Präparate

SOMAVERT® 30 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Verschreibungsinformationen
Arzneimittel ist nicht auf der Liste.
Rezeptpflichtig
Keine Verschreibungseinschränkungen
Sonstige Informationen
SOMAVERT® 30 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Gluten: Nein
Laktose: Nein
Pulver zur Herst. e. Inj.-Lsg. | Lösungsmittel
Pfizer Pharma GmbH
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Anwendungsgebiete



Behandlung der Akromegalie bei erwachsenen Patienten, bei denen Operation und/oder Strahlentherapie nicht den gewünschten Behandlungserfolg erzielten und bei denen eine adäquate medikamentöse Behandlung mit Somatostatinanaloga die IGF-I-Konzentration nicht normalisierte bzw. nicht vertragen wurde.

Dosierung


Die Behandlung muss unter Aufsicht eines Arztes eingeleitet werden, der in der Behandlung der Akromegalie erfahren ist.

Dosierung

Eine Startdosis von 80 mg Pegvisomant ist subkutan unter ärztlicher Aufsicht zu verabreichen.
Nachfolgend sind täglich SOMAVERT 10 mg gelöst in 1 ml Lösungsmittel als subkutane Injektion zu geben.
Dosisanpassungen müssen auf Serumspiegeln von Insulin-like Growth Factor I (IGF-I) beruhen. Alle 4 bis 6 Wochen sind die Serumkonzentrationen von IGF-I zu bestimmen und es müssen geeignete Dosisanpassungen in Schritten von 5 mg/Tag erfolgen, um die IGF-I-Serumkonzentrationen im altersgemäßen Normbereich zu halten und einen optimalen Therapieerfolg zu erzielen.

Beurteilung der Ausgangs-Leberenzymwerte vor Einleitung der Behandlung mit SOMAVERT

Vor Beginn der Behandlung mit SOMAVERT sollte eine Beurteilung der Ausgangs-Leberwerte (LW) der Patienten erfolgen [Alanin-Aminotransferase (ALT) im Serum, Aspartat-Aminotransferase (AST), Gesamtbilirubin im Serum (Serum Total Bilirubin, TBIL) und alkalische Phosphatase (ALP)]. Empfehlungen zur Einleitung der Behandlung mit SOMAVERT basierend auf den Ausgangs-LW und Empfehlungen zur Überwachung der LW während der Behandlung mit SOMAVERT, siehe Tabelle A im Abschnitt Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung (4.4).
Die Höchstdosis sollte 30 mg/Tag nicht überschreiten.
Für die verschiedenen Dosierungen stehen folgende Stärken zur Verfügung: SOMAVERT 10 mg, SOMAVERT 15 mg, SOMAVERT 20 mg, SOMAVERT 25 mg und SOMAVERT 30 mg.

Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von SOMAVERT bei Kindern im Alter von 0 bis 17 Jahren sind nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Ältere Menschen

Es ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion

Die Sicherheit und Wirksamkeit von SOMAVERT wurden bei Patienten mit einer eingeschränkten Nieren- oder Leberfunktion nicht untersucht.

Art der Anwendung
Pegvisomant sollte als subkutane Injektion gegeben werden.
Die Injektionsstelle ist täglich zu wechseln, um einer Lipohypertrophie vorzubeugen.
Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

Gegenanzeigen


Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Warnhinweise


Rückverfolgbarkeit
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.

Wachstumshormon-sezernierende Tumore

Da sich Wachstumshormon-sezernierende Hypophysentumore manchmal vergrößern und schwerwiegende Komplikationen verursachen können (z. B. Gesichtsfeldausfälle), müssen alle Patienten sorgfältig überwacht werden. Wird ein Tumorwachstum nachgewiesen, sind möglicherweise alternative Verfahren angezeigt.

Überwachung der IGF-1-Konzentration im Serum

Pegvisomant ist ein potenter Antagonist der Wirkung des Wachstumshormons. Aus der Anwendung dieses Arzneimittels kann daher ein Wachstumshormon-Mangel-Status resultieren, obwohl erhöhte Serumspiegel an Wachstumshormon vorliegen. Die Konzentration von IGF-I im Serum muss überwacht werden und durch Anpassung der Pegvisomant-Dosis innerhalb des altersgemäßen Normalbereiches gehalten werden.

ALT- oder AST-Erhöhungen

Vor Beginn der Behandlung mit SOMAVERT sollte eine Beurteilung der Ausgangs-Leberwerte der Patienten erfolgen [Alanin-Aminotransferase (ALT) im Serum, Aspartat-Aminotransferase (AST), Gesamtbilirubin im Serum (Serum Total Bilirubin, TBIL) und alkalische Phosphatase (ALP)].
Bei Patienten mit ALT- und AST-Erhöhungen oder bei Patienten mit einer Behandlung mit einem Somatostatinanalogon in der Vorgeschichte müssen Anzeichen einer obstruktiven Gallengangserkrankung ausgeschlossen sein. Wenn Anzeichen für eine Lebererkrankung bestehen bleiben, ist die Behandlung mit Pegvisomant abzubrechen. Empfehlungen zur Einleitung der Behandlung mit SOMAVERT basierend auf den Ausgangs-Leberwerten (LW) und Empfehlungen zur Überwachung der Leberwerte während der Behandlung mit SOMAVERT, siehe Tabelle A.
Falls ein Patient während der Behandlung mit SOMAVERT eine Erhöhung der LW oder andere Anzeichen oder Symptome einer Leberfunktionsstörung entwickelt, wird die folgende Behandlung des Patienten empfohlen (Tabelle B).

Hypoglykämie
Eine klinische Prüfung mit Pegvisomant an Diabetes-Patienten, die entweder mit Insulin oder oralen Antidiabetika behandelt wurden, zeigte ein Hypoglykämierisiko in dieser Gruppe. Daher kann es bei Akromegalie- Patienten mit Diabetes mellitus erforderlich sein, die Dosis für Insulin oder orale Antidiabetika zu senken (siehe Abschnitt 4.5).

Verbesserte Fertilität
Die therapeutischen Vorteile einer Reduktion der IGF-I-Konzentration, die zu einer Verbesserung des klinischen Zustandes der Patienten führt, können möglicherweise auch die Fertilität bei weiblichen Patienten verbessern (siehe Abschnitt 4.6).

Schwangerschaft
Die Kontrolle der Akromegalie kann sich während der Schwangerschaft verbessern. Die Gabe von Pegvisomant während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.6). Falls Pegvisomant während der Schwangerschaft angewendet wird, sollten die IGF-I-Werte engmaschig überwacht und die Pegvisomant-Dosis gegebenenfalls basierend auf den IGF-I-Werten angepasst werden (siehe Abschnitt 4.2).

Natriumgehalt
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosiervolumen. Patienten unter einer natriumarmen Diät können informiert werden, dass dieses Arzneimittel nahezu „natriumfrei“ ist.

Tabelle A: Empfehlungen für die Einleitung der Behandlung mit SOMAVERT basierend auf den Ausgangs-LW und für die regelmäßige Überwachung der LW während der Behandlung mit SOMAVERT

Ausgangs-LWEmpfehlungen
Normal• Mögliche Behandlung mit SOMAVERT.
• Während der ersten 6 Monate der Behandlung mit SOMAVERT
müssen die Serumkonzentrationen von ALT und AST in Ab-
ständen von 4 bis 6 Wochen überwacht werden oder jeder-
zeit, falls ein Patient Symptome entwickelt, die auf eine Hepa-
titis hinweisen.
Erhöht, aber unterhalb
oder gleich dem 3-fachen
der Obergrenze des
Normbereichs (ULN)
• Mögliche Behandlung mit SOMAVERT, jedoch müssen die LW
nach der Einleitung der Behandlung mindestens 1 Jahr lang
monatlich und im darauffolgenden Jahr zweimal jährlich unter-
sucht werden.
Über dem 3-fachen der
Obergrenze des
Normbereichs (ULN)
• Behandlung mit SOMAVERT erst nach umfassender Abklä-
rung der Ursache der Leberfunktionsstörung des Patienten.
• Untersuchung auf Cholelithiasis oder Choledocholithiasis, ins-
besondere bei Patienten mit Behandlung mit Somatostatina-
naloga in der Vorgeschichte.
• Einleitung der Behandlung mit SOMAVERT je nach Ergebnis
der Abklärung in Betracht ziehen.
• Bei Entscheidung für eine Behandlung, LW und klinische
Symptomatik sehr engmaschig überwachen.

Abkürzungen: ALT = Alanin-Aminotransferase; AST = Aspartat-Aminotransferase; LW = Leberwerte; ULN = upper limit of normal (Obergrenze des Normbereichs).

Tabelle B. Klinische Empfehlungen basierend auf anormalen Ergebnissen von Leberfunktionstests während der Anwendung von SOMAVERT

Leberwerte und klinische
Anzeichen/Symptome
Empfehlungen
Erhöht, aber unterhalb oder gleich
dem 3-fachen der Obergrenze des
Normbereichs (ULN)
• Weitere Behandlung mit SOMAVERT möglich, je-
doch monatlich LW überwachen, um weitere Erhö-
hungen auszuschließen.
Höher als das 3-fache, aber niedriger
als das 5-fache der Obergrenze des
Normbereichs (ULN) (ohne Anzeichen/
Symptome einer Hepatitis oder einer
anderen Leberschädigung bzw. einer
Erhöhung des TBIL im Serum)
• Weitere Behandlung mit SOMAVERT möglich, je-
doch wöchentlich LW überwachen, um weitere Er-
höhungen auszuschließen (siehe unten).
• Durchführung einer umfassenden Abklärung der
Leberfunktionsstörung zur Feststellung, ob eine an-
dere Ursache vorliegt.
Mindestens das 5-fache der Ober-
grenze des Normbereichs (ULN)
oder Transaminase-Erhöhungen, die
mindestens dem 3-fachen der Ober-
grenze des Normbereichs (ULN) ent-
sprechen und mit einer Erhöhung
des TBIL im Serum in Zusammen-
hang stehen (mit oder ohne Anzei-
chen/Symptome einer Hepatitis oder
einer anderen Leberschädigung)
• Sofortiger Abbruch der Behandlung mit SOMAVERT.
• Durchführung einer umfassenden Abklärung der
Leberfunktionsstörung, einschließlich laufender Er-
mittlung der Leberwerte, um festzustellen, ob und
wann die Serumspiegel wieder zum Normbereich
zurückkehren.
• Bei Normalisierung der LW (unabhängig davon, ob
eine andere Ursache für die Leberfunktionsstörung
entdeckt wird) ist eine vorsichtige Wiederaufnahme
der Therapie mit SOMAVERT mit häufiger Überwa-
chung der LW in Betracht zu ziehen.
Anzeichen oder Symptome, die auf
Hepatitis oder eine andere Leber-
schädigung hinweisen (z. B. Gelb-
sucht, Bilirubinurie, Müdigkeit, Übel-
keit, Erbrechen, Schmerzen im
rechten oberen Quadranten, Aszites,
Ödem mit ungeklärter Ursache,
leichtes Entstehen von Blutergüssen)
• Sofortige Durchführung einer umfassenden Abklärung
der Leberfunktionsstörung.
• Wird eine Leberschädigung bestätigt, ist die Be-
handlung abzubrechen.


Wechselwirkungen


Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt. Die Fortsetzung der Behandlung mit Somatostatinanaloga ist kritisch abzuwägen. Die Anwendung dieses Arzneimittels in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung der Akromegalie wurde nicht gesondert untersucht.
Bei Patienten, die Insulin oder orale Antidiabetika erhalten, kann wegen der Auswirkung von Pegvisomant auf die Insulinsensitivität eine Dosisreduktion dieser Wirkstoffe erforderlich sein (siehe Abschnitt 4.4).
Pegvisomant besitzt eine ausgeprägte strukturelle Ähnlichkeit mit Wachstumshormon, was zu Kreuzreaktionen mit kommerziell verfügbaren Wachstumshormon-Assays führt. Da bei Akromegalie-Patienten die Serumkonzentrationen dieses Arzneimittels in therapeutisch wirksamen Dosen im Allgemeinen 100- bis 1.000-fach höher liegen als die tatsächlichen Serumkonzentrationen von Wachstumshormon, werden bei Anwendung kommerziell verfügbarer Wachstumshormon-Assays falsche Werte für Wachstumshormon-Serumkonzentrationen berichtet. Daher darf eine Pegvisomant-Behandlung nicht auf der Grundlage von Wachstumshormonkonzentrationen im Serum, die mit solchen Assays bestimmt werden, überwacht oder angepasst werden.

Schwangerschaft


Schwangerschaft
Es liegen begrenzte Daten zur Anwendung von Pegvisomant bei schwangeren Frauen vor. Es liegen keine ausreichenden tierexperimentellen Studien in Bezug auf die Reproduktionstoxizität vor (siehe Abschnitt 5.3).
SOMAVERT wird während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Empfängnisverhütung anwenden, nicht empfohlen.
Falls Pegvisomant während der Schwangerschaft angewendet wird, sollten die IGF-I-Werte engmaschig überwacht werden, insbesondere im ersten Trimenon. Möglicherweise muss die Pegvisomant-Dosis während der Schwangerschaft angepasst werden (siehe Abschnitt 4.4).

Stillzeit
Der Übergang von Pegvisomant in die Muttermilch wurde in tierexperimentellen Studien nicht untersucht. Klinische Daten liegen begrenzt vor (ein Fall wurde berichtet) und erlauben keine Rückschlüsse auf den Übergang von Pegvisomant in die Muttermilch beim Menschen. Deshalb sollte Pegvisomant bei stillenden Frauen nicht angewendet werden. Bei Absetzen dieses Arzneimittels kann jedoch weiter gestillt werden: Der Nutzen der Pegvisomant-Behandlung für die Mutter und der Nutzen des Stillens für das Kind sind bei dieser Entscheidung abzuwägen.

Fertilität
Für Pegvisomant liegen keine Daten zur Fertilität vor.
Der therapeutische Nutzen durch die Verringerung der IGF-I-Konzentration, der zu einer Verbesserung des klinischen Zustands der Patienten führt, könnte bei Patientinnen auch die Fertilität verbessern.

Fahrtüchtigkeit


Studien zu Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen wurden nicht durchgeführt.

Nebenwirkungen


Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die folgende Liste enthält Nebenwirkungen, die in klinischen Prüfungen mit SOMAVERT beobachtet wurden.
In klinischen Studien an mit Pegvisomant behandelten Patienten (n = 550) war die Mehrzahl der unerwünschten Wirkungen von Pegvisomant gering bis mäßig ausgeprägt, von begrenzter Dauer und erforderte kein Absetzen der Behandlung.
Die am häufigsten berichteten unerwünschten Reaktionen, die bei mehr als 10 % der mit Pegvisomant behandelten Akromegalie-Patienten in klinischen Prüfungen auftraten, waren Kopfschmerzen 25 %, Arthralgie 16 % und Diarrhö 13 %.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die nachfolgend aufgeführten Nebenwirkungen wurden in klinischen Studien beobachtet oder stammen aus Spontanberichten und sind nach Organsystemen und entsprechend ihrer Häufigkeiten in Kategorien eingeteilt.
Die Nebenwirkungen sind mit folgenden Häufigkeiten aufgelistet:

Sehr häufig: ≥ 1/10
Häufig:≥ 1/100, < 1/10
Gelegentlich:≥ 1/1.000, < 1/100
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Siehe Tabelle

SystemorganklasseSehr häufig
( 1/10)
Häufig
( 1/100; < 1/10)
Gelegentlich
( 1/1.000; < 1/100)
Nicht bekannt
(Häufigkeit auf Grundlage
der verfügbaren Daten
nicht abschätzbar)
Erkrankungen des Blutes und
des Lymphsystems
  Thrombozytopenie, Leuko-
penie, Leukozytose, hämor-
rhagische Diathese
 
Erkrankungen des Immunsystems  Hypersensitivitätsreaktionenbanaphylaktische Reaktionb,
anaphylaktoide Reaktionb
Stoffwechsel- und Ernährungs-
störungen
 Hypercholesterinämie,
Hyperglykämie, Hypoglyk-
ämie, Gewichtszunahme
Hypertriglyzeridämie 
Psychiatrische Erkrankungen anormale TräumePanikattacke, Ausfall des
Kurzzeitgedächtnisses, Apa-
thie, Verwirrung, Schlafstö-
rung, gesteigerte Libido
Zornesausbruch
Erkrankungen des NervensystemsKopfschmerzenSomnolenz, Tremor, Schwin-
del, Hypästhesie
Narkolepsie, Migräne,
Geschmacksstörungen
 
Augenerkrankungen Schmerzen am AugeAsthenopie 
Erkrankungen des Ohrs und des
Labyrinths
  Ménière-Krankheit 
Herzerkrankungen periphere Ödeme  
Gefäßerkrankungen Hypertonie  
Erkrankungen der Atemwege, des
Brustraums und Mediastinums
 Dyspnoe Laryngospasmusb
Erkrankungen des Gastro-
intestinaltrakts
DiarrhöErbrechen, Konstipation,
Übelkeit, aufgetriebenes
Abdomen, Dyspepsie,
Flatulenz
Hämorrhoiden, verstärkter
Speichelfluss, trockener
Mund, Störungen an den
Zähnen
 
Leber- und Gallenerkrankungen anormale Leberfunktions-
tests (z. B. Erhöhung der
Transaminase) (siehe Ab-
schnitt 4.4)
  
Erkrankungen der Haut und des
Unterhautzellgewebes
 Hyperhidrose, Quetschung,
Pruritusb, Hautausschlagb
Gesichtsödem, trockene
Haut, Hämatomneigung,
nächtliches Schwitzen,
Erythemb, Urtikariab
Angioödemb
Skelettmuskulatur und Binde-
gewebserkrankungen
ArthralgieMyalgie, Arthritis  
Erkrankungen der Nieren und
Harnwege
 HämaturieProteinurie, Polyurie,

Nierenfunktionsstörungen
 
Allgemeine Erkrankungen und Be-
schwerden am Verabreichungsort
 Reaktionen (einschließlich
Hypersensitivität) an der
Injektionsstelle, Hämatom
oder Blutung an der Injek-
tionsstelle, Hypertrophie
(z. B. Lipohypertrophie) an
der Injektionsstellea, grippe-
ähnliche Erkrankung, Müdig-
keit, Asthenie, Pyrexie
abnormes Befinden,
Wundheilungsstörungen,
Hunger
 
a siehe unten Beschreibung spezieller Nebenwirkungen.
b Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Hypersensitivitätsreaktionen


Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Die meisten Reaktionen an der Injektionsstelle, beschrieben als lokalisierte Erytheme und Wundsein, verbesserten sich spontan durch eine lokale symptomatische Behandlung, während die Behandlung mit Pegvisomant fortgesetzt wurde. Das Auftreten von Hypertrophie an der Injektionsstelle, einschließlich Lipohypertrophie, wurde beobachtet.
Bei 16,9 % der mit Pegvisomant behandelten Patienten wurde die Entwicklung von isolierten niedrigtitrigen Antikörpern gegenüber Wachstumshormon beobachtet. Die klinische Signifikanz dieser Antikörper ist nicht bekannt.
Es wurde über systemische Hypersensitivitätsreaktionen, einschließlich Anaphylaxie/ anaphylaktoide Reaktionen, Laryngospasmus, Angioödeme und generalisierte Hautreaktionen (Hautausschlag, Erythem, Pruritus, Urtikaria) während der Anwendung nach Markteinführung berichtet. Bei einigen Patienten war eine Krankenhauseinweisung erforderlich. Bei erneuter Verabreichung traten die Symptome nicht bei allen Patienten wieder auf.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

Deutschland
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3
D-53175 Bonn
Website: http://www.bfarm.de

Österreich
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/

Überdosierung


Zur Überdosierung mit Pegvisomant liegen begrenzte Erfahrungen vor. In dem einen berichteten Fall einer akuten Überdosierung, bei dem 80 mg/Tag über 7 Tage gegeben wurden, entwickelte der Patient eine geringfügig verstärkte Müdigkeit und Mundtrockenheit. In der Woche nach Absetzen der Behandlung wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet: Insomnie, verstärkte Müdigkeit, periphere Ödeme, Tremor und Gewichtszunahme. Zwei Wochen nach Behandlungsende wurden Leukozytose und mäßige Blutungen an den Injektions- und Venenpunktionsstellen beobachtet, welche als möglicherweise mit Pegvisomant in Zusammenhang stehend angesehen wurden.
Im Falle einer Überdosierung sollte die Anwendung dieses Arzneimittels unterbrochen und nicht wieder aufgenommen werden, bis die IGF-I-Spiegel in den oder über den Normalbereich zurückgekehrt sind.

Pharmakologische Eigenschaften
Pharmakodynamik


Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Hypophysenvorderlappenhormone und Analoga, ATC-Code: H01AX01.

Wirkmechanismus

Pegvisomant ist ein Analogon des menschlichen Wachstumshormons und wurde gentechnologisch zu einem Wachstumshormon-Rezeptor-Antagonisten verändert. Pegvisomant bindet an Wachstumshormonrezeptoren der Zelloberfläche, wo es die Bindung von Wachstumshormon blockiert und hierdurch mit der intrazellulären Signaltransduktion von Wachstumshormon interferiert. Pegvisomant ist hochselektiv für den Wachstumshormon-Rezeptor, weshalb keine Kreuzreaktionen mit anderen Zytokinrezeptoren, einschließlich des Prolaktinrezeptors auftreten.

Pharmakodynamische Wirkungen
Eine Hemmung der Wachstumshormon-Wirkung durch Pegvisomant führt zu einer Abnahme der Serumkonzentration von IGF-I und anderen Wachstumshormon-abhängigen Serumproteinen wie dem freien IGF-I, der säurelabilen Untereinheit von IGF-I (ALS) und dem IGF-Bindungsprotein-3 (IGFBP-3).

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

In einer 12-wöchigen randomisierten, doppelblinden Multizenterstudie zum Vergleich von Placebo und Pegvisomant, wurden Patienten mit Akromegalie (n = 112) behandelt. Zu allen Untersuchungszeitpunkten nach Behandlungsbeginn wurden in den mit Pegvisomant behandelten Gruppen dosisabhängige, statistisch signifikante Reduktionen der Mittelwerte für IGF-I (p < 0,0001), freies IGF-I (p < 0,05), IGFBP-3 (p < 0,05) und ALS (p < 0,05) beobachtet. Am Ende dieser Studie (Woche 12) normalisierte sich das Serum-IGF-I bei 9,7 %, 38,5 %, 75 % und 82 % der Personen, die mit Placebo, Pegvisomant 10 mg/Tag, 15 mg/Tag bzw. 20 mg/Tag, behandelt wurden.
Statistisch signifikante (p < 0,05) Verbesserungen des Gesamt-Symptomen-Scores wurden für alle Dosisgruppen gegenüber Placebo beobachtet.
Eine Gruppe von 38 Akromegalie-Patienten wurde über mindestens 12 aufeinander folgende Monate (Mittelwert = 55 Wochen) im Rahmen einer offenen Dosis-Titrations-Langzeitstudie mit täglicher Pegvisomant-Gabe beobachtet. In dieser Gruppe sank die durchschnittliche IGF-I-Konzentration von 917 ng/ml auf 299 ng/ml nach Pegvisomant-Gabe, wobei 92 % eine normale (altersgemäße) IGF-I-Konzentration erreichten.
In verschiedenen Studien, so auch in der Studie Acrostudy, normalisierte sich unter Pegvisomant die IGF-1-Konzentration bei einem hohen Prozentsatz von Patienten (> 70 %). Des Weiteren wurde eine signifikante Verringerung der Konzentration von Nüchternplasmaglukose (fasting plasma glucose, FPG) und Nüchternplasmainsulin (fasting plasma insulin, FPI) festgestellt.
Pegvisomant verbessert zudem die Insulinsensitivität. Dies ist wahrscheinlich auf eine Blockade der GH-Rezeptoren im Gewebe zurückzuführen, vor allem in der Leber, aber auch im Fettgewebe, in den Nieren und in der Skelettmuskulatur, wodurch die nachteilige Wirkung von GH auf Insulin-Signalwege, Lipolyse und Gluconeogenese aufgehoben wird. Der Wirkmechanismus aller genannten Effekte ist jedoch nicht abschließend bekannt. Bei Akromegalie-Patienten mit Diabetes mellitus kann eine Verringerung der Insulin- oder Antidiabetika-Dosis erforderlich sein (siehe Abschnitt 4.4 und 4.5).

Pharmakokinetik



Resorption
Nach subkutaner Gabe ist die Resorption von Pegvisomant langsam und verzögert, und Serum-Spitzenspiegel von Pegvisomant werden im Allgemeinen erst 33 bis 77 Stunden nach der Gabe erreicht. Der mittlere Resorptionsgrad einer subkutanen Dosis lag, verglichen mit einer intravenösen Dosis, bei 57 %.

Verteilung
Das scheinbare Verteilungsvolumen von Pegvisomant ist relativ gering (7 bis 12 l).

Biotransformation

Der Metabolismus von Pegvisomant wurde nicht untersucht.

Elimination
Die mittlere Gesamtkörperclearance von Pegvisomant nach Mehrfachdosierung liegt schätzungsweise bei 28 ml/Stunde für subkutane Dosierungen und im Bereich von 10 bis 20 mg/Tag. Die renale Clearance von Pegvisomant ist vernachlässigbar, sie beträgt weniger als 1 % der Gesamtkörperclearance. Pegvisomant wird langsam aus dem Serum eliminiert. Die geschätzte mittlere Halbwertszeit nach Einzel- oder Mehrfachdosierungen liegt im Allgemeinen im Bereich von 74 bis 172 Stunden.

Linearität/Nicht-Linearität

Nach einer subkutanen Einzeldosis von Pegvisomant wurde mit steigenden Dosen von 10, 15 oder 20 mg keine Linearität beobachtet. Im Steady State wurde bei pharmakokinetischen Populationsstudien eine annähernd lineare Pharmakokinetik beobachtet. Die Daten von 145 Patienten, die in 2 Langzeitstudien täglich 10, 15 oder 20 mg erhielten, zeigen mittlere Pegvisomant-Serumkonzentrationen (± SD) von ungefähr 8.800 ± 6.300, 13.200 ± 8.000 und 15.600 ± 10.300 ng/ml.
Die Pharmakokinetik von Pegvisomant ist bei normalen gesunden Probanden und Akromegalie-Patienten vergleichbar, obwohl Individuen mit höherem Körpergewicht zu einer höheren Gesamtkörperclearance von Pegvisomant tendieren als Individuen mit geringerem Körpergewicht und daher höhere Dosen an Pegvisomant benötigen können.

Packungen
SOMAVERT® 30 mg 30 DSF Pulv. + 30 FS Lsgsm. N3
Preis
9.446,59 €
Zuzahlung
10,00 €
Verpackung ist nicht auf der Liste.
11295300
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