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Präparate

Thiola® 250 mg überzogene Tabletten

Verschreibungsinformationen

Versicherungsliste

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Informationen zur Abgabe

Rezeptpflichtig

Verschreibungseinschränkungen

Keine Verschreibungseinschränkungen
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Wechselwirkungen mit

Lebensmittel
Pflanzen
Ergänzungen
Gewohnheiten

Beschränkungen

Nieren
Hepatisch
Schwangerschaft
Stillen

Sonstige Informationen

Name des Präparats

Thiola® 250 mg überzogene Tabletten

Gluten/Laktose

Gluten: Nein
Laktose: Ja

Darreichungsform

Tbl., überzog.

Hersteller

Desitin Arzneimittel GmbH Vertriebslinie Thiola
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Fachinfo - Thiola® 250 mg

Anwendungsgebiete

  • Cystinurie, Cystinurolithiasis

  • Schwermetallvergiftungen, insbesondere Quecksilber, Kupfer, Eisen

  • Hämosiderose (Eisenüberladung)

  • Morbus Wilson (Kupferüberladung)

Dosierung

Dosierung bei Cystinurie, Cystinurolithiasis

Körpergewicht bzw. (Alter) Einzeldosis Tagesgesamtdosis
Kinder ab 10–12 kg (ca. 1–2 Jahre) Thiola 100 mg:1 Tablette (entsprechend100 mg Tiopronin) Thiola 100 mg:1–2 x 1 Tablette (entsprechendbis 200 mg Tiopronin)
Kinder ab 13–19 kg (ca. 3–5 Jahre) Thiola 100 mg:1 Tablette (entsprechend100 mg Tiopronin) Thiola 100 mg:1-3 x 1 Tablette (entsprechendbis 300 mg Tiopronin)
Kinder ab 20–29 kg (ca. 6–9 Jahre) Thiola 100 mg:1–2 Tabletten (entsprechend100–200 mg Tiopronin) Thiola 100 mg:2 x 1–2 Tabletten (entsprechendbis 400 mg Tiopronin)
Kinder ab 30–43 kg Thiola 100 mg: Thiola 100 mg
(ca. 10–12 Jahre) 1–3 Tabletten 3 x 1–2 Tabletten
(entsprechend (entsprechend
100–300 mg Tiopronin) bis 600 mg Tiopronin)
Kinder ab 44–52 kg Thiola 100 mg: Thiola 100 mg:
(ca. 13–14 Jahre) 2–4 Tabletten 2 x 2–4 Tabletten
(entsprechend (entsprechend
200–400 mg Tiopronin) bis 800 mg Tiopronin)
oder oder
Thiola 250 mg: Thiola 250 mg:
1–2 Tabletten 2–3 x 1 Tablette
(entsprechend (entsprechend
250–500 mg Tiopronin) bis 500–750 mg Tiopronin)
Jugendliche und Thiola 100 mg: Thiola 100 mg:
Erwachsene über 52 kg 2–3 Tabletten 3 x 2–3 Tabletten
(ab ca. 15 Jahre) (entsprechend (entsprechend
200–300 mg Tiopronin) bis 900 mg Tiopronin)
oder oder
Thiola 250 mg: Thiola 250 mg:
1–2 Tabletten 2 x 1–3x 2 Tabletten
(entsprechend (entsprechend
250–500 mg Tiopronin) 500–1500 mg Tiopronin)

Erfahrungsgemäß muss die Dosis jedoch während der Therapie erhöht werden, um einem Wiederanstieg der Cystin-Ausscheidung vorzubeugen. Die Erhöhung der Dosis sollte indivi-duell erfolgen. Jedoch sollte eine gesamte Tagesdosis von 2000 mg Tiopronin, unabhängig vom Körpergewicht, nicht überschritten werden.

Dosierung bei Schwermetallvergiftungen

Alter Einzeldosis Tagesgesamtdosis
Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene Thiola 100 mg:1–3 Tabletten Thiola 100 mg:5–10 Tabletten
(entsprechend (entsprechend
100–300 mg Tiopronin) 500–1000 mg Tiopronin)
oder oder
Thiola 250 mg:1–2 Tabletten (entsprechend250–500 mg Tiopronin) Thiola 250 mg2 x 1–3 x 2 Tabletten (entsprechend500–1500 mg Tiopronin)

Die Dosierung bei Schwermetallvergiftungen sollte der Intoxikation entsprechen; sie schwankt von 5 – 10 x 100 mg bzw. 2 – 6 x 250 mg Tiopronin /Tag. Bei chronischen Schwermetallvergiftungen sollte einschleichend dosiert werden.

Dosierung bei Hämosiderose, Morbus Wilson

Alter Einzeldosis Tagesgesamtdosis
Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene Thiola 100 mg:1–3 Tabletten Thiola 100 mg:5–10 Tabletten
(entsprechend (entsprechend
100–300 mg Tiopronin) 500–1000 mg Tiopronin)
oder oder
Thiola 250 mg:1–2 Tabletten (entsprechend250–500 mg Tiopronin) Thiola 250 mg:2 x 1–2 x 2 Tabletten (entsprechend500–1000 mg Tiopronin)

Zur Therapie von Morbus Wilson und Hämosiderose werden normalerweise 10 x 100 mg bzw. 4 x 250 mg Tiopronin/Tag gegeben.

Die angegebenen Dosierungen gelten für den Erwachsenen (70 kg Körpergewicht). Kinder erhalten dem Alter entsprechend weniger.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Thiola 100 mg bzw. Thiola 250 mg soll eine ½ Stunde vor den Mahlzeiten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (z. B. einem Glas Trinkwasser) eingenommen werden.

Thiola 100 mg bzw. Thiola 250 mg wird über den Tag verteilt (z. B. morgens, mittags oder abends) eingenommen.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Anwendung wird vom behandelnden Arzt bestimmt.

Spezielle Therapiehinweise

  • Vor allem bei Cystinurie sollte auf eine regelmäßige und reichliche Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden.

  • Bei Cystinurie sollte eine Alkalisierung des Urins erfolgen. Zugleich sollte der Salzkon-sum eingeschränkt werden, da eine erhöhte Salzaufnahme zu einer vermehrten renalen Cystin-Ausscheidung führt.

  • Transaminasen, Blutbild und Urinstatus sollten regelmäßig überwacht werden.

  • In der Langzeitbehandlung mit Thiola wird die Gabe von Vitamin B6 empfohlen.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Tiopronin oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonsti-gen Bestandteile

  • Albuminurie

  • Glomerulonephritis

  • Myasthenie, Polymyositis

  • Arzneimittel-bedingte Zytopenien

  • Pemphigus

  • Stillzeit

Warnhinweise

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten Thiola 100 mg bzw. Thiola 250 mg nicht einneh-men.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Thiola 100 mg bzw. Thiola 250 mg nicht einneh-men.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen-Liste
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  • Wirkungsverstärkung von Antidiabetika, Antirheumatika und Mukolytika;

  • Wirkungsabschwächung von oxidierenden Substanzen; eine zeitgleiche Einnahme von eisenhaltigen Präparaten sollte unterbleiben, da Tiopronin Eisen komplexiert;

  • Verstärkung bekannter Nebenwirkungen von Aciclovir (systemisch) (insbesondere bei Nierenschädigung);

  • Nierenschädigungen möglich: ACE-Inhibitoren, Aminoglykoside (systemisch), Ampho-tericin-B, Cidofovir, Cisplatin, Foscarnet, Ganciclovir, Pentamidin, Teniposid;

  • Blutbildveränderungen: Alemtuzumab, Amsacrin, Epirubicin, Temozolomid, Vindesin;

  • Innenohrschädigungen: Aminoglykoside (systemisch), Cisplatin

    Wechselwirkung mit Nahrungsmitteln und Getränken

    Während der Behandlung mit Thiola 100 mg bzw. Thiola 250 mg darf kein Alkohol konsu-miert werden.

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Es liegen keine Erfahrungen mit einer Anwendung von Tiopronin an Schwangeren vor. Es liegen nur unzureichende tierexperimentelle Studien in Bezug auf die Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt und postnatale Entwicklung vor. Bisherige tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe 5.3). Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Daher darf Thiola 100 mg bzw. Thiola 250 mg während der Schwangerschaft nur bei vitaler Indikation verordnet werden. Prinzipiell sollte während einer Schwangerschaft Nutzen und Risiken einer Arzneimitteltherapie kritisch gegeneinander abgewogen werden.

Stillzeit

In einer Studie an 100 Frauen kam es bei Einnahme von Tiopronin zu einer frühzeitigen Un-terdrückung der Laktation. Es ist nicht bekannt, ob Tiopronin in die Muttermilch übertritt.

Das potentielle Risiko für den Säugling ist nicht bekannt. Daher ist Thiola 100 mg bzw. Thi-ola 250 mg während der Stillzeit kontraindiziert (siehe 4.3).

Fahrtüchtigkeit

Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen, insbesondere bei höherer Dosie-rung, könnte die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn so-wie beim Zusammenwirken mit Alkohol oder Beruhigungs- und Schlafmitteln.

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig: > 1/10
Häufig: > 1/100 bis < 1/10
Gelegentlich: > 1/1 000 bis < 1/100
Selten: > 1/10 000 bis < 1/1 000
Sehr selten: < 1/10 000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfüg-baren Daten nicht abschätzbar

Gelegentlich:

  • Gastrointestinale Beschwerden wie Magenverstimmung, Diarrhöe

  • Störung des Geschmacksinns

  • Temperaturerhöhung

  • Hautreaktionen wie Pruritus, Stomatitis, Pemphigus, maculopapuläre Exantheme, Eryth-ema multiforme und ekzematöse Eruptionen

    Selten:

  • Anstieg der Transaminasen, Hepatitis

  • Thrombozytopenie, Leukopenie, in Einzelfällen Agranulozytose

  • Nephropathie, nephrotisches Syndrom, Proteinurie

  • Senkung des Blutzuckerspiegels

    Sehr selten werden beobachtet:

  • Myopathie

  • Pneumopathie, Bronchiolitis obliterans

  • Myastenia gravis.

Hinweis

In seltenen Fällen können Albuminurie als Folge einer Nephropathie sowie Cytopenien auf-treten. Blutbild und Urinstatus sind daher sorgfältig zu überwachen.

Bei Anzeichen o.g. Nebenwirkungen ist Thiola sofort abzusetzen.

Es scheint keine gekreuzte Intoleranz zwischen Tiopronin und Penicillamin zu geben; dies be-deutet, dass beobachtete Nebenwirkungen unter einer Penicillamin-Therapie nicht zwangsläu-fig auch bei einer Therapie mit Tiopronin auftreten müssen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtig-keit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall ei-ner Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharma-kovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzei-gen.

Überdosierung

Tiopronin besitzt eine niedrige Toxizität und ist auch bei hoher Dosierung gut verträglich. Ein spezifisches Antidot zu Tiopronin ist nicht bekannt. Die Behandlung einer Intoxikation erfolgt symptomatisch.

Pharmakologische Eigenschaften - Thiola® 250 mg

Pharmakodynamik

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Urologika, Antidote ATC Code: G04BX16, V03AB

SH-Gruppen-tragende Moleküle stellen hinsichtlich ihrer chemischen Struktur- und Funkti-onseigenschaften eine besondere Molekülgruppe in lebenden Systemen dar.

Die Ionisation der SH-Gruppe, meist als Mercaptid-Ion (RS-), reagiert bei unterschiedlichen pH-Werten. So hat z.B. L-Cystein 3 dissoziable Protonen mit pH-Werten bei 1,71; 8,37 und 10,70.

Anteilnahme an Wasserstoffbrücken des bivalenten Schwefels mit anderen Reaktanten.

  • Alkylierungen und Arylierungen:

    • Alkylierungen mit Addition an Doppelbindungen.

    • Alkylierungen mit Chinonen und Chinon-Derivaten.

    • Alkylierungen mit Halogensäuren und ihren Amiden.

    • Alkylierungen mit Ethylenoxiden und Ethylenimiden.

    • Alkylierungen mit o-Methylharnstoff und Methyl-p-Nitrobenzensulfonat.

  • Reaktionen mit Cyanaten

  • Reaktionen mit Carbonylgruppen-Molekülen

  • Oxidationsreaktion der SH-Gruppe

  • Thiol-Disulfid-Austausch-Reaktion

Von besonderer therapeutischer Wichtigkeit ist die Reaktion mit Metallionen als Chelatbild-ner bzw. auch Schwermetallfänger mit unterschiedlichen Bindungskonstanten hinsichtlich des jeweiligen Metalls und des Umgebungs-pH-Wertes.

Weiterhin ist darauf hinzuweisen, dass L-Cystein nicht nur als wichtiger Strukturbildner in homogenen und heterogenen Peptiden- und Proteinmolekülen fungiert, sondern dass die Bio-synthesen des so wichtigen Tripeptids Glutathion mit allen seinen wichtigen Aufgaben und auch die Biosynthese der in allen Zellen ebenfalls vorkommenden Metallothioneine von ei-nem ausreichenden Angebot dieser Aminosäure abhängen.

Von besonderer Bedeutung ist die durch Tiopronin mögliche Regulationsbeeinflussung intra-zellulärer Redoxpotentiale über die Reaktionen:

G-SH  gemischte Disulfide  G-S-S-G.

Pharmakokinetik

Tiopronin wird rasch resorbiert; der Blutspiegel erreicht bei oraler Applikation nach einer Stunde sein Maximum. 70 - 90% des Pharmakons werden innerhalb von 24 Stunden renal eli-miniert.

Pharmazeutische Angaben - Thiola® 250 mg

Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose, Povidon K29-32, Talkum, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) pflanzlich, Mikrokristalline Cellulose, Simeticon 100, Basisches Butylmethacrylat-Copolymer (Ph.Eur.) (MW: ca. 150 000), Schellack (Ph.Eur.) wachsfrei, Hochdisperses Siliciumdioxid, Calciumcarbonat, Titan-dioxid (E171), Saccharose, Arabisches Gummi sprühgetrocknet, Gebleichtes Wachs, Carnau-bawachs.

Inkompatibilitäten

Inkompatibilitäten sind bisher keine bekannt

Dauer der Haltbarkeit

Thiola 100 mg: 18 Monate

Thiola 250 mg: 24 Monate

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern!

Art und Inhalt des Behältnisses

Thiola 100 mg bzw. Thiola 250 mg überzogene Tabletten ist in Blistern aus PVC/PVDC- und Aluminiumfolie zu folgenden Packungsgrößen verpackt.

Thiola 100 mg: 50 oder 100 überzogene Tabletten

Klinikpackung 100 Tabletten

Thiola 250 mg: 100 überzogene Tabletten

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

und sonstige Hinweise zur Handhabung

Schwefelhaltige Verbindungen, wie der Wirkstoff von Thiola 100 / 250 mg, weisen einen in-tensiven, unangenehmen Geschmack auf. Thiola wird daher mit einem Lack und einer Zu-ckerschicht überzogen.

Durch den evtl. dennoch wahrnehmbaren Geruch wird die Qualität und Wirkungsweise von Thiola nicht beeinträchtigt.

Weblinks

Packungen und Preis

Thiola® 250 mg 100 überzogene Tabletten N3
Preis
2.914,43 €
Zuzahlung
10,00 €

Versicherungsliste

Verpackung ist nicht auf der Liste.

Quellen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Rote Liste

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