Colchicin Bürger 0,5 mg Tabletten
Verschreibungsinformationen
Versicherungsliste
Informationen zur Abgabe
Verschreibungseinschränkungen
- ausgenommen zur Behandlung des akuten Gichtanfalls
- ausgenommen bei chronischer Niereninsuffizienz
- ausgenommen bei Hyperurikämie bei onkologischen Erkrankungen
- ausgenommen, soweit ein Therapieversuch mit nichtmedikamentösen Maßnahmen erfolglos geblieben ist.
Verordnungseinschränkung verschreibungspflichtiger Arzneimittel nach dieser Richtlinie. [4]
Sonstige Informationen
Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Ja
Darreichungsform
Hersteller
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Fachinfo - Colchicin 0,5 mg
Erwachsene
-
Colchicin Bürger ist angezeigt zur Behandlung akuter Gicht.
-
Colchicin Bürger ist angezeigt zur Prophylaxe eines Gichtanfalls während der Einleitung einer Harnsäure-senkenden Therapie.
Erwachsene und Kinder und Jugendliche
-
Colchicin Bürger ist angezeigt bei Familiärem Mittelmeerfieber zur Prophylaxe von Fieberschüben und zur Prävention einer Amyloidose.
Dosierung
Gicht
Akuter Gichtanfall
2- bis 3-mal täglich 0,5 mg, gegebenenfalls davor eine Anfangsdosis von 1 mg. Die Behandlung muss beendet werden, wenn der akute Anfall abgeklungen ist, oder früher, wenn gastrointestinale Beschwerden auftreten oder wenn nach 2 bis 3 Tagen keine Besserung eingetreten ist.
Je Behandlungszyklus dürfen nicht mehr als 6 mg eingenommen werden. Nach Abschluss eines Zyklus darf mindestens 3 Tagen (72 Stunden) lang kein neuer Zyklus begonnen werden.
Wenn Durchfall oder Erbrechen auftreten, muss Colchicin Bürger 0,5 mg Tabletten sofort abgesetzt werden, da dies erste Anzeichen einer Intoxikation sein können.
Prophylaxe eines Gichtanfalls
0,5 – 1 mg pro Tag (abends einzunehmen).
Kinder und Jugendliche
Colchicin Bürger 0,5 mg Tabletten sollen nicht bei Kindern und Jugendlichen angewendet werden.
Besondere Patientengruppen
Es hat sich gezeigt, dass bei gleichzeitiger Behandlung von Colchicin und verschiedenen Wirkstoffen, vor allem Inhibitoren von Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4)/ des P-Glykoproteins, das Risiko einer Colchicin-Toxizität ansteigt. Wenn ein Patient eine Begleittherapie mit einem mittelstarken oder starken CYP3A4-Inhibitor oder mit einem P-Glykoprotein-Inhibitor erhalten hat, muss die maximale empfohlene Dosierung des oralen Colchicins gesenkt werden und der Patient ist sorgfältig hinsichtlich Nebenwirkungen von Colchicin zu überwachen.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichten und mittelschweren Nierenfunktionsstörungen beträgt die Dosis 0,5 mg pro Tag und die Patienten sind sorgfältig hinsichtlich Nebenwirkungen von Colchicin zu
überwachen. Bei schwerer Nierenfunktionsstörung siehe Abschnitt 4.3 „Gegenanzeigen“.
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichten und mittelschweren Leberfunktionsstörungen beträgt die Dosis 0,5 mg pro Tag und die Patienten sind sorgfältig hinsichtlich Nebenwirkungen von Colchicin zu überwachen. Bei schwerer Leberfunktionsstörung siehe Abschnitt 4.3 „Gegenanzeigen“.
Familiäres Mittelmeerfieber
Die Dosis kann als Einzeldosis eingenommen werden oder Dosen von mehr als 1 mg täglich können aufgeteilt in zwei Dosen täglich eingenommen werden.
Die Colchicin-Dosis muss schrittweise bis auf maximal 3 mg täglich erhöht werden, um die Krankheit bei Patienten zu kontrollieren, die klinisch nicht auf die Standarddosierung ansprechen. Jede Erhöhung der Tagesdosis muss engmaschig hinsichtlich Nebenwirkungen überwacht werden. Eine sorgfältige Überwachung ist beim Vorliegen von Nieren- oder Leberfunktionsstörungen erforderlich. Bei diesen Patienten sollte die Anfangsdosis um 50 % reduziert werden (z. B. ≤ 1 mg täglich).
Erwachsene
1 bis 3 mg pro Tag.
Kinder und Jugendliche
Zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen darf Colchicin nur unter Aufsicht eines Facharztes mit ausreichenden Kenntnissen und Erfahrungen verschrieben werden.
Die Anfangsdosis soll je nach Alter oral verabreicht werden:
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0,5 mg täglich bei Kindern unter 5 Jahren
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1 mg täglich bei Kindern im Alter von 5 bis 10 Jahren
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1,5 mg täglich bei Kindern über 10 Jahren
Bei Kindern mit amyloider Nephropathie werden unter Umständen höhere Tagesdosen von bis zu 2 mg täglich benötigt.
Wenn Dosen von 0,25 mg erforderlich sind, z.B. zur Krankheitskontrolle bei Patienten, die klinisch nicht auf die Standarddosierung ansprechen, sind die 0,5-mg- und 1-mg-Tablette nicht geeignet.
Besondere Patientengruppen
Es hat sich gezeigt, dass bei gleichzeitiger Behandlung von Colchicin und verschiedenen Wirkstoffen, vor allem Inhibitoren von Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4)/ des P-Glykoproteins, das Risiko einer Colchicin-Toxizität ansteigt. Wenn ein Patient eine Begleittherapie mit einem mittelstarken oder starken CYP3A4-Inhibitor oder mit einem P-Glykoprotein-Inhibitor erhalten hat, muss die maximale empfohlene Dosierung des oralen Colchicins gesenkt werden und der Patient ist sorgfältig hinsichtlich Nebenwirkungen von Colchicin zu überwachen.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichten und mittelschweren Nierenfunktionsstörungen muss die Anfangsdosis um 50 % reduziert werden (z. B. ≤ 1 mg/Tag) und die Patienten sind sorgfältig hinsichtlich Nebenwirkungen von Colchicin zu überwachen. Bei schwerer Nierenfunktionsstörung siehe
Abschnitt 4.3 „Gegenanzeigen“.
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichten und mittelschweren Leberfunktionsstörungen muss die Anfangsdosis um 50 % reduziert werden (z. B. ≤ 1 mg/Tag) und die Patienten sind sorgfältig hinsichtlich Nebenwirkungen von Colchicin zu überwachen. Bei schwerer Leberfunktionsstörung siehe
Abschnitt 4.3 „Gegenanzeigen“.
Art der Anwendung Zum Einnehmen.
Die Tabletten sind mit einem Glas Wasser zu schlucken.
Für Kinder unter 1 Jahr kann eine Colchicin-haltige Lösung zum Einnehmen in Betracht gezogen werden.
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Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 aufgeführten sonstigen Bestandteile.
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Patienten mit Blutdyskrasie
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Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung
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Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung
Colchicin ist potenziell toxisch, daher ist es wichtig, die von einem Facharzt mit den erforderlichen Kenntnissen und Erfahrungen verordnete Dosis nicht zu überschreiten. Colchicin hat eine enge therapeutische Breite. Die Behandlung muss abgebrochen werden, wenn Symptome von Toxizität wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Durchfall auftreten.
Wenn bei Patienten Anzeichen oder Symptome auftreten, die auf eine Blutzelldyskrasie hindeuten, wie z. B. Fieber, Stomatitis, Halsschmerzen oder länger anhaltende Blutungen, muss die Behandlung mit Colchicin sofort abgebrochen und eine vollständige hämatologische Untersuchung durchgeführt werden.
Vorsicht ist geboten bei:
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Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
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kardiovaskulärer Erkrankung
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gastrointestinalen Erkrankungen
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älteren und geschwächten Patienten
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Patienten mit Anomalien des Blutbildes
Colchicin kann eine schwere Knochenmarkdepression (Agranulozytose, aplastische Anämie, Thrombozytopenie) verursachen. Die Veränderung des Blutbildes kann allmählich oder sehr plötzlich eintreten. Vor allem eine aplastische Anämie hat eine hohe Mortalitätsrate. Regelmäßige Kontrollen des Blutbildes sind unbedingt erforderlich. Treten Hautveränderungen (Petechien) auf, muss umgehend eine Blutbildkontrolle erfolgen.
Makrolide, CYP3A4-Inhibitoren, Ciclosporin, HIV-Proteaseinhibitoren, Calciumkanalblocker und Statine können klinisch signifikante Wechselwirkungen mit Colchicin eingehen, die zu Colchicin-induzierter Toxizität führen können (siehe Abschnitt 4.5).
Die gleichzeitige Anwendung mit P-gp-Inhibitoren und/oder starken CYP3A4-Inhibitoren erhöht die Exposition gegenüber Colchicin, was zu Colchicin-induzierter Toxizität bis hin zu Todesfällen führen kann. Wenn bei Patienten mit normaler Nieren- und/oder Leberfunktion eine Behandlung mit einem P-gp-Inhibitor oder einem starken CYP3A4-Inhibitor erforderlich ist, wird eine Verminderung der Colchicin-Dosierung empfohlen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5) und die Patienten sind sorgfältig hinsichtlich Nebenwirkungen von Colchicin zu überwachen.
Bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion ist eine kombinierte Anwendung von Colchicin und P-gp-Inhibitoren und/oder starken CYP3A4-Inhibitoren nach Möglichkeit zu vermeiden, da es schwierig sein kann, die systemische Exposition gegenüber Colchicin vorherzusagen und zu kontrollieren. In den Ausnahmefällen, bei denen die Fortsetzung der Colchicin-Behandlung bei Beginn der Therapie mit P-gp-Inhibitoren und/oder starken CYP3A4-Inhibitoren trotz des potenziellen Risikos einer Überdosierung als Vorteil angesehen wird, sind die Dosen von Colchicin wesentlich zu senken und der Patient ist sorgfältig klinisch zu überwachen.
Eine langfristige Einnahme von Colchicin kann mit einem Vitamin-B12-Mangel verbunden sein.
Wenn Colchicin zur Behandlung akuter Gicht oder zur Prävention eines Gichtanfalls während der Einleitung einer Harnsäure-senkenden Therapie angewendet wird
Die Patienten müssen sorgfältig über das potenzielle Risiko bei einer möglichen Schwangerschaft und über wirksame Verhütungsmaßnahmen aufgeklärt werden. Weibliche Patienten müssen während und für mindestens drei Monate nach Beendigung der Colchicin-Therapie eine wirksame Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt 4.6). Aufgrund von Bedenken hinsichtlich einer möglichen Schädigung der Spermien (siehe Abschnitt 5.3) dürfen männliche Patienten während
und für mindestens 6 Monate nach Beendigung der Colchicin-Therapie kein Kind zeugen (siehe Abschnitt 4.6).
Kinder und Jugendliche
Es liegen keine Daten zur Langzeitsicherheit bei Kindern und Jugendlichen vor. Der Anwendung von Colchicin bei Kindern ist primär für das Anwendungsgebiet FMF angezeigt.
Colchicin Bürger 0,5 mg Tabletten enthalten Lactose
Patienten mit der seltenen hereditären Galactoseintoleranz, vollständigem Lastasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Colchicin Bürger 0,5 mg Tabletten enthalten Natrium
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h. es ist nahezu
„natriumfrei“.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind nicht oder kaum dokumentiert. Aufgrund der Art der Nebenwirkungen ist Vorsicht geboten bei gleichzeitiger Gabe von Arzneimitteln, die das Blutbild beeinflussen oder die Leber- und/oder Nierenfunktion negativ beeinflussen können.
Darüber hinaus können Substanzen wie Cimetidin und Tolbutamid den Colchicin-Metabolismus verlangsamen und somit den Colchicin-Plasmaspiegel erhöhen.
Colchicin ist ein Substrat sowohl für CYP3A4 als auch für das Transportprotein P-gp. Bei Anwesenheit von CYP3A4- oder P-gp-Inhibitoren kann die Konzentration von Colchicin im Blut ansteigen. Bei gleichzeitiger Anwendung von Inhibitoren wie Makroliden (Clarithromycin und Erythromycin), Ciclosporin, Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol, HIV-Proteaseinhibitoren, Calciumkanalantagonisten wie Verapamil und Diltiazem wurde über Toxizität, einschließlich tödlicher Fälle, berichtet. Es wurde berichtet, dass die gleichzeitige Anwendung von Azithromycin und Colchicin zu erhöhten Colchicin-Serumspiegeln führt. Während der Behandlung mit Azithromycin und nach Absetzen ist eine klinische Nachsorge und möglicherweise eine Nachkontrolle der Serumspiegel von Colchicin erforderlich (siehe Abschnitt 4.4).
Grapefruitsaft kann den Colchicin-Plasmaspiegel erhöhen. Grapefruitsaft sollte daher nicht zusammen mit Colchicin eingenommen werden.
Wenn bei Patienten mit normaler Nieren- oder Leberfunktion eine Behandlung mit einem P-gp-Inhibitor (z. B. Ciclosporin, Verapamil oder Chinidin) oder einem starken CYP3A4-Inhibitor (z. B. Ritonavir, Atazanavir, Indinavir, Clarithromycin, Telithromycin, Itraconazol oder Ketaconazol) erforderlich ist, kann eine Anpassung der Colchicin-Dosierung notwendig sein. Die gleichzeitige Anwendung solcher Inhibitoren und Colchicin muss bei Patienten mit Nieren- oder Leberschäden vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).
Eine reversible Malabsorption von Cyanocobalamin (Vitamin B12) kann durch eine veränderte Funktion der Darmschleimhaut ausgelöst werden.
Das Risiko einer Myopathie und Rhabdomyolyse wird durch eine Kombination von Colchicin mit Statinen, Fibraten, Ciclosporin oder Digoxin erhöht.
Fertilität
Tierversuche haben gezeigt, dass die Verabreichung von Colchicin die Spermatogenese negativ beeinflussen kann (siehe Abschnitt 5.3). Aus der Literatur sind seltene Fälle von reversibler Oligospermie und Azoospermie bei Männern bekannt.
Wenn Colchicin zur Behandlung von FMF angewendet wird
Da der Verlauf einer FMF ohne Behandlung auch zu Unfruchtbarkeit führen kann, muss die Anwendung von Colchicin gegen die potenziellen Risiken abgewogen werden und kann bei klinischer Notwendigkeit in Betracht gezogen werden.
Wenn Colchicin zur Behandlung akuter Gicht oder zur Prävention eines Gichtanfalls während der Einleitung einer Harnsäure-senkenden Therapie angewendet wird
Männliche Patienten dürfen während und für mindestens 6 Monate nach Beendigung der Colchicin-Therapie kein Kind zeugen (siehe Abschnitt 4.4). Kommt es in diesem Zeitraum dennoch zu einer Schwangerschaft, muss eine genetische Beratung in Anspruch genommen werden.
Schwangerschaft
Tierversuche weisen auf eine Reproduktionstoxizität hin (siehe Abschnitt 5.3).
Wenn Colchicin zur Behandlung von FMF angewendet wird
Eine moderate Menge an Daten zu schwangeren Frauen mit FMF weist darauf hin, dass Colchicin keine Fehlbildungen oder fetale/neonatale Toxizität hervorruft. Da sich der Verlauf einer FMF ohne Behandlung auch negativ auf die Schwangerschaft auswirken kann, muss die Anwendung von Colchicin während der Schwangerschaft gegen die potenziellen Risiken abgewogen werden und kann bei klinischer Notwendigkeit in Betracht gezogen werden.
Wenn Colchicin zur Behandlung akuter Gicht oder zur Prävention eines Gichtanfalls während der Einleitung einer Harnsäure-senkenden Therapie angewendet wird
Es liegt nur eine begrenzte Menge an Daten über die Anwendung von Colchicin bei schwangeren Frauen mit Gicht vor. Als Vorsichtsmaßnahme muss die Anwendung von Colchicin bei dieser Patientengruppe und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine wirksame Verhütungsmethode anwenden, vermieden werden und darf nur in Betracht gezogen werden, wenn andere Behandlungsoptionen, einschließlich NSAIDs und Glucocorticoide, nicht anwendbar sind.
Weibliche Patienten müssen während und für mindestens drei Monate nach Beendigung der Colchicin-Therapie eine wirksame Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt 4.4). Kommt es in diesem Zeitraum dennoch zu einer Schwangerschaft, muss eine genetische Beratung in Anspruch genommen werden.
Stillen
Colchicin/ Metaboliten wurden bei gestillten Neugeborenen/ Säuglingen behandelter Frauen gefunden. Über die Wirkung von Colchicin auf Neugeborene/ Säuglinge liegen keine ausreichenden Informationen vor. Colchicin soll nicht von stillenden Frauen mit Gicht angewendet werden. Bei stillenden Müttern mit FMF muss unter Berücksichtigung des Nutzens des Stillens für das Kind und des Nutzens der Therapie für die Frau entschieden werden, ob abgestillt wird oder die Therapie mit Colchicin Bürger 0,5 mg Tabletten abgebrochen bzw. darauf verzichtet werden soll.
Es liegen keine Daten zum Einfluss von Colchicin auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vor. Allerdings sollte die Möglichkeit von Schläfrigkeit und Schwindel in Betracht gezogen werden.
Die folgenden Nebenwirkungen wurden beobachtet. Die Häufigkeiten sind nicht bekannt, sofern sie nicht in einer der folgenden Klassifizierungen aufgeführt sind:
Sehr häufig (≥ 1/10) Häufig (≥ 1/100, < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100) Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000) Sehr selten (< 1/10.000)
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Knochenmarkdepression mit Agranulozytose und aplastischer Anämie
Erkrankungen des Nervensystems
Periphere Neuritis, Neuropathie
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
Leber- und Gallenerkrankungen
Hepatotoxizität
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Alopezie, Hautausschlag
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Myopathie und Rhabdomyolyse
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Amenorrhoe, Dysmenorrhoe, Oligospermie, Azoospermie
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Pharyngolaryngealer Schmerz
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Vitamin-B12-Mangel
Kinder und Jugendliche
Es liegen keine Daten zur Langzeitsicherheit von Colchicin bei Kindern und Jugendlichen vor.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Colchicin hat eine geringe therapeutische Breite und ist bei Überdosierung extrem toxisch. Patienten mit einem besonderen Toxizitätsrisiko sind Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, Magen-Darm- oder Herzerkrankungen sowie sehr alte Patienten. Nach einer Überdosierung mit Colchicin müssen alle Patienten, auch wenn keine frühen Symptome vorliegen, umgehend ärztlich untersucht werden.
Klinisch:
Die Symptome einer akuten Überdosierung können verzögert auftreten (durchschnittlich 3 Stunden): Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, hämorrhagische Gastroenteritis, Volumenmangel, Elektrolytabweichungen, Leukozytose, Hypotonie in schweren Fällen. Die zweite Phase mit lebensbedrohlichen Komplikationen entwickelt sich 24 bis 72 Stunden nach der Arzneimitteleinnahme: Multiorganversagen, akutes Nierenversagen, Verwirrtheit, Koma, aufsteigende periphere motorische und sensorische Neuropathie, Myokarddepression, Panzytopenie, Dysrhythmien, respiratorische Insuffizienz, Verbrauchskoagulopathie. Der Tod ist in der Regel eine Folge einer Atemdepression und eines kardiovaskulären Kollapses. Wenn der Patient überlebt, kann die Genesung mit einer Rebound-Leukozytose und einer reversiblen Alopezie einhergehen, die etwa eine Woche nach der ersten Einnahme beginnt.
Behandlung:
Es ist kein Antidot verfügbar.
Beseitigung des Toxins durch Magenspülung innerhalb einer Stunde nach der Einnahme bei akuter Vergiftung.
Die Gabe von Aktivkohle ist bei Erwachsenen, die mehr als 0,1 mg/kg Körpergewicht eingenommen haben, und bei Kindern, die eine beliebige Menge eingenommen haben, innerhalb einer Stunde nach der Arzneimitteleinnahme in Betracht zu ziehen.
Hämodialyse hat keine Wirksamkeit (hohes scheinbares Verteilungsvolumen). Engmaschige klinische und biologische Überwachung im Krankenhaus.
Symptomatische und unterstützende Behandlung: Kontrolle der Atmung, Aufrechterhaltung von Blutdruck und Kreislauf, Korrektur eines Flüssigkeits- und Elektrolyt-Ungleichgewichts.
Die tödliche Dosis ist sehr unterschiedlich (7 – 65 mg als Einmaldosis), aber bei Erwachsenen beträgt sie im Allgemeinen etwa 20 mg.
Pharmakologische Eigenschaften - Colchicin 0,5 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Gichtmittel, ohne Effekt auf den Harnsäuremetabolismus. ATC-Code: M04AC01
Wirkmechanismus
Der Wirkungsmechanismus von Colchicin bei der Behandlung von Gicht ist nicht vollständig bekannt. Uratkristalle werden von Leukozyten phagozytiert. Dadurch werden Entzündungsfaktoren freigesetzt. Colchicin hemmt diese Prozesse. Andere Eigenschaften von Colchicin, wie z. B. die Wechselwirkung mit Mikrotubuli, können ebenfalls zu seiner Wirkung beitragen.
Die Wirkung setzt etwa 12 Stunden nach oraler Anwendung ein und erreicht ihr Maximum nach 1 bis 2 Tagen.
Resorption
Colchicin wird nach oraler Einnahme schnell und nahezu vollständig resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen werden normalerweise nach 30 bis 120 Minuten erreicht.
Verteilung
Die Plasmaproteinbindung von Colchicin beträgt etwa 30 %. Es reichert sich in Leukozyten an.
Elimination
Colchicin wird teilweise in der Leber metabolisiert und dann teilweise über die Galle ausgeschieden. Es wird größtenteils (80 %) in unveränderter Form und als Metaboliten mit den Fäzes ausgeschieden. 10–20 % werden mit dem Urin ausgeschieden. Die Plasmahalbwertszeit beträgt 30–60 Minuten und in Leukozyten etwa 60 Stunden.
Kinder und Jugendliche
Es liegen keine Daten zur Pharmakokinetik bei Kindern vor.
Pharmazeutische Angaben - Colchicin 0,5 mg
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Mikrokristalline Cellulose
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Lactose-Monohydrat
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Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)(Ph.Eur.)
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Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich] (E572)
5 Jahre.
Die Haltbarkeit nach Anbruch des Tablettenbehältnisses beträgt 6 Monate.
Nicht über 25 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Colchicin Bürger 0,5 mg Tabletten sind erhältlich in:
Blisterpackungen:
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12 Tabletten pro PVC/Alu-Blisterstreifen, mit 12 Tabletten in einem Umkarton
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10 Tabletten pro PVC/Alu-Blisterstreifen, mit 30 oder 100 Tabletten in einem Umkarton.
Tablettenbehältnis:
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250 Tabletten in einem Behältnis aus Polypropylen mit Verschluss in einem Umkarton.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.