Spasmo-Mucosolvan® Saft, 0,005 mg/7,5 mg in 5 ml Lösung zum Einnehmen
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Gluten/Laktose
Laktose: Nein
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Fachinfo - Spasmo-Mucosolvan® 0,005 mg/7,5 mg
Akute und chronische Atemwegserkran- kungen, die mit spastischen Verengungen, veränderter Sekretbildung und gestörtem Sekrettransport einhergehen, insbesondere spastische Bronchitiden, Emphysembron- chitiden und Asthma bronchiale.
Hinweis
Spasmo-Mucosolvan Saft ist nicht zur symptomorientierten Behandlung des aku- ten Asthmaanfalls geeignet. Sofern eine Dauerbehandlung eines Asthma bronchiale mit Spasmo-Mucosolvan Saft erforderlich ist, soll stets eine begleitende antiinflamma- torische Therapie (z. B. mit Kortikoiden) er- folgen.
Soweit nicht anders verordnet wird, ist bei Kindern bis zu 12 Jahren im Allgemeinen wie in der unten stehenden Tabelle angege- ben zu dosieren.
Dem Dosierungsschema für Kinder sind Erfahrungswerte von 0,0008 – 0,0015 mg Clenbuterolhydrochlorid pro kg Körper- gewicht/Tag zugrunde gelegt.
Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene nehmen je nach Stärke der Beschwerden 2 – 3 × 15 – 20 ml Lösung täglich. Eine Ge- samttagesdosis von 80 ml Spasmo-Muco- solvan Saft soll nicht überschritten werden.
Hinweise
| Lebensalter | Körpergewicht | Tagesdosis |
| 0 – 8 Monate | 4 – 8 kg | 2 × 2,5 ml |
| 8 – 24 Monate | 8 – 12 kg | 2 × 5,0 ml |
| 2 – 4 Jahre | 12 – 16 kg | 2 × 7,5 ml |
| 4 – 6 Jahre | 16 – 22 kg | 2 × 10,0 ml |
| 6 – 12 Jahre | 22 – 35 kg | 2 × 15,0 ml |
Spasmo-Mucosolvan Saft enthält keinen Alkohol (Ethanol) und ist für Diabetiker ge- eignet.
Spasmo-Mucosolvan Saft sollte individuell dosiert und zu den Mahlzeiten mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden. Emp- findlich auf β2-Sympathomimetika reagie- rende Patienten benötigen in der Regel ei- ne geringere Tagesdosis als die durch- schnittlich empfohlene. Bei solchen Patien- ten kann auch eine einschleichende Be- handlung angezeigt sein.
Spasmo-Mucosolvan Saft nicht im Liegen einnehmen.
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Spasmo-Mucosol- van darf nicht angewendet werden bei schwerer Hyperthyreose, tachykarden Ar- rhythmien, hypertropher obstruktiver Kar- diomyopathie und Phäochromozytom.
Bei einer angeborenen Veranlagung, die zu einer Unverträglichkeit gegen einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels führen kann, ist das Arzneimittel kontra- indiziert (siehe auch Abschnitt 4.4).
Bei frischem Herzinfarkt und/oder schwerer koronarer Herzkrankheit soll die Behand- lung vorsichtig mit niedriger Dosierung er- folgen.
Bei Patienten mit schwer kontrollierbarem Diabetes mellitus sollte Spasmo-Muco- solvan Saft nur unter ärztlicher Überwa- chung angewendet werden.
Kardiovaskuläre Nebenwirkungen können bei Sympathomimetika, zu denen auch Spasmo-Mucosolvan zählt, beobachtet werden. Es gibt Hinweise nach Marktein- führung sowie aus Veröffentlichungen für ein seltenes Auftreten einer mit Beta-Ago- nisten assoziierten Myokardischämie. Mit Spasmo-Mucosolvan behandelte Patien- ten, die an einer schweren Grunderkran- kung des Herzens leiden (z. B. ischämische Herzerkrankung, Arrhythmie oder schwere Herzinsuffizienz), sollten ärztlichen Rat ein- holen, wenn bei ihnen Schmerzen in der Brust oder andere Anzeichen einer sich verschlechternden Herzerkrankung auftre- ten. Besondere Aufmerksamkeit ist bei der Beurteilung von Symptomen wie Atemnot und Schmerzen in der Brust geboten, da diese einen respiratorischen oder kardialen Ursprung haben können.
Bei gestörter Bronchomotorik und größe- ren Sekretmengen (z. B. beim seltenen ma- lignen Ziliensyndrom) sollte Spasmo-Muco- solvan Saft wegen eines möglichen Sekret- staus nur mit Vorsicht verwendet werden.
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Bei eingeschränkter Nierenfunktion oder einer schweren Lebererkrankung darf
Spasmo-Mucosolvan Saft nur mit beson- derer Vorsicht (d. h. in größeren Einnahme- abständen oder in verminderter Dosis) an- gewendet werden.
Bei schwerer Niereninsuffizienz muss mit einer Kumulation der in der Leber gebildeten Metaboliten von Ambroxol gerechnet werden.
Im Zusammenhang mit der Anwendung von Ambroxol gab es Berichte über schwe- re Hautreaktionen wie Erythema multifor- me, Stevens-Johnson-Syndrom (SJS)/toxi- sche epidermale Nekrolyse (TEN) und aku- te generalisierte exanthematische Pustulo- se (AGEP). Daher sollte im Falle von Symp- tomen oder Anzeichen eines progredienten Hautausschlages (manchmal verbunden mit Blasenbildung oder Schleimhautläsio- nen) die Anwendung von Spasmo-Muco- solvan unverzüglich beendet und ärztlicher Rat eingeholt werden.
Kommt es trotz der verordneten Therapie zu keiner befriedigenden Besserung oder gar zu einer Verschlechterung der Sympto- me, ist ärztliche Beratung erforderlich, um die Therapie gegebenenfalls durch eine Kombination mit anderen Arzneimitteln neu festzulegen. Bei akuter oder sich rasch ver- schlimmernder Atemnot muss unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wer- den. Eine erhebliche Überschreitung, ins- besondere der vorgegebenen Einzeldosen beim akuten Anfall, aber auch der Tages- dosis, kann lebensgefährlich sein.
Es ist wiederholt über ein erhöhtes Risiko für das Auftreten schwerer Komplikationen der Grunderkrankung bis hin zu Todesfällen berichtet worden, wenn das Bronchial- asthma mit β2-Sympathomimetika zur In- halation über längere Zeit mit hohen und überhöhten Dosen behandelt wurde und die entzündungshemmende Therapie un- zureichend war.
Die ursächlichen Zusammenhänge konnten bisher nicht hinreichend geklärt werden. Eine entscheidende Rolle scheint aber die unzureichende entzündungshemmende Therapie zu spielen.
Die Anwendung von Spasmo-Mucosolvan Saft kann bei Dopingkontrollen zu posi- tiven Ergebnissen führen. Siehe auch Ab- schnitt 4.9.
Natriumbenzoat kann Gelbsucht (Gelbfär- bung von Haut und Augen) bei Neugebore- nen (im Alter bis zu 4 Wochen) verstärken.
Bei Babys unter 4 Wochen sollte dieses Arzneimittel mit Vorsicht angewendet wer- den, insbesondere, wenn das Baby gleich- zeitig andere Arzneimittel erhält, die Propy- lenglycol oder Alkohol enthalten.
Dieses Arzneimittel enthält Sorbitol. Patien- ten mit hereditärer Fructose-Intoleranz (HFI) dürfen dieses Arzneimittel nicht einnehmen. 5 ml Lösung zum Einnehmen enthalten 1225 mg Sorbitol (eine Quelle für 306 mg Fructose, ca. 0,1 BE). Dies entspricht 14,7 g Sorbitol (3,675 g Fructose, ca. 1,2 BE) pro maximal empfohlener Tagesdosis. Sor- bitol kann Magen-Darm-Beschwerden her- vorrufen und eine leicht laxierende Wirkung haben.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro 5 ml, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.
Bei gleichzeitiger Therapie mit anderen β2-Sympathomimetika (neben Spasmo- Mucosolvan Saft), Methylxanthinen (z. B. Theophyllin), Anticholinergika (wie z. B. Ipra- tropiumbromid) und entzündungshemmen- den Arzneimitteln (Kortikosteroiden) kann die Wirkung von Spasmo-Mucosolvan Saft erhöht werden. Wenn Spasmo-Mucosolvan Saft mit anderen β2-Sympathomimetika, Methylxanthinen (z. B. Theophyllin) oder systemisch verfügbaren Anticholinergika (wie z. B. Pirenzepin-haltige Präparate) an- gewendet wird, können verstärkt Neben- wirkungen auftreten wie z. B. Tachykardien und Herzrhythmusstörungen.
Daher ist eine genaue ärztliche Überwa- chung erforderlich.
Die Gabe von Betarezeptorenblockern hebt die Wirkung von Clenbuterol auf und kann zu schweren Bronchospasmen führen.
In Analogie zu anderen β2-Sympathomime- tika ist eine erhöhte Arrhythmiegefahr bei gleichzeitiger Narkose mit halogenierten Kohlenwasserstoffen nicht auszuschließen.
Die gleichzeitige Anwendung von Clenbu- terol und Monoaminoxidasehemmstoffen oder trizyklischen Antidepressiva kann eine verstärkte Wirkung von Clenbuterol auf das Herz-Kreislauf-System auslösen.
Die Blutzucker senkende Wirkung von Anti- diabetika kann bei gleichzeitiger Therapie vermindert werden. Es sollte überprüft wer- den, ob eine Dosisänderung des Antidia- betikums erforderlich ist.
Bei hoch dosierter Therapie mit Spasmo- Mucosolvan Saft kann eine Hypokaliämie auftreten. Diese kann bei gleichzeitiger An- wendung von Methylxanthinen, Kortikoste- roiden, Diuretika oder Digitalisglykosiden oder bei gleichzeitig bestehender Hypox- ämie noch verstärkt werden. Die Kontrolle des Serumkaliumspiegels wird empfohlen.
Bei kombinierter Anwendung von Ambro- xolhydrochlorid mit Antitussiva kann auf- grund des eingeschränkten Hustenreflexes ein gefährlicher Sekretstau entstehen, so- dass die Indikation zu dieser Kombinations- behandlung besonders sorgfältig gestellt werden sollte.
Die gleichzeitige Verabreichung von Ambro- xol und Antibiotika (Amoxicillin, Cefuroxim, Erythromycin, Doxycyclin) führt zu einem verbesserten Übertritt der Antibiotika in das Lungengewebe.
Schwangerschaft
In präklinischen Studien wurden bei außer- ordentlich hohen Dosen von Clenbuterol, die weit über der maximal empfohlenen Tages- dosis beim Menschen lagen, teratogene Effekte beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).
Ambroxol passiert die Plazentaschranke. In präklinischen Studien ergaben sich keine
schädlichen Wirkungen von Ambroxol auf Schwangerschaft, Geburtsverlauf oder em- bryonale/foetale oder postnatale Entwick- lung (siehe Abschnitt 5.3).
Spasmo-Mucosolvan Saft sollte nur unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung wäh- rend der Schwangerschaft verordnet wer- den. Von der Anwendung während der ers- ten 3 Schwangerschaftsmonate wird abge- raten.
Aufgrund der starken wehenhemmenden Wirkung der Wirksubstanz Clenbuterol soll Spasmo-Mucosolvan in den letzten Tagen vor einer Geburt nur nach ärztlicher Be- ratung angewendet werden.
Stillzeit
In präklinischen Untersuchungen zeigte sich, dass Clenbuterol und Ambroxol in die Muttermilch übertreten. Falls während der Stillzeit eine Behandlung mit Spasmo- Mucosolvan erforderlich ist, sollte daher ab- gestillt werden.
Fertilität
Klinische Daten zur Fertilität sind weder für die Kombination von Clenbuterol und Am- broxol noch für Clenbuterol oder Ambroxol allein vorhanden.
In präklinischen Studien mit Clenbuterol oder Ambroxol allein gab es keine Hinweise auf schädliche Auswirkungen auf die Fertili- tät (siehe Abschnitt 5.3).
Es wurden keine Studien zu den Auswir- kungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Jedoch sollten die Patienten
Tabelle 1
darauf hingewiesen werden, dass bei ihnen während der Behandlung mit Spasmo- Mucosolvan unerwünschte Wirkungen wie zum Beispiel Schwindel auftreten können und sie daher beim Fahren oder beim Be- dienen von Maschinen vorsichtig sein soll- ten. Beim Auftreten von Schwindel sollten die Patienten potenziell gefährliche Tätig- keiten wie zum Beispiel Fahren oder das Bedienen von Maschinen vermeiden.
Wie alle Arzneimittel kann Spasmo-Muco- solvan Saft Nebenwirkungen haben.
Die Nebenwirkungen von Spasmo-Muco- solvan werden nachfolgend nach System- Organ-Klassen zusammengefasst. Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde ge- legt:
Sehr häufig (≥ 1/10); Häufig (≥ 1/100 bis
< 1/10); Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100); Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000); Sehr selten (< 1/10.000); Nicht bekannt (Häufig- keit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Siehe Tabelle 1.
| Erkrankungen des Immunsystems, Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | |
| Allergische Reaktionen (z. B. Haut- und/oder Schleimhautreaktionen, Gesichtsschwellungen, Atemnot, Temperaturanstieg mit Schüttelfrost, Juckreiz, Hautausschlag, Hautrötung, Purpura, Thrombopenie, Nephritis) | gelegentlich |
| Anaphylaktische Reaktionen einschließlich anaphylaktischem Schock | sehr selten |
| Allergische Kontaktdermatitis | sehr selten |
| Stoffwechselerkrankungen | |
| Hypokaliämie | selten |
| Hyperglykämie | nicht bekannt |
| Anstieg des Blutspiegels von Insulin, freien Fettsäuren, Glycerol und Ketonkörpern | nicht bekannt |
| Psychiatrische Erkrankungen | |
| Unruhegefühl1 | häufig |
| Nervosität | häufig |
| Erkrankungen des Nervensystems | |
| Tremor1 | häufig |
| Kopfschmerzen1 | häufig |
| Schwindel | gelegentlich |
| Herzerkrankungen | |
| Palpitationen1 | häufig |
| Tachykardie | häufig |
| Arrhythmie | gelegentlich |
| Blutdrucksenkungen | gelegentlich |
| Pektanginöse Beschwerden | sehr selten |
| Ventrikuläre Extrasystolie | sehr selten |
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir- kungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuier- liche Überwachung des Nutzen-Risiko-Ver- hältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizin- produkte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-
Fortsetzung Tabelle 1 auf Seite 3
Fortsetzung Tabelle 1
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | |
| Trockenheit der Luftwege | sehr selten |
| Rhinorrhoe | sehr selten |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | |
| Übelkeit | häufig |
| Erbrechen | gelegentlich |
| Dyspepsie | gelegentlich |
| Bauchschmerzen und Durchfall | gelegentlich |
| Mundtrockenheit | gelegentlich |
| Obstipation | sehr selten |
| Sialorrhoe | sehr selten |
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen | |
| Muskelschmerzen | gelegentlich |
| Muskelkrämpfe | gelegentlich |
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | |
| Beeinträchtigungen beim Harnlassen | gelegentlich |
1 Solche Begleiterscheinungen klingen bei Fortführung der Therapie im Allgemeinen meist nach 1 – 2 Wochen ab.
Zusätzlich zu diesen für Spasmo-Mucosolvan bekannten Nebenwirkungen sind bei den Mono- substanzen die folgenden Nebenwirkungen bekannt:
Nebenwirkungen bei Clenbuterol-Monotherapie: Tabelle 2
| Herzerkrankungen | |
| Myokardischämie | nicht bekannt |
Nebenwirkungen bei Ambroxol-Monotherapie: Tabelle 3
| Erkrankungen des Immunsystems | |
| Überempfindlichkeitsreaktionen | selten |
| Anaphylaktische Reaktionen einschließlich anaphylaktischem Schock, Angioödem und Juckreiz | nicht bekannt |
| Erkrankungen des Nervensystems | |
| Dysgeusie | nicht bekannt |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | |
| Hautausschlag | selten |
| Urtikaria | selten |
| Schwere Hautreaktionen (einschließlich Erythema multiforme, Stevens- Johnson-Syndrom/toxischer epidermaler Nekrolyse und akuter generali- sierter exanthematischer Pustulose) | nicht bekannt |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | |
| Hypästhesie des Rachenraums | nicht bekannt |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | |
| Orale Hypästhesie | nicht bekannt |
Ambroxol wurde bei parenteraler Gabe bis zu einer Dosis von 15 mg/kg Körper- gewicht/Tag gut vertragen.
In Analogie zu vorklinischen Untersuchun- gen können bei extremer Überdosierung vermehrte Speichelsekretion, Würgereiz, Erbrechen und Blutdruckabfall auftreten.
b) Therapie von Intoxikationen
Die Behandlung nach β2-sympathomimeti- scher Überdosierung erfolgt hauptsächlich symptomatisch. Die Wirkung von Clenbu- terol kann durch Betarezeptorenblocker antagonisiert werden, hierbei ist jedoch der Gefahr der Auslösung eines schweren Bronchospasmus bei Patienten mit Asthma bronchiale Rechnung zu tragen. Dies gilt auch für so genannte kardioselektive Beta- rezeptorenblocker.
Zur kardialen Überwachung ist EKG-Moni- toring angezeigt.
Bei oraler Überdosierung sollte eine Magen- spülung erwogen werden, Aktivkohle und Ab- führmittel können die unerwünschte Resorpti- on des β2-Sympathomimetikums günstig beeinflussen.
a) Symptome der Intoxikation
Clenbuterol
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Gesichtsrötung, Benommenheit, Kopf- schmerzen, Tachykardie, Palpitationen, Arrhythmien, Hypertonie oder Hypotonie bis hin zum Schock, Ruhelosigkeit, Brust- schmerzen, Erregung, eventuell Extrasys- tolen und heftiger Tremor insbesondere der Finger, aber auch am ganzen Körper.
Es kann zur Hyperglykämie kommen.
Fälle mit lebensbedrohlichem Verlauf und tödlichem Ausgang sind beobachtet wor- den, insbesondere bei Überdosierung von Clenbuterol im Rahmen von missbräuch- licher Anwendung.
Darüber hinaus wurde bei Überdosierung von Clenbuterol eine metabolische Azidose beobachtet.
Nach oraler Intoxikation können gastroin- testinale Beschwerden einschließlich Übel- keit und Erbrechen auftreten.
Bei hohen Einzeldosen ist bei anderen β2- Adrenergika eine dosisabhängige Senkung des Serumkaliumspiegels beobachtet wor- den. Bei Patienten mit einer bestehenden Hypokaliämie (z. B. durch Thiazid-Diuretika oder Laxanzien) empfehlen sich entspre- chende Kontrollen.
Ambroxol
Intoxikationserscheinungen sind bei Über- dosierung von Ambroxol nicht beobachtet worden. Es sind kurzzeitige Unruhe und Durchfall berichtet worden.
Clenbuterolhydrochlorid
Clenbuterol ist ein direkt wirkendes Sym- pathomimetikum mit überwiegender β2-Se- lektivität.
Clenbuterol verursacht eine Erschlaffung der glatten Muskulatur in den Bronchien und Blutgefäßen sowie eine Relaxation der Ute- rusmuskulatur durch Stimulation der β2-Re- zeptoren. Clenbuterol wirkt antiallergisch durch die Hemmung der Freisetzung von Mediatoren aus den Mastzellen. Ferner ist eine Steigerung der mukoziliären Clearance im Bronchialsystem nachweisbar. Am elek- trisch stimulierten, isolierten Meerschwein- chenvorhof konnte eine konzentrationsab- hängige Schlagfrequenzminderung durch Clenbuterol gezeigt werden. Diese Wirkungen werden über eine Aktivierung der Adenylat- cyclase vermittelt, wobei es zu einer Anrei-
cherung von zyklischem 3,5-Adenosinmo- nophosphat (c-AMP) kommt, welches sei- nerseits die kontraktilen Elemente der glat- ten Muskulatur hemmt.
Die β2-sympathomimetische Wirkung von Clenbuterol ist relativ stark bronchoselektiv, seine Wirkungen auf das Herz wie Anstieg der Herzfrequenz, Steigerung der Kontrak- tilität (positiv inotroper und chronotroper Effekt) sind durch indirekte Folgen der vas- kulären Wirkungen zu erklären.
In präklinischen Untersuchungen mit hohen Dosierungen ist für Clenbuterol, wie für an- dere β2-Sympathomimetika auch, eine Hy- pertrophie der quer gestreiften Muskulatur beschrieben worden. Der Wirkungsmecha- nismus für diesen Effekt ist noch nicht ge- klärt. Eine über die Betarezeptoren der Myozyten vermittelte Reduktion des Prote- inabbaus wird diskutiert. Die Bedeutung dieser Befunde für den Menschen ist unklar.
Die bronchospasmolytische Wirkung von Clenbuterolhydrochlorid per os beginnt nach 5 – 20 Minuten. Die Wirkdauer beträgt bis zu 14 Stunden.
Ambroxolhydrochlorid
Ambroxol, ein substituiertes Benzylamin, ist ein Metabolit von Bromhexin. Es unter- scheidet sich vom Bromhexin durch das Fehlen einer Methylgruppe und die Einfüh- rung einer Hydroxylgruppe in Para-Trans- Stellung des Cyclohexylringes.
Ambroxol wirkt sekretolytisch und sekreto- motorisch im Bereich des Bronchialtraktes. In präklinischen Untersuchungen steigert es den Anteil des serösen Bronchialsekretes. Durch die Verminderung der Viskosität und die Aktivierung des Flimmerepithels soll der Abtransport des Schleims gefördert werden.
Ambroxol bewirkt eine Aktivierung des Sur- factant-Systems durch direkten Angriff an den Pneumozyten-Typ 2 der Alveolen und den Clarazellen im Bereich der kleinen Atemwege. Es fördert die Bildung und Aus- schleusung von oberflächenaktivem Mate- rial im Alveolar- und Bronchialbereich der fetalen und der adulten Lunge. Diese Effek- te sind in der Zellkultur und in vivo an ver- schiedenen Spezies nachgewiesen.
Durchschnittlich tritt die Wirkung bei oraler Verabreichung nach 30 Minuten ein und hält je nach Höhe der Einzeldosis 6 – 12 Stunden an.
Pharmakologische Eigenschaften - Spasmo-Mucosolvan® 0,005 mg/7,5 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Bron- chospasmolytika/Antiasthmatika (Sympa- thomimetika, β2-Adrenergika)
ATC-Code: R03CC
Kombinationspräparat aus einem β2-selekti- ven-Sympathomimetikum (Clenbuterol) und einem Sekrettherapeutikum (Ambroxol). Clenbuterol und Ambroxol liegen als Hydro- chloride vor.
Die Wirkstoffe von Spasmo-Mucosolvan, Clenbuterol und Ambroxol, ergänzen sich durch ihr pharmakodynamisches Profil bei der Therapie obstruktiver Atemwegserkran- kungen sinnvoll. Das β2-Sympathomimeti- kum Clenbuterol löst bronchiale Spasmen und aktiviert die Zilienschlagfrequenz des Flimmerepithels. Ambroxol wirkt sekretoly- tisch und sekretomotorisch im Bereich des Bronchialtraktes. Beide Substanzen aktivie- ren so auf unterschiedliche Weise das tra- cheo-bronchiale Schleimtransportsystem, verbessern die Öffnung des Bronchialsys- tems und damit die Ventilation.
Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Clenbuterolhydrochlorid
Die Resorption von Clenbuterol erfolgt nach oraler sowie inhalativer Gabe rasch und vollständig. Die Invasionshalbwertszeit be- trägt ca. 60 Minuten. Nach einmaliger oraler Gabe wird die maximale Plasmakonzentra- tion nach 120 – 180 Minuten erreicht.
Bei konstanter Dosierung wird nach vier Be- handlungstagen ein Steady State der Plas- makonzentrationen erreicht. Bei höherer initialer Dosierung wird der entsprechende Plasmaspiegel früher erreicht. Die Kinetik ist dosislinear, sodass unkalkulierbare Kumula- tionseffekte auszuschließen sind.
Clenbuterol passiert die Plazentaschranke bei Mensch und Tier. Bei Untersuchungen unmittelbar nach der Geburt wurden im
Rahmen von klinischen Prüfungen mit Clen- buterol als Tokolytikum im kindlichen Plas- ma 67 % der im mütterlichen Plasma vorlie- genden Konzentration gemessen.
In der Muttermilch wird Clenbuterol auf et- wa das Doppelte der mütterlichen Plasma- konzentration angereichert (Tier).
Die Bioverfügbarkeit aller oralen Darrei- chungsformen liegt bei 100 % (Tier).
Clenbuterol wird überwiegend in unverän- derter Form mit dem Urin ausgeschieden. Die Elimination aus dem Plasma ist bipha- sisch, mit einer raschen (Halbwertszeit 60 Minuten) und einer langsamen Elimina- tionsphase (Halbwertszeit 34 Stunden).
Ambroxolhydrochlorid
Ambroxol wird nach oraler Verabreichung praktisch vollständig resorbiert. Die Tmax nach oraler Gabe beträgt 1 – 3 Stunden. Ambroxol erreicht im Lungengewebe eine höhere Konzentration als im Plasma bei parenteraler Applikation.
Die absolute Bioverfügbarkeit von Ambroxol nach oraler Gabe liegt bei ca. 80 %; sie ist durch einen First-pass-Metabolismus um ca. 1/3 vermindert. Es entstehen dabei nie- rengängige Metaboliten (z. B. Dibroman- thranilsäure, Glukuronide).
Die Bindung an Plasmaproteine beträgt ca. 85 % (80 – 90 %). Die terminale Halbwerts- zeit im Plasma liegt bei 7 – 12 Stunden. Die Plasmahalbwertszeit der Summe aus Am- broxol und seiner Metaboliten beträgt ca. 22 Stunden.
Ambroxol ist liquor- und plazentagängig und tritt in die Muttermilch über.
Die Ausscheidung erfolgt zu ca. 90 % renal in Form der in der Leber gebildeten Meta- boliten. Weniger als 10 % der renalen Aus- scheidung sind dem unveränderten Am- broxol zuzuordnen. Aufgrund der hohen Proteinbindung und des hohen Verteilungs- volumens sowie der langsamen Rückver- teilung aus dem Gewebe ins Blut ist keine wesentliche Elimination von Ambroxol durch Dialyse oder forcierte Diurese zu er- warten.
Bei schweren Lebererkrankungen wird die Clearance von Ambroxol um 20 – 40 % ver- ringert. Bei schwerer Nierenfunktionsstö- rung ist die Eliminationshalbwertszeit für die Metaboliten von Ambroxol verlängert.