Moxonidin STADA® 0,4 mg Filmtabletten
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Name des Präparats
Gluten/Laktose
Laktose: Ja
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Fachinfo - Moxonidin 0,4 mg
Erwachsene (und ältere Patienten)
Die Behandlung muss mit 0,2 mg Moxonidin morgens begonnen werden. Die Dosierung kann nach einem 3-Wochen-Intervall auf 0,4 mg angepasst und als Einzeldosis oder aufgeteilt in 2 Dosen (morgens und abends) eingenommen werden bis ein zufriedenstellendes Ansprechen erreicht ist. Bei unzureichendem Ansprechen nach weiterer 3-wöchiger Behandlung kann die Dosierung auf maximal 0,6 mg erhöht werden falls die Einnahme aufgeteilt in 2 Dosen morgens und abends erfolgt.
Eine Einzeldosis von 0,4 mg Moxonidin und eine Tagesdosis von 0,6 mg als aufgeteilte Dosis (morgens und abends) darf nicht überschritten werden. Die Behandlung sollte nicht abrupt beendet werden (siehe auch Abschnitt 4.4).
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion darf die Einzeldosis von 0,2 mg Moxonidin und die Tagesdosis von 0,4 mg Moxonidin nicht überschritten werden.
Kinder und Jugendliche
Da keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen, sollte Moxonidin bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nicht angewendet werden.
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
Die Filmtabletten sollten mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden. Die Nahrungsaufnahme hat keinen Einfluss auf die pharmakokinetischen Eigenschaften von Moxonidin.
Die Einnahme kann vor, während oder nach den Mahlzeiten erfolgen.
Moxonidin darf nicht angewendet werden bei:
-
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1
genannten sonstigen Bestandteile,
-
Sick-Sinus-Syndrom,
-
AV-Block 2. und 3. Grades,
-
Bradykardie (weniger als 50 Schläge/Minute in Ruhe),
-
Herzinsuffizienz (siehe Abschnitt 4.4).
Die Anwendung von Moxonidin bei Patienten mit AV-Block 1. Grades erfordert besondere Vorsicht, um das Auftreten einer Bradykardie zu vermeiden.
Bei Anwendung von Moxonidin bei Patienten mit schwerer koronarer Herzkrankheit oder instabiler Angina pectoris ist besondere Vorsicht erforderlich, da nur begrenzte Erfahrungen zur Behandlung dieser Patientengruppen vorliegen.
Besondere Vorsicht ist bei der Behandlung von Patienten mit mittelgradiger Herzinsuffizienz erforderlich, da die Sicherheit der Anwendung von Moxonidin bei diesen Patienten bisher nicht ausreichend belegt ist.
Die Behandlung von Patienten mit Niereninsuffizienz erfordert aufgrund der vorwiegend renalen Exkretion von Moxonidin besondere Vorsicht. Bei diesen Patienten wird insbesondere zu Behandlungsbeginn eine vorsichtige Dosistitration empfohlen. Die Behandlung soll mit 0,2 mg pro Tag begonnen werden und kann - falls dies klinisch erforderlich ist und vom Patienten gut vertragen wird - auf maximal 0,4 mg pro Tag gesteigert werden.
Falls bei kombinierter Behandlung mit einem β-Blocker eine Unterbrechung der Behandlung mit beiden Antihypertensiva notwendig wird, muss zuerst der β-Blocker stufenweise (ausschleichend) abgesetzt werden und erst einige Tage später Moxonidin.
In einer begrenzten Anzahl von Studien wurde nach dem Absetzen von Moxonidin keine Gegenregulation des Blutdrucks (Rebound-Effekt) festgestellt. Trotzdem wird ein plötzliches Absetzen von Moxonidin nicht empfohlen. Moxonidin sollte ausschleichend über einen Zeitraum von 2 Wochen abgesetzt werden.
Moxonidin STADA enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Moxonidin STADA nicht einnehmen.
Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Antihypertensiva verstärkt die Wirkung von Moxonidin.
Da trizyklische Antidepressiva die Wirkung von zentral wirksamen Antihypertensiva mindern, wird die gleichzeitige Anwendung von trizyklischen Antidepressiva mit Moxonidin nicht empfohlen.
Moxonidin kann die Wirkung von trizyklischen Antidepressiva, Beruhigungsmitteln, Tranquilizern, Schlafmitteln (gleichzeitige Anwendung vermeiden!) und Alkohol verstärken.
Moxonidin führt bei gleichzeitiger Gabe mit Lorazepam zu einer mäßigen Verstärkung der Lorazepam-bedingten Einschränkung kognitiver Funktionen.
Die sedierende Wirkung von Benzodiazepinen kann nach gleichzeitiger Anwendung von Moxonidin verstärkt werden.
Moxonidin wird tubulär sezerniert, daher können Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen, die ebenfalls durch tubuläre Sekretion eliminiert werden, nicht ausgeschlossen werden.
Tolazolin kann dosisabhängig die Wirkung von Moxonidin abschwächen.
Schwangerschaft
Es gibt keine ausreichenden Daten über die Anwendung von Moxonidin bei schwangeren Frauen. Tierversuche ergaben Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko für Menschen ist unbekannt. Moxonidin darf in der Schwangerschaft nur bei zwingender Notwendigkeit angewendet werden.
Stillzeit
Moxonidin sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden, da es in die Muttermilch übergeht. Ist eine Behandlung mit Moxonidin zwingend erforderlich, sollte abgestillt werden.
Die Auswirkungen von Moxonidin auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen wurden nicht untersucht. Da aber Berichte über Benommenheit und Schwindel vorliegen, müssen Patienten bei potenziell gefährlichen Aktivitäten wie dem Führen von Kraftfahrzeugen oder dem Bedienen von Maschinen vorsichtig sein.
Insbesondere zu Behandlungsbeginn treten häufig Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Schwäche, Schwindel und Somnolenz auf. Häufigkeit und
Intensität dieser Symptome klingen oft im Laufe der Behandlung ab.
Nebenwirkungen geordnet nach System-Organklasse, die in Placebo-kontrollierten klinischen Studien mit 886 mit Moxonidin behandelten Probanden beobachtet wurden:
| MedDRASystem-Organklasse | Sehr häufig (≥1/10), | Häufig (≥1/100 bis<1/10) | Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100) |
| Herzerkrankungen | Bradykardie. | ||
| Erkrankungen desOhrs und des Labyrinths | Tinnitus. | ||
| Erkrankungen des Nervensystems | Kopfschmerzen*, Schwindel/Vertigo, Somnolenz,Benommenheit. | Sedierung, Synkope*, Parästhesien an den Extremitäten. | |
| Augenerkrankung en | Trockener Juckreiz oderbrennendes Gefühl am Auge. | ||
| Erkrankungen des Gastrointestinaltra kts | Mundtrockenheit. | Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Durchfall, Dyspepsie* und andere gastrointestinaleStörungen. | Parotisschmerz. |
| Erkrankungen derNieren und Harnwege | Harnretention oder Inkontinenz. | ||
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | Hautausschlag, Pruritus. | Allergische Hautreaktionen, Angioödem. | |
| Stoffwechsel- undErnährungsstörun gen | Flüssigkeitsretention, Anorexie. | ||
| Gefäßerkrankung en | Vasodilatation. | Hypotonie*, orthostatische Hypotonie, periphere Durchblutungsstörungen,Raynaud Syndrom. | |
| Allgemeine | Asthenie. | Ödeme verschiedener |
| Erkrankungen undBeschwerden am Verabreichungsort | Lokalisation. | ||
| Skelett-muskulatur-, Bindegewebs- undKnochenerkranku ngen | Rückenschmerzen. | Nacken-/Halsschmerzen. | |
| Erkrankungen der Geschlechtsorgan e und derBrustdrüse | Gynäkomastie, Impotenz. | ||
| Psychiatrische Erkrankungen | Denkstörungen, Schlafstörungen einschließlichInsomnie. | Depression, Angst, Libidoverlust, Nervosität. |
* Es konnte kein Anstieg der Häufigkeit im Vergleich zu Placebo festgestellt werden.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn
Website: www.bfarm.de
anzuzeigen.
Es wurde über den folgenden Fall einer akzidentellen Überdosierung bei einem 2-jährigen Kind berichtet: Das Kind hatte eine unbekannte Menge Moxonidin eingenommen. Die potenziell aufgenommene Dosis betrug maximal 14 mg. Das Kind zeigte die folgenden Symptome: Sedierung, Koma, Hypotonie, Miosis und Dyspnoe. Eine Magenspülung, Glucose-Infusionen, kontrollierte Beatmung und Ruhigstellung führten zu einer vollständigen Rückbildung der Symptome innerhalb von 11 Stunden.
In einigen Fällen wurden Einnahmen mit akuten Dosierungen bis zu 19,6 mg, jedoch ohne tödlichen Verlauf berichtet. Die berichteten Anzeichen und Symptome einer Überdosierung waren: Kopfschmerzen, Sedierung, Somnolenz,
Blutdruckabfall, Schwindel, Asthenie, Bradykardie, Mundtrockenheit, Erbrechen, Müdigkeit und Oberbauchschmerzen.
Bei schwerer Intoxikation wird eine engmaschige Überwachung insbesondere hinsichtlich eventueller Bewusstseinsstörungen und Atemdepression empfohlen.
Außerdem können basierend auf einigen Untersuchungen an Tieren, denen hohe Dosen verabreicht wurden, vorrübergehende Hypertonie, Tachykardie und Hyperglykämie auftreten.
Es existiert kein spezifisches Antidot. α-Rezeptor-Antagonisten (z.B. Phentolamin) können den paradoxen hypertensiven Effekt einer Moxonidin-Überdosierung verringern oder aufheben. Wenn ein Blutdruckabfall auftritt, kann eine Kreislaufunterstützung mit z.B. Flüssigkeitsgabe und Dopaminverabreichung angezeigt sein. Eine auftretende Bradykardie kann mittels Atropin behandelt werden.
Pharmakologische Eigenschaften - Moxonidin 0,4 mg
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihypertonika, zentralwirkende antiadrenerge Mittel; Imidazolin-Rezeptoragonisten
ATC Code: C02AC05
In verschiedenen Tierversuchen hat sich Moxonidin als gut wirksames Antihypertensivum erwiesen. Die vorliegenden Daten aus experimentellen Studien verdeutlichen, dass der Angriffspunkt für die antihypertensive Wirkung von Moxonidin das zentrale Nervensystem (ZNS) ist. Es wurde nachgewiesen, dass Moxonidin im Hirnstamm selektiv an I1-Imidazolin Rezeptoren bindet. Diese Imidazolin-Rezeptoren sind in der rostralen, ventrolateralen Medulla konzentriert - eine Region, die von entscheidender Bedeutung für die zentrale Kontrolle des peripheren sympathischen Nervensystems ist. Die Bindung von Moxonidin an den I1-Imidazolin Rezeptor bewirkt eine Hemmung der Sympathikus-Aktivität (gezeigt an sympathischen Nervenendigungen des Herzens, der Eingeweide und der Nieren).
Moxonidin unterscheidet sich von anderen verfügbaren zentralwirksamen Antihypertensiva durch eine nur geringe Affinität zu zentralen Alpha-2-Rezeptoren im Vergleich zu den I1-Imidazolin-Rezeptoren. Der Interaktion mit Alpha-2-Rezeptoren werden die am häufigsten vorkommenden Nebenwirkungen zentralwirksamer Antihypertensiva - wie Benommenheit und Mundtrockenheit - zugeschrieben. Beim Menschen führt Moxonidin zu einer Reduktion des systemischen Gefäßwiderstandes und folglich zu einer Senkung des arteriellen
Blutdrucks. Die Wirkungen von Moxonidin auf Mortalität und kardiovaskuläre Morbidität sind zurzeit unbekannt.
Resorption
Bei Menschen werden ca. 90% einer oralen Dosis von Moxonidin resorbiert. Moxonidin unterliegt keinem First-Pass-Effekt und die Bioverfügbarkeit beträgt 88%. Nahrungsaufnahme beeinflusst Moxonidin nicht.
Verteilung
Die Spitzenkonzentration von Moxonidin im Plasma wird nach oraler Gabe einer Filmtablette innerhalb von 30-180 Minuten erreicht. Moxonidin wird nur zu etwa 7% an Plasmaeiweiße gebunden (VDss = 1,8 ± 0,4 l/kg).
Biotransformation
Moxonidin wird zu 10-20% vorwiegend zu 4,5-Dehydromoxonidin und, durch Öffnen des Imidazolrings, zu einem Guanidinderivat metabolisiert. Die blutdrucksenkende Wirkung von 4,5-Dehydromoxonidin beträgt nur 1/10, die des Guanidinderivats weniger als 1/100 derjenigen von Moxonidin.
Elimination
Moxonidin und seine Metaboliten werden annähernd vollständig renal eliminiert. Über 90% einer Dosis werden innerhalb von 24 Stunden nach Anwendung über die Nieren ausgeschieden, nur ca. 1% wird mit den Faeces ausgeschieden. Die kumulative Elimination von unverändertem Moxonidin über die Nieren beträgt ca. 50-75%. Die mittlere Plasma-Eliminationshalbwertszeit beträgt 2,2-2,3 h, die renale Halbwertszeit beträgt 2,6-2,8 h.
Pharmakokinetik bei älteren Patienten
Die geringfügigen Unterschiede in den pharmakokinetischen Eigenschaften von Moxonidin bei gesunden älteren Patienten und jungen Erwachsenen haben sich bislang nicht als klinisch relevant erwiesen. Da Moxonidin keine Kumulationsneigung besitzt, ist eine Dosisanpassung nicht erforderlich, sofern die Nierenfunktion normal ist.
Pharmakokinetik bei Kindern
Es wurden keine pharmakokinetischen Studien an Kindern durchgeführt.
Pharmakokinetik bei eingeschränkter Nierenfunktion
Bei Patienten mit mäßig eingeschränkter Nierenfunktion (GFR 30-60 ml/min) nimmt die AUC um 85% zu, die Clearance ist um 52% vermindert. Bei diesen Patienten muss die blutdrucksenkende Wirkung von Moxonidin insbesondere zu Beginn der Behandlung engmaschig überwacht werden. Darüber hinaus darf eine
Einzeldosis von 0,2 mg und eine Tagesdosis von 0,4 mg nicht überschritten werden.
Pharmazeutische Angaben - Moxonidin 0,4 mg
Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Povidon K25, Crospovidon, Magnesiumstearat (Ph.Eur.).
Tablettenfilm: Hypromellose, Macrogol 400, Eisen(III)-oxid (E 172), Titandioxid (E 171).
Moxonidin STADA®0,2 mg Filmtabletten
2 Jahre
Moxonidin STADA®0,3 mg Filmtabletten
3 Jahre
Moxonidin STADA®0,4 mg Filmtabletten
3 Jahre
PVC/PVDC-Aluminium-Blister
Originalpackung mit 30, 50, 98 und 100 Filmtabletten.
Kindergesicherte Blisterpackungen zur Abgabe von Einzeldosen (PVC/PVDC-Aluminium-Blister). Originalpackung mit 30x1, 50x1, 98x1 und 100x1 Filmtabletten.