitteln einschließlich Amantadin STADA® auftreten können. Bei Entwicklung dieser Symptome sind eine Dosisreduktion oder ein Ausschleichen der Behandlung zu erwägen.
Sonstige Bestandteile
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Amantadin STADA® nicht einnehmen.
Die gleichzeitige Anwendung von Amantadin mit anderen Arzneimitteln, für die eine Verlängerung des QT-Intervalls bekannt ist, ist kontraindiziert. Beispiele sind:
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bestimmte Antiarrhythmika der Klasse IA (wie z.B. Chinidin, Disopyramid, Procainamid) und der Klasse III (wie Amiodaron, Sotalol),
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bestimmte Antipsychotika (wie z.B. Thioridazin, Chlorpromazin, Haloperidol, Pimozid),
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bestimmte tri- und tetrazyklische Antidepressiva (wie z.B. Amitriptylin),
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bestimmte Antihistaminika (wie z.B. Astemizol, Terfenadin),
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bestimmte Makrolidantibiotika (wie z.B. Erythromycin, Clarithromycin),
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bestimmte Gyrasehemmer (wie z.B. Sparfloxacin),
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Azol-Antimykotika sowie weitere Arzneimittel wie Budipin, Halofantrin, Cotrimoxazol, Pentamidin, Cisaprid oder Bepridil.
Diese Aufzählung kann nicht vollständig sein. Vor der gleichzeitigen Anwendung von Amantadin mit einem anderen Arzneimittel ist dessen Fachinformation da-hingehend zu prüfen, ob eine Interaktion durch QT-Verlängerung zwischen die-sem Mittel und Amantadin möglich ist.
Es ist möglich, Amantadin STADA® mit anderen Antiparkinsonmitteln zu kombi-nieren. Zur Vermeidung von Nebenwirkungen (wie z.B. psychotischen Reaktio-nen) kann eine Dosisreduktion der anderen Arzneimittel bzw. der Kombination notwendig werden.
Es liegen keine gezielten Untersuchungen über das Auftreten von Wechselwir-kungen nach Verabreichung von Amantadin STADA® mit anderen Antiparkinson-mitteln (z.B. mit Levodopa, Bromocriptin, Memantin, Trihexyphenidyl etc.) vor (Nebenwirkungen beachten).
Bei gleichzeitiger Therapie mit Amantadin STADA® und den im folgenden aufge-führten Arzneimittelgruppen bzw. Wirkstoffen kann es zu den im folgenden be-schriebenen Wechselwirkungen kommen:
Anticholinergika
Verstärkung von Nebenwirkungen der Anticholinergika (Verwirrtheitszustände und Halluzinationen) bei Kombination mit z.B. Trihexyphenidyl, Benzatropin, Sco-polamin, Biperiden, Orphenadrin etc.
Indirekt zentral wirkende Sympathomimetika
Verstärkung der zentralen Wirkung von Amantadin.
Alkohol
Verminderung der Alkoholtoleranz.
Levodopa (Antiparkinsonmittel)
Gegenseitige Verstärkung der therapeutischen Wirkung. Deshalb kann Levo-dopa mit Amantadin STADA® kombiniert werden.
Sonstige Antiparkinsonmittel
Memantin kann die Wirkung und Nebenwirkungen von Amantadin STADA® ver-stärken (Gegenanzeigen beachten).
Andere Arzneimittel
Die gleichzeitige Gabe von Diuretika vom Typ der Kombination Triamteren/ Hyd-rochlorothiazid kann die Plasmaclearance von Amantadin reduzieren und zu to-xischen Plasmakonzentrationen führen. Eine gleichzeitige Anwendung sollte da-her unterbleiben.
Schwangerschaft
Zum Plazentatransfer liegen keine Daten vor. Die Erfahrungen mit der Anwen-dung von Amantadin bei Schwangeren sind unzureichend. Es liegen einige Fall-berichte vor, in denen von gesunden Kindern, aber auch von Schwangerschafts-komplikationen und fünf Fehlbildungen (kardiovaskuläre Defekte, Reduktion der Gliedmaßen) berichtet wurde. Amantadin erwies sich in Tierstudien als embryo-toxisch und teratogen (siehe Abschnitt 5.3). Das potentielle Risiko für den Men-schen ist nicht bekannt.
Daher darf Amantadin in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies zwingend erforderlich ist. Im Falle einer Therapie im 1. Trimenon sollte eine Ultraschallfeindiagnostik durchgeführt werden.
Falls Amantadin einer Patientin im reproduktionsfähigen Alter verschrieben wird, sollte diese darauf hingewiesen werden, sich unverzüglich mit ihrem Arzt in Ver-bindung zu setzen, wenn sie schwanger zu werden wünscht, oder eine Schwan-gerschaft vermutet.
Stillzeit
Amantadin geht in die Muttermilch über. Ist eine Anwendung während der Stillzeit zwingend erforderlich, sollte der Säugling aufgrund möglicher Arzneimittelwirkun-gen (Hautausschlag, Harnretention, Erbrechen) unter Beobachtung stehen. Falls notwendig, muss abgestillt werden.
Auswirkungen auf die Vigilanz und Akkommodation sind - auch im Zusammen-wirken mit anderen Mitteln zur Behandlung der Parkinsonsyndrome - nicht aus-zuschließen. Im Beginn der Behandlung kann es daher - über die krankheitsbe-dingten Einschränkungen hinaus - zu einer Verminderung der Fahrtüchtigkeit und der Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, kommen. Dies gilt in verstärktem Maße bei gleichzeitigem Alkoholkonsum.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1.000,
<1/100), selten (>1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Sehr selten: Leukopenie, Thrombozytopenie.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Häufigkeit nicht bekannt: Anorexie.
Psychiatrische Erkrankungen
Häufig: Schlafstörungen, motorische und psychische Unruhe.
Besonders bei prädisponierten älteren Patienten können paranoid gefärbte, mit optischen Halluzinationen einhergehende exogene Psychosen ausgelöst wer-den. Diese unerwünschten Wirkungen können besonders bei Kombination von Amantadin mit anderen Antiparkinsonmitteln (z.B. Levodopa, Bromocriptin, Memantin) häufiger auftreten.
Sehr selten: schwere Entzugssymptome (z.B. Delirien).
Nicht bekannt: Impulskontrollstörungen wie Spielsucht, verstärkte Libido, Hyper-sexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder Kaufsucht sowie Binge-Eating und zwanghaftes Essen können bei Patienten unter der Behandlung mit dopaminerg wirkenden Arzneimitteln einschließlich Amantadin STADA® auftreten (siehe Ab-schnitt 4.4).
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Schwindel.
Sehr selten: Myoklonien, neuromuskuläre Störungen (z.B. Parästhesien), Symp-tome einer peripheren Neuropathie. Auslösung epileptischer Anfälle, meist im Zusammenhang mit höheren als den empfohlenen Dosen.
Häufigkeit nicht bekannt: Kopfschmerzen.
Augenerkrankungen
Gelegentlich: Verschwommensehen.
Selten: Hornhautläsion, z. B. punktförmige, subepitheliale Trübungen, die mit ei-ner Keratitis superficialis punctata assoziiert sein könnten, Horn-hautepithelödem und merklich verminderte Sehschärfe.
Sehr selten: vorübergehender Visusverlust und gesteigerte Lichtempfindlichkeit.
Herzerkrankungen
Sehr selten: kardiale Arrhythmien wie ventrikuläre Tachykardie, Kammerflim-mern, Torsade de pointes und QT-Verlängerungen. In den meisten dieser Fälle lagen Überdosierungen, bestimmte Komedikationen oder Risikofaktoren für kar-diale Arrhythmien vor (s. unter 4.3 Gegenanzeigen sowie 4.5 Wechselwirkungen mit anderen Mitteln). Herzrhythmusstörungen mit Tachykardie.
Gefäßerkrankungen
Häufig: orthostatische Dysregulation.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Übelkeit, Mundtrockenheit.
Außerdem wurde über Brechreiz, Erbrechen, Diarrhö und Magenschmerzen be-richtet.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Häufig: Livedo reticularis (Bild einer „marmorierten Haut"), zuweilen verbunden mit Ödemen im Unterschenkel- und Knöchelbereich.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Häufig: Harnretention bei Prostatahypertrophie.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsbe-rufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn
Website: www.bfarm.de
anzuzeigen.
Grundsätzlich sollte immer an die Möglichkeit einer Mehrfachintoxikation, bei-spielsweise bei Einnahme mehrerer Arzneimittel in suizidaler Absicht, gedacht werden.
Symptome einer Intoxikation
Der akute Intoxikationszustand ist gekennzeichnet durch Übelkeit, Erbrechen, Übererregbarkeit, Tremor, Ataxie, Verschwommensehen, Lethargie, Depression, Dysarthrie und zerebrale Krampfanfälle; in einem Fall wurde eine maligne kardi-ale Arrhythmie berichtet. Akute toxische Psychosen in Form von Verwirrtheitszu-ständen mit visuellen Halluzinationen bis hin zum Koma sowie Myoklonus wurde bei gleichzeitiger Verabreichung von Amantadin mit anderen Antiparkinsonika beobachtet.
Therapie einer Intoxikation
Eine spezifische medikamentöse Therapie oder ein Antidot ist nicht bekannt. Bei Intoxikation mit Tabletten ist Erbrechen auszulösen und/oder Magenspülungen vorzunehmen. Bei vital bedrohlichen Intoxikationen sind darüber hinaus Inten-sivüberwachungsmaßnahmen erforderlich. Therapeutisch kommen ferner Flüs-sigkeitszufuhr, Ansäuerung des Urins zur schnelleren Ausscheidung der Sub-stanz, ggf. Sedierung, antikonvulsive Maßnahmen und Antiarrhythmika (Lidocain i.v.) in Frage.
Zur Behandlung neurotoxischer Symptome (wie oben beschrieben) kann bei Er-wachsenen die intravenöse Gabe von 1 - 2 mg Physostigmin alle 2 Stunden, bei
Kindern 0,5 mg 2-mal in Abständen von 5 - 10 Minuten bis zu einer Maximaldosis von 2 mg versucht werden. Aufgrund der geringen Dialysierbarkeit von Amanta-din (ca. 5%) ist eine Hämodialyse nicht sinnvoll. Es wird empfohlen, die Patienten hinsichtlich einer möglichen QT-Verlängerung und Faktoren, die das Auftreten von Torsade de pointes begünstigen, z.B. Elektrolytstörungen (insbesondere Hy-pokaliämie und Hypomagnesiämie) oder Bradykardie besonders zu beobachten.
Pharmakologische Eigenschaften - Amantadin 100 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiparkinsonmittel ATC-Code: N04BB01
Amantadin weist vielfältige pharmakologische Effekte auf. Amantadin wirkt indi-rekt agonistisch am striatalen Dopaminrezeptor. Tierstudien haben gezeigt, dass Amantadin die extrazelluläre Dopkaminkonzentration durch gesteigerte Dopa-menfreisetzung als auch durch Hemmung der Wiederaufnahme in die präsynap-tischen Neurone erhöht. Amantadin hemmt in therapeutischen Konzentrationen die NMDA-Rezeptor vermittelte Freisetzung von Acetylcholin und kann so anti-cholinerge Wirkungen hervorrufen. Mit L-Dopa zeigt es synergistische Wirkun-gen.
Resorption
Amantadinhydrochlorid wird nach oraler Gabe schnell und vollständig aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert.
Plasmaspiegel, Elimination
Maximale Plasmakonzentrationen werden nach etwa 2 und 8 Stunden (tmax) nach Gabe einer Einzeldosis erreicht. Das leicht lösliche Amantadinhydrochlorid gibt eine höhere Amantadin-Plasmakonzentration als das schwerer lösliche Amanta-dinsulfat, dessen maximale Plasmaspitzenkonzentration (Cmax) später auftritt als das des Hydrochlorids. Nach einer peroralen Einzeldosis von 250 mg Amantadi-nhydrochlorid wird Cmax von 0,5 µg/ml erreicht. Bei einer Dosierung von 200 mg/Tag tritt ein steady-state nach 4 - 7 Tagen ein, wobei Plasmaspiegel zwischen 400 - 900 ng/ml erreicht wurden. Nach Einnahme von 100 mg Amantadinsulfat beträgt die Cmax 0,15 µg/ml.
Die Gesamtmenge an resorbiertem Wirkstoff (AUC-Wert) unterscheidet sich für beide Salze des Amantadins nicht. Die Plasmaclearance war mit der renalen Clearance identisch, sie betrug bei gesunden älteren Probanden 17,7±10 I/h. Das scheinbare Verteilungsvolumen (4,2±1,9 l/kg) ist altersabhängig; es beträgt bei Älteren 6,0 I/kg.
Die Eliminationshalbwertszeit (HWZ) beträgt zwischen 10 - 30 Stunden, im Mittel etwa 15 Stunden. Sie wird entscheidend vom Alter der Patienten beeinflusst. Äl-tere männliche Patienten (62 - 72 Jahre) zeigen HWZ um 30 h. Bei niereninsuffi-zienten Patienten kommt es zu einer erheblichen Verlängerung der terminalen HWZ auf 68±10 Stunden. Amantadin wird zu etwa 67% (in vitro) an Plasmapro-teine gebunden, ca. 33% befinden sich als freie Fraktion im Plasma. Die Blut-Hirn-Schranke wird mit Hilfe eines sättigbaren Transportsystems überwunden.
Amantadin wird nahezu vollständig unverändert mit dem Urin ausgeschieden (90% der Einmaldosis), geringe Mengen mit den Faeces. Die Dialysierbarkeit von Amantadinhydrochlorid ist gering und liegt bei 5% für eine Einzeldialyse.
Metabolismus
Beim Menschen wird Amantadin nicht metabolisiert.
Pharmazeutische Angaben - Amantadin 100 mg
Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Povidon K 25.
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforder-lich.
AL/PVC Blisterpackung.
Originalpackung mit 30 und 100 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.