Pregabalin Aristo retard 165 mg Retardtabletten
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Pregabalin 165 mg
Pregabalin Aristo retard wird angewendet zur Behandlung von peripheren und zentralen neuropathischen Schmerzen bei Erwachsenen.
Dosierung
Die Dosis liegt zwischen 165 mg und 660 mg täglich, eingenommen einmal täglich, direkt nach dem
Abendessen.
Die Anwendung von retardiertem Pregabalin zur Behandlung neuropathischer Schmerzen kann mit einer Dosis von 165 mg einmal täglich direkt nach dem Abendessen begonnen werden und kann je nach individuellem Ansprechen und Verträglichkeit des Patienten innerhalb einer Woche auf 330 mg einmal täglich erhöht werden.
Die empfohlene Tageshöchstdosis von retardiertem Pregabalin beträgt 660 mg einmal täglich, direkt nach dem Abendessen.
Wenn die Einnahme vergessen wurde
Es ist wichtig, dass die Patienten die Tabletten regelmäßig jeden Tag zur gleichen Zeit einnehmen. Wenn der Patient eine Dosis von Pregabalin Aristo retard vergessen hat, sollte er angewiesen werden, die Dosis so bald wie möglich einzunehmen und immer nach etwas Nahrung, es sei denn, es ist Zeit für die nächste Dosis. In diesem Fall sollte der Patient angewiesen werden, die ausgelassene Dosis nicht einzunehmen und einfach mit dem regulären Einnahmeschema fortzufahren. Patienten dürfen nicht die doppelte Menge einnehmen, wenn sie die vorherige Einnahme vergessen haben.
Umstellung von Pregabalin mit sofortiger Wirkstofffreisetzung auf retardiertes Pregabalin
Bei einer Umstellung von Pregabalin mit sofortiger Wirkstofffreisetzung auf retardiertes Pregabalin sollte der Patient angewiesen werden, am Tag der Umstellung die morgendliche Dosis von Pregabalin mit sofortiger Wirkstofffreisetzung wie verordnet einzunehmen und die Einnahme von retardiertem Pregabalin nach dem Abendessen zu beginnen.
Tabelle 1. Umstellung von Pregabalin mit sofortiger Wirkstofffreisetzung auf retardiertes Pregabalin
| Gesamte Tagesdosisvon Pregabalin mit sofortiger Wirkstofffreisetzung(dosiert 2 oder 3 mal täglich) | Dosis von retardiertem Pregabalin (dosiert einmal täglich) |
| 75 mg täglich | 82,5 mg/Tag |
| 150 mg täglich | 165 mg/Tag |
| 225 mg täglich | 247,5 mg/Taga |
| 300 mg täglich | 330 mg/Tag |
| 450 mg täglich | 495 mg/Tagb |
| 600 mg täglich | 660 mg/Tagc |
a 247,5 mg=3 X 82,5 mg Retardtabletten eingenommen einmal täglich
b 495 mg=3 X 165 mg Retardtabletten eingenommen einmal täglich
c 660 mg=2 X 330 mg Retardtabletten eingenommen einmal täglich
Absetzen von Pregabalin
In Übereinstimmung mit der gängigen klinischen Praxis wird empfohlen, beim Absetzen von Pregabalin die Dosis ausschleichend über einen Zeitraum von mindestens 1 Woche zu verringern (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Eingeschränkte Nierenfunktion
Die Anwendung von Pregabalin Retardtabletten wird für Patienten mit einer Kreatinin-Clearance (CLcr) von weniger als 30 ml/min oder für Patienten, die sich einer Hämodialyse unterziehen, nicht empfohlen.
Im Hinblick auf dosisabhängige Nebenwirkungen und, weil Pregabalin hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden wird, ist für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion eine Dosisanpassung erforderlich.
Pregabalin wird aus dem Blutkreislauf hauptsächlich unverändert über die Nieren ausgeschieden. Da die Pregabalin-Clearance direkt proportional zur Kreatinin-Clearance ist (siehe Abschnitt 5.2), muss die Dosisreduzierung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion individuell an die Kreatinin-Clearance (CLcr) angepasst werden. Die in Tabelle 2 angegebenen Werte für die Kreatinin-Clearance
errechnen sich nach der folgenden Formel:
(1,23 x [140 - Alter (Jahre)] x Gewicht [kg])
CLcr(ml/min) = —————————————————— (für weibliche Patienten: x 0,85)
Serumkreatinin (µmol/l)
Pregabalin wird durch Hämodialyse wirksam aus dem Plasma eliminiert (50 % des Wirkstoffs in
4 Stunden). Patienten, die sich einer Hämodialyse unterziehen, sollten mit Pregabalin mit sofortiger Wirkstofffreisetzung behandelt werden. Für Hämodialysepatienten sollte der behandelnde Arzt die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels von Pregabalin mit sofortiger Wirkstofffreisetzung bzgl. Anleitung und Dosierungsempfehlungen zu Rate ziehen.
Tabelle 2. Anpassung der Dosis von retardiertem Pregabalin in Abhängigkeit von der Nierenfunktion
| Kreatinin-Clearance (CLcr) (ml/min) | Gesamte Tagesdosis von retardiertem Pregabalin (mg/Tag) | Dosierungs-schema | |||
| Anfangsdosis(mg/Tag) | Höchstdosis(mg/Tag) | ||||
| ≥60 ml/min | 165 | 330 | 495a | 660b | einmal täglich |
| 30-60 ml/min | 82,5 | 165 | 247,5c | 330 | einmal täglich |
| <30 ml/Hämodialyse | mit Pregabalin mit sofortiger Wirkstofffreisetzung dosieren | ||||
a 495 mg=3 X 165 mg Retardtabletten eingenommen einmal täglich
b 660 mg=2 X 330 mg Retardtabletten eingenommen einmal täglich
c 247,5 mg=3 X 82,5 mg Retardtabletten eingenommen einmal täglich
Eingeschränkte Leberfunktion
Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und Jugendliche
Sicherheit und Wirksamkeit von Pregabalin bei Kindern unter 12 Jahren und bei Jugendlichen (12 bis 17 Jahre) wurden nicht nachgewiesen. Zurzeit vorliegende Daten werden in den Abschnitten 4.8 und
5.2 beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten kann aufgrund einer verringerten Nierenfunktion die Reduzierung der Pregabalin-Dosis notwendig werden (siehe Abschnitt 5.2).
Art der Anwendung
Pregabalin Aristo retard muss direkt nach dem Abendessen eingenommen werden.
Die Retardtabletten müssen im Ganzen geschluckt werden, und dürfen nicht geteilt, zerkleinert, zerkaut oder zerbrochen werden, da dies die Retardeigenschaften beeinträchtigen könnte (siehe Abschnitt 5.2).
Pregabalin Aristo retard ist nur zum Einnehmen.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Diabetes-Patienten
In Übereinstimmung mit der gängigen klinischen Praxis kann es bei einigen Diabetes-Patienten, bei denen es unter einer Pregabalin-Therapie zu einer Gewichtszunahme kommt, notwendig werden, die Hypoglykämie-Medikation entsprechend anzupassen.
Überempfindlichkeitsreaktionen
Aus den Erfahrungen nach Markteinführung liegen Berichte über Überempfindlichkeitsreaktionen vor, die auch in Einzelfällen ein Angioödem einschließen. Beim Auftreten von Symptomen eines Angioödems, wie z. B. Schwellungen im Gesicht, im Mundbereich oder der oberen Atemwege, muss Pregabalin sofort abgesetzt werden.
Schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCARs)
Es wurde über seltene Fälle von schweren arzneimittelinduzierten Hautreaktionen (SCARs), einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxisch epidermaler Nekrolyse (TEN), die lebensbedrohlich oder tödlich sein können, im Zusammenhang mit Pregabalin-Behandlungen berichtet. Die Patienten sollten zum Zeitpunkt der Verschreibung auf die Anzeichen und Symptome der Hautreaktionen hingewiesen und engmaschig auf diese überwacht werden. Wenn Anzeichen und Symptome, die auf diese Reaktionen hinweisen, auftreten, sollte die Behandlung mit Pregabalin unverzüglich beendet und eine alternative Behandlung in Betracht gezogen werden.
Benommenheit, Schläfrigkeit, Verlust des Bewusstseins, Verwirrtheit und geistige Beeinträchtigung Die Behandlung mit Pregabalin wurde mit dem Auftreten von Benommenheit und Schläfrigkeit in Verbindung gebracht, was bei älteren Patienten zu häufigeren sturzbedingten Verletzungen führen könnte. Nach Markteinführung wurden auch Fälle von Verlust des Bewusstseins, Verwirrtheit und geistigen Beeinträchtigungen berichtet. Die Patienten sollten daher angehalten werden, sich vorsichtig zu verhalten, bis sie mit den möglichen Auswirkungen des Arzneimittels vertraut sind.
Sehbeeinträchtigungen
In kontrollierten Studien haben mehr Patienten unter Pregabalin über verschwommenes Sehen berichtet als Patienten, die Placebo erhielten. In der Mehrzahl der Fälle verschwand diese Nebenwirkung wieder mit fortgesetzter Behandlung. In den klinischen Studien, in denen eine augenärztliche Untersuchung durchgeführt wurde, war bei den mit Pregabalin behandelten Patienten die Häufigkeit von verringerter Sehschärfe und einer Veränderung des Gesichtsfelds höher als bei den mit Placebo behandelten Patienten. Bei den mit Placebo behandelten Patienten traten häufiger fundoskopische Veränderungen auf (siehe Abschnitt 5.1).
In den Erfahrungen nach Markteinführung wurde auch über Nebenwirkungen am Auge berichtet, einschließlich Verlust des Sehvermögens, verschwommenes Sehen oder andere Veränderungen der Sehschärfe, von denen viele vorübergehend waren. Absetzen von Pregabalin kann hier zu einem Verschwinden oder einer Verbesserung dieser visuellen Symptome führen.
Nierenversagen
Es wurden Fälle von Nierenversagen berichtet. Diese Nebenwirkung war jedoch in einigen Fällen bei Absetzen von Pregabalin reversibel.
Herzinsuffizienz
Nach Markteinführung gab es Berichte über Herzinsuffizienz bei einigen Patienten, die Pregabalin erhielten. Diese Reaktionen sind hauptsächlich bei älteren, kardiovaskulär beeinträchtigten Patienten während der Behandlung mit Pregabalin bei einer neuropathischen Indikation zu beobachten. Bei diesen Patienten ist Pregabalin mit Vorsicht anzuwenden. Nach Absetzen von Pregabalin ist diese Reaktion möglicherweise reversibel.
Behandlung von zentralen neuropathischen Schmerzen aufgrund einer Rückenmarkverletzung
Bei der Behandlung von zentralen neuropathischen Schmerzen aufgrund einer Rückenmarkverletzung war die Häufigkeit von Nebenwirkungen im Allgemeinen, von zentralnervösen Nebenwirkungen und hier insbesondere der Schläfrigkeit, erhöht. Das beruht möglicherweise auf einem additiven Effekt
aufgrund der benötigten Komedikation (z. B. Spasmolytika). Dies muss berücksichtigt werden, wenn bei dieser Erkrankung Pregabalin verschrieben wird.
Atemdepression
Über schwere Atemdepression wurde in Verbindung mit der Anwendung von Pregabalin berichtet. Patienten mit beeinträchtigter Atemfunktion, Atemwegs- oder neurologischen Erkrankungen, Niereninsuffizienz sowie Patienten, die gleichzeitig ZNS-dämpfende Arzneimittel anwenden, und ältere Patienten könnten ein höheres Risiko für diese schwere Nebenwirkung haben. Für diese Patienten muss die Dosis gegebenenfalls angepasst werden (siehe Abschnitt 4.2).
Suizidale Gedanken und suizidales Verhalten
Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter, placebokontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt. Es wurden Fälle von suizidalen Gedanken und suizidalem Verhalten bei Patienten, die mit Pregabalin behandelt wurden, nach Markteinführung beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). In einer epidemiologischen Studie mit einem selbstkontrollierten Studiendesign (Vergleich von Behandlungszeiträumen mit Nicht-Behandlungszeiträumen bei individuellen Personen) zeigten sich Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für das erneute Auftreten von suizidalem Verhalten und Tod durch Suizid bei Patienten, die mit Pregabalin behandelt wurden.
Patienten (und deren betreuenden Personen) sollte geraten werden, medizinische Hilfe einzuholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten. Patienten sollten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden. Das Beenden der Therapie mit Pregabalin sollte beim Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten in Betracht gezogen werden
Verringerte Funktionalität des unteren Gastrointestinaltrakts
Nach Markteinführung wurden Fälle von verringerter Funktionalität des unteren Gastrointestinaltrakts berichtet (z. B. Darmobstruktion, paralytischer Ileus, Obstipation), wenn Pregabalin zusammen mit Medikamenten gegeben wurde, die wie Opioidanalgetika Obstipationen verursachen können. Wenn Pregabalin und Opioide in Kombination angewendet werden, sollten Maßnahmen zur Vermeidung der Verstopfung erwogen werden (insbesondere bei weiblichen und älteren Patienten).
Gleichzeitige Anwendung mit Opioiden
Bei einer gleichzeitigen Verordnung von Pregabalin zusammen mit Opioiden ist aufgrund des Risikos einer ZNS-Depression Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.5). In einer Fall-Kontroll-Studie mit Opioidanwendern bestand bei Patienten, die Pregabalin gleichzeitig mit einem Opioid einnahmen, ein erhöhtes Risiko für opioidbedingte Todesfälle im Vergleich zu einer alleinigen Anwendung von Opioiden (angepasstes Quotenverhältnis [adjusted odds ratio, aOR] 1,68 [95%-KI, 1,19 bis 2,36]).
Dieses erhöhte Risiko wurde bei niedrigen Dosen von Pregabalin beobachtet (≤ 300 mg, aOR 1,52 [95%-KI, 1,04 bis 2,22]) und es gab ein tendenziell höheres Risiko bei hohen Dosen von Pregabalin (> 300 mg, aOR 2,51 [95%-KI, 1,24 bis 5,06]).
Nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch, Missbrauchspotenzial oder Abhängigkeit
Pregabalin kann eine Arzneimittelabhängigkeit verursachen, die bei therapeutischen Dosen auftreten kann. Es wurde über Fälle von nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch, Missbrauch und Abhängigkeit berichtet. Bei Patienten mit Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte kann ein erhöhtes Risiko für nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch, Missbrauch und Abhängigkeit von Pregabalin bestehen. Daher sollte Pregabalin bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden. Vor der Verschreibung von Pregabalin sollte das Risiko des Patienten für einen nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch, einen Missbrauch oder eine Abhängigkeit sorgfältig geprüft werden.
Patienten, die mit Pregabalin behandelt werden, sollten auf Symptome eines nicht bestimmungsgemäßen Gebrauchs, eines Missbrauchs oder einer Abhängigkeit von Pregabalin, wie
z. B. Toleranzentwicklung, Dosissteigerung und wirkstoffsuchendes Verhalten, überwacht werden.
Entzugssymptome
Nach Absetzen einer Kurzzeit- oder Langzeittherapie von Pregabalin wurden Entzugssymptome beobachtet. Die folgenden Symptome wurden berichtet: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angst, Durchfall, Grippesymptome, Nervosität, Depressionen, suizidale Gedanken, Schmerzen, Konvulsionen, Hyperhidrose und Benommenheit. Das Auftreten von Entzugssymptomen nach dem Absetzen von Pregabalin kann auf eine Arzneimittelabhängigkeit hinweisen (siehe Abschnitt 4.8). Der Patient sollte zu Beginn der Behandlung hierüber informiert werden. Im Falle des Absetzens von Pregabalin wird empfohlen, dies schrittweise über einen Zeitraum von mindestens 1 Woche zu tun, unabhängig von der Indikation (siehe Abschnitt 4.2).
Konvulsionen, einschließlich Status epilepticus und Grand-Mal-Konvulsionen, können während der Anwendung von Pregabalin oder kurz nach dem Absetzen auftreten.
In Bezug auf das Absetzen einer Langzeitbehandlung mit Pregabalin deuten die Daten darauf hin, dass das Auftreten und der Schweregrad der Entzugssymptome dosisabhängig sein können.
Enzephalopathie
Fälle von Enzephalopathie wurden berichtet, meistens bei Patienten mit zugrunde liegenden Bedingungen, die eine Enzephalopathie herbeiführen können.
Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütung
Die Anwendung von Pregabalin im ersten Schwangerschaftstrimester kann zu schweren Fehlbildungen beim ungeborenen Kind führen. Pregabalin sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen für die Mutter überwiegt eindeutig das potenzielle Risiko für den Fötus. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung eine wirksame Empfängnisverhütung anwenden (siehe Abschnitt 4.6).
Pregabalin wird hauptsächlich unverändert über die Nieren ausgeschieden und beim Menschen praktisch nicht metabolisiert (< 2 % einer Dosis finden sich als Metaboliten im Urin wieder). Pregabalin behindert in vitro nicht den Metabolismus von anderen Arzneimitteln und wird nicht an Plasmaproteine gebunden. Daher ist es unwahrscheinlich, dass es pharmakokinetische Wechselwirkungen hervorruft oder diesen unterliegt.
In-vivo-Studien und pharmakokinetische Populationsanalysen
Dementsprechend wurden in In-vivo-Studien keine klinisch relevanten pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen Pregabalin und Phenytoin, Carbamazepin, Valproinsäure, Lamotrigin, Gabapentin, Lorazepam, Oxycodon oder Ethanol beobachtet. Pharmakokinetische Populationsanalysen haben gezeigt, dass orale Antidiabetika, Diuretika, Insulin, Phenobarbital, Tiagabin und Topiramat keinen klinisch signifikanten Einfluss auf die Clearance von Pregabalin hatten.
Orale Kontrazeptiva, Norethisteron und/oder Ethinylestradiol
Die gleichzeitige Anwendung von Pregabalin und oralen Norethisteron- und/oder Ethinylestradiol-haltigen Kontrazeptiva hat keinen Einfluss auf den Steady State dieser Substanzen.
Arzneimittel, die das Zentralnervensystem beeinflussen
Pregabalin kann die Wirkung von Ethanol und Lorazepam verstärken.
Nach Markteinführung wurden Fälle von respiratorischer Insuffizienz, Koma und Tod bei Patienten berichtet, die Pregabalin und Opioide und/ oder andere das Zentralnervensystem (ZNS) dämpfende
Arzneimittel einnahmen. Eine durch Oxycodon hervorgerufene Beeinträchtigung der kognitiven und grobmotorischen Funktionen scheint durch Pregabalin noch verstärkt zu werden.
Interaktionen und ältere Personen
Bei älteren Probanden wurden keine spezifischen Interaktionsstudien zur Pharmakodynamik durchgeführt. Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütung
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung eine zuverlässige Empfängnisverhütung anwenden (siehe Abschnitt 4.4).
Schwangerschaft
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Es wurde gezeigt, dass Pregabalin bei Ratten plazentagängig ist (siehe Abschnitt 5.2). Pregabalin kann beim Menschen die Plazenta überwinden.
Schwere angeborene Fehlbildungen
Daten aus einer nordeuropäischen Beobachtungsstudie mit mehr als 2 700 Schwangerschaften, bei denen Pregabalin im ersten Schwangerschaftstrimester angewendet wurde, zeigten eine höhere Prävalenz schwerer angeborener Fehlbildungen in der gegenüber Pregabalin exponierten pädiatrischen Population (lebend- oder totgeboren) als in der nicht exponierten Population (5,9 % gegenüber 4,1 %). Das Risiko für schwere angeborene Fehlbildungen in der pädiatrischen Population mit Exposition gegenüber Pregabalin im ersten Schwangerschaftstrimester war im Vergleich zur nicht exponierten Population (adjustierte Prävalenzrate und 95 %-Konfidenzintervall: 1,14 [0,96–1,35]) und im Vergleich zu den gegenüber Lamotrigin (1,29 [1,01–1,65]) oder Duloxetin (1,39 [1,07–1,82]) exponierten Populationen geringfügig erhöht.
Die Analysen zu spezifischen Fehlbildungen zeigten höhere Risiken für Fehlbildungen des Nervensystems, der Augen, der Harnwege, der Genitalien sowie orofaziale Spaltenbildungen, wobei die Zahlen jedoch klein und die Schätzungen ungenau waren.
Pregabalin darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich (wenn der Nutzen für die Mutter deutlich größer ist als ein mögliches Risiko für den Fötus).
Stillzeit
Pregabalin wird in die Muttermilch ausgeschieden (siehe Abschnitt 5.2). Es ist nicht bekannt, ob Pregabalin Auswirkungen auf Neugeborene/ Säuglinge hat. Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen oder die Behandlung mit Pregabalin zu unterbrechen ist. Dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für den Säugling als auch der Nutzen der Therapie für die Mutter berücksichtigt werden.
Fertilität
Es liegen keine klinischen Daten zu den Wirkungen von Pregabalin auf die weibliche Fruchtbarkeit vor.
In einer klinischen Studie zur Bewertung des Effekts von Pregabalin auf die Spermienbeweglichkeit wurden männlichen Probanden Pregabalin-Dosen von 600 mg/Tag verabreicht. Nach einer Behandlung von 3 Monaten gab es keine Wirkungen auf die Spermienbeweglichkeit.
Eine Fertilitätsstudie bei weiblichen Ratten zeigte unerwünschte Reproduktionseffekte. Fertilitätsstudien bei männlichen Ratten zeigten unerwünschte Reproduktions- und
Entwicklungseffekte. Die klinische Relevanz dieser Befunde ist nicht bekannt (siehe Abschnitt 5.3).
Pregabalin hat einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Pregabalin kann Benommenheit und Schläfrigkeit hervorrufen und dadurch die Fähigkeit beeinflussen, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen. Deshalb wird Patienten empfohlen, weder ein Fahrzeug zu führen noch komplexe Maschinen zu bedienen oder andere potenziell gefährliche Tätigkeiten auszuführen, solange nicht bekannt ist, ob ihre Fähigkeit zur Ausübung solcher Tätigkeiten durch dieses Arzneimittel beeinträchtigt wird.
An dem klinischen Studienprogramm nahmen mehr als 8 900 Patienten teil, die Pregabalin erhielten. Von diesen wurden mehr als 5 600 in doppelblinde, placebokontrollierte Studien aufgenommen. Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Benommenheit und Schläfrigkeit. Der Schweregrad der Nebenwirkungen war in der Regel leicht bis mäßig. Bei allen kontrollierten Studien lag die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen bei 12 % bei Patienten unter Pregabalin und bei 5 % bei Patienten unter Placebo. Die häufigsten Nebenwirkungen, die unter Pregabalin zu einem Abbruch der Therapie führten, waren Benommenheit und Schläfrigkeit.
Die untenstehende Tabelle 3 zeigt alle Nebenwirkungen, die mit größerer Häufigkeit als unter Placebo und bei mehr als einem Patienten auftraten, geordnet nach Organsystem und Häufigkeit
Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000,
< 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Die angeführten Nebenwirkungen können auch mit der Grunderkrankung und/oder gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln zusammenhängen.
Bei der Behandlung von zentralen neuropathischen Schmerzen aufgrund einer Rückenmarkverletzung war die Häufigkeit von Nebenwirkungen im Allgemeinen, von zentralnervösen Nebenwirkungen und hier insbesondere der Schläfrigkeit, erhöht (siehe Abschnitt 4.4).
Weitere Nebenwirkungen, die nach Markteinführung berichtet wurden, sind in der folgenden Liste kursiv angegeben.
Tabelle 3. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen von Pregabalin
| Organsystem | Unerwünschte Arzneimittelwirkung |
| Infektionen und parasitäre Erkrankungen | |
| Häufig | Nasopharyngitis |
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems | |
| Gelegentlich | Neutropenie |
| Erkrankungen des Immunsystems | |
| Gelegentlich | Überempfindlichkeit |
| Selten | Angioödem, allergische Reaktion |
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen | |
| Häufig | gesteigerter Appetit |
| Gelegentlich | Anorexie, Hypoglykämie |
| Psychiatrische Erkrankungen | |
| Häufig | Euphorie, Verwirrung, Reizbarkeit, Desorientierung, Schlaflosigkeit,verringerte Libido |
| Organsystem | Unerwünschte Arzneimittelwirkung |
| Gelegentlich | Halluzinationen, Panikattacken, Ruhelosigkeit, Agitiertheit, Depression, Niedergeschlagenheit, gehobene Stimmungslage, Aggression, Stimmungsschwankungen, Depersonalisation, Wortfindungsstörungen,abnorme Träume, gesteigerte Libido, Anorgasmie, Apathie |
| Selten | Enthemmung, suizidales Verhalten, Suizidgedanken |
| Nicht bekannt | Arzneimittelabhängigkeit |
| Erkrankungen des Nervensystems | |
| Sehr häufig | Benommenheit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen |
| Häufig | Ataxie, Koordinationsstörungen, Tremor, Dysarthrie, Amnesie,Gedächtnisstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen, Parästhesie, Hypästhesie, Sedierung, Gleichgewichtsstörung, Lethargie |
| Gelegentlich | Synkopen, Stupor, Myoklonus, Verlust des Bewusstseins, psychomotorische Hyperaktivität, Dyskinesie, posturaler Schwindel, Intentionstremor, Nystagmus, kognitive Störungen, geistige Beeinträchtigungen, Sprachstörungen, verringerte Reflexe, Hyperästhesie, brennendes Gefühl,Geschmacksverlust, Unwohlsein |
| Selten | Konvulsionen, Parosmie, Hypokinesie, Schreibstörungen,Parkinsonismus |
| Augenerkrankungen | |
| Häufig | verschwommenes Sehen, Diplopie |
| Gelegentlich | „Tunnelblick“, Sehstörungen, geschwollene Augen, Gesichtsfeldeinengung, verringerte Sehschärfe, Augenschmerzen, Schwachsichtigkeit, Photopsie, Augentrockenheit, verstärkter Tränenfluss, Augenreizung |
| Selten | Verlust des Sehvermögens, Keratitis, Oszillopsie, verändertesräumlichesSehen, Mydriasis, Schielen, Lichtempfindlichkeit |
| Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths | |
| Häufig | Vertigo |
| Gelegentlich | Hyperakusis |
| Herzerkrankungen | |
| Gelegentlich | Tachykardie, AV-Block 1. Grades, Sinusbradykardie, Herzinsuffizienz |
| Selten | QT-Verlängerung, Sinustachykardie, Sinusarrhythmie |
| Gefäßerkrankungen | |
| Gelegentlich | Hypotonie, Hypertonie, Hautrötung mit Wärmegefühl, Gesichtsrötung,kalte Extremitäten |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | |
| Gelegentlich | Dyspnoe, Nasenbluten, Husten, verstopfte Nase, Rhinitis, Schnarchen, trockene Nase |
| Selten | Lungenödem, Engegefühl im Hals |
| Nicht bekannt | Atemdepression |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | |
| Häufig | Erbrechen, Übelkeit, Verstopfung, Diarrhoe, Flatulenz,aufgeblähter Bauch,Mundtrockenheit |
| Gelegentlich | gastroösophagealer Reflux, vermehrter Speichelfluss, orale Hypästhesie |
| Selten | Aszites, Pankreatitis, geschwollene Zunge, Dysphagie |
| Leber- und Gallenerkrankungen | |
| Gelegentlich | erhöhte Leberenzymwerte* |
| Selten | Gelbsucht |
| Sehr selten | Leberversagen, Hepatitis |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes | |
| Gelegentlich | papulöser Ausschlag, Urtikaria, Hyperhidrose, Pruritus |
| Selten | toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, kalter Schweiß |
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen | |
| Häufig | Muskelkrämpfe, Arthralgie, Rückenschmerzen, Schmerzen in denExtremitäten, zervikale Spasmen |
| Organsystem | Unerwünschte Arzneimittelwirkung |
| Gelegentlich | Gelenkschwellungen, Myalgie, Muskelzuckungen, Nackenschmerzen,Steifigkeit der Muskulatur |
| Selten | Rhabdomyolyse |
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | |
| Gelegentlich | Harninkontinenz, Dysurie |
| Selten | Nierenversagen, Oligurie, Harnretention |
| Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse | |
| Häufig | erektile Dysfunktion |
| Gelegentlich | Störungen der Sexualfunktion, verzögerte Ejakulation, Dysmenorrhoe, Brustschmerzen |
| Selten | Amenorrhoe, Absonderungen aus der Brust, Brustvergrößerung,Gynäkomastie |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | |
| Häufig | periphere Ödeme, Ödeme, Gangstörungen, Stürze, Trunkenheitsgefühl,Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit |
| Gelegentlich | generalisierte Ödeme, Gesichtsödem, Engegefühl in der Brust,Schmerzen,Fieber, Durst, Frösteln, Asthenie |
| Untersuchungen | |
| Häufig | Gewichtszunahme |
| Gelegentlich | Erhöhung der Kreatinphosphokinase, Hyperglykämie, Thrombozytenzahlerniedrigt, erhöhte Kreatininwerte, Hypokaliämie, Gewichtsverlust |
| Selten | Leukozytenzahl erniedrigt |
* Alanin-Aminotransferase (ALT) und Aspartat-Aminotransferase (AST) erhöht
Nach Absetzen einer Kurzzeit- oder Langzeittherapie von Pregabalin wurden bei einigen Patienten Entzugssymptome beobachtet. Die folgenden Symptome wurden berichtet: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angst, Durchfall, Grippesymptome, Konvulsionen, Nervosität, Depressionen, suizidale Gedanken, Schmerzen, Hyperhidrose und Benommenheit. Diese Symptome können auf eine Arzneimittelabhängigkeit hinweisen. Der Patient sollte zu Beginn der Behandlung hierüber informiert werden. Nach Absetzen einer Langzeitbehandlung mit Pregabalin deuten die Daten darauf hin, dass das Auftreten und der Schweregrad der Entzugssymptome dosisabhängig sein können (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Kinder und Jugendliche
Das Sicherheitsprofil von Pregabalin, das in fünf pädiatrischen Studien an Patienten mit partiellen Anfällen mit und ohne sekundäre Generalisierung (12-wöchige Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit an Patienten im Alter von 4 bis 16 Jahren, n = 295; 14-tägige Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit an Patienten im Alter von 1 Monat bis unter 4 Jahren, n = 175; Studie zur Pharmakokinetik und Verträglichkeit, n = 65; und zwei 1-jährige unverblindete Folgestudien zur Sicherheit, n = 54 und
n = 431) beobachtet wurde, war jenem, das in den Studien bei erwachsenen Patienten mit Epilepsie beobachtet wurde, ähnlich. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse, die in der 12-wöchigen Studie unter der Behandlung mit Pregabalin beobachtet wurden, waren Somnolenz, Fieber, Infektionen der oberen Atemwege, gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme und Nasopharyngitis. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse, die in der 14-tägigen Studie unter der Behandlung mit Pregabalin beobachtet wurden, waren Somnolenz, Infektionen der oberen Atemwege und Fieber (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Zu den nach Markteinführung am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen bei Überdosierung von Pregabalin gehörten Somnolenz, Verwirrtheitszustand, Agitiertheit und Unruhe. Über Krampfanfälle wurde ebenfalls berichtet.
Selten wurden Fälle von Koma berichtet.
Die Behandlung von Pregabalin-Überdosierungen sollte generelle unterstützende Maßnahmen, einschließlich bei Bedarf auch Hämodialyse, beinhalten (siehe Abschnitt 4.2, Tabelle 2).
Pharmakologische Eigenschaften - Pregabalin 165 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika, andere Analgetika und Antipyretika, Gabapentinoide, ATC-Code: N02BF02
Der Wirkstoff Pregabalin ist ein Gamma-Aminobuttersäure-Analogon mit der chemischen Bezeichnung (S)-3-(aminomethyl)-5-methylhexan-Säure.
Wirkmechanismus
Pregabalin bindet an eine auxiliare Untereinheit (α2-ᵝ-Protein) von spannungsabhängigen Calciumkanälen im zentralen Nervensystem.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Neuropathische Schmerzen
Die Wirksamkeit konnte in Studien bei diabetischer Neuropathie, postherpetischer Neuralgie und nach Rückenmarkverletzung gezeigt werden. In anderen Modellen zum neuropathischen Schmerz wurde die Wirksamkeit nicht untersucht.
Die Wirksamkeit und Sicherheit von retardiertem Pregabalin wurde in einer randomisierten, doppelblinden, Double-Dummy-, Mehrfachdosis-, multizentrischen, dreiarmigen Parallelstudie nachgewiesen. Dabei wurden Pregabalin Retardtabletten (Prüfpräparat) mit Placebo und dem Referenzarzneimittel Pregabalin Hartkapseln mit sofortiger Wirkstofffreisetzung bei 453 erwachsenen Patienten mit diabetischer peripherer Neuropathie verglichen. Es handelte sich um eine 13-wöchige Behandlungsstudie, bei der die Patienten mit einer Anfangsdosis von 165 mg behandelt und anschließend bis zur Höchstdosis von 660 mg hochtitriert wurden. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die Veränderung des mittleren wöchentlichen Schmerzpunktwertes vom Ausgangswert bis zum Ende der Behandlung. Der Mittelwert ± SD der Veränderung des mittleren wöchentlichen Schmerzwertes vom Ausgangswert bis zum Ende der Behandlung betrug in der Test-, Referenz- und Placebogruppe -3,43, -3,49 bzw. -3,04. Die beobachtete Reduktion des mittleren wöchentlichen Schmerzpunktwerts war vergleichbar zwischen der Gruppe mit den Pregabalin Retardtabletten und der Gruppe mit dem Referenzarzneimittel. Sowohl für das Prüf- als auch für das Vergleichspräparat wurde ein statistisch signifikanter Unterschied zu Placebo festgestellt.
Pregabalin wurde in 10 kontrollierten klinischen Studien untersucht, bei zweimal täglicher Gabe bis zu 13 Wochen und bei dreimal täglicher Gabe bis zu 8 Wochen. Insgesamt waren die Sicherheits- und Wirksamkeitsprofile bei zweimaliger und bei dreimaliger Gabe ähnlich.
In klinischen Studien über bis zu 12 Wochen wurde sowohl bei peripheren als auch zentralen neuropathischen Schmerzen eine Schmerzverringerung innerhalb der 1. Woche festgestellt und blieb während der gesamten Behandlungsperiode erhalten.
In kontrollierten klinischen Studien bei peripheren neuropathischen Schmerzen kam es bei 35 % der mit Pregabalin behandelten Patienten und bei 18 % der Patienten unter Placebo zu einer 50%igen Verbesserung des Schmerzscores. Unter den Patienten, bei denen es nicht zu Schläfrigkeit kam, kam es bei 33 % der mit Pregabalin behandelten Patienten zu einer derartigen Verbesserung und bei 18 % der Patienten unter Placebo. Bei den Patienten, bei denen es zu Schläfrigkeit kam, betrugen die Responder-Raten unter Pregabalin 48 % und 16 % unter Placebo.
In der kontrollierten klinischen Studie bei zentralen neuropathischen Schmerzen kam es bei 22 % der mit Pregabalin behandelten Patienten und 7 % der Patienten unter Placebo zu einer 50%igen Verbesserung des Schmerzscores.
Retardiertes Pregabalin weist eine lineare Pharmakokinetik mit dosisproportionalem Anstieg der maximalen Plasmakonzentration (Cmax) und der Fläche unter der Plasma-Konzentrations-Zeit-Kurve (AUC) im Dosisbereich von 82,5−660 mg/Tag auf. Bei wiederholter Anwendung wird innerhalb von 72−96 Stunden der Steady State erreicht.
Retardiertes Pregabalin, das einmal täglich nach dem Abendessen eingenommen wird, hat eine vergleichbare AUC und eine niedrigere Cmax als eine vergleichbare Dosis Pregabalin (Tabelle 4). Die Variabilität von Cmax und AUC für retardiertes Pregabalin ist geringer oder gleich 25 %.
Tabelle 4. Pharmakokinetik im Steady State für retardiertes Pregabalin 330 mg (einmal täglich) und Pregabalin 150 mg (zweimal täglich)
| Retardiertes Pregabalineinmal täglich | Pregabalinzweimal täglich | |
| N | 16 | 16 |
| Cmax,ss (ng/ml) | 3 851,11 | 4 066,97 |
| Tmax,ss (h) | 12,0 (5,0–14,0) | 3,0 (1,25–4,00) |
| AUCtau,ss (ng h/ml) | 59 501,12 | 58 196,62 |
Hinweis: Geometrisches Mittel (%CV) für AUCtau,ss, Cmax,ss, Median (Spanne) for Tmax,ss
AUCtau,ss= Bereich unter der Kurve beim Dosierungsinterval im Steady State: zweimal täglich = alle 12 Stunden;
Cmax,ss = Spitzenkonzentration im Steady State; N=Anzahl von Probanden; Tmax,ss = Zeit bis zu den Spitzenkonzentrationen.
Resorption
Pregabalin wird aus dem Dünndarm und proximalen Dickdarm resorbiert. Die Resorption von retardiertem Pregabalin ist linear und dosisproportional.
Die Bioverfügbarkeit von retardiertem Pregabalin ist verringert, wenn es auf nüchtern Magen eingenommen wird. Wenn retardiertes Pregabalin nüchtern eingenommen wird, ist die AUC circa 30−50 % geringer, als wenn es nach einer Mahlzeit eingenommen wird.
Bei Einnahme von retardiertem Pregabalin nach einem Abendessen mit 800–1 000 Kalorien (50 % Fett, 20 % Eiweiß, 30 % Kohlenhydrate), wird die mediane Spitzen-Plasmakonzentration nach
8 Stunden erreicht.
Verteilung
Präklinische Studien haben gezeigt, dass Pregabalin die Blut-Hirn-Schranke bei Mäusen, Ratten und Affen überwindet. Pregabalin geht bei Ratten in die Plazenta über und ist in der Milch von säugenden Ratten nachweisbar. Beim Menschen beträgt das Verteilungsvolumen nach oraler Anwendung ca.
0,56 l/kg. Pregabalin wird nicht an Plasmaproteine gebunden. Biotransformation
Pregabalin wird beim Menschen nicht nennenswert metabolisiert. Nach einer Gabe von radioaktiv markiertem Pregabalin wurden ca. 98 % unverändertes Pregabalin im Urin wiedergefunden. Das N-Methyl-Derivat, der Hauptmetabolit von Pregabalin, macht 0,9 % der Dosis im Urin aus. In präklinischen Studien ergaben sich keine Hinweise auf eine Racemisierung des S-Enantiomers in das R-Enantiomer von Pregabalin.
Elimination
Pregabalin wird unverändert hauptsächlich renal ausgeschieden. Die mittlere Eliminationshalbwertszeit von Pregabalin beträgt bei Personen mit normaler Nierenfunktion
6,3 Stunden. Die Plasmaclearance und renale Clearance von Pregabalin sind direkt proportional zur Kreatininclearance (siehe Abschnitt 5.2 „Eingeschränkte Nierenfunktion“).
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder bei Patienten, die sich einer Hämodialyse unterziehen, ist eine Anpassung der Pregabalin-Dosis notwendig (siehe Abschnitt 4.2, Tabelle 2).
Linearität/Nicht-Linearität
Im empfohlenen täglichen Dosisbereich ist die Pharmakokinetik von Pregabalin linear. Die interindividuelle pharmakokinetische Variabilität von Pregabalin ist gering (< 20 %). Die Pharmakokinetik nach Mehrfachanwendung lässt sich von den Einzeldosis-Daten ableiten. Es besteht deshalb keine Notwendigkeit für eine routinemäßige Kontrolle der Pregabalin-Plasmaspiegel.
Geschlecht
Klinische Studien haben gezeigt, dass das Geschlecht keinen klinisch signifikanten Einfluss auf die Plasmakonzentration von Pregabalin hat.
Eingeschränkte Nierenfunktion
Die Pregabalin-Clearance verhält sich zur Kreatinin-Clearance direkt proportional. Weiterhin kann Pregabalin effektiv (nach einer 4-stündigen Hämodialyse reduzieren sich die Plasmakonzentrationen von Pregabalin um ca. 50 %) hämodialysiert werden. Da die renale Elimination den hauptsächlichen Ausscheidungsweg darstellt, ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion eine Dosisreduktion – und nach einer Hämodialyse eine Dosisergänzung notwendig (siehe Abschnitt 4.2, Tabelle 2).
Eingeschränkte Leberfunktion
Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wurden keine speziellen Pharmakokinetikstudien durchgeführt. Nachdem Pregabalin jedoch keiner ausgeprägten Metabolisierung unterliegt und hauptsächlich als unveränderte Substanz im Urin ausgeschieden wird, erscheint es unwahrscheinlich, dass sich die Plasmakonzentrationen von Pregabalin bei eingeschränkter Leberfunktion signifikant verändern.
Kinder und Jugendliche
Die Pharmakokinetik von Pregabalin wurde in einer Studie zur Pharmakokinetik und Verträglichkeit bei pädiatrischen Patienten mit Epilepsie (Altersgruppen 1 bis 23 Monate, 2 bis 6 Jahre, 7 bis 11 Jahre
und 12 bis 16 Jahre) in Dosierungen von 2,5, 5, 10 und 15 mg/kg/Tag bewertet.
Nach oraler Anwendung von Pregabalin bei pädiatrischen Patienten im Nüchternzustand war die Zeit bis zur Erreichung maximaler Plasmakonzentrationen im Allgemeinen in allen Altersgruppen ähnlich und betrug ab Dosisgabe 0,5 bis 2 Stunden.
Die Parameter für Cmax und AUC von Pregabalin stiegen in allen Altersgruppen linear zur Erhöhung der Dosis an. Die AUC war bei Patienten mit einem Gewicht von unter 30 kg aufgrund einer bei diesen Patienten um 43 % erhöhten körpergewichtsbezogenen Clearance im Vergleich zu Patienten mit einem Gewicht von ≥ 30 kg insgesamt 30 % niedriger.
Die terminale Halbwertszeit von Pregabalin betrug bei pädiatrischen Patienten im Alter von bis zu
6 Jahren durchschnittlich 3 bis 4 Stunden und bei Patienten im Alter ab 7 Jahren durchschnittlich 4 bis
6 Stunden.
Analysen der Populationspharmakokinetik ergaben, dass die Kreatinin-Clearance eine signifikante Kovariate der oralen Clearance von Pregabalin und das Körpergewicht eine signifikante Kovariate des scheinbaren Verteilungsvolumens bei oraler Gabe von Pregabalin war und diese Zusammenhänge in pädiatrischen und erwachsenen Patienten ähnlich waren.
Die Pharmakokinetik von Pregabalin wurde bei Patienten im Alter von unter 3 Monaten nicht untersucht (siehe Abschnitte 4.2 und 4.8).
Ältere Patienten
Die Pregabalin-Clearance hat die Tendenz, mit zunehmendem Alter des Patienten abzunehmen. Diese Abnahme der oralen Pregabalin-Clearance entspricht der Abnahme der Kreatinin-Clearance mit zunehmendem Alter. Bei Patienten mit altersbedingter Einschränkung der Nierenfunktion kann eine Reduktion der Pregabalin-Dosis notwendig sein (siehe Abschnitt 4.2, Tabelle 2).
Stillende Mütter
Die Pharmakokinetik von Pregabalin bei einer Gabe von 150 mg alle 12 Stunden (Tagesdosis 300 mg) wurde bei 10 laktierenden Frauen zu einem Zeitpunkt von mindestens 12 Wochen nach der Entbindung untersucht. Die Laktation hatte nur einen geringen bis keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Pregabalin. Pregabalin wurde in die Muttermilch ausgeschieden mit einer durchschnittlichen Steady-State-Konzentration von etwa 76 % der mütterlichen Plasmakonzentration. Bei Frauen, welche 300 mg/Tag bzw. die Maximaldosis von 600 mg/Tag erhalten, würde die durch die Muttermilch aufgenommene Pregabalindosis eines Säuglings (bei einer durchschnittlichen Milchaufnahme von 150 ml/kg/Tag) geschätzt 0,31 bzw. 0,62 mg/kg/Tag betragen. Diese geschätzten Dosen entsprechen auf mg/kg-Basis etwa 7 % der täglichen Gesamtdosis der Mutter.
Pharmazeutische Angaben - Pregabalin 165 mg
Tablettenkern Hypromellose
Hydroxypropylcellulose (Ph.Eur.)
Basisches Butylmethacrylat-Copolymer (Ph.Eur.) Crospovidon Typ A
Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich] Hochdisperses Siliciumdioxid
Tablettenüberzug Poly(vinylalkohol) Titandioxid (E 171)
Macrogol 3350 Talkum
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172) (Pregabalin Aristo retard 165 mg Retardtabletten) Eisen(III)-oxid (E 172) (Pregabalin Aristo retard 165 mg und 330 mg Retardtabletten) Eisen(II,III)-oxid (E 172) (Pregabalin Aristo retard 330 mg Retardtabletten)
Drucktinte Schellack
Eisen(II,III)-oxid (E 172)
Propylenglycol (E 1520)
HDPE Tablettenbehältnisse:
Pregabalin Aristo retard 82,5 mg Retardtabletten
Nicht über 30 °C lagern.
Pregabalin Aristo retard 165 mg und 330 mg Retardtabletten
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Alu-Alu-Blisterpackungen:
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Weißes, rundes HDPE (High Density Polyethylene) Tablettenbehältnis mit weiter Öffnung und weißem, kindergesichertem Verschluss mit Dichtung und einem Trockenmittelzylinder.
Packungen mit 30 und Mehrfachpackungen mit 90 (3 x 30) Retardtabletten. Das Trockenmittel darf nicht geschluckt werden.
Alu-Alu (OPA-25/ALU-45/PVC 100) Blisterpackungen mit 30 und 90 Retardtabletten. Musterpackungen mit 10 Retardtabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.